Dienstag, 29. Juli 2014

Wiederaufnahme Gustl Mollath – 14. Tag: 27 Anträge

»Lieber Gustl, die aktuelle Situation veranlasst mich leider, nach einem Jahr der intensiven Beschäftigung mit Deiner Sache nunmehr eine Zwischenbilanz zu ziehen. Du wirst Dich über diese brutale Formulierung wundern, doch ich kann sie Dir nicht ersparen, wenn ich weiterhin authentisch bleiben will, was ich definitiv will: Momentan muss ich leider feststellen, dass Du auf dem besten Wege bist, alles, was sich zu Deinen Gunsten aufgebaut hat, mit dem Arsch wieder einzureißen.« [Quelle]

Obiges Zitat stammt aus einem Brief, den ich am 25. November 2013 an Gustl Mollath geschickt hatte. Der Empfang wurde am 29. November von einer empfangsbevollmächtigten Person auf dem Rückschein quittiert. Anlass für diese dreiseitige briefliche Einlassung meinerseits waren telefonische Nachfragen seines Verteidigers Gerhard Strate gewesen, der schon in dieser Zeit offenbar starke Probleme hatte, seinen Mandanten zu erreichen. Eine mehr als peinliche Situation für mich, denn Mollath rief mich in dieser Zeit öfter mal an oder besuchte mich auf der Durchreise, reagierte jedoch nur zögerlich bis gar nicht auf meine dringenden Appelle, seinen Anwalt zu kontaktieren. Strate hatte durchaus Anlass, zu vermuten, den Kontakt über mich herstellen zu können, hatte Mollath doch in den ersten drei Tagen nach seiner überraschenden Entlassung bei mir gewohnt, bis er eine Bleibe für die Anfangszeit gefunden hatte. Das Problem der Erreichbarkeit sollte sich in der Folgezeit noch etliche Male wiederholen, doch meinem Eindruck nach scheint es immer einseitig gewesen zu sein: Stets erlebte ich Gerhard Strate auf der Suche nach Gustl Mollath, niemals umgekehrt.




Strate: »Wir hatten Gelegenheit, die Verteidigung vorzubereiten!«


Landgericht Regensburg
Am 14. Prozesstag des Wiederaufnahmeverfahrens in Regensburg nun werden die schon damals manifesten Probleme offenkundig. Ein heftiger Wortwechsel, der schon vor Beginn auf der Verteidigerbank zwischen Anwalt und Mandant geführt wird, lässt nichts Gutes für diesen Tag ahnen. Und tatsächlich: »Ich verlasse mich auf die Verteidigung, dass mir das dient«, antwortet Mollath schroff, als die Vorsitzende Richterin nach seiner Zustimmung zur Verlesung einer früheren Aussage seiner Ex-Frau fragt. Kurz danach erklärt Mollath, dass er wohl »eine andere Rechtsberatung und Unterstützung« benötigen werde und stellt einen eigenen Antrag: Er bittet darum, die Beweisaufnahme noch nicht zu schließen und ihm eine Frist bis zum 8. August zu gewähren, um 27 Anträge vorzubereiten, zu denen eine Rücksprache mit seinem Pflichtverteidiger nicht möglich gewesen sei, da es dafür noch keine Zeit gegeben habe. Außerdem habe er vor, sich zur Sache zu erklären, da Prof. Dr. Nedopil ja nun entlassen sei. Die Ermittlung des wahren Sachverhalts sei ein Recht des Angeklagten.

Rechtsanwalt Strate verwahrt sich entschieden dagegen, zu wenig Zeit für seinen Mandanten gehabt zu haben: Er sei auch am Wochenende über das Handy erreichbar gewesen. Am Sonntag dann habe er selbst Mollath angerufen, um 20.15 Uhr, doch dieser habe nicht abgenommen. Die Behauptung im Raum müsse er dementieren: »Wir hatten Gelegenheit, die Verteidigung vorzubereiten!« Die implizite Diffamierung der Verteidigung sei ein starkes Stück: Mollaths 30 Beweisanträge seien Mist. Bis vergangenen Freitag sei der Prozess auf Kurs gewesen, um einen glatten Freispruch und die volle Rehabilitierung Mollaths zu erreichen. »Wenn andere ihn so dargestellt wissen möchten, wie er früher auftrat, bitte ich um Entbindung!«

Dass Strate durchaus Grund hat, derartige Kräfte im Hintergrund zu erwähnen, ergibt sich aus dem Twitter-Account des »Plagiatsjägers« Martin Heidingsfelder, der schon im Vorfeld des Prozesses keine Gelegenheit ausgelassen hat, Mollath absolut grenzwertig durch den Kakao zu ziehen.

Wo Mollath auftaucht, gibt es eben auch kaputte
Autoreifen. Selten so gelacht. Quelle


Erklärung: Zu einer Hauptverhandlung im Jahre 2003 war Mollath
mit einer Zahnbürste in der Jackentasche erschienen, da man
sowieso plane, ihn einzusperren. Heidingsfelder scheint daran
gelegen zu sein, Mollath auf diesem Niveau zu halten. Quelle


Da ihm der müde Lacheffekt solcher Gags längst nicht mehr ausreicht, hat Heidingsfelder nun noch eine Schippe draufgelegt. In der BR-Abendschau vom 28. Juli war er folgendermaßen zu vernehmen:


»Ich beobachte vom ersten Tag den Prozess und weise immer auf kleine Fehler hin und versuche da auch ein bisschen Einfluss zu nehmen, auch auf die Prozessführung und so weiter.« [Quelle: BR, bei ca. 1:40]

Noch deutlicher geworden war er bei regensburg-digital.de bereits am 24. Juli 2014:

»„Ich habe diese Auseinandersetzung mit Strate befeuert“, räumte etwa ein Vertrauter Mollaths am Mittwoch gegenüber unserer Redaktion ein. „Das hätte eine richtig große Nummer werden können, aber der Strate zieht einfach nicht mit.“«

Diese Aussage erfuhr anschließend eine leichte Umformulierung: »Über Twitter« habe er die Auseinandersetzung befeuert, heißt es dort nun. Dass dem nicht ausschließlich so ist, hatte ich in meinem Bericht vom 25. Juli unter dem Stichwort »Anwaltliches Schattenkabinett« (letzter Absatz meines Artikels) bereits klargestellt.



Ich habe meine eigenen Grenzen


Ist es schon für interessierte Prozessbeobachter schwer zu glauben, dass ein Anwalt vom Format Strates sich nicht die Zeit genommen haben soll, mit seinem Mandanten die Führung eines solch wichtigen Prozesses abzusprechen, so ist das für mich, die ich ein Jahr lang erlebte, wie Strate immer wieder hinter seinem Mandanten her telefonierte, eine völlig ausgeschlossene Variante, hatte ich Mollath doch bereits am 25. November im oben schon zitierten Brief geschrieben:

»Doch auch ich bin ein erwachsener Mensch. Und ich habe meine eigenen Grenzen. Zu denen gehört, dass ich mir Ungerechtigkeiten nicht endlos lange ansehe. Dabei ist es mir egal, ob sie gegen einen Gustl Mollath begangen werden, oder von eben diesem. 
Dir dürfte mehr als klar sein (auch wenn Du das momentan vielleicht verdrängen möchtest), dass Du ohne den unermesslichen Einsatz von Gerhard Strate wahrscheinlich noch immer im Bunker schmoren würdest. Kein anderer Mensch hat sich derart weit aus dem Fenster gelehnt, unter Einsatz seines guten Namens und seiner persönlichen Reputation. […] 
Monatelang hast Du, noch aus der Gefangenschaft heraus, die Devise ausgegeben, das ordentliche Wiederaufnahmeverfahren sei Dein wichtigstes Anliegen. Nun machst Du Dich ausgerechnet für den Anwalt unerreichbar, der dieses Ziel gemeinsam mit Dir durchsetzen möchte. Dass die bayerische Justiz nicht so einfach zu handhaben ist, ist Dir hinlänglich bekannt. Ist nicht ebendies ein Grund, sich der bestmöglichen Unterstützung zu versichern?« [Quelle]  


Ein Appell, der offenbar ungehört geblieben ist. Eine Antwort auf diesen Brief habe ich nie erhalten, jedoch folgte ihm eine sehr lange Sendepause vonseiten Gustl Mollaths. In der Zwischenzeit habe ich die weitere Entwicklung aus der Ferne verfolgt. Artikel wie der vom 26. Januar 2014, erschienen in der Nürnberger Nachrichten, ließen mich in dieser Zeit nichts Gutes erahnen:

»Ich wollte die Tätigkeit des Anwalts Ahmed in einem Wiederaufnahmeverfahren genießen. Ich habe schon immer versucht, seine Arbeit zu verfolgen, auch als ich in der Psychiatrie weggesperrt war. Auch aus Eigennutz: Das Wichtigste für jemanden in einem sogenannten Bezirkskrankenhaus ist ein ordentlicher Rechtsanwalt, eine ordentliche Verteidigung. Sonst wird es desaströs.«  [Quelle]

Für seinen eigenen Anwalt findet er nicht ein einziges Wort des Dankes. Auf die Frage, wo er momentan wohne, antwortet er:

»Ein paar Tage bei meinem Nürnberger Freund Martin Heidingsfelder - auf einer Matratze. Ich habe gut geschlafen, besser als in den Betten in den sogenannten Krankenhäusern. Eine Wohnung habe ich noch nicht: Ohne Moos nix los.«

Warum nur war es, trotz der mit Vorsicht zu genießenden Quelle, für mich keine Überraschung, als die Print-Ausgabe der BILD-Zeitung (Jens Völkerling) vor wenigen Tagen auf Seite 2 meldete, Mollath stehe schon seit Monaten in Verhandlungen mit einem Rechtsanwalt aus München. Alles an Strate vorbei?

In meinem Schreiben vom 25. November hieß es:

»Klar ist für mich eines: Solltest Du Deinen Anwalt jemals so weit bringen, dass er das Mandat niederlegt, dann werde ich auch meinerseits keine Möglichkeit mehr sehen, weiter in der Sache tätig zu sein, denn ich müsste meine Kraft aufgrund der dann doch zweifelhaften Erfolgsaussichten als vergeudet betrachten.« [Quelle]

Wie gut also, dass dieser Prozess nun kurz vor seinem Ende steht. Nach allen Erfahrungen der vergangenen Monate dürfte es ausschließlich Gerhard Strates Langmut zu verdanken sein, dass es überhaupt bis zu diesem Punkt gekommen ist.


»Herr Dr. Strate arbeitet mehr als lege artis: Er hat sich in das Wiederaufnahmeverfahren mit Akribie eingearbeitet!«, bestätigt denn auch Oberstaatsanwalt Meindl in seiner Stellungnahme. Die Staatsanwaltschaft habe dies ebenfalls getan. Wie weit Mollath seine zweite Chance nutze, sei dessen Entscheidung. Sodann führt Meindl aus, es sei dem Angeklagten unbenommen, eigene prozessuale Maßnahmen zu ergreifen und Beweisanträge zu stellen. Dies allerdings möge er zu einem Zeitpunkt tun, der den Verfahrensablauf sicherstellt, denn den Zeitplan gebe das Gericht vor, niemand sonst.

Gerhard Strate fügt hinzu, dass genügend Zeit zur Vorbereitung gewesen und eine längere Frist nicht nötig sei. Ein Mandant, der Lügen verbreite, gehe gegen seine Ehre. Sodann bittet die Vorsitzende Richterin Gustl Mollath um seine Stellungnahme. Dieser führt aus, es sei seit Monaten unterlassen worden, höchst relevante Zeugen zu laden. Als Beispiele nennt er die Gutachter Dr. Weinberger sowie Dr. Dieckhöfer, doch »Strate wollte die Kiste nicht aufmachen. Das wird bis heute verhindert«.

Ich spüre Feindseligkeit 


Die Vorsitzende Richterin möchte wissen, ob Mollath sich vorstellen könne, dass seine Verteidiger sich dabei etwas denken. Diese »haben wahnsinnig viel für Sie getan!« Mollath antwortet, er bitte darum, dem Antrag von Strate stattzugeben. Er spüre Feindseligkeit, denn er habe sich laufend bemüht. Sodann moniert er, dass ein Anruf um 20.15 Uhr nicht dazu geeignet sei, etwas so Wichtiges zu besprechen.

Strate entgegnet, dies könne er nicht so im Raum stehen lassen. 13 Tage lang habe die Verteidigung die Übernachtung Mollaths im Hotel in Regensburg vorfinanziert, denn dieser sei trotz Spendengeldern dazu nicht in der Lage. Darüber hinaus sei er »jederzeit erreichbar«. Anschließend übergibt Mollath dem Gericht die Auflistung der 27 Zeugen, deren Nichtbeantragung er seinem Verteidiger vorwirft. Nach einer fünfzigminütigen Verhandlungspause verkündet die Kammer den Beschluss, die Entpflichtungsanträge Strates und Rauwalds abzulehnen. Das Gericht erkenne »keine groben Pflichtverletzungen.« Die nichtgestellten Anträge seien kein Grund, eine nicht sachgerechte Verteidigung festzustellen. Es bestehe an der hohen Professionalität der Verteidigung keinerlei Zweifel.


Im Anschluss folgt die Verlesung einiger Dokumente, so auch des berühmten Sonder-Revisionsberichts der HVB und weiterer Schriftstücke aus dem Umfeld der Bank sowie die Anordnung des Selbstleseverfahrens für weiterführende Unterlagen.

Im Anschluss bittet Strate das Gericht, die Dokumente einsehen zu dürfen, die Mollath am Vormittag übergeben hatte. Sodann erklärt er, nun keine Probleme mehr mit der anwaltlichen Verschwiegenheitspflicht zu haben und bittet darum, die von Mollath gewünschte Zeugenaufstellung verlesen zu dürfen. Neben diversen Mitarbeitern der HVB, deren Ladung Strate teilweise selbst längst beantragt hatte, finden sich in dem Sammelsurium neben weiteren Bankern auch Politiker und einige durchaus wortmächtige Menschen, die vielleicht aus diversen eigenen Publikationen vortragen, jedoch nichts zur Aufklärung der in diesem Prozess angeklagten Taten beitragen könnten. Nach der Verlesung der Liste erklärt Oberstaatsanwalt Meindl, es handle sich seiner Auffassung nach um Beweisanregungen, zu denen seinerseits keine Stellungnahme erfolge.


Ein großer Sieg für Gustl Mollath


Nach einer langen Pause verkündet das Gericht den Beschluss über einige Beweisanträge der Verteidigung. Die Ladung der von Strate beantragten sieben Zeugen aus dem Mitarbeiterkreis der HVB sowie eines weiteren Zeugen wird abgelehnt. In ihrer Begründung verliest die Vorsitzende einige Dokumente zu diesem Komplex, die auf eine »bankseitig organisierte Beihilfe zur Steuerhinterziehung« erkennen. Die Anträge waren abzulehnen, erklärt sie abschließend, weil alle Beweisanträge so behandelt werden könnten, als wären sie wahr. Ob Gustl Mollath diese eigentliche Sensation des Tages zu seinen Gunsten wohl mitbekommen hat? Heidingsfelder jedenfalls hat wieder einmal nichts gerafft, wie sich wenig später auf Twitter zeigt:

Quelle

Aus gut informierten Kreisen ist mir im Übrigen bekannt, dass es Menschen gibt, die über tatsächliche darüber hinausgehende Beweismittel zur Aufdeckung eines HVB-Skandals zu verfügen glauben. Hierbei soll es sich um dieselben Personen handeln, die angeblich bereits sechs Monate vor den Betreibern dieses Blogs handfeste Belege für den Haderthauer-Modellbaufall in der Hand gehabt haben sollen. Warum sie sie nicht veröffentlichten und damit den Stein schon früher ins Rollen brachten? – Keine Ahnung. Wie einfach das eigentlich ist, hatte unser Blog dazumal vorexerziert, als wir als bundesweit Erste, noch vor allen großen Medien, über die Sache berichteten. Wer auch immer also auf stichhaltigen Beweismitteln zum Thema HVB sitzt, sollte die Sachen nun schnellstens an Medien oder Blogger geben, damit ein eigener HVB-Prozess bald beginnen kann. Mit Gustl Mollath als Zeuge. Angebliche Beweismittel, so sie tatsächlich tauglich sind, nicht zu veröffentlichen und stattdessen der schwer arbeitenden Verteidigung in einem Strafprozess wegen angeblicher Körperverletzung und angeblicher Sachbeschädigung nach Heckenschützenart das Leben schwerzumachen, ist nichts als ein widerliches Pissding.

>> Wortprotokoll zum 14. Verhandlungstag


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Kommentare:

  1. "Die Vorsitzende Richterin möchte wissen, ob Mollath sich vorstellen könne, dass seine Verteidiger sich dabei etwas denken. Diese »haben wahnsinnig viel für Sie getan!« Mollath antwortet, er bitte darum, dem Antrag von Strate stattzugeben. Er spüre Feindseligkeit, denn er habe sich laufend bemüht. Sodann moniert er, dass ein Anruf um 20.15 Uhr nicht dazu geeignet sei, etwas so Wichtiges zu besprechen."

    Ist das 1:1 so gelaufen?

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    1. Das ist es, was ich meinen Notizen entnehmen kann, die ich stets parallel anfertige.

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  2. Sehr geehrte, liebe Frau Prem, auch wenn wir im Laufe der Prozeßtage nicht über die "Vorgeschichte" sprachen, spürte ich doch, in Ihrer Seele lebt mehr (zum Fall Mollath) als es sich am Anfang der doch freundlich erlebbaren Begrüßung zwischen Ihnen und Herrn Mollath "öffentlich" zeigte. Ihre gleich am Anfang dokumentierten Zeilen lassen erahnen, was Sie innerlich tragen, getragen haben. Ich hoffe, bei allerhöchster äußerer Dramatik, Sie haben noch die Kraft, den achten August, als dramatischen Höhepunkt zu begleiten, im Gerichtssaal.
    Als ich gestern das erste Mal den Gerichtssaal während des Prozesses demonstrativ verließ, da war es die Stelle eines vorgelesenen Textes, welche wir dem so großen Einsatz von Herrn Anwalt Strate verdanken. Die Vorsitzende Richterin Frau Escher wollte im "Selbstleseverfahren" das Dokument der Bank einbringen, doch Herr Strate bat um das Vorlesen. Und so hörten wir, wie die Bank zu dem Ergebnis kam, die von der Ehefrau vorgetragene Behauptung, ihr Ehemann Herr Gustl Mollath sei "geschäftsunfähig", werde gerade durch die Ergebnisse der Nachforschungen der Bank nicht gestützt, soz. das Gegenteil. Anwalt Herr Strate hat also ganz unabhängig des seelischen Mißklangs mit seinem Mandanten, für eine wesentliche öffentliche Aufklärung gesorgt. Ich hatte vor Tagen aus zwei Gesprächen mit Herrn Schlötterer berichtet, da er von den Befürchtungen von Herrn Mollath sprach. Ich kann die Befürchtungen verstehen, als Jemand der selbst unmittelbar hinter die Kulissen des juristischen und psychiatrischen Geschehens in Bayern blickte.
    Das Verhalten von Herrn Mollath, wie Sie es in Ihrer drastischen Sprache charakterisieren, wie er es Ihnen gegenüber ausführte, gegenüber Herrn Anwalt Strate, muß unter dem Aspekt der sieben Jahre verstanden werden. Ich gehe davon aus, die Seele von Herrn Mollath ist durchaus jetzt irgendwie verletzt. Ich gehe davon aus, wenn die Auskunft der "Dame" aus München stimmt, Herr Mollath sucht sie wöchentlich auf, sie als Sozialpädagogin arbeitet, dann liegt durchaus jetzt eine Beschädigung im Verhältnis des "normalen" Umgangs zwischen Menschen vor. Sicherlich war sich auch Anwalt Herr Strate dessen bewußt, im Laufe der Zeit. Ich gehe auch davon aus, Herr Mollath weiß durchaus, er ist nicht so ohne weiteres fähig, "normal" zu reagieren. Als ich Herrn Mollath erstmals in Freiheit hörte, da war klar, die äußere Freiheit zählt ihm eigentlich nichts. Er will sein Ideal erreichen und damit seine inneren Verletzungen heilen, oder lieber Zugrunde gehen, das ist zu spüren. Natürlich ist es leicht, das Verhalten von Herrn Mollath für sich zu charakterisieren, bis hin, wie es einzelne Psychiater jetzt tun. Sie fühlen sich nun bestätigt.
    Wo gehobelt wird, fallen Späne.
    Vor der gestrigen Mittagspause bat mich Jemand um ein Gespräch. Wir saßen im Rosarium. In einer "Pause" ging ich im Gebäude die Holztreppe hoch, sie dreht sich so schön. Auf der Mitte kam mir Herr Mollath entgegen, alleine. Er schaut eigentlich nicht nach Außen, sieht gar nicht, wer ihm entgegenkommt. Er ist noch ganz gefangen. Er ist nicht zu „normaler“ Reaktion fähig. Ich sprach ihn da nicht an. Draußen sprach ich ihn dann kurz an, er saß neben Herrrn H. und sagte ihm, gerade erzählt ein Demeter-Bauer sein Schicksal: ein Amtsrichter, Staatsanwalt, der eigene Anwalt hat ihn verraten, er sollte für geschäftsunfähig erklärt werden. Sein Anwalt hatte ihn vor der Gerichtsverhandlung in das Amtszimmer des Richters geführt…. . Er nahm unter der drohenden Entmündigung seinen Widerspruch zurück.
    Das ist unser Rechtsstaat im Kleinen und Großen.
    Interessant war, der Demeter-Bauer hatte vor vielen Jahren Herrn Kurt-Theodor Willmann, Anthroposoph, erlebt, auf dessen Rat hin ich Ren-t-neR wurde, wovon der Journalist Herr Holzhaider, jetzt Prozessbeobachter von der SZ in Regensburg, 1995 in seiner Zeitung berichtete, „Die Botschaft des kleinen t“ so der Titel auf Seite 3.
    Ich gehe davon aus, uns alle hat Tieferes zusammengeführt…

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    1. Lieber Herr Seler, über die Vorgeschichte habe ich noch nie gesprochen, nicht nur nicht mit Ihnen. Und ich werde das nun auch nicht ausufernd tun, denn letztendlich geht es nur darum, den Prozess jetzt wieder in geordnete Bahnen zu bringen. Selbstverständlich werde ich auch weiterhin zur Verhandlung kommen, denn:

      »Wir sind in diese Zeit geboren und müssen tapfer den Weg zu Ende gehen, der uns bestimmt ist. Es gibt keinen andern. Auf dem verlorenen Posten ausharren ohne Hoffnung, ohne Rettung, ist Pflicht. Ausharren wie jener römische Soldat, dessen Gebeine man vor einem Tor in Pompeji gefunden hat, der starb, weil man beim Ausbruch des Vesuv vergessen hatte, ihn abzulösen. Das ist Größe, das heißt Rasse haben. Dieses ehrliche Ende ist das einzige, das man dem Menschen nicht nehmen kann.«

      (Oswald Spengler)

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    2. @ UP
      Nee, glaub ich ja nicht, dass Sie sich wie der Soldat von Pompeji verhalten... Aber wenn die Dinge so unnötig verworren laufen, ist das schon ein Anlass, nochmal zu überprüfen, ob die Gründe für ursprüngliche Wahl des Standorts noch stimmen und tragen. Das ist ja der Fall.
      Lg
      A.B.

      Dafür habe ich nur (leider) gerade kein passendes Zitat.
      ;-)

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  3. Die Art und Weise, wie Herr Mollath mit seinem Anwalt umgeht, dem er schlicht alles (alles!) zu verdanken hat, ist menschlich und charakterlich allerunterste Schublade. Tiefer kann man moralisch nicht fallen. Ich kann nichts tun, aber könnte ich etwas tun, ich hätte nur noch das Bedüfrnis, Herrn Strate gegen die Zumutungen eines solchen Mandanten zu schützen!
    Gert Postel

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    1. Wieso Herr Postel?
      Mollath war zu unrecht in der Psychiatrie.
      Herr Strate und alle, die Herrn Mollath bis jetzt geholfen haben, taten es m.E., um Gerechtigkeit in einem sogenannten Rechtsstaat herzustellen. Davon profitiert mMn unser gesamter Staat.

      Herr Mollath zeigt uns, wie es z.T. zu geht in unserem System der sogenannten Demokratie. Ich glaube sogar, wir schulden G.Mollath einiges an Wiedergutmachung.

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    2. Ihr Einwurf steht nicht im Widerspruch zu dem, was ich geschrieben habe. Auch ein Mensch, der sich zu Unrecht im Maßregelvollzug hat aufhalten müssen, kann sich, wie vorliegend geschehen, menschlich erbärmlich verhalten. Ich habe Abschied genommen von meiner Idee eines Gustl Mollath, der über Integrität oder auch nur Anstand verfügt, von geschuldeter Dankbarkeit zu schweigen. Das tut weh, man will das nicht wahrhaben, aber leider ist es so. Man tritt den nicht mit Füßen, von welchem man aus schlimmster Not befreit wird: Das ist geschehen, und das ist nach meinem Urteil Verrat. Und natürlich können auch Menschen, die anderen Orts und zu anderer Zeit und unter anderen Bedingungen Opfer waren, zum Verräter werden.

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    3. Da kann man ja nur froh sein, Herr Postel, dass Sie von Ihrer früheren Tätigkeit "entbunden" worden sind! - Wie ein seelischer Schaden entstehen kann durch Mitwirkung oder gar Verursachung von Psychiatern, hat Herr Seler gut dargestellt.

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    4. Lieber Gert Postel, ich denke, dass wir das, was da vor unseren Augen gerade mit von mir hochgeschätzten Menschen passiert, bitte erst zuletzt unter moralischen Gesichtspunkten werten sollten, auch wenn ich auf dieser Ebene ihre Entrüstung durchaus nachvollziehen kann.

      Als selbst Justizopfer habe ich jedoch oft die Erfahrung machen müssen, dass schon lediglich ein wohlmeinendes Reden über diese schrecklichen (Gewalt-)Erfahrungen, selbst in geborgener Umgebung, mit guten Freunden, mich Tage bis mehrere Wochen lang lahm gelegt, mein Denken blockiert, meinen Schlaf gestört, mir massive Schmerzen verursacht, meine innere Unruhe und Anspannung gesteigert und mich wie von der Welt geschieden hat. Ein wirklicher Kontakt selbst mit vertrauten Menschen war mir danach für einige Zeit nicht mehr möglich. Ein zeitlich geregelter Lebensablauf ebenfalls nicht. Planung meines Lebens und meiner Zeit in diesem irgendwie zeitlosen Zustand wie ungreifbar.

      Aus heutiger Sicht weiß ich, dass ich jeweils in eine Retraumatisierung geraten bin – und damit mein Empfinden und Bewusstsein, praktisch aus dem Nichts, wieder in einen Zustand wie bei der unmittelbaren Gewalterfahrung gestoßen worden war. Ein Teil von mir stand da innerlich wie daneben, und konnte doch nichts tun und keine Veränderung herbeiführen. Diese brauchte ihre Zeit und ihren Rückzug und war für mich kaum, trotz Kenntnis vieler dahingehender Methoden, gezielt zu beeinflussen. Und selbst wenn es kurzfristig besser war, die Albträume der Nacht reproduzierten diesen für viele nächste Morgen. (So wirkten im Übrigen auch Anwaltsgespräche, Verhandlungen, Begutachtungen, Befassung mit Verfahrensunterlagen, o.ä, - und irgendwann schon nur nett gemeinte Nachfragen, wie es mir denn gehe. Oder selbst einfach schöne Begegnungen, nach denen ich – im schärfsten Kontrastprogramm - wieder alleine mit dem überwältigenden Justizirrsinn konfrontiert war. Auch heute kämpfe ich noch ständig damit, nicht wieder in diese Zustände zu geraten, bzw., wenn, dann doch hoffentlich wieder etwas schneller herauszukommen.)

      Bei Gustl Mollath sehe ich aufgrund der schlimmen Erfahrungen, die er machen musste, darüber hinaus noch einige weitere Wirkmechanismen, die Verhalten und Empfinden zwangsläufig beeinflussen können und damit einfach nur Eines sind - Normal (in solcher Extremsituation und nach solcher Extremerfahrung), aber vielleicht auch hinderlich und für Menschen ohne solche Erfahrungen schwer verständlich:

      1) Gustl Mollath hat erlebt, dass er von Anwälten schwer verraten wurde, und wird damit zwangsläufig solchen gegenüber misstrauisch sein. (Wie auch gegenüber dem Psychiater Nedopil. Die Verlesung dessen Stellungnahme, zudem in aller Öffentlichkeit, kann nur schwerst [re-]traumatisierend sein.)

      2) Der von mir so sehr wertgeschätzte Rechtsanwalt Gerhard Strate verfolgt mit dem Verfahren und seinem Einsatz nach meinem Eindruck auch eine eigene, über den Fall Gustl Mollath hinausgehende Agenda, für die ich sehr dankbar bin und die ich dahingehend sehe, den von ihm so wertgeschätzten und von bayerischen Juristen bis zur Unkenntlichkeit ramponierten Rechtsstaat wieder auf die Füße zu stellen. Nun könnte man meinen, dass der Anwalt und sein Mandant dahingehend doch absolut übereinstimmen müssten. Das sehe ich unbedingt so. Ich befürchte jedoch, der – zurecht sehr misstrauische – Gustl Mollath könnte, wenn diese ureigenste Motivation des Anwalts nicht transparent und vielfach kommuniziert wird, als gerade für solche Differenzen sehr feinfühliger Mensch diese irgendwie Unstimmigkeit als Indiz dafür werten, dass er, für ihn ungreifbar, instrumentalisiert werde und sich damit nicht ganz auf diesen anderen Menschen verlassen könne. (Sollte es so sein, dann wäre es sicher hilfreich, wenn der Anwalt dem Angeklagten in geschütztem Rahmen über das berichten würde, was ihn im Innersten über den konkreten Fall hinaus in dieser Sache antreibt. Ich könnte mir gut vorstellen, dass das sehr hilfreich für Beide sein könnte.)

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    5. Fortsetzung:

      3) Bekannt ist die Existenz des sogenannten „Stockholm-Syndroms“, einer Form der Identifikation des Opfers mit einem Aggressor, dem dieses ausgeliefert ist. Nach meinen Traumaerfahrungen kann ich gut nachvollziehen, dass man in solcher lebensbedrohlicher Situation in innere Extremzustände kommt, die praktisch nicht auszuhalten sind, und die deshalb das „Gesamtsystem Mensch“ versucht zu lösen. Eine Identifikation mit dem Aggressor kann ein solcher Weg sein, denn so kann unser Gehirn die immer auch interpretierte Bedrohungslage, ohne Änderung der äußeren Umstände, herabmindern. Umgekehrt kann ich mir, aufgrund meiner Erlebnisse, auch gut einen anders herum wirkenden Mechanismus vorstellen: Wenn ich nach jahrelanger Misshandlung anerkenne, dass mich ein anderer Mensch durch seinen dafür zentralen Einsatz und seine Kompetenz daraus befreit hat, dann kann die Anerkenntnis dieser Wahrheit, z.B. durch das Äußern von Dankbarkeit, zugleich bedeuten, dass ich damit all das als existent anerkennen würde, was mir an Gewalt, Leid und Schmerz widerfahren ist, wie das unerträglich in mir gewütet hat und was mich dies an unwiederbringlichen Lebensjahren und –möglichkeiten gekostet hat. Dank und Schmerz wären dann solcherart gekoppelt, dass bei Äußerung des Danks zugleich der Schmerz durchbrechen könnte. Und wenn man keine Mechanismen kennt, mit solcher Überflutung umzugehen, und sowieso noch sehr angeschlagen ist, kann das einen überrollen – und wieder in den unaushaltbaren Zustand des akuten Traumas werfen. (Ob das hier so ist, kann ich nicht sagen. Aber ausschließen möchte ich es nicht, wenn ich so bemerke, wie mich meine eigenen Gedanken berühren. Wird schon gut gehen.)

      4) Ein sich in einem traumatisierten Zustand befindlicher Mensch wird, so war es bei mir zumindest, kaum Verständnis, und erst recht nicht Beifall aufbringen für von anderen, darin Eingeweihten, als exzellent angesehene feinsinnige juristische „Fechtereien“: Wie sollte ich, wenn ich vor Unruhe und Anspannung kaum denken konnte, die produktive Konzentrationsspanne unter zehn Minuten lag, ich nur wollte, dass die ganze Quälerei und Überforderung endlich mit einem Paukenschlag, möglichst schnell und sofort, zu einem Ende kommt, dass die verdammten, nicht auszuhaltenden inneren Unruhe-, Spannungs- und Schmerzustände endlich aufhören, wie sollte ich dann verstehen, wenn mir jemand sagte, das geht aber nicht so direkt, da muss zuerst Schritt 1, dann 2, 3 4 5 … , denn ABCDEF … , und das was Du meinst, geht gar nicht, wegen StPO §§§§ XYZ.
      (Da hänge ich also schon „im Maul des Säbelzahntigers“ – und soll ruhig zuhören und aushalten, wenn mir jemand erklärt, dass ich dort noch Jahre sein werde, denn um da Rauszukommen sei ein exaktes, hochkomplexes Regelwerk zu beachten, dass nun Schritt für Schritt durchzugehen sei, und wovon man auch nicht abweichen dürfe, ohne sich in dem als so feindlich empfundenen/erlebten System lächerlich zu machen. Gerade Schreien und Drängen auf schnelle und durchschlagende endgültige Hilfe könne da äußerst nachteilig sein. Denn dann schaffe man von dem Meter, der anstehe, noch nicht einmal die ersten zehn Zentimeter. Aber ich will und brauche doch den Meter!!! … Ich glaube jedenfalls kaum, dass Ursula Prem versuchen würde, ein unter Schock stehendes Unfallopfer mit einer Arie auf höchstem Niveau zu beglücken – oder einem tollen Text – und dann auch noch erwarten würde, von diesem Beifall zu erhalten. ;-) So ähnlich kann man sich das vielleicht vorstellen. Umgehen kann man das nach meinen Erfahrungen nur dann einigermaßen, wenn den Beteiligten ein solcher Wirkmechanismus beginnt bewusst zu werden und damit eine Metakommunikation darüber möglich wird.)

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    6. Fortsetzung (Die Letzte!)

      5) Es verwundert mich als selbst durch Juristen schwer Traumatisierten auch überhaupt nicht, dass Gustl Mollath das Internet meidet. Er würde vermutlich „implodieren oder explodieren“, wenn er auch nur Teile dessen lesen würde, was da über ihn geschrieben wird - und damit den Rest innerer Stabilität verlieren, den er braucht, um eine Resthandlungsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Denn er würde mit jedem Beitrag in die unaushaltbare Wirklichkeit zurückgeholt werden, die er erleben musste und die ihn auch heute noch immer im Griff hat, und wenn es „nur“ in Form vielfach „eingelernter“ physiologischer Muster ist, die schnell wieder „zünden“. Seine Meidung des Internets ist für mich deshalb lediglich ein naheliegender Beleg für diesbezügliches Vermeidungsverhalten und damit für eine, nach dem Erlebten zu erwartende Traumatisierung. (Ich habe höchsten Respekt, wie er sich trotz all der schlimmen Erlebnisse auf den Füßen hält. So etwas bringen nach meiner Wahrnehmung nur an sich, ohne die Belastung, sehr gesunde Menschen hin.)


      Zusammenfassend bitte ich deshalb sehr darum, nicht aus an sich schwer verstehbaren, für den Kundigen jedoch zu erwartenden Verhaltensweisen Vorwürfe gegen den zuvor misshandelten, nun „Nichtfunktionierenden“ zu machen. Das belastet diesen weiter – und führt uns selbst in die falsche Richtung. (Ich weiß das, weil ich das sehr oft selbst praktiziert hatte – und mich dann über die Wirkung wunderte. Und ich hoffe sehr, dass mir diese inzwischen hart erworbene Erkenntnis auch in aufgewühlten Begegnungen erhalten bleibt.)

      Ihnen, Gert Postel und Ursula Prem, und allen, die sich hier darüber hinaus so sehr für eine gute Sache engagieren, alles Gute!

      (Und Gustl Mollath wünsche ich Menschen, die verstehen, was in solcher Lage in einem Menschen abläuft bzw. ablaufen kann und wie man damit einen zumindest einigermaßen Umgang finden kann. Da mir dabei die Arbeiten von v.a. Dr. Peter A. Levine sehr geholfen haben und ich hier nicht einfach so verschwinden möchte, hinterlasse ich dessen Namen noch für diejenigen, die diese Spur bei kompetenter Begleitung weiterverfolgen wollen. Alles Gute dabei!)

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    7. Lieber anonymer Schreiber der 3 Teile,

      danke für den tiefen Einblick in die Psyche oder Seele eines Justizopfers und damit vielleicht auch ein wenig in das eines Justiz und Psychiatrieopfers.

      Es hat mir sehr geholfen das Verhalten von GM ein wenig einordnen zu können - zu begreifen was da noch alles mehr ist, als ich bisher geahnt habe. Bisher war ich überwiegend bestürzt aber Ihre Worte haben mir geholfen etwas besser das Warum zu verstehen.

      Danke dafür.

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    8. Auch mich haben Ihre Ausführungen sehr beeindruckt.
      Aufgrund langjähriger Erfahrung im Umgang mit schwerst Traumatisierten möchte ich aber darauf hinweisen, dass die Coping-Strategien von sehr vielen Variablen abhängen: u.a. der Primärpersönlichkeit, der Biographie, dem Ausmaß der schädigenden Einflüsse, der emotionalen Beteiligung während der Exposition, dem familiären Umfeld, der Strukturierung des Alltags. Deshalb ist eine Analogisierung, auch wenn sie für Viele nahe liegend erscheinen mag, nicht uneingeschränkt möglich. Ist die Reaktionsweise bei Kriegstraumatisierten, auf die sich Herr Mollath in einer Bemerkung bezieht, noch vergleichsweise homogen, so ist die Variabilität im zivilen Bereich deutlich höher. Eine Zwangsläufigkeit, aufgrund bestimmter Einwirkungen bestimmte Reaktionen zu entwickeln, besteht jedenfalls nicht.

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  4. Es wir so sein das Herr Heidingsfelder eine neue Einkommensquelle sucht und deshalb Gustl Mollath hinterherläuft wie einHund und diesen manipuliert. Auchder Analt der in den Startlöchern steht ist für mich unseriös. Mollath wird wahrscheinlich gratis verteidigt und die anderen haben keinen Anwalt oder verschulden sich. Her Heidingsfelder gibt ssich vordergründig als Menschenfreund aus dabei hat er nur ein Interesse seine Profilgeilheit und wahrscheinlich eine neue Geschäftidee. Die werden nocht tief fallen.Falls Heidingsfelder keien Vorteile mehr sieht läßt er Gustl Mollath fallen. Das ist in meinen Augen ein Schwätzer. Er hetzt maipuliert auf das übelste, das sollte Herr Mollth wissen oder hat dieser einen Höhenflug. die Dankbarkeit seiner wahren Unterstützer läßt zu wünschen übrig.

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  5. Das Verhalten Mollaths ist eine Sache, sie zu kritisieren oder gekränkt zu sein eine andere - aber man sollte auch so erhlich sein, dass es dem eigenen freien Willen entspringt, wem man Hilfe anbietet, und warum.
    Nämlich nicht nach einem subtilen Erwartungshorizont do ut des, sondern, weil man an einer dahinterliegenden Sache interessiert ist.

    Ich finde Ihren Brief an vielen Stellen widerlich - selbst da, wo die Kritik an Mollath berechtigt scheint.
    Meinen Sie wirklich, die kleinen und großen Ungerechtigkeiten Ihnen gegenüber stünden - wie in ihrem Satz - mit den Ungerechtigkeiten, die Mollath erfahren musste, auf nur einer annähernd gleichen Ebene???

    Holla! Was geht Ihnen die Mandatsbeziehung zwischen Mollath und Strate an?
    Was sind das für übergriffig-konstruierte Abhängigkeiten, wenn Strate das Mandat niederlegt, dann Sie auch...?

    Haben Sie nun für Ihren eigenen freien Willen, ihren eigenen Ethos, gearbeitet, mit der glücklichen Folge, dass es Mollath nutzt, oder war das vorgeschoben, um bloß Mollath zu helfen???

    Dass Sie Grund haben, gekränkt zu sein, ist nachvollziehbar, diese Ihre Beziehung zu Mollath an Strate zu knüpfen und öffentlich zu machen, weniger - und wollen Sie aufhören sich für Mollath und vielmehr die Sache dahinter einzusetzen, dann ist das auch verständlich - aber es Ihr eigener Entschluss!

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    1. Ich bin zwar nicht das Mass aller Dinge, aber wer Herzenschulung hat, versteht die Worte und spürt die Wärme die selbst aus diesem Brief spricht.

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    2. Mit anonymen Zuschriften solcher Qualität muss man sich gar nicht auseinandersetzen, u.a. weil hier ein Blinder von der Farbe spricht. Der Kleine erkennt im Großen immer nur das, was er eben gemäß seiner Kleinheit zu erkennen in der Lage ist, im vorliegenden Fall: gar nichts.

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    3. @Max Mustermann

      Wärme? Klar, mit bisschen öffentlichkeitswirksamer Galle vermischt.

      @Gert Postel
      Sie scheinen einen zusätzlichen Qualitäts- bzw Wahrheitsgehalt-Vorsprung durch Angabe einer (Schein)Identität postulieren zu wollen.
      Ich kenne eine Gert Postel, der wohnt bei mir um die Ecke, hat Pickel im Gesicht und ist 8 14 Jahre alt.
      Ist Ihnen Ihre Hofhundgekläffe nicht etwas peinlich? Der Gert Postel, den ich kenne, der spielt lieber mit seiner Wii, und setzt sich wirklich nicht mir dieser Sache auseinander.

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    4. "Meinen Sie wirklich, die kleinen und großen Ungerechtigkeiten Ihnen gegenüber stünden - wie in ihrem Satz - mit den Ungerechtigkeiten, die Mollath erfahren musste, auf nur einer annähernd gleichen Ebene???"

      Sie sprechen da etwas an, das ich öfter mitbekomme:
      Weil einem Menschen schlimmes widerfuhr,
      Psychiatrisierung zum Beispiel, sieht man ihm alles nach. Erklären kann man Herrn Mollaths Rücksichtslosigkeit gegenüber dem Verteidiger schon, die Frage ist doch ob das gut ist, was er da macht. Was will er damit erreichen? Rennt er nicht auch offene Türen ein, wenn er Dinge, die keiner bezweifelt, per Zeugeneinvernahme noch mal erklärt haben will?
      Kann er sich nicht drauf verlassen, das alles auf einen
      Freispruch aus tatsächlichen Gründen, und nicht wegen
      Schuldunfähigkeit hinausläuft, worauf auch Strate hinarbeitet?

      Strate beklagt, seine Berufsehre werde verletzt, wenn jemand behauptet, es sei nicht genügend
      Zeit zur Vorbereitung gewesen, und fürwahr:
      das Arbeitspensum der Kanzlei Strate ist ein Enormes,
      was man schon an den Mitschriften sieht, die da immer noch ins Netz gestellt werden.(Danke dafür!)
      Also daran kann der Konflikt doch nicht liegen.
      Zur Sache ist damit nichts gesagt.
      Genauso könnte man moralisierend sagen: der Strate hat viel auf sich genommen, um das hinzubekommen.
      Er hatte auch schon vorher eine Kanzlei und eine Riesenreputation.
      Er hat was davon, das er das macht, jawohl. Und warum auch nicht. Strate kann nichts dafür, das Mollath in diese Lage kam, kann nichts für dessen Unglück.
      Zum Jesus, der übers Wasser gehen kann, braucht man weder den Hrn. Strate, wegen seines Könnens und seines Engagements, noch den Herrn Mollath wegen des ihm Widerfahrenen und seiner Widerständigkeit zu machen. Das bringt nichts.
      Postel weist schon eher die Richtung.



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    5. @C.O.
      "Sie sprechen da etwas an, das ich öfter mitbekomme:
      Weil einem Menschen schlimmes widerfuhr,
      Psychiatrisierung zum Beispiel, sieht man ihm alles nach."

      Ich sehe Mollath nichts nach, weil ich auch keine (falschen, naiven, egoistischen) Erwartung hatte. Dies und: Wir haben Molalth auch nichts nachzusehen, weil er uns nichts schuldig ist.

      Was geht mich/uns der Krach zwischen Herrn Mollath an?

      Es braucht auch keinen Heiligen Charackter, damit man einen sauberen Rechtsakt einfordern kann.

      Diese Unprofessionalität, persönliche Befindlichkeiten so dermaßen über das Sachliche zu stellen und zu beugen, ist doch derselbe Misst, warum ein Brixner auf seine kranke Frau verweist, um irgendetwas zu entschuldigen.

      Jetzt habe ich gerade den Verlauf von der 1. Mandatsniederlegung gelesen, und muss sagen, dass auch Herr Mollath in solch einer Situation professionell reagiert hat - bewundernswert. Auch ein Herr Strate - bewundernswert.

      Welches Recht! haben nun all die andern, sich da einzumischen, wenn Mollath und Strate - trotz dieser riesigen Differenzen - sachlich noch professionell Rede und Antwort stehen können?

      Ich kann den hohen emotionale Grundstimmungsbedarf von Leuten nicht verstehen, die Mollath nur über Dritte kennen, und für die Sache kämpfen.

      Dass Frau Prehm sich ärgert -ok. Soll sie ihre Konsequenzen ziehen. Aber was geht das andre Leute an?

      Ich Frage nochmal: Wieso bringt Strate und Mollath eine sachliche Professionalität auf - und andere nicht - wo doch Mollath und Strate miteinander 'Streit' hatten???

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    6. @anonym:
      Ich muss Ihnen einfach nur recht geben.

      Jedoch: Profi bei dieser an sich auch etwas possenhaften Situation ist Strate gewesen, der ausserhalb des Gerichtssaals nichts dazu gesagt hat, sondern im Gerichtssaal der Behauptung entgegengetreten ist, es sei noch keine Gelegenheit gewesen, sich wegen der 27 Zeugen zu beraten. Ob Beweisanträge "Mist" zu nennen, nun ein professioneller Sprachgebrauch gewesen ist-das kann man aber doch ernstlich auch anders sehen.
      Ja die Emotionen. Und die Nerven, die irgendwann blankliegen.Da geht es den Mollaths und Strates dieser
      Welt so wie anderen auch. Soviel Allerwelts"weisheit"
      erlaube ich mir an dieser Stelle.

      Jetzt habe ich doch noch mal meinen Senf zum Verhältnis Mollath-Strate gegeben. Hatte zwar
      Gelegenheit, zweimal recht kurz selbst mit Herrn Mollath zu sprechen, weil ich neugierig war, aber da ich mich nicht zu erkennen gegeben habe, als jemand der sich öffentlich äussert, behalte ich den Inhalt und meine Eindrücke für mich.Da war auch nichts sensationell-Geheimnisvoll Neues dabei, das woanders nicht schon geäussert wurde.

      "Ich kann den hohen emotionale Grundstimmungsbedarf von Leuten nicht verstehen, die Mollath nur über Dritte kennen, und für die Sache kämpfen."

      Ich halte es nicht für ausgemacht, das alle, die Herrn Mollath ein gutes Prozessende wünschen, und ihm alles erdenklich Gute, was er für sich persönlich wünscht, auch "für die gleiche Sache kämpfen".
      Die hat viele Aspekte.




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  6. Wesentlicher Nachtrag für Mitlesende:

    um die Mißverständnisse, die Mißklänge zu verstehen, bedarf es, alle Seiten zu hören, aber auch den tatsächlichen Ablauf im Gerichtssaal zu beachten, der durch die Mitschrift, welche Anwalt Herr Strate organisierte, jederzeit auch für Nichtanwesende nachvollziehbar ist.

    In meiner Erinnerung bat Anwalt Herr Strate darum, den Sachverständigen Herrn Prof. Nedopil, am Montag zu befragen, weil er erst den vorgelesenen Text über das Wochenende studieren müsse. Die Vorsitzende Richterin Frau Escher lehnte dies kategorisch ab, stattdessen wurde die Pause nur verlängert, in der ich mit Herrn Prof. Müller von der Universität, immerhin Strafrechtler, die Situation besprach. Da Prof. Müller betonte, eigentlich müsse "Stellungnahme" auf dem Schriftsatz stehen, war es auch ihm, wie den unmittelbar Beteiligten, also auch der Vorsitzenden Richterin Frau Escher nicht klar, welche Bedeutung der vorgelesene Schriftsatz hat. Unabhängig davon, erlebte ich das Abwürgen des Impulses von Anwalt Strate durch die Vorsitzende Richterin als "Schutzmaßnahme" der Psychiater, deren Zunft. Denn der, welcher sich eingehend mit allen Gutachten und dem Ablauf der Ereignisse befasst hat, so wie sie durch die Veröffentlichung auf der website von Herrn Strate zu lesen sind, konnte wissen, welchen großen "Bullshit" der Text enthielt. Bei aller berechtigten oder unberechtigten Kritik am sozialen Verhalten von Herrn Mollath, als er aufzeigte, seine angebliche Kompromißlosigkeit gegenüber Anwälten stimmt so nicht, er an einem Beispiel nachvollziehbare Gründe darstellte (hemdsärmerliger Richter, Anspruch auf Entscheid durch drei Richter, Anwältin ignoriert dies, Entlassung durch Mollath), so hat er nachvollziehbar und klar seine Gründe für die angebl. "Kompromißlosigkeit" aufgezeigt. Natürlich ist es anstregend, diese Einzelheiten. Aber sieben Jahre Psychiatrie sind lang und waren mehr als ein Verbrechen an der Seele von Herrn Mollath und "wir" dürfen unser soziales Verhalten nicht als Gradmesser für Herrn Mollath nehmen. Alleine sein plötzlicher Rausschmiss aus dem Bezirkskrankenhaus Bayreuth, das Verhalten der Ärzte, wie durch einen Livemitschnitt der Sängerin Nina Hagen mit einem Gespräch eines Mitansassen just während der Entlassungsvorgänge, zeigt, wie infam der Bayerische Staat, Justizkaste und Psychiatriekaste mit Herrn Mollath umsprangen.
    Sie, verehrte Frau Prem, nahmen ihn dann auf, weil eben offensichtlich die Entlassung alle Unterstützer irgendwie überforderte?! Wie mit einem Mann umgehen, der so auf die Straße geworfen wird, "wir sind kein Hotel" so tönte es noch an das Ohr von Herrn Mollath, schauen, daß sie endlich von hier verschwinden, so kam es durch die Medien zu uns mitlebenden Zeitgenossen. Meine Fürsprache für das unmögliche Verhalten von Herrn Mollath widerspricht nicht der Tatsache, er verhielt sich objektiv gegenüber der Hilfe von Herrn Strate abwartend.
    Daß dann ein "Gutachten" vorgelesen wurde, obwohl sein Anwalt doch versicherte, es wird nicht dazu kommen, hat Herrn Mollath vielleicht jetzt einen seelischen Stoß versetzt.
    Ich gebe hier eindeutig der Vorsitzenden Richterin Frau Escher die Verantwortung, welche vor der Verlesung des Textes von Herrn Nedopil nicht für eine Klärung sorgte.
    Jetzt haben wir sprichwörtlich den Salat..... .
    Ich habe Ihren verlinkten Bericht zu Frau Haderthauer jetzt gelesen.
    Insofern verbirgt sich ja viel mehr hinter dem Fall Mollath, als sein zu recht oder unrecht zu kritisierendes soziales Verhalten.
    Menschen, die Herrn Strate, Herrn Molllath näher stehen, können den Beiden verdeutlichen, Herr Mollath konnte sich subjektiv schlecht durch Strate beraten gefühlt haben, weil doch ein "Gutachten" stattgefunden hatte (mit schrecklichen Inhalten), als Folge leidet das Vertrauen von Mollath an Strate, wo objektiv die Einschätzung des Anwaltes sich nachträglich klärte, weil doch nur (überflüssige) Stellungnahme des Psychiaters. Wer hat Vertrauen zu Beiden?!

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    1. Sehr geehrter Herr Seler,
      Ihre unvermeidbaren Zuschriften zu jedem Prozessbericht weisen die Eigenschaft auf, mit sehr vielen Worten und reichlich Pathos sehr wenig Vernünftiges zu sagen. So schreiben Sie: "wir dürfen unser soziales Verhalten nicht als Gradmesser für Herrn Mollath nehmen." Geht es noch ein bisschen überheblicher? Sie sind nicht der Therapeut des Herrn Mollath, zu welchem Sie sich aber mit solcher Haltung aufschwingen. Ein Mensch hat ein Recht auf eine Antwort auf das, was er tut und sagt. Verweigert man ihm diese Antwort durch die Einnahme einer pseudopsychotherapeutischen (in Wahrheit: sehr anmassenden!) Position, macht man ihn eben hierdurch zum Patienten, - der er weder war noch ist. Und "wir," mein Lieber, sind nach Ihrer Diktion die Gemeinschaft der Gesunden, ja? Herrn Mollath ist durchaus keine psychiatrische Diagnose zu geben, das ist nach allem völlig klar, aber charakterologisch darf ich denn doch bewerten, was er im Hinblick auf seinen Verteidiger zu tun für angängig hielt: Er hat Verrat geübt an dem, der ihn gerettet hat. Schlimmer kann man sich in moralischer Hinsicht kaum verhalten.

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    2. Herr Seler,
      Sie sprechen mir aus der Seele.
      Ihre Überlegungen entsprechen genau meinen Vermutungen.
      Vielleicht tröstet Sie der Gedanke, dass Strate seinem Mandanten das Plädoyer wohl zur Gegenzeichnung vorab zur Verfügung stellen muss.
      Wenn GM dann nicht ein Licht aufgeht, dann ist ihm wirklich nicht mehr zu helfen.
      Die Beizugnahme Nedopil war von Escher wohl revisionsrechtlich begründet. Man stelle sich vor, wie grotesk das in diesem Verfahren anmutet. Daher wird sie diesen Käse auch nicht erklärt haben.
      LG

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  7. Frau Prem, ich kann nicht verstehen, warum Sie diesen Brief, den Sie Gustl Mollath geschrieben haben, veröffentlicht haben.

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    1. ... womit Sie, im Schutz der Namenlosigkeit, etwas über sich aussagen und nichts über Ursula Prem ... Das Niveau der Beiträge ist gelegentlich erstaunlich.

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    2. Herr Postel, Sie können ruhig davon ausgehen, dass die Veröffentlichung eines privaten Briefes bei vielen Menschen Irritationen hervorruft, ebenso der Zeitpunkt. Es gibt anscheinend divergierende Auffassungen von Herzensbildung, über die ebenso wenig diskutiert werden kann wie über Geschmack. Das wird man akzeptieren müssen.

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    3. Ursula Prem hat mit der Veröffentlichung von einem Notwehrrecht Gebrauch gemacht. Die Publizierung des Briefes stellt eine Reaktion auf ein menschlich schäbiges Verhalten des Angeklagten gegen seinen Verteidiger dar, der gegen das infame Handeln seines Mandanten in Schutz zu nehmen ist.

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    4. Kann Frau Prem nicht selbst antworten?
      Hat Herr Dr. Strate es nötig, von ihr "in Schutz" genommen zu werden?
      Konnte Herr Mollath damit rechnen, dass sie von ihrem "Notwehrrecht" Gebrauch macht?
      Was hat das alles mit der Haderthauer-Geschichte zu tun?
      Ja, diese und ähnliche Fragen drängen sich auf.
      Ob es eine Antwort gibt?
      Bitte nicht wieder das Hölderlin-Zitat mit den lächelnden Fragen!

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    5. "Die Publizierung des Briefes stellt eine Reaktion auf ein menschlich schäbiges Verhalten des Angeklagten gegen seinen Verteidiger dar".

      Eben, Strate braucht keine schützende Ersatzmutti.

      Und "Notwehrrecht" ... stammt das aus der Nazizeit, oder welch Quatsch soll das sein?

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    6. Da UP darauf verzichtet hat eine Erklärung dazu abzugeben, möchte ich all die offensichtlichen Gründe die mir für die Veröffentlichung einfallen auch nicht aufschreiben.

      Aber, diese Empörung der Anonymen kann ich nicht nachvollziehen.
      Wenn UP einen Brief von GM an UP veröffentlicht hätte - ok das wäre privat, aber sie hat einen Brief von UP an GM veröffentlicht. (und da noch gewisse Bereiche ausgenommen)

      Das war dann halt jetzt ein offener Brief und kein privater Brief mehr - was ist daran empörend?
      Jeder darf an GM schreiben was er will und das veröffentlichen - anders rum wäre es eine Frechheit aber doch nicht so.

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    7. @ Arne A.

      Den Unterschied, den Sie beschreiben, sehe ich auch.
      Aber – ganz unabhängig von Fragen des Stils oder der Moral – sehe ich einige grundsätzliche Probleme: Um den Brief wirklich einordnen zu können, wären weitere Informationen zum Kontext notwendig. Allein das Datum in der Chronologie der ganzen Ereignisse macht nachdenklich. Noch wichtiger erscheint mir, dass solche Texte, einmal aus der Hand gegeben bzw. veröffentlicht, eine Eigendynamik entwickeln können – dieser Brief jedenfalls fand in der überregionalen Presse bereits Beachtung. Und man weiß nie, welche Wendungen diese Geschichte noch nehmen kann. All dies wäre dann auch in Relation zu sehen zur Kernaussage, zur eigentlichen Intention des Briefes. Frau Prem hat nun diese Entscheidung für sich getroffen, das kann man akzeptieren, auch bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen. Aber ich kann auch diejenigen verstehen, die instinktiv oder nach reiflicher Überlegung anders entschieden hätten, auch diejenigen, die diese Art der Kommunikation ablehnen.

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  8. Es bestehen doch recht konfuse Ansichten bei manchen Kommentatoren. Das liegt auch daran, die Medien haben stellenweise ihre Interessen in der Berichterstattung, wesentliche Details fallen unter den Tisch.
    Eigentlich ist es notwendig, jeden Tag im Gerichtssaal zu sitzen und die Ereignisse unmittelbar zu erleben. Natürlich haben die Menschen, welche Herrn Mollath persönlich kennen einen Vorteil, aber auch einen Nachteil, weil zu den rechtlichen Fragen, Persönliches hinzukommt. Ich komme nicht umhin, die doch sehr gute Prozeßbeobachtung durch Herrn Prof. Müller auf beck online zu empfehlen. Er ist schließlich Fachmann und kann besser die juristischen Feinheiten erkennen, beurteilen, als es Laien vermögen.

    Sehr geehrter Herr Postel,
    Ihre persönlichen Ansichten zu meiner Person will ich nicht kommentieren, aber da Sie im öffentlichen Raum schreiben, will ich dem eine Veröffentlichung der Mittelbayerischen Zeitung aus dem Jahre 1995 zur Seite stellen (zu meiner Person):

    „Der Schulamtsdirektor konnte allerdings seine Verwunderung nicht ver-hehlen, daß in der Begründung des Bundesverfassungsgerichtes häufig Aussagen aus Schriftstücken des Antragsstellers auftauchten.“

    Ende meines Einwurfes an Sie.
    (für neue Mitleser, es handelte sich um den Kruzifixbeschluss 1995)

    Ich bin mir sicher, würde ich in ein Gespräch mit dem Anwalt Herrn Strate geraten, wären wir in vielen Punkten derselben Ansicht. Wir müssen sicherlich auch unterscheiden, was Herr Strate aus prozeß-taktischen Gründen im Gerichtssaal sagt und was er als Privatmann von der Angelegenheit der Ereignisse hält. Ich gehe davon aus, er wird nach Beendigung des Verfahrens mit dem nötigen Abstand, sich noch öffentlich äußern.

    Mit Abstand betrachtet, ist der Prozeß richtig verlaufen. Es hat sich nämlich ein neues, verfassungsrechtliches Problem ergeben, auf das Herr Mollath gleich zu Anfang indirekt verwies. Er konnte sich nicht richtig persönlich verteidigen, weil der Psychiater anwesend war. Ich gehe davon aus, das Bundesverfassungsgericht würde (außer es fehlt Mut) den Grundrechtskonflikt erkennen und hier die Strafprozeßordnung, an welche sich die Vorsitzenden Richterin Frau Escher gebunden fühlte, ändern. Der Ursache für die jetzt irgendwie verfahrende Situation liegt eindeutig bei der Vorsitzenden Richterin Frau Escher. Sie hätte klar in den Raum stellen müssen, bereits vor dem Verlesen des Textes von Herrn Nedopil, es handelt sich lediglich um eine Stellungnahme. Wer unmittelbar den Text hörte (und nicht nur liest), konnte nachempfinden, wie sich Herr Mollath zu Recht vollkommen isoliert fühlen mußte, weil subjektiv entgegen der Ansicht seines Anwaltes nun doch eine "Begutachtung" seiner Person stattgefunden hatte. Gleich am ersten Prozeßtag hatte ich Herrn Nedopil persönlich gefragt, ob er nicht aus Gewissengründen nachdem Herr Mollath sich zur Anwesenheit seiner Person erklärte, den Gutachtenauftrag zurückgibt. Er lehnte das laut vernehmlich ab. Ich habe das veröffentlicht. Er versuchte im Vorwort seines Textes, sein Verhalten zu rechtfertigen. Das Problem vieler Psychiater, auch der Hochstapler-Psychiater, sie haben keine Achtung für der Seele des Menschen. Wer nicht aus eigener Erfahrung weiß, die Seele des Menschen lebt vorgeburtlich und nachtodlich, der krebst mit dem Menschen nur herum. Das ist die "Krankheit" der Justiz, die "Krankheit" der Psychiatrie, das ist auch Ursache der Begleitmusik im Innen und Außen, die Bomben in Gaza, Ukraine…. .

    Es bedarf wahrlich Helden der Seele und die sind nun einmal weder mit Justiz, noch mit Psychiatrie zu schlagen....... .

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    1. Dann sind wir ja froh, dass Herr Mollath Richter und Staatsanwalt nicht als Damoklesschwert empfunden hat, womöglich müsste sonst das BVG deren Anwesenheit bei Prozessen unterbinden um die Seele verdruckster Dramaqueens besser schützen zu können.

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    2. "Wer nicht aus eigener Erfahrung weiß, die Seele des Menschen lebt vorgeburtlich und nachtodlich, der krebst mit dem Menschen nur herum." - Sie werden immer besser, Herr Seler, und berichten Sie bitte gelegentlich über Ihr vorgeburtliches und nachtodliches Treiben. Das wäre ganz großes Kino ...

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    3. Lieber Herr Seler,
      dazu nur zwei Anmerkungen:
      Änderungen der StPO sind Aufgabe des Gesetzgebers und nicht des BVerfG. Entsprechend wichtig ist natürlich eine gesamtgesellschaftliche Diskussion zur Rolle der Psychiatrie.

      Auch ich hätte mir gewünscht, dass Strate mehr versucht hätte in Sachen Nedopil. Es ist nur so, dass ich vermute, dass Strate gar kein Interesse hatte, Nedopils Anwesenheit scharf anzugehen, denn es erklärte die Aussageverweigerung des Mandanten aufs vorzüglichste.

      Natürlich wäre die Auslegung der StPO durchaus ein Fall für das BVerfG. Ich glaube aber kaum, dass Strate gewillt sein wird, solcherartige Kämpfe für einen Herrn Mollath noch auszufechten. Objektiv ist er m.E dazu auch nicht in der Lage, da hätten seine Anträge in der Sache am ersten Tag besser gestellt werden müssen.

      LG

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    4. Natürlich haben Sie Recht, aber es stimmt auch, die Grundrechte werden vom BVerfG gehütet. Deswegen würde die Verletzung der Würde (Herr Mollath gab am ersten Prozeßtag ein ausgezeichnetes Interview außerhalb des Gerichtssaales, das sicherlich nur in Teilen gesendet wurde) beim BVerfG landen. Er hat klar wie ein Anwalt den Grundrechtskonflikt formuliert, auf der einen Seite das Recht auf Wahrheitsfindung durch die STPO, auf der anderen Seite sein Recht auf persönlicher Verteidigung (zusätzlich zur Verteidigung seines Anwaltes). Die Verletzung dieses Rechtes berührt die "unantastbare Würde" des Menschen, damit GG1.

      Ich gehe davon aus, bei Berücksichtigung aller Aspekte wurde auch die Würde des Angeklagten im konkreten Strafprozeß verletzt, nach sieben Jahren drohender Zwangstherapie war die ständige Anwesenheit objektiv-subjektiv als psychische Folter zu erleben, eine persönliche Verteidigung zur Sache war nicht möglich. Herrn Mollath bleibt nur am 8.8. sich zur Sache zu äußern.

      Wie sagte einmal ein Verfassungsrichter, die Bürger müssen das Grundgesetz zum Leben bringen. - Natürlich hätte ganz am Anfang des Prozesses.... .... aber die Vorsitzende Richterin Escher hatte ja Herrn Mollath "beruhigt", indem sie sagte, vielleicht kommt es zu keiner Begutachtung....

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  9. Es ergibt sich zwischenzeitlich eine ganz neue Bewertung der Leistung von Herrn Prof. Nedopil, welche so von Dipl.-Psych. Dr. phil Rudolf Sponsel beurteilt wird:

    "Fazit: Die Nedopilsche Diagnose-Verdachtsregel ist allgemeiner, wissenschaftlicher, kassenarztrechtlicher und BGH-rechtlicher Unsinn."

    http://www.sgipt.org/forpsy/Mollath/ipgipt/wa/WA0.htm#Nedopil%20erfindet%20neue%20und%20absurde

    Siehe da, mein Eindruck von der hohen Leistung des Anwaltes Herrn Dr. Strate bewahrheitet sich.
    Er beantragte nämlich, zu dem "Gutachten" (ich weiß nicht, ob es ihm gleich klar war, ob Gutachten oder Stellungnahme) erst am Montag Herrn Prof. Nedopil zu befragen. Ich gehe fest davon aus, er hätte auch den Unsinn von Herrn Nedopil ausgearbeitet. Die Vorsitzende Richterin Frau Escher hat den Antrag am Freitag abgewürgt.
    Es ist ja doch irgendwie peinlich, wenn ich selbst während des Hörens des Textes von Herrn Prof. Nedopil bereits den Unsinn erkannt habe, doch wirkt es natürlich für Dritte arrogant, wenn das von meiner Person festgestellt wird. Das objektive Denken ergibt sich jedoch aus der jahrzehntelangen Beschäftigung mit der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners (er wurde von Nedopil erwähnt). In gewisser Weise ist dieses objektive Denken durchaus auch für das Rechtsleben die Grundvoraussetzung. Rudolf Steiner beantwortete eine Frage nach dem Rechtsleben, es sei die "HÖCHSTE KUNST", weil sie unmittelbar mit dem Menschen zu tun hat. Insofern ist Herr Dr. Strate durchaus Künstler und alle Prozeßbeteiligten arbeiten an dieser Sozialen Plastik, im Sinne auch von Joseph Beuys, mit. Am Ende zählt nicht die Einzelleistung, etwa auch die entlastenden Einwürfe des Oberstaatsanwaltes Herrn Meindl. Gekrönt wird die Leistung, wenn es klappt, durch den Spruch, den Tenor der Kammer. Wir dürfen gespannt sein. In diesem Spruch fließen die Leistungen der Einzelnen, Aller (auch die öffentliche Meinung) ein.

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  10. Ich möchte von meinem Traum erzählen:
    Ich träumte, dass ich vor langer Zeit ein »Zettele« geschrieben, ein weißes Blatt Papier mit Schriftzeichen versehen habe, um damit den Weg zu ebnen, einen Mann für Jahre in der Forensik zu verklappen. Das hat dann auch geklappt und es wuchs Gras über meinen Wisch.

    Auf einmal wird dieser Wisch ausgegraben, der Mensch wird aus seiner Zelle befreit und die Hetze auf mich und mein »Zettele« beginnt. Ein Anwalt stellt dieses Papier auch noch öffentlich zur Schau. Das ist mir so peinlich, dass ich beinahe aus meinem Traum erwacht wäre. Aber es kommt noch schlimmer: Über dieses Papier wird berichtet, in Zeitungen, auf Blogs, sogar im Fernsehen. Mein Name macht die Runde, ich fühle mich erledigt. Wie eine Sau wurde ich durchs Dorf getrieben.

    Dann träumte ich weiter, dass ich sogar vor Gericht geschleift wurde. Da musste ich weinen, im Traum. Aber dann, als alles für mich schon verloren schien. Kam die Rettung. Ich wusste es doch: Auf unser Männeken ist Verlass. Er stand ja nicht alleine da. Und dann sah ich Report München vor meinem verträumten Augen und hatte das Gefühl: Alles ist gut!

    Und wisst Ihr, was ich dann gemacht habe? Im Traum natürlich! Ich habe unserer Oma ihren Sparstrumpf unter der Matratze hevorgeholt, bin zu meinem Retter geeilt, habe ihm den Sparstumpf in die Hand gedrückt und gesagt: »Maddin«, habe ich gesagt, »Maddin, Danke!«

    Nun musste ich auch nicht mehr fürchten, wegen diesem »Zettele« auf Schadenersatz verklagt zu werden. Mit einem Seufzer der Erleichterung bin ich erwacht. Das war aber auch ein schlimmer Traum …

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    1. Und ein anderer Maddin wacht auf, schweißgebadet wie immer der Gustl. Warum er den Leuten net erzählt hat, dass das "Zettele" für die Katz war? Die wollten das so. Die Petra konnt ja net wissen, dass der Gustl …
      Da gab’s noch gar net den neuen Maddin. Nur den alten. Lauter Maddins. Die drei heiligen Maddins. Oder die Scheinheiligen. Alles nur Schein.

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    2. Es sind viele verklappt, die schreien nach einem Anwalt, besonders dann, wenn der Pfleger mit der großen Spritze naht. Die Anwälte hören die Schreie nicht, sie haben dazu gelernt und dürften sich auf den Golfplätzen tummeln - dank Maddin und Männeken!

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    3. Ja, viele.
      Sie hatten einen Traum.
      Traurig.

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    4. Ja, viele.
      Sie hatten einen Traum.
      Traurig.

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  11. Die Würdigung der Wahrunterstellung als "großer Sieg" Mollaths dürfte auf einem Missverständnis dieses Rechtsbegriffs beruhen.

    Vgl. dazu Krehl, in: Karlsruher Kommentar zur Strafprozessordnung, 7. Auflage 2013, § 244 Rn. 183 f.: “Die Wahrunterstellung ist der in der Praxis am häufigsten angewandte gesetzliche Grund zur Ablehnung eines Beweisantrags. ... Hält das Gericht eine erhebliche entlastende Beweisbehauptung nicht für erwiesen und sieht es keine Möglichkeit, sie durch Beweiserhebung oder nach ergebnisloser Beweiserhebung zu widerlegen, so kann es dieser Vorauswürdigung durch Wahrunterstellung Rechnung tragen und ohne Beweiserhebung das tun, was es nach seiner Prognose auch im Falle der Beweiserhebung tun müsste. Die Wahrunterstellung ist somit der Sache nach eine Vorwegnahme der Anwendung des Zweifelssatzes.”

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    1. Die ehemalige Oberstaatsanwältin Gabriele Wolff scheint die Wahrunterstellung weniger düster zu sehen:

      zum Blog von Gabriele Wolff

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    2. Ri Escher hat die Wahrunterstellung mit dem grundsätzlich Hinweis "zugunsten des Angeklagten" unterlegt.
      Die Zweifelsfrage also vorab in diese Richtung beschieden.
      D.h. dass die Verteidigung in der Lage ist, ihren Vortrag auf diese als wahr angesehene Tatsache zu stützen, um z.B. die Motivlage der Belastungszeugin darzustellen oder die Anknüpfungstatsachen der psychiatrischen Gutachten zu "pulverisieren" (im wahrsten Sinne des Wortes).

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    3. @grumpy
      Und jetzt noch etwas mehr von der Stelle "..." bitte.

      Ich habe leider keine STPO aber ich könnte wetten, dass dort auch "positiveres" zur Wahrunterstellung steht. Aber ein netter Versuch durch Auslassung zu verwirren.

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  12. In der Berichterstattung wird u.a. auf den Beitrag der "Abendschau" beim Bayerischen Rundfunk hingewiesen.

    In dem Beitrag erscheint bildlich auch Herr Dr. Schlötterer im Gespräch mit Herrn Mollath im Gerichtssaal. Herr Dr. Schlötterer beschäftigt sich bereits seit Jahren intensiv mit diesem Fall und hat Herrn Mollath schon in vielen Situationen begleitet.

    Leider sind mir keine Stellungnahmen von Herrn Dr. Schlötterer zu der augenblicklichen Situation bekannt. Sollte es solche geben, so fände ich einen Hinweis dazu hilfreich - und dies aus zwei Gründen.

    1. Herr Dr. Schlötterer ist Jurist und kann sich somit nach meiner Auffassung in die Vorgehensweise des Verteidigers versetzen.

    2. Herr Dr. Schlötterer weiß aufgrund eigener Erfahrungen, die er als für die Steuerfahndung im Bayerischen Finanzministerium Zuständiger machen musste, wie sich Hinweise auf Missstände auswirken können. Eine kurze, lesenswerte Schilderung findet man dazu bei:
    (http://www.whistleblower-net.de/whistleblowing/fall-beispiele-fur-whistleblowing/ausstellung/ausstellung-wilhelm-schloetterer/).

    Ich denke, dass er somit auch etwas zu den Beweggründen von Herrn Mollath sagen könnte.

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    1. Herr Dr. Schlötterer ist fassungslos darüber, wie Herr Mollath sich durch Undankbarkeit in erster Linie Herrn Dr. Strate gegenüber selbst disqualifiziert, wie es ärger nicht sein. Von Gustl Mollath, wie wir ihn zu kennen glaubten, ist Abschied zu nehmen. Es bleibt die bittere Erkenntnis, dass auch ein Opfer zum Täter gegen die eigenen Retter werden kann. Die Langmut, menschliche Größe und (nicht zuletzt) umfassende materielle Großzügigkeit Dr. Strates Mollath gegenüber bewundere ich.

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    2. @ Gert Postel
      Nachfrage:
      Haben Sie das so direkt von Herrn Schlötterer selbst, oder ist das nur Ihre Vermutung nach Lage der Dinge?
      (Beides würde ich verstehen, aber ich möchte es in diesem Fall genau wissen wollen.)
      Mit bestem Gruß
      A.B.

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    3. Nein, das ist meine Vermutung, Inutition ... Ich denke, wer sich so selbstlos eingesetzt hat wie Dr. Schlötterer, Dr. Strate, Ursula Prem, selbst Gerhard Dörner, kann nur entsetzt reagieren auf das, was Gustl Mollath seinem Verteidiger zumutet. Letztlich sagt Mollath damit aber nur etwas über sich selbst aus.

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    4. @Herr Dietrich
      Kennen sie den Artikel schon:
      http://www.focus.de/politik/deutschland/streit-im-prozess-er-reisst-alles-was-er-sich-aufgebaut-hat-mit-dem-arsch-ein_id_4026994.html
      ?
      Achtung - das ist gleich Seite 2, das verwirrt sonst am Anfang.
      Dafür haben Sie aber direkt die Aussagen von Schlötterer.

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    5. @ Arne A

      Auch Ihnen vielen Dank für den Hinweis. Herr Seler hatte gestern ebenfalls auf den Artikel hingewiesen. Der Artikel hatte mich dann zu der gestern Abend 21:49 Uhr eingestellten Frage veranlasst.

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  13. Den strafrechtlichen Teil dürfte Herr Mollath (dank Dr. Strate) glänzend gewinnen und voll rehabilitiert werden.
    Aber den zivilrechtlichen!? Das wird eine ganz, ganz lange Strecke - hochkompliziert und teuer -, für die man wiederum die besten Anwälte bräuchte. Ob es darunter solche Idealisten wie Herrn Dr. Strate gibt? Und ob die jetzt noch gewillt wären?
    Ich bin in dieser Hinsicht nun leider nicht mehr so optimistisch...
    A.B.

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  14. Mal eine Frage, sollte Herr Mollath tatsächlich eine Aussage machen, ist er dann auch verpflichtet die Fragen von Richtern, Nebenklage und Staatsanwaltschaft zu beantworten, oder kann er da wieder eine Art selektives Schweigerecht einfordern, wie er es ja gemacht hatte in dem er seine Befragungen der Zeugen (ohne Damoklesschwert und Kriegserinnerungen) durch rhetorische Mittel zur Verbreitung seiner Sicht der Dinge benutzte? umfunktionierte.

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  15. Und noch eine Frage, wird denn Herr Strate auch die Teile der psychiatrischen Gutachten wieder online stellen die in der Verhandlung mit Verweis auf die Schweigeverpflichtung der Ärzte unterdrückt wurden?

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    1. Wo sind denn Gutachten verschwunden? Die stehen nach wie vor in Strates Dokumentation, unter der "Stellungnahme der Verteidigung vom 22.8.2013": Dokumentation

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  16. Inzwischen hat "Anonym" oben einen Text hineingestellt, der ein wesentliches Problem des Prozesses darstellt
    und von der verantwortlichen Kammer nicht beachtet worden ist.
    Fast könnte es auch scheinen, 17 Tage Prozeß wurden angesetzt, um zu testen, ob Herr Mollath mitten drin vielleicht
    "durchdreht", soz. ein Experiment der Justiz ganz neuer Art. Wurde die Kammer nicht von Fachleuten beraten,
    welche Zumutung die 17 Tage für Herrn Mollath sein müssen, welche Zumutung die Anwesenheit eines Psychiaters.
    Zu der Frage, Stellungnahme, Gutachten hier der Beleg von Prof. Müller:

    "Schon zu Beginn der Hauptverhandlung hat Prof. Nedopil, beauftragt mit der (nach Leipziger, Simmerl, Kröber, Pfäfflin und Weinberger) erneuten Begutachtung des Angeklagten Mollath, eine begriffliche Einschränkung gemacht: Wenn ihm eine Exploration des Probanden nicht möglich sei, könne er regelmäßig kein Gutachten erstellen, sondern lediglich eine „Stellungnahme“ abgeben. Überschrieben ist sein Text nun tatsächlich mit „Psychiatrische Stellungnahme“"

    http://blog.beck.de/2014/07/26/tag-dreizehn-prof-nedopils-psychiatrische-stellungnahme-zu-gustl-mollath

    Es wäre für den Prozeß besser gewesen, die Vorsitzende Richterin Escher hätte gleich am Anfang geklärt, ob es überhaupt zu einem Gutachten kommen kann, da ja Dr. Nedopil sich zu Beginn vage äußerte. Als direkter Prozeßbeobachter laste ich den entstandenen Konflikt der Vorsitzenden Richterin Frau Escher und dem Sachverständigen Prof. Nedopil an. Beide haben Herrn Mollath (bewußt?) im Ungewissen gehalten.

    Da Anwalt Herr Strate nicht Experte in psychiatrischen Dingen ist, kann ihm kein Versäumnis vorgehalten werden, ich hoffe aber, er bringt vielleicht noch im Verfahren Verständnis für Herrn Mollath auf.

    (Text entstand, bevor der bewegende Inhalt von Anonym oben gelesen wurde.)

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    1. "Fast könnte es auch scheinen, 17 Tage Prozeß wurden angesetzt, um zu testen, ob Herr Mollath mitten drin vielleicht
      "durchdreht", soz. ein Experiment der Justiz ganz neuer Art. Wurde die Kammer nicht von Fachleuten beraten,
      welche Zumutung die 17 Tage für Herrn Mollath sein müssen, welche Zumutung die Anwesenheit eines Psychiaters."


      Womöglich ist da mehr Ungeschicklichkeit und
      Missverständnis vorhanden, als man ahnt.
      Wenn man da nicht bei der Sache bleibt, sondern allgemein-psychologisch ausholt, dann doppelt man aus Versehen das, was Psychiatrie ausmacht:
      Menschen zu welchen zu erklären, die keine Gründe haben, zu tun was sie tun, sondern zu irgendwelchen
      unweigerlich Gefangenen Wesen, die ihren Verstand nur beschränkt gebrauchen können, und von "Fachleuten"
      beliebig manipulierbar sind, wie die das gerade brauchen.
      Psychiater werden solche Aussagen wie ihre lieben, denn es entspricht ihrer eigenen Hybris.
      Sie schreiben immerhin: "fast könnte es auch scheinen."
      Ja. Fast. Aber eben nur: fast.

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  17. Entschuldigung, das hatte ich dann wohl falsch verstanden, warum durften denn dann Teile daraus nicht während der Verhandlung verlesen werden (Leipziger/Pfäffin)? Gerade die stationären Beobachten der Fachärzte im BKH Bayreuth wären doch sehr interessant gewesen. Nochmal sorry, ich bin da etwas verwirrt.

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  18. Nun gibt Herr Schlötterer einen wesentlichen Hinweis:

    "Wilhelm Schlötterer, Jurist und Ministerrialrat i.R., ist einer der bekanntesten Fürsprecher Mollaths. Er war jahrelang eine Vertrauensperson und hat mit einer Buchveröffentlichung maßgeblich dazu beigetragen, dass der Fall in der Öffentlichkeit Beachtung findet. Er kann sich das Verhalten Mollaths nur so erklären, dass ihn die Aussagen des forensischen Sachverständigen Prof. Norbert Nedopil tief getroffen haben. Dieser hatte Mollath als eine schwierige Persönlichkeit, als Querulant skizziert. Vielleicht habe das Justiz-Opfer die Panik ergriffen."

    http://www.focus.de/politik/deutschland/streit-im-prozess-er-reisst-alles-was-er-sich-aufgebaut-hat-mit-dem-arsch-ein_id_4026994.html

    Liebe Frau Prem, Sie sind auch vom Focus zitiert,

    "Enttäuscht ist auch Ursula Prem, eine treue Unterstützerin, bei der Mollath die ersten drei Tage nach seiner Entlassung aus der Psychiatrie gewohnt hatte. Dass der 57-Jährige so wenig Vertrauen in Strate hat und stattdessen andere Anwälte im Hintergrund arbeiten lasse, schockiert sie."

    http://www.focus.de/politik/deutschland/streit-im-prozess-gustl-mollath-ein-held-zerstoert-sich-selbst_id_4026992.html

    In die Runde:

    Mir persönlich ist es vollkommen egal, was Psychiater über meine Person geschrieben haben. Ich kann aber durch die eigene Erfahrung nun den Hinweis von Herrn Schlötterer verstehen. Ich habe Herrn Dr. Nedopil beim Vorlesen seines Textes beobachtet, versucht ihn innerlich zu erspüren. Ich erlebte einen Menschen der zwar bemüht war, Herrn Mollath nicht zu weh zu tun, aber vor allem auch bemüht war, was Herr Dr. Strate in eine Kamera sagte, einen großen Regenschirm über die Zunft der Psychiater.... . Wie hat sich Herr Mollath während des Vorlesens gefühlt. Können wir annehmen, wie Anonym ihre Traumaerfahrung schildert, Herr Mollath erlebte ein Flash-Back der sieben Jahre Psychiatrie, er fühlte sich, als kommt er als vollkommener Depp aus dem Prozeß heraus. Zwar ohne Strafe, ohne Beweis für die Taten, aber doch als potentiell Wahnsinniger. Vielleicht können das seine Unterstützer empfinden, jetzt, durch den Hinweis von Herrn Schlötterer. Ich gehe davon aus, Herr Dr. Strate wird mit den Hinweisen von Herrn Schlötterer vielleicht auch seine Haltung neu bewerten, vielleicht seine Strategie überraschend am 8.8. ändern. Wer weiß?!

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    1. "Er (Schlötterer) kann sich das Verhalten Mollaths nur so erklären, dass ihn die Aussagen des forensischen Sachverständigen Prof. Norbert Nedopil tief getroffen haben. Dieser hatte Mollath als eine schwierige Persönlichkeit, als Querulant skizziert. Vielleicht habe das Justiz-Opfer die Panik ergriffen."

      Eine Erklärung habe ich auch nicht, aber Schlötterers
      Einschätzung scheint mir naheliegend.
      Demnach müsste Mollath seine Panik überwinden,
      und sich mal schlau machen, das er einen Freispruch aus tatsächlichen Gründen zu erwarten hat, nämlich weil die Vorwürfe nicht mal eine Anklage gerechtfertigt hätten.
      Und nicht wegen Schuldunfähigkeit nach §20, wie beim letzten Mal.
      Den Unterschied ums Ganze kann man doch kommunizieren. Im einen Fall hiess es, er habe die Taten begangen, sei aber (wegen plem-plem) nicht schuldfähig,
      und zu allem Überfluss auch noch "gefährlich",
      im anderen, hier angestrebten heisst es,
      er ist nicht schuldig, weil die Tatvorwürfe sich nicht erhärtet haben. Wie könnte oder wollte das Gericht daran vorbei?
      Und den Hintergrund kennt doch die ganze Republik.
      Falls er aber als Anständiger in einer Schlangengrube von Unanständigen angesehen werden will, was ich natürlich nicht weiss, etwa als Märtyrer der Tugendhaftigkeit, von Feinden der Tugend umgeben,
      dann ist das nicht justiziabel. Sondern nur in ganz anderen Kategorien als derer des praktischen, des positiven Rechts irgendwie diskutabel, also philosophisch. Eine interessante Diskussion.
      Aber im Gerichtssaal? Da habe ich meine ganz, ganz erheblichen Zweifel.



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    2. @C.O

      Ihre Einwände als Ganzes ließen einen Punkt recherchieren:

      "So kam ich dann zu Dr. Wörthmüller. Der hat gleich gefragt, ob ich Stimmen höre. Ich habe geantwortet: ,Nur die Stimme meines Gewissens'.""

      S. 26. (Blatt 545) Gutachten vom 12.2.2012 - Friedmann Pfäfflin


      "Differentialdiagnostisch käme beim Angeklagten auch die Diagnose einer paranoiden
      Schizophrenie (ICD 10: F 20.0) in Betracht. Für diese Diagnose werden neben den paranoiden
      Inhalten des Angeklagten dessen affektive Störung~ seine bizarren Verhaltensmuster und vor
      allem - so sie bei ihm mit hinreichender Sicherheit angenommen werden können - die sein
      Handeln kommentierenden Stimmen sprechen." - S. 28

      S. 28 Gutachten vom 25.7.2005 Dr. Leipziger

      Hier wird bereits die Stimme des Gewissens von dem Psychiater Herrn Leipziger "differentialdiagnostisch" in seinem psychiatrischen Denken missbraucht und die Diagnose "Schizophrenie" in den Raum gestellt.

      Wenn die Vorsitzende Richterin Frau Escher nicht diesen erkennbaren Unsinn, der sich durch alle staatlich bestellten Gutachten als roter Faden zieht, als Anlaß nimmt, eine außerbayerische Begutachtung der "Gutachten" erstellen zu lassen, dann mangelt es an der Sorgfaltspflicht in der Vorbereitung des Prozesses.

      Rein von den strafrechtlichen Vorwürfen befand sich der Prozeß tatsächlich auf der "Siegerstraße", aber mit der "Stellungnahme" durch Prof. Nedopil hat Herr Mollath bereits wieder verloren!

      Die Richter der 6. Strafkammer hätten unter der Vorsitzenden Richterin Frau Escher den Psychiater Herrn Dieckhöfer mit einer Begutachtung der Gutachten beauftragen sollen, oder aber Herrn Mollath nicht mit der Qual durch die Anwesenheit eines neuen bayerischen Psychiaters belasten dürfen. So oder so, der Prozeß entwickelt sich zu einem Skandal der Psychiater.

      http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/vermischtes/bonner-schrieb-gutachten-im-fall-mollath-article1409363.html

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    3. @Ernst Seler: Ein paar Anmerkungen zu Dieckhöfer und Weinberger und wofür die stehen. Ich muss doch mal fragen:
      Bayerische Psychiater wären demnach also welche, die auf Zuruf irgendwas zu Krankheiten machen, um Einsperrung/Zwangsbehandlung zu begründen.
      Wohingegen Lichtgestalten und Könner wie Dieckhöfer und Weinberger(der auch in Bayern ansässig ist) und Sponsel (in Franken, also Freistaat Bayern ansässig)die guten Psychiater/psychologen sind ?
      Pfäfflin praktizierte in Baden Württemberg, Kröber in Berlin und Nedopil in München. Alle drei sind allerdings zertifizierte Forensische Psychiater lt. DGPPN-Zertifikat (DGPPN ist die offizielle Fachgesellschaft der Psychiater in Deutschland, die auch offiziell als Lobbyorganisation beim Bundestag angemeldet war oder noch ist) Wörthmüller, Zappe und Leipziger haben ebenfalls dieses Zertifikat.

      Hier ein paar Worte zu Dieckhöfer und Weinberger:
      -
      Ich habe Dieckhöfers Stellungnahme nochmal gelesen, und lesen Sie die doch auch noch mal. Dieckhöfer, der Forensische Gutachter, will "seine" Psychiatrie vor der Psychiatrie retten.

      Zitat am Ende: "Herrn Mollath umgehend auf freien Fuß zu setzen und
      weiteren Schaden meiner psychiatrischen Profession zu verhüten,"

      Nun fragen Sie doch den Herrn Dieckhöfer mal, wieviele Unterbringungen auf ärztliche Anregung, auf seine Gutachten hin, wieviele Fixierungen und Zwangsbehandlungen denn eigentlich er in seiner beruflichen Laufbahn zu verantworten hatte, bevor er sich hinstellt und sagt: hier ist "meine" Psychiatrie eine Gefahr.
      Die ist demnach ansonsten eine wundervolle Angelegenheit, die sich niemals aufdrängt, immerzu klienten/patientenzentriert, also auf das vom Hilfsuchenden erklärte persönliche Problem bezogen arbeitet, und dem Ratsuchenden nichts als Trost und Hilfe bietet, auf ihn persönlich zugeschnitten und immer freiwillig. Und ganz ohne den Anspruch "Gefährlichkeit" aufgrund "klinischer Beobachtungen" und "erfahrungswissenschaftlich" als Vorhersagen über künftiges Verhalten und Befinden treffen zu können. Und die nur philosophierend, also ohne unmittelbare, zwangsweise Behandlungsfolgen Wahn von Nichtwahn unterscheiden will, falls sich jemand dafür interessiert, je nach Gusto nach Jaspers oder Schneider oder Bleuler und was es sonst noch alles gibt.
      (Und einem -nebenbei- allerspätestens dann irgendwann auch egal sein sollte, wenn man sich nicht den Verstand verschwurbeln lassen will, weil diese Kategorisierung ohnehin von jedem Gedankeninhalt absieht.)

      Nun aber zu Herrn Weinberger.
      Der ist Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, eine Kombination,
      die seit 1994 nicht mehr ausgebildet wird. Desweiteren steht da: Psychotherapie,
      und es ist hier unerheblich, ob er eine Fortbildung gemacht hat, oder das im Psychiater-automatischen Selbstverleih-Verfahren verliehen wurde, oder ob es nur einfach so dasteht. Ausserdem ist er Vorsitzender einer Gesellschaft für Ethik in der
      Psychiatrie.
      (Fundstelle: Suchmaschinenstichwort: Vorstand und Beirat Psychiatrie-und-Ethik )


      Er schlägt als tapferer Ritter Weinberger mit seinen Bundesgenossen unermüdlich der Hydra Psychoanalyse die nachwachsenden Köpfe ab, oder was er dafür hält, im Namen der Bleuler/Kräpelinsche Psychopathologie.

      Folgerichtig verteidigt er ganz offenherzig die Zwangsbehandlung und Zwangsmedikamentierung, und da geht es dann ans Eingemachte.

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    4. -
      Teil2
      (Das Folgende ist auffindbar unter dem Suchmaschinenstichwort `Stimmengewirr Zwangsbehandlung´)
      Weinberger verteidigt die Zwangsbehandlung mit der in Varianten immer wieder verbreiteten Psychiater-Folklore vom "agitierten Psychotiker", der den Kopf an die Wand schlägt; in seinem selbst erlebten Fall immerzu; oft auch noch drastischer geschildert(fühlt sich mit der CIA verbunden und sitzt im eigenen Urin, zum Beispiel) und der mit ganz wenig Zwangseinflössung von genügend K.O. Tropfen(Verzeihung: segensreichen Medikamenten) wundersamerweise nun zu einem wird, der seinen Kopf nicht länger an die Wand schlägt....

      Die "Beweisführung" dass es sich um ein biologisches Phänomen handeln soll,
      führt W. mit dem einzigen biologischen Beweisbaren in dieser ganzen Diagnostik-
      Behandungsgeschichte an: der Wirkung der gegebenen Stoffe. Die sind in der Tat
      biologisch nachweisbar, das ist das einzig biologische-naturwissenschaftlich feststellbare an der biologischen Psychiatrie. Ansonsten macht er die
      an Naturgegebenheiten orientierte Medizin schlecht, (mit der fortlaufenden Behauptung "Wie bei anderen Krankheiten auch") und die sattsame bekannte Argumentation wegen Psychopharmakologie wären einst die Anstalten verändert worden, tischt er da auch auf. Vielleicht weiss er es nicht besser.

      Er schreibt in der Kommentarspalte:

      "Wie bei anderen Krankheiten auch sind psychische Krankheitssymptome, wenn der Arzt konsultiert wird, oft noch diskret ausgeprägt, für die Umgebung, die sie langfristig beobachtet, aber bereits auffällig genug."

      Irgendwie erinnert das doch ein wenig an eine gewisse Frau M., die in einer Scheidungssituation gewisse Schwierigkeiten hatte, daraufhin eine Fachärztin konsultierte, die dann zum Schluss kam, aufgrund der Patientinnen-Aussagen, nicht sie, sondern ihr Noch-Ehemann, Herr G.M.,müsse untersucht und womöglich behandelt werden, wobei durchaus in Erwägung gezogen wurde, er könne "willensgestört" und "gefährlich" sein, was dann sogar justiziabel wurde.

      An etwas andere Stelle kommt dieses spezielle psychiatrische Grundverständnis zum Vorschein. Es verbindet W. mit Kröber, Pfäfflin, Leipziger, Nedopil, Simmerl und den allermeisten anderen Psychiatern und ist grundlegend:

      "Ein spezielles Symptom mancher, keineswegs aller psychisch Kranken ist neben anderen nicht selten, daß sie selbst anders etwa als “Beinbrüchige” ihrer Krankheitssymptome nicht inne werden, ist ihre Krankheitsuneinsichtigkeit.(...) "

      Und das ist die Begründung der Gewaltanwendung in der Psychiatrie.
      Und die soll er dann mal von der Willensbekundung, sich nicht auf diese Diagnostik einlassen zu wollen, unterscheiden. So als körperliches Phänomen, wie ein Diabetes, etwa. Da sind lauter kindische Analogien auf diesem Gebiet im Umlauf, ja es wird immerzu nur mit Analogien, mit Sinnbildern operiert, weil jede naturwissenschaftliche, dingliche Grundlage der Diagnose fehlt, was überspielt werden muss, um den Absolutheitsanspruch, die psychiatrische Deutungshoheit, zu etablieren und zu erhalten, und in praktische Folgen umzumünzen. Was in der Sowjetunion und DDR ein Missbrauch war, hierin der Freiheit aber-ausser bei Herrn Mollath und ein paar anderen- im Prinzip völlig in Ordnung ist, wovon Teil 3 handelt.

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    5. Teil 3:
      Unter Aktuelles heisst es auf der GEP-website, (auffindbar unter Suchmaschinenstichwort: `GEP ein kaputter Computer nicht vor Gericht gestellt´, unter dem Video Nürnberger Rede Weinberger)

      "… Wenn man im Menschen nichts anderes sieht als eine Mischung von sozialen oder biologischen Kräften, dann verlieren die Konzepte von Schuld und Strafe jede Be­deu­­tung, so wie sie bedeutungslos sind, wenn sie gegen eine Maschine angewandt werden. So wie ein kaputter Computer nicht vor Gericht gestellt und nicht bestraft, sondern repariert wird, so ist es „notwendig“, eine Person zu reparieren, die aufhört nach dem offiziellen Programm zu funktionieren. Für exakt diesen Zweck gibt es psychiatrische Spezialkrankenhäuser."

      So zitiert die GEP einen, der in der Sowjet Union einst in die Psychiatrie einfuhr.

      Wofür anderes stehen aber eigentlich diese "Ethiker" um Weinberger und Dieckhöfer mit ihren Vermutlichkeiten von der mutmasslich kranken Hirnrinde, vom mutmasslichen Stoffwechsel ausser Balance, und dem segensreichen Wirken der Chemie, als dafür, in Roboter `notfalls´mit roher Gewalt die Richtige Treibstoffmischung(resp. Bio-sprit) hineinzuschütten, damit sie wieder in der Spur laufen? (was irgendwie immerzu misslingt).

      Interessant auch wie Weinberger seine Rolle für Mollath sieht:

      "Für Mollaths Freilassung (am 6.8.2013) konnten sich Unterstützer einsetzen und sie schließ­lich durchset­zen, weil ihm nach den ver­nich­ten­den Ex­per­tisen der Professoren Krö­ber und Pfäfflin rasch, de­tailliert und kom­petent ein anderes Gut­achten, meines, psychische Gesund­heit und Un­gefähr­lichkeit bescheinigte."

      Er möge doch mal am Wiederaufnahmeantrag, der Herrn Mollath endlich die Freilassung bescherte, zeigen, welche Rolle darin Gutachten überhaupt spielen, und schon gar seins. Ich habe jedenfalls nicht mal deren Erwähnung gefunden.

      In der Verfassungsbeschwerde wegen des Einsperrens des Herrn Mollaths in einer Forensischen Klinik wird das Gutachten Weinberger zur Begründung des Antragsstellers angeführt, in der Sachverhaltsbeschreibung und in Begründung der Stattgabe der Beschwerde ist es offensichtlich von keinerlei Erheblichkeit,
      da geht es um Richter-Zuständigkeiten und das Pfäfflin-Gutachten.
      .
      Es spricht für Herrn Mollath, wenn er seine Erlebnisse und Beobachtungen in diesen Kliniken nicht einfach auf sich beruhen lassen will. Allemal Weinberger
      will aber die Allmacht des Psychiaters retten- und Herr Mollath will ihm- vielleicht auch absichtslos- mithelfen, "die (Zwangs)-Psychiatrie zu retten" ???? Und das letztlich ohne Not, wie im Fazit begründet werden wird.

      Weinberger jedenfalls lobt Mollath:

      Die GEP, deren Vorsitzender Weinbeger ist, lobt Hrn Mollath auf der website, das er "auch dem Anwalt widerstanden hätte", sodass nun näher rückt, das Herr Weinberger die gute wahre und ethisch einwandfreie Psychiatrie in Gestalt seiner eigenen werten und überaus wichtigen Person darstellen darf. Auftritt Weinberger? Du liebe Zeit.Entscheiden darüber wird ohnehin das Gericht, und nicht Herr Strate und nicht Herr Mollath. - Herr Mollath braucht ihn jedenfalls für den Prozess eigentlich nicht, denn es steht keine "Unterbringung" im Raum, und freigelassen wurde er auch ohne das tolle Gutachten von Herrn Weinberger. Aber wenns dem Seelenfrieden dient, dann soll man es halt vorlesen.
      Aber wir haben da bekanntermassen alle nichts zu bestellen.

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    6. Teil4:
      Fazit: Wenn es Herrn Mollath auch darum zu tun ist, (was er ja nicht unbedingt muss) zu bezeugen, was sich in Forensischen Kliniken, mit Hilfe von Neuroleptika, Benzodiazepinen und ein paar anderen Stoffgruppen, darüberhinaus der Fixierung und Isolierung tut, weil er darunter leidet, nicht hat helfen zu können,
      dann ist das mehr als in Ordnung, schon weil es furchtbar ist, etwas mitansehen zu müssen, bei dem man gerne eingreifen würde, aber nichts tun kann.
      Dann braucht er dafür nicht gerade Herrn Weinberger und Herrn Dieckhöfer herbeizuzitieren, die beide dieses Geistes Kind sind,
      und eigentlich nicht mal einen Herrn Sponsel, der auch zu wissen glaubt, wie man "wissenschaftlich" Seele, psychosoziales Geschehen per Massband erfassen kann wie die Physik eines Autoreifens.

      Ich kann Herrn Strates Standpunkt inzwischen nachvollziehen: denn warum will sich Herr Mollath noch mal der Frage nach "geistiger Gesundheit" stellen, wenn er den Nedopil schon hinter sich gebracht hat, und gar kein Gegengutachten braucht,
      um das praktische, konkret fassbare Prozessziel weiter anzuvisieren. Im Gegenteil stellt er sich erneut unter Vorbehalt, und er gibt denen ein Forum, die des gleichen Geistes sind wie seine „Peiniger“- bloss das Weinberger und co. sich natürlich als Garanten dafür ansehen, das immer nur die richtigen eingesperrt, (resp. fixiert, blödgespritzt, in Iso-Haft gehalten, oder sonstwie von "Krankheitsmodellen" überzeugt) werden, was "Therapie" heisst.

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  19. "warum durften denn dann Teile daraus nicht während der Verhandlung verlesen werden (Leipziger/Pfäffin)?"
    Diese Frage stelle ich mir auch schon lange.

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    1. So, wie ich es mitbekommen habe, hat Leipziger irgendwelches Zeugs aus Arztbriefen vorgelesen, die vor der Zeit Lagen als Herr Molath sein Gefangener wurde, und zwar ohne Quellenangabe. (Nachträglich von ihm dann als ein sog. "Versehen" hingestellt.)
      Dass Leipziger schlurrig mit der Wahrheit umgeht, selektiv und falsch zitiert, durch absichtliche Auslassungen wesentlicher Zusammenhänge einer Situation bewußt falsche Eindrücke erweckt, ... all das ist bekannt. - Wenn dieser Herr dann auch noch vor Gericht immer noch diese Masche abzieht, war es nur richtig, ihn auf die Größe seines Laufställchens zu beschränken!
      Man kann im Protokoll nachlesen (zum Download auf Dr. Strates Dokumenten-Seite). Auch die Analyse der Gutachten durch Frau Prem (hier im Blog) empfehle ich zur Lektüre.
      Also: verheimlicht wurde nichts, sondern nur einem unredlichen Taschenspieler auf die Finger geklopft.
      A.B.

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    2. Klingt irgendwie im Spiegel anders:
      Klaus L. hat das Gutachten verfasst, auf dessen Grundlage das Nürnberger Landgericht Mollath im Jahr 2006 wegen Schuldunfähigkeit freisprach und in die Psychiatrie einwies. Das Gutachten entstand, nachdem Mollath vom 14. Februar 2005 an für fünf Wochen im Bezirkskrankenhaus bei L. untergebracht gewesen war, gegen seinen Willen. Dort hatte er zwar mit dem Chefarzt und anderen Mitarbeitern geredet, sich aber nicht auf ein ausführliches Gespräch zur Begutachtung eingelassen.

      Was L. in dieser Zeit von Mollath erfahren hat, entscheidet die Vorsitzende Richterin Elke Escher, darf im Wiederaufnahmeverfahren nicht verwendet werden. Gustl Mollath selbst entbindet den Psychiater nur teilweise von seiner Schweigepflicht. Über die Zeit, die Mollath nach dem Urteil in seiner Klinik verbrachte, darf L. auch nichts sagen. Und so kommt es, dass an diesem Tag vor Gericht nicht viel darüber zu erfahren ist, wie L. seinen Patienten wahrnahm und wie er zu seiner Diagnose kam.
      http://www.spiegel.de/panorama/justiz/gustl-mollath-zwei-psychiater-sagten-aus-a-982798.html

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    3. Liebe Anonyms,

      die Richterin hat untersagt, das die Erkenntnisse aus der 5-Wöchigen Beobachtung in der Zeugenaussage behandelt und verwendet werden, da sie diese als Verfassungswidrig ansieht (Die Beobachtung und die angeblichen Erkenntnisse daraus). Also ein Verwertungsverbot. Für die restlichen Belange hatte der Angeklagte (in diesem Fall eben Herr Mollath) eine Freigabe der Verschwiegenheitspflicht erteilt.
      Als Herr Leipziger dies (ob absichtlich oder nicht, stelle ich -da es eine Meinungsäußerung währe- hinten an) nun aus Unterlagen zitierte die vermutlich sogar zu dem Bereich des Verwertungsverbot gehören (Es waren Unterlagen aus dem BKH, das die Beoabachtung von Herrn Mollath wegen Befangenheit des Herrn Wörthmüller abbrechen musste) und nicht von Ihm oder seinen Untergebenen gehörten.
      Um solche "Versehen" in der weiteren Zeugenbefragung zu verhindern wurde die Befreiung der Verschwiegenheitspflicht durch die Angeklagtenseite wieder zurückgezogen.
      Somit konnte Herr Leipziger nur noch über Die HV vom 8.8.2006 selbst aussagen.

      Nun zum "hinten Anstellen" (also meine Meinungsäußerung):
      Da Herr Leipziger zum einen scheinbar Unterlagen mithatte, die mit seiner Zeugenaussage nichts zu tun hatten und er diese benutzt hatte (ich vermute absichtlich, was aber für den Vorgang selbst eigentlich egal ist) war der Schritt des Entzuges der Freigabe meiner Meinung nach der richtige Schritt. Egal ob Absichtlich oder unabsichtlich, Herr Leipziger hat sofort mit einer Markanten und Bewertenden Stelle angefangen. Das zeugt zumindest für den versuch einer Rechtfertigung in meinen Augen,. da ich der "Meinung" bin, das Herr Leipziger dieses "Zeilentutscher" nicht "aus Versehen" vollzogen hat. Wie ich oben schon geschrieben habe, nimmt Herr Leipziger zu seiner Zeugenaussage Unterlagen mit, die mit seiner Aussage nicht, aber auch garnichts zu tun haben. Nimmt man jetzt noch die Aussage von Herrn Leipziger, das er in den Zeilen "verrutscht" sei, hat er also diese Aussagen in seine eigenen Unterlagen für die Zeugenaussage mit eingearbeitet.

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    4. Als Ergebnis bleibt, wenn ich das richtig verstehe, dass Herr Leipziger nur seine Eindrücke aus der Gerichtsverhandlung schildern durfte und die restlichen siebeneinhalb Jahre seiner Betreung und Beobachtung von Herrn Mollath, bei der Vernehmung unberücksichtigt blieben? Inclusive der kompletten Krankenakte aus dem BKH- Bayreuth?
      War der Umfang der Aussagen der anderen Gutachter ähnlich eingeschränkt?
      Sind diese Akten denn dann zumindest bei Herrn Strate komplett dokumentiert?

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    5. In wie weit andere Gutachter von Ihrer Schweigepflicht entbunden wurden muss man entsprechend in den Wortprotokollen nachlesen (so weit schon online gestellt).
      So ist z.B. Herr Pfäfflin von seiner Schweigepflicht entbunden worden "soweit jetzt die Exploration betroffen ist" (lt. Wortprotokoll RA Strate).
      Die Befunde sind davon wiederum ausgeklammert, was dann die Vorsitzende Richterin Escher bestätigt:

      Mein Fragenprogramm wäre dahin gegangen, was im Rahmen der Exploration der Herr Mollath für Angaben gemacht hat, diese Explorationsgespräche, nicht die Befunde..

      Die Schwierigkeit sehe ich (als Laie) in der Tatsache, das inzwischen einiges nicht mehr verwertbar ist. So sind die "Befunde" des Herrn Pfäfflin schon durch das BVG wegen der Fortdauerunterbringungs-Gutachten als nicht Korrekt bezeichnet worden.
      Auch dieses Urtei findet man bei Herrn Strate auf der Dokumentationsseite:
      http://strate.net/de/dokumentation/Mollath-BVerfG-Entscheidung-2013-08-26.pdf

      Ansonsten empfehle ich etwas Eigeninitiative. Auf der Dokumentationsseite von Herrn Strate stehen viele Antworten auf dieverse Fragen: http://strate.net/de/dokumentation/index.html

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    6. Lieber Gaston,
      dazu fehlt mir leider die Zeit, was bleibt ist das etwas schale Gefühl einer vorgeblichen Transparenz, die sich allerdings als selektiv herausstellt.

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    7. Wer sich die Zeit nicht nehmen will, wird immer nur selektives mitbekommen.
      Letztendlich bin ich auch ein Mensch der seine Wahrnehmungen subjektiv verarbeitet.

      Das im Rahmen des Wiederaufnahmeverfahren eine "vorgebliche Transparenz" bestehen würde, kann ich so nicht nachvollziehen. Die Unterlagen sind wie gesagt alle einsehbar. Das bestimmte Dinge nicht in der Strafverhandlung verwertet (und somit angesprochen) werden dürfen hat nichts mit "vorgeblicher Transparenz" zu tun. Das ist alltägliche Strafprozessordnung.

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    8. Habe doch mal nachgelesen, Herr Prof. Pfäffin durfte auch über alles was er von der Station wusste nicht aussagen und Aussagen über seine Diagnose waren auch verboten, nun ja so kann ich mir natürlich auch mein Bild über die Psychiatrie zusammenbasteln. Wirklich erschreckend find eich den Schluss des Protokolles wo der durch Teile der Unterstützerszene fertiggemachte Mann den Tränen nahe sich darüber beschwert, dass sein Gutachten veröffentlicht wurde....
      Frau Wolff hat ja schon in ihrem blog Zivilprozesse angekündigt, die Herr Mollath, nach dem zu erwartenden Freispruch, führen wird, Man wird dann sehen inwieweit das Spielchen mit Aussageverweigerung und Schweigepflicht auf der einen und wüsn Beschuldigungen auf der anderen Seite ausgeht....vielleicht verteidigt ja Herr Strate dann die versicherung von Herrn Leipziger.

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    9. Die mangelnde Transparenz zu den psychiatrischen Befunden ist aber nicht den als Zeugen befragten Psychiatern (Pfäfflin, Leipziger) oder dem Gericht zuzuschreiben, sondern der nur eingeschränkten Entbindung von der Schweigepflicht durch Herrn Mollath.

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    10. Hallo Herr Prof. Müller, vielen Dank für Ihren Kommentar. Hierauf sind soeben zwei anonyme Antworten eingegangen, die ich jedoch nicht veröffentlichen werde, da sie den infamen Versuch der Pathologisierung unternehmen. @Anonym: Herr Mollath ist ein erwachsener Mensch und dies hier ist definitiv keine Plattform, um über Betreuungsfragen zu schwadronieren.

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    11. Und, entschuldigen Sie bitte meine Aufdringlichkeit, eine letzte Frage. Habne sie den Eindruck dass die Anklage ähnlich "gut"gearbeitet hat wie die Verteidigung? Wenn ich mir Herrn Dr. h.c. Sttate als Staatsanwalt vorstelle, hätte er doch viel mehr versucht die Glaubwürdigkeit des, mehr oder weniger, nichtaussagenden Angeklagten zu erschüttern. Viele Aussagen Herrn Mollaths laden ja geradezu dazu ein. Die Behauptungen er wäre Millionär gewesen und seine Villa voller Gemälde und Antiquitäten z.B. wäre ja durch Umsatzlisten seiner Firma durchaus zu hinterfrageb gewesen?

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    12. Schade, die Antworten hätten mich sehr interessiert, vielleicht haben sie ja die Möglichkeit sie an Herrn Müller weiterzugeben und er Interesse ihnen in seinem eigenen blog nachzugehen, ich hatte es leider versäumt die Beiträge für mich selber zu speichern. Ich hoffe inständig dass Ihre Einschätzung Herrn Mollaths zurifft, eine Pathologisierung hatte ich nicht im Sinn, eher die tiefe Sorge, dass da gerade einiges schiefläuft.

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  20. @ Seler, 30. Juli 2014 18:05

    Danke für den Hinweis auf den "Focus"-Artikel.

    Dass in diesem Wiederaufnahmeverfahren nur die Herrn Mollath angelasteten Straftaten verhandelt werden, darüber gibt es bereits etliche fundierte Ausführungen.

    Die Frage, die sich mir in diesem Zusammenhang stellt:
    Gab oder gibt es eine Strategie von Herrn Dr. Strate, nach diesem Prozess den eigentlichen Ausgangspunkt zu durchleuchten und wurde das mit Herrn Mollath besprochen oder trifft die im "Focus" geäußerte Vermutung von Herrn Dr. Schlötterer zu?

    "Focus" (http://www.focus.de/politik/deutschland/streit-im-prozess-er-reisst-alles-was-er-sich-aufgebaut-hat-mit-dem-arsch-ein_id_4026994.html):

    "Justiz will den Fall Mollath beerdigen"
    Schlötterers Vermutung: „Würde die Staatsanwaltschaft aber die Schuldigen zur Rechenschaft ziehen, hätte Mollath in diesem Prozess wohl gar kein Problem.“ Aber das geschehe eben nicht. „Mollath soll sich damit offenbar zufrieden geben, wieder in Freiheit zu sein. Damit wollen Justiz und die darüber stehende politische Spitze den Fall Mollath beerdigen. Sicher ist das für ihn ein Beweggrund, darauf zu pochen, dass die Wahrheit wenigstens in seinem Prozess voll ans Tageslicht kommt, zum Beispiel auch durch die Vernehmung der Bänker der HypoVereinsbank.“

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  21. Sina
    Mir erscheint es wenig verwunderlich, dass es zu einem Eklat kam (oder auch zu mehreren).
    *
    Viele Jahre weggeschlossen - und Psychiatrie / Gefängnis sind Welten, in der andere Sozialnormen gelten, andere Machtverhältnissen, andere Umgangsformen. Wer in der Welt von Psychiatrie / Gefängnis überleben will, muss Strategien entwickeln, die "Draußen" das genaue Gegenteil bewirken können.
    *
    Zudem viele Jahre abgeschnitten von der Entwicklung des Internets, so dass weder der daraus resultierende Nutzen, noch die daraus resultierende Gefahr erkannt werden können.
    *
    Ein guter Rechtsanwalt ist nicht der edle, hilfreicher Ritter, als der er von vielen Menschen so gerne gesehen würde. Ein guter Anwalt ist einer, der das Eigenleben der Justiz kennt und es hervorragend versteht, sich darin zu bewegen. Sozusagen ein Schachspieler, der vorausschauend die Züge der Gegner erahnt und entsprechend pariert.
    *
    Dies bedeutet aber immer auch, ein guter Anwalt ist Systemimmanent.
    *
    Was dazu führen kann, dass ein Mensch einen Prozess gewinnt, obwohl er in einem moralischen Sinne versagt hat oder gar schuldig ist. Während ein anderer Mensch, der in einem moralischen Sinne weder versagt noch schuldig geworden ist, einen Prozess verliert.
    *
    Die Anwälte von Herrn Uli Hoeneß haben dies sehr deutlich vorgeführt. Und Herr Hoeneß konnte im Gegensatz zu Herrn Mollath die Klaviatur des sich geschickt anpassenden Verhaltens einsetzen.
    *
    Genau dieses Eigenleben der Justiz und die sich daraus ergebenden Spannungsfelder sind vielen Bürgern immer weniger vermittelbar.
    *
    Dann kommt Herr Mollath, der - bildlich gesprochen - jahrelang im eigenen Saft schmoren musste und der davon ausgeht: Hätte meine Frau nicht so (moralisch) verwerflich gehandelt (Steuerhinterziehung), dann wäre es doch gar nicht zu dieser für mich herabwürdigenden Situation gekommen. Die körperliche Gewalt und die Reifenstecherei ist doch nicht passiert, weil ich ein böser Mensch bin. Sondern weil meine Frau einen Grund brauchte, damit ich schweige, stillhalte. Wenn also die Steuerhinterziehung en détail bewiesen wird, wird auch sichtbar, warum es zu den Diffamierungen gekommen ist.
    *
    Und genau da prallen die Welten aufeinander.
    *
    Was Frau Beate Lakotta zu kaum verhohlenen hämischen Kommentaren im Stiele von "I C H habs gewusst, I C H habe Recht behalten" veranlasst. Oder eben Unterstützer zu enttäuschten Reaktionen bewegt, wie die von Frau Prem mit Veröffentlichung eines sehr privaten Briefes. Letztendlich aber geht es um die eigene Reputation, auch Herrn Strate (den ich ebenso wie Frau Prem sehr schätze)
    *
    Vergessen wird dabei aber, dass jedem Menschen ein fairer Gerichtsprozess zustehen (sollte), egal ob Jugendlicher, Alter, behinderter, angeblicher Querulant, Eigenbrötler, Kranker, Ausländer.

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    1. "es gab ein kurzes Gespräch mit Frau Prem, in welchem ich ihr das Grundrechtsproblem mit der Anwesenheit des Psychiaters darlegte, daß eigentlich ab jenem Momente wegen der Strafprozeßordnung Herr Dr. Strate sofort eine Verfassungsbeschwerde hätte einreichen müssen, mit Antrag auf Einstweilige Verfügung. Ich habe mich nicht verhört, Frau Prem signalisierte mir, es ist Herrn Dr. Strate bewußt!"

      Wieso ist das nicht geschehen?
      Dann braucht sich Strate über die einsetzenden Zentrifugalkräfte nicht wundern…

      Wenn die Strategie ist, die Psycho-Kiste zuzulassen, dann aber bitte auch richtig.

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    2. Wie ich sehe, werde ich die Unmengen an Kommentaren wohl besser lesen müssen, ehe ich sie online stelle. Den von Ihnen zitierten Kommentar habe ich soeben gelöscht, da dies sicher nicht den Tatsachen entspricht. Richtig ist, dass der Gesprächspartner mir seine Auffassung dazu darlegte. Eine von vielen Meinungen verschiedener Menschen, mit denen ich im Rahmen meiner Beschäftigung mit dieser Sache konfrontiert werde. Was hätte ich dazu sagen sollen? Ich bin schließlich keine Juristin.

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  22. Werter Herr Mollath!

    Wie ich schon erwähnte, bin ich "ein Fall" wie ihrer, aber mich traf es ungleich härter, weil man mein Leben an sich gefährdete, und das eines Angehörigen dazu.

    Sie haben daher meine Solidarität in Sachen Schutz ihres Lebens.

    Bis vor wenigen Tagen sah man sie, von Herrn Dr.Strate geleitet, auf dem Weg, als integrer Sieger aus dem Gerichtssaal zu gehen. Der gewonnene Preis wäre die Freiheit gewesen, künftig in dem ihnen gemäßen Tempo, durchaus auch mit politischer Unterstützung und in einem großen Prozess, anzuprangern oder zu unterstützen, was immer sie wollen.

    Weil ihr jetziger Anwalt den Schutz ihres Lebens und ihrer Freiheit an die erste Stelle stellte, wollte er sie selbst wiederbefähigt sehen, weitere Schritten nach ihrem Gutdünken zu setzen.

    Wenn dagegen ein Gegner sie jetzt noch zu Fall bringen wollte, müsste er sie von der Reihenfolge, den Schutz ihrer Freiheit vor alles andere zu stellen, abbringen.
    Er müsste ihnen einreden, sie sollten alles zugleich wollen, aufstehen, anprangern, abrechnen, Wiedergutmachung fordern, - und damit das Gericht überfordern.

    Im besten Fall würden sie sozial isoliert enden wie die bedauernswerte Natascha Kampusch, die man durch zu schnelle Verwertung für finanzielle Interessen, sozial völlig isolierte, und damit in den Augen vieler Kritiker erneut zum Opfer machte. Sie ist heute ein armes reiches Mädchen. Hat in der Freiheit die eingeschränkteste der denkbarsten Freiheiten.

    Im schlechtesten Fall würden sie sich vor Gericht zum Hanswurst machen, immer von Einflüsterungen so genannter Freunde getrieben, sie würden sich wie der bessere Anwalt aufführen, den wirklichen Verteidiger zum Lehrjungen degradieren, der bei ihnen in die Schule zu gehen habe - ihre Feinde könnten sich über diese Vorstellung ins Fäustchen lachen.

    Herr Mollath, sie selbst sind für ihr Tun verantwortlich, nicht Herr Strate, aber auch nicht einige ihrer sichtlich an politischem Streitmaterial interessierten Einflüsterer, die keinen freien Menschen brauchen, sondern ein vom Gericht gedemütigtes Opfer behalten, und sie deshalb zu unsinnigen Verrenkungen verführen wollen.

    Als moralischer Sieger, in der ihnen von Herrn Dr.Strate zugedachten Rolle, können sie jetzt nicht mehr rausgehen, nur mehr als Freigesprochener..

    Als Sieger gehen die von ihnen zu Unrecht gedemütigten Anwälte raus. Sie lehrten uns, was Liebe zur Wahrheit ist: Für eine Sache einzustehen, dafür sogar finanzielle Verluste einzustecken, Unrecht anzuprangern, aber niemals den Blick darauf zu verlieren, dass man sich und seine geistige Freiheit auch selbst schützen muss.


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    1. Das ist, leider anonym, ein großartiger Artikel. Genauso ist es. Schade, dass Herr Mollath von einer moralischen Beschaffenheit ist, dass er dies nicht versteht, sondern sich zum Manipulationsopfer derer machen und von ihnen benutzen läßt, die, überaus selbstverliebt, lediglich egoistische Motive haben. Um Herrn Mollath wird es innerhalb kürzester Zeit nach Ende des Prozesses sehr einsam werden. Seine jetzigen klandestinen Berater werden die Zitrone fallenlassen, sobald sie ausgepresst ist. Die wertvollsten Beziehungen hat Mollath selbst zerstört. Mir tun Menschen wie Gerhard Strate, Ursula Prem, Dr. Schlötterer, einige weitere mehr, unendlich leid. Herr Mollath weiß nicht, dass er ihnen tiefste Dankbarkeit schuldet. Hätte es diese uneigenützig Handelnden nicht gegeben, säße er noch immmer im Maßregelvollzug, mit all den ganz konkreten Folgen. Da ich nicht davon auszugehen habe, dass Herr Mollath "krank" ist, empfinde ich für sein Verhalten besonders seinem Verteidiger gegenüber einfach nur Abscheu.

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    2. Herr Postel, sind Sie eigentlich jener Gert Postel, an den die meisten Leser denken werden, also der bekannte Hochstapler? Oder haben Sie nur zufällig den gleichen Namen? Oder haben Sie sich den gleichen Namen gegeben, um hier mehr Aufmerksamkeit erregen zu können?

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    3. Ach Maddin, es ist zwecklos!

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    4. Ich finde es zunächst bemerkenswert, dass anonyme Feiglinge an der wahren Identität anderer so ein grosses Interesse haben. Wenngleich eigentlich meine mir innewohnende Bescheidenheit ein Renomieren mit leidlich prominenten Namen verbietet und es meiner Ansicht nach auf den Inhalt des Kommentars und nicht auf die Prominenz des Kommentators ankommt, so habe ich dennoch ausnahmsweise Nachsicht und will die Neugierde der anonym sich glaubenden Figur befriedigen: Ja, ich bin jener Gert Postel, an den viele Leser denken werden ... Und das ist jetzt ein Erkenntnisgewinn?
      Herzlich
      GP

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    5. @Gert Postel,
      "Und das ist jetzt ein Erkenntnisgewinn?"
      "und es meiner Ansicht nach auf den Inhalt des Kommentars und nicht auf die Prominenz des Kommentators ankommt,"

      Sie bemerken aber schon, dass Sie derjenige sind, der Kommentare zuerst einmal nach Pseudo-Identitätspreisgabe filtert ???

      Und jetzt klären Sie uns bitte auf, was Sie mit Mollath moralischer Beschaffenheit gemeint haben wollen - was für eine Arroganz!

      Und zuletzt: Mollath hat momentan bestimmt nicht den Luxus!!! sich auf menschliche Beziehungen stützen zu können - das hat er sich spätestens da abtrainiert, wo ihn menschliche Beziehungen ins Verderben gebracht haben.
      Gerade eben hat er sich um die rechtstaatliche Sache zu kümmern - und all jene menschlichen Beziehungen, die sich Ihm wohlmeinend angebiedert haben (z.B. Leipziger) treten in aktualisierter Symmetrie auf den Plan.
      Ich glaube auch, dass Mollath liebend gern auf Menschliches bauen wollen würde, und all die Personen ihre Fehler eingestehen und sich bei Mollath entschuldigen, und bei Strate und bei Frau Prehm - denn deren menschlichen Verfehlungen machen den Einsatz all dieser Leute notwendig, nicht Herr Mollath.
      Jetzt lasst doch einfach mal den Mollath und Strate das so machen, wie es den beiden möglich ist, und haltet euch einfach mal selbst zurück!
      Hernach ist bestimmt auch ein Herr Mollath bereit zu Kaffee und Kuchen und einem belanglosen Gefühlsduseligen Wohlfühl-Small-Talk - aber doch nicht jetzt, wo jederzeit eine Richterin willkürliche Schlussfolgerungen aus dem psychiatrischen Gutachten ziehen kann - beeinflusst und im selben Geiste wie viele Kommentatoren.

      Ehrlich gesagt kann man auch bei Strate etwas 'Panik' heraushören, als es um das psychiatrische Gutachten geht. Bei all der Sicherheit die im Netz für die eine oder andere Richtung behauptet wird, bin ich mir noch gar nicht sicher, was die Richterin am Ende richten wird.

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    6. Man darf wohl nicht hoffen, dass zumindest einige der anonymen "Recken der Feder" dazu übergehen werden, ihre Beiträge - so wie Sie, lieber Herr Postel - mit ihrem Realnamen zu kennzeichnen. Ob der Mut dazu ausreicht, dass die anonymen Schreiber zumindest unterschiedliche Pseudonyme wählen, so dass man zwischen "anonym" und "anonym" und "anonym" unterscheiden kann? Ich fürchte aber, dass diese Kommentatoren lieber beim Gemeinschafts-Anonym bleiben. Eine Wertung dieses Sachverhalts in schriftlicher Form verkneife ich mir. Wirklich herzlich - WJL.

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    7. Lieber WalterJoergLangbein,
      vielen Dank für Ihre Zeilen. Ich finde, man darf "den Sachverhalt" auch "in schriftlicher Form" werten, - warum nicht? Anonyme Heckenschützen dürfen gerade eben nicht einen Vertrauensschutz in Anspruch nehmen, der Behutsamkeit gebieten könnte. Ich bin der Ansicht, dass man, abgesehen von wenigen Ausnahmen, zu dem, was man andere wissen läßt, zu stehen hat. Es gehört doch in Wahrheit auch nicht "Mut" dazu, in diesem Forum seine Meinung zu sagen. Meine Güte, man denke an die wirklich Mutigen der neueren Geschichte. Wer hier etwas sagt, was anderen nicht paßt, wird weder erschossen noch eingesperrt. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, auf Feiglinge gar nicht mehr zu antworten.
      Auch wirklich herzliche Grüße, - Ihr GP

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    8. Lieber GertPostel,

      aber natürlich darf man das, das ist legitim. Ich habe mir eine schriftliche Wertung verkniffen, um eigene Zornesausbrüche erst gar nicht sichtbar werden zu lassen!

      Herzliche Grüße - Ihr WJL.

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    9. Lieber WalterJörg Langbein,
      Sie neigen in Belastungssituationen zu "Zornesausbrüchen?" Zu Impulsdurchbrüchen? Zu Aktualkonflikten? Vielleicht sind Sie eine Gefahr für sich oder andere?
      Besorgt, Ihr GP

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    10. Weil ich selbst in diesem Blog auch schon öfters etwas geschrieben habe:
      Ich finde, man sollte anonyme Kommentare nur veröffentlichen, wenn sie etwas zur Sache beitragen und ernst gemeint sind. Solch trolliges Zeugs wie "im SPIEGEL steht aber...", oder Fragen lesefauler Besserwisser nerven nur. - Ich finde es krass unhöflich, wenn jemand hier auf eine ausführliche Antwort dann etwa so reagiert: "Du, jetzt echt ey, dafür hab ich nu wirklich nicht die Zeit, Alter."
      Ich selbst bin immer davon ausgegangen, dass meine Kommentare nur dann durchgehen, wenn sie genug Substanz haben und etwas zur Sache beitragen. - Das wäre m.E. nicht "Zensur", sondern Qualitätssicherung.
      Zum Technischen: Mir war (und ist) es einfach zu nervig, für solche Zwecke etliche Mailadressen, Konten, Passwörter etc. nebeneinander einzurichten. - Mag sein, dass es für Blogger kein großes Ding ist, aber ich hab keine Lust, mich da reinzufriemeln. Das ist wohl altersbedingt.
      Lg
      A.B.

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  23. Man möge übrigens endlich damit aufhören, über Herrn Strate zu verbreiten, auch er verfolge eigenützige Motive pp. Vor vielen Jahren hat einmal ein norddeutsches Nachrichtenmagazin auch über Mutter Teresa verbreitet, sie tue das alles im Grunde nur für sich. Es gibt kaum etwas, was man, pro domo, besser mißbrauchen könnte, als die Sprache. Wenn Altruismus, Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft, Hintanstellung eigener auch großer materieller Interessen, egoistische Handlungen darstellen sollen, dann trifft die Bezeichnung das Bezeichnete nicht mehr, sondern verkehrt es in sein Gegenteil, dann ist alles nur noch absurd. Aber das perfide Spiel ist leicht durchschaubar. Für mich ist übrigens der wahre Held der ganzen Geschichte der Verteidiger des Herrn Mollath. Er schenkt das denkbar Wertvollste, so großzügig in jeglicher Hinsicht, und muss sich tatsächlich vom dem, der alles gerne angenommen hat, auch noch Verrat und Beschimpfung gefallen lassen. Tiefer kann´s moralisch nicht mehr gehen. Den Gustl Mollath, für den hier gekämpft wurde, gibt´s nicht mehr: In Wahrheit hat es ihn nie gegeben; der blosse Zeitablauf hat ihn sichtbar gemacht: Er sieht häßlich aus.

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  24. Sehr geehrte Frau Prem, erst einmal herzlichen Dank für Ihre Berichte aus dem Gerichtssaal. Wenn ich zum Fall beispielsweise im „Spiegel“ auf einen Artikel stoße, schaue ich lieber erst einmal auf Ihre Seite. Den Qualitätsjournalismus machen in diesem Fall Sie und nicht der „Spiegel“! Seit einem Jahr verfolge ich Ihren Einsatz für Herrn Mollath. Wie es jetzt auch immer weitergeht: Sie haben viel für ihn getan und damit hoffentlich auch viel für alle, die jetzt oder zukünftig von einer psychiatrischen Zwangsbegutachtung bedroht werden.

    Frau Neeser zitiert auf ihrer Seite den Diplom-Psychologen Dr. Hans-Ulrich Gresch:
    „Psychiater haben vor Gericht nichts zu suchen. Es sei denn als Angeklagte.“
    Das meine ich mittlerweile auch!

    Ich nehme an, Herr Mollath möchte jetzt nicht nur in einem „realen Strafprozeß“ freigesprochen werden sondern den „idealisierten Strafprozess“ (Prof. H. Müller) führen, den HVB-Skandal aufrollen und als ursächlich für all sein Leiden festgestellt bekommen. Damit verkennt er aber die Funktionsweise eines Strafverfahrens. Er wird das Gericht nicht zwingen können, Punkte zu erörtern, die bereits als „wahr“ vorausgesetzt werden. So kann er selbst bei dem größtmöglichen Erfolg im Wiederaufnahmeverfahren nur unzufrieden zurückbleiben. Schade!

    Den besseren und einzig erfolgversprechenden Weg beschreiben Sie ja oben: Über die Presse und über die Blogs.

    PeterM

    P.S. leider hat der Upload dieses Beitrags am 28.7. nicht geklappt(, da Cookies ausgeschaltet). Er nimmt daher auf die Forenbeiträge keinen Bezug.

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  25. Guten Tag!

    Herr Postel, ich schrieb gestern 23:29, dann nicht mehr, das nachher war eine andere Person.

    Herr Mollath will wahrscheinlich gar nicht undankbar und unloyal sein. Der Schlüssel, um ihn zu verstehen, liegt möglicherweise in der Tiefe seiner Ehebeziehung begründet.

    Für mich hört es sich so an, als hätten die zwei viel gemeinsam unternommen, so fuhren sie eines Tages in die Schweiz. In der Retrospektive war das für Herrn Mollath nicht in Ordnung, er meldete Bedenken an. Aber seine Frauau hörte zu seiner Überraschung nicht auf ihn.
    Es gab plötzlich etwas, was stärker war als Gefühle und Ethik zusammen.

    Herr Mollath nennt die Veränderung "DIE BANK", "DER SCHWARZGELDSKANDAL", beide erhalten das Attribut zugeschrieben, sie würden Menschen zu etwas anderem machen, sie hätten die Verantwortung für die Entfremdung.

    Wie es aussieht, konterte seine Gattin mit dem Versuch, ihn gleichermaßen zu bezichtigen, für sein Handeln nicht selbst verantwortlich zu sein, bei ihm sei es "die KRANKHEIT", "der WAHN". Der Konflikt konnte daher in der Beziehungsrealität weder gelöst, noch gesteigert werden. Er wurde auf eine Stellvertreterebene umzuschichten versucht. Rosenkrieg eben!
    Zwei Menschen hatten im Materiellen Harmonie und soziale Zugehörigkeit erlebt, allerdings in einer etwas Gesellschaft mit höherem Lebensstandard, und waren sich auf der geistig-moralischen und emotionalen verloren gegangen.

    Vielleicht setzen wir das traumatische Ereignis zu spät an, erst bei der Verletzung durch Gerichte und Psychiatrie.

    Für Herrn Mollath mag die emotionale Notwendigkeit bestehen, den Konflikt so zu benennen, wie er sich ihm zum ersten Mal offenbarte, als Trennungselement zwischen ihm und seiner Frau, in der Konsequenz, zwischen ihm und allen, die ihm noch einmal Nähe abringen könnten. Nur wenn geklärt wäre, dass DAS keine Macht mehr habe, noch einmal einen Menschen völlig zu verkehren, werde er sich wieder anvertrauen.

    Deshalb, aus einem Gefühl des Verletztseins, und nicht aus Wahn, könnte es ihm so wichtig sein, jemanden zu haben, der das Thema in den Mittelpunkt stellt.

    Ein verantwortungsvoller Helfer wird die aus dem Trauma resultierende Sichteinschränkung Herrn Mollaths nicht zu seiner gesündesten Seite erklären, wird ihn nicht bloßstellen, indem er ihn da vorführt. Er wird ihn auch nicht verheizen für politisches Quergeschrei.

    Das Richtige tun, ja, aber auch zur richtigen Zeit. Besser erst dann, wenn der Druck der drohenden Unfreiheit abgefallen ist!
    Herr Strate hätte seinem Mandanten für den zweiten Schritt sichtlich noch ein wenig Zeit gegönnt.

    Und wer weiss, ob er nicht noch weitere Prozesse mit Herrn Mollath gewonnen hätte!

    Anonym-Pechvogel

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    1. Da Herr Mollath gesund ist, ist er verantwortlich für das, was er tut oder unterläßt. Es geht nicht an, ihn auf sanfte Weise zu pathologisieren, um ihn zu entschuldigen. Da er aber gesund ist, gilt: Wie einer ist, so muss er handeln bei Eintritt des Motivs, der Ursache, des Reizes von außen. Gemäß seiner Beschaffenheit "handelt" ein jedes Ding. Herr Mollath agiert, beispielsweise seinem Verteidiger gegenüber, so, wie er in Wahrheit ist, seinem eigentlichen Charakter gemäß. Reize von außen kitzeln nur das heraus, was in einem Menschen veranlagt ist. Der "Schlüssel" liegt deshalb nicht "in der Tiefe seiner Ehebeziehung begründet," sondern im eigentlichen Kern der Persönlichkeit: das ist sein moralischer Charakter. Deshalb darf keine psychiatrische, sehr wohl aber eine charakterologische Bewertung vorgenommen werden.

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    2. Gert Postel,

      Mollath kritisieren zu dürfen braucht keines 'Beweises'. Die Kritik aber auf 'charakterlogische' Bewertungen münzen zu wollen - sorry, aber diese Vermessenheit sollten Sie mit Ihren Verfehlungen besser lassen.

      Und ob Sie es bemerken oder nicht, durch Ihre 'Charackterlogie' betreiben Sie sehr wohl eine sanfte Pathologisierung - nur mit anderer Bezeichnung. Und warum: Weil plötzlich nicht mehr die jeweilige Tat, sondern eine seinshafte 'Charakter'-Zuschreibung, dauerhaft und erst einmal unveränderlich, untergeschoben wird. Dann muss man halt nicht mehr die Psyche, sondern den Charakter 'behandeln'.

      Oder welchen 'Erkenntnisgewinn' sollen wir durch die Verschiebung auf ein Sein ('Charakter', 'Kern der Persönlichkeit') sonst erhalten???

      Also lassen Sie solchen Blödsinn, und legen am besten mal die Streichhölzer beiseite! Weit besser wären Sie mit einer Therapie beraten, um mit einer 'Entidiologisierung' ihrer Mollathprojektionen klar zu kommen.

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    3. Lieber anonymer Freund,
      nicht alles, was Sie nicht auf Anhieb verstehen, ist Blödsinn. "Verschiebungen" haben nich stattgefunden: Charakter und psychiatrische Erkrankung - falls es sie gibt - sind sui generis etwas anderes. "Behandelbar" ist der Charakter leider nicht, er ist unveränderlich, ein Werk der Natur. Sprechen Sie bitte auch nicht von "seinshaften" Dingen, denn das sind leere, hohle Begriffe, die keiner Anschauung entnommen sind, man wirft so etwas nur spielerisch hin und her, um bei schlichten Gemütern ein bisschen Eindruck zu erzeugen. Seien Sie einfach ein wenig bescheidener und begnügen Sie sich vielleicht mit einem Einführungskursus in die Grammatik. Volkshochschulen landlauf und landab bieten solche Schulungen kostengünstustig an. Den Begriff "Projektion", einem Termnius übrigens der Psychoanalyse, das werden Sie wissen, bemühen Sie hier ohne Sinn: schlichter Anstand braucht nicht projektive Verfahren, er hat sie gar nicht nötig.
      Interessant hingegen empfinde ich Ihre Weglassungen: Sie firmieren unter "anonym." Sie werden dafür Ihre Gründe haben. Alles Gute, GP

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  26. Sina
    Anonym 30. Juli 2014 23:29
    Gert Postel 31. Juli 2014 09:06
    Gert Postel31. Juli 2014 09:32
    *
    Anonym begann am 30. Juli 2014 23:29 seinen Beitrag mit folgenden Worten:
    "Werter Herr Mollath! Wie ich schon erwähnte, bin ich "ein Fall" wie ihrer, aber mich traf es ungleich härter, weil man mein Leben an sich gefährdete, und das eines Angehörigen dazu."
    *
    So ähnliche Beiträge finden sich auf den verschiedenen Plattformen zu hunderten.
    Sie zeigen deutlich, wohin sich unsere Gesellschaft (auch) entwickelt: Es werden unter dem Deckmäntelchen der Anteilnahme, des Journalismus, der Politik, der Religion letztlich sehr eigene Interessen verfolgt.
    *
    Und fast immer kommt am Ende unter den Deckmäntelchen hervor: Meins ist viel schlimmer, als Deins. Meins ist wichtiger, als Deins. Ich habe Recht, Du hast Unrecht. Meine Moral ist besser, als Deine Moral.

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    1. Das stimmt! Und wenn Sie nicht recht wissen, warum ein Mensch in irgendeiner Art handelt, so unterstellen Sie einfach egoistische Motive: In 98 Prozent aller Fälle werden Sie richtig liegen! Die Antriebsfedern für moralisches Handeln lassen sich ohnehin auf 3 reduzieren; aus ihnen ist alles Tun letztlich erklärbar: Egoismus, Sadismus und Altruismus (z.B. Mitgefühl).

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  27. @ Sina

    Gerne hole ich weiter aus.
    Mir geht es nicht um einen Wettbewerb, wer schlimmer dran sei.
    Ein jeder Mensch ist mit seinem Schicksal genug schlimm dran.

    Was ich auszusprechen vermied, aber doch andeutete, ist, dass es mehr Methoden als nur die der Unterbrinung in einer Anstalt gibt.

    Ich zum Beispiel bekam in der Causa irgendwann recht.
    Dann aber standen zwei Leben auf der Kippe, meines und das eines Angehörigen.
    Lesen sie zwischen den Zeilen, wenn sie können.

    Wenn jemand einsam gegen Mächte kämpft, ist damit zu rechnen, dass Mächte antworten, auf ihre Art, bestrebt, die Karriere und das Ansehen Mächtiger zu schützen. Mit ALLEN Mitteln!

    Herr Mollath wäre gut beraten, sich ohne größeren Rückhalt als jetzt, gar nicht an die Aufdeckung von Geheimnissen zu machen. Sondern eine riesige weiße Fahne auszuholen.

    Herrn Strates Vorgehensweise schützte ihn, andere wollen Öffentlichkeit und Aufdeckung um jeden Preis, auch wenn Herr Mollath dafür den höchsten Preis zu zahlen hätte.

    Unter meinem Deckmäntelchen kommt lediglich hervor, dass der Schutz seines Lebens selbst, allen wahren Unterstützern am wichtigsten ist.

    Anonym-Pechvogel







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  28. Eine Frage des Vertrauens
    http://www.jurablogs.com/go/eine-frage-des-vertrauens

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    1. Herr Mollath hat während des Prozeßes seine innere Not zum Ausdruck gebracht. Er betonte, sein Anwalt Herr Strate habe gegenüber ihm versichert, die psychiatrische Kiste wird nicht aufgemacht. Was erlebt Mollath, gleich zu Beginn des Prozesses wird ein Psychiater vorgestellt, der am Ende sein Verhalten im Prozeß begutachten wird. Herr Mollath bricht sein angekündigtes Schweigen, um persönlich zu begründen, warum er unter der Anwesenheit des Psychiaters sich nicht zur Sache äußern kann.
      In dem Film von "report" kommt dieses Problem noch einmal zum Ausdruck, da wo das private Gutachten erwähnt wird.

      Kann es also sein, alle die, welche darauf verweisen, es handelt sich nur um einen Strafprozeß,
      übersehen, am Ende kam Herr Mollath mit dem "Gutachten" von Herrn Dr. Nedopil vollkommen beschädigt aus dem Prozeß hervor. Das "Gutachten" war das Damoklesschwert für Herrn Mollath. Nachträglich stellte sich zwar heraus, es handelt sich lediglich um eine "Stellungnahme", aber subjektiv und objektiv ist Herr Mollath durch seine Vorgeschichte belastet, Herr Dr. Nedopil hat auf Kosten von Herrn Mollath das eindeutige Fehlverhalten der Psychiater verteidigt.

      Herr Dr. Strate hatte sich hierzu geäußert, als er von dem großen Regenschirm sprach, der über die Psychiatrie gespannt wurde, mit dem Vortrag von Nedopil.

      Ich gehe durch das Miterleben der Prozeßtage davon aus, der "Fehler" des Prozesses liegt eindeutig in der Anwesenheit des Psychiaters Herrn Dr. Nedopil. Stünde nur die Straftat im Mittelpunkt des jetzigen Verfahrens, wäre die Kritik an Herrn Mollath berechtigt. Da aber gegen Ende des Verfahrens die Stellungnahme des Psychiaters für Herrn Mollath subjektiv wie ein vernichtendes Urteil über sein gesamtes Menschsein erlebt wurde, auch erlebt werden durfte, löst sich die Kritik an Herrn Mollath auf, oder aber, Herr Mollath erlebt letzten Endes den Zweiten Prozeß, wie den Ersten, er steht alleine da! Es ist zu einfach, jetzt auf Herrn Mollath einzudreschen, auch wenn sein Verhalten kritikwürdig erscheint, gegenüber seinem Anwalt Herrn Dr. Strate auch kritikwürdig ist. Doch muß Herr Mollath in Zukunft ganz alleine mit den so vernichtenden Worten des Psychiaters Herrn Dr. Nedopil leben. Keine Strafprozeßordnung hilft ihm, das nun neu gebrannte Stigma der Psychiatrie loszuwerden. Herr Mollath kommt strafrechtlich frei, aber als Mensch wurde er in seiner Würde entrechtet, durch die Psychiatrie.

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    2. Bitte machen Sie Herrn Mollath nicht zum ewigen Opfer, Sie schaden ihm damit, weil er sich dann gerne in eben jene Rolle begibt, die Sie von ihm erwarten. Im übrigen gestehen Sie Herrn Professor Nedopil eine Autorität zu, die er nicht besitzt, wenn sie ausführen, der Sachverständige hätte bewirkt, dass Herr Mollath dessen Stellungnahme "als ein vernichtendes Urteil über sein gesamtes Menschsein" erlebt habe. Sie zahlen mit der denkbar größten Münze, geht es denn nicht drei Stufen kleiner und etwas weniger pathosbehaftet? Zudem haben Sie nicht das Recht, der Öffentlichkeit dieses Forums die Gefühle und das Erleben Herrn Mollaths darzustellen, von welchem beiden sie nämlich gar nichts wissen. Sie begeben sich durch solche Interpretation fremden Erlebens auf die niedrige Stufe des Psychiaters, zu dessen Berufstätitgkeit solche Anmaßung gehört. Herr Mollath ist gesund. Deshalb ist er auch verantwortlich für das was er tut oder unterläßt.

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    3. Ach, eines noch, Herr Seler: Ihnen fällt sicher wieder eine Antwort auf meine Zeilen ein, das ist ja auch gut. Aber schreiben Sie im Interesse aller etwas prägnanter, etwas mehr auf den Punkt, wissen Sie, Sie kennen doch den alten Spruch: In der Kürze liegt die Würze (und nicht im Geschwalle, Anm. GP).
      Herzlich
      Ihr Gert Postel

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  29. Gert Postel,

    vom verurteilten Hochstapler zum postenden Wortakrobaten und Moralapostel: Ist das eigentlich ein Auf- oder ein Abstieg? Ihre späteren Kommentare über ihre damaligen Verteiger klangen jedenfalls auch nicht sonderlich dankbar.

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  30. Ihre Kategorien sind nicht meine Kategorien. Und ich habe keine Lust, mich mit einem namenlosen Feigling zu unterhalten.

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  31. Lieber Herr Postel, gestatten sie bitte, daß ich mein außerordentliches Vergnügen über Kommentare übermittle. Wenn Sie wirklich der sind, der erfolgreich als Psychiater durchkam, dann kann man der Psychiatrie nur sein Beileid ausdrücken. Da hat sie wirklich einen Vertreter verloren, der bestimmt viel Gutes bewirkt hätte (hoffe ich :-) )
    Was Mollath betrifft, so fühle ich mich nur bestätigt in dem was ich schon mal ganz zu Anfang im Wolff Blog schrieb: Da ist jemand, der sowohl von seinen Feinden wie auch von vielen Anhängern in Schutz genommen werden sollte. Weder der Hype gegen ihn noch für ihn ist da gerechtfertigt. Als Persönlichkeit halte ich ihn für einen unsympathischen Prinzipienreiter und das war er vor diesen Jahren und das hat sich offensichtlich auch nicht geändert.

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    1. Liebes stringa,
      vielen Dank für Ihre netten Worte. Na ja, als falscher Psychiater ist man ja letztlich doch nur ein Hochstapler unter anderen Hochstaplern, - ich habe das gelegentlich öffentlich so gesagt. Aber da es ein richtiges Leben im falschen nicht geben kann, was wir seit Adorno wissen und vor ihm ahnten, ist es schon besser, nicht mehr tätig zu sein. Das wäre auch keine intellektuelle Herausforderung mehr: Psychiatrie kann jeder besser als gelernte Psychiater, denn dieses Fach lebt ausschließlich vom Wind der Worte, vom schönen Latein und von inhaltsleeren Formeln. Deutlicher als ich hätte man den Beweis kaum erbringen können; und sogar ein Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof war ganz begeistert von meiner sachverständigen Tätitgkeit (siehe im Netz das nette Video: "Armin Nack lobt Gert Postel," auch unter www.gert-postel.de. Das sagt aber nichts über mein Genie, sondern viel über Psychiater und Psychiatrie aus, zumal Herr Prof. Leygraf aus Anlaß seiner sachverständigen Tätigkeit im Verfahren gegen mich vor dem Landgericht Leipzig mit seinen Test herausgefunden hatte, dass ich doch (leider) nur über einen sehr mäßigen IQ verfügte. Was immerhin bestätigt, dass man auch unter solchen Vorzeichen erfolgreich und unangefochten den Leitenden Oberarzt eines großen psychiatrischen Klinik geben kann ...
      Herzliche Grüße, GP

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    2. @ Stringa
      "Als Persönlichkeit halte ich ihn für einen unsympathischen Prinzipienreiter und das war er vor diesen Jahren und das hat sich offensichtlich auch nicht geändert."

      Dass solche Mollath-Charakter-Beurteilungen extem übergriffig sind, muss man Ihnen hoffentlich nicht extra sagen. (?) - Er hat es sich nicht ausgesucht, dass andere seine Unterwäsche künstlich mit Flecken versehen und dann öffentlich auf die Leine hängen. - Wir sind hier nicht im Kino, sondern haben es mit echten Menschen aus Fleisch und Blut zu tun.

      Sie solten sich für diese Äußerung einfach schnörkellos entschuldigen.
      A.B.

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  32. Sina
    Früher war der begriff des *Flaneurs* ein sehr geläufiger.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Flaneur
    *
    Mit Edgar Allan Poes Erzählung Der Mann in der Menge fand der Flaneur seinen Eingang in die Literatur. * In der Hoffnung, sein Geheimnis zu enträtseln, folgt nicht nur der Erzähler, sondern auch der Leser gespannt diesem Wanderer, dessen Fluch es ist, dass er nicht allein sein kann. Aber das Rätsel wird nicht gelöst.*
    *
    Während der Flaneur heute aus den Straßen verschwunden zu sein scheint, ermöglicht das Internet heute vielen Menschen zu flanieren, denn in gewisser Weise ist das anklicken von Links nichts anderes.
    *
    Anonym 31. Juli 2014 11:26 fragte Herrn Gert Postel spitzzüngig, ob er der bekannte Gert Postel sei und Herr Gert Postel bejahte dies.
    *
    Da mir der Name nichts sagte, begann ich zu flanieren.
    Gert Postel
    http://de.wikipedia.org/wiki/Gert_Postel
    *
    Da ich mich an den in diesem Artikel auftauchenden Namen * Reiner Pfeiffer *erinnerte, von
    Reiner Pfeiffer
    http://de.wikipedia.org/wiki/Reiner_Pfeiffer
    *
    zu einer Suche nach Uwe Barschel,
    die mich u.a. hierhin führte
    http://de.wikipedia.org/wiki/Uwe_Barschel
    und hierhin, mit viele interessante Links
    http://www.allmystery.de/themen/gg67312

    *
    dort tauchte der Name Heinrich Wille auf
    http://www.n-tv.de/politik/Nach-meiner-Ueberzeugung-war-es-Mord-article7315086.html

    *
    Rezension: Heinrich Wille – Ein Mord, der keiner sein durfte. Der Fall Uwe Barschel und die Grenzen des Rechtsstaates
    Im Rotpunktverlag erschien das lange verbotene Buch von Staatsanwalt Heinrich Wille. Er war der Leiter der Lübecker Staatsanwaltschaft und ab 1994 mit dem Fall Uwe Barschel betraut. Ein lesenswertes Buch für Jurastudenten, Praktiker und all jene die Kriminalfälle ohne Täter mögen.
    *
    Als Leiter der Lübecker Staatsanwaltschaft geriet der streitbare Jurist wiederholt mit seinen Vorgesetzten in Konflikt, da er zu anderen Schlüssen kam, als man es von ihm erwartete.
    http://www.juristischer-gedankensalat.de/2012/10/27/rezension-heinrich-wille-ein-mord-der-keiner-sein-durfte-der-fall-uwe-barschel-und-die-grenzen-des-rechtsstaates/
    *
    Und plötzlich ist man wieder ganz Nahe bei Herrn Mollath

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    1. Na ja, der falsche Gert Postel hätte ebenso geschrieben, er sei der "bekannte" Gert Postel. Deshalb ist der Erkenntnisgewinn der bestätigenden Antwort gleich null. Ich denke übrigens, dass ein ehemaliger Postbote und Volksschüler nicht über die hier zu Tage getretene schöne Diktion verfügt. Ihre Geschichte über Pfeiffer, Wille, Barschel (und Postel) ist ein schönes Spiel, aber was Sie damit eigentlich sagen wollen, hat sich mir leider nicht erschlossen.

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    2. *
      Sina
      Ein 2ter Gert Postel?
      Oder Anonym 31. Juli 2014 11:26 nun als Gert Postel?
      Oder Gerd Postel, der aber gar nicht Gerd Postel ist?
      *
      Die Nähe von Herrn Pfeiffer zu Herr Gert Postel tut hier nichts zur Sache, ist aber (davon unabhängig) interessant.
      *
      "Ich denke übrigens, dass ein ehemaliger Postbote und Volksschüler nicht über die hier zu Tage getretene schöne Diktion verfügt."
      Ich denke dies nicht.
      "1982 um die Stelle des stellvertretenden Amtsarztes in Flensburg und wurde eingestellt. Auf die Frage, worüber er promoviert habe, antwortete Postel „Über die Pseudologia phantastica am literarischen Beispiel der Figur des Hochstaplers Felix Krull nach dem Roman von Thomas Mann und die kognitiv induzierten Verzerrungen in der stereotypen Urteilsbildung“.
      *
      Und hier schließt sich wiederum ein Kreis:
      Aufsehen erregte ein Vortrag des Vorsitzenden Richters am Bundesgerichtshof (BGH) Armin Nack vor der juristischen Fakultät in Passau am 31. Mai 2012 wegen seiner Aussagen zur Qualität psychiatrischer Gutachten. Unverhohlen lobte Nack die Arbeit des Hochstaplers Gert Postel, welcher sich als Obergutachter zwei gelernten Psychiatern überlegen gezeigt habe
      *

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    3. Sehr geehrter Herr Postel,

      ein ehemaliger Postbote und Volksschüler hätte – neben der schönen Diktion – sicherlich in den Augen einiger, vieler (wer weiß das schon?) ebenfalls nicht den Film 'Der Mann, der auf dressierte Ziegen starrte' produzieren können, viele Jahre, bevor George Clooney dann seine Version 'Männer, die auf Ziegen starren' umgesetzt hat.

      Menschen, die über eigene Kategorien und Kategorisierungen verfügen, und sich dieses Umstands bewusst sind, sind mir übrigens sehr sympathisch.

      Herzliche Grüße
      Juenger

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    4. Ich finde das Video sehr interessant und
      Herrn Vorsitzender Richter Armin Nack gut
      https://www.youtube.com/watch?v=aV4gjef-W4o

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  33. Liebe Sina und schon schließt sich der Kreis zu »Ein Buch lesen!«:
    Mord in Genf

    In absehbarer Zeit werden sich bisher verschlossene Türen öffnen. Wollen wir hoffen, dass dann die Wahrheit ans Licht kommt, sofern nicht auch in dieser Angelegenheit der Schredder ganze Arbeit geleistet hat.

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    1. Sina
      Autorin1. August 2014 14:21 schrieb:"und schon schließt sich der Kreis zu »Ein Buch lesen!"
      So war es auch gedacht

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  34. Sina
    Gert Postel 1. August 2014 13:32 schrieb " Ihre Geschichte über Pfeiffer, Wille, Barschel (und Postel) ist ein schönes Spiel, aber was Sie damit eigentlich sagen wollen, hat sich mir leider nicht erschlossen*
    *
    Der Lübecker Oberstaatsanwalt Heinrich Wille führte jahrelang das Ermittlungsverfahren und scheint in Konflikt mit seinen Vorgesetzten geraten zu sein, weil er offenbar Dinge sehr genau untersuchen wollte.
    *
    "Je energischer Wille die Mordthese verfolgt, desto mehr Schwierigkeiten macht man ihm. Barschels Stasi-Akten ab 1985 sind verschwunden.
    Der Chefermittler [Wille] darf sich zeitweise nicht mehr öffentlich äußern, Personal wird abgezogen, seine brisanten Ermittlungen im Waffenhändlermilieu der Presse zugespielt. Zeugen tauchen ab, Mitglieder des Ermittler-Teams erhalten Todesdrohungen.
    Willes Schilderung der Ermittlungen ist eine von Widerständen, Behinderungen und gezielter Einmischung der Politik.
    http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/lesezeit/156483/index.html
    *
    Frau Lakotta
    (der es in ihren Artikeln offenbar schon lange nicht mehr um eine fundierte Berichterstattung geht, sondern die deutlich sichtbar hauptsächlich damit beschäftigt ist, zu beweisen, dass sie Recht hatte)
    fast die Aussagen von Herrn Professor Dr. Norbert Nedopil bezüglich Herrn Mollath wie folgt zusammen: " Nedopil beschrieb Mollaths Verhalten weiter als egozentrisch, skurril und manieristisch anmutend. Er habe sich als "besonders rechtschaffen" gesehen und habe "Gerechtigkeit, oder was er selbst darunter verstand, kompromisslos, übernachhaltig und mit Rigidität verfolgt". Mollath neige zur Selbstüberschätzung und zur Rechthaberei. Dies habe sich auch in der Hauptverhandlung gezeigt."
    *
    Und der BR verkürzt Frau Lakottas Aussagen auf
    "Kompromisslos, penetrant, rigide und misstrauisch"
    http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/mollath-wiederaufnahmeverfahren-regensburg-tag-13-102.html
    *
    Hier kann man es viel genauer nachlesen (aber wen interessiert dies, wo sich doch knackige Überschriften so viel leichter lesen?)
    http://www.strate.net/de/dokumentation/index.html
    http://strate.net/de/dokumentation/Mollath-Hauptverhandlung-2014-07-15.pdf
    http://www.live.mittelbayerische.de/Event/Der_Fall_Mollath?Page=1
    *
    Passt eine solche Beschreibung nicht auch auf Herrn Oberstaatsanwalt Heinrich Wille?
    *
    Und auf viele andere Menschen?
    *
    Dian Fossey (Gorillas im Nebel) * 16. Januar 1932 in San Francisco; erschlagen aufgefunden am 27. Dezember[1] 1985 im Karisoke Research Center
    "Im Kampf gegen die Wilderer nutzte sie jedoch mehrfach fragwürdige Mittel. Afrikanischen Regierungsvertretern gegenüber soll sie teilweise unbeherrscht und kolonialistisch aufgetreten sein. Sie galt als eine schwierige Person."
    http://de.wikipedia.org/wiki/Dian_Fossey
    *
    Dürfen Menschen nur solange "besonders rechtschaffen sein" - "Gerechtigkeit kompromisslos, übernachhaltig und mit Rigidität verfolgen" - solange sie Interessen, die als höherwertig eingestuft werden, nicht ins Gehege kommen?
    *

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  35. Also, ok, Frau Sina, ich schicke Ihnen gerne einmal die signierten Doktorspiele, wenn Sie Spaß an der Lektüre hätten. Wenn Sie wollen, schreiben Sie einfach direkt: postel@berlin.de, wie auch auf der Seite des Fan-Clubs angegeben.
    Herzlich
    GP

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  36. Ich meine, diese ganze Diskussion läuft in ein falsches Fahrwasser!

    1. Die ganzen Psycho-Gutachten sind schon lange ausreichend analysiert (juristisch von Gabriele Wolff, in der Gesamtschau von Frau Prem, - wer mag, kann auch noch bei Herrn Sponsel nachlesen).
    2. Für das laufende Verfahren haben sie null Relevanz. Es wird sich ergeben: Die angeschuldigten Taten hat es so nicht gegeben, Ende der Durchsage!
    3. Herr Nedopil hatte einen echten Deppenauftrag: Er sollte irgendwas absondern, was eh nicht interessiert

    Also warum wird der ganze Psycho-Kram hier nochmal so durchgewalzt??? (Aliquid heret, das ist pervers oder SPIEGEL-Lakotta, solche Trolle gab's hier ja auch.)

    4. Die (wie gesagt hinlänglich analysierten) Psychogutachten (mit Ausnahme dessen des respektablen Herrn Dr. Simmerl) sind nach der Beendigung dieses aktuellen Prozesses als Tatwerkzeuge einer schwerwiegenden Straftat gegen die Menschenwürde der Person Gustl Mollath zu werten. Und nichts anderes!

    Bitte, wo kommen wir denn da hin, wenn jeder wegen irgendetwas vor den Kadi geschleppt werden kann und dann als Person dermaßen
    - öffentlich entblößt
    - entehrt
    - seiner Privatsphäre beraubt
    - verleumdet
    - defiguriert
    ...
    werden kann? - (Sagen wir mal, etwa vielleicht demnächst auch wegen eines von einem betrügerischen Detektiv fingierten Ladendiebstahls?)

    Also bitte (und deshalb finde ich das momentane Zerwürfnis besonders bedauerlich), denken wir mal daran, dass dieser ungeheuerliche Schaden, der Herrn Mollath zugefügt wurde gesühnt und (so weit möglich) wiedergutgemacht wird.
    Selbstverständlich muss man die Verantwortlichen für die Freiheitsberaubung zur Rechenschaft ziehen, aber ich wollte diesen bisher ausgeklammerten Aspekt einmal unterstreichen.

    Ceterum censeo:
    Frau Dr. Gabriele Kracht ist die Approbation zu entziehen!

    So, das musste mal raus, bevor ich noch platze.
    A.B.

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    1. @ Anonym - A.B. 1. August 2014 23:11

      "Selbstverständlich muss man die Verantwortlichen für die Freiheitsberaubung zur Rechenschaft ziehen, aber ich wollte diesen bisher ausgeklammerten Aspekt einmal unterstreichen."

      Lesen Sie mal bitte die Vermutung von Herrn Dr. Schlötterer im im "Focus".

      Aufgrund dieses Artikel erschließt sich mir im Übrigen auch nicht, wie Herr Postel zu der von ihm am 30. Juli 2014 um 14:29 Uhr geäußerten Meinung (Intuition) kommt: "Herr Dr. Schlötterer ist fassungslos darüber, wie Herr Mollath sich durch Undankbarkeit in erster Linie Herrn Dr. Strate gegenüber selbst disqualifiziert, wie es ärger nicht sein." Leider wird diese Darstellung bereits im Internet verbreitet.

      Zum Wiederaufnahmeverfahren und der Beiziehung des Gutachters am Anfang stellt sich mir noch eine ganz andere Frage, die vielleicht in anderen Blogs schon behandelt wurde.

      Wenn dieses Verfahren bei Null anfängt und es nur um die Herrn Mollath unterstellten Straftaten (die vorgebrachten, angeblichen Beweise kennt jeder) geht, wieso dann ein psychiatrischer Gutachter? Ist das bei anderen Verfahren, in denen Handgreiflichkeiten in der Ehe oder das Aufschlitzen von Autoreifen verhandelt werden, auch so? Mir als juristischer Laie ist das nicht bekannt.

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    2. @ Hans Dietrich

      Genau deshalb hatte ich mich da mit meiner Nachfrage eingeklinkt, ob das 1:1 authentisch von Herrn Schlötterer sei! (30. Juli 2014 15:10) - Mir kam da etwas merkwürdig vor, und ich wollte die Entstehung von Gerüchten stoppen.

      Gut auch, dass Sie und Herr Seler dann gleich die focus-Links parat hatten.
      A.B.

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    3. Mich ärgert sehr, dass meine ganz klare Wortmeldung nun schon wieder sofort zerlabert wird.

      1. Mit der Wiederaufnahme der Hauptverhandlung ist Herr Mollath rechtlich jetzt auf dem Stand wie in der Verhandlung Brixner (diese ist komplett annulliert).
      2. Die Notwendigkeit eines Gutachtens ergibt sich nur, falls im Ergebnis der Verhandlung überhaupt Straftaten festgestellt würden und diese geahndet werden müssten. (Dies wird, wie wir wissen, mit Sicherheit nicht geschehen.)
      3. Die Beiziehung von Herrn Nedopil beruht auf einem rein formellen, scholastischen "Als ob"! - Es ist juristisches l'art pour l'art-Spiel, allerdings ein ungutes, weil für die Menschenwürde des Herrn Mollath eine unerträgliche Zumutung. Sein Recht auf Schutz der innersten Privatsphäre wird damit gröblichst verletzt.

      Nochmals: Die Existenz überhaupt und die öffentliche Bekanntgabe dieser "Gutachten" verletzen Herrn Mollaths Grundrecht auf Schutz der Privatsphäre im Kernbereich aufs Schwerste!

      Wer jetzt dumm dagegenhalten wollte, Herr Mollath habe die Gutachten doch selbst über Dr. Strates Dokumentenseite öffentlich gemacht, sei daran erinnert:

      1. "Die ZEIT" (Rückert & Autorinnenkollektiv) und "Der SPIEGEL" (Beate Lakotta) haben zuvor in bewusst verfälschender Weise und verleumderischer Absicht daraus selektiv zitiert und sie in die Öffentlichkeit lanciert.
      2. Es ist klar, dass die sog. "Gutachten" widerrechtlich von sog. "Gutachtern" den Hamburger Qulitätsjournalistinnen zu diesem Zweck zugesteckt wurden.
      3. Dagegen half dann zur Abwehr nur noch die Komplett-Veröffentlichung, um diesem Spiel ein Ende zu setzen. (Siehe die entsprechende Erklärung der Verteidigung.)

      Herr Mollath hat nach Abschluss des Prozesses ein Anrecht darauf, dass die Verletzung seiner innersten Privatsphäre gesühnt und entschädigt wird.
      A.B.

      (Ich hoffe, das war jetzt deutlich genug.)

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    4. @ Anonym - A.B.

      Ich gehe davon aus, dass Sie den hier Schreibenden nicht unterstellen, dass diese nicht den gleichen Wunsch einer rechtsstaatlichen Aufarbeitung dieses Falles auch in Bezug auf die dafür Verantwortlichen hätten wie Sie.

      Die Zweifel die Herr Dr. Schlötterer - sicherlich aufgrund auch eigener Erfahrung (siehe sein Buch "Macht und Missbrauch") - im Focus geäußert hat, die sehe ich auch bei @ Sina, indem sie den Vergleich zwischen den beiden akribischen Ermittlungen von Herrn Wille und Herrn Dr. Strate zieht.

      Auch meine Tendenz geht eher in diese Richtung und zwar aufgrund eigener, rechtsstaatlich negativer Erfahrungen in weit mehr als 20 Jahren.

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    5. @ Hans Dietrich:
      Das ist ja nun wirklich zum Verzweifeln!!!

      Ich unterstelle niemandem etwas, habe nur darauf hingewiesen, dass es nötig ist, auch den Schaden, den man Herrn Mollath mit dieser öffentlichen Psycho-Vivisektion (vulgo Ehrabschneidung) zugefügt hat, zu sühnen und entschädigen.

      Das sollte doch nun wirklich nicht so schwer zu verstehen sein. (Ihr Kommentar hat damit mal wieder rein gar nichts zu tun.)

      Nichts für ungut
      A.B.

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    6. @ Anonym A.B.

      Zur Klarstellung:

      Ich habe Ihnen nichts unterstellt. In meiner Formulierung habe ich deutlich genug das Wort "nicht" benutzt.

      Ansonsten denke ich, auch dieser Blog lebt von unterschiedlichen Meinungen.

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  37. Sina

    TV glotzen, lieber ein Buch lesen und vielleicht ein Buch kaufen
    *
    Durch meine bettlägerige Freundin gerate ich immer wieder in TV-Sendungen. Da ich das Internet- Flanieren vorziehe, habe ich sie schließlich überredet, sich ein TV-Gerät mit Internetanschluss zuzulegen.
    Nun sitzen nicht nur wir 2 davor, die Schar der liebenden Familiemitglieder vergrößert sich unaufhaltsam. Was ob des Geräuschpegels gelegentlich zu Hörproblemen führt.
    *
    Beim jüngst ausgestrahlten Tatort "Verschleppt" war der Geräuschpegel vermutlich wegen der bedrückenden Handlung recht hoch, bis jemand ein "Seid doch mal ruhig" zischte und zu mir gewandt "Du erzählst doch öfter von einem Mollath".
    *
    Da es bei der Film-Handlung um verschleppte Kinder, Pädophilie, tatsächliche oder vermeintliche Päderasten ging, erschloss sich mir nicht, wie man da auf Herrn Mollath kommen konnte. "Na der Tatverdächtige heißt doch so und gewalttätig ist er auch"
    *
    1. Verdächtiger: Herr Mollet, wird zu Unrecht verdächtigt
    2. Verdächtiger: Herr Mahler, aufgefallen wegen Körperverletzung "Hat sich auf dem Einwohnermeldeamt unbotmäßig behandelt gefühlt", Bewährungsstrafe da erstmalig
    Filmminute 44:10 bis 45:14
    *
    Und einen Psychiater gibt es auch, Dr. Vogel, der im Clinch mit der Polizei liegt.
    Filmminute 07:10
    Dreharbeiten zu "Verschleppt" fanden vom 27. April 2011 bis 25. Mai 2011
    Erstausstrahlung war am 22. Januar 2012
    http://www.ardmediathek.de/tv/Tatort/Verschleppt-Video-tgl-ab-20-Uhr/Das-Erste/Video?documentId=22720598&bcastId=602916
    *
    In unserer anschließenden Diskussion ging es dann um "Zufall und Wahrscheinlichkeit" und um "Wahn und Wirklichkeit".
    *
    Wahn und Wirklichkeit? - Gibt es, nämlich:
    Prof. Dr. Johann Braun
    Rechtswissenschaftler und Rechtsphilosoph.
    Vom 1. April 1988 bis zu seiner Emeritierung am 30. September 2011 hatte er den Lehrstuhls für Zivilprozessrecht, Bürgerliches Recht und Rechtsphilosophie an der Universität Passau inne.
    "Wahn und Wirklichkeit. Über die innere Verfassung der Bundesrepublik Deutschland."
    Hohenrain, Tübingen 2008 (man beachte das Datum)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Braun
    *
    Straubing liegt 76,08 km von Passau entfernt.
    (Wir erinnern uns: Straubing, ein für Herrn Mollath nicht ganz unwesentlicher Ort)
    Passau hat sowohl ein Landgericht, als auch ein Amtsgericht.
    Straubing ein Amtsgerichte
    *
    Prof. Dr. Johann Braun ist in Ludwigshafen am Rhein geboren.
    Und wo machte Frau Haderthauer laut Wiki ihr Abitur?
    Richtig, am Theodor-Heuss-Gymnasium in Ludwigshafen am Rhein
    *
    Die Welt als Kugel

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    1. Hallo Sina,

      ja, die Namen …

      Wenn ich an einem Krimi arbeite, recherchiere ich schon sehr sorgfältig, besonders in Bezug auf die Namen. Sie sollen zu der Region passen. Einfach ist es, wenn »Allerweltsnamen« verwendet werden. Bei »Mord in Genf«
      hatte ich mir einen solchen für eine der Hauptdarsteller ausgesucht, einem Mitarbeiter des Ministeriums. Als das Buch fast fertig war, folgte ich einer »inneren Stimme« :-) und bemühte Google. Das Ergebnis ließ mich dann nach einem anderen Namen suchen, denn es gab tatsächlich einen ehemaligen leitenden Beamten, der so hieß. Die Suche nach einem Namen, bei dem mir Google kein Ergebnis in der Konstellation Vor- und Nachname lieferte, war mühsam, mit dem Ergebnis »Werner Paulsenhof« war ich nicht zufrieden.

      Bei Vornamen gestaltet es sich etwas einfacher. Beim »Blauregenmord«
      kam mir Soko Stuttgart zur Hilfe. Ein Darsteller heißt »Friedemann«. Spontan habe ich dann einer tragischen Figur in dem Krimi diesen Vornamen gegeben. Es ist, als würde man seinen Kindern Namen geben wollen. Sie müssen passen. :-)

      »Mollet« erscheint mir, nachdem ich jetzt Google bemüht habe, im Ergebnis auch unbedenklich. Aber ich denke, würde dieser Tatort heute produziert werden, würden sich die Verantwortlichen für einen anderen Namen entscheiden.

      Wie schnell es gehen kann, in ein »Raster« der Fahndung zu geraten, zeigt die Meldung der vergangenen Tage. Die Aussage des Reifenhändlers, die Gustl Mollath in die »Rechte Ecke« drückte, ließ seinen Namen in den Fokus der NSU-Ermittler geraten. So schnell kann das gehen.

      Sie stehen Ihrer kranken Freundin zur Seite, liebe Sina. Das finde ich großartig.

      Tuna vB

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  38. Ich hoffe sehr, dass der Prozess gegen Herrn Mollath ohne weitere vom Angeklagten eingeschlagene Umwege, auf einen ehebaldigsten Freispruch hinläuft.

    (Sonst wird mir das zu aufregend. Das hoffentlich gute Urteil kann ich kaum mehr erwarten.)

    Anonym - Pechvogel


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  39. Nun zeigt sich beim genauen Recherchieren, wie sich einfach Ungenauigkeiten in den Prozeß einschlichen.
    Am 23./.2014 fragt die Vorsitzende Richterin Frau Escher Herrn Prof. Nedopil:

    "Dann ist meine Frage an Herrn Prof. Nedopil, wie es mit einer
    Begutachtung durch ihn aussehen könnte, zeitlich, am Freitag
    oder Montag." S. 86

    Herr Prof. Nedopil lässt den Hinweis stehen.

    http://www.strate.net/de/dokumentation/Mollath-Hauptverhandlung-2014-07-23.pdf

    Noch nach dem Vortrag von Herrn Prof. Nedopil war es unklar,
    war das nun eine Begutachtung, oder "nur" eine psychiatrische Stellungnahme, wie das Gespräch zwischen Prof. Müller und mir zeigte. Er sagte, es müsse eigentlich "Stellungnahme" über dem Schriftsatz stehen.
    Inzwischen ist klar, es handelt sich um eine "psychiatrische Stellungnahme", nicht um ein "Gutachten."

    Insofern mußte Herr Mollath innerlich ganz anders auf die Worte des Vortrages von Herrn Nedopil reagieren, da er davon ausgehen mußte, es handelte sich um eine Begutachtung. Das erklärt ev. die "kompromißlose" Haltung...... .
    Es geht neben den Strafvorwürfen, auch um die Würde von Herrn Mollath.
    Wer ist für das Mißverständnis verantwortlich, Richterin, Staatsanwalt, Verteidigung, Sachverständiger (Nedopil)?!

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  40. Sina
    Als ich das (Internet-) flanieren für mich entdeckte, war ich hingerissen: Die Welt nur einen Klick entfernt! Und dann konnte man oft auch noch oft Mit-Diskutieren - was für eine außerordentliche Chance! Für jeden, für alles, für die Welt.
    *
    Mit Menschen zu diskutieren, mit denen man im Großen und Ganzen einer Meinung ist - nun ja, ist angenehm und die eigene Position stärkend.
    *
    Aber ungleich spannender, befruchtender ist es, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die ganz andere Ansichten haben.
    *
    Nach viele Internet-Spaziergängen fällt meine Bilanz nicht mehr positiv aus, denn es hat sich (neben vielen anderen) Veränderungen auch die der Meinungs-Manipulation eingeschlichen.
    *
    Zuerst ist mir dies gar nicht so aufgefallen und vielleicht hat sich dies auch erst in den letzten 1-2 Jahren verstärkt, aber immer mehr (Zeitung- Blog-) Foren gehen dazu über, nur die Meinung zuzulassen, die die eigenen Ansichten stärken.
    *
    Nun könnte man ja durchaus anführen, dass der, der die Seite betreibt (und bezahlt) auch das Recht hat, auszuwählen.
    *
    Allerdings veröffentlichen viele Foren auf ihren Internetseiten Regeln, oft Netiquette genannt, wo ausgeführt wird, was in diesem Forum erlaubt ist und was nicht.
    Der Besucher oder das Mitglied darf sich also in der Sicherheit wiegen, hält es die Regeln ein, wird sein Beitrag auch veröffentlicht.
    *
    Aber immer mehr Seitenbetreiber gehen dazu über, die selbst aufgestellten Forenregeln zu missachten.
    *
    Nun würde ich z.B. einem Forum nicht als Mitglied beitreten, wo von mir verlangt wird, nur die vom Betreiber gewünschte Meinung wiederzugeben.
    Ich bin doch kein kleines Kind, dem Mutter oder Vater sagt "Nun gib der Tante Hedi mal schön die Hand und mach einen Knicks"
    *
    Aber genau dies ist es, was z.B. das Forum des mit mir alt gewordenen Spiegels verlangt.
    *
    Dabei scheint sich das Spiegel-Online-Forum der Tatsache zu verschließen, dass es sich einerseits der Reputation bedient, die die große Papier-Zeitung in vielen Jahren und durch viele Stürme erworben hat -und diese Reputation gleichzeitig zunichte macht.
    *
    Und es hat mich gelinde gesagt vom Hocker gehauen, dass die Bildzeitung Beiträge veröffentlicht, die Spiegel-Online verschweigt.
    *
    Na ja, wird sich der eine oder andere von Euch denken, da war halt dein Beitrag im Bild- Niveau.
    *
    Aber soviel Humor dürft Ihr mir schon zutrauen, dass ich den Beitrag entsprechend formulierte: Schublade auf, ich liebe alle Schwulen. Schublade zu, andere Schublade auf, ich mag Schwule nicht.
    *
    Die so oft mit Blöd-Zeitung umschriebene Zeitung hat beide Beiträge veröffentlicht, Spiegel-Online nur einen.
    Dies ist nicht nur 1x passiert, sondern vielfach. Dies nenne ich ein Aha-Erlebnis.
    *
    Und, hier schließt sich wiederum ein Kreis zu "ein Buch lesen" und Herrn Mollath: Die Berichterstattung der Bild-Zeitung bezüglich Herrn Mollath war fundierter, als die von Spiegel-Online. Jedenfalls sind mir dort keine penetranten Falschbehauptungen aufgefallen - man möge mich verbessern, wenn ich falsch liege.
    *
    Sollte es am Ende Frau Friede Springer gelungen sein, aus dem Schatten ihres übergroßen Mannes herauszutreten? Dies wäre für mich eine der erstaunlichsten Leistungen im Blätter-Wald und ein Buch wert. Zu schreiben und zu lesen.

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  41. GUSTL MOLLATH - ZUR KENNTNISNAHME -danke

    Brief an den Bunsespräsidenten Herrn Gauck - Appel an die christlich-menschlichen Verhaltensweise

    Antwortschreiben des Bundespräsidialamtes mit dem Hinweis, jeder Bürger hat das Recht ..

    Brief an den Präsidenten des Bundesverfassungsgericht
    .. . in der Verfasssungsbeschwerde Gustl Mollath wird wahrscheinlich auch aktiv gehandelt, etwa durch Passivität. Der Sachverständige hätte dem Gericht auch ein leeres Blatt Papier als Gutachten vorlegen können - - - was gefährlich ist und was nicht hat ein "rechtserzeugender Akteur" entschieden.

    Brief an das Landgericht Regensburg -Strafkammer.
    "Hiermir erlaube ich mir, Sie auf gravierende Fehler im psychologischen Gutachten des Sachverständigen Dr.Leipziger hinzuweisen".

    Ein neuer Gutachter für ein neues Gutachten im Fall Gustl Mollath
    "Herr Professor Nedopil klassifiziert seine Fachkollegen mit der Bezeichnung "von denen" und bringt damit unbewußt zum Ausdruck, was er "von denen" denkt." Die Briefe unter:http://www.fagne-macrale.be/info

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    1. Sehr geehrte Frau Maleh,

      ich verstehe den Sinn der Briefe nicht?
      Leider kann man keine Stellen aus Ihrem Brief kopieren und abschreiben ist mir zu mühsam.

      Deshalb nur so viel: Herr Mollath ist nicht mehr in der Forensik und auch nicht in der geschlossen Psychiatrie.

      Sina

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    2. Da ich mich ja schon als Leser der freizugänglichen Bildzeitungsartikel geoutet habe, hier ein Link von meinem heutigen Internet-Spaziergang (02.08.2014):

      -Modellauto-Affäre - Seehofer rückt von Haderthauer ab
      " am liebsten aber würde er {Herr Seehofer] sie sofort aus seinem Kabinett feuern"
      Kopfschütteln gibt es bei Seehofer und seinen Beratern über Haderthauers Sturheit und ihr miserables Krisenmanagement. Eine Solidaritätsadresse von Ex-Parteichef und Seehofer Intimfeind Huber für sie vergrätzt den Ministerpräsidenten zusätzlich. In der bayerischen Staatskanzlei heißt es über die Chefin: „Da ist nix mehr zu retten."
      http://www.bild.de/politik/kolumnen/christine-haderthauer/seehofer-rueckt-von-haderthauer-ab-37082380.bild.html

      Da irrte sich Frau Haderthauer ganz offensichtlich, als sie mir antwortete:
      Sehr geehrte Frau Berg
      Ihre Anfrage hat keinen Bezug zu meiner Tätigkeit als Abgeordnete. Fragen hinsichtlich einer Beteiligung an Sapor Modelltechnik betreffen meine Privatsphäre und werden daher nicht beantwortet. Mit freundlichen Grüßen Christine Haderthauer

      Frau Prem hat eben nicht nur eine Seite in einem Buch gelesen, sondern gleich mehrere aufgeschlagen.

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  42. Dass Gustl Mollath öffentlich Nerven gezeigt hat, ist wahrlich bedauerlich.

    Der Witz ist doch, dass die 27 Beweisanträge nicht über das hinausgehen, was Strate erreicht hat.

    Durch die Wahrunterstellung der bankseitig organisierten Beihilfen ist Strate in der Lage anhand gerichtlich festgestellter Tatsachen den Fall genauso darzustellen, wie Mollath sich das wünscht.

    Die Strategie Strates war ein voller Erfolg.

    Dass trotz dieses erfolgreichen, weil abgelehnten Beweisantrags Mollath sich im br Interview so äussert, lässt eigentlich nur auf eine tiefgehende Kommunikationsstörung zwischen den beiden schliessen.

    Es ist wirklich schade.

    Da wird er von Strate in einer Sänfte zum Sieg getragen und er kapiert das nicht.

    Es macht einen einfach nur traurig.

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    1. Mehr als ein paar Worte zur Zurechtweisung des Herrn Mollath durch Kommentatoren und einen Unterstützer:
      Max Mustermann schrieb:"Dass Gustl Mollath öffentlich Nerven gezeigt hat, ist wahrlich bedauerlich." Dem schliesse ich mich an. Das er das Kosten von Herrn Strate getan hat, ist es eigentlich. Auch Ihrem Folgenden schliesse ich mich an.
      Aber ein Wort noch an einige hier, namentlich Herrn Postel und Herrn Dörner : mich stört es, wie jetzt verbal auf den Herrn Mollath eingeprügelt wird. Wohl wahr: Er war beleidigend zu seinem Anwalt, und hat sein Anliegen vorgetragen wie der Elefant im Porzellanladen, der glaubt, dort wäre er eingesperrt. Ich stimme zu: Das war nicht schön, und geschickt war es erst recht nicht. Das wird er möglicherweise auch ahnen oder inzwischen wissen.
      Aber hier-und das stört mich- kriegt das Ganze so einen Dreh wie, als ob der Herr Mollath eine Rolle als Onkel Tom der Psychiatrisch Diagnostizierten und mehr als fragwürdig Verurteilten zu spielen hätte: immer dankbar für die Gnade und Wohltat, das ihm effektiv geholfen wurde. Wissen Sie Herr Postel: Selbstlosigkeit was heisst das denn schon? Auch einem Mitmenschen in Not auszuhelfen, ist nicht schon deswegen selbstlos weil man materiell nichts davon hat. Und Dankbarkeit zu erwarten, steht Ihnen garnicht zu.
      Und Herr Strate ist wohl klug genug, sich vor der Enttäuschung zu schützen, die daher kommt, das man sich für selbstlos hält, weil man sich viel Arbeit bei möglicherweise wenig bis gar keinem Geld-Verdienst aufbürdet, dabei auch sog. Herzblut und alles Können hineinlegt. Herr Strate ist, n.m.W. als schon bekannter und renommierte Spezialist für Wiederaufnahmeverfahren einst hinzugezogen worden. Und hat sich drauf eingelassen. Also, der Mann übt seinen Beruf aus, und das -auf die Sache bezogen- in ungewöhnlich transparenter Weise, zu Nutzen einer öffentlichen Diskussion und der Darstellung, was seinem Mandanten widerfahren ist. Was soll das Geschwalle von der mangelnden Dankbarkeit, Herr Ex-Dr. med., Ex-Facharzt für Psychiatrie und wasweissich noch Gert Postel.
      Herr Mollath als Onkel Tom einer öffentlichen Auseinandersetzung um das Wesen des Jochs, das eine psychiatrische Diagnose bedeuten kann. Das hat gerade noch gefehlt. Gerade aus Ihrem Munde, Herr Ex-Psychiater.
      Und Herr Dörner mit seiner martialischen Metapher vom Kopf, den Herr Mollath durch eine Entschuldigung aus der Schlinge zu ziehen hätte, ist wohl auch leicht ungeschickt bis reichlich überzogen, und klingt ein wenig bedrohlich, auf den Anlass bezogen. Das möge der doch mal relativieren, bitte. Ich schaue mir diese Posse und Petitesse an, und vermute einen Zug ins Tragödische, darum die Worte dazu.
      -
      Herrn Mollath ist, oder war zumindestens letzte Woche, auch darum zu tun, sich von den "Verdachtsdiagnosen" reinzuwaschen. Er wollte deshalb-vielleicht will er immer noch- das auch die Stellungnahmen und Gutachten verlesen und ihre Verfasser gehört werden, die ihm seinerzeit bescheinigten, das die Verdachtsdiagnosen unzutreffend seien.
      Das braucht er rechtspraktisch nach einhelliger Meinung von Juristen im Netz nicht. Nedopil hat sowohl Zorn und Spott des Publikums; und die -gelinde gesagt-Verwunderung aller Prozessbeteiligten abgewendet, indem er Gefährlichkeit verneinte, als auch seine Kollegen beschützt, indem er sagte: da ist oder war vielleicht schon was.
      Schuldunfähigkeit will N. gleich wohl nicht ausschliessen, wenn meine Informationen richtig sind. Da ist vielleicht ein persönlicher Knacks- und Sorgenpunkt für Herrn Mollath, und sei es ehrenhalber.
      Zum -ideellen- Trost:
      Herr Nedopil beherrscht die Klaviatur des psychiatrischen Munkelns , Unkens, Orakelns und In-den-Raum-stellen von Nebulositäten als tolle Erkenntnisse ganz wie der Altmeister Bleuler.
      Der, einer der beiden Gründervater der modernen Psychiatrie, schreibt in seinem "Lehrbuch der Psychiatrie" von 1916:(weiter im Teil 2)

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    2. Teil 2: Also hier Altmeister Bleuler:
      "Gesundheit kann man mit gutem Gewissen
      überhaupt nicht attestieren, sondern nur, daß man trotz in der und der Weise genau gemachter Untersuchung keine Zeichen von Geisteskrankheit gefunden habe."
      (Bleuler, Lehrbuch der Psychiatrie, Berlin 1916, S.474)

      Exkurs: Eugen Bleuler verdankt die Welt die Worterfindung "Schizophrenie"-weltweit ein universaler Begriff geworden wie "Coca Cola" oder etwa "Waschzwang", wenn B. auch in der Schweiz die Höhepunkte seines Schaffens formulierte.
      Das Lehrbuch von Herrn Bleuler lehrt darüber, wie man jederzeit einräumen kann, unüberwindliche erkenntnistheoretische Probleme zu haben, also nie genau zu wissen, wovon man spricht, dafür aber lauter gültige Begriffe und Systematiken zu haben, und darüber seine Anstalt vollzukriegen, indem man sich als eine gesellschaftliche Institution anpreist, die allerlei Interessen daran, lästige Menschen loszuwerden, bedient,
      und -darüberhinaus- wie man, wo das nichts hilft, nur durch blosses orakelhaftes Munkeln und Unken die Anstalt trotzdem vollbekommt und voll hält, um dann feste zu behandeln.
      -
      Vor allem aber auch an den Insassen zu forschen, seinerzeit noch mit Rückenmarkspunktion. Diese ist(war) sehr unangenehm und gesundheitlich riskant. Von "Forschungsergebnissen"spricht da heute niemand mehr, ausser vielleicht die Unklinik München, die lt. Ihrer website wenigstens im vorletzten Jahr manchmal noch oder wieder die Diagnose per Rückenmarksflüssigkeit untermauern wollte. Oder nur sehen, welch segensreiches Werk die Psychopharmaka und verabreichten elektrischen Schläge tun, indem sie zum Absterben von gesundem Nervengewebe führen.- Wie dem auch sei:

      Zu den Begutachtungen und Stellungnahmen über den Herrn Mollath:
      Wenn es für Hrn Mollath Beruhigendes hat, dann möge man doch die Gutachten von Weinberger und die Stellungnahme Dieckhöfers verlesen, auch wenn es nach aller Beobachtung aufs Prozessergebnis kaum einen Einfluss haben kann.
      Mir ist schon klar, was daran "unwissenschaftlich" sein soll, denn Weinberger beruft sich nicht aufs ICD-10, Dieckhöfer tut das schon, qualifiziert den Pfäfflin aber als "unwissenschaftlich" ab. (Und zeigt Merk an, wegen Ehrverletzung, weil die ihn "unwissenschaftlich" genannt hat. Das Tollhaus ist eben immer und überall),
      aber gut. Das Gericht entscheidet.

      Hingegen gilt es als "wissenschaftlich" korrekt, wie es der Herr Nedopil macht: immer mal eine Verdachtsdiagnose in den Raum stellen, etwa so:
      "Wer glaubt, er ist nicht geisteskrank, der ist nicht intensiv genug untersucht worden. Und wenn sich dann noch nichts findet, dann hat der sog. Proband seine Erkrankung/Störung womöglich versteckt."("dissimuliert" s. Gutachten über Martin Deeg, im Netz zu finden, Bleuler hat diese Erkenntnisfindung in seinem Lehrbuch
      auch schon beschrieben).

      Bringt man nun das Gutachten von Weinberger und die Stellungnahme Dieckhöfer ein, und lässt auch noch Herrn Sponsel auftreten(ob der geladen werden soll, entzieht sich meiner Kenntnis) hat man festgestellt: 7 Psychiater, ein Forensischer Psychologe, 3 Meinungen und 8 Begründungen zur gleichen Fragestellung. In einem, gültig gewordenen Fall(Pfäfflin) samt „wissenschaftlichen“, archetypisierenden Literaturverweis auf eine Novelle aus dem 19.Jahrhundert, die einen Fall im 13. Jahrhundert literarisch aufgreift, die ohne historisches Studium des Falles im 13. Jahrhundert (samt Kenntnis des damaligen Rechtes) wiederum am Anfang des 19. Jahrhundert verfasst wurde.("Michael Kohlhaas")

      Solche Merkwürdigkeiten und Bezüge -bspw. auf Kriminalromane von Edgar Wallace- wären beim Gerichtsmedizine, dem Forensiker Herrn Prof. Dr. med. Eisenmenger und bei Herrn Dipl.Ing. Rauscher bei Zweitgutachtern -bspw. mit Bezug auf Hanni und Nanni, wo gemeinerweise auch Reifen aufgestochen werden- sicher nicht vorgekommen.

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    3. Teil 3

      Mit Naturwissenschaft als Darstellung und Erforschung von naturgegebenen Tatsachen hat das Ganze bei den Herren N., L.,W., K., S., P., W., D.und Frau K. ohnehin nichts zu tun, wie man auch der Philosophie, der Rechtswissenschaft, der Theologie und der Psychologie eigentlich nicht zu nahetritt, wenn man sie als Geisteswissenschaften auf moralischer, also auch ohne naturwissenschaftliche Erkenntnis wandelbarer Grundlage, unverblümt gesagt: als systematisierte, methodologisch mehr oder weniger geordnete Meinungswissenschaften bezeichnet, wobei die Psychiatrie, auch die Psychologie, was Methode angeht, ob der Wandelbarkeit ihres Forschungsobjektes dazu notwendig nicht in der Lage ist, weil das Forschungsobjekt die Beobachtung verstehen und sich zu eigen machen kann, also überhaupt nur sehr begrenzt ein Objekt der Forschung ist.

      Soviel dazu.

      Was Herrn Strate angeht, so äusserte er z.B. bei Beckmann die Überzeugung,
      die bayerische Justiz werde den Fall Mollath möglichst schnell und unauffällig (zu dessen Gunsten) abschliessen.
      Es fällt schon auf manchmal bei Anwälten allgemein, das sie scheinbar Voraussagen machen, wie Dinge laufen werden, als könnten sie das vorhersehen und bestimmen, wenn das vielleicht auch so garnicht gemeint sein kann.

      Es steht im Raum, das Herr Strate sicher gesagt habe, es werde garnicht zur Verlesung des Gutachtens kommen, das Herr Mollath als ehrverletztend und potenziell für ihn mit Gefahren verbunden ansieht.

      Es ist hier nicht der Punkt, anwaltlichen Sprachgebrauch zu analysieren.
      Und die Psychologie anwaltlicher Entscheidungen und anwaltlichen Denkens erst recht nicht. Missverständlich kann es schon sein, wenn ein Anwalt mit Gewissheit
      vorträgt, wie es laufen wird.
      Er ist ja nicht das Gericht, und es gibt noch andere Prozessparteien, die Anspruch auf Gehör und Beachtung haben: einen Oberstaatsanwalt und einen NebenKlage-Vertreter.

      Das Gericht ist Herrn Mollath und Herrn Strates Anliegen, den psychiatrischen Gutachter aus dem Gericht zu halten, und dem vorgebrachten Anliegen, das Gutachten, äh, die Stellungnahme Ns. später, wenn überhaupt, zu verlesen, nicht gefolgt.

      Das kann viele Gründe haben: die Gutachten in einem Zug zu erledigen, und die Gutachter dann zu entlassen, oder auch:festzustellen das keine psychiatrische Begutachtung möglich oder nötig ist. Oder die schlichte Zweifelhaftigkeit, ob ein solches Verfahren (psych. Gutachten getrennt von der Beweisaufnahme) überhaupt nach geltendem deutschen Recht zulässig ist, welches das Gericht sich ja nicht selbst für diesen Prozess geschnitzt hat.
      So geht es aus dem Protokoll hervor, das der Oberstaatsanwalt indirekt mögliche Befangenheit des Gerichtes in den Raum stellte, falls so verfahren würde.
      Oder, oder, oder..... Jedenfalls ist Strate da nicht gefolgt worden.

      Herr Strate hat eingebracht und vertreten, das es anders gemacht werden könnte und sollte.
      Er hat die Aussagen von N. kritisiert, indem er normalpsychologische Erklärungen,
      bzw. dessen notwendige Unwissenheit über bestimmte Vorgänge hervorgehoben hat, und bestimmte eingebrachte "Anknüpfungstatsachen" scharf zurückgewiesen hat. "HAW", Häufiger Anwaltswechsel (ob es stimmt oder nicht) als qualifiziertes Persönlichkeitsmerkmal einzubringen, ist ja auch ein besonders starkes Stück.
      Und auch der Oberstaatsanwalt hat auf den Aussagen in seiner Klageschrift bestanden.

      Mensch, Herr Mollath, falls Ihnen dies hier "zugespielt" wird: man kann nicht beweisen, nicht geisteskrank zu sein. Niemand kann es.
      Und schon garnicht anhand von Tatsachenbeweisen und Vermutungen.
      Das hat Herr Nedopil lege artis gezeigt, und dem unwilligen potenziellen "Probanden" den Schwarzen Peter zuzuschieben versucht.

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    4. Teil 4

      Und was die anderen Zeugen angeht, so sind sie teilweise wohl überflüssig.
      Ich bin kein Jurist und war noch nie Angeklagter: aber ich kann mir vorstellen,
      das der Anwalt mit möglichst wenig Unwägbarkeiten zum Ziel kommen will, die Interessen seines Mandanten in dessen Sinne zu vertreten.

      Das heisst, er lädt genau so viele Zeugen und bringt Beweise ein, wie er für nötig hält, um die Unschuld seines Mandanten zu belegen und zu beweisen.
      Alle Zeugen und Zeugnisse werfen ja auch Fragen auf, bieten ausserdem
      potenziell Ansatzpunkte für Nebenklage und Staatsanwaltschaft. Und so wird er wohl nicht mehr Zeugen und Zeugnisse einbringen, als nötig ist, um nicht mehr
      Unwägbarkeit im Verfahren zu haben als ohnehin schon da sind, nicht mehr Fässer letztlich unbekannten Inhalts aufzumachen, als er eh schon aufmachen muss. (Vielleicht auch, um nicht Gefahr zu laufen, die anderen Prozessbeteiligten bis zur Bewusstseinstrübung per Ermüdung zu langweilen, was auch Unwägbarkeiten beinhaltet.)
      Also Faulheit und Desinteresse kann eine solche Beschränkung der Ladungen nicht sein, bei der akribischen Vorbereitung kann man das einfach nicht behaupten, das zu wenig getan wurde. Das Richtige? Tja.
      Wenn das Gericht es als nicht zu bezweifeln ansieht, das Herr Mollath
      mit seinen "Schwarzgeld"-Vorwürfen mehr als im Kern recht hatte,
      dann ist das eine klare Aussage. Und es signalisiert eigentlich,
      das der Drops schon gelutscht ist, das da nichts verteidigt werden muss, weil
      kein Vorwurf im Raum steht.

      Im Revisionsbericht- auf Herrn Strates Anregung hin vorgetragen-
      wird darüber hinaus ganz ausdrücklich die Behauptung Frau M.s als widerlegt zurückgewiesen, das Herrn Mollaths Angaben unglaubwürdig seien, weil sie durch eine nicht näher bekannte mutmassliche Erkrankung erzeugt seien.
      Das ist doch der Dreh- Angel- und Knackpunkt.
      Hat sich eigentlich schon mal jemand bei dem oder der Anonyma bedankt,
      die sich-ohne öffentlichen Lohn und Dank in Anspruch nehmen zu können- dazu durchgerungen hat, diesen Revisionsbericht aus irgendeinem Aktenschrank zu graben und Herrn Schlötterer unter Wahrung der Diskretion zukommen zu lassen? Das ist der/die wahre Whistleblowerin in diesem Verfahren.

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    5. An C.O.

      Sie schreiben nicht dumm, aber Sie schreiben Ihre Sachen anonym auch an namentlich in Erscheinung tretende Leute, die und deren Ansichten sie berechtigt oder unberechtigt bewerten. Weshalb stehen Sie nicht mit Ihrem Namen ein für das, worüber Sie handeln. Man braucht dazu keinen Mut, nicht in der heutigen Zeit, nicht an diesem Ort. Ich hätte Ihnen diese Zeilen nicht geschrieben, wenn mir Ihre Kommentare teilweise nicht Respekt abverlangten.
      Lassen Sie mich Ihnen sagen: Man wird nicht schwächer, sondern stärker, wenn man im Leben eintritt für das, was man tut oder denkt.
      Sie haben Ihre hier bewiesene Feigheit gar nicht nötig.

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    6. @Postel
      Herr Postel, ich halte sehr viel von Ihren vergangenen Selbstversuchen als moderner Hauptmann von Köpenick. Diese Selbstversuche sind lehrreich, unterhaltsam und wohl auch tröstlich, nicht nur für durch psychiatrische Lehren tief gepeinigte Menschen.
      Und das haben Sie getan, obwohl Sie wissen konnten, das Sie sich damit ein paar Jahre Gefängnis oder gar Forensik auf unbestimmte Zeit einpreisen. Und mit dem Leben als Psychiater Postel verbundene Einsamkeit schildern Sie uns auch. Das vorab.
      Abgesehen von Ihrer ausgeprägten Fähigkeit, die Klaviatur des Imponiergehabes und Auftrumpfens bei gleichzeitig gespielter Bescheidenheit zu spielen, also zu schwadronieren wie ein alter Hauptmann beim Veteranentreffen mit Familie, und gleichzeitig wie ein bescheidener Diener des Herren aufzutreten-und der unmittelbaren Darstellung des Habitus des ungeduldigen, etwas herablassendenen Akademikers, den Sie antrainiert oder unbewusst haben, wie ein Atomphysiker mit einem Zug ins Dandyhafte-
      glaube ich aber nach diesen Ihren Zeilen von neulich:
      "Schade, dass Herr Mollath von einer moralischen Beschaffenheit ist, dass er dies nicht versteht, sondern sich zum Manipulationsopfer derer machen und von ihnen benutzen läßt, die, überaus selbstverliebt, lediglich egoistische Motive haben."
      -das Ihnen auch diese spezielle Art und Weise abzukanzeln, zu urteilen und mit prophetischen Gewissheiten hausieren zu gehen, ganz äusserst bei Ihrer Tätigkeit zu Gute kam. Wohl hatten Sie sich im Gewande des Psychiaters soweit informiert, das "moralische Beschaffenheiten" als unheilbare charakterologische Defekte diagnostizieren zu können, heutzutage in solcher Form keine medizinalisierte Ausdrucksweise mehr ist, mit der man als Psychiater Gehör unter seinesgleichen und bei Gericht findet. (Sondern man muss-Sie wissen es- "Persönlichkeitsstörung" behaupten, und mutmassliche Erkrankungen). Aber Manipulation- das kommt immer gut.
      Das Wissen zu behaupten, wer wen manipuliert, absehend von jedem vertretenen Inhalt und Interesse, das Sie garnicht zur Debatte stellen, weil es Sie garnicht interessiert- damit zeigen Sie auch nachträglich noch eine Befähigung zum Diagnostiker und Gutachter als Propheten, der aus einem Haufen Worte die Wahrheit und die Zukunft liest.
      Nicht nur ein Hochstapler unter Hochstaplern sondern auch ein Moralwächter unter Moralwächtern, und ein Wahrsager unter Wahrsagern.
      Und wie Sie weiter unten dem Herrn Seler seine Anthropsophie um die Ohren hauen-das hätte ein praktizierender konfessionsloser oder protestantischer Psychiaterkollege auch nicht besser hinkriegen können.
      Ich verstehe nun die guten Zeugnisse, die Sie bekamen noch besser, und warum man Sie zum Chef eines "Massregelvollzugs" machen wollte.(Alles Persönlichkeitsgestörte, Bleuler oder Kräpelin hätten noch gesagt: "moralisch Defekte") Sie haben die richtige Einstellung, die richtigen Urteilskriterien über Menschen für diesen Beruf.
      Sie könnten sich auch als Gymnasiallehrer oder Oberschulrat bewerben, und belegen, das da auch viel Getue und Gehabe ist, wenn das nicht schon alle wüssten.
      Zurück zur Vergangenheit: Das die psychiatrisch Diagnostizierten in den Institutionen, in denen Sie tätig waren, die Staffage, das Dienstpersonal, die Komparsen Ihres Realfilms waren, machen Sie nachträglich wieder wett, vielleicht sogar mehr als, und dem kann ich meine Anerkennung nicht versagen. Und das meine ich ernst.

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    7. @Postel 2
      Was meine Feigheit angeht: wissen Sie, ich bin ein so schwacher und ängstlicher Mensch, ne, falsch: ich HABE einen so schwachen und ängstlichen Charakter, das ich psychotherapeutischen Zuspruch wie den Ihren eigentlich immer gut gebrauchen kann. Mein Lieblingslied ist nämlich: "Say it loud, I´m a faintheart and I am proud!" Von Trini Alvarado & the Crawling Oceans. Leider, muss ich zugeben.

      Was mich hindert, aus meiner feigen und zugegeben verschlagenen Ecke zu kommen ist aber in Wirklichkeit das: ich habe zwar auch was zu verkaufen, was mit meinem Namen verbunden ist, und zum Thema passt, aber das tut hier trotzdem nichts zur Sache.

      Aber weil wir hier gerade so schön über Ihr Lieblingsthema plaudern: ein Hochstapler unter Hochstaplern sind Sie übrigens auch gewesen, als Sie -lt. Ihrem hörenswerten Vortrag in Österreich neulich-Ihren zukünftigen Vorgesetzten erzählten, Sie hätten Basaglia in Italien während Ihres Studiums besucht, um von ihm zu lernen. Eine schöne Geschichte, sehr beeindruckend. Hat nur einen klitzekleinen Haken: Basaglia ist schon 1980 gestorben. Und wie Sie sich rausgeredet hätten, wenn da jemand was drüber gewusst hätte, kann ich mir auch vorstellen. Ob Mutter Theresa überhaupt noch lebte, als Sie die besucht haben wollten, habe ich nicht recherchiert.
      -
      Was Basaglia mit seiner Autorität als Arzt und die Leute um ihn herum noch hätten in Gang setzen können, wenn er länger gelebt hätte- wir wissen es leider nicht.

      -Das ich "nicht dumm" schreiben würde, und das aus dem Munde von Dr Postel-Wenn ich nicht schon verheiratet wär, würd ich gleich einen Orgasmus kriegen.
      Wenn ich Ihnen meinen Namen verrate, bekomm ich dann ein Autogramm?
      Echt ma.
      Genug der Plauderei über Ihre alte Zeiten- ich bin auf Ihren Roman gespannt. Und jetzt genug geplaudert únd selbstdargestellt-nun zu WJL und Botticelli, der Entspannung wegen.

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    8. Liebes C.O.,
      auf die Gefahr hin, dass Sie, verursacht durch einen sofortigen Impulsdurchbruch beim Lesen dieser Zeilen, nun doch einen "Orgasmus" bekommen: Ihr Bericht ist einfach großartig, sehr scharf gedacht; Ihnen möchte ich nicht in einer Eigenschaft als Chefarzt oder Staatsanwalt begegnen. Solche intellektuelle Zucht soll, das versteht sich von selbst, unversehens belohnt werden. Selbstverständlich bekommen Sie eine Signatur, selbstverständlich auch mein Buch, versehen zusätzlich mit einer Widmung. Ich gebe Ihnen (und das nun sehr ernst) auch mein Ehrenwort, dass ich Ihre Identität in meinem Herzen für alle Zeit bewahren werden. Schreiben Sie mir einfach eine Mail unter: postel@berlin.de. Alles weitere wird schnell erledigt. Und nochmal ganz ernst: Ich Beiträge gefallen mir wirklich sehr, und nicht nur deshalb, weil sie in einem so schönen Kontrast zu anderem hier stehen, das allein wäre keine große Kunst. Sie schreiben (implicite) über Inhalte, wahrscheinlich durchlittene und durchlebte, und beschränken sich nicht auf leere Begriffe, welche keiner Anschauung entnommen sind, denn so etwas gibt´s im Dutzend billiger und kann jedermann zu beliebigem Gebrauch überlassen werden. Ich würde mich sehr (!) freuen, wenn wir diese Unterhaltung in einem uns angemessenen Rahmen fortsetzen würden. Also, unter nochmaliger Versicherung jeglicher Diskretion gegenüber jedermann: postel@berlin.de.
      Herzlich
      Gert Postel

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    9. C.O. Feigling-Namenlos4. August 2014 um 20:34

      Gert Postel Teil 1
      Schmeicheleien, Lobpreisungen und Bauchpinseleien entgegenzunehmen, gehört, wie bei jedem anderen Menschen (je nach Anteil und Gewichtung innerhalb der individuellen Persönlichkeits- oder psychischen Störung mehr oder weniger-) auch zu meinen Hobbies, sind ein Labsal.
      Leider- vielen ergeht es heutzutage so in unserer schnellebigen und stressigen Zeit- habe ich oft nur wenig Zeit dazu.
      Danke jedoch für die Blumen.
      Da ich leider vor geraumer Zeit feststellen musste, leider nur fast unfehlbar zu sein, wird auch Kritik in der Sache gern genommen, ebenso wie Fragen.

      Das mit dem Orgasmus war übrigens glatt gelogen. Vielleicht haben Sie es schon geahnt, aber nicht zu glauben gewagt. Und vom Lieblingslied habe ich den Titel und die Band erfunden. Geheiratet wurde gestern nacht tatsächlich, es beweist sich eindeutig an meinem neuen Doppelnamen, unter dem ich hier `firmiere´, wie Sie zu schreiben einmal beliebten.

      Ich möchte Sie auf eine Widersprüchlichkeit hinweisen:
      Da schrieb jemand kritisch gegen Ihre Äusserungen ohne Namenennung.
      Ihre Antwort:`Mit anonymen Zuschriften solcher Qualität muss man sich gar nicht auseinandersetzen,´
      An anderer Stelle kritisierte jemand Frau Prem und indirekt Sie, weil Sie ihr beipflichteten.
      Ihre Antwort:`.. womit Sie, im Schutz der Namenlosigkeit, etwas über sich aussagen und nichts über Ursula Prem ... Das Niveau der Beiträge ist gelegentlich erstaunlich.´
      -Ein anderer Anonymus stellte Ihnen hingegen eine freundliche Frage, und Sie antworteten, und die Anonymität war plötzlich kein Thema mehr.
      Nun sprang Ihnen noch jemand bei, indem er Herrn Mollath schalt,
      darauf Sie:`Das ist, leider anonym, ein großartiger Artikel.´
      Dann schrieb jemand anonym an Sie direkt gerichtet. Ihre Antwort:`Ich finde es zunächst bemerkenswert, dass anonyme Feiglinge an der wahren Identität anderer so ein grosses Interesse haben.´
      Jemand war namenlos deutlich anderer Meinung als Sie, und da hiess es, schweres Geschütz:
      `Anonyme Heckenschützen dürfen gerade eben nicht einen Vertrauensschutz in Anspruch nehmen, der Behutsamkeit gebieten könnte.Ich bin der Ansicht, dass man, abgesehen von wenigen Ausnahmen, zu dem, was man andere wissen läßt, zu stehen hat. ´
      Dann widersprach Ihnen schon wieder jemand.
      Die Antwort: `Interessant hingegen empfinde ich Ihre Weglassungen: Sie firmieren unter "anonym." Sie werden dafür Ihre Gründe haben. Alles Gute, GP´
      Weiter unten ging schon wieder jemand auf ihre ja nun leidlich bekannte persönliche Geschichte ein, ohne Sie zu loben.
      Die Antwort: `Ihre Kategorien sind nicht meine Kategorien. Und ich habe keine Lust, mich mit einem namenlosen Feigling zu unterhalten.´
      Dann schrieb Ihnen jemand mit dem Namen Sina, (ist ja auch irgendwie voll die ladungsfähige Anschrift)
      Sie antworteten: "Ihre Geschichte über Pfeiffer, Wille, Barschel (und Postel) ist ein schönes Spiel, aber was Sie damit eigentlich sagen wollen, hat sich mir leider nicht erschlossen"
      Nachdem Sie deutlich positiv wegkommen
      die Antwort: `Also, ok, Frau Sina, ich schicke Ihnen gerne einmal die signierten Doktorspiele, wenn Sie Spaß an der Lektüre hätten. ´
      Als ich Ihre Charakterologie, das Niedermachen von Herrn Mollath und auch die Behauptung zu wissen, was Herr Schlötterer denkt, kritisierte,
      da war die Antwort: "Sie schreiben nicht dumm, aber Sie schreiben Ihre Sachen anonym auch an namentlich in Erscheinung tretende Leute, die und deren Ansichten sie berechtigt oder unberechtigt bewerten."
      Als ich Ihre Köpenickiade samt Akteur über den grünen Klee lobte, wovon ich nichts zurücknehme, war die Antwort: "Solche intellektuelle Zucht soll, das versteht sich von selbst, unversehens belohnt werden."

      Für wen halten Sie sich eigentlich?

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    10. C.O. Feigling-Namenlos4. August 2014 um 20:51

      An Gert Postel 2:
      Und weiter schreiben Sie:"Ich würde mich sehr (!) freuen, wenn wir diese Unterhaltung in einem uns angemessenen Rahmen fortsetzen würden."
      Und für wen halten Sie mich?

      Das `wir beide´ einen `uns angemessenen Rahmen´ brauchen? Ich finde den Rahmen hier einstweilen ganz angemessen.
      Lesen Sie doch meine Beiträge, wenn Sie sich dafür interessieren, das ist mir Lob genug.
      -
      Frau Prem stellt in diesem Blog in Ihrer Kommentarfunktion auch die Namenlosigkeit bereit. Wer diese nutzt, ist bei Ihnen jedoch entweder feige, lässt etwas weg, ist ein namenloser Feigling oder Heckenschütze oder trotzdem ganz toll. Woran das wohl liegt? Also "anonym" als beliebig einsetzbare Allzweckwaffe, um nach dem Motto: Angriff ist die beste Verteidigung ihre wertvollen Beiträge, weil unter vollem Namen, und von Ihnen, zu verteidigen.
      Verlangen Sie doch gleich die ladungsfähige Anschrift, das Geburtsdatum und den Familienstand. Ich bin Ihnen da nichts schuldig.
      Ist halt schon eine böse Welt voll Unbotmässigkeit, was?
      -
      Mich erinnert das daran, das Menschen, die sich Ihrer zugedachten Rolle in der psychiatrischen Klinik nicht oder scheinbar nicht fügen, nicht nur "gestört" sein sollen,
      sondern sogar "krankheitsbedingt krankheitsuneinsichtig", was eine an Tatsachen nicht zu verifizierende vollkommen unbegründbare Gedankenfigur ist, eine beliebige Behauptung- (und eine Infamie, die vielen Akteuren vielleicht nicht mal mehr auffällt).
      Fügen die Diagnostizierten sich, oder scheinbar, dann sind sie trotzdem gestört, aber werden zu Patienten auf dem Weg zur Besserung erklärt, oder man findet sogar irgendwas ganz Tolles an ihnen-bspw. eine besondere Fähigkeit.Z.B.: August Walla, dessen Aufbewahrungsanstaltsdirektor zeitweise durch ihn und andere berühmter war als der Künstler selbst, oder der unsägliche Klinikdirektor, dessen Sammlung heute noch unter seinem Namen ausgestellt wird, und die Künstler blieben namenlos, sind womöglich zwischen 1933 und 1945 umgebracht worden.
      In neuster Zeit gab es einmal Auflehnung gegen diese Etikettierung: Roman Breier, der seinen Protest gegen die Einstufung: `sozial behindert, deshalb ganz besonderer Künstler´ während der Ausstellungseröffnung ungebeten übers Mikrofon verlas, während seine Helfer sein Kunstwerk abbauten. (Suchmaschinenstichwort:Roman Breier Betonale Zwangspsychiatrie, runterscrollen zu : "Von der Biennale zur Betonale" aber das andere ist auch interessant zum Thema)
      und von da ist der Weg zum besonders befähigten Modellbauer, der als Diagnostizierter in Straubing verwahrt wird, dessen besondere Fähigkeit Herr Haderthauer zu einer „Arbeitstherapie“ erklärte und dann die Produkte mit seiner Frau vermarktete, nicht so weit. Geholfen hat die Arbeitstherapie anscheinend noch nichts. Ein Schelm, der hier an was anderes als an langwierige Therapie und Krankheit denkt. Der Mann, wegen Mordes angeklagt, aber bei nachgewiesener Tat als schuldunfähig wegen Persönlichkeitsstörung oder Krankheit freigesprochen, sitzt immer noch
      in seinem -schon klar- `Therapeutischen Setting´ein und baut , lt. Spiegel, Einzelstücke für 200 Eu im Monat, und wer bekommt die Belohnung für soviel Therapie ?
      Womit der Kreis zu einem der Themen hier wieder geschlossen wäre.

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  43. Als ich vor längerer Zeit Herrn Gert Postel zusammen mit dem Psychiater Herrn Kröber bei Frau Maischberger sah - damals war der Fall Mollath bereits ein Thema - mußte man als Zuschauer Herrn Postel keineswegs sympathisch finden - ich erinnere mich des Hinweises Dritter, Herr Postel habe "verbrannte Erde" hinterlassen, es handelte sich um eine Staatsanwältin, welche eine Liebschaft mit Herrn Postel begann, so hieß es - und doch hat er mit seiner kriminellen Tat etwas vollbracht, was das Gebäude Psychiatrie in seinen Grundfesten massiv erschütterte.
    Wir müssen nicht die Motive von Herrn Mollath jetzt verstehen. Er mag sich tatsächlich in den sieben Jahren Psychiatrie einseitig entwickelt haben, er saß ja mit tatsächlichen "Verbrechern'", auch tatsächlich geistig Verstörten zusammen, so entwickelt haben, als erscheint er uns so, er überlässt sich Einflüsterungen Dritter, will nicht erkennen, was der jetzige Strafprozeß leisten kann, was er nicht leisten kann. Und doch ist der Hinweis von Herrn Schlötterer, der offensichtlich Zugang zur seelischen Situation von Herrn Mollath besitzt, nicht zu unterschätzen. Herr Schlötterer hat mir das mitgeteilt, es wurde hier veröffentlicht. Daraus ergibt sich, das Motiv ist durchaus auch "Angst" vor dem Urteil. Und ich selbst habe die Vorsitzende Richterin Frau Escher gehört, wie sie schwer orakelte, wie das Urteil ausgehen wird, ganz entgegen der Zuversicht des Anwaltes Herrn Strate "Siegerstraße"?! Können wir es Herrn Mollath verübeln, er hat nicht diese Zuversicht, nach dem Hören des "Gutachtens", das in Wahrheit eine "Psychiatrische Stellungnahme über Herrn Ferdinand Gustl Mollath derzeit ohne bekannten Wohnsitz" ist?! Diese äußere Heimatlosigkeit spiegelt vielleicht auch eine innere Unsicherheit wieder, dadurch überblickt Herr Mollath nicht recht das Gesamtbild der Vorgänge, kann dadurch seine Entscheidungen nicht korrigieren. Mir sagte die erwähnte Sozialpädagogin, sie habe Herrn Mollath verdeutlicht, welche Bedeutung sein Fall im Größeren hat. Erlag Herr Mollath diesen Einschätzungen Dritter?!
    Durch die wörtlichen Aufzeichnungen der Prozeßtage ist ein Studienmaterial entstanden, welches unabhängig der persönlichen Beziehungen zwischen Anwalt und Angeklagten für die Rechtsgeschichte von Bedeutung ist. An dem Fall können kleinste Nuancen des Verfahrensablauf studiert werden, wiewohl die Athmosphäre nur durch persönliche Anwesenheit erfasst werden kann. Herr Mollath hat am 8.8. die Möglichkeit sich erstmals zur Sache frei zu äußern.
    Vielleicht wird dieser Inhalt einige Rätsel seiner Person, seines Verhaltens erhellen.

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    1. Lieber Herr Seler,

      ich schätze Ihre Sicht der Dinge immer sehr, aber in einem Punkt gehen Sie vielleicht doch ein bisschen weit mit Ihrem Verständnis.

      Natürlich hat GM Angst vor dem Urteil.
      Wäre ja auch fatal, wenn man Gerichtsurteile nicht mehr ernst nehmen würde.

      Aber es kann doch nicht so sein, dass GM jetzt der Richterin wie Medien den Urteilstext diktiert.

      Bei allem Verständnis, aber auch GM muss da wie ein gestandener Mann einfach durch. Trotz Vorgeschichte und Trauma etc. pp.

      Meines Erachtens wird es für ihn am Besten sein, sich nicht am 8.8 zur der Sache einzulassen.

      Wenn er das Urteil erst einmal in der Tasche hat, dann kann der soviel reden, wie er will. Bis dahin würde ich zumindest ihm raten, das Zeugnis zu verweigern.

      Beste Grüße

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    2. Lieber Max Mustermann,
      erst einmal danke für die Wertschätzung, auch ich schöpfte reichlich durch das Lesen der Kommentare. Sie schreiben:

      "Aber es kann doch nicht so sein, dass GM jetzt der Richterin wie Medien den Urteilstext diktiert."

      Ich habe Herrn Mollath nur zweimal kurz gesprochen, einmal auf der Treppe getroffen. Ich kann mir kein Bild von ihm als Person machen. Als ich entsprechend der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners ein zukünftiges Bild mit M erlebte, als sich die Türen öffneten, als er noch in Bayreuth einsaß, habe ich dieses Bild bewußt vielfach veröffentlicht. Mir ist innerlich bewußt, drei Psychiater halten Herrn Mollath nach wie vor für "wahn"-sinnig, im Sinne ihrer psychiatrischen Vorstellungen. Nun ist mir durch jahrzehntelanges Studium der Geisteswissenschaft, aber auch durch Kontakt mit anderen Strömungen bewußt, was sich im Gerichtssaal abspielt, ist nur die Oberfläche karmischer Ereignisse, Schicksalszusammenhänge. Diese zu hören, zu erkennen, ist mein Anliegen. Welches Karma haben die Beteiligten und welches Karma liegt als gesellschaftliche Ursache vor.

      Dieser interessante Artikel

      http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/psychiatrische-gutachten-zwischen-irrsinn-und-verbrechen-13075145.html

      beleuchtet die gesellschaftliche Lage differenziert. Interessant ist am Ende die Haltung der Justiz "die können doch gar nicht lesen" (Psychiatrieinsassen). Das wird im Einzelfall stimmen. Wer sieht, wie Herr Mollath seine Akten ordnet, die Inhalte genau sortiert hat, wie er den Prozeß vorbereitet hat, könnte geneigt sein, zu meinen, M habe sich verrannt. Natürlich macht sich nun jeder seine Gedanken, was da geschah im Gericht. Mir fiel dann aber auf, M hatte nicht unbedingt das Gefühl, sein Schicksal ganz einem Anwalt anvertrauen zu können, nach den bisherigen Erfahrungen. Die Leistung von Herrn Strate erkennt er an, habe die Interviews im Vorraum des Gerichtssaales je ganz gehört, Herr Strate wahrscheinlich nicht. M war voll des Lobes, der fachlichen Anerkennung. Er betonte, ohne ihn, säße er noch in der Psychiatrie. Ich nahm M ab, wie er sich durch Nedpil in seiner Verteidigung zur Sache eingeschränkt sah. Richterin Escher wird ihm am 8.8. Gelegenheit geben, sich zur Sache zu äußern....... . Ich sehe nirgends M will der Richterin, der Kammer das Urteil diktieren.
      Aufgrund der aktuellen Ereignisse werde ich voraussichtlich doch am 8.8. anwesend sein.

      Ebenfalls beste Grüße

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    3. Lieber Herr Seler,

      wie immer bin ich ganz nah bei Ihnen. Wieviel gäbe es da noch zu den Lebensfäden der Akteure zu sagen…

      Manchmal erscheint es mir als wäre der "Fall Mollath" ein Brennglas unter dem unser gesellschaftliches Leben offen zu Tage tritt.

      Welch Fundus an Einsichten liegt da vor uns!

      Da Sie die Akten ansprechen, erlauben Sie mir vielleicht die Bemerkung, dass mich ursprünglich gerade Mollaths eigene Schreiben in höchster Not so besonders an ihm beeindruckt haben.

      Die Fähigkeit unter diesen Umständen solche Schreiben aufzusetzen, hätte bei den Adressaten doch Zweifel erwecken müssen, ob man es denn da wirklich mit einem "Spinner "zu tun hat. Solche Hilfeschreie verhallten innerhalb der Verwaltungsmaschinerie einfach ungehört.

      Daher kann ich die erschreckenden Erfahrungen wahrlich nachvollziehen.

      Zugleich zeigen die Schreiben aber auch, wenngleich sie im Einzelnen nicht immer sich des juristisch korrekten Beschwerdeweges bedient haben, dass Herr Mollath durchaus auch in der Lage ist, die juristische Vorgehensweise nachzuvollziehen.

      Es ist als Aussenstehender sehr schwer nachzuvollziehen, wieso das Kommunikationsverhältnis zwischen den beiden so gestört ist. Strate hat eine klare Strategie. Und setzt die m.E. auch hervorragend um.

      Ich kann gar nicht verstehen, warum sich Mollath die viele kleinen Erfolge nicht darstellen lassen sollten.

      Natürlich teile ich sein Misstrauen gegenüber Anwälten. Wieviel Geld hat es mich in meinem Leben schon gekostet, die Unfähigkeit anderer zu bezahlen.

      Aber mit Strate hat er nun einmal einer der Besten. Noch besseres ist für ihn nicht zu finden.

      Stattdessen stellt sich GM ins Fernsehen und gibt solch ein unsägliches Interview, in dem er sich dazu äussert, was für einen Freispruch er sich vorstellt.

      Ihnen und mir treten da sicher noch viel tiefere Schichten seiner Seele zu Tage, aber in der konkreten Lebenssituation in der er sich befindet, zählen diese Dinge einfach nicht.

      Sie finden keinen Eingang in ein rechtsstaatliches Verfahren. Und das doch auch mit gutem Grund.

      Wenn GM ein rechtsstaatliches Verfahren für sich und andere fordert in seinen Appellen, dann gelten dieselben Regeln eines kalten Sachverfahrens eben auch für ihn.

      Und es bleibt ihm nichts anderes als sich dieser Entmenschlichung einer juristischer Entscheidungsfindung zu stellen.

      Ich kann hier und heute nur sagen: Er muss jetzt seinen Mann stehen.

      Beste Grüße

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    4. Na, Herr Seler, wenn Sie anwesend sind am 8. August im Landgericht, noch dazu aufgrund der "aktuellen Ereignisse", dann kann ja nichts passieren. Übrigens, Sie kleiner Geisteswissenschaftler: "Entsprechend der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners ..." - ist eine contradictio in re.

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    5. von einem ehem. "Hochstapler" ist "kleiner .... " direkt sinnig :-)

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    6. Mal nicht so frech, Herr Seler, was der eine darf, darf der andere noch lange nicht ... Was ist denn wohl eine "contradictio in re," weiß Er das, na? Aber nun nicht erstmal Google bemühen ... Und spätestens am Samstag erwarte ich von Ihnen wieder einen ganz wunderbaren ersten Kommentar, schon ganz früh morgens, wenn die Wiese noch unberührt und Sie sich jeder Aufmerksamkeit sicher sind, wie immer. "Geisteswissenschaftliche Deutung eines Prozeßtages durch den Steinerschüler Seler," - das ist doch mal etwas ganz anderes. Und die stereotypen Komplimente für Ursula Prem vergessen Sie bitte keinesfalls ... Ach so, Falls Frau Pauly anwesend ist: Ein Bild von Ihnen und ihr würde mir sehr gefallen!
      Immer sehr interessiert an Ihrem Treiben, "vorgeburtlichem und nachtodlichem," Ihr GP.

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  44. Da ja jetzt so viel von Einflüsterern die Rede ist - der Brief stammt vom 25.11.13 und er bekundet massive atmosphärische Verstimmungen. Gab es da auch schon Einflüsterer? Herr Heidingsfelder kommt jedenfalls nicht in Frage, der Kontakt kam erst Anfang Dezember zustande.

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    1. Das dürfte nicht ganz richtig sein: Der Kontakt bestand schon vor der Entlassung, wenn Heidingsfelders Tweets nicht trügen:

      https://twitter.com/goalgetter32/status/364702489548816384

      Meiner Ansicht nach ist hier ein verständliches Grundmisstrauen Mollaths behutsam und zielgerichtet über einen langen Zeitraum immer mehr erweitert worden.

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    2. Danke. Da bestand offenbar Briefkontakt.
      Heidingsfelder interessiert sich offenbar schon länger für den Fall – ich erinnere mich an einen (inzwischen leider unauffindbaren) Zeitungsbericht über eine Diskussionsveranstaltung von vor ca. eineinhalb Jahren (in Bayreuth ?), da wurde er im Zusammenhang mit einer Grünen-Politikerin erwähnt. Mich hat eben interessiert, wie der persönliche Kontakt zustande gekommen ist, zumal Herr Mollath ja schwer und eigentlich nur über Herrn Dr. Strate erreichbar war. Der erste gemeinsame öffentliche Auftritt der beiden war jedenfalls am 13.12.13 in München. Da waren sie gerade aus Taufkirchen gekommen, wo sie eine Bekannte von Mollath besucht hatten – daraus wurde dann das gemeinsame Engagement in Sachen 60-Tage-Fixierung (von der sie zu diesem Zeitpunkt noch nichts wussten). Über die daraus resultierende Strafanzeige, in der mit dem Völkerrecht argumentiert wurde, konnte man sich schon wundern, das hätte Dr. Strate wohl nicht so formuliert.
      Auf jeden Fall kann man annehmen, dass durch dieses gemeinsame Engagement der Kontakt deutlich intensiviert wurde.

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  45. Sina
    Heute bringe ich von meinem Internet-Spaziergang mehrere Links mit, denn ohne den *Fall* des Herrn Mollath wäre der *Fall* der Familie Haderthauer wohl nicht so deutlich geworden. Ganz davon abgesehen, es geht ja auch bei Familie Haderthauer um Forensik, teilweise dieselbe, in der auch Herr Mollath untergebracht war.

    Der Steuerzahler bezahlt den Aufenthalt in der Forensik
    http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=132996&page=12&p=16301218&viewfull=1#post16301218

    Gleicht der Steuerzahler im darauf folgenden Jahr die Verluste aus?
    http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=133269&page=10&p=16305890&viewfull=1#post16305890

    2012 einen Verlust von -1.789,00 € und Verkaufspreis 2012
    http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=133269&page=10&p=16306096&viewfull=1#post16306096

    Laut Abgeordnete Bause machte die arme Arbeitstherapie im Jahr 2012 einen Verlust von -1.789,00 €.

    Aber alleine Fotobiene fand für 2012 mehrere Links, wo diese Autos für viel Geld verkauft wurden
    February 24, 2012, Sold for $32,200
    February 24, 2012, Sold for $28,750
    February 24, 2012, Sold for $31,050
    February 24, 2012, Sold for $11,500

    Ursula Prem, ein-buch-lesen, 1 Kommentar von Fotobiene:
    http://www.ein-buch-lesen.de/2013/05/christine-haderthauer-forensik.html
    http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=132996&page=12&p=16301218&viewfull=1#post16301218

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  46. enthält aktuelle Info:

    Als Gabriele Pauli eines Tages im Prozeß auftauchte, bin ich zu ihr hin, habe ihr einfach die Hand geschüttelt. Sie war etwas verdutzt. Dann sah ich später Herrn Heidingfelder mit ihr sprechen. Es wurden Zettel ausgetauscht, bzw. übergeben.

    Nun wundert mich die Focus-Nachricht nicht:

    "Pauli warf Mollaths Verteidiger Gerhard Strate daher Ignoranz vor. Die Schwarzgeldgeschäfte hätten ihn nie interessiert. „Vielleicht hätte Strate das Mandat unter diesen Umständen nicht annehmen sollen“, erklärte Pauli gegenüber FOCUS."

    http://www.focus.de/politik/deutschland/fall-mollath-gabriele-pauli-attackiert-mollaths-verteidiger_id_4035055.html

    Anwalt Strate ist Spezialist in Geldsachen, aber warum spielt das in dem Verfahren eine Rolle, wenn das Gericht selbst die Schwarzgeldvorwürfe als wahr ansieht, nur deswegen diesen Beweisantrag abschmetterte.

    Im Umkehrschluß von Frau Pauli, Herr Mollath würde immer noch in der Klapse sitzen, denn nur Herr Strate vermochte ihn rauszuholen, kein anderer Anwalt hatte es zuvor geschafft!!!

    Frau Pauli blieb nur ganz kurze Zeit, schwebte wieder von dannen.... .

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    1. Zitat von Twitter:
      MartinHeidingsfelder @goalgetter32

      @Vigilanz1 das ist nur eines von vielen Fotos von mir mit Frau Pauli. Wir kennen uns schon lange. #vollpfosten

      Quelle

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    2. Einfach nur mal die Fakten:

      1. Wir wissen doch wohl noch, wie Dr. Strate überhaupt ins Spiel kam, oder? - Ich hab das so in Erinnerung, dass Herr Streibl von den FW ihn bat, Herrn Mollaths Schwarzgeldanzeigen zu bewerten, ob die nach seiner Expertise ausreichten für Anfangsverdacht und Ermittlungstätigkeit.
      2. Auf der Dok-Seite kann man alles in Sachen HSH-Nordbank-Anzeige noch nachlesen.

      Was sind das denn für Würmchen, die da Herrn Dr. Strate was am Zeug flicken wollen? - Mir wird speiübel.
      A.B.

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    3. Hallo A.B., danke für Ihren Kommentar. Mit Fakten haben es diese Herrschaften leider nicht. Der Grund ist auch ganz einfach erklärt: Sich auch nur einen punktuellen Überblick über die umfangreiche Faktenlage in diesem Fall zu verschaffen, bedeutet einen enormen Arbeitsaufwand, den eben nicht jeder auf sich nimmt. Um über diese Arbeitsscheue hinwegzutäuschen, braucht es dann unsichtbare Luftballons, die mit gewaltigem Lärm aufgeblasen werden.

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    4. Am wichtigsten ist die Freiheit für Herrn Mollath.

      Wenn man nichts mehr besitzt und keinen Menschen mehr hat, bleibt einem verantwortungsbewußten Menschen nur mehr das Gefühl, trotzdem noch eine Aufgabe in der Welt erfüllen zu müssen, und sei es, über erlittene unmenschliche Zustände zu berichten.

      Ihm mag durch die Umstände die Aufdeckung sogenannter Schwarzgeldskandale nur durch ihn machbar, und somit als Auftrag erscheinen, nicht mehr nur als Rechtfertigung seiner selbst vor Gericht. Diese Erhöhung ist kein Wahn, sondern eine ausgleichende Antwort auf die erfahrene Totalerniedrigung. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte. Seiner eigenen.

      Ich glaube, dass es ihn eigentlich für die Klärung der Vorwürfe gegen die Banken nicht mehr als Zeugen braucht, die Entscheidungsträger in Politik und Gesellschaft wissen, man kann nur noch bremsen, aber die Veröffentlichung ganz verhindern ist nicht mehr möglich. Irgendjemand aus den Reihen der Banker wird sich vermutlich längst Chancen auf einen Posten einräumen, wenn er selbst die Macht durch Aufdeckung umkehrt.

      Herr Mollath sollte sich frei von der Angst, wieder in die Forensische Abteilung zu müssen, eine Zeit der Ruhe in einem eigenen kleinen Reich gönnen können, ohne sich sofort wieder in Prozessen verausgaben zu müssen.
      Erst wenn er materiell und persönlich wieder etwas Eigenes geschaffen hat, wird er freier sein, die Entscheidungen nur zu seinem Vorteil zu treffen.

      Wes Brot ich ess, des Lied ich sing, - das Tanzen in den Erwartungen seiner Einflüsterer ist dann vorbei. Und das wissen sie auch. Deshalb treiben manche Keile zwischen ihn und seinen Befreier, und verlängern die Zeit bis zur Selbstbestimmung.

      Ich spreche gegen alle, die Herrn Mollath als Martyrer aufbauen, die Rolle bekommt und behält man durch den Verlust des Eigenlebens, oder des Lebens selbst.

      Er hat ein Recht auf Leben.
      Er möge sich dafür zuerst entscheiden.


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    5. Wie wichtig die Veröffentlichung der Wortprotokolle durch Anwalt Strate ist, zeigen die Aufzeichnungen vom 28.7.2014 welche seit gestern im Netz stehen.

      Interessant ist, für den Prozeßablauf ist nicht ganz klar, warum Herr Strate das Mandat niederlegte. Er sagt auf Seite 3:

      "Ich hatte ja am Mittwoch der letzten Woche, dass das Mandat gegenüber
      Herrn Mollath beendet ist. Er Rauwald tat das ebenso. Das geschah nach
      jener Erklärung, die Herr Mollath über den aus seiner Sicht fehlenden
      Aufklärungswillen des Gerichts meinte abgeben zu sollen."

      Wenn der Angeklagte beim Gericht keinen "Aufklärungswillen" sieht, kann dies Grund für den Verteidiger sein, das Mandat niederzulegen?!

      Die jetzige nachzulesende Aussage bestätigt das Miterleben im Prozeß, da die Niederlegung des Mandats für Herrn Mollath aus heiterem Himmel erfolgte. Herr Strate hatte zwar gegenüber mir (meine Ehefrau war dabei, auch Herr Rauwald) massiv angedeutet, er wird nicht mehr lange Herrn Mollath verteidigen, was dann auch unmittelbar nach der Pause geschah. Es erschloß sich mir jedoch nicht ein nachvollziehbarer Grund im äußeren Ablauf des Prozesses. Die oben zitierten Worte von Herrn Strate geben auch keinen nachvollziehbaren Grund an. Die verschiedenen Ansichten über den Aufklärungswillen des Gerichtes dürften für sich keinen Grund für die Niederlegung des Mandats sein. Es müssen also uns nicht bekannte andere Gründe vorliegen, welche zur Mandatsniederlegung führten. Vielleicht werden sie noch offengelegt.

      Um Transparenz zu wahren: ich habe gestern bewußt Herrn Martin Heidingsfelder all das Material (von meiner Person) gesandt, welches im Vorfeld des Prozesses, aber auch bereits im Jahre 2013 bundesweit verbreitet worden war. Mein Anliegen ist, alle Parteien sollen das gleiche Material zur Verfügung haben und da nun einmal Herr Heidingsfelder offensichtlich Herrn Mollath berät, soll auch dort das Material zur Verfügung stehen, so wie es das Landgericht, die Staatsanwaltschaft, die Richtervereine usw. zur Verfügung haben. Meine unerschütterliche Gewissheit liegt in der Erfahrung, bei allen sich widerstreitenden Kräften der Einzelpersonen, waltet und schaltet doch etwas Übergeordnetes, das von den persönlichen Auseinandersetzungen nicht berührt ist. Justiz und Psychiatrie sind in einer massiven Krise, die Krise ist größer als die Bevölkerung ahnt.
      In einer der Schriften, welche auch das BVerfG und das BGH erhielten, wird darauf verwiesen, mit Zitierung, wie es bereits drei Entscheidungen des BVerfG gibt, wo im Minderheitenvotum Richter dem Bundesverfassungsgericht die Verletzung des Grundgesetzes vorwerfen (etwa bei Entscheidung zum Einsatz des Militiärs im Inneren, oder beim Familienrecht). Das hatte nichts mit "Mollath" zu tun, ist aber als Teil der gesamten Krise unseres sog. Rechtsstaates zu verstehen. Die Krise wird jetzt durch äußere Kriege zugedeckt. Es bleibt abzuwarten, ab wann "Notstandgesetze" greifen werden und dann ist es mit Grundrechten aus. Die Geschichte wiederholt sich, weil ein wesentlicher Aspekt des Menschseins vergessen, übersehen, unterdrückt wird: die ewige Seele des Menschen, ihre Erfahrungen im Vorgeburtlichen, Nachtodlichen. Psychiatrie sagt dann "kompromißlos", wo bei tieferer Betrachtung, es nicht ausreicht, einen Menschen abzustempeln nach der angeblichen Wissenschaft "Psychiatrie".
      Das Denken an sich ist in Unordnung geraten.
      Die Krise ist umfassender als es der Fall Mollath an den Tag legt.
      Übrigens, Herr Strate signalisierte mir am ersten Tag zufällig als ich Frau Prem das erste Mal persönlich begrüßte, er habe meine mails gelesen. Denn auch er erhielt Kopien, etwa an den Präsidenten des Oberlandesgerichtes Nürnberg, drei Tage vor Entlassung von Herrn Mollath.
      In Regensburg werden Weichen gestellt......
      Es bedarf endlich des Mutes, den Geist, der vom Konzil 869 von der Kirche abgeschafft wurde, in seinem Wirken anzuerkennen, zu erkennen, wie er zwischen und mit uns Menschen wirkt. Der Prozeß in Regensburg ist mehr als es den Anschein hat.

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    6. @ Ernst Seler

      Kennen Sie das alte Sprichwort "zu viele Köche verderben den Brei"?
      Gehen Sie mal davon aus, dass Herr Dr. Strate ein feines Sensorium für Tendenz und Wellenschlag hat. Dass er es nicht mag, wenn man ihm ins Handwerk pfuscht, kann ich gut verstehen. - Das zum Ersten.

      Und dass Herr Dr. Strate willens und fähig war/ist, den Gesamtkomplex - eine Tranche schön nach der anderen - abzuarbeiten, wissen wir. Dabei hochprofessionell, sachlich und zielorientiert! Er geht auch den langen Weg, wenn's denn sein muss.
      (Ich erinnere hier an die Klage gegen Leipziger/Eberl. - Wenn sich auch die Bayrische Justiz in dieser Sache bisher bockig gestellt hat, so reicht doch schon das dabei entstandene und publizierte Material bestens für eine Dokumentation, was der Fall ist. - Dabei zusätzlich noch zur Schande der Bayrischen Justiz! - Das bleibt für alle Zeiten nachlesbar und zitierbar.)
      Dies zum Zweiten.

      Wer es gut meint mit Herrn Mollath, hätte ihm (wie ein Mental-Trainer, der seinen Sportler an den Start schickt), nur eines sagen müssen: "Bieten Sie noch ein letztes Mal Ihre ganze Verachtung und Härte gegen das Psychogeschwafel auf, so wie Sie das in den 7 1/2 Jahren taten. Ignorieren Sie den ganzen Kram einfach ohne darauf einzugehen und sehen Sie sich dabei schon jetzt von der Warte aus, wie Sie voll rehabilitiert aus dem Prozess herauskommen werden."
      Das hätte wirklich jeder wahre Freund ihm etwa so oft gesagt, bis es angekommen ist. - Schade, dass Herr Mollath sich von seinen wirklichen Freunden abgekapselt hatte.
      Dies zum Dritten.

      Schließlich, aber das brauche ich wohl nicht mehr extra ausführen: Herr Heidingsfelder ist ein solcher Freund mit Sicherheit nicht. (Unter den vielen Köchen scheint er mir eher der Spezialist für Arsen und E605.)
      A.B.

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  47. Dieser Artikel in der SZ von heute zeigt nun in aller Deutlichkeit für Jeden, welche übergeordnete Bedeutung das Gerichtsverfahren in Regensburg hat:

    "Wahn und Wahrheit"

    http://www.sueddeutsche.de/bayern/fall-mollath-wahn-und-wahrheit-1.2074629

    Der Artikel ist immerhin von einem Psychiater verfasst.

    Ich gehe fest davon aus, auch die Justiz, die Richter sind zu einer solchen Selbstreflexion in der Lage. Passen die Verantwortlichen nicht auf, besonders im Urteil des Landgerichtes Regensburg, wobei es auf die begleitenden Worte der Kammer unter der Vorsitzenden Richterin Frau Escher ankommt, verliert Justiz und Psychiatrie in weiten Teilen der Bevölkerung substantiell das Vertrauen. Der jetzige Artikel kann als erster Schritt in eine positive Aufarbeitung des Falles Mollath gelten. Wie verschwindend klein und unbedeutend sind die menschlichen Zerwürfnisse, Streitereien und oft Fehleinschätzungen der Menschen im Fall Mollath (Kommentare).

    Meiner Ansicht nach ist sogar die Niederlegung des Mandats durch Anwalt Herrn Strate letztlich Zeichen für die Eigenständigkeit des Denkens bei Herrn Mollath, welche er natürlich selbst zu verantworten hat, dies auch verantwortet hatte, mit aller Konsequenz, die ihn für sieben Jahre in die Forensik führte. Den "normalen" Durchschnittsbürger ist solches Verhalten eines Menschen nicht verständlich. Wäre es deshalb für den Psychiater Herrn Nedopil dann in seiner psychiatrischen Stellungnahme notwendig gewesen, die Schulzeit von Herrn Mollath nicht mit einem bloßen Hinweis auf die "Ideologie Rudolf Steiners" abzutun, sondern in dem Gedankengut der Waldorfpädagogik einen Schlüssel zu finden, um "Wahn und Wahrheit" zu unterscheiden. Schließlich hat sogar ein Bundeskanzler Kohl, ein Bundespräsident Rau und die Tochter von Franz Joseph Strauß die Waldorfpädagogik als geeignet für ihre Kinder erachtet. Es heißt dann eben durchaus Rudolf Steiner ernst zu nehmen, der übrigens durch ein schriftliches Gutachten von einem Psychiater nachtodlich für schizophren erklärt worden ist.

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    1. Meine Güte, Herr Seler, woher nehmen Sie nur Ihr Wissen? Und wie glücklich dürfen wir uns schätzen, dass Sie uns für würdig halten! Beschämt trollt sich von dannen,
      Gert Postel
      NB. Ernsthaft ist es leider anders: Sie praktizieren ausnahmslos lustvolle Selbstinzenierung in jedem Ihrer unsäglichen "Kommentare," so schön selbstverliebt, wie man nur sein kann; der vorgegebene Anlaß Ihrer Berichte ist Zufallsfund, er interessiert Sie gar nicht.
      Sie nehmen Stellung zu Fragen, von denen Sie nichts wissen. Sie überfrachten alles mit einem Pathos und einer Schwülstigkeit, die zum Weglaufen ist. Erst fand ich das nur lustig. Nun aber nur lästig. Und da ich Sie nicht mehr ernstnehmen kann (was sicher an meinen eigenen Defiziten liegen wird, gell?), schreibe ich zu Ihren Sachen nur noch dann etwas, wenn es gar nicht mehr anders geht.
      Einstweilen will ich mal in die Ecke gehen und steinergemäß meinen Namen tanzen. Ich sehe, hier versteht der große Seler mich ...
      Ihr
      Gert Postel

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  48. Übrigens ist der oben bezeichnete Kommentar in der Süddeutschen Zeitung von heute zu vernachlässigen: Seichtes Geschwätz eines Vertreters des psychiatrischen Gewerbes, sprachlich etwas unbeholfen, wenngleich bemüht, der sich ein bisschen ins Gespräch bringen wollte im Wege des Trittbrettfahrens. Das Freund Seler sich ganz angetan zeigt, macht die Sache natürlich nicht besser: "Der Artikel ist immerhin von einem Psychiater verfasst." Na, Herr Seler, und wenn sogar Franz Josef Strauß seligen Angedenkens und Helmut Kohl viel von der "Walldorfpädagogik" hielten, wie Sie ausführen, ja dann natürlich ist der Beweis erbracht, dass solche "Pädagogik" etwas wirklich Feines ist. Wer wollte solchen Referenzen auch entgegentreten, ist doch klar.

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  49. Der von Frau Prem ausgegegangene Impuls, die Geschichte mit den Modellautos öffentlich zu machen, zeigt nun ganz unabhängig des Falles Mollath, welch schicksalsgestaltende Kraft Informationen haben.

    Die heute von der tz veröffentlichten Hinweise von Roger Ponton, der langjährige Geschäftspartner von "Haderthauer" lässt erahnen, wie die High Society in Nürnberg möglicherweise doch zittert, wenn die Schwarzgeldverschiebungen mit Namen aufgedeckt werden, womit sich der Kreis schließt.Ein mögliches Motiv der Bayerischen Justiz (Justizministerium), Einfluß auf das Verfahren Mollath zu nehmen, sei es die Prophetie von Beate Merk, das Wiederaufnahmeverfahren werde bestätigen, die Justiz hat alles richtig gemacht, oder ihr Unkenruf, Herr Mollath ist nach den Informationen von Kröber auch dann verrückt, wenn seine Schwarzgeldvorwürfe stimmen, ist nun nachvollziehbar. Die Täter soll-t-en geschützt werden, das "Opfer" (Mollath) sollte in Ewigkeit diese Rolle weiter spielen, unter Aufsicht staatlicher Psychiater!!! Nedopil im Prozeß?!: Sie kamen durch einen forensischen Psychiater rein und nur durch einen forensischen Psychiater wieder raus.
    Aber Mollath kam auch ohne Psychiater raus, weil das Oberlandesgericht Nürnberg den Fall Mollath wie eine heiße Kartoffel "fallen" ließ. Mollath ist der erste langjährige Gemeingefährliche, der ohne Psychiater und ohne Untersuchung frei kam. Warum wollte Herr Nedopil unbedingt Herrn Mollath explorieren?! Damit es heißen kann, er war gefährlich, ist es nicht mehr. So läuft er nun rum, ohne psychiaterische Untersuchung, das ist die "Niederlage" der Psychiater, die Schmach.

    Die Dinge, welche nun bekannt werden, sind geeignet das politische Aus von Frau Haderthauer zu begründen. Hier der Artikel der tz:

    http://www.tz.de/bayern/roger-ponton-sagt-langjaehrige-haderthauer-geschaeftspartner-tz-3753508.html?cmp=defrss

    Wer weiß, was alles im Fall Mollath noch das Tageslicht erblickt.....

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    1. "Nedopil im Prozeß?!: Sie kamen durch einen forensischen Psychiater rein und nur durch einen forensischen Psychiater wieder raus."

      Wenn er das wirklich gesagt hat, dann stimmt das ja so nicht.Nie. Wegen des Wiederaufnahmeverfahrens ist er freigelassen worden, weil die Zweifel an seiner Täterschaft so erheblich waren, das nach ausreichenden Gründen zur Wiederaufnahme gesucht wurde.
      Darum hat -unter anderem-Herr Strate sich gekümmert,
      ab irgendwann aber auch die Staatsanwaltschaft.
      Wenn ich das richtig mitbekommen habe.
      Das Bundesverfassungsgericht fand das Gutachten Pfäfflin erwähnenswert, und nicht besonders schmeichelhaft, jedenfalls nicht substantiiert.
      Ausserdem hat das VerfGer klargestellt, das man durch e weder hinein- noch hinauskommt durch einen Forensischen Psychiater, sondern durch Gerichtsurteile bzw. Beschlüsse- und damit auch Verantwortlichkeiten klargestellt.

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  50. Liebe Frau Prem,

    ich wende mich an Sie wegen einer kleinen Sache, die hoffentlich Ihr Gehör findet.

    Im meinem allerersten Post fragte ich Sie bezüglich des Prozessgeschehens etwas. (siehe dort)

    Heute ist bei Strate die Mitschrift erschienen, dort heisst es im Vorfeld dieser o.g. Situation:

    "Da werde ich immer dazu stehen. Ohne Dr. Strates Leistung wäre ich nicht hier. Da bin ich ihm unendlich dankbar. Das ist unbenommen."

    Ich wollte Sie eigentlich nur fragen, ob Sie angesichts dessen dass Sie Ihre Notizen ja nun vervollständigen können, nicht vielleicht in Erwägung ziehen, an der Stelle ein kleines Update machen können.

    Es wäre doch bedauerlich, wenn der Eindruck entstehen würde, GM hätte kein Wort des Dankes für seinen Anwalt übrig, denn dies entspricht ja nicht dem objektiven Geschehen.

    Über eine Antwort würde ich mich zumindest freuen, so denn Sie denn Widersprüche zum Kodex Ihrer journalistischen Tätigkeit sehen würden.

    Beste Grüsse

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    Antworten
    1. Hallo Max Mustermann, vielen Dank für Ihren Kommentar und den Nachtrag dieser Aussage Mollaths, die tatsächlich so gefallen ist. Ein Update werde ich dennoch nicht vornehmen, denn das hat er selbst getan, noch am selben Abend, für die Sendung Report München des Bayerischen Rundfunks. Den Link stelle ich der Vollständigkeit halber hier ein:

      Prozess ohne Vertrauen

      Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich nach einer längeren Zeit der Erfahrung mit derartigen rhetorischen Spielchen schlicht und einfach die Schnauze davon voll habe.

      Herzliche Grüße

      UP

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  51. Unter diesen Umständen haben Sie natürlich mein vollstes Verständnis und (sehr, sehr wahrscheinlich) auch meine moralische Unterstützung.

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    Antworten
    1. Liebe Frau Prem,

      vielleicht noch ein Nachtrag zur (sehr, sehr)-Klammer.

      Diese ist dem Umstand geschuldet, dass ich als Aussenstehender nicht Partei ergreifen kann.

      Aus Ihrem Brief spricht nur soviel Herzlichkeit und Wärme, dass es mich zutiefst erschrocken hat.

      Ich habe auch in meinem Leben schon soviel gesehen.

      Ich habe unserem Gustl eben auch langfristig soviel Gutes gewünscht. Wir werden sehen, wohin ihn sein Weg führt.

      Daher streichen Sie für sich entweder die Klammer oder sehen mir den unbedacht geäusserten zweiten Halbsatz nach.

      Beste Grüße

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    2. Lieber Max Mustermann,

      bitte machen Sie sich keine Sorgen, alles ist in Ordnung. Ich würde nie verlangen, dass ein Außenstehender durchschaut, was im letzten Jahr alles abgelaufen ist. Dafür leide ich nun plötzlich unter Bluthochdruck, was ich früher nie hatte und ersehne nur noch den 14. August, um endlich diesen Sack zumachen zu können.

      Herzliche Grüße

      Ursula Prem

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    3. Liebe Frau Prem,
      auch von mir vielen Dank für diesen Link (BR Report München, 29.07.2014). - Mir war das vollkommen unbekannt (kam in der Teletext-Themenübersicht zur Sendung nicht vor).

      Ansonsten hätte ich mich mit keiner Zeile mehr zur Diskussion geäußert. (Obwohl ich da nichts zurückzunehmen hätte.) - Auch für mich ist damit das Thema endgültig durch, und ich teile Ihre Absicht, die Sache endgültig abzuschließen.

      Vielen Dank und herzliche Grüße
      A.B.

      PS: Die Auseinandersetzung mit Dr. Strates Dokumentation des Falles war für mich hochinteressant und lehreich. Es zeugt von menschlicher Größe, dass er sie noch ungebrochen fortführt.

      Löschen
  52. Frau Prem, Danke für den Link zum "Prozess ohne Vetrauen".
    Der Beitrag trifft den Nagel auf den Kopf.

    Nachdem ich mich nun mühsam abgeregt habe, denke ich mir, ein Gericht ist kein therapeutischer Ort.

    Man wirft Herrn Strate vor, er sei nicht als Rundum-Seelenheiler aufgetreten, er habe kein Karma - Sorglospaket geboten.

    Das ist für mich der Punkt. Man bittet den Arzt nicht, gleich noch das Haus zu fegen, man verpflichtet den Koch nicht, das Dach zu decken. Man zwingt einen Spitzenanwalt nicht, einen Menschen in diesem Prozess mit klarer Fragestellung, von allem erlittenen Unrecht zu heilen.

    Das ist vermessen, ein Akt der Verzweiflung, oder Folge des falschen Umgangs.


    Anonymer Pechvogel




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  53. Frau Prem, Ihre Geschichte mit Mollath ist anrührend und nachvollziehbar. Im Dialog mit Mollath oder einem vertrauten Kreis ist eine solche Kopfwäsche sicher gerechtfertigt. Aber was bezweckten Sie mit der Veröffentlichung? Geht es Ihnen um Mollath, um Strate oder um ihre eigenen Befindlichkeiten. Die beiden Herren sind doch selbst (ver)handlungsfähig, oder bezweifeln Sie das jetzt? Möglicherweise verletzten Sie mit Ihrer Veröffentlichung das Vertrauen, dass Mollath Ihnen gegeben hatte. Es erinnert mich an die Querelen mit dem Unterstützerkreis (nicht dem Spendenverwalterkreis). Auch dort gab es nicht Wenige, die sich nachvollziehbar ausgegrenzt und missachtet fühlten, als Mollath sich in Ihre und Strates Obhut begab und dem Rat zur Abgrenzung gegenüber der bürgerrechtlichen Unterstützung zumindest zum Teil folgte. Ich riet damals zur Versöhnung, mindestens Zurückhaltung und Konzentration auf das Wesentliche. Machen Sie nun Mollath auch zum Spielball Ihrer eigenen Vita?

    Mit freundlichen Grüssen
    Lutz Lippke

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    Antworten
    1. Hallo Herr Lippke,

      vielen Dank für Ihre Anmerkungen. Da der Fall von Gustl Mollath die bei uns existenten Systemfehler im Zusammenspiel zwischen Justiz und Psychiatrie deutlich gemacht hat wie kein zweiter je zuvor, geht es meiner Ansicht nach längst um viel mehr als diesen Einzelfall. Als zentralen Satz meines Briefs an Mollath sehe ich deshalb den folgenden:

      "Werden Anwälte von Format künftig lieber doch
      auf den Golfplatz gehen, statt auch nur einen Finger für einen Fall wie Deinen zu rühren? Wenn ja, dann hättest Du an dieser Entwicklung einen unheiligen Anteil. "

      Herr Strate hat nunmehr öffentlich angekündigt, sich nach vollbrachter Wiederaufnahme vollständig aus dem Fall zurückzuziehen. Abgesehen davon, dass dies fatal ist, was eine mögliche juristische Belangung der Täter angeht, die seine (nun auch gerichtlich bestätigte) widerrechtliche Verräumung in der Psychiatrie zu verantworten haben: Welche Botschaft werden andere Anwälte dieser Entwicklung wohl entnehmen? Nach wie vor gibt es viele andere Unglückliche, die in einer ähnlichen Situation stecken wie damals noch Gustl Mollath. Werden die es Ihrer Ansicht nach künftig leichter oder schwerer haben, einen richtigen Anwalt für ihren Fall zu interessieren?

      Im Übrigen frage ich mich, wie Sie darauf kommen, es hätte einen "Rat zur Abgrenzung gegenüber der bürgerrechtlichen Unterstützung" gegeben: Wer hätte die unendlich hohen Verdienste des Unterstützerkreises je bestritten?

      Mit freundlichen Grüßen

      Ursula Prem

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