Sonntag, 25. Februar 2018

423 „Eine Apokalypse, zwei Zauberer und fliegende Steine“

Teil  423 der Serie Monstermauern, Mumien und Mysterien“                         
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Steinerner "Tempel" von Nan Madol.

Die mysteriösen Bauten von Nan Madol wirken je nach Licht unheimlich-düster oder trotz der Masse geradezu grazil, wie von Riesenhand spielerisch aufgetürmt. Einheimische munkeln von fliegenden Schiffen, von Wesen, die "von oben" kamen und von Magiern, die tonnenschwere Steinsäulen zum Schweben bringen konnten. Anders als mit Hilfe von wissenden Zauberern seien die Bauwerke auf den künstlichen Inselm von Nan Madol doch gar nicht zu erklären, von den massiven steinernen Fundamenten der künstlichen Eilande ganz zu schweigen.

Foto 2: Pandanus.
Pandanus wächst »unkrautartig« auf Pohnpei. Ihre Früchte wurden schon vor Jahrhunderten von den Seefahrern geschätzt. Gebacken oder zu einer Paste verarbeitet dienten sie auf langen Seereisen als Kraftnahrung für die Seeleute. Das üppige Blattwerk bietet einen angenehmen Schutz vor der  grellen Sonne. Ein mildes Halbdunkel breitet sich aus. Das Auge gewöhnt sich an die neue, angenehme Situation. Obwohl die Luft feucht und warm ist und überall kleine oder größere Tümpel ideale Brutstätten für Moskitos wären, gibt es diese bösen Plagegeister hier nicht. Überall taucht zwischen Wurzeln und Farnen  das typische Nan-Madol-Mauerwerk auf.  Lange sechs- oder achteckige Säulen sind da aufeinander getürmt. Meist sind die Mauern nicht sehr hoch, erinnern eher an rudimentäre Fundamente als an Wände. Wurden alte Gebäude weitestgehend abgetragen, wenn neue errichtet wurden? Wie wurden sie transportiert? Auf Kähnen über die Wasserstraßen?
    
Deutlicher noch sind Mauern zu erkennen, die  die Kanäle begrenzen. Oder sind es die Fundamente der künstlichen Inseln, an denen wir vorbeifahren? Auch im Wasser liegen Basaltsäulen. Wurden sie beim Transport verloren? Oder sind es Reste von Bauten, die hier einst standen? Wurden sie abgetragen, als neue künstliche Eilande angelegt wurden? Angeblich wurde mehrere hundert, vielleicht sogar tausend Jahre an der Inselwelt gebaut. Imme neue Architekten verwarfen alte Pläne und entwickelten neue. Sie ließen wieder abtragen, was Generationen zuvor errichtet hatten. Immer wieder soll Magie im Spiel gewesen sein. Zaubersprüche wurden angeblich benutzt, um die Riesensäulen leicht zu machen.
    
Foto 3: Massives Inselfundament.

Hastig huschen Fischschwärme am steinigen Boden dahin. Manchmal dringt ein Sonnenstrahl durch das Blattwerk bis auf den Grund des niedrigen Kanals. Golden blitzen Fische auf. Sie fliehen vor dem leise tuckernden, langsam dahingleitenden Motorboot.

Immer wieder sind die Spuren von schmalen Kanälen auszumachen, die einst seitlich von der »Hauptwasserstraße« wegführten. Sie sind aber verschlammt, zugewachsen und für Boote nicht mehr passierbar. »Vielleicht gibt es hier im Morast noch Reste der alten Schleusen!« mutmaßt der tüchtige Guide. »Man müsste sie ausgraben, freilegen! Aber wer soll das bezahlen?« Dann mahnt Lihp Spegal ernst zum Aufbruch: »Wir müssen umkehren! Noch ist Flut, bei Ebbe schaffen wir den Rückweg nicht! Dann ist an manchen Stellen das Wasser zu seicht!«
     
Foto 4: Massive Steinsäulen unter Wasser.

Zurück bleibt die märchenhaft schöne, verträumte Zauberwelt der künstlichen Inseln des steinzeitlichen Venedigs der Südsee. »Morgen kommen wir wieder!« Mehr als strapaziös ist der Weg  zu den mysteriösen Ruinen. Doch wer einmal hier war, ist vom geheimnisvollen friedlich-idyllischen Zauber fasziniert, der möchte immer wieder in dieses Paradies zurückkehren. Es sind nicht die erstaunlichen Ruinen allein, die faszinieren. Es ist nicht die üppige Pflanzenpracht allein, die es auf anderen Südseeinseln in bunteren Variationen gibt, die den Besucher fesselt. Es ist die dichte Atmosphäre, die von begabten Hollywoodregisseuren mit noch so vielen Dollars nicht realisiert werden könnte, die den Besucher in ihren Bann zieht: Hier sind Mythen und alte Sagen förmlich greifbar. Man spürt sie geradezu körperlich, ohne sie zu verstehen.

»Nan Douwas« (Siehe Foto 9, Lageplan, unten!) ist das am besten erhaltene steinerne Riesenbauwerk von Nan Madol. Furchteinflößende Kräfte gewaltigen Ausmaßes haben freilich dem hohen Außenwall zugesetzt. Die imposanten Basaltsäulen, die heute nur mit starken Kränen bewegt werden könnten, wurden umhergewirbelt, so als handele es sich um ein überdimensionales Mikado-Spiel. Wer oder was brachte Teile der monumentalen Mauer teilweise zum Einsturz? Ein Erdbeben? Ein Orkan? Eine Riesenwelle? Oder fielen sie von Menschenhand, in einem Krieg?

Foto 5: Pedro Fernandez de Quiros.
Anno 1595 betrat Pedro Fernandez de Quiros als erster Weißer Nan Madol. »Nan Douwas« imponierte ihm sehr. Solch eine gewaltige Festungsanlage, so schlussfolgerte der recht materiell denkende Seemann, musste doch immense Schätze bergen. Vergeblich suchte er nach Wertvollem und verschwand enttäuscht. Anno 1686 sahen sich Spanier »Nan Douwas« an. Sie beanspruchten den gesamten Inselkomplex als Besitz der spanischen Krone. Auch die neuen Herren suchten vergebens nach kostbaren Schätzen.

Anno 1826 landete James O’Connel als Schiffbrüchiger. Ihm wurde ob der Einheimischen Angst und  bange. Freilich erwiesen sich seine Befürchtungen als unbegründet. Der wackere Ire kam erst gar nicht auf den Speiseplan der einheimischen Kannibalen, die damals angeblich noch der Menschenfresserei huldigten. Er heiratete eine Einheimische und ließ sich am ganzen Körper tätowieren. Die Meister jener Kunst genossen es, die weiße Haut mit komplizierten Motiven zu überziehen. (Später zog O’Connel mit einem Zirkus um die Welt und ließ sich gegen Barbezahlung bestaunen.) Wenn je ein Außenstehender das Vertrauen der Einheimischen genossen hat, dann war es der einstige Schiffbrüchige. Auch er erfuhr freilich nichts von einem Schatz auf »Nan Douwas«.
    
Foto 6: Nebeneingang von Nan Dowas.

»Nan Douwas« ist freilich nur eine steinerne Anlage der mysteriösen Art von vielen. Sie alle wurden einst auf einer künstlichen Inseln errichtet.

»Dapahu« gilt heute als eines der ältesten künstlichen Eilande, soll etwa 230 nach der Zeitwende erbaut worden sein. Solche Datierungen sind freilich fragwürdiger denn je. Gewiss, es fanden sich hier mehr auswertbare Spuren als sonst wo in Nan Madol: unzählige Töpferwaren. Ist es aber nicht eher unwahrscheinlich, dass in den angeblich ältesten Bauwerken die meisten Spuren der einstigen Bewohner gefunden wurden? Wahrscheinlicher ist es doch, dass dort, wo besonders viele Tonwaren gefunden wurden, historisch gesehen zuletzt gesiedelt wurde. Dann aber wäre »Dapahu« nicht die älteste, sondern die jüngste Anlage. Dann müssten folgerichtig die anderen noch älter sein.
    
Foto 7: Gab es einst eine »Apokalypse« in der Südsee?

Diese Annahme wird auch durch die örtliche mündliche Überlieferung bestätigt! Auf Dapahu sollen einst die Speisen für die ersten Herrscher von Nan Madol zubereitet worden sein. Besonders hohes Ansehen genossen die Schiffsbauer. Die Besten der Besten arbeiteten für die hohen »Chefs«. Sie hatten auf Dapahu ihre Werkstätten. Oder sollte man besser sagen: ihre Büros? Denn die Herrscher mieden allem Anschein nach wo immer das möglich war jeden Kontakt mit der »niederen Bevölkerung«.

»Pahn Kadira« war, so mutmaßt man, das logistische Zentrum. Von hier aus wurden die Baumaßnahmen gesteuert. Hier wohnten die besten Steinspezialisten. Sie waren es, die die riesigen Basaltsäulen, die im Norden von Temuen aus dem Boden wuchsen, »fällten«. Allein das erforderte schon erstaunliches Können. Die gewaltigen Kolosse mussten nicht nur »geschlagen« werden. Sie mussten mit enormen Kraftaufwand niedergelassen, zum Boden abgesenkt werden, ohne dass die viele Tonnen schweren »Steinstämme« zerbrachen. Wie wurden sie abgesägt? Schließlich stand den Spezialisten damals angeblich kein Metall zur Verfügung!

Foto 8: Auch die Osterinsulaner sollen von einem »Atlantis« der Südsee gekommen sein.

In einer kleinen Privatbibliothek in Kolonia durfte ich einige erstaunliche Werke einsehen, die die Ursprünge von Nan Madol zu ergründen versuchten.  Dr. Campbell, ein Schiffsarzt, der anno 1836 Nan Madol besuchte, mutmaßte, dass die künstlichen Inseln von einer Rasse bebaut wurden, über die nichts mehr in Erfahrung gebracht werden könne. Es gebe nicht nur auf den künstlichen Inseln, sondern auch auf Ponape alias Pohnpei erstaunliche Bauten. Längst seien sie vom Urwalddickicht verschlungen und kaum noch zu finden.

Zweimal bekam ich vor Ort eine Legende erzählt, demnach kamen einst siebzehn Frauen und Männer aus einem Land weit im Süden und schufen die Fundamente der »Tempel«. Erst sehr viel später kamen die Zwillingsbrüder Olisihapa und Olsohapa in einem »riesigen Kanu«. Die Heimat der beiden Zauberer, so wird überliefert, wurde in einer katastrophalen Apokalypse zerstört und versank schließlich im Meer. Kanamwayso könnte mit der Urheimat der Osterinsulaner identisch sein. Auch die Mythologie der Osterinsel kennt ein uraltes Königreich im Pazifik, das in den Fluten versank. Der fliegende Gott Make Make soll dem Priester Hau Maka sozusagen im letzten. Moment, als neue Heimat die Osterinsel gezeigt haben. Olisihapa und Olsohapa konnten, so weiß es die mündlich  weitergereichte Mythologie, riesige Steinsäulen durch die Luft schweben lassen und zu Monstermauern und Riesentempeln auftürmen.

Foto 9: Nach wie vor mysteriös - die Osterinsel.

Zu den Fotos
Foto 1: Steinerner "Tempel" von Nan Madol. Foto um 1898, Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Pandanus. Foto Wikimedia commons/ public domain/ Luke Skywalker
Foto 3: Massives Inselfundament. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Massive Steinsäulen unter Wasser. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Pedro Fernandez de Quiros. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Nebeneingang von Nan Dowas. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Gab es einst eine »Apokalypse« in der Südsee? Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 8: Auch die Osterinsulaner sollen von einem »Atlantis« der Südsee gekommen sein.
Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 9: Nach wie vor mysteriös - die Osterinsel. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 10: Hier liegt Dapahu. Foto Wiki commons, Hobe/ Holger Behr
(Siehe unten!)


Foto 10: Hier liegt Dapahu. Foto Wiki commons, Hobe/ Holger Behr

»Wo die Reise endet - Künstliche Inseln und das kleine Volk«,
Teil  424 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 04.03.2018




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Sonntag, 18. Februar 2018

422 „Nan Madol - das Mirakel der Südsee“

Teil  422 der Serie
„Monstermauern, Mumien und Mysterien“                         
von Walter-Jörg Langbein
                       


Foto 1: Nan Madol aus der Vogelperspektive.

Oxford-Professor John Macmillan Brown, unermüdlicher Forschungsweltreisender und einer der großen Gelehrten Neu Seelands, Gründer die »University of Canterbury« von Christchurch, anno 1924 in »The Riddle of the Pacific« (1): »Beim südöstlichen Riff von Ponape gibt es eine zyklopische Ruine; da sind große Gebäude mit einer Grundfläche von insgesamt elf Quadratmeilen errichtet worden, auf quadratischen oder rechteckigen künstlich geschaffenen Inselchen. Das Verschiffen über das Riff bei Flut und das Hochzerren dieser gewaltigen Blöcke, wovon viele bis zu fünfundzwanzig Tonnen wiegen, bis in eine Höhe von zwanzig Metern, muss den Einsatz von Zehntausenden von gut organisierten Arbeitern bedeutet haben. Und die müssten alle gekleidet und ernährt worden sein.«
     
Das aber, so der Gelehrte, war eigentlich unmöglich: Für zehntausende Arbeiter war kein Platz. Zehntausende konnten nicht hinreichend ernährt werden. So viel Nahrungsmittel konnten auf dem kleinen Eiland gar nicht produziert werden. Und selbst wenn die Arbeitssklaven kärglichst verköstigt wurden, so hätten sie doch unübersehbare Spuren hinterlassen müssen. Selbst wenn sie in armseligsten Behausungen vegetiert hätten, derlei große Ansiedlungen verschwinden nicht spurlos. Fazit: Um die Bauten von Nan Madol zu verwirklichen, wären Zigtausende von Arbeitern erforderlich gewesen. Ein auch nur annähernd großes Heer von Arbeitern hat es aber auf Nan Madol nie gegeben. Also dürfte es eigentlich die Anlagen von Nan Madol gar nicht geben. Sie existieren aber. Professor Macmillan Brown (2): »Es ist eines der großen Mirakel der Südsee!«

Foto 2: Der Svartifoss-Wasserfall.

Im Skaftafell-Nationalpark im Südosten Islands gibt es eine besondere Sehenswürdigkeit: den Svartifoss-Wasserfall. Tosende Wassermassen stürzen da weiß schäumend in die Tiefe, und das vor schwarzen Basaltsäulen. So soll zumindest auch einer der »Steinbrüche« von Nan Madol aussehen. Die Säulen mussten nur noch gebrochen und transportiert werden. Trotz mehrerer Anläufe ist es mir nicht gelungen, einen der Steinbrüche zu besichtigen. Ich muss zugeben: Die Ruinen waren mir sowieso wichtiger.

Wie groß Nan Madol einst wirklich war, wir wissen es nicht. Man kann davon ausgehen, dass Teile der heutigen Ruinenstadt im Meer versunken sind. Taucher haben Reste von einstmals wohl riesenhaften Bauten weiter im Westen von Nan Madol auf dem Meeresgrund entdeckt. Eine Untersuchung hat es dort bis heute nicht gegeben. Klar ist: Die »Säulen« wurden von der Erde gestellt, schlagen und transportieren musste sie der Mensch. Svartifoss, Skaftafell national park, Island

Fotos 3 und 4: Der »Urwald« von Pohnpei bietet noch manches Geheimnis.

Warum hat man aber die Gebäude nicht in der Nähe des Steinbruchs errichtet? Genauer: Warum hat man die Stadt aus Basaltsäulen nicht in der Nähe eines der Steinbrüche gebaut? Mehrere heute von Urwaldickicht überwucherte Orte werden als potentielle ehemalige Steinbrüche gewertet. Erreichbar waren sie bei meinen Besuchen leider nicht. Dann wäre das Problem des Transports der Säulen erst gar nicht aufgekommen. Irgendwie muss es vor vielen Jahrhunderten gelöst worden sein. Wie? Eine überzeugende Antwort vermögen die Archäologen nicht zu bieten. Warum wurden an der entgegengesetzten Seite der Hauptinsel erst im Meer unter kaum vorstellbarem Aufwand 92 künstliche (oder mehr) Inseln gebaut, um als Fundamente für eine steinzeitliche Anlage monströser Bauten zu dienen? Warum schuf man direkt im Meer eine Stadt? Und nicht auf dem Festland von Temuen selbst?
    
Warum wurde überhaupt mit Stein gebaut? Gab und gibt es doch Holz in unbeschreiblichem Überfluss. Holzstämme standen  in ausreichendem Maße zur Verfügung, um die ganze Insel mit Häusern und Tempeln förmlich zu überziehen. Warum verschmähte man aber dieses leicht zu bearbeitende Material und zog tonnenschwere Basaltsäulen vor? Wie wurden die bis zu neun Meter langen und oft mehr als zehn Tonnen schweren Säulen transportiert? Welchem Zweck dienten die Bauwerke?

Foto 5: Flug über Nan Madol.

James G.O’Connell war vermutlich der erste Europäer, der die geheimnisvolle Welt von Nan Madol bestaunte und ausführlich beschrieb. In seinem Werk »Adventures of James G. O’Connell«, 1836 in Boston publiziert, lesen wir (3):

»Das schönste Abenteuer dieser Exkursion war die Entdeckung einer großen unbewohnten Insel, auf der erstaunliche Ruinen waren, von einem geradezu wirklich wundersamen Umfang und Ausmaß. Im äußersten Osten befindet sich eine große flache Insel, die bei Flut in dreißig oder vierzig kleinere unterteilt zu sein scheint, nämlich vom Wasser, das dann ansteigt und über sie fließt. Dort gibt es keine Felsen, die von der Natur aus dort befinden. (Sie müssen also von Menschenhand hingeschafft worden sein.) In manchen Teilen wachsen Früchte, reifen und verfaulen. Aus einer gewissen Entfernung scheinen die Ruinen eine fantastische Anhäufung durch Mutter Natur zu sein, als wir uns aber näherten, waren wir erstaunt ob der offensichtlichen Spuren von Menschenhand bezüglich ihrer Errichtung.

»Die Flut war hoch, unser Kanu wurde in einen schmalen Bach gepaddelt, der so eng war, dass er an manchen Stellen kaum durchfahren konnte. Am Eingang passierten wir viele Yards zwischen zwei Mauern, die so nah waren, dass wir beide vom Boot aus, ohne seine Lage zu verändern, die Wände hätten berühren können.«
    
Foto 6: Die Küste von Pohnpei.

Für die Bewohner der Hauptinsel war die Ruinenwelt absolutes Tabu (»majorhowi«). Ein Zauber, so warnte man James G. O’Connell eindringlich, liege auf der mysteriösen Stätte und werde ihn töten, so er den heiligen Bauten auch nur nahe komme. O’Connell ließ sich nicht abschrecken. Immer wieder kehrte er zurück, beobachtete, studierte und notierte seine Eindrücke. Bewundernd hielt er fest: »Die immense Größe eines Teils der Steine in den Wänden machte es unmöglich, dass sie ohne die Hilfe einer mechanischen Apparatur hätten eingebaut werden können, welche allem überlegen hätte sein müssen, was ich bei den Insulanern sah.«

Am 26. August 1857 veröffentlichte Dr. L. H. Gulick in »The Friend« seinen Bericht eines Besuchs von Nan Madol. Da heißt es: »Die gesamte Hauptinsel, und auch kleinere der bescheidensten Größe sind, so kann man sagen, von steinernen Strukturen überzogen, die man gewöhnlich als Ruinen bezeichnet, obwohl man daraus nicht ableiten sollte, dass sie tatsächlich in einem ruinenhaften Zustand sind. Es ist schwierig eine Meile, ja auch nur die Hälfte davon, in irgendeine Richtung zu gehen, ohne auf die Überreste uralter  Arbeit zu stoßen. Sie werden an allen möglichen Orten entlang der Küste, Meilen davon entfernt im Landesinneren, auf Anhöhen und in abgeschlossenen Tälern, auf flachen Ebenen und an Steilhängen gefunden.«

Foto 7: Schützt ein Fluch die künstlichen Inseln von Nan Madol?

»Nan Douwas« heißt eine der Inseln, für die allein sich jeder Pohnpei-Besucher mehrere Tage Zeit nehmen sollte. Lihp Spegal, der tüchtige Guide, der mich  mehrere Tage lang durch die steinernen Anlagen von Nan Madol geleitet hat, übersetzt den Namen so: »Im Mund des Hohen Häuptlings«. Was das zu bedeuten hat, wusste er nicht zu sagen. Justan dieser Stelle soll einst die Gottheit Nahnisohnsapw verehrt worden sein. Hier wurden die ersten Herrscher von Nan Madol feierlich in bunkerartigen Grüften bestattet. Jene Auserwählten sollen noch Kontakt zu den himmlischen Lehrmeistern gehabt haben, die auch in der Südsee als reale Wesen angesehen wurden, nicht etwa als geistige Prinzipien oder Verkörperung von Naturgewalten.
    
»Nan Douwas« macht einen wahrlich imposanten Eindruck. Die äußeren Mauern, bestehend aus meterlangen Basaltsäulen, sind stolze neun Meter hoch und drei Meter dick. Das riesige Geviert ist quadratisch angelegt. Jede Seite misst neunzig Meter. Vorsichtigen Schätzungen zufolge wurden allein hier schon 25 000 Basaltsäulen verarbeitet! Im Inneren folgt eine weitere Mauer, die einen Innenhof umgibt. Sie ist wiederum aus Basaltkolumnen errichtet worden. Aus gleichem Material ist auch die zentrale Gruft, die an einen Bunker erinnert. Die meterlangen »Steinbalken« sind millimetergenau aufeinandergesetzt. Auf Mörtel oder ein sonstiges Bindemittel wurde verzichtet. Geschickt wurden immer wieder bewusst Hohlräume ausgespart und mit zerstoßenen Korallen aufgefüllt. Verarbeitet wurden allein für die Gemäuer von »Nan Douwas« 13.500 Kubikmeter Füllmaterial und 4.500 Kubikmeter Basalt in Form von Steinsäulen.
     
Foto 8: Unser Rennkann vor Nan Dowas.

Worte sind zu schwach, um hinreichend zu beschreiben, was die Väter des achten Weltwunders einst vollbracht haben! Selbst noch so gute Fotos können die unglaublichen Leistungen der alten Südseebewohner nicht ausreichend würdigen. Die riesigen Gebäudekomplexe lassen sich nun einmal nicht wirklich fototechnisch erfassen. Wer freilich in der tropischen Hitze an Ort und Stelle die mysteriösen Bauwerke abgeschritten ist, der begreift, dass Nan Madol  mit Fug und Recht als achtes Weltwunder bezeichnet wird.
    
Fotos 9-11: Pflanzen gedeihen im Salzwasser?

Doch selbst wer es vor Ort erkundet, kann nur erahnen, wie gewaltig der riesige Komplex einst war. Auch heute können noch manche Kanäle per Boot mit möglichst geringem Tiefgang  erkundet werden. Andere wiederum sind fast vollständig von tropischem Blattwerk zugewuchert. Es ist ein faszinierendes Erlebnis,  sich vorsichtig per Boot in jenes grüne Dickicht hineinzuwagen. Hohe Pfahlwurzeln ragen weit aus dem brackigen, manchmal faulig riechenden Wasser heraus, verzweigen sich oberhalb des Wasserspiegels zu bizarren gewachsenen »Kunstwerken«.

»Wie können Pflanzen im Salzwasser wachsen?« Lihp Spegal zuckt mit den Schultern. »Es gibt hier wahrscheinlich Süßwasserquellen! Im Gemisch aus salzigem und süßem Wasser gedeihen Pflanzen, die in Salzwasser  absterben würden!«
    
Fußnoten
1) Brown, John Macmillan: »The Riddle of the Paific«, Honolulu, Hawaii,
Nachdruck 1996, Seite 52, Zwischenüberschrift »A vanished Empire Had Ponape as Centre«. (Zu Deutsch: »Ein verschwundenes Reich hatte Ponape als Zentrum«) 
2) ebenda, Zeilen 9 und 10 von unten (Übersetzung aus dem Englischen durch den Verfasser.)
3) Manuskript-Kopie. Archiv Walter-Jörg Langbein

Foto 12: Geheimnisvoller Pazifik.
Zu den Fotos
Foto 1: Nan Madol aus der Vogelperspektive. Foto Ingeborg Diekmann
Foto 2: Der Svartifoss-Wasserfall. Foto: wiki commons Andreas Tille
Fotos 3 und 4: Der »Urwald« von Pohnpei bietet noch manches Geheimnis. Fotos Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Flug über Nan Madol. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Die Küste von Pohnpei. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Schützt ein Fluch die künstlichen Inseln von Nan Madol? Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 8: Unser Rennkann vor Nan Dowas. Foto Walter-Jörg Langbein
Fotos 9-11: Pflanzen gedeihen im Salzwasser? Fotos Walter-Jörg Langbein
Foto 12: Geheimnisvoller Pazifik. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein

423 »Eine Apokalypse, zwei Zauberer und fliegende Steine«,
Teil  423 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 25.02.2018


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Sonntag, 11. Februar 2018

421 »Aufstieg vom Himmlischen Riff - Mysterien der Südsee«

Teil  421 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein 
                      

Fotos 1 und 2: Die Karolinen und Pohnpei

Die geographischen Fakten: Pohnpei ist die größte der Karolinen-Inseln und gehört zu Mikronesien. Pohnpei übersieht man auf den Karten des Südseeraums leicht. Betrachtet man den kleinen Klecks auf der Karte genauer, so erkennt man: Es handelt sich bei Pohnpei wiederum um eine eigene Inselgruppe. Vom Flugzeug aus gesehen sticht zunächst das gebirgige, grüne Zentrum von Pohnpei ins Auge. Beim Landeanflug fallen weitere Details auf. Schützend umgeben ein schmales steiniges, trostloses Riff und winzig wirkende, oft kaum die schaumigen Meereswogen überragende Felsbrocken das Haupteiland. Die »Felsbrocken« erweisen sich als einzelne kleine Inseln oder Ansammlungen kleiner Eilande, gegen die mächtige Wellenberge anstürmen.

Den Namen Pohnpei, so haben Sprachforscher herausgefunden, kann man übersetzen: »Auf einem steinernen Altar«. In Erinnerung an die alten Götter, die hier einst verehrt wurden, wurden 1984 diverse Schreibweisen wie »Ponape« und »Ponape To« offiziell abgeschafft. In der neuen Verfassung wurde offiziell »Pohnpei« als amtlicher Name festgeschrieben. Welchen Göttern zu Ehren wurde da ein Inselkomplex als »steinerner Altar« bezeichnet? Welchen Göttern wurde hier gehuldigt?

Foto 3: Ein riesiger steinerner Altar?

Je gründlicher man sich mit der Geschichte von »Pohnpei« beschäftigt, desto deutlicher wird, dass man wenig wirklich gesicherte Informationen zur Vorgeschichte der steinernen Anlage hat. Schriftliche Quellen aus der Zeit vor der »Entdeckung« gibt es keine. Legenden und Mythen wurden mündlich bis in unsere Tage überliefert. Freilich sind die Einheimisch heute recht vorsichtig, wenn es darum geht, Fremde in die Geheimnisse der Vorfahren einzuweihen. Das Wissen der Altvorderen wird nach wie vor von Generation zu Generation weitergereicht. Eingeweiht wurden und werden offenbar immer die jüngsten männlichen Nachkommen. Die älteren erben Landbesitz, der Jüngsten das »geheime Wissen«, etwa über naturheilkundliche Methoden (1). Mündlich überliefert wurde auch der eigentliche, der ursprüngliche Name von Nan Madol. Demnach bezieht sich die neuere Bezeichnung »Nan Madol« auf die Wasserstraßen zwischen den künstlichen Inseln. »Nan Madol« soll so viel wie »Räume dazwischen« bedeuten (2). Der ursprüngliche Name, so lautet die Überlieferung, war »Soun Nan-Leng« (3), zu Deutsch »Das himmlische Riff«.


Foto 4: Die Ruinen von Nan Madol... Aufstieg in den Himmel?

In Kolonia, der Hauptstadt von »Pohnpei«, kam ich mit einem Geistlichen ins Gespräch. Der Priester hatte gerade einen Gottesdienst in der »Kirche der United Church of Christ in Pohnpei« abgehalten. Eigentlich wollte der geschäftige Mann rasch enteilen, er blieb aber stehen, als ich auf mein Studium der evangelischen Theologie verwies. »Immerhin sind Sie kein Katholik!«, lachte er. Als ich mich nach »seinem« Gotteshaus erkundigte, war er zunächst sehr erfreut. Als ich dann aber auf die Ruinen von Nan Madol zu sprechen kam, wurde er zusehends reservierter. Als ich nach der Bedeutung des Namens »Soun Nan-Leng« fragte, wandte er sich abrupt ab, kam dann aber doch zurück. »Der Name ›Das himmlische Riff‹ führte zu einem weiteren Namen von Nan Madol: ›Ascension Island‹.«  Und was das heiße, müsse ich ja wissen. »Ascension« kann man mit »Aufstieg«, »Aufsteigen« und »Himmelfahrt« übersetzen.


Foto 5: Pohnpei, Kolonia Church

Der Geistliche pflichtete mir bei, lächelte und nickte jovial. Als ich freilich wissen wollte, wer denn seiner Meinung nach von Nan Madol zum Himmel aufgestiegen ist, verfinsterte sich sein Gesichtsausdruck. Wütend stapfte er wortlos davon. Mich stimmen diese Namen nachdenklich. Künstliche Inseln im Pazifik auf massivem steinernen Fundament, auf dem massive Bauten errichtet wurden, deren Zweck niemand mehr wirklich kennt, werden als »Das himmlische Riff« bezeichnet, als »Himmelfahrts-Insel«?  Mir kommen da jedenfalls unsere alten »Astronautengötter« in den Sinn!

Anno 1828, so steht es in den Geschichtsbüchern, entdeckte der russische Kapitän Fedor Lütke die Inselwelt. Viele Einheimische hören das nicht so gern. »Was heißt hier, unsere Heimat wurde 1828 von einem Russen entdeckt? Das ist doch Unsinn! Entdeckt wurde unsere Heimat von unseren Vorvätern vor Jahrtausenden!«
    
Örtliche Forscher freilich haben herausgefunden, dass Temuen alias Nan Madol, kein Produkt von »Mutter Natur« ist. Temuen alias Nan Madol  besteht nämlich aus einem dichten Komplex von  künstlich geschaffenen Inseln! Wie viele künstliche Eilande einst mit riesigem Aufwand geschaffen wurden, scheint nicht ganz klar zu sein. Ende der 1990er Jahre sprach man vor Ort von 82 künstlichen Inseln. Allerdings hieß es schon damals, dass es deutlich mehr gewesen sein könnten. So scheint es außerhalb des eigentlichen Nan Madol-Komplexes weitere Inseln zu geben, die von Menschenhand gebaut wurden.  In den 2000er Jahren wusste man in Kolonia von »mindestens 92 künstlichen Inseln«. Ich bin davon überzeugt, dass man so manch' weitere Insel in der Art von Nan Madol entdecken wird.

Foto 6: Wie gingen die Baumeister vor?

Wie gingen die Baumeister vor? Geniale Konstrukteure haben zunächst ein Fundament aus tonnenschweren Steinbalken gelegt - unter Wasser! Das wird wohl bei Ebbe geschehen sein. Dann ist das Meer an manchen Stellen extrem seicht. Trotzdem kann man ob der enormen bautechnischen Leistung nur staunen! Die 92 Inseln sind – ich wiederhole mich – tatsächlich künstlich, von Menschenhand angelegt: Hatte man erst einmal eine Grundmauer errichtet, so wurde sie hauptsächlich mit Steinmaterial, Korallenstaub und Erde aufgefüllt. Auf dieser Basis wiederum wurden riesige Gebäude im Blockhüttenstil aufgetürmt, wobei bis zu neun Meter lange sechs- und achteckige Säulen verwendet wurden. Die künstlichen Inseln, die seit unzähligen Jahrhunderten den Gewalten des tosenden Meeres trotzen, stellen zusammen mit den steinernen Riesenbauten das achte Weltwunder dar: Nan Madol!


Foto 7: Steinerne Bauten
Nan Madol war einst so etwas wie das steinzeitliche Venedig der Südsee. Zwischen hunderten mächtigen Bauten auf künstlichen Inseln gab es kanalartige Seewege anstatt von Straßen. Die Bewohner von Nan Madol besuchten sich gegenseitig mit dem Boot. Es nimmt nicht Wunder, dass sie ihre in den Weiten der Südsee verlorene Heimat »Nan Madol« nannten, was sich mit »Ort der Zwischenräume« übersetzen lässt. Aber ist das auch wirklich der ursprüngliche Name? Wohl kaum!
   
Der Weg von Pohnpeis Hauptstadt Kolonia nach Nan Madol ist nichts für Menschen, die schnell seekrank werden. Die Reise muss so angetreten werden, dass man dann am Ziel ankommt, wenn die Flut hoch steht. Und man muss sich wieder auf den Rückweg machen, so lange die Flut noch währt. Sonst sind die seichten Meeresuntiefen um Nan Madol herum nicht zu passieren. Lihp Spegal, der tüchtige Guide, erklärte mir: »Es gibt zwei Möglichkeiten. Die erste: Man fährt langsam aufs Meer hinaus. Dann spürt man jede einzelne Welle und wird durch das dauernde Auf und Ab auf den hohen Wellen seekrank. Die zweite: Man fährt so schnell es geht. Dann fliegt man förmlich über die Wellen dahin. Aber fast jede schlägt kräftig gegen den Boden des Boots. Man wird also tüchtig durchgeschüttelt!«

Foto 8: Lihp Spegal, Kapitän des Rennkahns
Meine Reisegefährten und ich, wir entschieden uns für Version 2. Tag für Tag nahmen wir zwei bis drei Stunden Ritt auf den polternden Wellen in Kauf. Und das in einem einfachen Kahn, auf einem Brett am Boden sitzend. Schon nach kurzer Zeit war der Boden mit Salzwasser bedeckt, saß man mit dem Allerwertesten hart und nass. Meine Kameraausrüstung lag dabei in meinem Schoß.

Ich versuchte, mit wachsendem Erfolg, die gewaltigen Schläge so gut es ging abzufedern. Ausgestattet war unser Vehikel mit einem Motor für ein starkes Rennboot. 

So brauste unser Kahn nur so dahin, bekam etwa alle zehn Sekunden von einer Welle einen gewaltigen Hieb gegen den wenig vertrauenerweckend aussehenden Boden. Die langen Risse im Kunststoffrumpf übersahen wir dabei geflissentlich. Irgendwann würde der Rennkahn auseinanderbrechen. Sollte mir das widerfahren, so hoffte ich, dass die Haie derweil anderweitig beschäftigt sein würden.
    
Foto 9: Uferbefestigung aus »Steinsäulen«

In rasender Fahrt ging es vorbei an kleinen dicht bewaldeten Inselchen. Da und dort sieht man eine windschiefe Hütte darauf errichtet. Ein paar Pfähle wurden in den Boden gerammt. Ein Wellblechdach als Regenschutz und Schattenspender angebracht. Diese »Bauten« passen nicht in die Natur. Schon haben wir die kleinen Eilande hinter uns gelassen. Immer wieder musste das Tempo stark gedrosselt werden. Dann zuckelten wir wieder einmal über eine seichte Untiefe. Bunte Seesterne leuchteten vom greifbar nahen Boden. Geschickt hob dann Guide Lihp Spegal den Außenbordmotor hoch. »Sonst streift er mir am Boden an!«, erklärte er lachend in gut verständlichem Englisch und fügte hinzu: »Jetzt stellen Sie sich einmal vor, wir hätten eine tonnenschwere Basaltsäule im Boot, um sie nach Nan Madol zu transportieren! Wir würden garantiert an einer dieser Untiefen hängen bleiben!«

Gnadenlos brannte die Sonne vom Firmament, wenn es nicht wieder einmal in Strömen regnete. Sonnenbrände entstehen, mag man sich noch so intensiv mit Sonnencreme einschmieren, alle Tage wieder. Die Schmerzen sind aber rasch vergessen. Denn unser Ziel ist das achte Weltwunder, das steinzeitliche Venedig der Südsee.
   
Foto 10: Ein Trümmerhaufen aus Stein

Schon dem flüchtigen Beobachter drängen sich Fragen auf, sobald er sich per Boot dem geheimnisvollen Ziel nähert. Sie konnten bislang nicht zufrieden stellend beantwortet werden. Warum wurde im Meer vor der südöstlichen Küste von Temuen ein steinzeitliches »Disneyland« geschaffen? Warum geschah dies nicht stattdessen auf der Hauptinsel von Pohnpei, also auf Temuen selbst? Etwa im Norden, im Distrikt Sokehs. Hier wachsen vieleckige Steinsäulen wie monströse Haare aus dem Boden: erstarrte Lava. Diese natürlichen Riesenbalken wurden abgeschlagen, wie auch immer über weite Distanzen transportiert und zu gewaltigen Bauten nach dem »Blockhütten-Prinzip« aufgetürmt.
    
Heutige »Aufklärer« der populärwissenschaftlichen Sorte neigen dazu, die großen Rätsel der Vergangenheit einfach wegzuerklären. Dies geschieht auch in Sachen Nan Madol. Da wird so getan, als sei es geradezu ein Kinderspiel gewesen, das Baumaterial für die Monsterbauten von Nan Madol zu gewinnen. Weil angeblich die Basaltpfeiler allesamt so, wie sie später verbaut wurden, fix und fertig vor Jahrmillionen entstanden.

Fotos 11 und 12: Steinsäulen unter Wasser.


Fußnoten
1) Ashby, Gene (Hrsg.): »A Guide to Pohnpei/ An Island Argosy by George
Ashby«, 2. revidierte Auflage, Kolonia 1993, Seite 236
2) »Nan Madol« = »spaces between«, nach  Shah, Amish: »Built by levitation«, Manuskript, undatiert, Archiv Walter-Jörg Langbein
3)  Ashby, Gene (Hrsg.): »A Guide to Pohnpei/ An Island Argosy by George
Ashby«, 2. revidierte Auflage, Kolonia 1993, Seite 346
4) Brown, John Macmillan: »The Riddle of the Paific«, Honolulu, Hawaii,

Nachdruck 1996.  

Zu den Fotos
Fotos 1 und 2: Die Karolinen und Pohnpei. Foto 1 (links): wikimedia commons, gemeinfrei. Foto 2 (rechts) Pohnpei. Aotearoa, Polen. 
Foto 3: Ein riesiger steinerner Altar? Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Die Ruinen von Nan Madol... Aufstieg in den Himmel? Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Pohnpei, Kolonia Church. Foto wikimedia commons/ public domain/ National Oceanic Atmospheric Administration
Foto 6: Wie gingen die Baumeister vor? Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Steinerne Bauten... Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 8: Lihp Spegal, Kapitän des Rennkahns. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 9: Uferbefestigung aus »Steinsäulen«. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 10: Ein Trümmerhaufen aus Stein. Foto Walter-Jörg Langbein
Fotos 11 und 12: Steinsäulen unter Wasser. Fotos Walter-Jörg Langbein


422 »Nan Madol - das Mirakel der Südsee«,
Teil  422 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 18.02.2018


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Sonntag, 4. Februar 2018

420 »Wenn die Sterne an der richtigen Stelle standen«

Teil  420 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein

Foto 1: Ruinen von Tulum
Mein großes Vorbild war in jungen Jahren neben Erich von Däniken der Schriftsteller Abraham Merritt (1). Der brach früh die Schule ab. Mit 17 reiste er nach Mexico, um an Ausgrabungen in Yucatán teilzunehmen. Er dürfte einer der ersten Weißen überhaupt gewesen sein, die die Maya-Ruinen von Tulum  besuchten. Merritt gelang eine geradezu kometenhafte Karriere als Journalist. Mit 18 war er festangestellter Reporter für den »Philadelphia Inquirer«, acht Jahre später hatte er es zum Mitherausgeber des Blattes gebracht.

Vor 100 Jahren, anno 1918, erschien Abraham Merritts Novelle »The Moon-Pool«, und zwar  in Fortsetzungen im Magazin »All-Story-Weekly«. Die Leserschaft war begeistert. Merritt schob bereits 1919 »Conquest of the Moonpool« nach. Beide Novellen wiederum arbeitete Abraham Merritt in den Roman »The Moonpool« um. Vor 40 Jahren brachte der Heyne-Verlag Merritts »The Moonpool« als »Der Mondsee« in deutscher Übersetzung heraus, vor 30 Jahren folgte eine weitere deutsche Ausgabe des Romans, jetzt aber unter dem neuen Titel »Der Mondteich« (2).

Foto 2: Zyklopenhaftes Bauwerk, Nan Madol.

Merritts »Moonpool« beeinflusste eindeutig H.P. Lovecraft. Völlig korrekt weist Deutschlands führender Lovecraft-Experte Marco Frenschkowski darauf hin (3) dass Merritt und später Lovecraft die Ruinen von Nan Madol quasi als Kulisse eines fantastischen Theaters genutzt haben. Lovecaft weiß von (4) »einer scheußlichen Legende«, die von uralten Zeiten berichtet (4) »während derer andere Wesen die Welt beherrschten«, die »in großen Städten gehaust« haben sollen, (4) »deren Überreste … könne man noch als zyklopische Steine auf Inseln im Pazifik finden. Sie seien viele Zeitalter vor der Ankunft des Menschen gestorben.«

Zyklopenhafte Bauten gab es einst bei Pohnpei (Nan Madol) und auf dem Eiland Kosrae. Ihre Ruinen sind auch heute noch teilweise sehr beachtlich und unbedingt eine Reise wert. H.P. Lovecraft geht immer wieder in seinem Werk auf Nan Madol ein. Zu den wichtigsten Texten Lovecrafts gehört meiner Meinung nach »Der Ruf des Cthulhu« (5). Lovecraft notierte sich  zentrale Ideen bereits am 12. oder 13. August 1925, aber erst im Sommer des Jahres 1926 machte er daraus eine Kurzgeschichte.  Lovecraft, der eigene Träume gern als Quellen für seine Texte verwendete, lässt seine »Helden« immer wieder Entsetzliches und Fantastisches im Traum erleben. Seit meinen Besuchen in den Ruinen von Nan Madol erkenne ich bei Lovecraft da und dort Anspielungen auf die einst gewaltigen Bauten.

Foto 3: Zyklopenhafte Mauer von Nan Madol.

In »Der Ruf des Cthulhu« lesen wir (6) von einem gewissen Wilcox, den »ein noch nie geträumter Traum von zyklopisch-großen Städten aus titanischen Blöcken und vom Himmel gefallenen Monolithen« überkam. Weiter heißt es da: »Wände und Säulen seien mit Hieroglyphen bedeckt gewesen«. Blöcke von beachtlicher Größe und Säulen wurden in Nan Madol einst zu titanischen »Tempeln« aufgetürmt. Hieroglyphen oder Schriftzeichen freilich wird man vergeblich suchen. Schriftliche  Urkunden aus der Zeit der Erbauung von Nan Madol hat man bis heute nicht gefunden. Dabei muss es aber eine sorgsame Planung der gewaltigen Mauern gegeben haben, bevor man sich daran machte, die beeindruckenden Bauwerke zu realisieren.

Wer heilige Bücher, Mythen, Sagen und apokryphe Schriften nach Hinweisen auf »Astronautengötter« durchforstet, der wird auch bei Lovecraft immer wieder fündig (7): »Sie verehrten, so sagten sie, die Großen Alten, die schon lange vor den Menschen gelebt hätten und die vom Himmel auf die junge Welt gekommen seien.« Und diese Wesen stammen bei Lovecraft aus dem All. Er beschreibt sie als interestellar reisende Astronautengötter, und das in einer Zeit, als der Flug zum Mond bestenfalls fantastische Utopie einzelner »Spinner« wie Oberth und Sänger war (8):

Foto 4: Riesige Steinmonster im Mauerwerk.
»Wenn die Sterne an der richtigen Stelle standen, konnten sie durch das All von Welt zu Welt tauchen. … Und sie konnten nur wach in der Finsternis liegen und sinnen, während unzählige Jahrmillionen vorbeizogen. Sie wussten auch weiterhin, was im Weltall vor sich ging.«

In der komplexen Welt des H.P. Lovecraft kamen einst in grauer Vorzeit »Götter« aus dem All zur Erde. Sie teilten sich auserwählten Menschen mit, so wie die Elohim/ Jahwe bestimmte Menschen über ihre Absichten informierten. Häufig kontaktiere der biblische Gott einzelne Menschen im Traum, so wie der mächtige Gott der Osterinsel Make Make »seinen« Menschen Botschaften im Traum übermittelte. Der fliegende »Obergott« der Osterinsel war Make Make. Und der soll – so überliefert es die Mythologie – Priester Hau Maka im Traum gezeigt haben, wie er sein Volk von der in den Fluten versinkenden Heimat zur Osterinsel geleiten konnte. So wurde dann das Volk Hau Makas in Schiffen evakuiert, vom »Atlantis der Südsee« zur Osterinsel. Übrigens: Auch in Lovecrafts Mythologie versinken Inseln im Pazifik und tauchen wieder auf. Ganz Ähnliches wird bei den Hopi in Mythen über dasVersinken von besiedelten Gebieten im Pazifik und das Auftauchen von neuen Landmassen mitgeteilt. Auf der Osterinsel hörte ich anno 1982 einen spannenden Mythos von einem mächtigen Gott, der mit einem riesigen Hebel Land im Pazifik nach unten drücke, wodurch die Osterinsel entstanden sein soll, die im Gegenzug aus den Fluten emporstieg.

Foto 5: Kachina-Puppen....
Bei Lovecraft sind es die »Großen Alten«, die sich herabließen, mit Menschen zu kommunizieren, mit den (9) »Empfänglichen unter ihnen, indem sie ihre Träume formten; denn nur auf diese Weise konnte ihre Sprache den fleischlichen Verstand eines Säugetiers erreichen. Dann … bildeten jene ersten Menschen den Kult um kleine Götzenbilder, welche die Großen Alten ihnen gezeigt hatten, Götzenbilder, die in finstrer Zeit von den dunklen Sternen gekommen seien.«

Vor vielen Jahren hörte ich staunend im nordöstlichen Arizona, wie ein altehrwürdiger Greis das Geheimnis der kleinen »Kachina«-Puppen erklärte. NASA-Ingenieur Josef Blumrich (10) bestätigte mir im Interview: Die geheimnisvollen »Kachina« wurden einst von den »Himmlischen« in Auftrag gegeben. Sie sollten immer wieder angefertigt werden, bis zur Rückkehr der »Himmlischen«. Dann würden die Menschen auch in ferner Zukunft die kosmischen Besucher wieder erkennen. Wen wundert es da noch, dass auch die mächtigen »Götter« bei Lovecraft irgendwann wieder zu erwarten sind. Und muss man nicht an Erich von Dänikens »Erinnerungen an die Zukunft« denken, wenn Lovecraft fabuliert, einst würden die Menschen wie die Götter werden?

Nach präastronautischem Weltbild kamen einst »Astronautengötter« aus den Tiefen des Alls, so wie der Mensch einst in die Tiefen des Alls vordringen wird. Lovecraft: »Dann sei die Menschheit wie die Großen Alten geworden; frei und ungezähmt.«

Bei Lovecraft heißt Nan Madol R'lyeh. Wenn Lovecraft von den »Steinhäusern in ihrer großen Stadt
Foto 6: ... Abbilder der Himmlischen.
R'lyeh« spricht, so hatte er ohne Zweifel Nan Madol mit den steinernen »Tempeln« im Sinn. Aber woher bezog H.P. Lovecraft sein Wissen über Nan Madol? Er hat meines Wissens nach dazu nichts hinterlassen. Welche Quellen hat er nutzen können? Bekanntlich war H.P. Lovecraft geradezu detailversessen und stets bemüht, die Kulissen seiner Geschichten so realitätsnah wie nur irgendwie möglich zu beschreiben. Entstammen die alten Götter Lovecrafts nur seiner Fantasie? Oder waren ihm Mythen und Legenden bekannt? Konnte er gar archäologische Grabungsberichte auf dem Areal von Nan Madol einsehen? Mir sind keine Angaben aus der Feder von H.P. Lovecraft zu diesem wichtigen Aspekt seiner Arbeit bekannt. Mag sein, dass er bewusst die Grenze zwischen Realität und Fantasie, zwischen Fakt und Fiktion verwischen wollte. Es gab jedenfalls zu Lovecrafts Lebzeiten schon faktenreicher Literatur über Nan Madol. Unklar ist, ob sie ihm auch zugänglich war.

James G. O’Connell war vermutlich der erste Europäer, der die geheimnisvolle Welt von Nan Madol bestaunte und ausführlich beschrieb. In seinem Werk »Adventures of James G. O’Connell«, 1836 in Boston publiziert, lesen wir: »Das schönste Abenteuer dieser Exkursion war die Entdeckung einer großen unbewohnten Insel, auf der erstaunliche Ruinen waren, von einem geradezu wirklich wundersamen Umfang und Ausmaß. Im äußersten Osten befindet sich eine große flache Insel, die bei Flut in dreißig oder vierzig kleinere unterteilt zu sein scheint, nämlich vom Wasser, das dann ansteigt und über sie fließt. Dort gibt es keine Felsen, die von der Natur aus dort befinden. In manchen Teilen wachsen Früchte, reifen und verfaulen. Aus einer gewissen Entfernung scheinen die Ruinen eine fantastische Anhäufung durch Mutter Natur zu sein, als wir uns aber näherten, waren wir erstaunt ob der offensichtlichen Spuren von Menschenhand bezüglich ihrer Errichtung.«

Foto 7: Tonnenschwere Steine...
Bewundernd hielt O’Connell fest: »Die immense Größe eines Teils der Steine in den Wänden machte es unmöglich, dass sie ohne die Hilfe einer mechanischen Apparatur hätten eingebaut werden können, welche allem überlegen hätte sein müssen, was ich bei den Insulanern sah.«

Wichtige Literatur zu »Nan Madol«
Ashby, Gene (Hrsg.): »A Guide to Pohnpei/ An Island Argosy by George
Ashby«, 2. revidierte Auflage, Kolonia 1993Ballinger, Bill S.: Lost City of Stone, New York 1978
Brown, John Macmillan: »The Riddle of the Paific«, Honolulu, Hawaii, Nachdruck 1996
Hnidek, Leopold: »Das Geheimnis von Nan Madol«, Groß-Gerau 2014
Kirchner, Gottfried (Hrsg.) et al (TerraX): »Rätsel alter Weltkulturen«,
Frankfurt 1983(Ein Venedig im Stillen Ozean, S. 47 ff.)
Levy, Neil M.: »Micronesia Handbook«, 4. Auflage, Chico, Kalifornien, 1997
Morrill, Sibley (Herausg.): »Ponape«, San Francisco 1970
Rittlinger, Herbert: »Der maßlose Ozean«, München 1954 (Die versunkene Stadt, S. 104-112)


Fußnoten
1) *1884 in Beverly, New Jersey, USA, †1943 in Indian Trocks Beach, Florida, USA
2) Fischer-Verlag
3) Lovecraft, H.P.: »Chronik des Cthulu-Mythos I«, Leipzig 2011, S. 82 Mitte. Anmerkung: Marco Frenschkowskis Erläuterungen zu den Texten von Lovecraft sind für das bessere Verständnis von Lovecraft unverzichtbar. Der Fest-Verlag ist sein vielen Jahren der führende Lovecraft-Verlag.
4) ebenda, S. 105
5) Im Original: »The Call of Cthulhu«

Foto 8: Ein Teil der Bauten von Nan Madol

6) Lovecraft, H.P.: »Chronik des Cthulu-Mythos I«, Leipzig 2011, Seite 91 unten. In der eBook-Version: Seite 91, Position 1240
7) ebenda, S. 104 oben. Ebook-Version S. 104, Position 1451
8) ebenda, S. 105. eBook-Version S. 105, Position 1475 und Position 1479
9) ebenda, S. 106. eBook-Version Seite 105, Positionen 1482 und 1483
10) Blumrich, Josef F.: »Kasskara und die sieben Welten/ Weißer Bär erzählt den
Erdmythos der Hopi-Indianer«, Düsseldorf Wien 1979
11) Lovecraft, H.P.: »Chronik des Cthulu-Mythos I«, Leipzig 2011, Seite 106. eBook-Version S. 106, Poasition 1487


Zu den Fotos
Foto 9: Make-Make, der Gott der Osterinsel
Foto 1: Ruinen von Tulum. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Zyklopenhaftes Bauwerk, Nan Madol. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Zyklopenhafte Mauer von Nan Madol. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Riesige Steinmonster im Mauerwerk. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Kachina-Puppen.... Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 6: ... Abbilder der Himmlischen. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Tonnenschwere Steine... Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 8: Ein Teil der Bauten von Nan Madol. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 9: Make-Make, der Gott der Osterinsel.
Foto Archiv Walter-Jörg Langbein 

»Aufstieg vom Himmlischen Riff«,
Teil  421 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 11.02.2018


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