Sonntag, 24. Mai 2020

540. Hesekiel, Gilgamesch und Pfeile Gottes

Teil 540 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein



Foto 1: Der Hesekiel
von Schwarzrheindorf
Hoch über mir steht das fliegende Rad. Es gehört zum »Hesekiel-Zyklus« in einem der schönsten Gotteshäuser Europas. Es ist erstaunlich, wie ausführlich in einzelnen Bildern in der unteren Kirche von »St. Maria und Clemens« auf den biblischen Hesekiel eingegangen wird. Warum geschah dies nur hier und in keiner anderen Kirche? Für wen waren diese Darstellungen gedacht? Die »Untere Kirche« wurde vom »gewöhnlichen Volk« besucht, dem die »Obere Kirche« verschlossen blieb. Dort versammelten sich Adelige und Klerus zur Andacht.

Eine Flut von Gemälden an den Wänden ließ vor etwa neun Jahrhunderten das vermeintlich ungebildete Volk staunen. Verstanden die Menschen, was da in Bildern dargestellt wurde? Lesen konnten sie in der Regel nicht. Erkannten sie die Bedeutung der Wandgemälde? Da wird in einem Gemälde dem Hesekiel eine Schriftrolle zum Verzehr gereicht. Dort erkennt man Hesekiel in einem anderen Gemälde, wie er sich mit einem Schwert den Bart abschneidet. Ein weiteres Gemälde zeigt Hesekiel, der mit einer Hacke ein Loch in eine Steinmauer geschlagen hat. Entsetzt blickt der Prophet durch das Loch. Auf der anderen Seite wird offenbar Götzendienst betrieben, und das – was für ein Sakrileg – offenbar im Tempel zu Jerusalem.

Der »Hesekiel-Zyklus« ist wirklich einzigartig in der sakralen Kunst christlicher Gotteshäuser. Szenen aus dem »Neuen Testament« sind eindeutig zu erkennen: Jesus ärgert sich über die Händler im Tempel und Jesus vertreibt die Händler aus dem Tempel. Andere Darstellungen sind vermutlich allegorisch gemeint. Da kämpfen die »Tugenden« gegen die »Laster«. Manche Darstellungen sind wirklich brutal. Da werden die »Sünder« brutal massakriert. Sie werden förmlich zerhackt. Immer wieder begegnen uns Szenen aus dem »Neuen Testament«. Pilatus wäscht seine Hände in Unschuld. Dem sterbenden Jesus wird mit einem Schwamm Essig gereicht. Ein römischer Soldat stößt Jesus eine Lanze in den Leib.

Und dann: Immer wieder taucht Hesekiel auf. Wir sehen Hesekiel im Kreis der Ältesten sitzen. Die Hand Gottes erscheint aus dem Himmel über ihm. Hesekiel wird Zeuge des Götzendienstes der Juden, die einer Götterstatue huldigen. Hesekiel salbt den Altar. Die Götzendiener werden bestraft, weil sie vom Glauben abgefallen sind. Die »Guten« werden gekennzeichnet und entgehen dem Gemetzel. Die »Bösen« werden zerhackt, die »Guten« bleiben verschont.

Mich aber interessiert vor allem das mächtige Rad, das über mir am Himmel zu schweben scheint. Was, so frage ich mich, ein wenig misstrauisch von meinem Kirchenführer beäugt, hat Hesekiel gesehen? Was sah er am Himmel? Was kam vom Himmel herab?

Im Gilgamesch-Epos zeigt sich Göttin Siduri dem heroischen Gilgamesch. Eine solche Gottesoffenbarung bezeichnet man in der Theologie als »Theophanie«. Der Begriff leitet sich von zwei griechischen Worten ab, nämlich von »theos« (»θεός, »Gott«) und von »phainesthai« (»φαίνεσθαι«, »sich zeigen, erscheinen«). In einer »Theophanie« (»Erscheinung eines Gottes«) offenbart sich ein Gott. Offensichtlich tun das Götter auf Planet Erde schon seit Jahrtausenden. Auch dem biblischen Hesekiel wurden Theophanien zuteil.

Foto 2:  »Hesekiels Rad« nach der Restaurierung
(Farblich verändert und kontrastverstärkt
um Details sichtbar zu machen. Collage.)



Das »Alte Testament« kennt solche »Theophanien«, die ganz offensichtlich mit massiven, ja furchteinflößenden Begleiterscheinungen einhergingen. Recht eindrucksvoll wird eine »Theophanie« in Psalm 18 geschildert (1): »Die Erde bebte und wankte, und die Grundfesten der Berge bewegten sich und bebten, da er zornig war. Rauch stieg auf von seiner Nase und verzehrend Feuer aus seinem Munde; Flammen sprühten von ihm aus. Er neigte den Himmel und fuhr herab, und Dunkel war unter seinen Füßen. Und er fuhr auf dem Cherub und flog daher, er schwebte auf den Fittichen des Windes. Er machte Finsternis ringsum zu seinem Zelt, dunkle Wasser, dichte Wolken. Aus dem Glanz vor ihm zogen seine Wolken dahin mit Hagel und Blitzen. Der HERR donnerte im Himmel, und der Höchste ließ seine Stimme erschallen mit Hagel und Blitzen.« Als ausgesprochen friedlich wird dieser Gott allerdings nicht dargestellt, heißt es doch (2): »Er schoss seine Pfeile und zerstreute die Feinde, sandte Blitze in Menge und erschreckte sie.«

Weniger ausführlich werden die Begleiterscheinung einer »Theophanie« in Psalm 97 beschrieben (3): »Der HERR ist König; des freue sich das Erdreich und seien fröhlich die Inseln, so viel ihrer sind. Wolken und Dunkel sind um ihn her, Gerechtigkeit und Recht sind seines Thrones Stütze. Feuer geht vor ihm her und verzehrt ringsum seine Feinde. Seine Blitze erleuchten den Erdkreis, das Erdreich sieht es und erschrickt. Berge zerschmelzen wie Wachs vor dem HERRN, vor dem Herrscher der ganzen Erde. Die Himmel verkündigen seine Gerechtigkeit, und alle Völker sehen seine Herrlichkeit.«

Auch dem Hesekiel zeigt sich Gott, wie gleich zu Beginn des Buches Hesekiel mitgeteilt wird (4): »Und im dreissigsten Jahr, im vierten Monat, am Fünften des Monats, als ich unter den Verbannten am Fluss Kebar war, öffnete sich der Himmel, und ich sah göttliche Schauungen.«

Dieser eher unscheinbare Vers enthält eine höchst interessante Information, auf die mich Prof. Dr. Georg Fohrer (*1915; †2002), Fachbereich Altes Testament an der »Friedrich Alexander Universität Erlangen«, hingewiesen hat. Ich habe manche seiner Vorlesungen besucht und an seinen Seminaren teilgenommen.

Georg Fohrer hat von 1934 bis 1938 Evangelische Theologie und vergleichende Religionswissenschaft an den Universitäten Marburg und Bonn studiert. 1939 promovierte er zum »Dr. phil.«, 1944 zum »Dr. theol.«. Schließlich habilitierte er sich 1949. 1954 wurde er zum »außerplanmäßigen Professor« ernannt. In den Jahren 1954 bis 1962 wirkte er an der »Evangelisch-Theologischen Fakultät« der Universität Wien. 1962 schließlich holte man ihn als »Professor Fachbereich Altes Testament« an die Universität Erlangen. 1979 wurde der Gelehrte emeritiert, konvertierte zum Judentum und zog nach Jerusalem. In Jerusalem verstarb Prof. Fohrer nach schwerer Krankheit. Im gleichen Jahr brach ich mein Studium der evangelischen Kirche in Erlangen ab und veröffentlichte mein erstes Buch.

Foto 3:  »Hesekiels Rad« nach der Restaurierung
(Farblich verändert und kontrastverstärkt
um Details sichtbar zu machen. Collage.)

Im Hebräischen kommt im ersten Vers des ersten Kapitels bei Hesekiel ein Wort zum Einsatz, das in allen Übersetzungen mit »öffnen« verdeutscht wird (5). Diese Vorstellung taucht nur noch ein einziges Mal im »Alten Testament« vor, nämlich bei Jesaja (6). Wenn das Ende seinen Anfang nehmen wird, wenn die Endzeit ihren Lauf nimmt, dann soll der Himmel zerrissen werden: »Ach dass du den Himmel zerrissest und führest herab, dass die Berge vor dir zerflössen.«

Prof. Dr. Georg Fohrer, er war Ehrendoktor der Universitäten Marburg, Aberdeen und St Andrews und Ehrenmitglied zahlreicher gelehrter Gesellschaften, über eine Teophanie bei Hesekiel (7): »Wenn Jahwe zu Beginn der Endzeit zur Erde herniedersteigt, zerreißt er den Himmel. Ez(echiel) bedient sich keines bekannten Bildes oder theologischen Ausdrucks und weist damit bereits darauf hin, wie neu und ungewöhnlich sein Erleben für ihn ist.«

Die »eigentliche Wohnung Jahwes« war, so Prof. Fohrer, der Himmel. Aus dem Himmel herab steigt Gott bei Hesekiel wie bei Jesaja. Es kann also keinen Zweifel geben, dass der biblische Gott des »Alten Testaments« aus dem Himmel herab zur Erde kam, als er Hesekiel aufsuchte. Hesekiel beschreibt das sehr anschaulich. Der himmlische Wagen, so schien es, wurde am Himmel plötzlich sichtbar. Für Hesekiel gab es nur eine Erklärung: der Himmel war aufgerissen, hatte sich aufgetan.

Foto 4: Hesekiel schneidet sich
den Bart ab.
Es ist wirklich erstaunlich, wie ausführlich in einzelnen Bildern in der unteren Kirche von »St. Maria und Clemens« auf den biblischen Hesekiel eingegangen wird. Ich habe mir bei meinem Besuch viel Zeit für den »Hesekiel-Zyklus« genommen. Da mir die Hesekieltexte geläufig waren, verstand ich sofort die Aussage einiger der Darstellungen. Da wird dem Hesekiel eine Schriftrolle zum Verzehr gereicht. Keine Frage: Da wird biblischer Text illustriert (8): »Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, iss, was du vor dir hast! Iss‘ diese Schriftrolle und geh hin und rede zum Hause Israel! Da tat ich meinen Mund auf und er gab mir die Rolle zu essen und sprach zu mir: Du Menschenkind, gib deinem Bauch zu essen und fülle dein Inneres mit dieser Schriftrolle, die ich dir gebe. Da aß ich sie, und sie war in meinem Munde so süß wie Honig.« Offenbar soll Hesekiel im sprichwörtlichen Sinne verinnerlichen, was er den Menschen verkünden soll.

Dort erkennt man Hesekiel, wie er sich mit einem Schwert den Bart abschneidet. Auch hier handelt Hesekiel nach einem seltsam anmutenden Befehl Gottes (9): »Und du, Menschenkind, nimm ein scharfes Schwert und brauche es als Schermesser und fahr damit über dein Haupt und deinen Bart.« Mag sein, dass dies ein Hinweis auf das Unglück sein soll, das über Jerusalem hereinbrechen wird. Ein letztes Beispiel soll genügen: Ein weiteres Gemälde zeigt Hesekiel, der mit einer Hacke ein Loch in eine Steinmauer geschlagen hat. Entsetzt blickt Hesekiel durch das Loch. Da wird offenbar Götzendienst betrieben, und das offenbar im Tempel zu Jerusalem.

In der Luther Bibel von 1912 findet sich ein seltsamer Fehler (10): »Und er führte mich zur Tür des Vorhofs; da sah ich, und siehe war ein Loch in der Wand. Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, grabe durch die Wand. Und da ich durch die Wand grub, siehe, da war eine Tür. Und er sprach zu mir: Gehe hinein und schaue die bösen Greuel, die sie allhier tun. Und da ich hineinkam und sah, siehe, da waren allerlei Bildnisse der Würmer und Tiere, … und allerlei Götzen des Hauses Israel, allenthalben umher an der Wand gemacht.«

Foto 5: Hesekiel bricht ein Loch in die Wand.

Da stimmt etwas nicht mit der zeitlichen Abfolge! Da wird dem Hesekiel zunächst ein Loch in der Wand gezeigt. Und dann bekommt er den Befehl, durch die Wand zu graben. Aber das Loch ist doch schon vorhanden! Wozu also noch graben?

In der »Luther Bibel« von 2017 hat man diesen Fehler nicht behoben. Da wird er sogar noch deutlicher (11): »Und er führte mich zur Tür des Vorhofes. Da sah ich, und siehe, da war ein Loch in der Wand. Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, brich ein Loch durch die Wand. Und als ich ein Loch durch die Wand gebrochen hatte, siehe, da war eine Tür.«

Hesekiel bekommt ein Loch in der Wand gezeigt und dann soll er erst einmal ein Loch durch die Wand brechen? Aber das Loch ist doch schonvorhanden!

Über allem aber scheint das Rad zu schweben, das Hesekiel sah. Sollte er tatsächlich ein riesiges Rad am Himmel gesehen haben? Sollte von einem solchen »Rad« die Herrlichkeit Gottes, »kabod jhwh« (כְּבֹוד־יְהוָ֑ה) im Hebräischen der »Biblia Hebraica« zur Erde hinab gestiegen zu sein?


Fußnoten
(1) Psalm 18, Verse 8-14, zitiert nach »Luther Bibel 2017«.
(2) Ebenda, Vers 15, zitiert nach »Luther Bibel 2017«.
(3) Psalm 97, Verse 2-6, zitiert nach »Luther Bibel 2017«.
(4) Hesekiel Kapitel 1, Vers 1, zitiert nach »Luther Bibel 2017«.
(5) נִפְתְּחוּ֙, ptch im Niphal
(6) Jesaja Kapitel 63, Vers 19
(7) Fohrer, Georg: »Handbuch zum Alten TestamentErste Reihe 13/ Ezechiel«, Tübingen 1955, Seite 10, 4.+3. Zeile von unten (Fußnoten nicht mitgezeählt!)
(8) Hesekiel Kapitel 3, Verse 1-3
(9) Hesekiel Kapitel 5, Vers 1
(10) Hesekiel Kapitel 8, Verse 7-10, zitiert aus der »Luther Bibel« von 1912. Die Rechtschreibung wurde unverändert übernommen.
(11) Hesekiel Kapitel 8, Verse 7 und 8


Zu den Fotos
Foto 1: Der Hesekiel von Schwarzrheindorf, bearbeitet (Collage. Kontrast verstärkt und Farben verändert, um Details besser erkennbar zu machen.)
Foto 2:  »Hesekiels Rad« nach der Restaurierung (Farblich verändert und kontrastverstärkt um Details sichtbar zu machen. Collage.)
Foto 3:  »Hesekiels Rad« nach der Restaurierung (Farblich verändert und kontrastverstärkt um Details sichtbar zu machen. Collage.)
Foto 4: Hesekiel schneidet sich den Bart ab.
Foto 5: Hesekiel bricht ein Loch in die Wand.

541. »Hesekiel, Elias und Henoch wurden ›entrückt‹«,
Teil 541 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 31. Mai 2020


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Sonntag, 17. Mai 2020

539. »Hesekiel sah das Rad«

Teil 539 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: »Hesekiels Rad« nach der Restaurierung.
Farblich verändert und kontrastverstärkt
zur Hervorhebung der Details.
Zu sehen ist das Rad in vier verschiedenen
Bearbeitungen.



William Levi Dawson (*1899; †1990) komponierte 1942 ein Lied für gemischten Chor, das Hesekiels himmlische Sichtung immer wieder refrainartig besingt. Zahlreiche Künstler nahmen sich des erfolgreichen Songs an. Louis Armstrong (*1901; †1971) hat »Ezekiel sah das Rad« in seiner ganz speziellen Weise besungen, Johnny Cash (*1932; †2003) ebenso. Woody Guthrie (*1912; †1967) hat das Lied über das himmlische Rad ebenso erklingen lassen wie der Gospelchor »The Charioteers« (1930-1957) oder der Chor »The Dixie Hummingsbirds« (gegründet 1928). Bing Crosby (*1903; †1977) nahm »Ezekiel saw the wheel« ebenso auf wie John Lee Hooker (* vermutlich 1917; †2001).

Zahlreiche Künstler nahmen »Ezekiel saw the wheel« in ihr Repertoire auf. Sie variierten den Text manchmal mehr, manchmal weniger. Aber alle beschrieben das himmlische Rad, alle wiederholten refrainartig »Ezekiel sah das Rad, hoch oben in der Luft.« Bei Johnny Cash allerdings »wirbelte« das Rad »hoch oben in der Luft«, bei Louis Armstrong sah Hesekiel das Rad einfach nur »ganz oben in der Luft«.

Weihnachten 1982 präsentierte Johnny Cash mit dem Chor »Mighty Clouds of Joy« und der »Carter Family« meine Lieblingsversion von »Ezechiel saw the Wheel«. Ausführlich zitiert Johnny Cash den mysteriösen Bibeltext von der »Herrlichkeit des Herrn« (»Majestas Domini«).

Foto 2: »St. Maria und Clemens«,
Schwarzrheindorf, um 1900.

Als ich vor Jahren »Hesekiels Rad« begegnete, da geschah dies nicht unter freiem Himmel, sondern in einem altehrwürdigen Gotteshaus, nämlich in »St. Maria und Clemens« in Schwarzrheindorf. Die romanische Doppelkirche ist einer der schönsten und zugleich geheimnisvollsten Sakralbauten, die ich je besucht habe. Ihre großflächigen Deckenmalereien würden einen mehrtägigen Besuch rechtfertigen. Man könnte sich sogar wochenlang in die herrliche sakrale Kunst vertiefen.

»Mein« Taxifahrer freute sich, als ich am Bonner Hauptbahnhof einstieg und mein Ziel, »St. Maria und Clemens«, nannte. »Diese Kirche ist leicht zu finden, wenn man weiß, wo sie ist! Vom ›Beueler Zentrum‹ im Stadtbezirk Beuel geht es nach Norden. Im Bonner Ortsteil Schwarzrheindorf/Vilich-Rheindorf kann man sie dann gar nicht mehr verfehlen!«

Ich ärgerte mich etwas. Von einem Vorortbahnhof aus wäre die Taxifahrt vielleicht nicht so lang ausgefallen. Aber die begeisterten Schilderungen »meines« Taxifahrers ließen meinen Verdruss verschwinden. »Machen Sie ruhig eine Führung mit! Aber genießen Sie einfach die üppige Pracht der Gemälde. Was die im Einzelnen bedeuten, da haben sich die Theologen wohl mancherlei ausgedacht! Aber achten Sie unbedingt auf das fliegende Rad aus der Bibel!« Zu einem besonderen Erlebnis wurde die Fahrt nach Schwarzrheindorf  durch eine musikalische Darbietung des Taxifahrers.

Foto 3: »Hesekiels Rad« nach der Restaurierung.
Farblich verändert und kontrastverstärkt zur
Hervorhebung der Details.

Der fragte mich, ob ich das Lied »Ezekiel saw the Wheel« kenne. Als ich das bejahte, da schmetterte er »Ezekiel saw the wheel« so laut, dass auch andere Verkehrsteilnehmer in den akustischen Genuss kamen. Der Gesangsstil des Taxifahrers war einzigartig. Offensichtlich war er stärker vom Sangeskünstler Herbert Arthur Wiglev Clamor Grönemeyer (*1956) als von Johnny Cash, Woody Guthrie oder Bing Crosby beeinflusst. Aber vielleicht machte der Chauffeur auch gerade eine starke Entzündung der Nasennebenhöhlen durch. Jedenfalls war vom Text des Liedes kaum etwas zu verstehen. Je unklarer seine Artikulation wurde, desto lauter sang der Mann am Lenkrad. Manchmal blieb er kurz stecken, holte dann aber die verlorene Zeit durch schluckaufartige Sangestechnik wieder auf. Oder sollte der singende Taxifahrer zwischendurch tatsächlich immer wieder von mächtigen Schluckaufattacken heimgesucht worden sein? Oder unterliefen ihm einige Rülpser, die allerdings kaum auffielen.

Manchmal war ich mir nicht sicher, in welcher Sprache der Gesang vorgetragen wurde. War das Englisch? Oder Türkisch? Manches klang auch französisch. Unbezweifelbar englisch war allerdings »Ezekiel saw the wheel«.

Foto 4: »Hesekiels Rad« nach der Restaurierung.
Farblich verändert und kontrastverstärkt zur
Hervorhebung der Details.
Zu sehen ist das Rad in vier Variationen.

»Schwarzrheindorf« liegt rechts des Rheins. Der kleine Ortsteil von Bonn hat etwa 4.500 Einwohner. Die Kelten siedelten hier bereits. »Schwarzrheindorf« gilt als eine der ältesten Siedlungen der Kelten im schönen Rheintal. Die Oberkirche von »St. Maria und Clemens« ist der Gottesmutter Maria, die Unterkirche dem »Heiligen Clemens« geweiht. Einst gehörte das Gotteshaus als Kapelle zu einem imposanten burgähnlichen Gebäudekomplex. Vom weltlichen Teil aus konnte man direkt in das Obergeschoss der Kirche gelangen. Eher bescheidene Abbruchreste lassen die einstige »Burg« nicht einmal mehr auch nur erahnen. Dass es so eine Burg einst gegeben hat, das hat Bernhard Hundeshagen (*1784; †1858) bereits anno 1820 nachgewiesen.

»St. Maria und Clemens« (1) wurde, das ist beurkundet, am 25. April 1151 vom Kölner Erzbischof Arnold von Wied im Beisein des Königs Konrad III. geweiht. Die Doppelkirche in Schwarzrheindorf gilt als romanisches Kleinod. Die herrlichen Wandmalereien aus dem 12. Jahrhundert machen das Gotteshaus zu einer echten Kostbarkeit. Die üppigen Malereien in der Unter- und Oberkirche sollen, so erfuhr ich von meinem Führer, zu den am besten erhaltenen Bildwerken dieser Zeit gehören.

Allerdings, so räumte mein Führer ein, sei es da und dort zu »malerischen Rekonstruktionen« gekommen, die wohl der Fantasie der Restaurateure entsprungen sind und nicht die zum Teil leider dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallenen Originale haben wieder entstehen lassen. Weitschweifig erklärte mir mein wortgewandter Führer, dass die zahlreichen Einzelgemälde nach einem »komplexen System« angeordnet worden seien und dass es ein »äußerst genau ausgeklügeltes Miteinander« der einzelnen Darstellungen gebe.

Offen gestanden: Ich habe manches, was mir der Führer erklärte, nicht nachvollziehen können. Vielleicht hat mich auch das »Rad« des Hesekiel, das da über meinem Kopf zu schweben schien, zu stark abgelenkt. Mir ist kein zweites Gotteshaus bekannt, das einen ganzen Hesekiel-Zyklus zu bieten hat. Nirgendwo sonst habe ich in einer Kirche den Propheten Hesekiel thematisiert entdecken können. Mir scheint, da ist »St. Maria und Clemens« einzigartig, und das wohl weltweit.

Wann genau die Ausgestaltung der Kirche mit üppiger Malerei abgeschlossen wurde, das ist nicht bekannt, wie Albert Verbeek anmerkt (2). Die Unterkirche war zu Lebzeiten des Stifters Arnold von Wied (*um 1098; †1156), also spätestens 1156 voll ausgemalt. Unbekannt ist, wann die herrlichen Wandmalereien übertüncht wurden. Dieser barbarische Vorgang dürfte bis zu neun Mal wiederholt worden sein. Gewiss, die Tünche-Schichten schützten die Malereien auch, etwa als die Kirche (3) »als Stall und Scheune diente«.

Foto 5: »Hesekiels Rad« vor der Restaurierung
(Skizze Christian Hohe).

1854 begann Christian Hohe mit der planmäßigen Freilegung der Malereien. Er ließ die Tünche mit tuchumwickelten Holzhämmern abklopfen. Dabei kam es leider zu Beschädigungen der Originalgemälde. Bei der ersten Übermalung hatte sich die frisch aufgebrachte Kalkmilch mit der Originalfarbe verbunden, so dass nicht nur die störende Tünche, sondern auch Originalfarbe abgeschlagen wurde. Offenbar wurden zumindest Teile der äußeren Farbschicht mit der Tünche abgelöst.

Christian Hohe (*1798; †1868) war akademischer Zeichenlehrer der Universität zu Bonn und fantasiebegabt. Freie Stellen ergänzte er nach Gutdünken. Nicht unterschätzt werden darf, dass bei der Restaurierung durch Hohe manches Mal seine Interpretation im Vordergrund stand. Hohe meinte zum Beispiel in einem Gemälde die Darstellung eines Engels erkennen zu müssen und so sah die Gestalt dann auch aus. Daraus wurde nach neuerem Verständnis wieder (?) der Prophet Hesekiel. Christian Hohe einige nur noch schwach auszumachende Gestalten als »Ritter« gesehen und entsprechend »rekonstruiert«. Bereits 1902 wurden die »Ritter« durch neuerliche Bearbeitung zu allegorischen Darstellungen der Tugenden.

Bei aller berechtigter Kritik muss aber festgehalten werden, dass sich Christian Hohe  durchaus in positivem Sinne als Restaurator verdient gemacht hat. Vorhandenes, noch Erhaltenes hat er kenntnisreich gesichert. Ein »Überzug von in Benzol und Terpentingeist aufgelöstem Wachs« schützte nicht nur die alten Farben, vielmehr wurden die alten Malereien klarer und wieder fester.

Foto 6: »Hesekiels Rad« nach der Restaurierung.
Farblich verändert und kontrastverstärkt zur
Hervorhebung der Details.

Was mich in die Unterkirche von »St. Maria und Clemens« zu Schwarzrheindorf geführt hat, das beschreibt Albert Verbeek so (4): »Auf der Südseite ist die Berufungsvision Ezechiels am Flusse Kebar geschildert, im Zwickel der Prophet zusammengekauert, darüber die hergewehte Wolke und daneben ein Rad nach den Worten: ›Ich schaute und siehe: ein Sturmwind kam von Norden, eine große Wolke und flackerndes Feuer; aus deren Mitte strahlte es wie das Blinken von Glanzerz. In seiner Mitte war etwas, was vier Lebewesen glich… Ein Rad war auf der Erde.«

Foto 7: Gestalt in
»Hesekiels Rad«
(Skizze Christian Hohe,
Ausschnitt).

Da stand ich also in der für das Volk bestimmten Unterkirche und starrte zu Hesekiel empor, der da seltsam zusammengekauert zu sitzen schien. Über ihm aber, hoch oben am Himmel, da stand ein gewaltiges Rad, das Rad, das so oft besungen wurde. Und dieses Rad steht nun hoch über mir »am Himmel« der Unterkirche von »St. Maria und Clemens« zu Schwarzrheindorf. Das mysteriöse Rad war freilich, anno 1854 nur noch zum Teil erhalten. Nachdem Christian Hohe die weiße Tünche hatte abschlagen lassen, da zeigte sich, dass fast die Hälfte des Originals fehlte. Bevor mit der planmäßigen Freilegung der Malereien begonnen wurde, fertigte Christian Hohe Zeichnungen an. Mir liegt eine Zeichnung Hohes vom Rad, das Hesekiel sah, in Kopie vor. Sie zeigt Erstaunliches. Da sitzt im Rad eine Gestalt, von der man in der Skizze Kopf und Oberkörper sieht, und blickt aus dem Inneren des Rades heraus. Wer soll das sein? Ein Engel vielleicht?

Das nur zum Teil erhaltene Rad wurde schließlich vervollständigt. Die Gestalt im Rad (Foto 7!) allerdings wurde nicht in die wiederhergestellte Malerei aufgenommen. Ob sie im Original zu sehen war? Und wenn dem so war, wieso ließ man sie dann verschwinden?

Foto 8:
Noch einmal
das EINE Rad Hesekiels
in vier Variationen
(zur Hervorhebung der sonst schwer
zu erkennenden Einzelheiten!)


Fußnoten
(1) Doppelkirche Schwarzrheindorf, Dixstraße 41, 53225 Bonn
(2) Verbeek, Albert: »Schwarzrheindorf/ Die Doppelkirche und ihre Wandgemälde«, Düsseldorf 1953, Seite XXXVI
(3) Ebenda, 13. Zeile von unten

Zu den Fotos
Foto 1: Hesekiels Rad von Schwarzrheindorf. Fotocollage. Farblich verfremdet.
Kontrastverstärkt zur besseren Sichtbarkeit der Details. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 2: »St. Maria und Clemens«, Schwarzrheindorf, um 1900. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein (Anmerkung: Nach meinen Recherchen entstand das Foto definitiv vor 1910, vermutlich um die Jahrhundertwende.)
Foto 3: »Hesekiels Rad« nach der Restaurierung. Farblich verändert und kontrastverstärkt zur
Hervorhebung der Details. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 4: »Hesekiels Rad« nach der Restaurierung. Farblich verändert und kontrastverstärkt zur
Hervorhebung der Details. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 5: »Hesekiels Rad« vor der Restaurierung (Skizze Christian Hohe). Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 6: »Hesekiels Rad« nach der Restaurierung. Farblich verändert und kontrastverstärkt zur Hervorhebung der Details. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Gestalt in »Hesekiels Rad« (Skizze Christian Hohe, Ausschnitt). Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 8: Noch einmal das EINE Rad Hesekiels in vier Variationen (zur Hervorhebung der sonst schwer zu erkennenden Einzelheiten!)Foto Archiv Walter-Jörg Langbein 

540. »Hesekiel, Gilgamesch und Pfeile Gottes«,
Teil 540 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 24. Mai 2020


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Sonntag, 10. Mai 2020

538. »Die Herrlichkeit des Herrn«

Teil 538 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Nehmen wir an, vor mehr als zweieinhalb Jahrtausenden hatte jemand Begegnungen mit etwas Unfassbarem. Das geschah etwas, das war für unseren Zeugen zu fantastisch, um es wirklich zutreffend in Worte zu fassen. Was unser Zeuge gesehen hat, er konnte es nicht begreifen. Er konnte nur versuchen, das Geschehene zu umschreiben. Er wählte Bilder aus seiner alltäglichen Umwelt. So entstand so etwas wie ein Bild in Worten, wie eine Collage, die bizarr werden musste. Hesekiel (Ezechiel) schreibt (1):

Foto 1: Was sah der biblische Hesekiel? (Bibelillustration)

»Vers 4: Und ich sah, und siehe, es kam ein ungestümer Wind von Norden her, eine mächtige Wolke und loderndes Feuer, und Glanz war rings um sie her, und mitten im Feuer war es wie blinkendes Kupfer. Vers 5: Und mitten darin war etwas wie vier Wesen; die waren anzusehen wie Menschen. Vers 6: Und jedes von ihnen hatte vier Angesichter und vier Flügel. Vers 7: Und ihre Beine standen gerade, und ihre Füße waren wie Hufe von Stieren und glänzten wie blinkende, glatte Bronze.

Vers 8: Und sie hatten Menschenhände unter ihren Flügeln an ihren vier Seiten; die vier hatten Angesichter und Flügel. Vers 9: Ihre Flügel berührten einer den andern. Und wenn sie gingen, brauchten sie sich nicht umzuwenden; immer gingen sie in der Richtung eines ihrer Angesichter. Vers 10: Ihre Angesichter waren vorn gleich einem Menschen und zur rechten Seite gleich einem Löwen bei allen vieren und zur linken Seite gleich einem Stier bei allen vieren und hinten gleich einem Adler bei allen vieren. Vers 11: Und ihre Flügel waren nach oben hin ausgespannt; je zwei Flügel berührten einander, und mit zwei Flügeln bedeckten sie ihren Leib.«

Foto 2: Hesekielvision
(Raphael, frühes 16. Jahrhundert)

Wer war »unser« Zeuge? War es Hesekiel selbst, den wir als einen der Verfasser eines Texte kennen, den wir im »Alten Testament« finden? Oder konnte Hesekiel auf eine ältere Überlieferung zurückgreifen, in der Unbegreifbares beschrieben wurde? Übernahm Hesekiel eine sehr viel ältere Beschreibung, weil sie ihm geeignet schien, so etwas wie ein fantastisches Bild von Gott zu erschaffen? Hat Hesekiel seine Vorlage unverändert übernommen? Oder hat er sie bearbeitet?

Nach Luther vermeldet der Zeuge (2) »eine mächtige Wolke und loderndes Feuer«. In der »Elberfelder Bibel« erfahren wir im gleichen Vers mehr. Da lodert das Feuer nicht, da »zuckt es hin und her«. »Hoffnung für alle« wiederum lässt im gleichen Vers weder Feuer »lodern«, noch »hin und her zucken«. Stattdessen »schossen … Blitze aus ihr hervor«. In der »Zürcher Bibel« begegnen uns Bekannte: »eine grosse Wolke und flackerndes Feuer«. von einem hellen Schein umgeben und Blitze zuckten aus ihr. Die »Gute Nachricht Bibel« war die Wolke »von einem hellen Schein umgeben und Blitze zuckten aus ihr«.

Foto 3: Hesekiel als Motiv von Ikonen

Konsultieren wir die »Einheitsübersetzung 2016«. Wieder könnte die Beobachtung von einem anderen Zeugen stammen, der zwar auch eine »große Wolke« beobachtet hat, aber »ein unaufhörlich aufflammendes Feuer, umgeben von einem hellen Schein«. Die »Neue evangelistische Übersetzung« bemerkte der Zeuge – wieder ein anderer? - »ein zusammengeballtes Feuer, das von einem strahlenden Glanz umgeben war«. Nun ziehe ich noch die »English Standard Version« heran (3) und übersetze aus dem Englischen ins Deutsche: »Als ich hinschaute, siehe, kam ein stürmischer Wind aus dem Norden und eine große Wolke mit Helligkeit um sie herum, und Feuer blitzte ununterbrochen und mitten im Feuer auf, als wäre es glänzendes Metall.«

Was aber wurde beschrieben? Was kam da von Norden her? Der allgegenwärtige Gott jedenfalls kommt nach unserem heutigen christlichen Verständnis von nirgendwo her, einfach weil er überall ist. Lesen wir die verschiedenen Übersetzungen unvoreingenommen, dann begegnet uns etwas Störendes. Da ist immer von Metall die Rede (4): »Und mitten darin war etwas wie vier Wesen; die waren anzusehen wie Menschen.« Wenn da etwas irgendwie »Göttliches« abgebraust kam, aus dem es irgendwie leuchtete und blitze, wer oder was waren dann die »vier Wesen«, die wie Menschen anzusehen waren? Jedes dieser vier Wesen hatte wiederum vier Gesichter und vier Flügel.

Wenn wir die verschiedenen Textversionen lesen und vergleichen, so drängt sich der Eindruck auf, dass die Übersetzer nicht wirklich wussten, was der Zeuge – Hesekiel? – beobachtet und beschrieben hat. Notgedrungen stochern sie ein wenig im Nebel herum, denn der Verfasser des ursprünglichen Textes hat offensichtlich selbst nicht so recht begriffen, was er da gesehen hat.


Foto 4: Josef Blumrich und
Hesekiels Raumschiff.

Nach NASA-Ingenieur Josef Blumrich hatte das von Hesekiel beschriebene Flugobjekt einen atomar betriebenen »Raketenantrieb« für Flüge aus dem Erdorbit zur Erde. Im erdnahen Raum konnten vier Helikopter-Einheiten eingesetzt werden.

Stellen wir uns vor, Hesekiel habe vor zweieinhalb Jahrtausenden ein Zubringerraumschiff gesehen, das zwischen einer Orbitalstation und der Erde pendelte. Wir können davon ausgehen, dass eine solche Begegnung für Hesekiel damals ein höchst ungewöhnliches, nicht begreifbares Ereignis war. So kann er (oder wer auch immer Zeuge war) nur versuchen, mit seinen sprachlichen Mitteln dieses Ding, das da vom Himmel kam, zu beschreiben. Er musste Ausdrücke seiner Zeit verwenden, in der es Begriffe wie »Raketenantrieb«, »Atomreaktor« oder »Hubschraubereinheit mit Rotoren« nicht gab.

Wenn Hesekiel, bleiben wir bei der Annahme, so ein Zubringerraumschiff sah, dann sind Theologen die Letzten, die das zu erkennen vermögen. Wenn jemand dazu in der Lage ist, hinter den Umschreibungen des Hesekiel die technische Realität wahrzunehmen, dann ist das ein NASA-Mann wie Josef Blumrich. Ich darf auf ein Interview zurückgreifen, das ich mit Josef Blumrich führte.

Frage: »Herr Blumrich, wie kamen Sie eigentlich dazu, in dem Bibeltext Hesekiels die Beschreibung eines Raumschiffes zu sehen?«

Blumrich: »Aus meinen Kenntnissen im Flugzeugbau und dem Bau von Großraketen. Als ich Dänikens »Erinnerungen an die Zukunft« las, da hielt ich solche Theorien noch für vollkommen unrichtig und fantastisch. Von Däniken schreibt jedoch in seinem Buch ausführlich über die Erlebnisse des Propheten Hesekiel, und ich wollte seine Behauptung, der Prophet habe Raumschiffe gesehen, mit meinem technischen Wissen widerlegen. Das Ergebnis kennen Sie: Ich habe mich selbst von der Richtigkeit der Astronautentheorie überzeugt und auch noch ein Buch geschrieben.«

Frage: »Was halten Sie allgemein von der Theorie, dass einmal in der Vergangenheit – oder vielleicht auch mehrmals – Astronauten auf der Erde landeten und Kontakt mit Menschen aufnahmen?«

Blumrich: »Wenn man einmal weiß, worüber der Prophet berichtet, dann ist man zutiefst beeindruckt von der Genauigkeit der Darstellung des Hesekiel wie auch von der Tatsache, dass er sich nirgends und in keinem Falle widerspricht. Die Schlussfolgerung, dass er tatsächlich Raumschiffe und deren Besatzung gesehen hat, ist zwingend und deshalb unabweisbar und deshalb auch keine Ersatzerklärung, wie ja manchmal behauptet wird.«

Foto 5: Die vier Helikoptereinheiten nach
NASA-Ingenieur Josef Blumrich.


Stellen wir uns vor, Hesekiel erlebte die Landung eines Zubringerraumschiffs. Vier Hubschraubereinheiten rauschten, kamen schließlich zum Stillstand. Wie konnte Hesekiel die technischen Einzelheiten in Worte fassen? Jedes der vier Helikopterelemente hatte vier Rotorblätter. Das ganze Ding konnte fliegen, waren diese vier Dinger dann nicht Flügel? Und wenn an den Helikoptereinheiten mechanische Greifarme angebracht waren, dann kann das vor rund zweieinhalb Jahrtausenden für Hesekiel so ausgesehen haben, als stünden da vier Wesen mit Flügeln und Armen darunter. Das große Ding, das von Norden durch die Lüfte kam, musste es nicht mit dem allmächtigen Gott zu tun haben?

Stellen wir uns vor, dass das fliegende Etwas zur Landung ansetzte. Der Raketenantrieb glühte, die Rotoren der Hubschraubereinheiten machten mächtig Lärm (5): » Und ich hörte ihre Flügel rauschen wie große Wasser, wie die Stimme des Allmächtigen, wenn sie gingen, ein Getöse wie in einem Heerlager.« Schließlich stand das Ding. Hesekiel (oder wer auch immer der ursprüngliche Beobachter gewesen sein mag) notierte (6): »Und ihre Flügel waren nach oben hin ausgespannt; je zwei Flügel berührten einander, und mit zwei Flügeln bedeckten sie ihren Leib.«

Foto 6: Blumrichs Werk
Dieses fliegende Ding muss großen, ja gewaltigen Eindruck auf Hesekiel gemacht haben. Kein Mensch konnte so etwas gebaut haben. Musste Hesekiel das Ding nicht für etwas Göttliches halten? Er schreibt (7): »So war die Herrlichkeit des HERRN anzusehen. Und als ich sie gesehen hatte, fiel ich auf mein Angesicht und hörte einen reden.« Immer wieder verwendet Hesekiel diesen Ausdruck. So schildert er bei einer späteren Begegnung mit dem Ding (8): »Und ich machte mich auf und ging hinaus in die Ebene; und siehe, dort stand die Herrlichkeit des HERRN, wie ich sie am Fluss Kebar gesehen hatte; und ich fiel nieder auf mein Angesicht.«

Raumfahrtpionier Prof. Eugen Sänger stellte schon 1958 in seinem Werk »Raumfahrt« (9) Überlegungen über Wesen von anderen Sternen an, die unsere Erde in der Vergangenheit besucht haben könnten. Er schreibt (10): »Der Wunsch, nach den Sternen zu greifen, ist so alt wie die Menschheit selber ... Der Gedanke der Raumfahrt erscheint daher am frühesten schon in der prähistorischen Menschheitsperiode in den Göttermythen und Sagen.«

Entstand der Wunsch nach Raumfahrt aus Mythen der Vorzeit und aus alten heiligen Büchern der Völker, weil die Menschen davon träumten, in die Tiefen des Alls vorzudringen? Wurden schon vor Jahrtausenden fiktive »Raumfahrergeschichten« formuliert? Prof. Sänger hält das für unwahrscheinlich. Er geht vielmehr von Erinnerungen an reale Ereignisse aus (11):

»Es erscheint uns heute fast wahrscheinlicher, dass unsere Vorfahren diese Vorstellungen aus realen Erfahrungen bei der Begegnung mit prähistorischen Besuchern aus dem Weltraum erwarben, als dass eine ans Unglaubwürdige grenzende Zukunftsschau sie ihnen schon vor Jahrtausenden auf wunderbare Weise geoffenbart hätte.« Der Raumfahrtpionier betonte vor einem halben Jahrhundert, dass entsprechende Hinweise nicht etwa nur bei einzelnen Völkern oder Religionen vorkommen, »sondern praktisch bei allen Völkern der Erde in sehr ähnlicher Weise auftauchen«.


Fußnoten
(1) Hesekiel Kapitel 1, Verse 4-11 (Lutherbibel 2017)
(2) Ebenda, Vers 4
(3) »As I looked, behold, a stormy wind came out of the north, and a great cloud, with brightness around it, and fire flashing forth continually, and in the midst of the fire, as it were gleaming metal.«
(4) Hesekiel Kapitel 1, Vers 5 (Lutherbibel 2017)
(5) Ebenda, Vers 24
(6) Ebenda, Vers 11
(7) Ebenda, Kapitel 28
(8) Hesekiel, Kapitel 3, Vers 23
(9) Sänger, Eugen: »Raumfahrt – technische Überwindung des Krieges«, Hamburg 1958
(10) Ebenda, S. 124 und S. 125
(11) Ebenda, S. 124

Zu den Fotos
Foto 1: Was sah der biblische Hesekiel? (Bibelillustration).
Foto 2: Hesekielvision (Raphael, frühes 16. Jahrhundert).
Foto 3: Hesekiel als Motiv von Ikonen.
Foto 4: Josef Blumrich und Hesekiels Raumschiff.
Foto 5: Die vier Helikoptereinheiten nach NASA-Ingenieur Josef Blumrich.
Foto 6: Blumrichs Werk.

539. »Hesekiel sah das Rad«,
Teil 539 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 17. Mai 2020

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Dienstag, 5. Mai 2020

Maskenball im Garten Picker

Endlich, endlich, endlich!

Heute Morgen, pünktlich um 10.00 Uhr öffneten Angelika und Berthold Picker ihren Garten in der Eschwiese 2, Borken-Weseke. Selbstverständlich waren alle Vorschriften erfüllt, die Besucher und  Mitarbeiter trugen Masken, was der guten Stimmung keinen Abbruch tat. Der Garten ist Balsam für die Seele und etwas davon konnte ich als Sommerblumen und Fotos mit nach Hause nehmen.
Lassen Sie sich verzaubern:






















Bevor ich es vergesse: Den passenden Mord zum Garten gibt es selbstverständlich auch!




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Sonntag, 3. Mai 2020

537. »Sechzig Myriaden Meilen und fünfhundert Jahresreisen höher«

Teil 537 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Hesekiels Vision von der fliegenden
»Herrlichkeit des Herrn«. Lutherbibel 1545.

Erich von Däniken (*14. April 1935) schrieb vor über einem halben Jahrhundert in seinem ersten Weltbestseller »Erinnerungen an die Zukunft« (1): »Der Mensch hat eine grandiose Zukunft vor sich, die seine grandiose Vergangenheit noch überbieten wird. Wir brauchen Weltraumforschung und Zukunftsforschung und den Mut, unmöglich erscheinende Projekte anzupacken. Zum Beispiel das Projekt einer konzentrierten Vergangenheitsforschung, das uns kostbare Erinnerungen an die Zukunft bringen kann. Erinnerungen, die dann bewiesen sein werden und ohne den Appell, an sie glauben zu sollen, die Menschheitsgeschichte erhellen. Zum Segen künftiger Generationen.«

Meiner Meinung nach kann nur ein Miteinander unterschiedlichster Wissenschaftsdisziplinen der Schlüssel zu den ältesten Mythen der Menschheit sein. Wissenschaftler haben im Verlauf der Jahrhunderte so viel Wissen angesammelt, dass es den klassischen Universalgelehrten von einst nicht mehr geben kann. Eine immer stärker werdende Spezialisierung ist die Folge. Fachübergreifende Forschung gibt es so gut wie nicht mehr. Wir sind aber nur dann dazu in der Lage, die altehrwürdigen Texte zu verstehen, wenn wir möglichst viele Interpretationen berücksichtigen. Bietet ein Text Philosophisches oder Technisches? Ein Philosoph kann die Bauanleitung für eine Maschine durchaus philosophisch verstehen und deuten, wahrscheinlich aber nicht rekonstruieren.

Wer meint, die Wahrheit schlechthin erkannt zu haben, der wird in allen Texten unserer Vorfahren nur Bestätigungen seiner vermeintlich wissenschaftlich fundierten Vorurteile finden. Wirklich revolutionär neuartige Gedanken haben es dann sehr schwer. Nobelpreisträger Max Planck (*1858; †1947) brachte es auf den Punkt: »Neue Ideen setzen sich nicht dadurch durch, dass ihre Gegner überzeugt werden und sich als belehrt erklären, sondern dadurch, dass sie aussterben!« Etwas schneller könnten sich neue Ideen durchsetzen, wenn  Vertreter unterschiedlichster Wissenschaftsdisziplinen zusammen arbeiten würden.

Kehren wir noch einmal zum mysteriösen Text zurück, der uns eine Begegnung zwischen Hiram und Hesekiel hoch in himmlischen Gefilden beschreibt (2): »Als Hiram auf diese Weise über der Erde schwebte, da nahm er in seinem leeren Wahn, er wäre er dem Rest der Menschen überlegen, plötzlich den Propheten Hesekiel neben sich wahr. Erschrocken und erstaunt fragte Hiram den Propheten, wie er denn in jene Höhen aufgestiegen sei. Die Antwort war: ›Gott hat mich hierher gebracht, und er hat mich gebeten, dich zu fragen, warum du so stolz bist, der du von einer Frau geboren wurdest?‹ Der König von Tyrus antwortete trotzig: ›Ich bin nicht von einer Frau geboren, ich lebe für immer.‹ Seht, wie viele Könige ich überlebt habe! Einundzwanzig aus dem Hause David und ebenso viele aus dem Königreich der Zehn Stämme und nicht weniger als fünfzig Propheten und zehn Hohepriester habe ich begraben.‹«

Hesekiel wird in den »Legenden der Juden« von Gott hoch empor getragen. Wie das geschehen ist? War ein Naturphänomen verantwortlich? Die Antwort in fällt den »Legends of the Jews« kurz und bündig aus (3): »Er war dorthin von einem Wind geweht worden.« Hesekiel selbst kommt zu Wort: »Gott hat mich hierher gebracht.«

Micha Josef bin Gorion (*1865; †1921), ursprünglich Micha Josef Berdyczewski, war ein bedeutender hebräischer Schriftsteller und eifriger Sammler rabbinischer Legenden und Sagen. Er trug eine Fülle von altehrwürdigen Überlieferungen zusammen. In deutscher Übersetzung erschien das Mammutwerk unter dem Titel »Die Sagen der Juden« (4) in insgesamt fünf Bänden: »Von der Urzeit : jüdische Sagen und Mythen« (Band 1, 1913), »Die Erzväter : jüdische Sagen und Mythen« (Band 2, 1914), »Die zwölf Stämme: jüdische Sagen und Mythen« (Band 3, 1919), »Mose : jüdische Sagen und Mythen« (Band 4,1926) und »Juda und Israel: jüdische Sagen und Mythen« (Band 5, 1927).

Hesekiel, so erfahren wir aus den »Legends of the Jews«, wurde von Gott in luftige Höhen gebracht. Micha Josef bin Gorions Textkonvolut enthält das Kapitel (5) »XX. In den Himmlischen Hallen«. In den Unterkapiteln »Die Himmelfahrt«, »Abermals von der Himmelfahrt« und »Der Zug durch die sieben Gewölbe« wird von Moses »Himmelfahrten« berichtet. In den »Legenden der Juden« begegnen sich Hesekiel und Hiram in himmlischen Gefilden, in bin Gorions »Sagen der Juden« ist es Moses, der in himmlischen Regionen auf »Chefengel Kamuel« trifft (6): »Als Mose zum Himmel emporstieg, da kam eine Wolke ihm entgegen, und Mose wußte nicht, ob er sich auf sie schwingen sollte oder sich nur mit den Händen an ihr festhalten. Sie öffnete sich aber, und er kam in ihr Inneres. Und die Wolke trug den Mann Gottes mit sich fort, und er durchstreifte die Feste des Himmels. Da begegnete ihm der Engel Kamuel, welcher das Haupt der zwölftausend Schreckensengel war, die die Tore des Himmels bewachen.«

Foto 2: Moses und die Gesetzestafeln.

Leicht wird Moses die Himmelsreise zu Gott nicht gemacht. Die Engel wollen ihn nicht in die höchsten Gefilde vorlassen. So muss Moses zunächst »Chefengel Kamuel« (zu Deutsch etwa »Gott ist mein Ziel«) besiegen, bevor er nach einer wahrhaft kosmischen Reise dem nächsten Engel begegnet (7): »Da kam er an die Stätte, wo der Engel Hadarniel weilt, der um sechzig Myriaden Meilen höher ist als sein Genosse Kamuel.« Diese Distanz muss den unbekannten Urheber des alten Textes sehr beeindruckt haben. Er nennt die »sechzig Myriaden Meilen« zwei Mal.

Auch Hadarniel war Moses alles andere als zugetan. Hadarniel, zu Deutsch etwa »die Majestät Gottes«, »die Größe und Stärke Gottes«, (8) »aus dessen Munde blitze sprühen, wenn er spricht … sprach zu Mose: ›Was suchst du hier, in der Sphäre der Hoheit?‹« Erst auf Intervention Gottes hin erhält Moses Hilfe von Hadarniel. Der »Engel der Liebe führt Moses bis an die »Feuerstätte« des Engels Sandelphon, weiter darf er nicht aufsteigen.

Foto 3: Moses wird von Engeln am Aufstieg
in höhere Sphären gehindert.

Schließlich erscheint Gott selbst und »führte Mose durch die Region des Sandelphon«, der auch als »Gärtner Gottes« bezeichnet wird. Nach Überwindung des »Feuerstroms Rigion« kommt Moses dem Thron Gottes hoch oben im Himmel immer näher. Engel Galizur (»Offenbarer des Felsens«) und schließlich die »Würgengel« können Moses nichts anhaben, weil Gott ihn schützt. Endlich steht Moses vor dem Thron Gottes. Vierzig Tage benötigt Gott, um Moses seine Lehre, vor allem seine Vorschriften und Gebote, zu vermitteln.

Der Gott des biblischen »Alten Testaments« fährt vom Himmel herab (9), kommt auf einem Berg (vermutlich auf dem Berg Sinai) hernieder und heiligt so das Areal. Dadurch wird das Gebiet der Gotteslandung zur Tabuzone, die das Volk nicht betreten darf. Ein eigens errichteter Schutzzaun hält die Menschen davon ab, Moses zum »Landeplatz« Gottes zu folgen. Offenbar war es für zu nah Stehende Menschen lebensgefährlich, wenn Gott aus himmlischen Gefilden unter brausendem Getöse und Feuer und Rauch vom Himmel herab auf den Berg kam. Das Szenario muss für die Menschen damals ganz sicher furchteinflößend gewesen sein (10):

»Als nun der dritte Tag kam und es Morgen ward, da erhob sich ein Donnern und Blitzen und eine dichte Wolke auf dem Berge und der Ton einer sehr starken Posaune. Das ganze Volk aber, das im Lager war, erschrak. Und Mose führte das Volk aus dem Lager Gott entgegen, und es trat unten an den Berg. Der ganze Berg Sinai aber rauchte, weil der HERR auf den Berg herabfuhr im Feuer; und sein Rauch stieg auf wie der Rauch von einem Schmelzofen, und der ganze Berg bebte sehr.«

Moses steigt nach dem Text des »Alten Testaments« den »Heiligen Berg« hinauf, Gott kommt in einer Wolke hernieder und trifft sich mit Moses. Hoch oben auf dem Berg händigt Gott Moses die Gesetzestafeln aus. Er soll dem Volk übermitteln, welche göttlichen Gebote in Zukunft zu befolgen sind. In den »Sagen der Juden«, gesammelt und aufgezeichnet von Micha Josef bin Gorion, macht sich Moses auch auf den Weg und beginnt den Berg zu erklimmen. Dann aber kommt ihm von oben eine »Wolke« entgegen. Die »Wolke« öffnet sich und nimmt Moses in sich auf. Die »Wolke« ist es offenbar, die Moses in ihrem Inneren in höchste himmlische Höhen zu Gott entführt. Dort trichtert ihm Gott vierzig Tage lang seine Gebote und Verbote ein.

Offensichtlich legt Moses gigantische Strecken zurück. So bekundet er (11): »Und dann sah ich noch den Sandelphon, der einen Weg von fünfhundert Jahresreisen höher ist als Hadarniel.« Offensichtlich absolviert Moses in den »Legenden der Juden« nach Micha Josef bin Gorin weite Reisen. Aber wohin? Zu »Gott« ins All? In die himmlischen Gefilde der Engel, die oft unvorstellbar weit von der Erde entfernt zu sein scheinen? Die diversen »Engel« scheinen als »Wächter des Himmels« zu fungieren, die darauf achten, dass niemand von der Erde aus in himmlische Gefilde vorzudringen versucht. Gott selbst freilich darf Menschen in den Himmel holen, womit mit »Himmel« nicht im christlichen Sinne das Jenseits gemeint ist. Ein Reich der Dahingeschiedenen in himmlischen Sphären war zu Zeiten des »Alten Testaments« vollkommen unbekannt.

Foto 4: Engel wirken als »Wächter des Himmels«.

Fußnoten
(1) Däniken, Erich von: »Erinnerungen an die Zukunft – Ungelöste Rätsel der Vergangenheit«, Düsseldorf und Wien, 1968, Seite 221
(2) Ginzberg, Louis: »The Legends of the Jews«, Band 4, »From Joshua to Esther«, Taschenbuchausgabe, Baltimore 1998, Seite 335, 12. Zeile von unten – S. 336, 2. Zeile von oben.
(3) Ebenda, Seite 335, 9. Zeile von unten: »He had been waved thither by a wind.«
(4) Gorion, Micha Josef bin: »Die Sagen der Juden«, ins Deutsche übertragen von Ramberg-Berdyczewsky, Rahel, Frankfurt a. M. 1913–1927
(5) Gorion, Micha Josef bin:  »Mose: jüdische Sagen und Mythen«, Band 4, Frankfurt 1926, S. 239-255
(6) Ebenda, Seite 239, 1.-9. Zeile von oben (Rechtschreibung wurde unverändert übernommen.)
(7) Ebenda, 3.-1. Zeile von unten
(8) Ebenda, 1.-3. Zeile von oben
(9) 2. Buch Mose 19, Verse 1-25
(10) Ebenda, Verse 16-18
(11) Gorion, Micha Josef bin:  »Mose: jüdische Sagen und Mythen«, Band 4, Frankfurt 1926, S. 243, 7.-9. Zeile von oben

Foto 5: Hesekiels Vision von der fliegenden
»Herrlichkeit des Herrn«. Lutherbibel 1545.


Zu den Fotos
Foto 1: Hesekiels Vision von der fliegenden »Herrlichkeit des Herrn«. Lutherbibel 1545. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Moses und die Gesetzestafeln. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Moses wird von Engeln am Aufstieg in höhere Sphären gehindert. Foto: Cheruben, Italien, 12. Jahrhundert. Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Engel wirken als »Wächter des Himmels«. Foto: Chruben, Italien, 12. Jahrhundert. Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Hesekiels Vision von der fliegenden »Herrlichkeit des Herrn«. Lutherbibel 1545. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein

538. »Die Herrlichkeit des Herrn«,
Teil 538 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 10. Mai 2020


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