Mittwoch, 20. September 2017

401 »Hape Kerkeling, falsche Bibelübersetzungen und Birkenstein«

»Das Geheimnis der fliegenden Kapelle«, Teil 3, 
Teil  401  der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Dan Brown löste mit seinem Megabestseller »Sakrileg« weltweit heiße Diskussionen aus. Sollte Jesus verheiratet gewesen sein? Vielleicht gar mit Maria Magdalena? Millionen Menschen erfuhren erstmals von uralten Überlieferungen, von der »Heiligen Hochzeit«, von der so wichtigen Rolle, die die »Göttin« einst gespielt hat. In seinem neuesten Werk - »Origin« - geht es um den »Ursprung«, um die Weisheiten, die die Vertreter der Religionen verbreiten.

Dan Brown schließt den Prolog von »Origin« mit einer Aussage, die aufhorchen lässt. Offenbar will Dan Brown wieder ein »heißes Eisen« anpacken. Sein Opus »Sakrileg« enthält mehr Wahrheit als so manchem Zeitgenossen lieb sein kann. Das habe ich in meinem Buch »Das Sakrileg und die Heiligen Frauen« nachgewiesen. Keine Frage: Bis heute wird verdrängt, dass der Ursprung der Religion die Göttin war. »Als Eva noch eine Göttin war« habe ich geschrieben, um auf diesen »Origin« hinzuweisen.

Dan Brown will wohl an seinen Megaerfolg »Sakrileg« anknüpfen. Ja offenbar will er »Sakrileg« noch übertreffen. So endet der Prolog mit einer sensationell anmutenden Ankündigung. Da erfahren wir, dass ein gewisser Kirsch eine Präsentation vorbereitet hat, die beweisen soll »dass die Lehrern sämtlicher Religionen auf Erden tatsächlich eine Gemeinsamkeit hatten. Sie alle lagen völlig falsch.«

Dan Brown wird doch nicht etwa gar auf Erich von Dänikens Spuren wandeln? Der ist auch davon überzeugt, »dass die Lehren sämtlicher Religionen auf Erden tatsächlich eine Gemeinsamkeit hatten. Sie alle lagen völlig falsch.« Nach Erich von Däniken waren »Astronautengötter« der Auslöser für alle Religionen! Man kann jedenfalls sehr gespannt sein, was Dan Brown als den »Ur-Irrtum« aller Religionen bieten wird! Ich habe natürlich den neuen Brown längst vorbestellt.

Was die »Göttinnen« angeht, liegen alle großen Religionen falsch. Welche Sensation in Sachen »Ursprung der Religionen« Dan Brown wohl zu bieten hat? Ich jedenfalls bin sehr gespannt und werde gern Professor Robert Langdon folgen…. Die kostenlose Leseprobe ist seit heute - 20. September 2017 - erhältlich. Und deshalb gibt es meinen Sonntagsbeitrag ausnahmsweise schon heute!


Foto 1: Kloster und Loreto-Kapelle Birkenstein.

Wir schreiten ein kleines Sträßchen empor, es ist eigentlich mehr ein Pfad, ein Weglein, und dann stehen wir unweit eines munter plaudernden Gebirgsbachs am Ziel unserer Reise. Das Wasser des Bachs, so heißt es, soll gut für die Augen sein. Also nehme ich meine Brille ab und benetze mein Gesicht mit dem kühlen Nass. Das ist angenehm. Ich bin zu warm angezogen, hatte mich nicht auf sonniges Wetter eingestellt. Bislang hatte es fast nur geregnet. Und meine Jacke ist ungemein praktisch mit den vielen Taschen, da finden diverse Objektive Platz für meine Nikon 800E, auch Ersatzakkus, Stifte und Notizbüchlein. Dieser murmelnde Bach, wie mag er erst auf wirkliche Pilger wirken, die nach zweitägigem Marsch müde und überanstrengt hier ankommen? Ich denke, so mancher fromme Wandersmann, erschöpft und auf schmerzenden Füßen mehr wankend als gehend, wird dankbar von dem glasklaren Wasser getrunken haben.

Es wundert mich überhaupt nicht, dass Hape Kerkelings Buch »Ich bin dann mal weg: Meine Reise auf dem Jakobsweg« (1) zum Bestseller wurde. Offensichtlich spüren viele Menschen unserer Zeit eine Sehnsucht nach einem anderen Leben, das nicht ausschließlich von materialistischen Zielen bestimmt wird. Ob sie es freilich lesend gefunden haben, das wage ich zu bezweifeln. Freilich mit dem Buch in der Hand in der Sofaecke lässt sich bequem »pilgern«. Tatsächlich hat sich so mancher Zeitgenosse, angeregt durch Hape Kerkeling, auch auf den Weg gemacht. An Heiligabend 2015 startete in den deutschen Kinos die Verfilmung des Buches mit Devid Striesow als Hape Kerkeling. Kurios ist, dass die Sehnsucht nach einer Welt ohne die Kälte des schnöden Kapitalismus in eben dieser Welt sehr effektiv kapitalistisch genutzt wird, um die Kassen von Buchhandlungen und Kinos klingeln zu lassen.

Foto 2: Der Freialtar von Birkenstein.

Die Atmosphäre von Birkenstein ist nicht wirklich in Worte zu fassen. Natürlich gibt es da das Offensichtliche, das Sichtbare, das Vordergründige aus Stein und Holz. Da ist zum Beispiel der Freialtar, breit und beeindruckend und doch auch wieder schlicht und bescheiden. Er wirkt überhaupt nicht protzig. Das hölzerne Gebäude könnte irgendwo im Walde stehen, vielleicht von einem Förster eingerichtet, für seine Ruhepausen bei anstrengenden Waldläufen.  Es könnte durchaus weltliche Zwecke erfüllen, dieses schlichte Haus mit der »Veranda« aus Holz. Da sind aber verschiedene christliche religiöse Symbole, am Giebel dominiert das Kreuz mit dem »Auge Gottes«.

Im Zentrum des Altars: ein Gemälde, das uns Maria mit dem Jesuskind zeigt, die Madonna von Birkenstein, schön, geradezu herrschaftlich-königlich und doch nicht dominant, sondern freundlich, freudig, den Besucher begrüßend. Zu ihr strömen seit Jahrhunderten die Pilger, ihr vertrauen sie ihre Sorgen und Nöte an, sie bitten sie um Hilfe und Beistand.

Fotos 3 und 4: Zentrales Altarbild.

Wir leben in einer seltsamen Zeit. Viele Zeitgenossen verleugnen unsere Wurzeln. Ob man nun gläubig ist oder nicht, es lässt sich nicht bestreiten, dass das Abendland ein christliches war. Auch wenn wir heute eine säkulare Gesellschaft sind, in der Religionsfreiheit herrscht: ohne das Christentum wäre die Geschichte Europas ganz anders verlaufen. Schon vor Jahrzehnten wunderte ich mich über eine in meinen Augen seltsam widersprüchliche Haltung vermeintlicher Intellektueller. Auf der einen Seite taten sie genüsslich als »dummen Aberglauben« ab, was irgendwie christlich war. Auf der anderen Seite aber bewunderten sie jede andere Kultur, so sie nur nichts Christliches an sich hatte.

Die Atmosphäre ist nicht wirklich in Worte zu fassen. Obwohl man räumlich ganz nah am Leben des 21. Jahrhunderts ist, fühlt man sich dem hektischen Trubel unserer Zeit weit entrückt. Andreas Scherm beschreibt die Situation so, wie ich sie auch empfunden habe, in seinem Buch »Unterwegs im Gestern« (2):

Foto 5: Autor Langbein vor dem Freialtar. Foto Heidi Stahl

»Wir haben das Gefühl, einen Temenos, einen geweihten Bezirk, zu betreten, dessen Viereck zur Wallfahrtskirche hin begrenzt wird von einem ausladenden Freialtar auf terrassierter Hangböschung, einen daran vorbeirauschenden Gebirgsbach und einer eigenartigen Baumkanzel, einem Weltenbaum wie der Irminsul vergleichbar, der das kosmische Dach trägt – vielleicht sogar der Baum der Erkenntnis, der über die Heilsbotschaft Erlösung verheißt?«

Die »eigenartige Baumkanzel« an einem Baumstamm, der inzwischen gekappt wurde und keinerlei Astwerk mehr aufweisen kann, lässt mich auch an den Weltenbaum denken, an die Verbindung zwischen Himmel und Unterwelt. Scherm schreibt weiter (2): »Wunderlicherweise ruhen die Birken auf Felsblöcken, wurzeln nicht wie üblich in moosigem Grund. Stein und Baum weisen seit urdenklichen Zeiten auf einen Ort geistiger Bedeutung, religiös-kultischer Funktion.«

Für mich gibt es keinen Zweifel: Der Name »Birkenstein« weist daraufhin, dass es just dort schon in vorchristlichen Zeiten eine Versammlungsstätte gab. Schon vor vielen Jahrhunderten galt die Birke als ein »Baum des Schutzes«. Die altirische Göttin Brigid war Patronin der Birke. In nordische Sagen- und Mythenwelt war die Birke der Baum der Göttin Freya und der Frigga, immerhin Gattin des Odin. Im altkeltischen Sagenland war die Birke der Baum der Göttin Brigid, Tochter des Himmelsgottes schlechthin.

Foto 6: Die Baumkanzel von Birkenstein.


Ich erinnere mich gut an einen Vortrag, den Prof. Ernst Bammel (1923-1996) in Erlangen in kleiner privater Gesellschaft hielt. Es ging um »Heilige Bäume« in der Bibel. Dem Reformator Martin Luther war eine  mächtige Göttin ein Dorn im Auge: Ascherah. Durch falsche Übersetzungen ließ er ihren Namen aus den Texten des »Alten Testaments« verschwinden. So lesen wir bei Luther im Buch Richter (3): »Und zerbrich den Altar Baals ... und haue ab den Hain, der dabei steht.« Von einem »Hain«, also einem Wäldchen ist im Original nichts zu finden. Falsch übersetzt Luther weiter: »Und baue dem Herrn, deinem Gott, ... einen Altar und opfere ein Brandopfer mit dem Holz des Hains, den du abgehauen hast.« Es sind keine Bäume gefällt und verbrannt worden.

Luther ließ durch seine »Übersetzung« eine Göttin verschwinden. In der revidierten Luther Bibel von 1912 kehrte sie wieder: »Und haue um das Ascherahbild, das dabei steht und opfere ein Brandopfer mit dem Holz des Ascherahbildes, das du abgehauen hast.«

Wie offensichtlich falsch Luthers Übersetzungen in Sachen Ascherah sind, verdeutlicht ein Vers aus den Königsbüchern (4). Bei Luther hieß es da anno 1545: »Er (Josia) ließ den Hain aus dem Hause des Herrn führen«. Mit dem Haus des Herrn war der Tempel in Jerusalem gemeint. Und aus dem Tempel soll ein Hain, also ein Wald,  entfernt worden sein? Zu keiner Zeit gab es im Zentralheiligtum der gläubigen Israeliten einen Wald. Der hebräische Originaltext lässt keinen Zweifel aufkommen: Entfernt wurde eine Ascherah-Statue!

In der aktuellen Luther-Bibel von 2017  lesen wir (5): »Und er brachte die Aschera aus dem Hause des Herrn hinaus vor Jerusalem an den Bach Kidron und verbrannte sie am Bach Kidron, zermahlte sie zu Staub und warf ihren Staub auf die Gräber des einfachen Volks.«

Foto 7: 2. Buch der Könige Kapitel 23, Vers 6

In der von mir sehr geschätzten »Piscator-Bibel« von 1684 heißt es korrekt: »Und ließ den goetzenwald aus dem hause des HERREN fuehren/ hinaus fuer Jerusalem… «

Ein zweites Beispiel für Luthers Manipulation möchte ich anführen. Wieder geht es darum, wie Luther durch falsche Übersetzung die Göttin, Simsalabim, verschwinden ließ.  In seiner Übersetzung von 1545 heißt es (6): »Auch blieb stehen der Hain zu Samaria.« In der revidierten Luther Bibel von 1912 kehrt die vom Reformator getilgte Göttin allerdings wieder zurück: »Auch blieb stehen das Ascherahbild zu Samaria.« Auch die aktuelle Luther-Bibel von 2017 lässt die Göttin weiter wirken (7): »Doch ließen sie nicht ab von der Sünde des Hauses Jerobeams, der Israel sündigen machte, sondern wandelten darin. Auch blieb die Aschera zu Samaria stehen.«

Und wieder erweist sich die »Piscator-Bibel« von 1684 als korrekt. Was Luther in seiner »Übersetzung« verschwinden lässt, bei Piscator bleibt es erhalten. Piscators Übersetzung ist nun einmal sehr viel genauer als die von Luther. Bei Piscator steht:  »Doch wichen sie nicht ab von den suenden des hauses Jerobeam … auch blib stehen der goetzenwald von Samaria.« Erst die Luther-Bibel von 2017 macht deutlich, um welchen Götzendienst es da ging. Im Tempel zu Jerusalem wurde immer wieder auch der Kult der Aschera betrieben.

Foto 8: 2. Buch Könige Kapitel 13, Vers 6


Von Bäumen als Verkörperung der Göttin im »Alten Israel« kam der Gelehrte auf »Heilige Bäume« im »europäischen Heidentum« zu sprechen. Demnach galt die Birke in nördlichen Gefilden als »Fruchtbarkeitssymbol«, als Baum der nordgermanischen Göttin Freya. Die weiße Rinde der Birke, so Prof. Bammel,  machte den Baum zum Symbol für das »Reine und Jungfräuliche«, auch für das »Fruchtbare«. Wen wundert es da, wenn in Birkenstein die »Jungfrau Maria« verehrt und angerufen wird? Ist doch Maria, Jesu Mutter, für den gläubigen Christen die Reine und Jungfräuliche!

Dort, wo später Birkenstein entstand, dort sollen schon Menschen in frühen Zeiten zusammengekommen sein, also lange bevor im 17. Jahrhundert eine christliche Kapelle errichtet wurde. Es gab angeblich schon früh Wunder, die man dann mit Maria in Verbindung brachte. Wie mir ein katholischer Theologe aus Bamberg auf meine Nachfrage versicherte, gab es schon in sehr viel früheren, wohl schon heidnischen Zeiten, just dort eine »Säule« auf einem »Stein«, die »religiöse Bedeutung« hatte. Gibt es noch Hinweise auf die »heidnische« Vergangenheit Birkensteins?

Was kaum ein Besucher von Birkenstein weiß: Die Klosterkirche hat auch eine »Unterwelt«!

Fußnoten
1) Kerkeling, Hape: »Ich bin dann mal weg: Meine Reise auf dem Jakobsweg«, 15. Auflage, München 2011
2) Scherm, Andreas: »Unterwegs im Gestern/ Kulturhistorische Wanderungen im Oberland und Umland von München«, unter Mitarbeit von Carl Langheiter, 4. Auflage November 2011, München November 2011, Seite 112
3) Das Buch der Richter Kapitel 6, Verse 25 und 26 in Luthers Übersetzung von 1545, hier der heutigen Rechtschreibung angepasst.
4) Das 2. Buch der Könige Kapitel 23, Vers 6 in der Übersetzung Luthers von 1545, in angepasster Rechtschreibung!
5) Das 2. Buch der Könige Kapitel 23, Vers 6, Luther-Bibel 2017
6)  Das 2. Buch Könige Kapitel 13, Vers 6, in Luthers Übersetzung von 1545, hier der heutigen Rechtschreibung angepasst.
7) Das 2. Buch Könige Kapitel 13, Vers 6, Luther-Bibel 2017


 
Foto 8: 2. Buch Könige Kapitel 13, Vers 6


Zu den Fotos
Foto 1: Kloster und Loreto-Kapelle Birkenstein. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Der Freialtar von Birkenstein. Foto Walter-Jörg Langbein
Fotos 3 und 4: Zentrales Altarbild. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Autor Langbein vor dem Freialtar. Foto Heidi Stahl
Foto 6: Die Baumkanzel von Birkenstein. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: 2. Buch der Könige Kapitel 23, Vers 6 in der Piscator Bibel von 1684. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 8: 2. Buch Könige Kapitel 13, Vers 6  in der Piscator Bibel von 1684. Foto Walter-Jörg Langbein
Fotos 9 und 10: Literatur über Birkenstein. Fotos Archiv Walter-Jörg Langbein


402 »Birkenstein, heilige Quellen und Muttergöttinen«,
»Das Geheimnis der fliegenden Kapelle«, Teil 4 
Teil  402  der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 01.10.2017



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Sonntag, 17. September 2017

400 »Vom Staffelberg nach Birkenstein«

400 »Das Geheimnis der fliegenden Kapelle«, Teil 2
Teil  400  der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Blick in die Adelgundis-Kapelle, etwa 1900

»Die Wanderkirche«, so lautet eine interessante Sage zur Entstehungsgeschichte der Adelgundiskapelle auf dem Staffelberg. Aufgezeichnet haben sie Elisabeth und Konrad Radunz (1): »Die Adelgundiskapelle auf dem Staffelberg sollte ursprünglich an einem anderen Ort entstehen, auf dem eine Stunde nordöstlich gen Langheim zu gelegenen ›Alten Staffelberg‹. Engel sollen zur nächtlichen Zeit immer wieder das zum Bau Benötigte auf den ›Neuen Staffelberg‹ ob Staffelstein überführt haben. Die heilige Adelgundis habe dadurch ihren Willen kundgeben wollen, die ihr geweihte Kirche an der Stelle errichtet zu sehen, so sie nun steht.«

Meine Urgroßmutter mütterlicherseits, Hedwig Welsch (2), erzählte mir vor vielen Jahren eine andere Version der »Adelgundis-Legende«. Demnach sollte auf dem »Alten Staffelberg« eine Kapelle errichtet werden. Dort begann man auch mit den Bauarbeiten. Man trug Steine zusammen, schaffte Sand auf den »Alten Staffelberg« und sorgte für ausreichend Holz für ein Gerüst. Als man am nächsten Tag die Arbeiten fortsetzen wollte, staunte man nicht schlecht. Alles war verschwunden. Sollten Diebe am Werk gewesen sein? Und so war man gezwungen, wieder neu anzufangen. Doch auch in der zweiten Nacht verschwanden alle Baumaterialien.

Foto 2: Meine Urgroßeltern Hedwig und Lorenz Welsch, etwa 1957

Diebe freilich waren nicht am Werk, sondern Engel. Die himmlischen Gesellen wirkten im Auftrag der heiligen Adelgundis, die ihre Kapelle an anderer Stelle gebaut sehen wollte, nämlich auf dem Staffelberg. Engel waren es, die alles vom »Alten Staffelberg« auf den Staffelberg geschafft hatten.  Als nun die Engel merkten, dass sich die Menschen von ihrem Plan nicht abbringen ließen, griffen sie zu einer List. Sie warteten, bis der Rohbau des kleinen Gotteshauses auf dem »Alten Staffelberg« fertig gestellt war.

Foto 3: Die Adelgundiskapelle vom Staffelberg, historische Aufnahme, vor 1914

Dann schafften sie ihn in einem Stück durch die Lüfte an den heutigen Standort. Jetzt erst begriffen die Menschen, was geschehen war. Sie vollendeten den Rohbau der »Adelgundis-Kapelle« zum ansehnlichen kleinen Gotteshaus. Dabei zeigte ihnen ein Rabe, wo sie den für den Putz benötigten Sand auf dem Staffelberg finden konnten: in einer Höhle im Staffelberg, wo die Querkele, ein fleißiges Zwergenvolk, hausten. Meine Urgroßmutter war sich nicht sicher, ob die Querkele – wohl abgeleitet von Zwergchen – damals noch in der Höhle lebten. Vielleicht halfen sie den Menschen bei der Sandgewinnung, waren die rührigen Zwerge doch stets äußerst hilfsbereit.

Die Legende von der »Wanderkirche« erinnert an eine uralte Überlieferung: da geht es um den Transport der Loreto-Kapelle aus dem Heiligen Land nach Italien. Engel sollen das winzige »Wohnhaus« aus Nazareth nach Italien geschafft haben. Es heißt in der Überlieferung, dass Maria in dieser höchst bescheidenen Bleibe mit Mann Joseph und Sohn Jesus lebte.

Anno 1244, der 5. Kreuzzug war gescheitert, bangte man um die für die Christenheit höchst bedeutsame Stätte. Man befürchtete, dass das »Heilige Haus« Marias von den muslimischen Streitkräften zerstört werden würde. Also musste es in Sicherheit gebracht werden. Einer Überlieferung nach wurde es durch die Lüfte transportiert, und zwar von Engeln. Die Geschichte erinnert an die »Luftreise« der Adelgundis-Kapelle. Freilich war die zurückzulegende Wegstrecke für die Adelgundis-Kapelle deutlich kürzer.

So fantastisch die Rettung des Heiligen Hauses auch anmuten mag, das kleine, im italienischen Loreto hoch verehrte Gebäude muss einst im »Heiligen Land« gestanden haben. Das kann als gesichert gelten! Das »Heilige Haus« von Loreto stand ganz eindeutig einst im Heiligen Land, und zwar vor einer Höhle, die wohl auch als zusätzlicher Wohnraum genutzt wurde.

Fotos 4 und 5: Loreto-Kirche und Heiliges Haus. Foto/copyright Reinhard Habeck

Eine andere Loreto-Kapelle lockt auch heute noch zahlreiche Pilger nach Birkenstein. Birkenstein bei Fischbachau ist ein wirklich mystischer Ort. Die Kapelle Birkenstein, anno 1710 errichtet, ist eine maßstabsgetreue Nachbildung des »Heiligen Hauses« von Nazareth. Johann Mayr der Ältere war der Baumeister der Loreto-Kapelle von Birkenstein. Anno 1735 brach ein Brand aus, das kleine Gotteshaus wurde erheblich beschädigt. Es wurde renoviert und bekam 1760 eine neue, recht prachtvolle Ausstattung. Die Kirchweihe erfolgte erst am 5. August 1786 durch Ludwig Joseph von Welden, dem Fürstbischof von Freising.

Im Zentrum der Kapelle steht ein Gnadenbild Marias mit dem Jesuskind. 92 Engel wurden von Künstlerhand verewigt. An den Seitenwänden versammeln sich die zwölf Apostel. Büsten stellen die Verwandten Marias dar. Fast schon erdrückend wirkt die Flut von Votivtafeln aus dem späten 18. Jahrhundert. Sie wurden von Gläubigen gestiftet, die sich auf diese Weise für den himmlischen Beistand in Zeiten der Not bedanken wollten. Viele, sehr viele Gläubige waren und sind davon überzeugt, dass ihnen Maria geholfen hat, als sie in Notsituationen die »Gottesmutter« anriefen. So ist Birkenstein bis heute ein Ort lebender Marienverehrung und der Dankbarkeit.  Noch heute kommen Pilger nach Birkenstein, um gemeinsam mit einem Priester die Heilige Messe zu feiern.

Foto 6: Birkenstein um 1900.
Bei meinem Besuch der Loreto-Kapelle von Birkenstein im Mai 2017 las ein katholischer Priester eine Messe. Dicht gedrängt hatten sich zahlreiche Pilger und Einheimische in dem kleinen Gotteshaus eingefunden. Fromme Choräle erklangen, Gebete wurden gesprochen. Über den Gläubigen breitet sich  in hellen Blautönen der gemalte Nachthimmel aus. Weiße Sterne strahlen vom künstlichen Firmament. Sie formieren sich zu – wie ich meine – fiktiven Sternbildern.  Sterne bilden eine Krone, andere– deutlich zu erkennen – die Buchstaben »IHS«. IH sind griechische Großbuchstaben, gefolgt vom großen lateinischen S.

Diese »Abkürzung« steht für den Namen Jesu in griechischen Großbuchstaben  - Ι Η Σ Ο Υ Σ. 

Zu sehen ist, klar erkennbar, Maria als Himmelskönigin mit Sternenkrone. Neben der Mutter Jesu steht, ja springt munter umher, ein Einhorn. Einhorn wie Maria sind als »Sternbilder« dargestellt. Mir scheint, dass das Einhorn hin zu Maria flieht. Der Überlieferung nach konnte kein Jäger ein Einhorn zur Strecke bringen. Das Fabeltier unterwarf sich nur einer Jungfrau. Zeigt das Himmelsgewölbe in der Kapelle von Birkenstein Jungfrau Maria als Beschützerin des Einhorns? In der christlichen Kunst symbolisiert das mythologische Einhorn die »Reinheit der Jungfrau Maria«.

Freilich ist das Symbol Einhorn älter als das Christentum. Für die Römer stand es für keine Geringere als die Mondgöttin Diana. Diana war aber auch die Göttin der Jagd und der Geburt. Sie wurde als Beschützerin der Frauen und Mädchen verehrt. Sie gehörte zur Crème de la Crème des griechischen Götterhimmels, zu den zwölf wichtigsten Gottheiten. Auf der anderen Seite Marias spielen fischartige Wesen. Sollten das vielleicht Delphine sein, denen nachgesagt wurde, seebrüchige Matrosen ans Rettende Ufer zu schaffen? Immer wieder stellt sich die Frage: Wieso finden sich immer wieder Darstellungen aus heidnischen Mythen in christlichen Kirchen?

Foto 7: »IHS«, Rom, um 1650.

Im Kloster Corvey sah ich Darstellungen, künstlerisch unterschiedlich ausgearbeitet, thematisch aber durchaus verwandt. Allerdings sind die deutlich älteren Malereien von Corvey im Lauf der Jahrhunderte weitestgehend verblasst und mussten mühsam und schonend »rekonstruiert« werden. Dabei verzichtete man bewusst darauf, fehlende Partien zu ergänzen. In Corvey ist mehr zu erahnen als wirklich zu erkennen. Da steht zum Beispiel auf dem Schwanz einer mythologischen Bestie eine hünenhafte Gestalt. Sie ist mit einem Lendenschurz bekleidet, mit Schild und Speer bewaffnet. Der wackere Kämpfer, der es mit dem furchteinflößenden Monster aufnimmt, könnte Odysseus sein. Was aber hat »Odysseus versus Monster« in einem christlichen Gotteshaus zu suchen?

Um heidnische Mythologie in christlichen Gotteshäusern zu erklären, bringen Theologen gern ein hilfreiches Zauberwort ins Spiel, nämlich die Allegorie. Das klingt dann auch so schön wissenschaftlich.  Der Begriff » Allegorie« geht auf das altgriechische »allegoria«, zu Deutsch »verschleierte Sprache«, zurück.

Interpretiert man ein Bild allegorisch, dann bedeutet es etwas ganz anderes als es auf den ersten Blick darzustellen scheint.  Man kann auf diese Weise auch Bilder, die in vorchristlichen Zeiten erschaffen wurden, durchaus christlich interpretieren.

Ja man kann letztlich jede Darstellung nach eigenem Gutdünken verstehen. Warum aber hat man Christliches scheinbar »heidnisch« dargestellt? Warum griff man auf Mythologisches zurück? Warum hat man nicht christliche »Originale« geschaffen? Und wer sollte die Aussagen solcher Bilder verstehen?

Die mythologischen Malereien unter der Westempore des Johanneschores im Westwerk von Corvey sind etwa1200 Jahre alt, die an der Decke der Loreto-Kapelle von Birkenstein sind deutlich jünger. Sie entstanden rund 900 Jahre später.

Aus dem mythologisch-heidnischen Kampf des Odysseus gegen ein monströses Fabelwesen wird so der »Heiligen Georg« versus »Satan« oder Jesus als Sieger über das Böse. Am Himmel von Birken stein hebt ein Krieger sein Schwert zum Schlag gegen einen mächtigen Riesenvogel mit beeindruckenden, weit ausgebreiteten Flügeln.

Fotos 8 und 9: Kloster Corvey, Odysseus im Kampf mit Monstern

Legenden und Sagen – wie die von der Adelgundis-Kapelle vom Staffelberg oder jene vom »Heiligen Haus« Mariens – sind wie Nachrichten aus einer fremden Welt. Sie enthalten gewiss Fantasie, aber auch Fakten. Legenden und Sagen – sie gehören zum Erbe, das uns unsere Vorfahren hinterlassen haben. Wir sollten es schätzen und schützen! Was über Jahrhunderte hinweg mündlich überliefert wurde, darf nicht in Vergessenheit geraten.

Fußnoten
1) Radunz, Elisabeth und Konrad: »Sagen und Legenden des Lichtenfelser
     Landes«, Lichtenfels 1996, S. 63
2) Nach der Erzählung meiner Urgroßmutter Hedwig Welsch, geborene Engel,  
    aufgezeichnet. Sie verstarb am 9.12.1971 im Alter von 90 Jahren. Mein 
    Urgroßvater Lorenz Welsch verstarb bereits m 10.06.1958 im Alter von 79  
    Jahren.

Weiterführende Literatur »Oberfranken«
Abels, Björn-Uwe: Selten und schön/ Archäologische Kostbarkeiten aus der
     Vor- und Frühgeschichte Oberfrankens, Lichtenfels 2007
Dippold, Günter: Kloster Banz/ Natur, Kultur, Architektur, Staffelstein 1991
Lutz, Dominik: Basilika Vierzehnheiligen/ Symphonie in Licht und Farbe, 3.
     Auflage, Staffelstein 1990


Sehr empfehlenswerte Lektüre »Bayern«
Foto 10: Birkenstein um 1903.
Fenzl, Fritz: Wunder in Bayern/ Orte der Kraft und Quellen der Heilung,
     Waldkirchen, 2. Auflage 2004
Fenzl, Fritz: Wunderwege in Bayern/ Magische Stätten und Überlebenspfade,
     München 2002
Fenzl, Fritz: Keltenkulte in Bayern/ Spurensuche an Kraftorten, München 2003
Fenzl, Fritz: Orte der Liebe in Bayern, München 2006
Fenzl, Fritz: Magische Kirchen in München/ Dreiecks-Wege zum Geheimnis/
     Gute und böse Orte, München 2006
Fenzl, Fritz: Magische Wege und Orte in Bayern, München 2007
Fenzl, Fritz: Heilige in Bayern – Himmlische Lebenshilfe, München 2008
Fenzl, Fritz: Heilige Orte in Bayern, München 2008
Fenzl, Fritz: Der Teufelstritt/ Magische Geschichten und Rundgänge zu
     Sagenorten in München, München, Neuauflage 2008
Fenzl, Fritz: Höllensturz/ Magie und Mythos in Bayern, Rosenheim 2009
Fenzl, Fritz: Sagen und Mythen aus Bayern, München 2009

Fenzl, Fritz: Magische Kraftorte in Bayern, Rosenheim 2014



Zu den Fotos
Foto 1: Blick in die Adelgundis-Kapelle, etwa 1900 . Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Urgroßeltern Hedwig und Lorenz Welsch. Foto vermutlich Walter Langbein sen.
Foto 3: Die Adelgundiskapelle vom Staffelberg, historische Aufnahme, vor 1914.  Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Fotos 4 und 5: Loreto-Kirche und Heiliges Haus. Foto/copyright Reinhard Habeck
Foto 6: Birkenstein um 1900. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 7: »IHS«, Rom, um 1650. Foto wikimedia commons
Fotos 8 und 9: Kloster Corvey, Odysseus im Kampf mit Monstern. Original und Nachzeichnung. Fotos Walter-Jörg Langbein
Foto 10: Birkenstein um 1903. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein


401 »Hape Kerkeling, falsche Bibelübersetzungen und Birkenstein«,»Das Geheimnis der fliegenden Kapelle«, Teil 3 
Teil  401  der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 24.09.2017



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Sonntag, 10. September 2017

399 »Das Geheimnis der fliegenden Kapelle«

Teil 1 »Birkenstein und Orte der Weisheit«,
Teil  399 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                        
von Walter-Jörg Langbein


Fischbachau ist ein idyllischer Urlaubsort in Oberbayern. Er liegt an der malerischen Leitzach im Mangfallgebirge. Zwei sakrale Sehenswürdigkeiten gibt es, nämlich »Mariä Schutz« und das  »Martinsmünster«. Das »Martinsmünster« gilt als die besterhaltene romanische Basilika Südbayerns. »Mariä Schutz« ist vielleicht kunsthistorisch noch bedeutsamer, ist doch die »Alte Pfarrkirche« vielleicht nicht der älteste, aber der älteste unveränderte Kirchenbau Altbayerns.

Foto 1: Fischbachau im Winter.

Nach mehreren Regentagen Anfang Mai 2017 ist uns – mir und lieben Freunden aus dem Münchner Umland – der Wettergott mehr als gnädig. Nach heftigen Regenschauern von graublauem Himmel lacht die Sonne vom bayerisch-blauen Firmament. Einzelne weiße Wölkchen heben noch die herrliche Bläue des Himmels hervor. Und »Mariä Schutz« und das  »Martinsmünster« strahlen in blendendem Weiß förmlich miteinander um die Wette.

Aber uns zieht es zunächst einmal weiter gen Himmel, den Berg hinauf zum ehemaligen Kloster und der Klosterkapelle von Birkenstein. Man sieht nur mit dem Herzen gut, so heißt es. Dieses Wort trifft auf Birkenstein zu. Die Schönheit Birkensteins, seine mystische Atmosphäre, lässt sich weder fotografieren, noch in angemessene Worte fassen. Man muss Birkenstein und seine Geheimnisse einfach erleben!

Per Zug ist Birkenstein von München aus zu erreichen. Man fährt Richtung Bayrischzell und steigt in Fischbachau aus. Von da aus geht es per Taxi oder zu Fuß weiter. Eine Stunde Fußweg muss man einkalkulieren. Bequemer ist die Anreise per PKW. Von München aus fährt man auf der Autobahn Richtung Salzburg. Man erlässt die Autobahn entweder bei der Ausfahrt Wayarn oder bei der Ausfahrt Irschenberg. Von da aus geht es nach Miesbach. Wunderschön ist die weitere Fahrt durch das wunderschöne Leitzachtal bis nach Fischbachau. Man kann aber auch Fischbachau über Schliersee erreichen. Den letzten Kilometer muss, nein darf man zu Fuß gehen, dann kommt man in Birkenstein an.

Anfang Mai 2017 drohte mein Besuch in Birkenstein auszufallen. Bedingt durch Straßensperrungen und Baustellen komme es in der Region zu Staus. Birkenstein müsse aus dem Programm genommen werden. Auf kleinen Nebensträßchen der idyllischen Art erreichten wir dann aber doch das Ziel, die mysteriöse Klosterkapelle.

Eigentlich könnte man sich tagelang in Fischbachau aufhalten, zahlreiche Hinweise auf uralten Volksglauben studieren. Der Bildstock des Heiligen Nepomuk zum Beispiel ist einen Besuch wert. 

Foto 2: Nepomuk von Fischbachau.
Johannes ne Pomuk, also Johannes aus Pomuk, Tschechien 1380 wurde zum Priester geweiht und Pfarrer an der Kirche St. Gallus in Prag. Sein energisches Auftreten für die Rechte der Kirche, seine mutige Haltung gegenüber dem König machte den konsequenten Theologen beim Volk beliebt. Er ließ sich, heißt es, den Mund nicht verbieten, worüber sich König Wenzel offenbar maßlos ärgerte. Zu allem Überfluss erkor sich die Königin Johannes ne Pomuk zum Beichtvater.

König Wenzel wollte nun von Nepomuk erfahren, was seine Ehefrau so an Sünden zu beichten Pflegte, aber auch unter schlimmster Folter bewahrte Nepomuk das Beichtgeheimnis. So starb er nach schlimmsten Qualen, so wird überliefert, als Märtyrer. Eine Legende schildert, fünf Sterne hätten der Königin gezeigt, wo der geschundene Leichnam des Priesters zu finden sei. Tatsächlich wurde der Körper Nepomuks gefunden und konnte beigesetzt werden. Angeblich wurden seine Gebeine und seine Zunge anno 1719 bei einer Graböffnung unversehrt vorgefunden. Zehn Jahre später wurde Johannes Nepomuk kanonisiert. Das »Zungenwunder« wurde als Zeichen des Himmels gesehen. Kein Wunder, dass Nepomuk zum Patron der Beichtväter wurde.

Eigentlich sollte man sich Zeit nehmen für Birkenstein und seine Klosterkapelle. Hand aufs Herz: Ich hätte mir mehr Zeit nehmen sollen für Birkenstein. Eigentlich sollte man nicht mit dem Auto anreisen, sondern als Pilger besuchen. Aber ich bin froh, überhaupt in Fischbachau und Birkenstein gewesen zu sein.

Wie ich vor Ort erfahren habe finden alljährlich 43 Fußwallfahrten nach Birkenstein statt. Manche haben schon eine sehr alte Tradition. So finden schon seit 1835 Fußwallfahrten von Obertaufkirchen bei Erding statt. Zwischenstation ist Tuntenhausen. Eine Wallfahrtskirche von Tuntenhausen ist bereits anno 1226 erstmals urkundlich erwähnt. Am späten Nachmittag des zweiten Tages erreichen die Pilger Birkenstein.

Foto 3: Der Verfasser in Birkenstein.

1470 bis 1480 wurde der Sakralbau durch eine größere Hallenkirche ersetzt, 1513 bis 1533 kamen die beiden markanten Doppeltürme hinzu. In den Jahren 1548 und 1584  setzten gewaltige Brände dem Gotteshaus zu. Die Kirche konnte aber wieder instand gesetzt werden. Der für heutige Zeitgenossen kuriose Name der Gemeinde Tuntenhausen  geht auf einen frühen Siedler namens Tunti oder Tunto zurück, der bereits im 8. Jahrhundert dokumentiert ist. Tuntenhausen ist also als »Befestigte Wohnanlage« oder «Burg« des Tunti/ Tunto zu verstehen.

Foto 4: Wallfahrtskirche von Tuntenhausen

Zurück ins 21. Jahrhundert. Zurück in unsere Zeit des Lärms und der Hektik. Dank des Internets können wir schneller denn je an Informationen gelangen. Dank des Internets können wir weltweit Kontakte knüpfen, ohne auf Entfernungen achten zu müssen weltweit mit anderen Menschen sprechen. Ich weiß die Segnungen des Internets sehr zu schätzen, so wie ich auch den modernen Wissenschaften wirklich außerordentlich dankbar bin. Die faszinierenden Wissenschaften haben uns viele Fenster geöffnet, die uns unglaublich viel von der Wirklichkeit zeigen. Seit Jahrhunderten explodierte das Wissen auf Planet Erde geradezu. Und dank des Internets ist heute allgemein zugänglich, was noch vor wenigen Generationen nur von Wenigen eingesehen werden konnte, die Zugang zu den größten Bibliotheken ihrer Zeit hatten.

Je weiter die Pioniere der Wissenschaft vorankamen, je größer der von ihnen angehäufte Wissensschatz wurde, desto schneller wuchs die Spezialisierung. Und je größer das Messbare, heute schon wissenschaftlich erfassbare und überprüfbare Wissen wird, desto größer wird die Distanz zur Mystik. Ja alles was nicht irgendwie messbar ist, was sich nicht mittels wissenschaftlicher Formeln definieren lässt, scheint offiziell gar nicht existieren zu dürfen. Dabei gibt es doch schon seit Jahrzehnten intensive Bemühungen Mystik und Wissenschaft nicht als unvereinbar Gegensätzliches zu sehen.

Allen voran versuchte Bestsellerautor (1) Fritjof Capra (* 1. Februar 1939 in Wien), ein österreichisch-amerikanischer Physiker, Systemtheoretiker und Philosoph, mit einem ganzheitlich-systemischen Ansatz eine Verbindung zwischen östlicher Mystik und moderner Physik herzustellen. Versuchten Weise der letzten Jahrtausende, die Wahrheit hinter dem Vordergründigen zu erkennen, so gibt es seit Jahrzehnten ernsthafte Bemühungen, das Gemeinsame von Wissen und Geheimnis zu finden (2).

Foto5: Fritjof Capra.
Ich frage mich immer wieder, ob nicht die moderne Wissenschaft des scheinbar Faktischen, eine wesentliche menschliche Fähigkeit mehr und mehr verkümmern lässt? Ich meine die Fähigkeit des Spürens, des Erfühlens von einer letztlich noch unser Vorstellungsvermögen bei weitem überschreitenden Weisheit. Betreten wir damit die Welt der Religionen? Auf der einen Seite gibt es die strenge materialistische Schulwissenschaft. Auf der anderen Seite gibt es die Welt der großen Religionen, die zu mächtigen Institutionen geworden sind. Das freilich war alles andere als im Sinn der großen Weisen vergangener Jahrtausende (3).

Institutionalisierten Religion geht es freilich früher oder später nur noch um Macht. Um diese Macht umsetzen zu können, benötigen sie Menschen, die sich das Denken abnehmen lassen. Was sie nicht gebrauchen können, das sind Menschen, die versuchen, mit selbständigem Denken und Weisheit die Realität zu erfassen. Sie sehen die Dinge nicht, wie sie nach Meinung ihrer Vordenker gesehen werden müssen, sie wollen sich ein eigenes Bild machen. Solche Menschen entziehen sich der Macht von Wissenschaftlern wie von Geistlichen, die vorschreiben wollen, was zu glauben ist und was nicht.

Was ich mich seit vielen Jahren frage: Gibt es auf unserem Planeten Erde Orte, an denen Weisheit besser erspürt werden kann als an anderen Orten? Ich meine ja. Und ich bin davon überzeugt, dass solche Stätten seit Jahrtausenden bekannt sind. An solchen Orten hat man schon vor Jahrtausenden Menhire errichtet, geheimnisvolle Zeichen in Berghänge gekratzt, Tempel gebaut, die dann später von Vertretern der großen Religionen vereinnahmt wurden.


Foto 6: Einer der »alten Weisen«.

Fußnoten

1) Capra, Fritjof: »Das Tao der Physik/ Die Konvergenz von westlicher
     Wissenschaft und östlicher Philosophie«, Neuausgabe, Bern, München, Wien,
     1984
2) Davies, Paul: »Gott und die moderne Physik«, Vorwort von Hoimar von
     Ditfurth, München 1986
Talbot, Michael: »Mystik und neue Physik/ Die Entwicklung des kosmischen
     Bewusstseins«, München 1989
3) Bütler, Rene: »Die Mystik der Welt/ Quellen und Zeugnisse aus vier
     Jahrtausenden/ Ein Lesebuch der mystischen Weisheiten aus Ost und West«,
     Bern, München, Wien 1992
Läpple, Alfred: »Ketzer und Mystiker/ Extremisten des Glaubens/ Versuch einer
     Deutung«, München 1988


Foto 7: Der Regenbogen, ein Symbol.
Zu den Fotos
Foto 1: Fischbachau im Winter. Foto wikimedia commons/ Bbb.
Foto 2: Der Nepomuk von Fischbachau. Foto wikimedia commons/ gemeinfrei/ Rudolph Buch.
Foto 3: Der Verfasser in Birkenstein. Foto Heidi Stahl. Copyright Heidi Stahl.
Foto 4: Wallfahrtskirche von Tuntenhausen mit dem Wappen der Gemeinde. Foto Wikimedia commons Rufus46
Foto 5: Fritjof Capra. Foto Wikimedia commons Zenobia Barlow
Foto 6: Einer der »alten Weisen«. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Der Regenbogen, ein Symbol. Foto Heidi Stahl


400 »Vom Staffelberg nach Birkenstein«,
»Das Geheimnis der fliegenden Kapellen«, Teil 2
Teil  400  der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                        
von Walter-Jörg Langbein,                      
erscheint am 17.09.2017


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Sonntag, 3. September 2017

398 »Marias Himmelfahrt und Adams UFO«

Teil  398 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                        
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Tizians Mariae Himmelfahrt
Kirchenrat Wilhelm Mädl (1) beeindruckte mich als Kind sehr. Von stattlicher Statur glich er einem biblischen Propheten, der das Wort Gottes mit sicherer Stimme verkündete. Einmal fragte ich den imposanten Mann Gottes, wie es denn möglich sei, dass er auf jede Frage eine Antwort parat habe. »Ich habe Theologie studiert!«, antwortete er stolz und selbstsicher. Mag sein, dass Kirchenrat Mädl mitverantwortlich dafür ist, dass ich schließlich auch evangelische Theologie studierte und auszog, um Pfarrer zu werden.

Herr Mädl zeigte mir eines Nachmittags einen Prachtband mit sakralen Gemälden. Besonders beeindruckend fand ich die Darstellung einer Himmelfahrt Marias von Tizian (1490-1576). Man sieht die Menschen auf Erden, vor ihren Augen entschwindet auf Wolken Maria gen Himmel. Und hoch oben wartet schon der mächtige Gottvater. Damals dachte ich bei Engeln noch nicht an Außerirdische.

Dann aber: Anno 1968 las ich Erich von Dänikens ersten Weltbestseller »Erinnerungen an die Zukunft«. Da ging es auch um Texte aus dem »Alten Testament«, in denen Erich von Däniken Hinweise auf Besucher aus dem All sah. Und da, wie ich wusste, im Rahmen des Theologiestudiums Altes und Neues Testament in den Originalsprachen gelesen werden, war ich überzeugt: Ich musste evangelische Theologie studieren, um mehr über die »Astronautengötter« zu erfahren.

Dekan Adolf Müller erkundigte sich immer wieder nach meinen Fortschritten als braver »stud.theol.«. Er nahm mit wachsender Besorgnis zur Kenntnis, dass ich lieber über Astronautengötter als über Luthers Theologie sprach. Wiederholt lud er mich dazu ein, doch sonntags in der Michelauer Kirche zu predigen. Dazu kam es nie. So sehr sich Dekan Müller bemühte, mich zum Durchhalten zu bewegen.

Foto 2: Noch eine Himmelfahrt Marias.
Am 15. August, vor wenigen Tagen, feierte die katholische Christenheit »Mariae Himmelfahrt« . Seit dem Ende des 6. Jahrhunderts wird es, festgelegt von Kaiser Mauritius, an diesem Tag gefeiert. Allen theologischen Bemühungen zum Trotz heißt es im Volksmund nach wie vor »Mariae Himmelfahrt«. Die Theologie, speziell die katholische, anerkennt aber als einzigen »Himmelfahrer« nur Jesus. Nur Jesus ist sozusagen aus eigener Kraft in den Himmel empor gestiegen. Offiziell heißt das hohe Fest »Assunta«, was sich vom lateinischen »assumptio« herleitet. »Assumptio« freilich bedeutet »Aufnahme«. Theologisch korrekt wurde also Maria in den Himmel aufgenommen.

In der Hermitage in St. Petersburg wird ein Gemälde aufbewahrt, das den theologisch falschen Titel »Mariae Himmelfahrt« trägt. Bartolomé Esteban Murillo hat es um 1675 geschaffen. Zu sehen ist eine majestätische Maria, die voller Erwartung nach oben blickt. Getragen wird sie von einer ganzen Schar kleinwüchsiger Engel, die mit dem Transport Marias ihre liebe Mühe zu haben scheinen. Ich vermute, dass Bartolomé Esteban Murillo an eine alte Überlieferung dachte, als er sein Kunstwerk schuf. Wann die fromme Geschichte erstmals erzählt wurde, wir wissen es nicht. Klar ist: 1216 schrieb Cäsarius von Heisterbach eine Legende nieder. Demnach wurde Maria, eingehüllt in eine strahlende Lichtaura, in den Himmel empor gebracht.

In der Basilika »San Paolo fuori le Mura« lockt ein altehrwürdiges Altarbild auch heute noch Gläubige wie Touristen an. Es entstand Mitte des 19. Jahrhunderts nach einer älteren Vorlage, nach einem Kunstwerk von Giulio Romano. Zu sehen ist eine Schar von Menschen. Die Jünger und ersten Christen haben sich in einer Höhle am Sarkophag Marias eingefunden. Sie sind aufgeregt, bestürzt, ja schockiert. Sie können, so scheint es, noch nicht fassen, dass Maria entschwunden ist. Eine Etage höher, über den Wolken, sieht man Maria um Himmel, umgeben von Engeln. Neben ihr sitzt Weltenherrscher Jesus, der Maria just zur Himmelskönigin krönt. Über allem schwebt, in Gestalt einer Taube, der »Heilige Geist«. Gottvater ist nirgendwo auf dem Bild zu entdecken.

Foto 3: Papst Pius XII.

Zu Beginn des 9. Jahrhunderts wurde das Fest in Deutschland eingeführt. Erst Papst Pius XII. verkündete anno 1950 das Dogma von der »ganzmenschlichen Aufnahme Mariens in den Himmel«. Wenn Maria physisch in den Himmel aufgenommen wird, so ist damit nicht der Himmel als ein spirituelles Jenseits gemeint. Es ist nicht davon die Rede, dass die Seele Marias in ein geistiges Himmelreich aufgenommen wird, sondern ganz und gar, leibhaftig.

Das Motiv der »Himmelfahrt« gibt es in  christlichen Varianten, etwa wenn Maria von Engeln in den Himmel geholt wird. Freilich ist das Motiv, wie wir es etwa aus christlichen Gemälden kennen, nicht das Original. Der Ursprung verliert sich irgendwo in den unergründlichen Weiten der religiösen Bilder. Wo tauchte es erstmals auf? Bei den Ägyptern finden wir es ebenso wie bei den Sumerern. Besonders präastronautisch als Quelle geeignet ist der »Etana Mythos«, der ganz konkrete Begleiterscheinungen eines Flugs aus irdischen empor in himmlische Gefilde schildert. (2)

Um es klar und deutlich auszusprechen: Ich will nicht unterstellen, dass Maria eine Außerirdische war und per Raumschiff entschwunden ist. Als alter Präastronautiker aber bin ich davon überzeugt, dass es Jahrtausende vor Jesu und Marias Lebzeiten Kontakte mit »Astronautengöttern« gab. Da wurden Menschen – wie wir das aus heutigen Zeiten kennen – entführt. Was für uns Heutige das All ist, das war für die jungen Christen der »Himmel«.

Laut Überlieferungen, die Louis Ginzberg (3) übersetzt und aufgezeichnet hat, unternahm Adam Flugreisen durchs All, sechs Welten wurden ihm gezeigt: Erez, Adamah, Arqua, Ge, Neshiah und Ziah. Erez war eine düstere Welt der Dunkelheit, anscheinend ein Planet, der sich in großer Distanz um seine Sonne drehte. Auf Adamah hatten es die Bewohner, anscheinend Vertreter einer fortgeschrittenen Zivilisation, bereits geschafft, ihre Umwelt zu verpesten. Auf Arqua lebten die Cainiten, Zwerge und Riesen. Jene Kreaturen fristeten ein ärmliches Dasein, kannten kein Getreide. Oft wurden zweiköpfige Wesen geboren, Mutationen. Planet Ge befand sich »nah am flammenden Feuer«. Umkreiste dieser Planet in relativ geringem Abstand seine Sonne, vergleichbar mit Merkur? Auf Nesiah hausten Zwerge ohne Nase. Sie atmeten durch zwei Löcher. Auf Ziah herrschte arge Wasserknappheit, die Bewohner jener Welt werden als besonders schön beschrieben.

Foto 4: Der Moses von Urschalling.

Die »Apokalypse des Moses« (4) benennt Eva als »UFO-Zeugin«: »Und Eva blickt zum Himmel auf, da sieht sie einen Lichtwagen heranfahren. Kein aus dem Mutterleib Geborener kann die Herrlichkeit beschreiben.«.

Und in Louis Ginzbergs »Legenden der Juden« berichtet Rabbi Bar Jochai, wie Rabbi Yosse und eine kleine Schar Menschen auf einen Außerirdischen treffen. »Woher kommst du?« wird er gefragt. »Vom Planeten Arqua!« antwortet er bereitwillig. Die Menschen staunen: »Es gibt also Lebewesen auf Arqua?« Das bestätigt der Fremde. »Als ich euch kommen sah, beschloß ich nach dem Namen der Welt zu fragen, auf die ich gekommen bin.«

Auf seinem Heimatplaneten sei so manches anders als auf der Erde. So seien die Jahre dort länger, mehr Zeit vergehe zwischen Saat und Ernte. Dem Besucher sind aber noch andere Welten bekannt. Doch nur auf der Erde könne er wie auf seinem Heimatplaneten leben. Friedlich gehe es aber auf Arqua keineswegs zu, da würden weite Bevölkerungskreise in Lagern gehalten, streng von Wächtern beaufsichtigt. Auf der Welt »Herabah« gebe es reichlich Wasser, auf »Tebel« hausten entsetzliche Monsterwesen, Kreaturen, die künstlich erzeugt worden seien.

In altjüdischen, heiligen Texten, die leider nicht in den Kanon der Bibel aufgenommen wurden, wimmelt es nur so von Hinweisen, die die ersten Menschen in Verbindung mit Außerirdischen bringen. So veröffentlichte Paul Rießler »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel«.

Im Text »Leben Adams und Evas« (5) wird ein Bericht vorgelegt, der Adam selbst als »UFO- Zeugen« darstellt. Da lesen wir: »Da sah ich gleich dem Winde einen Wagen, und seine Räder waren feurig.« Adam selbst wurde an Bord genommen. »Ich wurde...entrückt. Ich sah den Herrn da sitzen.« Erzengel Michael steuerte das Vehikel.

Foto 5: Adam und Eva von Urschalling.

Ja, die biblischen Engel, die »Wächter des Himmels«, sie tauchen weltweit auf. Überall pendelten sie, so scheint es, zwischen Himmel und Erde, sie vermittelten zwischen dem obersten Himmelsboss und den Menschen. Sie brachten Befehle von oben nach unten und Bitten von unten nach oben. Nicht immer waren sie ihrem Boss gehorsam, begehrte auf, manche wurden verdammt, schlugen sich auf die Seite der Menschen und wurden von der Theologie verteufelt.

Ob ich denn wirklich glaube, dass die »Engel« außerirdische waren, werde ich seit Ende der 1970er immer wieder gefragt. Ich bin davon überzeugt, dass kosmische Besucher da und dort als »Engel« in die Glaubenswelten von Planet Erde einbezogen wurden.

Wenn kosmische Besucher vor Jahrtausenden auf unseren Plant kamen, wo sind sie denn geblieben, diese »Astronautengötter«? Heute bin ich davon überzeugt, dass Planet Terra nicht nur vor Jahrtausenden von Außerirdischen besucht wurde. Ich glaube, dass sie, die »Astronautengötter«, auch heute noch hier sind, mitten unter uns. Sie beeinflussen das Weltgeschehen. Ob sie sich jemals offenbaren werden?

Foto 6: Erzengel Michael als Drachentöter

Obwohl ich mich seit Jahrzehnten mit diesen Wesen aus dem All beschäftige, weiß ich immer noch zu wenig über sie. Sind sie Wesen aus Fleisch und Blut? Sie sind Lebewesen? Oder sind sie etwas ganz anderes, als wir uns vorstellen können? Sind sie Verkörperungen von künstlicher Intelligenz? Wir suchen nach wie vor das »missing link« zwischen Tier und Mensch. Ich halte uns Menschen für das Bindeglied zwischen natürlich-biologischer und künstlicher Intelligenz.

Künstliche Intelligenz kann sich – Stichwort morphogenetische Felder – in Nullzeit über jede Distanz bewegen. Reisen durch die Unendlichkeit des Alls sind für künstliche Intelligenz in Nullzeit möglich, sie ist nicht (mehr) auf Raumschiffe angewiesen. Höchstgeschwindigkeiten, die für irdische Raumfahrer schon theoretisch vorstellbar sind, scheinen interstellare Raumfahrt unmöglich zu machen. Künstliche Intelligenz kennt diese Hürde nicht. Mir scheint, wir stehen erst am Anfang des Begreifens. Mag wohl sein, dass die meisten Menschen unseres Planeten wirklich in Schockstarre verfallen, wenn sie erst einmal begreifen, was »UFOs« wirklich sind.

Nachdem ich 1979 mein Studium der evangelischen Theologie abgebrochen hatte, stürzte ich mich mit Begeisterung auf »meine Astronautengötter« Weihnachten 1979 erschien auch mein gleichnamiges Buch, »Astronautengötter« nämlich. Erich von Däniken bin ich unendlich dankbar. Er war, ist und bleibt ein wahrer Freund. Er ist ein wunderbarer Mensch und ich bin dem Schicksal dankbar, dass ich ihn kennenlernen durfte. Von keinem Menschen habe ich so viel gelernt wie von ihm.

Foto 7: Erich von Däniken

Für mich gibt es keinen Zweifel: Die wahre und wirklich große Bedeutung von Erich von Däniken haben die meisten Zeitgenossen noch gar nicht erkannt. Es gibt so etwas wie einen »Masterplan des Universums«. Und den kennt niemand so gut wie Erich von Däniken!

Fußnoten
1) Perzel, Herbert: »800 Jahre Michelau in Oberfranken/ Vergangenheit und
     Gegenwart einer fränkischen Gemeinde«, Michelau 1994

2) Ich bedanke mich bei Dieter Bremer und Reinhard Gunst für ihre Hinweise via Facebook, die mich dazu veranlassten,den  Text zu ergänzen!
3) Ginzberg Louis: »The Legends of the Jews«, Vol. 1, eBookausgabe, Digireads
    2004
4) Rießler, Paul: »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel«, Augsburg 1928, »Apokalypse des  Moses«, 33, Seite 151 oben (Siehe Foto 8!)

Der gleiche Sachverhalt wird auch geschildert in »Das Leben Adams und Evas«. Siehe hierzu E. Kautzsch: »Die Apokryphen und Pseudepigraphen des Alten Testaments«, »Zweiter Band: Die Pseudepigraphen des Alten Testaments«, Tübingen, Freiburg i.Br. und Leipzig, Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), 1900, S. 524 (33) und S. 526 (37).
Ich bedanke mich herzlich bei Norbert Renz für seinen wichtigen Hinweis via facebook!
5) Rießler, Paul: »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel«, Augsburg 1928, »Das Leben Adams und Evas«, 25, S. 674 oben

Foto 8: Aus der »Apokalypse des Moses«

Zu den Fotos

Foto 1: Tizians Mariae Himmelfahrt 1490-1576. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Noch eine Himmelfahrt Marias. Edward Jakob von Steinle 1810-1886. Foto wikimedia commons/ Altera Levatur
Foto 3: Papst Pius XII. Foto wiki commons public domain
Foto 4: Der Moses von Urschalling. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Adam und Eva von Urschalling. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Erzengel Michael als Drachentöter, um 1400. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Erich von Däniken. Foto Walter-Jörg Langbein

Foto 8: Aus der »Apokalypse des Moses«. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein

399 »Das Geheimnis der fliegenden Kapelle«,
Teil 1: »Birkenstein und Orte der Weisheit«

Teil 399 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                        
von Walter-Jörg Langbein,                      
erscheint am 10.09.2017


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