Freitag, 4. Oktober 2013

BKH Bayreuth: »Aus den Menschen werden hier Pflanzen gemacht« - in memoriam Waldemar V.


Waldemar V.
geb. am 8.3.1978 in Aktjubinsk/Kasachstan
gest. am 29.8.2011 in der Forensik im BKH Bayreuth 

»Mama, ich habe einen großen Fehler gemacht, was ich angerichtet habe! Ich befürchte, dass ich nach dem Gericht im Krankenhaus weiter gelassen werde. Es gibt eine solche Vorschrift § 63, bei deren Anwendung der Mensch nicht im Gefängnis sitzen muss und nicht schuldig gesprochen wird, sondern als seelisch krank und deswegen als nicht verantwortlich für seine Handlungen eingestuft wird. Dann bedeutet dies alles den Tod – die solchen Menschen bleiben hier von fünf bis zu mehr als zehn Jahre, 15 Jahre. Dazu gibt es keine Grenzen und die Ärzte sind hier wie Götter. Mütterchen, falls Du mit meinem Anwalt gesprochen hast und Sie beide entschieden haben, mich im Krankenhaus zu lassen, bedeutet dies einen großen Fehler. Ich schwöre dies in Gottesnamen. Die Menschen, die hier liegen, kehren selten nach Hause zurück. Dies habe ich persönlich von ihnen in meinen Gesprächen erfahren. Für die Ärzte ist es vorteilhaft und günstig, wenn die Patienten hier lange Zeit bleiben. Glaub mir dies um Gottes willen und um meines Kindes willen. Für mich ist es besser, wenn ich die genau festgelegte Zeit im Gefängnis sitzen werde. Ich werde dann nach der genau bestimmten Zeit freigelassen und nicht unklar wann.«

Elisabeth V.
Am 25. August 2011 schrieb der damals 33-jährige Russlanddeutsche Waldemar V. einen verzweifelten Hilferuf an seine in Bamberg lebende Mutter Elisabeth. Er tat dies über zwei handschriftlich in russischer Sprache verfasste Seiten, die später von seiner Mutter ins Deutsche übertragen wurden. Nie, so wünscht sich die verzweifelte Frau, soll die tragische Geschichte ihres Sohnes vergessen werden, der nur wenige Tage später, am 29. August 2011, auf der Station FP3 der Bayreuther Forensik erhängt aufgefunden wurde.

Wie es so weit kommen konnte, dass Waldemar seine Ehefrau im Zuge eines Streits mit einem Küchenmesser am Arm verletzte, kann seine Mutter sich selbst nicht recht erklären: »Mein Sohn war doch nie krank! Aber er wurde immer verzweifelter in dieser Ehe, die haben sich einfach nicht mehr verstanden!«, erklärt sie in gebrochenem Deutsch. Die ganze Geschichte zu erzählen fällt ihr nicht nur der Sprachprobleme wegen schwer. Immer wieder wird sie von Weinkrämpfen geschüttelt, sodass allzu detailliertes Nachfragen unanständig erscheint: Die kleine, freundliche Frau wird das schreckliche Ende ihres Sohnes nie mehr verwinden.

Kennengelernt hatten sich Waldemar und Irina 1999, damals noch in Kasachstan lebend, wo beide im Jahr 2000 heirateten. 2001 wanderte Elisabeth V. zusammen mit Waldemar, dessen Schwester und deren Familie nach Deutschland aus, Irina folgte 2002 nach, 2004 wurde die gemeinsame Tochter geboren.

Ab 2008 kommt es mehr und mehr zu Meinungsverschiedenheiten, ab Oktober 2010 wird Waldemar zunehmend depressiv, ab März 2011 kommt es in der Folge zu Realitätsverkennungen. Bald darauf hält ihn seine Frau davon ab, sich von einer Bahnhofstreppe auf die Gleise zu stürzen. Anschließend verschreibt ihm die Hausärztin Tabletten gegen Depressionen und überweist ihn in das psychiatrische Klinikum am Michelsberg in Bamberg, wo er vom 24. April bis zum 3. Mai behandelt wird. Unter »Medikation bei der Entlassung« wird ein forensisches Gutachten später vermerken: »Valdoxan 25 mg abends (Antidepressivum)«.

Schon 20 Tage später, am 23. Mai, gipfelt die Ehekrise in einem folgenschweren Streit, der sich um das Umgangsrecht mit der inzwischen siebenjährigen Tochter dreht und in dessen Verlauf Waldemar Irina mit einem Messer verletzt, mit dem er sich anschließend selbst eine schwere Bauchverletzung zufügt. »Versuchter Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung« wird der Vorwurf gegen ihn lauten, der nach einer Zeit der Untersuchungshaft schließlich am 5. August zu V.s Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie des BKHs Bayreuth führen wird.





Als er das Blut (an ihr) gesehen habe, sei er auch geschockt gewesen, er habe das Messer umgedreht und sich dann selbst gestochen, gibt Irina bei der Polizeiinspektion Bamberg an. Die ehemalige Oberstaatsanwältin Gabriele Wolff lässt keinen Zweifel daran, dass sie den Vorwurf des versuchten Totschlags für falsch hält:

»Sollte ein solcher Versuch überhaupt stattgefunden haben, so ist Herr V. davon strafbefreiend zurückgetreten, als er nach der Armverletzung seiner Frau erschrocken freiwillig aufhörte und sich selbst verletzte.«

Ebenso kritisch sieht Wolff das Ergebnis des forensischen Gutachtens, das im Juli 2011 durch den Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie Pantelis A. erstattet wurde:

»Ganz falsch an dem Gutachten A. ist natürlich die Bejahung des § 63 StGB. Nicht mit einem Wort geht er auf Alternativen ein (Bewährungsauflage Therapie - Herr V. war therapiebereit, und mit der Behandlung der Grunderkrankung der schweren depressiven Episode mit psychotischen Symptomen - ICD-10 32.3 - wären auch die psychotischen Symptome verschwunden.«
Statt auf V.s Grundproblem der Depression einzugehen, konstatiert Gutachter A. abschließend eine
»paranoid-halluzinatorische Psychose, möglicherweise aus dem schizophrenen Formenkreis (Krankheitsbild mit Wahn- und Sinnestäuschungen, Erkrankungsgipfel 3. bis 4. Lebensjahrzehnt, uncharakteristisches Vorstadium mit Antriebs-, Affekt- und kognitiven Störungen, Auftreten von Wahnsymptomen bis hin zum systematischen Wahn) gemäß ICD-10 : F 20.0« (Gutachten Seite 44).

Im BKH Bayreuth schließlich, wo man ihn, A.s Diagnose folgend, mit dem atypischen Neuroleptikum Zyprexa gegen eine Psychose behandelt und seine Depression ignoriert, mag Waldemar V. den letzten Lebensmut verloren haben:
»Hier im Krankenhaus werden die Menschen und ihr Wille gebrochen. Aus den Menschen werden hier Pflanzen gemacht, ihnen werden starke Medikamente jahrelang verabreicht. Glaub mir, glaub mir bitte.« (Zitat aus dem Brief von Waldemar V.)

Am 29. August um 10:00 Uhr bittet Waldemar V. die diensthabende Ärztin Dr. K. um ein Gespräch. Diese vertröstet ihn auf einen späteren Zeitpunkt, da sie zuerst seine Krankenakte lesen müsse. Ist diese Zurückweisung für den in ein hoffnungsloses Umfeld geworfenen Depressiven der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt? Laut polizeilichem Ermittlungsbericht wird Waldemar V. noch am selben Tag um 11:50 Uhr erhängt im Badezimmer aufgefunden.

Gustl Mollath hat den ehemaligen Mitgefangenen als sehr ruhigen, kultivierten Menschen mit sehr guter Auffassungsgabe in Erinnerung, stellte jedoch im Rahmen seiner Zeugenaussage fest:

»dass Waldemar V. in der kurzen Zeit, in der er hier auf der FP 6 war, immer mehr depressiv wurde. [...] Ich kann letztendlich nicht beurteilen, was Waldemar V. bewogen hat, sich selbst das Leben zu nehmen. Da können viele Sachen zusammengekommen sein, die ich nicht weiß. Ich weiß aber, dass die Umstände hier auf der FP 6 - vom eigenen Erleben her - völlig katastrophal sind. Und ich bin auch sicher, dass dies der Waldemar V. so empfunden hat. Er war zunehmend entsetzt, wie hier mit Häftlingen umgegangen wird. Er hat auch mitbekommen, wie eine Frau Elke L. sozusagen in Isolationshaft genommen wurde, nur weil sie vermehrt nach einer Zigarette fragt.«

Auch auf andere Mitgefangene scheint Waldemar V. einen angenehmen Eindruck gemacht zu haben. So heißt es in der Zeugenaussage der Ärztin K.:
  
»Aufgefallen ist mir allerdings der Kontakt zur Mitpatientin Frau A. Diese stammt auch aus Kasachstan und führte mit Herrn V. seit der Aufnahme mehrere sehr lange Gespräche. Ich hatte auch die Vermutung, dass Frau A. verliebt in Herrn V. ist.«

Über das Ende der in der Zeugenaussage benannten Frau A. ist aus einem älteren Brief Gustl Mollaths Furchtbares zu erfahren: Schon am 8. Februar 2012 hatte er einen Unterstützer um die Veröffentlichung mehrerer Suizidfälle gebeten. In der von ihm erstellten Liste der Selbstmorde findet sich nicht nur Waldemar V., sondern auch Frau A. Gustl Mollath führte sie direkt unter Waldemar V. auf, mit der Anmerkung: »einige Tage später, an selber Aufknüpfstelle.« Auf Nachfrage bestätigt er, dass es sich tatsächlich um dieselbe Person, Frau Ludmilla A., handelt.
  
Aus einem Schreiben Gustl Mollaths vom 8. Februar 2012

Für Mutter Elisabeth V. ist der Tod ihres Sohnes auch über zwei Jahre später noch unfassbar. Sie macht sich schwere Vorwürfe, dass sie selbst Waldemars Unterbringung zugestimmt hatte:

»Ich habe doch gar nicht genau verstanden, worum es geht, sondern mich auf den Anwalt verlassen. Waldemar hat doch sein Kind geliebt, und seine Frau auch. Und um mich hat er sich immer rührend gekümmert. Er war nie krank, er war verzweifelt ...«

Schluchzend zeigt Elisabeth V. die Sporttrophäen ihres Sohnes. Sambo, die russische Variante des Judo, hatte es dem durchtrainierten jungen Mann angetan. Und auch seine Ausbildung zum Altenpfleger machte Fortschritte.

Selbstverständlich hatte Elisabeth V. über einen Anwalt Strafanzeige erstatten lassen. Das Verfahren wurde eingestellt. Die Feststellung »Selbstmord« reichte den Ermittlungsbehörden aus, um nicht weiter nach den Gründen hierfür zu forschen. Dafür, dass ihr diese Erklärung nicht genügte, fand Elisabeth V. kein Verständnis:

»Was wollen Sie denn, wen soll ich denn festnehmen?«, erkundigte sich ein genervter Angehöriger der Staatsanwaltschaft Bamberg, ehe er die alte Dame handgreiflich aus dem Zimmer schob. »Und sogar bedroht wurde ich, weil ich einfach nur wissen will, was mit meinem Waldemar passiert ist!«, berichtet sie schockiert und erzählt von einem anonymen Anruf, den sie vor einigen Wochen bekommen habe: »Wenn Du alte Kuh die Klappe nicht zumachst, dann kriegst Du Schwierigkeiten!«, habe eine männliche Stimme zu ihr gesagt.

Der Tod des Sohnes hat auch das Leben der Mutter zerstört. Was für Hoffnungen sie noch habe? »Dass aufgeklärt wird, warum Waldemar sterben musste. Und dass ich endlich meine kleine Enkelin wiedersehen darf. Ich bin doch ihre Oma, die Kleine ist alles, was mir von meinem Sohn geblieben ist ...«

Bericht: Ursula Prem

Danke an Gabriele Wolff für ihre juristische Auswertung


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Gerhard Strate
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Kommentare:

  1. Gustl Mollath ist wahrlich kein Einzelschicksal. Und das BKH Bayreuth ist nicht nur dort, es ist überall. Ursula Prem zieht detailgetreu an die Öffentlichkeit, was vor der Öffentlichkeit verheimlicht wird, - soweit die Sprache reicht. Größtmögliche Transparenz ist das schärfste Schwert gegen solche verkommenen Verhältnisse. Ich empfinde abgrundtiefe Verachtung. Und Ursula Prem gebührt größter Dank und allergrößte Hochachtung für ihre ausdauernde, so wichtige Arbeit.

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    1. Verselbstmordet werden Oppositionelle nicht nur in den Irrenanstalten, sondern auch ausserhalb. Das hat man mit Fritz Bauer, Karl Koch, Tron, Uwe Barschel, Kirsten Heisig, mit meinem Bruder Markus Bott gemacht. Ich bezweifel daß es das in anderen Ländern gibt, es sei denn die haben deutsche Ausbilder.

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    2. Die Psychiatrie steht nicht isoliert im System vom Staat und Gesellschaft, sondern erfüllt in diesem System eine "Aufgabe", die zum System insgesamt passt.

      Seit über sieben Jahren sitzt ein definitiv Unschuldiger in NRW in Haft, wegen eines Mordes, den er gar nicht begangen haben kann. Er bestritt vollständig bis zur Hauptverhandlung, lieferte dann ein "Geständnis" ab, das (auch nach Anicht des Gerichtes!) voller Unstimmigkeiten und Unplausibilitäten war.

      Warum er falsch gestand, lässt ein Zeitungsartikel aus der Prozessbeobachtung erahnen, in dem der psychiatrische Gutachter in seinem Strafverfahren zitiert wird:
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      "Und der sachverständige Gutachter begründete auch sogleich den Sinn seiner Worte: "Ich muss hier eine Empfehlung aussprechen, ob Ihre Tat nach Jugend- und Erwachsenenstrafrecht verurteilt wird."

      Und darauf zielt der Appell: Bekennt sich der 20-jährige Philipp J. zu der Tat in allen Einzelheiten, verzichtet er auf Ungereimheiten in seinen Aussagen, dann schließt das eine "Nachreife" nicht aus und macht die Anwendung des Jugendstrafrechtes möglich."

      http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-wetter-und-herdecke/sie-sind-nicht-der-als-der-sie-sich-verkaufen-id2035444.html#plx478155293
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      Es hat seine Gründe, dass ich einem Rufmord ohnegleichen ausgesetzt bin, denn ich habe Belege, die alles klarstellen, darum sollen mich alle für verrückt halten.

      Dabei müsste zumindest die Blogautorin hier wissen, was wie läuft, schließlich schrieb sie an anderer Stelle:
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      Schließen möchte ich diese Analyse mit einem Denkanstoß der besonderen Art:



      »Systematische Diskreditierung des öffentlichen Rufes, des Ansehens und des Prestiges auf der Grundlage miteinander verbundener wahrer, überprüfbarer und diskreditierender, sowie unwahrer, glaubhafter, nicht widerlegbarer und damit ebenfalls diskreditierender Angaben; [...]«


      – Zitat aus der Richtlinie Nr. 1/76 zur Entwicklung und Bearbeitung Operativer Vorgänge vom Januar 1976 des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR, betreffend die Zersetzung von Einzelpersonen –
      ---------------------------------------------------------------------------------

      Philip Jaworowski ist noch nicht tot. Er braucht Hilfe:


      http://die-volkszeitung.de/0-0-0-0-0-0-nadine-ostrowski-philipp-jaworowski/doppeltes-drosselkabel/000-DOPPELTES-DROSSELKABEL-BILDER.HTM

      http://apokalypse20xy.wordpress.com/staatsverbrechen-mordfall-nadine-ostrowski-falschverurteilung-philip-jaworowski-z-k-prof-henning-ernst-muller-prof-renate-volbert/schlagverletzungen-und-hautverfarbungen/

      Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka, United Anarchists

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  2. Die russische Zielführung der Sonderbehandlung der
    Pussy-Riot-Repräsentantin dürfte mit demselben
    Selbsterledigungs-Ergebnis liebäugeln.

    Russisch Roulette allenthalben auch in den
    deutschen total itären Heil-Kur-Psychiatrie-Kliniken.

    M. Balser

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  3. Ein Bekannter war in einer Psychiatrie, damit er auf ein neues Medikament eingestellt werden konnte. Während dieser Zeit haben sich mehrere Patienten das Leben genommen. Dies hat ihn sehr mitgenommen, da er sich um einen dieser Patienten gekümmert hat, da das Personal für diesen Mann keine Zeit hatte.

    Er teilte mir mit, dass die betroffenen Personen trotz Anfrage um Hilfe vom Personal ignoriert wurden und an diesen vorbei gingen.

    Für die nötige Hilfe scheint keine Zeit übrig zu sein, für ausreichend Personal kein Geld. Und gute Psychiater mit Empathie und Kompetenz gepaart gibt es wohl auch nicht zu oft.

    Denn aus seinen Erzählungen konnte ich ebenfalls entnehmen, wie arrogant sie mit ihm und den anderen Patienten umgegangen sind.

    Wen wundert es, dass sich ein Mann wie Enke das Leben nahm, zuvor jahrelang sein Leiden verheimlichte?

    Was haben wir daraus gelernt?

    Nicht genug, wenn Ärzte ihre Patienten abwertend behandeln. Auch das treibt Menschen in den Tod.

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    1. "Gute Psychiater" sind ein Widerspruch in sich. So etwas gibt es nicht. "Es gibt kein richtiges Leben im falschen," Adorno.

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    2. Personal das keine Zeit hat?.Ich war in einer Psychiatrie,da durfte das Personal Heimarbeiten mitbringen und während ihrer Dienstzeit erledigen. Die einzige Aufgabe des Personals war, die Medikamenteneinahme zu überwachen. Diese Psychiatrie liegt im schönen Südschwarzwald nahe der Stadt Achern und nennt sich Achertalklinik.

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  4. Es sollte endlich auf breiter Spur zur Kenntnis genommen werden, dass Staat und Gesellschaft nicht den Idealen entsprechen, die sie offiziell und lautstark für sich in Anspruch nehmen, dass in Wahrheit etwas ganz anderes läuft, wenn auch sehr gut kaschiert.

    Ignazio Silone sagte: "Der neue Faschismus wird nicht sdagen: "Ich bin der Faschismus!" Er wird sagen: "Ich bin der Anti-Faschismus!""

    Der Mann hat den Nagel auf den Kopf getroffen.

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  5. @Manfred Riebe: Auf die Veröffentlichung Ihres Kommentars musste ich leider vorerst verzichten, da Sie Waldemar V.s vollen Namen darin genannt haben. Natürlich haben Sie recht: Die Aufklärung ist einfacher, wenn die vollen Namen der Betroffenen bekannt sind. Andererseits sollten wir bedenken, dass Waldemar V. eine Tochter hinterlassen hat, die jetzt neun Jahre alt ist. Wir wissen nicht, in wieweit sie tagtäglich von der Geschichte belastet ist. Für sie würde die Situation durch eine Entscheidung zum Klarnamen mit Sicherheit nicht einfacher.

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  6. Valdoxan, ein Antidepressivum, vor dem ich nur warnen kann. Die Wirkung ist oberflächlich betrachtet beeindruckend. Ich bemerkte in mir eine innere Ruhe,wieder Schlafbedürnis, die aber plötzlich und unerwartet in Agression umschlug. Impulskontrolle unmöglich !
    Dieses Medikament ist aus meiner Sicht Auslöser der Tat von Waldemar.
    Ich bin sprachlos.

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  7. @schweinestaat: Danke für Ihren Kommentar. Bitte haben Sie Verständnis, dass ich ihn nicht veröffentlicht habe, da ich die von Ihnen geschilderten Vorgänge nicht mit eigenen Augen überprüfen kann.

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    1. Ich selbst war eine lange zeit dort und kann aus meiner erfahrung nichts rein gar nichts positives berichten. Es ist schrecklich für einen menschen dort der noch klar denken kann. Diese ärzte dort haben teilweise nicht mal die befugniss jemanden zu behandeln siehe frau rüneap...oder die pfleger haben diese berufsbezeichnung nich. Einmal verdient!!!

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  8. Ich darf alle Kommentatoren bitten, darauf zu achten, keine unbelegten Behauptungen gegen namentlich genannte Leute in den Raum zu stellen oder unsachliche Beleidigungen gegen wen auch immer hier zu posten: Die Arbeit ist verlorene Liebesmüh, da derartige Kommentare nicht on gehen. Da der Beitrag sich immerhin mit einem Todesfall befasst, ist er vollkommen ungeeignet zum Austragen persönlicher Fehden gegen wen auch immer. Und: Nein, in diesem Blog wird nicht "zensiert", denn Zensur ist eine Sache von Machthabern. In diesem Blog wird vielmehr das Hausrecht ausgeübt, das jedem Bürger das Recht gibt, selbst zu entscheiden, wem er Zugang zu seinem Wohnzimmer gewährt.

    In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern und Kommentatoren ein friedliches Wochenende!

    Ursula Prem

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  9. Sehr geehrte Frau Prem,

    in diesem Freitagsbuch verlieren Sie meiner Meinung nach die notwendige Distanz zu dem Fall.
    Wenn Sie z.B. schreiben "Immer wieder wird sie von Weinkrämpfen geschüttelt, sodass allzu detailliertes Nachfragen unanständig erscheint:" so möchte ich Sie an Frau CSD im Kachelmann-Prozess erinnern. Die konnte auch gut vor den Staatsanwälten weinen. Ich will der Mutter von Waldemar V. keinesfalls unterstellen das sie nicht trauert.
    Auch wenn die ehemalige Oberstaatsanwältin Gabriele Wolff keinen Zweifel daran lässt dass sie den Vorwurf des versuchten Totschlags für falsch hält: Fakt ist das Herr Waldemar V. seine Frau mit dem Messer verletzt hat.

    »Sollte ein solcher Versuch überhaupt stattgefunden haben, so ist Herr V. davon strafbefreiend zurückgetreten, als er nach der Armverletzung seiner Frau erschrocken freiwillig aufhörte und sich selbst verletzte.«
    Und wenn Frau Wolff der Meinung ist das der Angriff auf Frau V. nicht stattgefunden hat so ist das ihre Sache. Und wenn Sie auch der Meinung sind dann schreiben Sie das doch auch.
    Und was soll daran strafbefreiend sein wenn der Täter freiwillig aufhört und sich selbst verletzt?
    Hier sei noch einmal auf den Kachelmann-Prozess verwiesen, Frau CSD hatte nicht mal nachweisbare Verletzungen und Herr Kachelmann saß mehrere Monate in U-Haft.

    »Ganz falsch an dem Gutachten A. ist natürlich die Bejahung des § 63 StGB. Nicht mit einem Wort geht er auf Alternativen ein (Bewährungsauflage Therapie - Herr V. war therapiebereit, und mit der Behandlung der Grunderkrankung der schweren depressiven Episode mit psychotischen Symptomen - ICD-10 32.3 - wären auch die psychotischen Symptome verschwunden.«
    Ich bin mir sicher das Frau Wolff sich auch kein Urteil erlauben darf ob mit der Behandlung der "Grunderkrankung" auch die psychotischen Symptome verschwunden wären. Sie wiederum stellen diese Aussage von Frau Wolff kommentarlos in Ihren Blog.
    Zu Suizidfällen kann ich ihnen folgendes sagen: ich kenne mich nicht in Forensiken aus aber in Psychiatrischen Krankenhäusern kommen die immer wieder vor. Und die Öffentlichkeit wird davon nicht unterrichtet. Das schreibe ich als Insider.
    Mir ist unerklärlich warum Frau Elisabeth V. über einen Anwalt Strafanzeige erstatten lassen hat.
    Ihr Sohn hat den Freitod gewählt, aus welchen Grund auch immer.

    »Was wollen Sie denn, wen soll ich denn festnehmen?«, erkundigte sich ein genervter Angehöriger der Staatsanwaltschaft Bamberg, ehe er die alte Dame handgreiflich aus dem Zimmer schob. »Und sogar bedroht wurde ich, weil ich einfach nur wissen will, was mit meinem Waldemar passiert ist!«, berichtet sie schockiert und erzählt von einem anonymen Anruf, den sie vor einigen Wochen bekommen habe: »Wenn Du alte Kuh die Klappe nicht zumachst, dann kriegst Du Schwierigkeiten!«, habe eine männliche Stimme zu ihr gesagt.
    Haben Sie hier auch recherchiert? Woher wissen Sie das der Angehörige der Staatsanwaltschaft Bamberg genervt war? Woher wissen Sie das er Frau Elisabeth V. handgreiflich aus dem Zimmer schob?
    Zu dem anonymen Anruf will ich mich mal nicht lang äussern, es laufen genug Spinner herum. Dr. Leipziger will ja auch welche erhalten haben.
    Mir kommt die ganze Geschichte so vor als ob händeringend nach einem neuen Fall Mollath gesucht wird.

    MfG

    Deali

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    1. Hallo Deali, danke für Ihren Kommentar. Wenn Frau Wolff schreibt, dass sie den Vorwurf des versuchten Totschlags für falsch hält, so negiert sie damit nicht die geschehene Körperverletzung. Die ist unstrittig und wurde ja auch von Waldemar V. selbst eingeräumt. Die Frage ist, ob er in Tötungsabsicht gehandelt hat, was spätestens dann eben NICHT mehr der Fall war, als er das Messer stattdessen gegen sich selbst gerichtet hat. Hierin bestand eben der von Frau Wolff so bezeichnete strafbefreiende Rücktritt (von einer eventuellen Tötungsabsicht.)

      Wenn Sie, wie Sie schreiben, Frau V. "keinesfalls unterstellen, dass sie nicht trauert", dann tun Sie es doch am besten einfach nicht. Der Vergleich mit den Krokodilstränen einer offenkundigen Falschbeschuldigerin ist hier fehl am Platze. Mein Gespräch mit Frau V. war lange genug, um einen authentischen Eindruck zu gewinnen, den ich in meinem Artikel wiedergegeben habe.

      Warum ein junger, verzweifelter Mensch in staatlicher Obhut sterben musste, ist nach wie vor ungeklärt. Warum eine Ärztin lieber Akten lesen ging, statt auf einen der ihr Anvertrauten menschlich einzugehen, ist eine weitere Frage. Warum ein Gutachter eine offenkundige Depression unter den Tisch fallen ließ, erschließt sich dem Leser nicht. Warum ein Depressiver mit Zyprexa behandelt wurde, ist unklar. Die Hauptfrage jedoch ist, wozu eine Gesellschaft die forensische Psychiatrie in dieser unerträglich beliebigen Form überhaupt noch braucht.

      MfG

      Ursula Prem



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    2. "Die Hauptfrage jedoch ist, wozu eine Gesellschaft die forensische Psychiatrie in dieser unerträglich beliebigen Form überhaupt noch braucht."

      => Es ist falsch, von "einer Gesellschaft" zu reden. Wir haben nicht eine geschlossene Gesellschaft, sondern eine in vielerlei Hinsichten gespaltene Gesellschaft, im Grunde also mehrere Gesellschaften.

      Ein Teil dieser Gesellschaften will die forensische Psychiatrie ganz genau so, wie sie ist. Und zwar will das der mächtigere Teil der in Deutschland etablierten Gesellschaften, denn sonst hätten wir eine solche forensiche Psychiatrie ja gar nicht.

      Die forensische Psychiatrie mag einem bei näherem Hinsehen besonders schrecklich vorkommen - doch sie ist nur ein Teil eines Monsters, das in allen möglichen Bereichen und auf allen möglichen Ebenen vom selben Geist erfüllt ist wie die Psychiatrie und überall vor allem eines tut: Schaden anrichten.

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    3. @Deali

      Ich halte Ihren Kommentar für grenzwertigen Zynismus. Schämen Sie sich denn gar nicht, darüber herumzuraisonnieren, ob die Trauer der Mutter echt sei???
      A.B.

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    4. @A.B.
      Ich glaube wirklich das die Mutter extrem trauert! Das tut glaube ich jeder der ein Kind oder Partner verliert.
      Aber in diesem Artikel ist mir das zu theatralisch aufgesetzt. Frau Prem schreibt sonst nicht so.

      die verzweifelte Frau
      erklärt sie in gebrochenem Deutsch
      von Weinkrämpfen geschüttelt
      Die kleine, freundliche Frau
      Schluchzend zeigt Elisabeth V.
      berichtet sie schockiert

      Das ist der Ton der Bild-Zeitung

      MfG

      Deali

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    5. @Winfried Sobottka

      "Die forensische Psychiatrie mag einem bei näherem Hinsehen besonders schrecklich vorkommen - doch sie ist nur ein Teil eines Monsters, das in allen möglichen Bereichen und auf allen möglichen Ebenen vom selben Geist erfüllt ist wie die Psychiatrie und überall vor allem eines tut: Schaden anrichten."

      Aus meiner Sicht sind forensische Psychiatrie und Psychiatrie notwendige Einrichtungen in unserem Land.
      Die forensische Psychiatrie ist einzig und allein durch die Justiz verkommen. Statistisch gesehen dürfte es nicht solche Unterschiede wie z.B. zwischen Bayern und den anderen Bundesländern geben. Die Gutachter werden von der Justiz alimentiert.
      Aber wohin mit den seelisch Abartigen? Wollen Sie Leute wie den Heidemörder in eine JVA stecken? Es handelt sich hier um Kranke, nicht um Kriminelle.
      Trotzdem muss die Gesellschaft vor solchen Leuten geschützt werden. Und zu dieser Gesellschaft gehören auch die Insassen der JVA´s.
      Und weil im Staat (besonders in Bayern) einiges schief läuft landen dann solche Leute wie Gustl Mollath oder Waldemar V. in diesen Einrichtungen. Mollath wurde durch einen bösartigen Richter weggesperrt, Waldemar V. hat seinen schweren Fehler eingesehen! Beide sind durch Rosenkrieg in diese Situation geraten. Hier sollte die Justiz sensibler sein!

      MfG

      Deali

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    6. Deali, Sie zitieren, stichpunktartig konzentriert:

      »die verzweifelte Frau
      erklärt sie in gebrochenem Deutsch
      von Weinkrämpfen geschüttelt
      Die kleine, freundliche Frau
      Schluchzend zeigt Elisabeth V.
      berichtet sie schockiert«

      Mir ist Frau Ursula Prem als vorzüglich recherchierende, stets korrekt berichtende, nie übertreibende Journalistin bekannt. Daher gehe ich davon aus, dass sie die Reaktionen der trauernden Mutter auch vollkommen korrekt beschrieben hat. Und warum soll die verzweifelte Frau nicht so geschildert werden, wie sie Frau Prem begegnet ist? Die Mutter muss sich ihrer Trauer nicht schämen. Und ich danke Frau Prem dafür, dass sie die in meinen Augen vollkommen normale Verhaltensweise der Mutter so geschildert hat, wie sie das offensichtlich erlebt hat. Journalisten sollten sich an Frau Prems sensibler Herangehensweise ein Beispiel nehmen!

      Daran herum zu mäkeln halte ich für verfehlt.

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    7. @Deali - Sie schreiben: "Aus meiner Sicht sind forensische Psychiatrie und Psychiatrie notwendige Einrichtungen in unserem Land." und "Aber wohin mit den seelisch Abartigen?"

      Hierzu sage ich: Die Einteilung beispielsweise von Mördern in "normale" Mörder und "abartige" Mörder halte ich für vollkommen willkürlich und verfehlt, denn sie ist nichts als eine gesellschaftliche Übereinkunft. Im Windschatten einiger weniger krasser Fälle wird das Konzept der "Abartigkeit" dazu genutzt, immer mehr Menschen der Willkür von Medizinern auszusetzen, statt ihnen, wie es ganz selbstverständlich sein sollte, einen vollwertigen Anschluss an das Rechtssystem zu gewähren. Kein Mensch in diesem Lande sollte ein Krankenhaus als seinen dauernden Wohnsitz nennen müssen. So lange wir zulassen, dass Derartiges möglich ist, werden wir den blinden Fleck in unserem Rechtssystem (und nichts anderes ist die forensische Psychiatrie) nicht entfernt kriegen.

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    8. @UP
      Dann nennen wir die forensische Psychiatrie eben um und verlagern sie an andere Orte. Wie soll ihrer Meinung nach der Anschluss an das Rechtssystem aussehen?
      Möchten Sie mit jemandem in einer Zelle sitzen der Lust am Töten hat?

      Deali

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    9. @WalterJoergLangbein
      Ich lese die Artikel von Frau Prem auch extrem gerne. Jeden Freitag wieder!
      Nur diesmal habe ich mich sofort an einen Bericht in der Bild über den Serienmörder Honka erinnert: "dann nahm er einen tiefen Zug an seiner Zigarette Marke Chesterfield und sagte"
      Was tut es zur Sache das die Frau klein ist? Warum ist es wichtig zu wissen das sie gebrochen Deutsch spricht?

      Deali

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    10. @Deali: Umbenennen genügt nicht. Wir brauchen eine saubere Trennung zwischen Medizin und Rechtssystem. Ein psychiatrisches Gutachten stellt zumeist nichts als eine Behauptung dar und verrät oftmals mehr über seinen Ersteller, als über den Begutachteten. Sowas soll gerichtsfeste Beweiskraft haben? Hieraus ergibt sich dann ein nicht zu akzeptierender Zirkelschluss: Das Gericht fällt sein Urteil aufgrund des Gutachtens, der Gutachter aber lehnt jede Verantwortung ab, weil ja das Gericht für die Unterbringung zuständig ist.

      Meiner Ansicht nach hätte Waldemar V. als jemand, der eine Körperverletzung begangen hat, in ganz normaler Untersuchungshaft sitzen müssen. Mit Zugang zu ärztlicher Behandlung, wie sie jedem anderen Bürger auch gewährt wird, wenn er dies wünscht. In seinem Brief fleht er darum, seine Strafe lieber in einem Gefängnis absitzen zu wollen, aus gutem Grund: Dass die "psychiatrische Behandlung" eine Mogelpackung darstellt und "Menschen zu Pflanzen" degradiert, sie auf ein rein vegetatives Dasein reduziert, hatte der intelligente junge Mann längst verstanden.

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    11. @Deali:


      Sie schreiben: »Ich lese die Artikel von Frau Prem auch extrem gerne. Jeden Freitag wieder!
      Nur diesmal habe ich mich sofort an einen Bericht in der Bild über den Serienmörder Honka erinnert: "dann nahm er einen tiefen Zug an seiner Zigarette Marke Chesterfield und sagte"

      Was tut es zur Sache das die Frau klein ist? Warum ist es wichtig zu wissen das sie gebrochen Deutsch spricht?«

      Ihre »Einwände« lösen bei mir Befremden aus. Der Artikel von Frau Prem, deren Kolumne Sie ja so besonders schätzen wie Sie angeben, basiert auf einer Begegnung mit der Mutter von Waldemar V. und intensiver Recherche.

      Frau Prem vermittelt den Leserinnen und Lesern ein Bild von ihrer Begegnung mit der Mutter von Waldemar V. Sie schildert diese Begegnung. Und dazu gehört es selbstverständlich, dass wir uns die Mutter von Waldemar V. vorstellen können. Journalismus besteht auch im Vermitteln von Informationen.

      Die Angaben, die uns Frau Prem zur Person der Mutter von Waldemar V. macht, erlauben es uns, uns ein Bild zu machen... von einem Menschen, der im Zentrum des Artikels steht. Genau das erwarte ich von gutem Journalismus.

      Sie gehen in keiner Weise auf Argumente ein, klammern sich ausschließlich an Nebensächlichkeiten.

      Ich stimme Frau Prem voll und ganz zu: Herr Waldemar V. hätte in Untersuchungshaft gehört, mit Zugang zu ärztlicher Behandlung, so gewünscht.

      Wäre das geschehen, würde Herr Waldemar V. wohl noch leben.

      Psychiatrie soll als Einrichtung zum Schutz der »Gesunden« vor den »Kranken« gedacht sein? Wer schützt denn Gesunde, die in die Psychiatrie geraten, vor der Psychiatrie?

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    12. @WalterJoergLangbein

      Sie sollten den Beitrag nochmals genau lesen:

      "Versuchter Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung« wird der Vorwurf gegen ihn lauten, der nach einer Zeit der Untersuchungshaft schließlich am 5. August zu V.s Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie des BKHs Bayreuth führen wird."
      Frau Prem berichtet davon das Herr V. nach der Tat in Untersuchungshaft war.Das er dort nicht ewig verweilen kann sollte doch wohl klar sein.
      Und ihren letzten Absatz sollten sie wirklich noch einmal überdenken.

      Deali

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    13. @WalterJoergLangbein

      Herr V. hat nach der Tat in Untersuchungshaft gesessen, lesen Sie den Artikel von Frau Prem noch einmal genau durch.
      Und überdenken sie ihren letzten Absatz noch einmal.
      Eine Psychiatrie ist mit Sicherheit keine Einrichtung zum Schutz der »Gesunden« vor den »Kranken«.
      (hatte ich schon mal gepostet, ist irgendwie untergegangen)

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  10. Nach dem alten medizinischen Grundsatz "Die Toten lehren die Lebenden" ist in solchen Fällen ein Konsilium unabdingbar. Es ist das Minimum, das man den Patienten schuldet, um solche Ereignisse wenigstens für die Zukunft zu verhindern.

    Also frage ich:
    - hat es ein solches Konsilium gegeben?
    - mit welchem Ergebnis?
    - Stellungnahme der medizinischen Fachaufsicht?
    - Stellungnahme der Ärztekammer?
    - welche konkreten Vorkehrungen ergeben sich daraus?

    Selbstverständlich liegt hier ein ärztlicher Kunstfehler vor, und das muss strafrechtliche Konsequenzen haben. Aber darüber hinaus vor allem auch standesrechtliche. - Ich weiß schon, man will sich dumm-schlau damit herauswinden, der Patient habe sich den Tod selbst zugefügt. Das ist eine verlogene Sichtweise! - Um die Dimension mit einer Analogie zu verdeutlichen: Die sogenannten Ärzte des BKH Bayreuth haben sich verhalten wie eine Bande von Rossschlächtern, die als Chirurgen verkleidet einen Patienten auf dem OP-Tisch abmurksen. So etwas darf man nie und nimmer durchgehen lassen.

    Dies ist die wirkliche Dimension des Skandals: Das BKH Bayreuth ist kein "Krankenhaus", sondern ein Haus des Todes und ein Ort der Unmenschlichkeit.
    A.B.

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    1. "Dies ist die wirkliche Dimension des Skandals: Das BKH Bayreuth ist kein "Krankenhaus", sondern ein Haus des Todes und ein Ort der Unmenschlichkeit."

      Skandalös ist wie sie das Bezirkskrankenhaus Bayreuth pauschal verdammen. Von welchem "Kunstfehler" schreiben sie? Wer hat ihrer Meinung nach den Tod des Patienten verschuldet? Welche Ereignisse wollen sie in Zukunft verhindern?
      Fragen über Fragen...

      MfG

      Deali

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    2. Deali, Sie haben geschrieben:

      »Sehr geehrte Frau Prem,

      in diesem Freitagsbuch verlieren Sie meiner Meinung nach die notwendige Distanz zu dem Fall.
      Wenn Sie z.B. schreiben "Immer wieder wird sie von Weinkrämpfen geschüttelt, sodass allzu detailliertes Nachfragen unanständig erscheint:" so möchte ich Sie an Frau CSD im Kachelmann-Prozess erinnern. Die konnte auch gut vor den Staatsanwälten weinen. Ich will der Mutter von Waldemar V. keinesfalls unterstellen das sie nicht trauert.«

      Sie vergleichen in unangemessener Weise die Krokodilstränen der Frau CSD mit der schmerzhaften Trauer der Mutter von Waldemar V. Durch diesen vollkommen unangebrachten Vergleich ziehen Sie die Wahrhaftigkeit der Mutter von Waldemar V. in Zweifel.

      Gut, dass Sie das inzwischen richtig gestellt haben.

      Wenn Sie nun aber behaupten, es werde verzweifelt versucht, einen zweiten Fall G.M.
      zu finden, so halte ich eine solche Äußerung für vollkommen unangebracht und in keiner Weise angemessen.

      Es geht um das Schicksal eines Menschen, dem offensichtlich keine Hilfe zuteil wurde und der keinen anderen Ausweg als den Suizid gesehen hat.

      Ich vermisse eine gehörige Portion Sensibilität, von wirklichem Mitgefühl ganz zu schweigen.

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    3. @Deali
      "Welche Ereignisse wollen sie in Zukunft verhindern?" (Zitatende)

      Es geht um Verantwortung und Mindest-Qualitätsstandards, vor allem aber um Menschenleben, die den sog. Ärzten - man kann nicht sagen anvertraut, sondern vollständig ausgeliefert sind.

      Depressionen sind behandelbar, erfordern aber sorgfältigste Aufmerksamkeit, Suizidgefahr ist absolut zentral. - Diagnostik scheint es in Bayreuth nicht zu geben, zwischen Wesen und Erscheinung wird nicht unterschieden. Sie haben dort stereotyp nur "Wahn" im Repertoire und nur eine einzige Standardmedikation, wie ein luschiger Quacksalber, der alle Patienten mit der gleichen Salbe einschmiert.

      In jedem normalen Krankenhaus gibt es Übergabe-Besprechungen. Ständig! Zwischen Tag- und Nachtschicht, bei Ärzten und Pflegepersonal. Neuaufnahmen werden mit allen besprochen und vorgestellt. Pure Selbstverständlichkeit!

      Und zum Schluss möchte ich daran erinnern, dass man Herrn Mollath mit 7 1/2 Jahren Schlafentzug traktiert hat! Da war man ganz "fürsorglich"...

      Also, bitte halten Sie uns nicht weiter zum Narren mit Ihrem Untertertianer-Zynismus.
      A.B.

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    4. @A.B.
      Sie scheinen sich ja sehr gut in den forensischen Psychiatrien auszukennen. Finden sie es nicht frech von "sog.Ärzten" zu schreiben?
      "Depressionen sind behandelbar, erfordern aber sorgfältigste Aufmerksamkeit, Suizidgefahr ist absolut zentral." Alles ist behandelbar, ob es heilbar ist ist eine andere Sache. Woher wissen sie das es in Bayreuth nur eine Standardmedikation gibt. Wollen sie behaupten das es im BKH Bayreuth keine Übergabe-Besprechungen gibt?
      Herr Mollath war nicht 7 1/2 Jahre im BKH Bayreuth.

      Ihre "Fakten" haben sie sich aus den Fingern gesogen deshalb erübrigen sich weitere Diskussionen mit ihnen.

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    5. @Anonym, Sie schreiben: "Herr Mollath war nicht 7 1/2 Jahre im BKH Bayreuth." Richtig. Und sollte der Eindruck entstehen, dass es hier gezielt nur um das BKH Bayreuth geht, so ist dies falsch. In Journalistenkreisen kursiert bereits eine lange Liste von zumindest fragwürdigen Todesfällen aus verschiedenen Forensiken. Natürlich muss jeder Einzelfall nachrecherchiert werden. Eine Sache, mit der bereits viele Menschen beschäftigt sind. Das Thema ist noch lange nicht abgeschlossen. "Lasciate ogni speranza, voi ch'entrate" - Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren: Wir haben es zugelassen, dass mitten unter uns Orte der Hoffnungslosigkeit entstanden sind, an denen Menschen medizinisch gehandhabt und verwahrt werden. Letztendlich ist es unser Rachebedürfnis gegenüber einzelnen Schwerstverbrechern, das derartige Zustände irgendwo im Hinterkopf vielleicht sogar gutheißt, da es heute als unfein gilt, ihnen die Zehennägel herauszureißen. Dass es längst nicht nur Schwerstverbrecher sind, die an solchen Orten einsitzen, haben wir viel zu lange einfach ausgeblendet.

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    6. @Anonym
      Sie schreiben: "Herr Mollath war nicht 7 1/2 Jahre im BKH Bayreuth."

      Gehen Sie mal davon aus, dass ich das weiß. - Ich will aber auch wissen, was mit der Verschubung nach Straubing und dem Entmündigungskomplott los war!!!

      Siehe dazu bspw. das Kapitel Richterin Schwarz und Richter Schwarz (in Wilhelm Schlötterer: Wahn und Willkür, Seiten 418 ff.) und Betreuungsakte des Vormundschaftsgerichts Bayreuth 2006 (Auszüge).

      (Zum Rest Ihres simulierten Missverstehens kein weiteres Wort, das ist Kasperkram.)
      A.B.

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    7. @A.B.
      Sie wissen schon das es in diesem Freitags-Buch nicht um Mollath geht?
      Wenn sie nicht weiter wissen dann kommen halt Beleidigungen. Mir unverständlich warum Frau Prem nicht von ihrem "Hausrecht" gebrauch macht.

      Deali

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    8. @UP
      Selbstverständlich weiss ich das es in den Forensiken in diesem Land schlimm zugeht. Wie ich bereits erwähnt habe zeigt schon die Statisk der Unterbringung in den einzelnen Ländern deutlich Missstände auf. Um es mit den Worten von Gregor Gysi zu sagen: wozu brauchen wir 17 Justizminister? Aber da sind wir auf der Politischen Seite des Problems.
      Aber hier geht es um den Tod von Waldemar V.
      Und der hat Selbstmord begangen. Und er hatte ja schon 2mal vorher versucht sich das Leben zu nehmen. Und vielleicht hätte er es nicht getan wenn die Ärztin mit ihm gesprochen hätte. Eventuell aber doch. Wir wissen es nicht und es wird auch nie bekannt werden.
      Nochmals zum BKH Bayreuth. Ihr Artikel über den Besuch bei Mollath war ein Meisterwerk. Der hat sicher etlichen Leuten die Augen geöffnet. Unglaublich was da abgeht.

      Deali

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    9. @Deali: Worin sehen Sie im Post von AB eine Beleidigung? Im Übrigen bezieht AB sich auf Ihr Zitat in Sachen Gustl Mollath. In dem Beitrag geht es sehr wohl auch um Mollath, denn dieser wünscht sich die Aufklärung der Frage, warum Waldemar V., den er in der kurzen Zeit der gemeinsamen Gefangenschaft schnell als angenehmen und kultivierten Menschen kennengelernt hatte, sterben musste.

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    10. @Deali: "Aber hier geht es um den Tod von Waldemar V.
      Und der hat Selbstmord begangen."
      Beging er Selbstmord, weil das ihm verordnete Valdoxan ihn zu einer Tat getrieben hatte, nach der er sich selber nicht mehr verstand? Beging er Selbstmord, weil der psychiatrische Gutachter trotz Kenntnis der Vorgeschichte die bestehende Suizidgefahr ignorierte und im Unterbringungsbefehl deshalb unter "Suizidgefahr" kein Kreuzchen gesetzt wurde? Beging er Selbstmord, weil er merkte, dass er nur noch Patientenmaterial war, das plangemäß verwaltet und ignoriert werden würde bis zum St.-Nimmerleins-Tag?

      Mein Problem mit dem ganzen Vorgang ist zudem folgendes: Der forensischen Psychiatrie werden unfassbar viele Befugnisse eingeräumt, immer mit der Begründung, Menschen vor Selbst- und Fremdgefährdung schützen zu müssen. Menschen wie Mollath, bei denen eine Selbstmordgefahr nie bestand, werden deshalb jede Nacht mindestens dreimal durch Haftraumkontrollen aus dem Schlaf gerissen und so systematisch zermürbt.

      Die forensische Psychiatrie bezieht ihren Machtanspruch aus einem Versprechen, das sie nicht annähernd einzulösen in der Lage ist, wie der Fall von Waldemar V. in schrecklicher Weise zeigt.

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    11. @UP

      "Also, bitte halten Sie uns nicht weiter zum Narren mit Ihrem Untertertianer-Zynismus."

      oder

      "Zum Rest Ihres simulierten Missverstehens kein weiteres Wort, das ist Kasperkram"

      würde ich nich als angemessenen Stil bezeichnen.

      Waldemar V. musste nicht sterben, er wollte sterben!

      Im BKH Bayreuth hat er nach ihren Recherchen Zyprexa bekommen.
      Valdoxan war die Medikation im psychiatrischen Klinikum in Bamberg. Das war im Frühjahr 2011.
      Wenn sie die Beipackzettel lesen dann wird ihnen auffallen das Zyprexa nicht mit Suiziden in Verbindung gebracht wird, Valdoxan schon.

      Schönen Abend noch

      Deali

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  11. Für mich immer noch unverständlich, warum die Ärzte im BKH sich nicht die Krankenunterlagen des "Patienten" haben geben lassen.

    ich stelle mir gerade vor, dass ein Diabetiker eingewiesen wird...ihm wird eh nicht geglaubt, ärztliche Befundunterlagen werden nicht angefordert und ihm werden die wichtigen Medikamente nicht gegeben, weil der Arzt oder die Ärztin sich nicht informiert hat?..weil sie erst noch Akten lesen müssen...und 3 Tage später ist der Diabetiker tot? wegen fehlender Insulinspritzen?...


    Ich denke, die Mutter kann gegen die Ärzte gerichtlich vorgehen...wegen eines Behandlungsfehler's....es war in seinen ärztlichen Akten beim beh. Arzt vermerkt, dass er an Depressionen leidet...das wurde sträflicherweise von den Ärzten in der Klinik nicht berücksichtigt..man gab ihm nicht sein Antidepressivum..statt dessen ein Medikament, welches reich an Nebenwirkungen ist..z.B. auch erhöhte Suicidgefahr..

    was sind das für Ärzte sind solchen Häusern?

    auch ich stelle mir die Fragen wie A.B.: welche Stellungnahmen wurden eingeholt? wurde der Fall überhaupt entsprechend aufgeklärt?..oder einfach nur: Selbstmord..tja, das kann keiner ändern und dann Akte zu?

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    1. Woher wisen sie das die Ärzte keine Krankenunterlagen von Waldemar V. hatten? Das ist doch völlig aus der Luft gegriffen. Jeder Patient der in eine Psychiatrie kommt wird am Anfang ärztlich untersucht. Ob das in einer forensischen Psychiatrie auch so ist kann ich nicht sagen.
      Aber Zyprexa wird auch gegen Depressionen eingesetzt und über Suizidgefahr steht nichts auf dem Beipackzettel.
      Sie sollten sich wirklich besser informieren!

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    2. Ich habe mir den Bericht von Frau Prem durchgelesen und stoße dabei auf folgende Angaben:

      "Statt auf V.s Grundproblem der Depression einzugehen, konstatiert Gutachter A. abschließend eine
      »paranoid-halluzinatorische Psychose, möglicherweise aus dem schizophrenen Formenkreis (Krankheitsbild mit Wahn- und Sinnestäuschungen, Erkrankungsgipfel 3. bis 4. Lebensjahrzehnt, uncharakteristisches Vorstadium mit Antriebs-, Affekt- und kognitiven Störungen, Auftreten von Wahnsymptomen bis hin zum systematischen Wahn) gemäß ICD-10 : F 20.0« (Gutachten Seite 44).

      Im BKH Bayreuth schließlich, wo man ihn, A.s Diagnose folgend, mit dem atypischen Neuroleptikum Zyprexa gegen eine Psychose behandelt und seine Depression ignoriert, mag Waldemar V. den letzten Lebensmut verloren haben:"


      Das sagt mir doch, dass die Depression in der Klinik nicht behandelt wurde...

      er ist durch seine Ärzte mit Valdoxan behandelt worden..

      im BKH wohl nicht..sondern mit dem Neuroleptikum Zyprexa...
      welches wohl nicht geeignet ist bei Depressionen...

      ergo...m.E. Falsche Behandlung...

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  12. @ Deali: Abgesehen von äußerst wenigen Ausnahmen werden Monster nicht geboren, sondern gemacht, und selbst die gemachten Monster kann man im Rahmen günstiger Lebensumstände zumeist kurieren - doch nichts davon findet sich in unserer Gesellschaft, und das aus bestimmtem Grund: Der Mensch muss von artgerechtem Leben fern gehalten werden, um sich ausbeuten zu lassen, und von artgerechtem Leben fern gehaltene Menschen neigen eben zu psychotischen Ausfällen.

    Wer weggesperrt wird, sind neben den Kritikern und anderen echten Willküropfern (Entmündigung und Wegsperren aus Zwecken der Enteignung, z.B.) nur solche "Perverse", die dem System nicht hinreichend gewogen sind. Wer dem System hingegen gewogen ist, der darf ruhig pervers sein, bis zum Anschlag.

    Als in Waltrop vor ca. 15 Jahren 3 Polizisten erschossen worden waren, wurde der OStA Dr. A. von einem WDR3-Journalisten vor laufender Kamera befragt, ob er es auch für möglich halte, dass Neonazis die Morde ausgeführt hätten. Dr. A. verneinte. Der Journalist wollte wissen, warum Dr. A. Neonazis als Täter ausschloss. Dr. A. zögerte, doch der Journalist fasste nach. Daraufhin sagte Dr. A.: "Weil Neonazis sich nicht gegen den Staat richten."

    Nun schaue man sich an, welche Art von Straftaten Neonazis schon so alles begangen haben. Z.B. den Satansmord an Sandro B., ohne dass an der Schuldfähigkeit von Hendrik Möbus gerüttelt wurde. Möbus ist also "gesund" nach Ansicht des Systems. Darum kann er uns und halb Europa auch weiterhin mit Nazi-Musik beglücken. Sogar in der Haft durfte er Satano-Musik spielen und veröffentlichen, während Mollath nicht einmal eine Schreibmaschine bekam.

    5 bis 8 Jahre dürfte es her sein, dass ein 18-jähriger Neonazi eine in einem Zelt schlafende 12-Jährige fast totschlug - mit einem Spaten auf den Kopf. Nur deshalb, weil sie einer linken Jugendorganisation angehörte. An der Schuldfähigkeit des Täters wurde nicht gerüttelt, anders als in anderen Fällen kam er nach dem landgerichtlichen Schuldspruch auf freien Fuß - weil seine Revision womöglich erfolgreich sein könnte!

    Und was ist in Fällen, in denen Mollies in türkische Kinderzimmer geworfen wurden? Nach Ansicht des Systems die Tat von Schuldfähigen!

    Als ein Hitler-Fan im Rentenalter (pens.JVA-Beamter!) einen Mordanschlag auf 39 Mitglieder der Zeugen Jehovas verübte (Bielefeld), wurde ihm volle Schuldfähigkeit attestiert, also nicht etwa Geisteskrankheit.

    Die den geschilderten Fällen sind solche, in denen man sagen muss: "Wenn einer so etwas tut, dann muss er krank im Kopf sein!"

    Die Sache ist die: Jedes Unrechts-Sysdtem braucht Leute, die krank im Kopf sind! Als Staatsanwälte, als Richter, als Polizisten usw.! Leute, die das Unrecht vor Angriffen schützen, z.B. durch das Wegsperren eines Mollath!

    Die heutige Psychiatrie schützt uns gerade vor den Gefährlichsten nicht, denn gegen einen Totschläger kann man sich noch wehren, gegen kriminelle Richter und kriminelle Polizei aber nicht. Außerdem erzeugt das System die Gefährlichen, bevor es dann einen kleinen Teil wirklich Gefährlicher wegsperrt. Also: Das System muss weg!!!

    Winfried Sobottka, UNITED ANARCHISTS

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    1. Danke Herr Sobottka, ich empfinde Ihre Replik als die für Deali geeignetste. Bitte nehmen Sie meine Ergänzung hier als Wertschätzung im genannten Sinn!

      Dealis Unterstellung, Frau Prem würde mit dem hier publizierten Fall von Psychiatrieversagen (ein ihr inhärentes Problem) "Ersatz" oder "Neuauflage" für den nur medial (gesteuert) verblassenden Fall Mollath liefern wollen, scheint mir nicht nur jeder Grundlage zu entbehren, sondern geeignet, Frau Prem angesichts ihres starken Engagements für und ihrer persönlichen Verbindung mit Gustl Mollath zu verletzen.

      Aus den souveränen Antworten Frau Prems auf Dealis Beurteilungen schließe ich, dass Frau Prem Dealis Attacken gut widerstand. Ich wünsche Frau Prem daraus weitere Stärkung.

      Ach übrigens, Deali, es fällt nicht schwer zehn, zwanzig, hundert oder mehr Fälle Psychiatrieversagens zu finden, allesamt nicht minder tragisch wie der bei Gustl Mollath, nur ist es schwer, an die "Verschlossenen" und ihre Fälle heranzukommen, weshalb ich Frau Prem für ihre dahinter stehende Arbeit - und Emotionalität -, ihre Empathie mit den psychiatrisch gepeinigten Menschen danke, die sie in so lesenswerte Artikel wie diesen einfließen lässt.

      Deali, haben Sie Mitgefühl mit Menschen in der Psychiatrie?

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    2. @Dian: Danke für Ihre Anmerkungen. Nicht wenige Menschen empfinden Unbehagen, wenn es darum geht, Emotionen zuzulassen und möchten das gesamte Psychiatrieproblem am liebsten ausschließlich auf der Verstandesebene lösen. Ein Ausdruck von Mitgefühl für Betroffene und deren Angehörige würde wohl Schleusen öffnen, die so leicht nicht mehr zu schließen wären. Doch genau das halte ich für notwendig: Derartige Empfindungen sind wie ein Treibstoff, der uns erst fähig macht, uns unseres Verstandes zu bedienen und die Zustände tatkräftig abzustellen. Ich sehe Dealis Unbehagen deshalb in keiner Weise als Attacke, sondern eher als Anzeichen dafür, den richtigen Nerv getroffen zu haben.

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    3. Wer zu Emotionen nicht fähig ist, ist gefühls-eiskalt und
      zu Mitleid unfähig.
      Was insbesondere die deutschen Schreibtischtäter nach wie vor auszeichnet.
      Wer zu gerechtem Zorn (terminus technicus bürgerlicher Wut) nicht fähig ist, der ist bereits hirn-tot
      (Zitat Aristoteles)

      Gruß an Wut-Bürger Sobottka

      M. Balser

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    4. @Dean
      Sie verstehen sehr wenig.
      Ich will Frau Prem keineswegs attackieren, ich halte sie neben einigen Reportern der SZ (Report und Monitor sicher auch, sehe ich aber nicht, habe kein TV) zu den begnadetsten Journalisten in Deutschland!

      Sie schreiben hier immer über Psychiatrieversagen. Ich denke ihnen ist überhaupt nicht klar worum es bei der Psychiatrie geht. Eine gute Anfangsadresse um sich in das Thema einzulesen finden sie bei http://de.wikipedia.org/wiki/Psychiatrie.
      Dann gehen sie doch einfach mal auf das Gelände der psychiatrischen Abteilung ihres Kreiskrankenhauses Ja, sie werden erstaunt sein, das ist frei zugänglich. Auch können die Patienten es verlassen wann sie wollen. Sprechen sie doch ruhig mal mit den "Verschlossenen". Es sitzen meistens einige vor der Tür oder gehen sie in die Cafeteria, sprechen sie die ruhig an.
      Sie werden erstaunt sein das alle "psychiatrisch gepeinigten Menschen" die sie dort antreffen freiwillig dort sind.
      Sie meinen aber sicherlich die Forensische Psychiatrie. Seien sie unbesorgt, sie sind nicht der Einzige der das verwechselt.
      Und ja, ich habe Mitgefühl mit den Menschen in der Psychiatrie, ich kenne sehr viele davon persönlich.

      MfG

      Deali

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    5. Hallo Deali,

      ich danke Ihnen für Ihre Worte und versichere Sie, ich lerne (noch) fast jeden Tag dazu ;-)

      Bitte helfen Sie mir: Ist eine forensische Psychiatrie die erfolgreicher "heilende"? Wenn ja - und wenn nein - warum?

      Mit gespanntem Gruß
      Dian

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  13. Aus Sicht Waldemars ist der Selbstmord doch mit geringer Empathie einfühlbar und verstehbar. Anhand der vorgefundenen Zustände im BKH Bayreuth die ihm verdeutlichten daß seine Persönlichkeit durch die Wirkungen der eingeworfenen Chemikalien mehr oder weniger destruiert werden würde, geriet er neben den anderen Umständen seiner Situation in schwere Panik die natürlich von Psychiatern die etwas mehr können als Akten studieren und mehr können als Wirkmechanismen von Psychopharmaka auswendig zu lernen durch behutsames Eingehen hätte aufgefangen werden können. Zumindest wäre dann ein Suizid nicht so übeilt erfolgt sondern eher wenn überhaupt nach reiflicher Überlegung. Man nennt das dann Bilanzselbstmord. Eine Aussicht unabsehbar lange in der Psychiatrie medikamntös zur pflanzlichen Ruine abgwürgt zu werden ist ja irgend wie auch ein gutes Argument sich dem final zu entziehen.

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    1. Ursula Prem zeigt in ihrem Beitrag in schöner Weise Empathie, die andere leider vermissen lassen. Dass Ursula Prem Mitgefühl, Mitleid zum Ausdruck bringt, das ist eine ihrer großen Stärken. Ein Dankeschön an Ursula Prem! Bitte weiter so!

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    2. @ WalterJoergLangbein

      Ich habe Menschen weinen sehen, wie Sie vermutlich noch niemals Menschen weinen sahen: Menschen, denen man ihre Kinder im Unrecht weggerissen hatte, aber auch Menschen, die Opfer einseitiger sexueller Abhängigkeit waren.

      Ich kann die Fälle nicht mehr zählen, mit denen ich in der einen oder anderen Weise in den letzten 23 Jahren mit fremdem Leid konfrontiert war, hinzu kommen zahllose Medienberichte über Menschen- und Tierquälereien.

      Ich bin ein sehr emotionaler Mensch, aber ich habe mich in einigen Dingen konditionieren müssen, um keine Magengeschwüre zu bekommen.

      Manche Leute, die in Wolkenkuckucksheimen sitzen, verstehen es nicht, dass ich zu sehr klaren Worten greife und Täter auch sehr persönlich angreife.

      Für mich sind diejenigen, die Kinder rauben, Gesunde wegsperren, auf Weggesperrten herumtrampeln, absichtlich falsch verurteilen usw. usf. Schwerstverbrecher, und diejenigen, die dafür politisch verantwortlich sind, sind auch Schwerstverbrecher.

      Und wer sich diesen dienlich macht, ist ein Drecksack.

      Und so lasse ich mich an allen ab, die es aus meiner Sicht verdient haben, lasse ich ab, was an Wut in mir kocht, weil ich Unrecht nicht abstellen kann, das mich durchaus bedrückt. Solange es noch irgendwo Unrecht gibt, werde ich nicht ruhig leben können - auch wenn ich es nicht so zeige, wie Ursula Prem.

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    3. @Winfried Sobottka

      Mit Interesse habe ich Ihre beeindruckenden Ausführungen gelesen. Jeder geht seinen Weg, Sie den Ihren, Ursula Prem den ihren. Nie und nimmer würde ich diesen oder jenen Weg als falsch bezeichnen. Aber Ursula Prem geht meiner Meinung nach einen richtigen Weg. Sie macht auf eine entsetzliche Misere aufmerksam, die viel zu lange tot geschwiegen wurde... auf schlimmes Elend, von dem wir nichts erfahren sollten.

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    4. Frauen und Männer ticken unterschiedlich, ihre Hirne sind auf gegenseitige Ergänzung angelegt. Im natürlichen Zustand ist die Frau besonnener und mitfühlender als der Mann, weshalb natürlich eingestellte und weise Frauen in Naturgesellschaften auch das letzte Wort haben - im Sinne aller.

      Ich stelle mir vor allem eine Frage: Was ist effizient? So schön dieser Blog auch sein mag - doch wen erreicht er? Wie viele erreicht er?

      Und so sehr die Kritik auch berechtigt sein mag - wo sind die Alternativen? Es gibt definitiv Menschen, die man ohne Weiteres nicht auf die Allgemeinheit loslassen sollte - auch wenn diese Menschen von der Gesellschaft zu dem gemacht wurden, was sie sind.

      Und wo sind die Wurzeln des Übels? Die Psychiatrie und ihr Missbrauch sind doch nur Symptome eines Übels, das viel tiefer liegt! Und diesem Übel müsste man an den Kragen, dieses Übel müsste man beseitigen.

      Ich sehe nicht, dass abgesehen von mir irgendwer ernsthaft darüber nachdenkt. Und solange nicht grundsätzlich in richtiger Weise geändert wird, solange wird sich nichts grundsätzlich verbessern.

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  14. Suizid-Gefährdete sind zum Selbstschutz in die geschlossene
    Psychiatrie einzuweisen.
    Um ihren Selbstmord dort unmöglich zu machen.

    Stattdessen werden offenbar in der Psychiatrie die Suizide
    "regelmäßig" möglich gemacht.

    Was die Absurdität und Kontraproduktivität dieses "Heil"-Systems beweist.

    Das entspricht dem, wenn Straftäter zur Fluchtverhinderung
    ins Gefägnis kommen, um ihnen so die Möglichkeit zur
    Flucht aus dem Gefängnis zu verschaffen.

    M. Balser

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    1. Nein, eine Gesellschaft hat nicht das Recht, jemanden "zu seinem eigenen Schutz" gegen seinen Willen in die Psychiatrie einzuweisen, dort zu internieren und gewaltsam zu "behandeln." Wer für sich die Entscheidung trifft, seinem Leben ein Ende zu setzen, darf das selbstverständlich; und keiner hat ein Recht, ihn daran zu hindern, am allerwenigsten die Psychiatrie, die ihm im Anschluß, nach "geglückter" Behandlung, ja in kein besseres Leben entlässt, sondern in eben jenes, welches er nicht mehr wollte. Selbstbestimmung schließt die Entscheidung über die Fortsetzung des Lebens mit ein.
      Eine Bemerkung am Rande: Eingedenk der Thematik, um die es vorliegend geht, empfinde ich einige Beiträge als deplaziert, ja geradezu als peinlich und schäbig. Wir sollten Mitgefühl haben und uns selbst zurücknehmen. Wir sollten kämpfen. Aber wir sollten nicht uns selbst zelebrieren, denn das stellt einen Missbrauch dieses Forums dar.
      Ich bin Ursula Prem unendlich dankbar für ihre Arbeit, der meines Erachtens nicht "Ideologie" und "Selbstverwirklichung," sondern Mitgefühl und Gerechtigkeitssinn und aufrechte Humanität zu Grunde liegen. Gegen Sobottka und Kollegen würde ich von meinem "Hausrecht" Gebrauch machen, weil durch sie verwässert und beschädigt wird, was die Verfasserin in enormer Dichte "aufbereitet" hat.

      Gert Postel

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  15. @M. Balser
    "Suizid-Gefährdete sind zum Selbstschutz in die geschlossene
    Psychiatrie einzuweisen.
    Um ihren Selbstmord dort unmöglich zu machen."

    Das stimmt so nicht. Es werden Leute in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen die einen Selbstmordversuch begangen haben. Wenn es darum ginge ihren Selbstmord zu verhindern dann könnte man sie auch ins Gefängnis stecken.
    In der Psychiatrie versucht man Patienten bei der Aufarbeitung ihrer Problem zu helfen die ihnen suizidale Gedanken bereiten.

    MfG

    Deali

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    1. Deali, ich möchte gern wissen, woher Sie Ihre Ansichten ("In der Psychiatrie versucht man Patienten bei der Aufarbeitung ihrer Problem zu helfen die ihnen suizidale Gedanken bereiten.") haben - aus der Realität jedenfalls nicht.

      Deali, wir wissen alle, wie Psychiatrie sein sollte! Und wir wissen alle, dass sie so nicht ist!

      Selbstmorde meinen Sie, im Gefängnis verhindern zu können? Auch da liegen Sie vollkommen falsch!

      Tatsache ist, dass die Suizidrate in deutschen Gefängnissen erstaunlich hoch ist - obwohl sie es eigentlich gar nicht sein dürfte:

      http://die-volkszeitung.de/00-die-volkszeitung/stuff/gisela-von-der-aue/suizide-jva-gisela-von-der-aue-01.html

      Während in BRD-Untersuchungshaft eine enorme Anzahl von Häftlingen angeblich Selbstmord begeht (morgens erhängt in ihren Zellen "aufgefunden" werden):

      http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/Rund-100-Gefangene-nehmen-sich-jaehrlich-das-Leben_aid_779989.html

      Kopie, zu öffnen mit Internet-Explorer:

      http://www.freegermany.de/matthias-lang-erlangen/studie-gefaengnis-suizide-focus-november-2009.mht

      geht aus empirischen Studien klar hervor, dass Menschen in solchen Lagen der Anspannung üblicherweise seltener zu Suiziden neigen als im normalen Leben, Bezug wird unter anderem auf KZ-Häftlinge genommen, siehe:
      http://www.freegermany.de/matthias-lang-erlangen/suizid-im-jugendalter-1024-768.jpg

      Deali, mit gebündelten und gepulsten elektromagnetischen Strahlen, die locker durch jedes Mauerwerk gehen, bringen Sie JEDEN Menschen, ungeachtet seiner sonstigen Situation und Lebensumstände, binnen maximal einer Stunde dahin, dass er nur noch eines will: Sterben, um den Qualen zu entgehen!

      Ich habe meine eigene Ansicht darüber, wie es in JVAen zu Selbstmorden kommt, bei denen man sich angesichts der Umstände fragen muss: "Wieso? Er wäre bald frei gewesen, hatte keine besonderen Probleme, seine Verwandten glauben nicht einmal an Selbstmord!"

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    2. @Winfried

      "Deali, ich möchte gern wissen, woher Sie Ihre Ansichten ("In der Psychiatrie versucht man Patienten bei der Aufarbeitung ihrer Problem zu helfen die ihnen suizidale Gedanken bereiten.") haben - aus der Realität jedenfalls nicht."

      Definitiv aus der Realität. Ich habe in Psychiatrischen Einrichtungen junge Frauen getroffen die nach einer Vergewaltigung die Schuld bei sich suchen. Ich habe Mütter getroffen die ihr Kind verloren haben. Ich habe Frauen getroffen denen ihre Männer die Glieder gebrochen haben. Ich habe Leute getroffen die so sehr gemobbt worden sind das sie nicht mehr arbeiten konnten.
      Und all diese Leute sind Opfer von Tätern die eigentlich in die Psychiatrie gehören um von ihrer Aggressivität geheilt zu werden. Sehr vielen von meinen Bekannten konnte geholfen werden, durch gute Psychiater die in langen Gesprächen den Opfern wieder Lebensmut geben konnten. Es gab Andere die haben trotzdem Suizid verübt weil sie das Geschehene nicht verarbeiten konnten. Ich sehe viele Gesichter noch vor mir.
      Ich kann nicht sagen was in der forensischen Psychiatrie passiert, die Einrichtung in Bayreuth scheint mir schon sehr suspekt zu sein. Ich würde Dr.Leipziger oder seinen Stellvertreter nie in Schutz nehmen und habe mich in Beiträgen in anderen Blogs oder in der SZ, beim BR immer entsprechend positioniert. Das wissen sie aber auch.
      Mit Vorgängen in JVA´s kenne ich mich nicht aus und kann da nicht mitreden.
      Aber ich akzeptiere nicht wenn durch absolute Laien hier eine ganze Berufsgruppe verunglimpft wird!

      Deali

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    3. Es gibt keine "guten Psychiater," - contratictio in re.
      Es gibt sicher (und sicher sehr wenige), die, obschon sie sich in das Psychiatersein verirrt haben, gute Menschen sind. Sie helfen dann nicht als Psychiater, sondern als mitfühlende, solidarische Nächste, - aus den Gründen des Herzens und der Menschlichkeit, nicht nach den Regeln psychiatrischer Lehrbücher, nach welchen man Menschen in Not nur zusätzlich quälen kann.

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    4. Deali, dass man dort, wo Menschen völlig freiwilig als Patienten erscheinen und sich jederzeit wieder verabschieden können, ein anderes Verhalten an den Tag legen MUSS als dort, wo sie einem auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind, ist sonnenklar. Es sei denn, man will leere Stationen haben...

      Als ich im September 1992 aufgrund von Lügen (Richter, Jugenddezernent, Amtsärtztin) ohne wahren Grund zwangseingewiesen war, siehe:

      http://www.freegermany.de/winfried-sobottka/ruhrnachrichten-klein.jpg

      sagte ich dem Oberarzt innerhalb des ersten Gesprächs: "Ich bin weder verrückt noch gemeingefährlich, und bin gern bereit, das zu beweisen. Sie werden sicherlich über Testverfahren verfügen, die valide Ergebnisse produzieren, und ich bin bereit, mich jedem tauglichen Test zu unterziehen."

      Daraufhin meinte der Arzt, dass man solche Tests gar nicht habe, abgesehen von Intellligenztests. Doch um meine Intelligenz gehe es ja nicht.

      Die Psychiatrie ist keine Wissenschaft, sondern baut ausschließlich auf Dogmen. Krankheitsbilder werden dogmatisch bestimmt - willkürlich. So könnte man zum Beispiel sagen: "Ursula Prem schreibt auffällig viel, hat ein auffälliges Bedürfnis, ihre Worte zu veröffentlichen. Das hat bereits krankhaften Charakter." - Man kann praktisch alles als krankhaft erklären,
      was man als krankhaft erklären will, wenn man zur Liga der psychiatrischen Dogmatiker gehört!

      Eine erfundene Krankheit wird bejaht, wenn von zehn willkürlich festgelegten Merkmalen mindestens 5 erfüllt sind. Ob sie erfüllt sind - das bestimmt ein Psychiater subjektiv, willkürlich. Der eine sagt sich: "Die Ursula Prem schreibt auffällig viel." Der andere sagt sich: "Das Schreibverhalten der Ursula Prem ist doch völlig normal." Der dritte sagt sich: "Sie sollte ruhig noch mehr schreiben."

      So kommt es zu Befunden, die tatsächlich mehr über den Psychiater aussagen als über den Probanden!

      Winfried Sobottka, UNITED ANARCHISTS

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    5. Es gibt keine guten Bäcker, sie geben sich zwar Mühe aber in allen Brötchen ist Luft.
      Wer nichts weiß muss alles glauben.

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    6. @Winfied
      Aus dem Bericht geht hervor das der behandelnde Arzt nicht Wesentliches feststellen konnte. Psychiater Schäfer konnt keine Psychiose feststellen.
      War denn das Ergebnis falsch, hat der Arzt absichtlich falsch begutachtet?
      Einzig und allein die Ärztin des sozialpsychiatrischen Dienstes hat hier falsch geurteilt.
      Haben sie die Ärztin mit dem Urteil der Klinik konfrontiert? Warum musste die Ärztin nicht die Kosten der Klinik übernehmen?
      Das es unterschiedliche Meinungen/Diagnosen gibt kommt aber in allen Berufen vor und ist nicht auf Psychiater beschränkt.

      Deali

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    7. Deali: Aus dem Bericht geht hervor das der behandelnde Arzt nicht Wesentliches feststellen konnte. Psychiater Schäfer konnt keine Psychiose feststellen.
      War denn das Ergebnis falsch, hat der Arzt absichtlich falsch begutachtet?

      ---------------------------------------

      Um Ehrlich zu sein: Der Oberarzt hatte mir nach der Entlassung einen Befundbericht zugteschickt, der voller Lügen war - aber sehr gut zu der Einweisung passte.

      Zu dem Zeitpunkt hatte ich eine kluge und eloquente Freundin, und wir überlegten uns, wie wir eine Situation herstellen konnten, in der dieser Oberarzt seinen faulen Befundbericht in ihrer Anwesenheit, also vor einer Zeugin, rechtfertigen musste.

      Die Story, die ich ihm auftischte, war dann die folgende: Durch dummen Zufall habe die Mutter meiner (damals 24-jährigen, 10 Jahre jünger als ich) Freundin den Befundbericht in die Hände bekommen, und da es in ihrem Bekanntenkreis einen Fall gegeben habe, in dem ein psychisch auffälliger Mann seine Partnerin ermordet habe, habe die Mutter meiner Freundin nun Angst um ihre Tochter. Und daher bat ich darum, gemeinsam mit meiner Freundin einen Termin zu bekommen, innerhalb dessen der Oberarzt meiner Freundin dann erkläre, welche Gefahr seines Erachtens von mir für sie ausgehe. Dazu war er bereit.

      Diesen Termin nutzten wir dann, den faulen Befundbericht Punkt für Punkt durchzugehen, auf Unwahrheiten und unbelegte Behauptungen hinzuweisen und ihn um Erklärung zu bitten.

      Tatsächlich stützten seine Diagnosen nur auf Lug und unbelegten Behauptungen, er war nicht im Geringsten in der Lage, seinen Befundbericht zu verteidigen. Er streckte dann tatsächlich die Waffen, er war im Grunde kein übler Typ, ich hatte mich auch ganz gut mit ihn verstanden gehabt, und erklärte, dass er mir einen neuen Befundbericht schicken werde, der tatsachengerecht schildere, dass bei mir nichts habe gefunden werden können.

      Er bat noch um Verständnis, denn schließlich habe er nicht bedacht gehabt, welche Konsequenzen ein falscher Befundbericht haben könne, und schließlich würde er ja irgendwie zwischen den Stühlen sitzen.....

      Das ist nun über 20 Jahre her, ich nehme einmal an, meine jetzige Offenheit wird ihm nicht mehr schaden können. Jedenfalls: Der Oberarzt hatte mir bestimmt nichts Böses gewollt, der Mann war kein A*loch, aber auch er hatte die deutliche Tendenz gezeigt, Fehler seiner Kollegen durch falsches ärztliches Urteil zu bestätigen!!! Auch an der Stelle wird klar, was die jährlichen "Überprüfungen" bei Unterbringungen nach §§ 63 ff. wert sind!

      Winfried Sobottka, UNITED ANARCHISTS

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    8. @Winfried
      Danke für die Aufklärung. Das Problem ist das der Oberarzt niemanden in die Pfanne hauen wollte. Das ist der Knackpunkt, einer tut dem Anderen nichts. Aber die Ärztin hat sicher weiter nach den Pfeifen im Amt getanzt.

      Gruß

      Deali

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    9. @ Deali

      Die Richtigstellung war nötig, sonst wäre der falsche Eindruck entstanden, dass man infolge einer ungerechtfertigten Zwangseinweisung automatisch durch die Klinik selbst rehabilitiert würde.

      Der Psychologe Prof. Dr. Wolfgang Klenner, der langjährige Erfahrungen als Gerichtspsychologe hat:

      http://www.youtube.com/watch?v=5bsN108j3vs

      der bereits damals den entlastenden Befundbericht zu sehen bekam, sagte mir noch im Jahre 2010, dass er so etwas ansonsten niemals gesehen hätte, dass jemandem infolge einer Zwangseinweisung ärztlich bescheinigt worden sei, dass man bei ihm keine psychiatrischen Auffälligkeiten habe finden können.

      Möglicherweise bin ich der Einzige in Deutschland, dem solches geschehen ist.

      Winfried Sobottka, UNITED ANARCHISTS

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    10. @Winfried
      "durch die Klinik selbst rehabilitiert würde."
      So etwas wird nie passieren. Insbesondere weil hier sich hier auch viele kennen. Das ist aber bei Zahnärzten oder Chirurgen, Architekten usw. genau so. Besonders schlimm ist es bei Polizisten und Anderen Low Level Bücklingen des Staates!

      "Möglicherweise bin ich der Einzige in Deutschland, dem solches geschehen ist."
      Das finde ich echt gut das dir das so passiert ist!

      Gruß

      Deali

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  16. Vielen Dank für den solide mit Fakten untermauerten Artikel. Es ist gut, dass so auf die, die im Schatten sind und nicht im Licht, hingewiesen wird. Schreckliches geschieht da und wird in der Regel verschwiegen und vertuscht.

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  17. http://www.bezirkskliniken-oberfranken.de/pages/html/bayreuth/klinik_psycho/depression.html
    http://www.bezirkskliniken-oberfranken.de/pages/html/bayreuth/aktuelles/aktuelles_2010/aktuelles_2010.10.02_Nachbericht.html
    http://www.klinikbewertungen.de/klinik-forum/erfahrung-mit-bezirkskrankenhaus-bayreuth?fac_id=psycho&bew_order=
    Man beachte die differenzierten, auch manchmal positiven Berichte, gerade die von Patienten mit Depression.

    Es wird in dem Artikel eigentlich nicht klar, dass von der Forensik die Rede ist und nicht vom „BKH Bayreuth“ als solchem, wie schon der Titel erwarten lässt. Wieder einmal kann man sehen, wie sehr durch die Forensik bzw. die bekannt gewordenen Missstände die gesamte Psychiatrie belastet wird. Das heißt nicht, dass nicht auch hier einiges im Argen liegt, aber auf jeden Fall sollte man Kritik konkretisieren. Vor allem sollte die Legitimitätsdebatte nicht den Blick auf die m.E. wesentlich wichtigere Qualitätsdebatte verstellen.

    Im Übrigen habe ich kein gutes Gefühl bei dieser im Wesentlichen durch „Empathie“ legitimierten Berichterstattung.

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    1. Sie können doch nicht zwischen der Psychiatrie als solcher und der forensischen Psychiatrie trennen! Beide haben den selben dogmatischen Hintergrund, beide werden von den selben Leuten vertreten!

      Und die Psychiatrie klärt nicht darüber auf, wie der Mensch wirklich funktioniert! Ich weiß nicht, ob ein Dr. Weinberger es weiß (ich vermute, dass er es nicht wissen wird), wie der Mensch im natürlichen Zustand funktioniert, aber ich weiß, dass es Psychiater gibt, die das sehr wohl wissen - und sich damit bewusst an der größten Täuschungsaktion der Menschheitsgeschichte beteiligen, der die zahllosen kaputten Ehen, die zahllosen Selbstmorde aus Liebeskummer und die insgesamt kaputte, aber leicht zu beherrschende Gesellschaft zu "verdanken" sind!!

      Wer Näheres darüber wissen will, dem sei die Lektüre der folgenden Kurzgeschichte empfohlen:

      http://www.freegermany.de/apokalypse20xx.html

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    2. @Anonym

      Vielleicht hätten Sie ja recht mit Ihrer Differenzierung, wenn ... Ja, wenn die Ärzteschaft endlich die Scharlatane ausspeien würde, die sich einen faulen Lenz machen und über Leichen gehen!

      Dieser dicke Trennungsstrich ist überfällig.

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  18. Hier ist jemand als "Deali" aufgetreten und hat uns alle - ohne jegliche Kenntnis unserer Qualifikation oder Lebensgeschichte! - als "Laien" verunglimpft. (Das sind eigentlich nicht die Worte, mit denen man mir vor etlichen Jahrzehnten nach dem Staatsexamen meine Berufsurkunde ausgehändigt hat.) Ich kann mich auch nicht erinnern, dass einer der Professoren der Biochemie mir so etwas gesagt hat. Aber: sehr schön von "Deali", dass diese pseudonyme Internet-Persönlichkeit mir am überschaubaren Ende meines Lebens mal so richtig gesagt hat, wer ich eigentlich sei...

    Ich glaube, es ist wichtig, zu meinen Kommentaren noch diese Ergänzung hinzu zu fügen: Man kann Depressionen behandeln.
    Es ist allerdings buchstäblich ein Kampf auf Leben und Tod. (In der Zwangspsychiatrie ist das vollkommen ausgeschlossen! Dort findet sich der Bodensatz der Menschheit und der Medizin. - Allein schon die Sache mit dem OMON-T-Shirt, die Herr Mollath berichtet hat, und die die Bayreuther Unmenschen dann in seiner Akte hinterlassen haben, spricht Bände!)

    Also nun in aller Kürze:
    Leider ist es reine Glücksache, ob man in die richtigen Hände gerät. Es ist wie immer im Leben: wenn alle Wellen über einem zusammenschlagen, ist es gut, wenn ein liebender Mensch über einen wacht, kritisch ist und die richtigen Fragen stellt.

    Und nun in Stichworten:
    - Chemie-Psychiater vermeiden!!!
    - Tagesklinik wäre gut
    - Pharma nur zum Übergang, um Gesprächstherapie zu machen
    - rechtzeitig sehen, wann es genug ist.

    Eine Dauermedikation mit 1000mg Johanniskraut-Präparat pro Tag würde ich als Heilung verstehen.

    Herzliche Grüße an alle Mitdiskutanten
    A.B.

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    1. Generell gilt, dass ein Titel niemanden unfehlbar und das Fehlen eines Titels niemanden zum Dummkopf macht. Was falsch und was richtig ist, ist anhand von Argumenten zu entscheiden, nicht danach, wer es sagt!

      Nahezu alles, was als psychiatrische Krankheit gehandelt wird,sind Symptome unausgelebter Triebe und/oder überzogener Beanspruchung.

      Wenn Sie schreiben: "wenn alle Wellen über einem zusammenschlagen, ist es gut, wenn ein liebender Mensch über einen wacht, kritisch ist und die richtigen Fragen stellt." dann decken Sie schon einen erheblichen Teil dessen ab, was ich meine, wobei man einen solchen Menschen nicht erst dann braucht, "wenn die Wellen über einem zusammenschlagen."

      Wer wirklich ändern will, der befasst sich damit, was artgerechtes Menschenleben überhaupt heißt.

      Nachdem man die Ehen kaputt gemacht hat, indem man den Menschen eine komplette Hälfte der biologischen Hochzeit ausgetrieben hat, so dass es nur noch zu einseitigen inneren Bindungen kommen kann, siehe:

      http://sexualaufklaerung.at/texte-00/sexualschema-des-menschen-nach-seinen-trieben.html

      will man nun die zweite verheerende Stufe zünden un bereits Kleinstkinder aus der unersetzlichen mütterlichen Nähe herausreißen und in staatliche Erziehung verfrachten:

      http://die-volkszeitung.de/hannelore-kraft-sylvia-loehrmann/ganztagskitas-hannelore-kraft-sylvia-loehrmann.htm

      Was man mit Mollath und Waldemar V.machte, sind Symptome, man muss an die Wurzeln ran, wenn man zu einer menschlichen Gesellschaft hin will.

      Winfried Sobottka, UNITED ANARCHISTS

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    2. Ich habe hier schlicht nur das geschrieben, was nach meinem besten Wissen helfen könnte, wenn ein Menschenleben in Gefahr ist.
      A.B.

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    3. (Und ich würde das nicht auf den Tag nach der "Weltrevolution" verschieben.)

      Für alle, die Zeit und Lust haben, empfehle ich von Albert Camus »Die Pest« (ein wunderbares Buch!). - Es geht mir erstens bis letztens um die Grundsolidarität der Menschen.

      (Danach - meinetwegen - die Revolution, vielleicht gleich übermorgen, ... fragt sich nur: wieviele Tote?)
      A.B.

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    4. "United" bin ich leider gar nicht, sondern nur ein einzelner Mensch. Aber (wiederum bei Albert Camus): solidaire/solitaire?
      A.B.

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    5. Liebe Frau Prem,
      da ist wohl ein Kommentar von mir verschütt gegangen. Da ging es um Albert Camus "Die Pest". Mein Lieblingsbuch, das in der Essenz besagt, dass man um das Leben seiner Mitmenschen kämpft bis zur Erschöpfung und alles ideologische Gedöns dagegen zweitrangig ist. (= kleiner Wink mit dem Zaunpfahl Richtung W.S. - Aber eine Lektüreempfehlung für alle.)
      A.B.

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    6. @ A.B. Wenn die Ozeane umkippen, werden Sie vermutlich ohnehin schon tot sein, ich wohl auch. Aber wer die nächsten 20 Jahre überlebt, hat bereits Chancen, qualvoll zu ersticken, weil umgekippte Ozeane (Absterben der Sauerstoffproduzenten im Zuge der Entkalkung der Ozeane) nicht mehr Sauerstoff, sondern gigantische Mengen an CO2 an die Atmosphäre abgeben.

      Wenn das für Sie ideologisches Gedöns ist, oder falls die Forderung nach artgerechtem Menschleben für alle für Sie ideologiosches Gedöns sein sollte, dann kann ich Sie nicht mehr ernst nehmen.

      Winfried Sobottka, UNITED ANARCHISTS

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    7. @Winfried Sobottka
      Sehen Sie doch nicht alles so furchtbar verbissen! - Ich empfehle Ihnen den Erich Mühsam zur Lektüre, wenn Sie mal die ekle Kälte anschleicht. Der ist aufmüpfig, gutherzig, humorvoll und frech. Eben so ein undogmatischer (!!!) Mensch mit dem Herz am rechten Fleck. - Wir 2 werden die "letzten Fragen" nicht klären. Aber Hauptsache, die Richtung stimmt... Warum sich denn streiten bis zur Kernspaltung???
      Nichts für ungut
      A.B.

      Ich hoffe, Sie verstehen meine gute Absicht. - Wir sind hier schon weit off topic, deshalb nur soviel in Stichworten.

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    8. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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  19. bahandelt mit zyprexa (wirkstoff olanzapin) das schlägt dem fass doch wirklich den boden aus.
    zyprexa ist ein extrem gafährliches medikament!!!
    der hersteller lilly hat inzwischen ca. 1,7 mrd, ja wirklich milliarden $ an mindestens 46.000 geschädigte in den usa bezahlt.
    zyprexa führt zu 10 kg gewichtszunahme pro jahr, löst depressionen, psychosen und wahnvorstellungen aus, führt zu diabetes, es sind hunderte todesfälle bekannt. sowas in der forensik zu verabreichen ist nach meiner meinung mindestens vorsätzliche gefährliche körperverletzung mit in kauf genommener eventueller todesfolge.
    wiederwärtig, ekelerregend, asozial, kriminell

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    1. Danke für ihre erhellenden Worte! Bleibt die Frage warum dieses "Teufelszeug" (ich setzte das mal in Hochkommas, schließlich hat Winfried wegen "Satansbraten" 2 Klagen aus München am Hals) den zugelassen ist? Können sie das erklären?
      Ach ja, und sie haben bei ihrer Aufzählung Menstruationsstörungen als Nebenwirkung vergessen!

      Deali

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    2. das schlimme ist, daß ärzte obwohl dieser sachverhalt der ärzteschaft bekannt ist, immer noch damit medikamentieren. auch bei "störungen" die nicht zum schizoiden formenkreis gehören, so z.b. bei wahnstörungen für die neuroleptika nicht zugelassen sind. weiß ja keiner, macht also nix.
      mir sind durchaus fälle aus dem pzn wiesloch (bw) bekannt in denen entgegen den klaren vorgaben des bverfg. seit 2001, bis mindestens 2006 zwangsmedikamentiert wurde, eben mit zyprexa

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  20. @Winfried Sobottka
    Sie haben da etwas missverstanden, aber das zu klären habe ich keine Lust. Offensichtlich haben Sie etwas auf sich bezogen, was so gar nicht an Sie gerichtet war, sondern nur eine Erläuterung zu meinem eigenen Beitrag. (Lesen Sie's halt nochmal durch.)

    Wie auch immer. Mir liegt nichts mehr dran.

    * * *
    @Alle
    Ich möchte mich bei allen bedanken, mit denen ich hier diskutieren durfte.

    @Ursula Prem
    Sie können den gegen mich gerichteten Ausdruck "Heuchler" ruhig weiterhin so stehen lassen. - Dies ist nun definitiv mein letzter Post in diesem Blog überhaupt.
    Machen Sie's gut und beste Grüße
    A.B.

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    1. @AB: Da ich tagsüber mit dem Abarbeiten von Kundentexten im Akkord befasst bin, kann ich manche Kommentare beim Moderieren leider nur querlesen, wenn ich sie nicht in einer ewigen Warteschleife liegen lassen will. Es lag keinesfalls in meiner Absicht, den von Ihnen genannten Kommentar in dieser Form durchgehen zu lassen, weshalb ich ihn soeben gelöscht habe. Bitte entschuldigen Sie diese Nachlässigkeit. Es würde mich freuen, wenn Sie uns dennoch weiterhin treu blieben. Viele Grüße, Ursula Prem

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    2. Ursula Prem, ich hatte den "Heuchler" einwandfrei nachvollziehbar begründet. Wenn es hier zwar in Ordnung ist, in subtiler Weise ("ideologisches Gedöns" für Sachargumentationen) Kommentatoren unbegründet herabzusetzen, ein den Sachverhalt treffendes klares Wort aber verboten ist, dann sollten sie doch besser mit den A.B.s diskutieren als mit mir.

      Winfried Sobottka, UNITED ANARCHISTS

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    3. Der von "deali" als Erklärung angeführte "Freie Wille" ist ein Absehen von allem, über das man etwas wissen kann, nicht anders als "Hirnstoffwechsel"(resp.Hirnfunktion/Nervenkostüm").

      Beide Kategorien sind sehr hübsch. Bei der einen kann man wenigstens weiterfragen, wie denn der Wille des Menschen im einzelnen zustandekommt, und
      wer mehr Macht über das Leben von Herrn V. hatte. Er hatte keine darüber. Weniger als in Strafhaft. Nur darüber, ob er in dieser Situation seinem Leben ein Ende setzt. Irgendwie nichtssagend, wenn Deali da mit Freiem Willen anfängt. irgendwie stimmt das ja immer. Bloss wie?

      Und was das erwähnte Zyprexa angeht. Es gibt mehr als einen Erfahrungsbericht mit dieser Substanz, der von Suizidgedanken berichtet.
      Mich wundert das nicht, und zwar egal welche Substanz den Leuten da als Lebenshilfe von den Experten empfohlen wird. (Von Zwangsbehandlung hier mal zu schweigen.) (Fundstelle: http://www.sanego.de/Suizidgedanken-bei-Zyprexa 20.10.2013)
      -
      Klar wollte Waldemar V. sterben. Er wusste -einmal mehr- nicht mehr ein, noch aus. Statt in seiner Ehekrise mit ihm nach Lösungen zu suchen, bekam er ein paar lausige Pillen verschrieben, die manche Menschen sehr reizbar, überwach machen können, was man ihnen i.d.Regel vorher nicht sagt. Zur Sensibilisierung für das, was um einen herum vorgeht, und die eigene Rolle darin, kann der Verweis auf die Körperchemie sowieso weniger als nichts beitragen. Das lenkt nur ab. Statt mit ihm darüber nachzudenken, ob es eine gute
      Idee ist, das Leben wegzuwerfen, wenn man verzweifelt ist, bekam er ein paar Pillen verschrieben.
      Statt über sein Leben und möglichst gute -Reaktionen
      in seiner Ehekrise nachzudenken, über vielleicht unvermeidliches und vermeidbares zu sprechen, und über Perspektiven, die es da immer gibt, -es ist ja nicht die erste und zur gleichen Zeit einzige Ehe, die auseinandergeht, und dabei geht es bekanntlich in der Regel hochemotional zu-
      bekam er eine Diagnose und ein paar Pillen verschrieben.
      Antidepressiva machen manche Menschen überwach. Aus der Verzweiflung können sie nicht heraushelfen, die lässt sich nicht chemisch ausdrücken. Höchstens, das der Mensch sich dadurch hochenergetisch fühlt, wo doch Zögerlichkeit, Langsamkeit, ein eigener innerer Rhythmus das richtige zum Überlegen wäre, wie weiterzukommen ist in so einer unangenehmen Umbruchsituation. Im Streit mit seiner Frau stach er auf sie ein-
      Es sind viele Fälle bekannt, und in den USA wurde neulich ein Prozess gewonnen gegen einen Arzt, der seinem Patienten zehn Jahre lang Pillen gegen unangenehme Gedanken und Lebensprobleme verschrieb, ohne ihn nur ein einziges Mal zu sehen, bis der Mann sich umbrachte. Ein paar gute Gespräche, vor allem gut zuhören über das worum es geht, hätten bei jenem Mann -vielleicht- was zurechtrücken können, vielleicht auch nicht. Der Mediziner hat es nicht mal versucht, oder sich wenigstens für unzuständig erklärt.

      Zurück zu Herrn V. Nach Abgleich mit dem Diagnosemanual und unter jedem Absehen von den Umständen, dem drumherum seiner Tat musste er ins Forensische Krankenhaus, was eine Haftanstalt auf unbegrenzte Zeit ist. Das ist ja nun auch nicht gerade eine Perspektive. Besonders im Lichte, das der Streit mit seiner Frau, der im Messerstich eskalierte, auch um das Sorge- und Umgangsrecht für seine Tochter ging.

      Im BKH bekam er wieder eine andere Substanz. Ist jetzt auch nicht gerade ein Helfer in Sorgen, Nöten, Ängsten, zwiespältigen Gefühlen. Ausser, das man bestenfalls bewusstseinsgetrübt, und mit den körperlichen Einschränkungen beschäftigt wird, die von diesen Substanzen kommen.

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  21. Teil 2:
    Wenn ihm Psychiater hätten erklären können, wie ihre Körperchemie oder das Hirn ("gesunder Hirnstoffwechsel" ) gemacht hat, das sie auf der einen Seite des Praxisschreibtisches sitzen, und der "kranke Hirnstoffwechsel" macht,
    das der Patient auf der anderen Seite sitzt, dann wäre die Hypothese vom "Hirnstoffwechsel ausser Balance" wenigstens irgendwie eines Nachdenkens wert.
    Aber das können sie nicht. Ist nur so eine-vielfach widerlegte- Idee, von Pharmaherstellern aufgegriffen und verbreitet, um der Welt Pillen verkaufen zu können.

    Über das Leben und die Schwierigkeiten, denen sich jemand gegenüber sieht, sagt der Hirnstoffwechsel nach allem menschlichen Wissen nichts aus, schon gar nichts Brauchbares. Mit "Strahlen durch Wände" ist es auch nicht besser zu erklären.
    Jawohl, Waldemar V. hat zugestochen. Jawohl, er hat sich selbst umgebracht.(daran zweifelt niemand.)
    Aber wer erklärt sich gegenüber Regierungen, Parlamenten, Krankenkassen, Öffentlichkeit eigentlich dafür zuständig und befähigt, per "Hirnstoffwechsel/Hirnfunktion" Probleme zu lösen, für die es Lösungen nur im tatsächlichen Leben gibt? Wer tut das? War das Waldemar V.? Seine Mutter?
    Und wer macht denn Leute glauben, das nicht sie es sind, die etwas tun, sondern sie Gefangene ihrer "chemischen Unbalanciertheit, etc" wären, und redet ihnen damit ein, sie wären nicht in der Lage, ihre Dinge gut zu machen, und das man das nicht auf Pillen verlagern kann?
    Waldemar V.? Seine Mutter? Eine Frau, die wenig Deutsch kann, und nun um ihren Sohn trauert? Wer bestimmt hier eigentlich was geschieht? Waldemar V., seine Mutter, oder gutgläubig verblendete Rechtsanwälte, oder Richter, die ihren Ratgebern mit dem Titel Dr.med oder Dipl.Psych folgen, als könnten die das besser beurteilen als irgendjemand sonst, der sich damit näher beschäftigt?-
    Mit ein bisschen Strafe und einer guten Familienberatung, und einem geduldigen Geraderücken der Vorstellungen davon, wie Konflikte gut zu lösen sind, hätte "der Gesellschaft", dem Mann selber, seiner Noch-Ehefrau, seinem Kind, seiner Mutter -vielleicht- geholfen werden können. Vor allem einem, dem das Konzept von Schuld und Sühne offensichtlich geläufig war, da er sich nach der Tat selbst strafen wollte.

    Das dem Mann "Vielleicht" hätte geholfen werden können, steht hier deshalb, weil das windige Prophet-spielen aufgrund von "Fallbeispielen" und Diagnosemanualen solchen "Wissenschaftlern" wie Dr. A. , Dr.K., Dr.N. und wie sie alle heissen, nicht nachgemacht werden soll.
    Deren "gesichertes Wissen" ist eine beliebige Ansammlung von Äusserlichkeiten,
    die Diagnosehandbuch heisst, und als Persönlichkeitsmerkmal festgeschrieben wird.
    Leider ist für deeskalierende. lebensnahe Konzepte staatlicherseits und justiziell kein Wille zu erkennen. Die ganze Kohle wird den Vetretern einer Fachrichtung in den Rachen geschmissen, die wie Mediziner auftreten.

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  22. Anm.:Ich schrieb: "Die ganze Kohle wird den Vertretern einer Fachrichtung in den Rachen geschmissen, die wie Mediziner auftreten."
    Es geht dabei nicht um Geld, schon gar nicht darum, was wieviel kostet. Ich habe da absolut keine Interessen, und auch kein Geld zu vergeben. Es geht darum, das der psychiatrisierte Mensch gedanklich in eine Schattenwelt geführt wird, und die Konturen dieses Schattens(Gehirn,Stoffwechsel) sind beliebig deutbar, erklären nichts, führen von seiner Lebenswirklichkeit weg, bedeuten aber absolute geistige Macht, die sich im Umgang mit dem Patienten materialisiert, besonders wenn er per Gerichtsurteil den Vertretern solcher "der Mensch ist sein Gehirn"-Lehren "in Obhut" gegeben wird.

    Es geht also um den durchgesetzten Absolutheitsanspruch, und um die Qualität der Angebote, und um das Versprechen, Krankheiten zu heilen, die sich nur nach der jeweiligen Binnen-Norm des Diagnostikers von "Gesundheit" unterscheiden lassen. Vielleicht wird deshalb seitens der Fachgesellschaften so vehement auf der Zwangsbehandlung bestanden, weil dieser Ansatz ansonsten kaum jemandem einleuchten würde.

    Psychotrope Substanzen als Heilmittel einnehmen zu sollen, ist nochmal was anderes, als sich gegen Kummer zu betäuben, oder irgendetwas zu sich zu nehmen "um gut drauf zu sein", obwohl das so einfach chemisch ohne gelingende Selbstsuggestion halt auch nicht funktioniert, und diese sich nur mühsam oder garnicht auf Dauer aufrechterhalten lässt. Das wissen viele Menschen durch ihren Umgang mit Alkohol und diversen anderen Substanzen, auch aus der Apotheke. Nicht anders mit Psychopharmaka.


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