Sonntag, 29. Dezember 2013

206 »In der unvollendeten Grabkammer«

Teil 206 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Querschnitt durch die Pyramide -
Pfeil weist auf
unvollendete Grabkammer
Mein Weg führte mich nicht in ... sondern unter die nach Cheops benannte Pyramide! Die „unvollendete Grabkammer“ liegt im massiven Fundament aus gewachsenem Stein unter dem gigantischen Bauwerk. Wann wurde sie in den Fels geschlagen? Wurden die Arbeiten begonnen, bevor der Grundstein für die Cheopspyramide gesetzt wurde? Bautechnisch wäre es die einfachste Lösung gewesen, zunächst die heute als unvollendete Grabkammer bekannte „Gruft“ auszuheben, um nach vollendeter Arbeit die Pyramide darüber zu bauen. Dann wäre es relativ leicht gewesen, den Abraum durch einen kurzen Schacht ins Freie zu schaffen.
   
Der Gang in die mysteriöse Unterwelt führt aber zum Großteil durch den mächtigen Leib der Pyramide. Wurden also gleichzeitig unterirdisch die geheimnisvolle Kammer und die riesige Pyramide darüber geschaffen?
  
Ich habe mit einer Gruppe von Touristen die „Cheops-Pyramide“ betreten. Dabei haben wir nicht den eigentlichen Eingang benutzt, sondern den von Grabräubern auf der Suche nach Schätzen wie einen Bergwerksstollen in die Pyramide getriebenen Gang. Ich habe bewusst die anderen Pyramidengänger vorausgehen lassen. Sie haben wohl inzwischen die große Galerie erreicht. Ihre Stimmen hallen seltsam, werden immer leiser.

Im Tunnel unterwegs zur unvollendeten Grabkammer.
Foto: Walter Langbein sen.

Meine Bummelei scheint einige Wächter zu verärgern. Durch Gesten deute ich den wachsamen Hütern der Pyramide an, dass ich in die „dritte Kammer“ hinabsteigen möchte. Sie verhalten sich zunächst höchst ablehnend. Einer packt mich am Ärmel und will mir anscheinend den Weg zur „Kammer der Königin“ weisen. Ein zweiter behauptet sogar in gutturalem Englisch, es gebe überhaupt keine dritte Kammer. „No third chamber exist! No exist!“ Wie viele Besucher sich wohl so abwimmeln lassen? Ich krame meinen Geldbeutel aus meiner Kameratasche. „No picture ... no picture!“ Fotografieren ist also verboten. Und die mysteriöse „unvollendete Grabkammer“ gibt es gar nicht.
  
Der Chef-Wächter übernimmt das Gespräch. Seine abweisende Haltung ändert sich schlagartig, als ich einige Geldscheine zücke und das Zauberwort „Bakschisch“ raune, das schon den Helden des sächsischen Dichters Karl May so manchen Weg im Orient ebnete. Es wirkt Wunder. Man will mir jetzt nicht mehr meine Kamera abnehmen. Das Verbot zu Fotografieren ist aufgehoben. Und schon Minuten später darf ich zur dritten Kammer tief unter der Pyramide aufbrechen. Es wird eine strapaziöse Reise in die Unterwelt.

Doch was heißt hier „gehen“? Ganze 1,20 Meter hoch und 1,06 Meter breit macht der „Gang“ ein normales „Gehen“ unmöglich. Vor Anstrengung keuchend und bald heftigst schwitzend, sodass mir die Kleidung wie eine zweite Haut am Leibe klebt, krieche ich krabbelnd dem vielleicht eigentlichen Rätsel der Pyramide entgegen.

Unvollendete Grabkammer,
Tunnel in die Kammer
Foto: Walter-Jörg Langbein
Die Luft ist stickig, muffig, sie reizt zum trockenen, schmerzhaften Husten. Meter für Meter kämpfe ich mich weiter. Eigentlich hatte ich erwartet, rasch die schier unerträgliche Hitze eines ägyptischen Morgens hinter mir lassen zu können, doch weit gefehlt. Es will mir scheinen, als ob es um so heißer wird, je tiefer ich in die „Unterwelt“ der Pyramide vordringe.
  
Endlich kann ich mich kurz aufrichten. Auf einer Länge von nur knapp einem Meter ist der Gang 1,85 Meter hoch. Leide ich an Sinnestäuschungen? Ist mir doch, als ob ich frische, kühle Luft auf der verschwitzten Gesichtshaut spüre! Tatsächlich endet hier eine Art „Rohrleitung“, eine Jahrtausende alte Frischluftzufuhr. Niemand weiß, wie sie verläuft. Wer hat sie wie durch den massiven Leib der Pyramide gelegt? Und zu welchem Zweck? Wen sollte die Luftzufuhr erfrischen?
  
Hastig geht es weiter, wieder in geduckter Haltung. Einmal drehe ich mich um. Der Gang scheint sich in der Unendlichkeit zu verlieren. Meine Knochen schmerzen, als ob ich schon Ewigkeiten hier unten herumkrieche. Und vor mir sieht es so aus, als ob der Gang bis zum Mittelpunkt der Erde reiche. Er scheint nicht enden zu wollen.
  
Endlich geht das Gefälle in einen horizontalen Weg über. Ich weiß, dass ich noch knapp zehn Meter Gang vor mir habe, in gebückter Haltung. Schließlich stehe ich in der unvollendeten Grabkammer. 120 qualvolle Meter liegen hinter mir.

Die unvollendete Grabkammer,
Teilansicht - Foto:
Walter-Jörg Langbein
Wie groß mag die unterirdische Kammer sein? Ich krieche mit einem Messband am Boden entlang, klettere über aus dem Boden wachsende Steingebilde. Die Kammer ist, zu diesem Ergebnis komme ich nach Auswertung meiner Zeichnungen und Messergebnisse, vierzehn Meter lang, etwas über acht Meter breit und bis zu 3,50 Meter hoch. Und sie ist allem Anschein nach wirklich unvollendet. Ich versuche mich in die Lage eines Grabräubers zu versetzen, der in diesen Raum gelangt. Er wird sich nach kurzem Umschauen wieder enttäuscht abwenden. Hier ist nichts Wertvolles zu finden, mag er denken ... und den Gang zurück kriechen.
  
Nach offizieller Lehrmeinung sollte die unvollendete Grabkammer ursprünglich den Sarkophag des Cheops aufnehmen. Dann aber habe man umdisponiert und die Arbeiten an der Kammer unter der Pyramide von heute auf morgen abgebrochen. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass die genialen Baumeister des Weltwunders wirklich so wankelmütig waren. Und wenn man wirklich das Projekt unterirdische Grabkammer aufgegeben hat, wieso wurde der gesamte Abraum aus der Baustelle unter der Pyramide mühevoll an die Erdoberfläche geschafft? Sollte das den Eindruck eines überstürzten Aufgebens der unterirdischen Grabkammer unterstreichen.
  
Ich spekuliere: Vielleicht war die vermeintlich unvollendete Grabkammer nie wirklich als Grabkammer gedacht! Vielleicht war sie von Anfang an als ostentativ „unvollendet“ konzipiert, um den Wunsch einer näheren Untersuchung dieser „Unterwelt“ erst gar nicht aufkommen zu lassen? Führt ein verborgener, noch unentdeckter Gang zur Gruft des Pyramidenbauers oder zu den Kammern des Wissens, in denen laut uralter Überlieferung geheimes Wissen vor der Sintflut bewahrt werden sollte?
  
Unter der Cheopspyramide
Foto: Walter-Jörg Langbein
Fakt ist: Die Existenz einer oder gar weiterer Kammern in der Cheops-Pyramide wird von der Ägyptologie vehement bestritten. Vielleicht glaubt die Archäologie wirklich daran, dass es definitiv nur drei Kammern gibt. Aber dann dürfte die „Unvollendete“ nicht zählen. Wo befindet sich dann die wirkliche dritte Kammer? Seit vielen Jahren ist in Fachkreisen bekannt: Es gibt weitere Hohlräume in der Pyramide, zum Teil mit ganz speziellem Sand gefüllt, von dem niemand weiß, woher er stammt.
  
Fakt ist aber auch, dass über Jahre hinweg die Öffentlichkeit in Sachen Cheops-Pyramide massiv getäuscht wird. Es wurden nachweislich im Inneren der Pyramide nicht nur Messungen durchgeführt, wobei modernste Geräte wie Presslufthämmer zum Einsatz kamen. Es wurde mindestens ein Tunnel durch den massiven Leib der Pyramide getrieben, ohne dass die offizielle Archäologie davon etwas wusste.
  
Fakt ist: Es wurden und werden massive Eingriffe in die Bausubstanz der großen Pyramide vorgenommen. Derlei Eingriffe sind ohne Zustimmung höchster Behörden nicht möglich. Wer oder was sucht in der Pyramide ... und wonach? Und warum heimlich? Ich bin davon überzeugt: Ziel dieser illegalen Arbeiten sind noch nicht entdeckte weitere Kammern. Wird man die letzte Ruhestätte des Erbauers der Pyramide finden? Wird man fantastische Entdeckungen in den Kammern des Wissens machen? Und wenn ja, werden wir je darüber informiert werden? Ich habe da erhebliche Zweifel! Nach uralten Quellen wurden in der Pyramide fantastische Objekte versteckt ...

WJL in der unvollendeten Grabkammer.
Foto: Archiv Walter-Jörg Langbein

Auf der Suche nach verborgenen Schätzen,
Teil 207 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                                                                                              
erscheint am 05.01.2014


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Sonntag, 22. Dezember 2013

205 »Noch mehr Saurier, Teil II«


Teil 205 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Aus der Cabrera-Collection:
Mensch reitet auf Saurier
Foto: Walter-Jörg Langbein
Saurier aus Ton tummelten sich nicht nur in Prof. Javier Cabreras Geheimsammlung, sondern auch im immer für die Öffentlichkeit zugänglichen Teil des Museums. Der Platz ist beengt, die Zahl der Exponate mehr als beeindruckend. Hunderte, ja Tausende von Steinbrocken unterschiedlichster Größe werden da gezeigt. Sie alle tragen Ritzzeichnungen.

Die Ritzzeichnungen bieten so etwas wie ein Panoptikum der Unmöglichkeiten, das man wie ein fantastisches Buch lesen kann. Da gibt es wieder diese seltsamen Operations-Szenarien. Da tauchen wieder diese monströsen Saurier auf. Wieder sieht man Saurier und Menschen. Manchmal sitzen Menschen auf dem Rücken von Sauriern, die ihnen als Reittiere dienen. Andere Ritzzeichnungen führen Menschen vor, die durch Teleskope in den Himmel starren. Andere wiederum  halten Lupen in den Händen... Sollte es vor Urzeiten eine Zivilisation der fortgeschrittenen Art gegeben haben, die spurlos verschwunden ist?

Wenn die Kunstwerke Jahrtausende alt sein sollten: Woher wussten die Menschen damals in Südamerika, wie Saurier ausgesehen haben? Vor Jahrtausenden gab es keine Begegnungen zwischen Sauriern und Menschen! Aber müssen deshalb die Cabrera-Objekte alle falsch sein?

Noch ein Saurier von Cabrera
Foto: Walter-Jörg Langbein
Noch mehr Saurier werden in der faszinierenden Sammlung zur Schau gestellt, die der Bremer Kaufmann Waldemar Julsrud zusammen getragen hat. Waldemar Julsrud wanderte bereits 1897 nach Mexiko aus. Von Beruf war er Kaufmann. In Mexiko angekommen, entwickelte Julsrud bald ein Faible für archäologische Ausgrabungen. Geld hatte er offenbar genug, um im mexikanischen Bundesstaat Guanajuato ausgiebige Grabungen durchführen zu lassen. Im südlichen von Acambaro wurde intensiv im Erdreich nach Relikten aus alten Zeiten gesucht.

Die Ausbeute der archäologischen Suche war gewaltig... und der archäologischen Welt ein Ärgernis ersten Ranges! Weit mehr als 30 000 Keramiken  wurden der Erde entrissen. Julsrud verwandelte sein geräumiges Haus in ein Privatmuseum. Nach und nach eroberten die Artefakte Raum für Raum. Waldemar Julsrud sah sich schließlich genötigt, auch sein Schlafzimmer zu räumen. Dort zogen auch archäologische Objekte ein, während der Hauseigentümer im Badezimmer nächtigte.

Die riesige Sammlung zog bald immer mehr Neugierige an, die in immer größerer Zahl Julsrud Haus erkundeten. Staunend standen die Menschen in den Räumen, auf der Treppe.. überall drängten sich wahrlich kuriose Figuren, die vor ewigen Zeiten geschaffen worden sind. Davon war jedenfalls Waldemar Julsrud felsenfest überzeugt. Bei dem gewaltigen Andrang wurde schließlich auch die klassische Archäologie auf die Sammlung Julsrud aufmerksam. Zu einer wissenschaftlichen Untersuchung ließ sich damals offenbar kein Gelehrter hinreißen. Stand doch das eigene Weltbild zur Diskussion! Als dann Waldemar Julsrud im Jahre 1964 verstarb, atmete die Welt der konservativen Wissenschaft namens Archäologie auf. Denn mit Julsrud verstummte der lauteste Kämpfer für die mysteriöse Sammlung, der immer wieder lauthals forderte, man möge doch endlich seine Artefakte wissenschaftlich untersuchen.

Ein Monster
Acambaro collection DEGUFO
Archiv: Sammlung Krump
So wurde Waldemar Julsruds Haus geräumt. Aber immerhin... die gewaltige Sammlung wurde nicht etwa vernichtet, sondern in ein unscheinbares Lagerhaus geschafft und dort eingeschlossen. So geriet die Sammlung Julsrud zunächst einmal in Vergessenheit.

Ähnliches ist offenbar Prof. Cabreras Sammlung „Tonfiguren“ widerfahren. Trotz intensiver Recherche ist es mir nicht gelungen herauszufinden, wo denn die mysteriösen Kunstwerke aufbewahrt werden. In der Geheimkammer jedenfalls befinden sie sich nicht mehr. Sie wurden nach dem Tod Cabreras aus den „unpassenden Räumen“ entfernt und anderweitig eingelagert. Aber wo? Javier Cabrera hat Jahrzehnte lang die wissenschaftliche Welt aufgefordert, seine Artefakte zu prüfen. Vergeblich, wie es scheint.

Wie Cabreras Saurierfiguren waren auch die Keramiken aus Julsruds Sammlung für die wissenschaftliche Welt vergleichbar wie ein Sakrileg für die katholische Kirche. Der deutsche Schriftsteller Gustav Regler (1898-1963) besuchte anno 1949 zum ersten Mal Acambaro und bekam – wohl als erster Europäer – die fantastische Sammlung zu sehen. Er beschreibt seinen Besuch bei Julsrud so: „Durch alle elf Räume wälzte sich dieser Strom von Einfällen. Schwänzelte, ringelte und reckte sich, bäumte sich, drohte und gierte, schnaubte und lauerte und schlug zu.“

Das muss eine unbeschreibliche Atmosphäre ergeben haben... dieses Kabinett aus unmöglichen archäologischen Funden!

Ein Saurier steht
Acambaro collection DEGUFO
Archiv: Sammlung Krump 
Gustav Regler war erschüttert und fasziniert. Zigtausende von Figuren aus uralten Zeiten stellten das herkömmliche Weltbild in frage, just wie Cabreras Sammlungen. Denn auch in Julsruds Kollektion wimmelt es von präzisen Darstellungen von... Sauriern. Und wie bei Cabrera befinden sich Menschen und Saurier vereint, wenn auch nicht immer friedlich.

Gustav Regler, voller Faszination ob des eigentlich Unmöglichen (2): „Ich sah Saurier Frauen erdrosseln, sah Frauen an ihrem Hals in den Riesenschlund klettern wie im Wettbewerb. Ich sah Saurier  klagend vor Opferpfählen sitzen, an denen Menschen mit Pfeilen getötet wurden. Es war wirklich eine Invasion. Die Tiere rückten von Zimmer zu Zimmer vor. Julsrud war machtlos. Man öffnet wuchtige Wäscheschränke und findet Dinosaurier. Man folgt engen Pfaden über die Fliesen durch ein Arsenal von gefüllten Kisten. 3 000 beschwänzte Tiere schauen im Esszimmer dem Frühstück von Herrn Julsrud zu. Aus dem Kamin grinst ein Götze.

Sollte es Julsruds Sauriern ebenso ergehen wie jenen von Cabrera? Würden sie totgeschwiegen und vergessen werden, irgendwann spurlos verschwinden? In den 1950er Jahren hörte Arthur Middleton Young (1905-1995) von der „verbotenen Sammlung“. Middleton, technisches Genie und Erfinder, Vater des Bell-Hubschraubers, wollte sich selbst ein Urteil erlauben. Er suchte Julsruds Privatmuseum auf. Und war fasziniert und erschüttert. Fasziniert war er von der gewaltigen Zahl von Exponaten. Erschüttert war er, weil das Interesse der Wissenschaft an den Funden so klein war.
  
Ein Saurier geht
Acambaro collection DEGUFO
Archiv: Sammlung Krump
Arthur Middleton Young (3): „Lachhaft, dass diese Figuren von vielen Experten als Fälschungen betitelt werden, nur weil unsere Altvorderen nichts von Dinosauriern gewusst haben sollen.“ Und weiter: „Wie viele Stücke mussten die Herren Archäologen schon als echt anerkennen, nachdem sie diese zuvor jahrelang verfemt hatten?“

Für die Skeptiker-Gilde steht fest: Die Julsrud-Artefakte sind wie die von Cabrera allesamt Fälschungen, weil sie nicht echt sein können... und daher falsch sein müssen. Sie sind mit den Erkenntnissen der wissenschaftlichen Welt nicht vereinbar. Sie widersprechen dem wohl fundierten Wissensstand in Sachen Vergangenheit. Das aber darf nicht verwundern, da ja offenbar alles Widersprüchliche sofort zur Fälschung erklärt wird!

Dabei wird aber geflissentlich übersehen, dass drei wissenschaftliche Analysen die Echtheit von Julsrud-Figuren beweisen. Luc Bürgin weist in seinem „Lexikon der verbotenen Archäologie“ konkret auf diese drei Studien hin (4): „Eine C-14-Datierung von organischen Proben durch die Teledyne Isotopes Laboratories in Westwood (New Jersey) um 1968. Die Fachleute wiesen dem Material ein Alter von rund 6500 Jahren zu.  Thermoluminiszenz-Datierungen des Museum Apllied Science Center for Archaeology (MASCA) der University of Pennsylvania um 1972. Ergebnis: Die Proben stammten aus der Zeit um 2550 vor Christus. Altersuntersuchungen der Geochron Laboratories in Massachusetts vom 14. September 1995. Die Wissenschaftler bezifferten das Alter der untersuchten Materialprobe auf rund 4 000 Jahre.“

Diese wissenschaftlichen Untersuchungen beweisen die Echtheit von Julsrud-Funden, die so gar nicht in das ach so wissenschaftliche Bild der Vergangenheit passen! Mir scheint, dass da nach wie vor das Motto gilt: Abzulehnen ist, was nicht sein kann, weil es nicht sein darf!

  
Ein Saurier tanzt
Acambaro collection DEGUFO
Archiv: Sammlung Krump
Prof. Javier Cabrera jedenfalls wollte nie resignieren, wenn er auch oft verzweifelt war. Prof. Javier Cabrera versicherte mir bei einem unserer letzten Gespräche: „Mir geht es nicht um persönliche Ehre und Ruhm. Ich möchte nur dazu beitragen, dass  endlich archäologische Funde gründlich studiert werden, auch wenn sie nicht mit der aktuellen Lehrmeinung übereinstimmen. Gerade deshalb sollten diese Funde besonders gründlich untersucht werden! Jeder wirkliche Wissenschaftler sollte stets dazu bereit sein, seinen Wissensstand zu revidieren!“




Literaturempfehlung
Bürgin, Luc: Lexikon der verbotenen Archäologie, Rottenburg, 2009

Fußnoten
1 zitiert in Bürgin, Luc: Lexikon der verbotenen Archäologie, Rottenburg 2009, Seite 19
2 ebenda
3 ebenda, S.19 und 20
4 ebenda, S. 22


In der unvollendeten Grabkammer,
Teil 206 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                                                                                              
erscheint am 29.12.2013



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Freitag, 20. Dezember 2013

Für Sie gelesen: »Blauregenmord« von Tuna von Blumenstein

wer bestimmt was normal
was unnormal ist
gibt es inmitten
von schwarz oder weiß
lediglich schattierungen in grau

betrachte die gärten
erhasche dabei
einen blick in die seele derer
die sie hegen und pflegen
dann wirst du erkennen
dass die welt
ein riesiges meer
aus farben ist


Diese Worte von Sylvia B. stellt die Münsterländer Krimiautorin Tuna von Blumenstein ihrem jüngsten Werk »Blauregenmord« voran, einem kleinen Krimi mit großem Tiefgang, welchen ich den Lesern unseres Blogs ans Herz legen möchte. Ich verrate wohl nicht zu viel, wenn ich sage, dass die Autorin das menschliche Schubladendenken und seine tragischen Folgen mit spitzer Feder aufspießt und nur ungefähr 50 Seiten dazu braucht, dem Leser ein zutiefst menschliches Drama erlebbar zu machen. Was wissen wir schon davon, von welchen Tragödien die sauberen Fassaden unserer Nachbarhäuser uns ablenken sollen? Mit dem Krimi »Blauregenmord« bekommen wir stellvertretend eine Ahnung davon.

Manche dieser Dramen enden tödlich. In diesem Fall ist es der Gärtner Berthold Picker, dessen liebevoll gepflegtes Blütenreich zur Endstation eines Menschenlebens wird. Tuna von Blumenstein hat den Schauplatz der Handlung an einen realen Ort verlegt und damit einer »Gartenperle im Westmünsterland« zu literarischen Ehren verholfen: Garten Picker in Borken-Weseke bietet den ästhetischen Rahmen eines beklemmenden Stilllebens und sorgt für ein maximales Spannungsfeld zwischen der Schönheit der Natur und den Abgründen des Menschseins. Ob aber wieder einmal der Gärtner auch der Mörder ist, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten.

Buchvorstellung: Ursula Prem

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Blauregenmord
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In eigener Sache: Die Freitagskolumne pausiert bis zum 10. Januar. Danach finden Sie sie wieder zur gewohnten Zeit jede Woche hier in diesem Blog.

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Montag, 16. Dezember 2013

Wer stirbt im Petkumer Hammrich?

Für Sie gelesen: Mord im ostfriesischen Hammrich

Jeder kennt Frauen, die scheinbar alles mit links gewuppt kriegen, die ihren eigenen Kram ohne viel Gedöns irgendwie auf die Reihe bekommen, dabei noch für andere da sind und die man selten bis nie „Nein“ sagen oder um Hilfe bitten hört. Sie sind selbständig, pflegeleicht, gehen keinem auf den Keks und funktionieren immer wunschgemäß.  Deshalb bekommen sie das Prädikat „starke Frau“ und sind überall gern gesehen.

Tatsächlich ist es oft so, dass gerade diese Frauen, die so scheinbar unverwüstlich und stark nach außen erscheinen, extrem weich, verletzlich und voller Selbstzweifel sind.  Kaum jemand bekommt diese Seite zu sehen, weil sie ganz früh gelernt haben, sie für sich zu behalten. Schwäche zeigen war nicht erlaubt, wurde abgestraft. Dieses Verhalten macht es möglich, viele Schicksalsschläge einzustecken ohne an jeder Herausforderung zu zerbrechen. Doch es ist auch eine tückische Falle, wenn jemand kommt und eine solche Frau für seine Zwecke instrumentalisiert. Die anfängliche Bewunderung ist nichts als ein handfestes Mittel, um die Basis für systematische subtile Zersetzung zu ermöglichen.

Niedertracht auf höchstem Niveau.
Tatsächlich gibt  es Männer, die brauchen noch nicht einmal in der Biografie ihrer Auserwählten forschen, um sicher sein zu können, dass sie genau die Richtige für sie ist. So einer ist Roland. Roland ist ein Scanner. Ein Naturtalent. Schon in der ersten Sekunde weiß er, ob die Frau, die ihm gegenübersteht, die ist, die er braucht. 

Die Geschichte zeigt die klassische Konstellation einer Beziehung zwischen einem eiskalten Psychopathen und einer gutgläubigen Frau, die nie gelernt hat, Grenzen zum Selbstschutz zu ziehen.

Roland hat Ziele. Ziele, die er selber nie erreichen kann. Dennoch  braucht er das Gefühl Macht zu haben und erreicht dies mit der gefährlichen Maske der harmlosen Bescheidenheit von der sich alle blenden lassen. Rolands Biografie ist eine Ansammlung von betrügerischen Aktionen ohne die geringsten Skrupel. Er ist ein Loser wie er im Buche steht: keinen Schulabschluss, keinen Beruf erlernt, Kinder im Stich gelassen und missbraucht, auf Kosten anderer gelebt und mit Lug und Betrug alt geworden. Sein Lebensweg ist gesäumt von liegen gelassenen Opfern. 

Macht kann man sich mit brutaler Gewalt aneignen oder auf die hinterfotzige Weise. Zweite Möglichkeit ist Rolands Stil.  Er treibt ein böses Spiel mit jeder neuen Frau, die das Pech hat, ihm über den Weg zu laufen. Immerhin hat die Taktik ihm schon einmal zu einem Geldsegen und zu seiner ersten Harley verholfen. Dabei sind zwar seine erste Frau und vor allem seine Kinder auf der Strecke geblieben, doch das spielt für einen pathologischen Lügner und Betrüger keine Rolle. Genaugenommen merkt er es noch nicht einmal, sondern fühlt sich selbst getäuscht und betrogen, wenn seine Opfer tödlich verletzt nicht mehr funktionieren.  Ist eine Quelle versiegt, wird nachgetreten um Platz zu schaffen für das nächste Opfer.  Er sucht sich mit gezieltem Auge ‚starke Frauen‘ und bricht ihre Stärke, in dem er den Hilflosen spielt, der umsorgt werden muss. Es versteht sich, dass er nicht in der Lage ist Verantwortung für sich, seine Partnerin, seine Seitensprünge, seine Kinder, seine Intrigen oder irgendetwas zu übernehmen. Dafür hat er ja die starke Frau erwählt, die das alles selbstverständlich gern für ihn übernimmt, denn da liegt ihre Stärke. Roland weiß das sehr genau. Was er zunächst scheinbar dankbar wie ein Rettungsseil annimmt, wird nach und nach zu einem strangulierenden Gurt am Hals seines Opfers. 

Eines Tages trifft Roland in Emden eine Jugendliebe wieder. 
Für Swantje beginnt ein Spiel, dessen Regeln nur Roland kennt, das sie nicht gewinnen kann und dessen einziges Ziel es ist, dass es Roland gut geht und er sie leiden sehen kann. Es sei denn, sie ändert die Spielregeln radikal. Wird es ihr gelingen? Wer stirbt im Petkumer Hammrich? 

g.c.roth
Mord im ostfriesischen Hammrich: Tödliches Wiedersehen
ISBN-13: 978-3842381803
Preis: 9,80 €

Auch als eBook
Kindle-Preis: 7,49 €


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Sonntag, 15. Dezember 2013

204 »Noch mehr Saurier, Teil I«

Teil 204 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein



Mensch auf Saurier, Spinne (Siehe Kreis/ Pfeil)
Foto: Walter-Jörg Langbein

Eine dicke Spinne senkt sich an langem seidenen Faden von der Decke herab. Schwaches Licht erhellt den sich scheinbar in der Unendlichkeit verlierenden Gang. Rechts und links reicht ein schier unendlich langes Regal vom Boden bis zur Decke. Tausende und Abertausende von Tonfiguren sind in jeder Etage der Regale aneinander gereiht. Dicht an dicht, mehrere hintereinander.

Bei meinem ersten Besuch in der Geheimkammer von Prof. Javier Cabrera (1924-2001) in seinem Museum, Ica, Peru,  habe ich nur kurz Gelegenheit heimlich zu fotografieren. Hastig ist mein Fotoapparat ausgepackt, das Zusatzblitzlicht aufgeschraubt. Seltsam, der Blitz wird nicht ausgelöst. Nervös überprüfe ich die Kontakte, ziehe den Blitz aus der Halterung, schiebe ihn wieder hinein. Endlich klappt es. Ein seltsames Knistern... und schon wird ein Teil des unheimlich wirkenden Korridors in gespenstisches Licht getaucht.

Ich fühle mich in einen amerikanischen Horrorfilm versetzt, bei dem auch immer wieder Blitzlichter eine gruselige Szenerie kurz aus dem Dunkel auftauchen lassen. Die Fantasie spielt verrückt. Was habe ich wirklich gesehen, was habe ich mir nur eingebildet? Waren da nicht eben Saurier aus Ton zu erkennen? Saurier im Geheimarchiv eines Museums, womöglich Jahrtausende alt... ist das möglich?

Was da in den Regalen steht, ist nur zu erahnen. Es sind Kreaturen, die eher aus Albträumen stammen, als aus der Wirklichkeit. Da gibt es monströse Urtiere, Hunderte in Ton gearbeitet. Wer soll diese Masse an Kunstwerken geschaffen haben? Da sind Saurier dargestellt, auf denen Menschen reiten.

Cabreras Geheimkammer - Foto: Walter-Jörg Langbein

Saurier auf denen Menschen reiten ... sind natürlich eine Unmöglichkeit. Mensch und Saurier waren niemals Zeitgenossen, darin sind sich alle seriösen Wissenschaftler einig. Also kann es sich bei eben solchen Darstellungen nur um Fälschungen handeln, keineswegs um alte Artefakte aus rätselhaften Zeiten! Und so posaunierte die Gilde der Skeptiker in die Welt hinaus, dass die Sammlung von Prof. Javier Cabrera von keinerlei Bedeutung sei. „Alles Fälschungen!“, verkündeten Experten und solche Zeitgenossen, die gern welche wären. Angeschaut hat sich keiner dieser Skeptiker die Artefakten-Sammlung Cabreras vor Ort. Wenn überhaupt, dann „studierte“ man Fotos, um zu einem vernichtenden Urteil zu kommen.

Wer sind nun diese Skeptiker? Skeptiker sind nicht, wie der Name vermuten ließe, Menschen, die die herkömmliche Lehrmeinung der Schulwissenschaften skeptisch betrachten. Als Skeptiker bezeichnen sich vielmehr besonders der Schulwissenschaft verpflichtete Erzkonservative, die keinerlei Zweifel an der aktuellen Lehrmeinung zulassen. Mir sind schon viele Skeptiker begegnet. Sie alle huldigten – fast wie religiöse Sektierer – der Schulwissenschaft. Zweifler am Bild von der Vergangenheit der Menschheit scheinen für diese Skeptiker so etwas wie Häretiker zu sein, die es mit Eifer und Arroganz zu bekämpfen gilt.

Vor Jahrhunderten landeten Ketzer der religiösen Art in Folterkammern und auf Scheiterhaufen. Skeptikern unserer Tage stehen nur noch weniger drastische Mittel zur Verfügung: Wer anderer Meinung ist als sie, wird lächerlich gemacht, angefeindet und als unglaubwürdig diffamiert. So ein Ketzer war Prof. Javier Cabrera für die Gilde der Skeptiker von Anfang an. Nikolai Grube, ein anerkannter Maya-Forscher, fordert: „Wir müssen auch bereit sein, unsere sicher geglaubten Erkenntnisse mal über Bord zu werfen. Eines Tages wird man vielleicht auch über das lachen, was wir glauben, über die Dinosaurier zu wissen.“ (1)

Unmengen von Tonfiguren. Foto Walter-Jörg Langbein

Dazu sind aber die „Skeptiker“ offenbar nicht bereit. Sie haben ein fest gefügtes Weltbild, wovon sie überzeugt sind. Nicht wenige „Skeptiker“ erinnern mich an verbissene Sektierer, die ihren Glauben als das Nonplusultra ansehen. Was nicht in das Schema ihres Glaubens passt, kann nicht echt sein. Das darf nicht echt sein!

Nikolai Grube hat Recht! Seriöse Wissenschaft wird nie den Anspruch auf Unfehlbarkeit erheben. Jede wissenschaftliche Erkenntnis gilt nur so lange als richtig, bis sie widerlegt wird. Das gilt natürlich auch für unser Wissen über die Saurier. Bislang gilt, dass Saurier und Menschen keine Zeitgenossen waren. Als es die ersten intelligenten Menschen gab, waren die Saurier längst ausgestorben.

Ich lasse das Blitzlicht meines Fotoapparats noch einmal den langen Korridor im Privatmuseum von Prof. Cabrera. Einige Schwarzweißaufnahmen entstehen. Ich gehe einige Schritte in den Gang hinein. Ich lasse den Finger aus Licht meiner kleinen Taschenlampe über die Artefakte gleiten. Da sind Hunderte, Tausende Tonfiguren. Da erkenne ich kleine Gruppen. Kleine,  irgendwie Angst einflößende Wesen stehen um „Tische“ herum, auf denen Wesen liegen. Offenbar werden an den Liegenden medizinische Eingriffe vorgenommen. Wer operiert da wenn? Und wann wurden diese seltsamen Ensembles aus Ton angefertigt? Vor Jahrtausenden?

Und dann sind da Saurier, Saurier.. und noch mehr Saurier. Damit nicht genug. Es wurden – vor Jahrtausenden? – nicht nur Saurier erschreckend realistisch modelliert! Da gibt es auch Darstellungen von Menschen und Sauriern in schöner Eintracht, als Zeitgenossen! Skandalös! Unmöglich? Wenn diese Tonfiguren echt sind, muss die eine oder die andere wissenschaftliche Lehre in Sachen Vergangenheit der Menschheit drastisch revidiert werden. Aber sind die Figuren echt?

Operationen am laufenden Band
Foto: Walter-Jörg Langbein
Ich packe meinen Fotoapparat wieder ein. Verlasse den mysteriösen Korridor. Im Licht meiner Taschenlampe sehe ich in einem Pappkarton einen Ton-Saurier, der sich aufbäumt. Direkt vor ihm steht ein Mensch mit seltsamem Kopfschmuck. Er hat so etwas wie einen „Stock“, mit dem er auf den Saurier zielt. Sollte da ein Mensch bei der Jagd auf Saurier in Ton modelliert worden sein? Wann? Vor Jahrtausenden?

Plötzlich ist Prof. Javier Cabrera wieder da, der mich kurz im Allerheiligsten seines Museums allein gelassen hat. „Sie haben nicht fotografiert?“, fragt er eindringlich. „Sie haben keine Fotos gemacht?“, fragt er weiter. Bevor ich auch nur antworten kann, lacht er: „Veröffentlichen Sie sie nicht!“ Ich nicke. Jahre später, bei einem weiteren Treffen, gibt mir Prof. Cabrera die Gelegenheit, zu fotografieren. Und ich darf Fotos – als erster Sachbuchautor überhaupt – in meinem Buch „Bevor die Sintflut kam“ veröffentlichen.

Ich frage Prof. Cabrera, ob ich mir einige wenige Proben aus seiner Sammlung mitnehmen darf, um sie wissenschaftlich datieren zu lassen. „Drei Stückchen!“ gestattet er mir. So gehe ich wieder zurück in den Korridor. Natürlich werde ich keine der unzähligen Figuren beschädigen.


Ich gehe noch einmal in den Gang, lasse den Kegel meiner Taschenlampe über unzählige Figuren und Figürchen gleiten. Dicht gedrängt stehe sie, Stück an Stück. Einige sind eindeutig als Saurier zu erkennen. Wer mag diese Kunstwerke geschaffen haben? Und wann? Andere wirken wie Monster aus albtraumhaften Horrorfilmen unserer Tage. Nicht definierbare Kreaturen aus uralten Zeiten... wer hat sie modelliert?

Saurier ... Monster ... Foto: Walter-Jörg Langbein

Natürlich werde ich von keiner intakten Figur etwas abbrechen. Aber es gibt eine Vielzahl von kleinen Bruchstücken. Drei davon wähle ich aus. Prof. Cabrera erlaubt mir, sie mit nach Deutschland zu nehmen.

„Was werden Sie mit den Proben machen?“, fragt mich Prof. Cabrera ernst. „Ich werde sie von drei verschiedenen Instituten untersuchen und ihr Alter bestimmen lassen!“, antworte ich. „Und dann?“ Ich stutze. Bis heute habe ich die Tonteile nicht datieren lassen. Warum nicht? Könnten doch die Datierungen die Echtheit von Cabreras Sammlung beweisen. Wirklich?

Diese drei kleinen Proben durfte ich mitnehmen
Foto: Walter-Jörg Langbein

Mir wurde versichert, dass die Proben datiert werden können. Es könne aber sein, dass die kleinen Proben beim Prozess der Altersbestimmung vollkommen zerstört werden. Und wenn das nicht der Fall sei, wollte mir niemand garantieren, dass ich die mysteriösen Mitbringsel aus Cabreras Museum zurück erhalte.

Zwei Möglichkeiten gibt es. Die Datierung der Tonstückchen ergibt ein hohes Alter... oder nicht. Wenn die Altersbestimmung ergibt, dass die drei Stückchen nur wenige Jahre oder Jahrzehnte alt sind, wird das die Skeptiker entzücken. „Cabreras Artefakte sind Fälschungen!“, werden sie frohlocken, sich auf die eigene Schulter klopfen.. „Wir haben es ja gewusst!“ Wenn die Proben aus Cabreras Sammlung aber Jahrtausende alt sein sollten, wird das die ablehnende Haltung der Skeptiker nicht erschüttern. „Wer sagt denn, dass die Tonstückchen tatsächlich aus Cabreras Museum stammen?“, werden sie einwenden.

Eine der drei Proben
Foto: Walter-Jörg Langbein
Und deshalb wurden bis heute die Mitbringsel aus Prof. Cabreras Sammlung nicht analysiert. Es scheint Taktik der „Skeptiker“ zu sein, Fundstücke, die es nach  offizieller Lehrmeinung gar nicht existieren dürften, als plumpe Fälschungen abzutun. Das wird entsprechend laut verkündet, so dass sich kaum ein seriöser Wissenschaftler traut,  „anstößige" Fundstücke aus grauer Vorzeit näher zu untersuchen. Skeptiker müssen derlei Objekte nicht unter die Lupe nehmen. Weil sie ja falsch sind... weil sie falsch sein müssen!


Fußnote
1 zitiert in Bürgin, Luc: Lexikon der verbotenen Archäologie, Rottenburg 2009, Seite 65

»Noch mehr Saurier«, Teil II,
Teil 205 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                                                                                              
erscheint am 22.12.2013




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Mittwoch, 11. Dezember 2013

Gerit Bertram – Großartiges Kopfkino für Freunde historischer Romane

Walter-Jörg Langbein stellt Gerit Bertram vor - Exklusivinterview mit Gerit Bertram

Wer historische Romane liebt, kommt an Gerit Bertram nicht vorbei. Wer Spannung mit einer Spur Romatik sucht, wer wie in einer Zeitmaschine in interessante Epochen der Vergangenheit reisen möchte, der greife zu den Werken von Gerit Bertram. Er wird nicht enttäuscht werden!

Peter Hoeft und Iris Klockmann alias Gerit Bertram ...
eben aus einem ihrer Romane entsprungen...

Und das haben schon viele Leserinnen und Leser erkannt. »Das Lied vom Schwarzen Tod«, »Die Goldspinnerin«  und »Das Gold der Lagune« von Gerit Bertram sind zu Bestsellern geworden. Die Schar der Gerit-Bertram-Fans wächst ständig.

»Das Lied vom Schwarzen Tod« entführt uns in das Nürnberg des Jahres 1522. Die Eltern der Protagonisten Anna und Sebastian Stoibling sind von der Pest dahingerafft worden. Anna muss in ein Kloster der Dominikanerinnen eintreten, Sebastian wird Mitglied einer militanten Bruderschaft, die unter der Führung eines Gurus brutal gegen Anhänger Luthers vorgeht und vor grausamen Verbrechen nicht zurückschreckt. Anna gelingt die Flucht aus dem Kloster, Korbinian wendet sich von der Bruderschaft ab. Beide werden zu Gehetzten…

»Die Goldspinnerin« spielt in Lübeck. Anno 1396 führen die Goldspinnerin Cristin Bremer und ihr Mann Lukas eine gut gehende Werkstatt. Als den Eheleuten eine Tochter geboren wird, sieht alles nach einem romantischen Happy End aus. Doch dann wird Lukas vergiftet, Cristin als Mörderin und Hexe angeklagt. Das Schicksal der jungen Frau scheint somit besiegelt zu sein. Die Anklage lässt Cristin keine Chance. Der Henker soll seines Amtes walten. Doch der Sohn des Henkers Baldo kann nicht glauben, dass Cristin eine kaltblütige Mörderin ist…

»Das Gold der Lagune« ist die von vielen Fans von Gerit Bertram sehnlichst gewünschte Fortsetzung der »Goldspinnerin«…. Ein packender »Roadmovie« fürs Kopfkino. Anno 1399 beginnt eine abenteuerliche Reise, die über die Alpen nach Venedig führt... in einem packenden Roman, historisch bestens recherchiert, spannend geschrieben, sehr unterhaltsam und dabei auch informativ.

Lesend werden wir in die Vergangenheit versetzt, bestens unterhalten. Eigentlich müssten die Werke von Gerit Bertram mit einem Warnhinweis versehen werden: Vorsicht, die Lektüre kann süchtig machen. Wer einen Gerit Bertram verschlungen hat, möchte gleich den nächsten lesen.
Gerit Bertram ist das Pseudonym eines Autorenpaares. Die beiden Bestsellerautoren haben sich 2007 durch ein Internet-Schreibforum kennengelernt. Schnell entdeckten sie ihre gemeinsame Liebe zur Geschichte und schreiben seitdem erfolgreich zusammen.

Iris Klockmann ist gelernte Arzthelferin und lebt mit ihrer Familie in ihrer Geburtsstadt Lübeck. Peter Hoeft war fast dreißig Jahre lang in der stationären Altenpflege tätig und wohnt mit Frau und Sohn in der Nähe von Hannover.

Exklusivinterview mit Iris Klockmann und Peter Hoeft


1.) "Gerit Bertram" ist ein "offenes Pseudonym". Was bedeutet das?

Peter: Ein offenes Pseudonym heißt in unserem Fall: im Klappentext und auf der Verlags-Website steht als Autorename nicht nur der Autorenname Gerit Bertram, sondern auch, dass es sich bei uns um ein Autoren-Paar handelt. Außerdem unsere echten Namen Peter Hoeft und Iris Klockmann und einige Informationen über uns wie unsere Wohnorte und die Berufe, in denen wir tätig waren.

2.) Wie entstand Euer "Autoren-Duo"?

Peter: Iris und ich haben uns 2007 in einem Autoren-Forum kennen gelernt, das inzwischen nicht mehr besteht.

Iris: Damals habe ich Peter angeschrieben, er suchte einen Schreibpartner für ein sehr interessantes Projekt. Wir haben es versucht und es hat sofort funktioniert. Ein echter Glücksfall!

3.) Warum schreibt Ihr historische Romane?

Peter: Es macht uns einfach Spaß, in die Geschichte einzutauchen und innerhalb der Historie Geschichten zu erfinden, oft auch mit Personen, die damals gelebt haben, etwa der polnischen Herrscherin Jawiga in Die Goldspinnerin und Das Gold der Lagune oder Albrecht und Agnes Dürer in unserem aktuellen Roman Das Lied vom Schwarzen Tod.

Iris: Genau. Außerdem finde ich das Genre besonders spannend, denn wir können immer Rückschlüsse ziehen, wie sich unser Leben und Denken im Laufe der Jahrhunderte verändert hat und was wir mit unseren Ahnen gemeinsam haben.

4.) Wie bereitet Ihr Euch vor, wie recherchiert Ihr?

Peter: Zur Information über eine bestimmte Stadt, das Leben der Menschen dort usw. nutzen wir alle Möglichkeiten, die sich uns bieten. Das sind Recherchereisen - zum Beispiel nach Venedig, Nürnberg und Frankfurt -, vor allem aber Fachliteratur, die wir bestellen und nicht zu vergessen Artikel im Internet. Manchmal schreiben wir auch Sachbuchautoren und bestimmte Institutionen an, in der Hoffnung, dass diese bereit sind, unsere Fragen zu beantworten. Das ist leider nicht immer der Fall. Gespräche mit Historikern und Archäologen. Iris hat sich für unseren Erstling Die Goldspinnerin auch an ein Spinnrad gesetzt und sich an diesem Handwerk versucht.

Iris: Ja, und ich bin jämmerlich gescheitert. Meine Bewunderung für die Frauen aus dem Mittelalter kennt keine Grenzen. Mir war es einfach wichtig herauszufinden, wie die Spinnerei funktioniert. Wie geht es besser als es selbst zu versuchen?

5.) Wie arbeitet Ihr?

Peter: Zunächst ist da eine Idee, die uns irgendwie "zufliegt". Wenn wir der Meinung sind, die Geschichte hätte Potenzial, entwickeln wir sie gemeinsam weiter und erstellen ein Exposé. Seit unserem dritten Roman schreiben wir auch einen Szenenplan mit einer Charakterisierung aller wichtigen Personen, an dem wir uns dann während des eigentlichen Schreibens entlang arbeiten.

Beim Schreiben sprechen wir uns fast täglich per Telefon oder Mail ab, wer wann wie und womit weitermacht. Iris hat mal in einem Interview gesagt, ich sei gewissermaßen der Baumeister und sie für die Innenausstattung zuständig. Das trifft es recht gut. Es bedeutet in etwa: ich beginne mit einer Szene, schildere den Schauplatz und die Situation. Dann schicke ich Iris die Datei und sie füllt die von mir grob geschriebene Szene mit Atmosphäre und Interaktion.

Iris: Gut erklärt, Partner. Danach feilen wir so lange an der Passage, bis wir beide zufrieden sind.

6.) Habt Ihr Vorlieben für bestimmte Epochen der Geschichte?

Peter: Bisher spielen unsere Romane im Mittelalter und in der Zeit der Reformation. Ich könnte mir aber auch einen Stoff vorstellen, der um 1900 spielt.

Iris: Ich finde auch die Antike und die prähistorische Zeit total interessant. Wenn diese Epoche wieder mehr in den Blickwinkel der Leser rücken würde, wäre das schön. Es gibt noch so viele antike Geschichten, die noch nicht erzählt worden sind.

7.) Was ist Euer Lieblingsbuch (aus Eurer "Feder")?

Peter: Wenn ich mich schon festlegen muss: Mir ist besonders unser Erstling Die Goldspinnerin ans Herz gewachsen, gefolgt von unserem neuesten Buch Das Lied vom Schwarzen Tod. Es ist Mitte des Jahres als Club-Premiere erschienen und kommt im Frühjahr bei Blanvalet als Paperback heraus. Zu unserem vierten Roman habe ich gewissermaßen noch keine Beziehung entwickelt, da er noch unlektoriert ist und erst 2015 erscheint.

Iris: Ich weiß nicht. Ich mag, glaube ich immer das Manuskript am liebsten, an dem wir gerade arbeiten.

Das Autorenteam, zeitgenössisch....

8.) Wird es Fortsetzungen zu Euren Romanen geben?

Peter: Bisher ist in dieser Hinsicht nichts geplant.

Iris: Stimmt. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Das Leben ist bunt.

9.) Woran arbeitet Ihr momentan?

Peter: Unser viertes Romanmanuskript liegt beim Verlag und wird im nächsten Jahr lektoriert. Es soll 2015 erscheinen und spielt im 16. Jahrhundert in Regensburg und Frankfurt. Die Protagonistin ist eine junge Jüdin. Außerdem haben wir in diesem Roman etwas Neues ausprobiert, was uns laut unserer Agentur gut gelungen ist. Mehr wird noch nicht verraten.

Iris: Richtig, und wir sind sehr gespannt, wie unsere lieben Leser darauf reagieren werden.

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Sonntag, 8. Dezember 2013

203 »Das mysteriöse Lochstreifenband«

Teil 203 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Nazca aus dem All 
Foto: NASA's Earth Observatory
Einsam zieht der Satellit seine Kreise um die Erde. Nur einige Kilometer beträgt die Höhe, aus der automatisch Aufnahmen von der Erdoberfläche gemacht werden. Von der irdischen »Zivilisation« ist nichts zu erkennen. Unsere Wolkenkratzer ... Skyscraper im Englischen ... sind nicht mehr zu erkennen. Vom Erdboden aus betrachtet mögen sie vielleicht die Wolken oder gar den Himmel kratzen ... aber die Satellitenfotos zeigen keine Bauwerke von Menschenhand. Sollte ein »himmlischer Gott« von hier oben nach einem neuen Turmbau zu Babel Ausschau halten, er wird nichts dergleichen ausfindig machen. Und doch wird er Menschenwerk sehen: Schnurgerade Linien, wie mit dem Lineal gezogen. An einer Stelle läuft so eine Linie offensichtlich auf eine Erhebung zu. Da man sie aus dem All sieht, muss es ein beachtlicher Berg in der Wüste sein. Die Linie erklimmt den Berg und setzt sich auf der anderen Seite ohne die geringste Abweichung wieder fort.

Was sind das für Linien, die sich kreuzen, die im Nichts beginnen und im Nichts enden? Als Straßen sind sie sinnlos, führen sie doch nirgendwo hin. Vor vielen Jahrhunderten, vielleicht vor einigen Jahrtausenden, wurden sie bei Nazca in den Boden gescharrt. Die berühmte Nazca-Ebene erinnert an eine Schultafel, auf der gezeichnet wurde. Allerdings ist diese »Tafel« rund 500 Quadratkilometer groß. Manche der Linien, schnurgerade, sind zwanzig Kilometer lang. Da gibt es auch noch Dreiecke und trapezförmige Flächen, dazwischen auch Bilder von Menschen oder Tieren.

Walter-Jörg Langbein in Nazca. Foto Willi Dünnenberger
Vom Satelliten aus aber nimmt man nur die langen Linien wahr. Es drängt sich der Eindruck auf, dass da mit enormem Aufwand riesige Zeichen in den knochentrockenen, verkrusteten Wüstenboden gescharrt wurden, die aus sehr großer Höhe deutlich zu erkennen sein sollten. Wer sollte diese Zeichen sehen? Himmlische Wesen vielleicht, Götter etwa?

Vom Boden aus erkennt man so gut wie nichts: Man kann nicht einmal erahnen, wie weit diese oft recht breiten »Straßen« reichen. Man kann sich vom Boden aus auch kein Bild machen von den Scharr-Zeichnungen, die Tiere darstellen. Aus dem All sieht man diese Bilder von faszinierender Schlichtheit nicht, wohl aber vom Flugzeug aus. Oder anders gesagt: Die bis zu zwanzig Kilometer langen Bahnen wenden sich nicht an Beobachter, die in der Wüstenebene von Nazca umherwandern. Die nehmen in der Regel nur winzige Ausschnitte aus riesengroßen Bildern wahr, deren Bedeutung sie nicht erkennen. Wenn die Bilder und „Straßen“ erkannt werden sollen, dann von Beobachtern aus der Höhe.

Nasca-Bahnen 
Foto: W-J.Langbein
Die Darstellungen von Spinnen, Fischen, Affen kann man schon vom Flugzeug aus ausmachen, Die viele Kilometer langen Bahnen aber, sie sind für Beobachter aus dem All gedacht. Das beweisen Bilder, aufgenommen von Satelliten in einer Erdumlaufbahn.

Wenn diese Beobachter, angelockt durch die Linien, zur Erde herabsteigen, tauchen vor ihren Augen auf einmal Bilder auf, von Fabelwesen, von Affen, Vögeln und menschenähnlichen Wesen. So etwas wie ein »Astronaut« wurde in den steilen Hang eines Berges gescharrt, ein Bild für die Ewigkeit.

Was mich bei meiner Erkundung vor Ort immer wieder fasziniert: Auch die zig Kilometer langen, vom All aus zu sehenden Bahnen ... sind nur wenige Zentimeter tiefe Scharr-Zeichnungen! Man hat lediglich die oberste verkrustete, schwarze Schicht des Wüstenbodens entfernt, so dass die darunter liegende, hellere Schicht zum Vorschein kommt!

Immer wieder tauchen „neue“ und endgültige „Erklärungen“ für die geheimnisvolle Wüstenebene auf. Schon vor fünfzehn Jahren schrieb Erich von Däniken in seinem Vorwort zu meinem Buch „Besucher aus dem Kosmos“ (1): „Da gibt es in Peru jenes Wüstengebiet von Nazca. Wer darüber fliegt, erkennt unter sich ein phänomenales Panaroama aus riesigen Zeichnungen, pistenartigen Trapezflächen und kilometerlangen, schmalen Linien. Man nennt Nazca auch 'das größte Bilderbuch der Welt'. Bislang sind vierzehn Lösungen vorgebracht worden, die allesamt als 'wissenschaftlich' in die Medien gedrückt wurden. Keine einzige taugt etwas, auch die neueste nicht, nach welcher Nazca ein 'Wasserkult' gewesen sein soll.“

Unterirdischer Wasserlauf 
Foto: W-J.Langbein
Tatsächlich wird – zum Beispiel –  immer wieder fabuliert, dass die Bahnen und Linien von Nazca den Verlauf unterirdischer  Wasseradern markieren. Ich frage mich, was Markierungen sollen, die nur aus großer Höhe – aus der Luft oder gar aus dem All – erkannt werden können!

Es gibt aber nirgendwo auf der Erde solche Wasseradern, die wie die Linien von Nazca verlaufen, also wie mit dem Lineal gezogen zig Kilometer lang, plötzlich beginnend, plötzlich endend ... parallel nebeneinander, im rechten Winkel zueinander, sich  unzählige Male kreuzend. Es gibt unterirdische „Wasserläufe“ unter der Ebene von Nazca. Die wurden allerdings künstlich angelegt, lange bevor die Scharr-Zeichnungen entstanden. Es gibt Zugänge zu diesen teilweise bis zu zehn Meter unter der Erdoberfläche verlaufenden Röhren. Ich bin in so manche dieser Röhren hinab gestiegen, zu dem unter dem Wüstenboden verlaufenden Röhrensystem, das sauberstes Trinkwasser führt. Ein Zusammenhang von Linien und Wasserläufen ist nicht zu erkennen!

Mir leuchtet am ehesten eine Erklärung ein, die von der wissenschaftlichen Welt abgelehnt oder erst gar nicht zur Kenntnis genommen wird. Diese Erklärung drängt sich aber förmlich auf. Und sie ist bei weitem nicht so kurios und  unrealistisch wie immer wieder auftauchende „wissenschaftliche“ Lösungen des Phänomens Nazca. So sind die Linien und Bahnen vollkommen ungeeignet als Bahnen für Athleten, die angeblich kreuz und quer durch die Wüste rannten. Ungeeignet sind die Bahnen auch als Prozessionswege. Alle diese Erklärungen lassen sich leicht widerlegen. Wenn tatsächlich Menschen, sei es im sportlichen Wettkampf oder in religiöser Verzückung, durch die Wüste getrampelt wären, dann hätten ihre Fußspuren die Linien und Bahnen längst überlagert und zerstört! Viel einleuchtender ist: Das „Bilderbuch Nazca“ war für Besucher aus dem All gedacht.

Das Lochstreifenband aus der Luft 
Fotos: W-J.Langbein
Wurden die Bewohner der Hochebene von Nazca einst von Wesen aus dem All besucht? Wollten die Erschaffer des „Bilderbuchs“ jene Wesen wieder zurück zur Erde locken? Oder galten die Bildnisse fiktiven Göttern, deren Heimat man irgendwo in den Tiefen des Alls vermutete?

Unweit des Dörfchens Humay, südlich von Lima, gibt es Tausende und Abertausende von Löchern im harten Wüstenboden. Sie bilden einen Streifen, der als „Lochstreifenband“ bezeichnet wird. Ein Loch liegt neben dem anderen. In der Regel ist es acht Löcher breit ... und viele, viele Kilometer lang. Vom Boden aus betrachtet ist das „Band“ alles andere als aufregend. Man stolpert förmlich über diese Löcher. Ich habe einige untersucht und bin zur Überzeugung gekommen, dass sie einst klar umrissen waren. Wie tief mögen sie einst gewesen sein? Heute ist kaum noch zu erkennen, dass die Löcher einst von Mauerwerk eingerahmt waren. Wozu wurde dieses Band angelegt?

„Das waren Grabstätten!“, höre ich immer wieder. Acht Löcher breit ist der Streifen. Bei einem Durchmesser von zwei Metern pro Loch mit Umrandung ergibt das, vorsichtig kalkuliert, 400 „Grabstätten“ auf 100 Meter „Band“. Ein Kilometer Lochstreifenband bestünde dann aus 4.000 „Grabstätten“. In zehn Kilometern „Band“ wären demnach 40.000 Menschen bestatten worden. Vor Ort erklärte mir ein Experte, das phänomenale Band könne einst durchaus einhundert Kilometer lang gewesen sein. Das wären dann ... 400.000 Löcher, oder 400.000 Gräber, mitten in der Wüste!

Loch an Loch - Fotos: Walter-Jörg Langbein

Mir scheint die Länge von 100 Kilometern zu hoch gegriffen. Wie weit sich einst das Band durch die Gegend schlängelte, dabei Hänge hinauf und wieder hinab kriechend, kann heute nicht mehr festgestellt werden. Im Lauf der Jahrhunderte sind die Löcher zum Teil so verfallen, dass sie kaum noch zu erkennen sind. Im Verlauf der vergangenen Jahrzehnten wurde versucht, möglichst viel Land für die Landwirtschaft nutzbar zu machen. Dabei wurde natürlich keine Rücksicht auf das „Lochstreifenband“ genommen, das über weite Strecken zerstört und eingeebnet wurde.

Offenbar waren auch Schatzsucher am Werk, die viele der Löcher zerstörten, weil sie auf versteckte Kostbarkeiten hofften. Trotz intensiver Recherche habe ich keinen einzigen Hinweis finden können, wonach in einem einzigen der Löcher sterbliche Überreste gefunden worden wären. Auch heute noch erkennt man es, aus der Luft betrachtet ..., als ein Zeichen für die Himmlischen, für Wesen, die von hoch oben die Erde beobachten, genau so wie die zum Teil zig Kilometer langen Linien von Nazca!
Werden wir die Botschaft je verstehen? Das wird uns nie gelingen, wenn wir uns weigern, die gigantischen Zeichen im Wüstenboden als eine Botschaft zu sehen. Wenn wir diese Möglichkeit nicht zumindest einbeziehen, vertun wir die Chane, die Botschaft jemals zu erkennen! Wir müssen den Gedanken akzeptieren, dass uns das Lochstreifenband und die Bilder von Nazca etwas sagen wollen. Dann werden wir sie vielleicht einmal wie ein Buch lesen können!


Literatur zu Nazca

Bridges, Marilyn: Für die Götter/ Luftaufnahmen heiliger Landschaften, Frankfurt 1990 (Bildband), (Die Linien von Nazca, Peru, S. 8-31)
Däniken, Erich von: Zeichen für die Ewigkeit, München 1997
Oostra, Roel: Die großen Rätsel/ Auf den Spuren alter Mysterien, Köln 1998 (GROSSFORMAT!)
Reiche, Maria: Das Geheimnis der Wüste (signiert), 7. Auflage, Stuttgart 1989

Fußnote
1) Rastatt, 1998, S. 10







»Noch mehr Saurier, Teil I«,
Teil 204 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                                                                                              
erscheint am 15.12.2013


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Freitag, 6. Dezember 2013

Feminismus: Das geborene Opfer

Ursula Prem
Freitagskolumne von Ursula Prem

Als Frau hat man es nicht immer ganz einfach mit manchen Geschlechtsgenossinnen und ihrem fragwürdigen Frauenbild. Der weibliche Mensch als das geborene Opfer, unfähig zur Selbstbestimmung und deshalb immer irgendwie besonders schutzwürdig: Diesem Schwachfug begegnet man tatsächlich auch in Deutschland heute noch immer, in einem Land also, in dem Männer und Frauen vor dem Gesetz längst gleichberechtigt sind.

Und so möchte man Alice Schwarzer gerne das Stoppschild vor den Latz knallen, wenn sie in ihrer aktuellen Kampagne für ein Verbot der Prostitution Parallelen zur früher üblichen Verharmlosung der Pädophilie zieht: Einen großen Unterschied zwischen einer erwachsenen Frau und einem kleinen Kind scheint ausgerechnet sie als Feministin nicht wahrzunehmen. Ebenso wenig ist sie in der Lage, den Beruf als solchen von seinen Arbeitsbedingungen zu unterscheiden: Die Tatsache, dass Zwangsprostitution und Menschenhandel existieren, ist ihr Grund genug, ausgerechnet dem »ältesten Gewerbe der Welt« ein Ende setzen zu wollen. Welche Profession wird Deutschlands selbst ernannte Oberfeministin anschließend ins Visier nehmen? Bauarbeiter, da es osteuropäische Schwarzarbeiter gibt, die für 5 Euro pro Stunde schuften? Wahrscheinlich eher nicht: Derartige Zwangslagen betreffen schließlich mehrheitlich Männer.

Dass Alice Schwarzer mit den Thesen aus dem von ihr herausgegebenen Buch »Prostitution - Ein deutscher Skandal« auch bei Frauen auf erbitterten Widerstand stoßen würde, mag sie selbst überrascht haben: »Mein Beruf gehört mir!«, skandierten einschlägige Aktivistinnen auf der Schwarzer-Buchvorstellung in Berlin, damit zum Ausdruck bringend, dass die jüngeren Generationen beginnen, sich von ihrer Vordenkerin zu emanzipieren.


Auch der mediale Umgang mit dem neuesten Fall von Prominentenstalking verweist Frauen an ihren Platz als arme, schutzwürdige Hascherl, zu deren Gunsten Markus Lanz in seiner Talkshow schon mal politische Korrektheit demonstriert und sich um eine klare Stellungnahme herummogelt, wenn Entertainer Karl Dall von einer geübten Prominentenjägerin der Vergewaltigung bezichtigt wird.

Schwer vorstellbar auch, dass es Frauen geben könnte, die sich nicht für ihre Geschlechtsgenossinnen fremdschämen, wenn sie die (zum Glück weniger zahlreichen) medialen Berichte über den Scheidungskampf des kürzlich verstorbenen Bestsellerautors Franz Konz lesen: Seine weniger als halb so alte Ehefrau hatte den 86-Jährigen wegen angeblicher Körperverletzung und Nötigung vor den Kadi gezerrt, wo Konz im Dezember 2012 nur mithilfe eines Rollators erscheinen konnte und im Laufe des Prozesses laut BILD auch noch zu einer psychologischen Untersuchung genötigt wurde. Was sind die verheerenden Botschaften aus solch einer Meldung? Ganz klar: Eine Frau ist selbst in der Blüte ihres Lebens natürlich nicht in der Lage, sich eines Mannes wirksam zu erwehren, selbst wenn dieser bereits wenige Monate vor seinem Tod steht.


Von welchem Virus ist eine Gesellschaft befallen, deren inzwischen offenkundige sozialpädagogische Verkommenheit ein derart perverses Helfersyndrom in ihrem Rechtssystem verankert hat? Wäre es nicht an der Zeit, solchen Schwachsinn gar nicht erst zur Verhandlung zuzulassen und so der Justiz Luft für die zügige Bearbeitung der echten Fälle zu verschaffen? Wäre es nicht außerdem Zeit für eine moderne Lesart des Feminismus, der in der Lage ist, Alice Schwarzer das Gewohnheitsrecht auf die Deutungshoheit endlich abzunehmen? Das Märchen vom armen, schwachen Opfer jedenfalls wird uns am Ende auf die Füße fallen, wenn die Emanzipation nicht endlich Ernst macht.


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Sonntag, 1. Dezember 2013

202 »Drei Glocken«

Teil 202 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Zwei Kilometer östlich von Humay, fast 40 Kilometer von der Küste entfernt, stand unser kleiner Reisebus nahe der »Hazienda Montesierpe«, die sich in einem fast ruinösen Zustand befand. Die Luft scheint zu stehen, die Hitze ist fast unerträglich. Aus dem Nichts taucht eine Schar Kinder auf. Sie beobachten uns aus einiger Entfernung. Sie beobachten uns skeptisch. Als wir unsere mitgebrachten Sandwichpakete öffnen, kommen einige näher heran.

Die Ruine - Foto: W-J.Langbein

Haben die Kinder Hunger? Wir bieten ihnen unseren Proviant an, die Kinder essen mit großem Appetit. Wir händigen ihnen unsere Sandwichboxen aus. Und die Kinder verschwinden, sichtlich glücklich, mit ihrer Beute. Wir erkunden die Wüste. Die Luft flirrt über heißem Sand. Jeder Schritt ist anstrengend. Sehr anstrengend.

Irgendwann geht es zurück zum Bus. Erschöpft von stundenlangem Marschieren entlang eines mysteriösen »Streifen« aus Erdlöchern unter sengender Sonne bin ich auf einer morschen Holzbank im Schatten eines maroden Gebäudes eingenickt. Es gehörte zu einer Hazienda, habe ich bei der Vorbereitung unserer Reise gelesen. Jetzt scheint es nicht mehr genutzt zu werden. Da und dort ist eine Fensterscheibe zerschlagen, mit Zeitungspapier überklebt.

Gelegentlich soll es Sammler in diese Region verschlagen, die nach schönen Steinen Ausschau halten. Der Kenner erahnt, welche Brocken geschnitten und geschliffen schöne Dekorationsstücke für die gute Stube werden könnten. Irgendwo soll es regelrechte Minen geben, die aber nicht sonderlich zu florieren scheinen.

Ein Räuspern weckt mich. Ich öffne die Augen. Vor mir steht ein ehrwürdiger Greis, der einem Roman von Karl May entsprungen sein könnte. Sein Gesicht ist zerfurcht von tiefen Falten. Das schüttere Haar ist staubig. Sorgenvoll sieht der alte Herr aus, ja traurig.

Die Kutte des alten Mannes hat schon sehr viel bessere Tage erlebt. Trotz einer beachtlichen Staubschicht erkennt man deutlich, dass schon so mancher Riss im einstmals wohl pechschwarzen Talar mit grobem Zwirn genäht und manches Loch mit einem Flecken abgedeckt worden ist.

»Was führt Sie in diese abgelegene Ecke Perus?«, will der geistliche Herr von mir wissen. Er spricht Englisch, vermischt mit Brocken einer anderen Sprache. Es könnte Deutsch sein. Jedenfalls verstehe ich ihn gut. Noch bevor ich antworten kann, beklagt der geistliche Herr  den ruinösen Zustand der einst so stolzen Hazienda. »Ein besonderer Schandfleck ist die Kirche ...«, seufzt sorgenvoll mein neuer Guide. Schon nötigt er mich förmlich dazu, seine verfallene alte Kirche zu besichtigen. Er schiebt mich voran.

Autor Langbein in der Ruine
Foto: Ingeborg Diekmann

Dann stehen wir beide vor dem einstigen Eingang. Jedenfalls erklärt mir mein geistlicher Guide: »Hier stand ich immer und begrüßte die Gläubigen, die zum Gottesdienst kamen. Es waren Arbeiter auf der Hazienda, alles fromme und rechtschaffene Leute!«

Ein »Eingang« ist nicht mehr zu erkennen. Die Vorderfront des kleinen Kirchleins ist nicht mehr vorhanden. Rechts und links halten sich zwei Seitenwände mühsam aufrecht. Sie stehen nicht mehr aus eigener Kraft. Holzbalken sind schräg eingesetzt, stemmen sich mächtig gegen das Mauerwerk. Andere Balken stehen noch senkrecht. Sie tragen bescheidene Reste des Dachs des ruinösen Gotteshauses, das zum überwiegenden Großteil wohl schon vor langer, langer Zeit eingebrochen ist. Es verrottet inzwischen am Boden des Kirchenschiffs. Das kleine Kirchlein sollte mehr scheinen als sein. Rechts und links vom Altar täuschen Malereien auf Holz vor, dass ein Säulengang weiter in die Tiefe des Raums führt.

Zwei Holzsäulen, rechts und links vom Altar sind kunstvoll bemalt, sollen nach Marmor aussehen. »Jachin und Boas..«, doziert traurig der Greis. »Sie standen rechts und links vom Eingang des Tempels in Jerusalem... Sie waren aus Bronze gefertigt!« Da ich mich einige Zeit intensiv mit dem Tempel von Jerusalem beschäftigt habe, weiß ich allerlei über die geradezu legendären Säulen.


Ich  fasse mein angelesenes Wissen zusammen. »Nach dem Propheten Jeremias waren die beiden Säulen hohl.  Ihre Wandstärke wird mit vier Fingern angegeben. Das waren wohl etwa sieben, vielleicht acht Zentimeter. Ihre Höhe betrug knapp unter neun Meter, ihr Durchmesser etwa zwei Meter.  Man vermutet dass ein besonderes Gussverfahren zum Einsatz kam... mit Formen aus Ton!«


Der sichtlich ob meines Wissens verblüffte Geistliche fährt fort: »Man wollte größeren Reichtum vortäuschen als da vorhanden war!«

Er deutet mit dem Kopf zum steil ansteigenden Hang, einige Hundert Meter oberhalb der Kirche. »Ich vermute ja, dass es da ein altes Heiligtum aus heidnischen Zeiten gegeben hat, weiter oben. Als ich hier meinen Dienst tat, hörte ich Gerüchte. Aber selbst in der Beichte erfuhr ich allenfalls nur Andeutungen vager Art über einen verbotenen Kult mit Opfergaben...«

Blick in die Ruine
Foto: W-J. Langbein
Der alte Mann lächelte verschmitzt. »Vielleicht wollte man meine Seele nicht belasten. Ich glaube nicht, dass befürchtet wurde, ich könnte etwas dem Bischof mitteilen. Ob der gegen einen alten heidnischen Brauch eingeschritten wäre, ich weiß es nicht. Ich glaube eher nicht, schließlich waren die Menschen alle gut katholisch!« Dem Bischof waren vermutlich Zahlen sehr wichtig. So lange er vorweisen konnte, dass es in der Bevölkerung vorwiegend Katholiken gab, war offiziell alles in bester Ordnung.

Ich gehe weiter ins Innere des Gotteshauses, nähere mich dem hölzernen Altar. Einst war er mit viel Liebe zum Detail bemalt. Viel Farbe ist abgeplättelt. Das Holz ist an vielen Stellen gerissen... Das ist kein Wunder, wenn man bedenkt, dass das kleine Gotteshaus schon viele Jahre nicht mehr über ein schützendes Dach verfügt. Der Altar war und ist der Witterung ausgeliefert, erheblichen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht.

 
Hinter einer der Holztürchen, es steht jetzt offen, wurde einst der Kelch für die Feier des Abendmahls aufbewahrt. »Das liturgische Gerät stand noch lange im Altar, auch noch als nur noch ganz selten Gottesdienst gefeiert wurde. Die Menschen hier waren schon damals sehr arm, aber sakrale Gerätschaften hat keiner gestohlen.« Als das Gotteshaus verfiel und niemand für Ausbesserungsarbeiten aufkam, brachte der traurige Geistliche die Gerätschaften zum Bischof. »Verschwunden sind allerdings die drei Glocken aus der Kirche, die einst die Menschen zum Gottesdienst eingeladen haben...«, erinnert sich der Geistliche traurig. »Sie wurden wahrscheinlich schon längst eingeschmolzen. Oder ein Sammler hat sie den Dieben abgekauft und schmückt damit seine Villa! Wer weiß...«


Die kleine Glocke
Foto: wikicommons Paulae
Ich erinnere mich daran, als sei es gestern gewesen. Plötzlich sieht mich der Geistliche sehr ernst, ja traurig an. »Die Glocken sind doch die Stimme Gottes... Wie kann man sie zu Kanonenrohren umgießen? Das ist eine schlimme Sünde! Aber es gibt Glocken,  die selbst schlimmste Katastrophen überleben. Ihnen werden einmal drei Glocken begegnen, die wie durch ein Wunder einen schlimmen Krieg überstanden haben...«

Verstanden habe ich die Worte des Greises damals nicht. Was wollte er mir damals sagen? Wollte er mir überhaupt etwas sagen? Es kam mir so vor, als ob er das damals selbst nicht so recht wusste...

In Wilschdorf, zu Dresden gehörend, steht das kleine Kirchlein »St. Christophorus«. Das Gotteshaus mit mysteriösen Wandmalereien wurde erstmals 1242 urkundlich erwähnt. Heute verfügt die mysteriöse Kirche über drei Glocken. Die älteste und zugleich kleinste stammt aus dem Jahr 1250. 1348/49 kam eine zweite Glocke, die mittlere, hinzu. Die Größte der drei Glocken ist die jüngste. Sie stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die Glocken aus dem Kirchlein geholt und nach Hamburg geschafft, wo sie eingeschmolzen werden sollten. Die Kriegsmaschinerie benötigte Eisen. Als der Krieg zu ende ging, zweifelte kaum jemand daran, dass es die drei Glocken längst nicht mehr gab. Sie hatten Jahrhunderte überdauert... um dann zu Werkzeugen des Todes zu werden. Davon waren die meisten Menschen von Wilschdorf überzeugt damals. Es sollte sich zeigen, dass sie sich irrten.

Der Schmied des Dorfes aber machte sich 1945, unmittelbar nach Kriegsende, mit einem Pferdefuhrwerk von Wilschdorf nach Hamburg auf. Er suchte auf dem riesigen Schrottplatz die kleine, die mittlere und die große Glocke!

Mitlere und große Glocke - Fotos: wikicommons Paulae

Es grenzt schon an ein Wunder, dass der Schmied unmittelbar nach Kriegsende Hamburg mit seinem Pferdefuhrwerk unversehrt erreichte. Dass er die Glocken ausfindig machen, auf sein Fuhrwerk verladen und mit seinem Fund wieder nach Wilschdorf zurückkehren würde... daran haben damals wohl nicht viele geglaubt!

Und doch ist genau das eingetreten. Es sollte zwar noch Jahre dauern, bis Spezialisten den drei Glocken wieder neue Kronen aufsetzen würden... Aber dann wurden sie wieder fachgerecht im Gotteshaus aufgehängt und ließen, wie der Geistliche aus Peru formuliert hatte, die Stimme Gottes wieder erschallen.

Die von einem ärmlichen Priester vor vielen Jahren mir vorgetragene »Prophezeiung« hat sich tatsächlich erfüllt. Ich habe drei Glocken gesehen, die auf wundersame Weise einen schlimmen Krieg überstanden haben!


Fußnote
1 Kapitel 52, Vers 21

Das mysteriöse Lochstreifenband,
Teil 203 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                                                                                              
erscheint am 08.12.2013





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