Sonntag, 26. April 2015

275 »Ein mysteriöses Kompendium in Stein«

Teil 275 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein



Das »lebende Kreuz« von Verden, Foto W-J.Langbein

Die geheimnisvolle »Gestalt« auf dem mysteriösen Sakralbau von Verden…. Sie wirkt wie ein lebendes Kreuz, wie eine lebende Pflanzenkreatur, wie ein Mischwesen aus uralten Zeiten. Albert Einstein äußerte sich wie folgt: »Der intuitive Verstand ist ein heiliges Geschenk und der rationale Verstand ist ein treuer Diener. Wir haben eine Gesellschaft erschaffen, die den Diener ehrt und das Geschenk vergessen hat.« Ich halte es für wichtig, dass wir wieder das »heilige Geschenk des intuitiven Verstands« achten und als Werkzeug des Denkens einsetzen. Bemerkenswert ist ja, dass Einstein Intuition und Logik nicht als unvereinbare Gegensätze ansieht. Vielmehr ordnet er Intuition auch dem weiten Feld des Verstandes zu.

Die Gestalt in Stein.
Uralte Sakralbaten des christlichen Abendlandes bieten eine Fülle von Kunstwerken, die – so habe ich in unzähligen Kirchen von örtlichen Führern gehört – vor allem für die große Masse der Menschen gedacht waren, die vor Jahrhunderten eben nicht ein Buch lesen konnten! Viele religiöse Darstellungen, wie wir sie aus Kirchen kennen, bieten Geschichte, die jeder Christ sofort versteht. Das Jesuskind in der Krippe, umringt von Maria und Joseph, den »Heiligen Drei Königen« und Ochs‘ und Esel, bedarf keiner weiteren Erklärung. Auch wenn das fromme Idyll meist eher in einen Stall aus dem rustikalen Bayernland als ins »Heilige Land« verlegt wird… die Geschichte von der Geburt Jesus im Stall von Bethlehem erkennt wohl jeder Zeitgenosse, der jemals die Weihnachtsgeschichte vernommen hat.

Andere sakrale Darstellungen allerdings sind sehr mysteriös. Nicht immer passt die offizielle Erklärung, wie sie beispielsweise in Führern suggeriert wird, wirklich zu den religiösen Kunstwerken. Oft ist Spekulation gefragt, wenn man die Botschaft der religiösen Darstellungen verstehen will. Das trifft in besonderem Maße für die Basilika von Vézelay zu, die man mit zahllosen Halbreliefs über dem Haupteingang bis hin zu den Säulenkapitellen überreich ausgestattet hat. Als Kind empfand ich diese Kunstwerke nicht als märchenhaft oder gar erbaulich, sondern als oftmals geradezu furchteinflößend!

Vézelay... auf dem »Heiligen Hügel«

Schon die Basilika von Vézelay selbst empfand ich als bedrohlich auf einer Anhöhe über dem kleinen Dörfchen Vézelay thronend, wie eine riesige Verschachtelung von Monstermauern, die wohl Mumien und Mysterien bieten würden. Unheimlich war ein kurzer Besuch in der Krypta, beim schwachen Schein einzelner Glühbirnen, war unheimlich wie ein alter Stummfilm über das »Phantom der Oper«. Spinnen hatten wohl schon vor Ewigkeiten ihre Netze aufgegeben, in denen sich längst keine Insekten mehr verfingen. Von irgendwo her kamen Geräusche von tropfendem Wasser. Ob es noch weitere, bislang unentdeckte Räume gab, hinter dicken steinernen Mauern? Würde man dort die Gebeine verschmachteter Gefangener finden, die irgendwo lebendig eingemauert worden waren?

Die Basilika von Vézelay
Hier in der Krypta wurden einst angeblich die Gebeine der Maria Magdalena bestattet. Der Glaube an diese ganz besondere Reliquie machte Vézelay zum vielleicht wichtigsten Pilgerziel Europas! Der Legende nach erreichte Maria Magdalena nach Jesu Tod am Kreuz auf dem Seeweg über das Mittelmeer Saintes-Maries-de-la-Mer in der Provence. Dort habe sie, als Apostelin der Apostel, das Christentum gepredigt und sei schließlich in der Fremde, fern der Heimat, gestorben. Ein Mönch, so besagt es die Legende weiter, schaffte die Gebeine der Maria Magdalena, die nach den Schriften des Neuen Testaments übrigens keine Prostituierte war, nach Burgund. Vézelay galt allgemein als besonders gesegnet… durch die Gebeine der Heiligen Maria Magdalena.

Im späten 13. Jahrhundert aber, verlor Vézelay schlagartig seine Bedeutung, als die lange angebeteten Gebeine nicht mehr als echt angesehen wurden. Der gewaltige Pilgerstrom, der sonst unzählige Gläubige nach Vézelay geführt hatte, versiegte. Vézelay versank in der Bedeutungslosigkeit. Auch wenn die Reliquien der Maria Magdalena heute nicht mehr als echt gelten, so finden sich auch zu Beginn des dritten nachchristlichen Jahrtausends immer wieder Pilger, die vom Mysterium Maria Magdalena angelockt den Weg nach Vézelay finden. Das Gotteshaus und der Hügel, auf dem die Basilika und die mächtigen Wehranlagen erbaut wurden, wurden 1979 zum »UNESCO-Weltkulturerbe« ernannt.

Ausschlaggebend für den Niedergang Vézelay war Mitte des zwölften Jahrhunderts die Entdeckung neuer Gebeine der Maria Magdalena in St. Maximin, in der Provence. Die angeblich wirklichen Reliquien befinden sich in einer Krypta unter der Basilika »Ste.-Marie-Madeleine de Saint-Maximin-la-Sainte-Baume«. Ich jedenfalls fand den mir riesenhaft erscheinenden Bau als unheimlich und schön zugleich. Er war in meinen Augen so etwas wie mittelalterliche Burg und lichtdurchflutete Kirche zugleich.

Ein wehrhafter Eingang zur Basilika

Ein örtlicher Führer wisperte meinem Vater damals zu, es gebe Geheimgänge von den unterirdischen Gewölben in der Unterwelt, die weit hinab in die einstige Stadt Vézelay führten. Von einer einst Tausenden Menschen Wohnraum schenkenden Stadt war so gut wie nichts mehr erhalten. Ein kleines Dörfchen schmiegte sich an die Anhöhe, auf der sich die Basilika im Lauf der Jahrhunderte breit gemacht hatte. Wo hörte der Sakralbau auf? Was waren steinerne Mauern des Gotteshauses, was Überbleibsel von einst stolzen Häusern reicher Bürger von Vézelay, die so nah wie möglich an der Basilika leben und sterben wollten? Was gehört zur Basilika, was zu den imposanten Schutzmauern?

Die massive Eingangstür des Hauptportals war verschlossen, eine kleine, unscheinbare seitlich versteckte Tür aber ließ sich knarzend öffnen. Noch aber befand man sich nicht im eigentlichen Gotteshaus, sondern in einem beeindruckenden Vorraum. Wie man zu wissen meint, versammelten sich hier wahrscheinlich die Pilger auf dem Weg nach Santiago de Compostella. Hier versammelten sich im Jahr 1190 die Gefolgsleute von König Philipp II August und von König Richard Löwenherz zum Aufbruch. In diesem Jahr ging’s zu dritten Kreuzzug ins »Heilige Land«!

Johannes der Täufer
Wie so oft sind es, zum Beispiel im Hauptschiff,  die Säulenkapitelle, die die Aufmerksamkeit der Besucher verdienen. In zwölf Metern Höhe wurden da Szenen aus dem Leben von Heiligen in den Stein gemeißelt, es wurden aber auch biblische Episoden in Stein verewigt. Leicht zu erkennen ist zum Beispiel Johannes der Täufer. Und es gibt Darstellungen, die nicht leicht zu interpretieren sind. Nach christlichem Verständnis war er der Verkünder von Jesu Bedeutung als Messias. Die steinerne Figur trägt das Lamm vor sich her, als Symbol für Jesus. Das Kreuz soll auf den Opfertod Jesus hinweisen.

Vieles aber bleibt rätselhaft. Der klösterliche Führer, der meinem Vater das »gotische Gotteshaus« erklärte, verwies verschämt auf »heidnische Einflüsse«.

Offenbar sollten im frühen 12. Jahrhundert auch heidnische Besucher der Basilika von Vézelay angesprochen werden. Ihnen vertraute Bilder sollten den neuen Glauben für sie schmackhafter machen. »Heidnisch ist zum Beispiel das steinerne Halbrelief auf einem der Säulenkapitelle, das Odysseus und die mythologische Sirene zeigt. Ein sehr ähnliches »Duo« sah ich, leider im Stadium der Auflösung befindlich, in der einstigen Kaiserkirche von Kloster-Schloss Corvey an der Weser.

Nicht minder mysteriös ist ein ganz und gar nicht christliches Fabelwesen mit Schwimmhäuten an den Füßen. Vor dem angsteinflößenden »Tier« flieht entsetzt eine Art Vogel. Dieses Monster hat drei Köpfe.  Ganz in der Nähe postiert wurde eine aus der griechischen Mythologie entliehene Sirene (Mischwesen aus Frau und Vogel), versehen mit einer Schlange am »Allerwertesten«.

Der »Vorraum« wurde nachträglich angefügt. Die wuchtigen Kreuzgewölbe, die steinernen Rundbögen und die massiven, vertrauenerweckenden Pfeiler und beeindruckende Emporen lassen den »Vorraum« eher wie eine kleine Kirche vor der großen erscheinen. Eine steinerne Statue des legendären Vorläufers von Jesus gab dem »Vorraum« einen würdevollen Namen: »Kirche des Heiligen Johannes des Täufers«. Johannes trägt das Lamm mit dem Kreuz vor sich her, also das Symbol für den Messias, der nach christlichem Verständnis den Opfertod am Kreuz sterben wird.

Von den vielen Säulenkapitellen ist mir eines besonders im Gedächtnis geblieben: Da öffnet ein gefährlicher Drache seinen Schlund, aus dem so etwas wie ein gewaltiger Strahl schießt… gegen eine Frau. Kein Zweifel, der böse Drache trachtet der Frau nach dem Leben. Nach offizieller theologischer Sicht steht der Drache -  natürlich? –  für den Teufel, die Frau für »Mutter Kirche«. Der Teufel will die Gemeinschaft der Gläubigen vernichten.

Fratze, schreiend, mit Flammenhaar

Aufgefallen sind mir damals beim Besuch mit meinem Vater vor Ort immer wieder  menschliche (?) Gestalten mit sehr eigenartiger Haartracht. Das Haar fällt nicht etwa mähnenartig wallend zu den Schultern herab, es erinnert am ehesten an hoch auflodernde Flammen, die von den Köpfen gen Himmel schießen. Passend zu den schauerlichen Haaren sind oft die Fratzen, die die häufig schmerzhaft verrenkten Gestalten schneiden….

Kann man die unzähligen Reliefs auf den Säulenkapitellen wie ein Buch lesen? Wer die steinernen Rätsel zu entschlüsseln vermag, entdeckt ein ganzes Kompendium, das ohne einen geschriebenen Buchstaben auskommt! In unseren Breiten gibt es zahlreiche Darstellungen von Geschichten aus dem Neuen Testament, die wir auch ohne erklärenden Text sofort verstehen. Krippenszenen, zum Beispiel, sind uns bestens vertraut. Wir verstehen ihre Bedeutung sofort. Zahllose Darstellungen in Vézelay aber sind und bleiben rätselhaft. Hilft uns die intuitive Fantasie beim Verstehenwollen weiter? Was mag die mysteriöse Szene um die Mühle von Vézelay bedeuten? (Fotos weiter unten!)


Fotos

Die »Mühle« von Vézelay...
Das lebende Kreuz von Verden:
Foto Walter-Jörg Langbein

Die Gestalt in Stein:
Foto Walter-Jörg Langbein

Vézelay... auf dem »Heiligen Hügel«:
Foto wiki commons/ amarant

Die Basilika von Vézelay:
Foto wiki commons/ Jean-Pol Grandmont

Ein wehrhafter Eingang zur Basilika:
Foto wiko commons/ pymouss gross

Johannes der Täufer:
Foto wiki commons/ vassil

Fratze, schreiend, mit Flammenhaar:
Foto wiki commons/ vassil

Krippenszene... uns wohlvertraut.
Die »Mühle« von Vézelay...: Foto wiki commons/ vassil

Krippenszene... uns wohlvertraut: Foto
Walter-Jörg Langbein



276 »Adam, Eva und Dämonen«,
Teil 276 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       

erscheint am 03.05.2015

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Sonntag, 19. April 2015

274 » Däniken, die Mondlandung und Expresspost«

Gedanken zum 80. Geburtstag von Erich von Däniken
Teil 274 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


1) »Erinnerungen an die Zukunft«, US-Ausgabe

1968 erschien das Buch, das mein Leben bestimmen sollte: »Erinnerungen an die Zukunft« von Erich von Däniken. Anno 1968, ich war damals 14, verging kaum eine Schulstunde, in der nicht auf die »kühnen Thesen dieses Schweizers« eingegangen wurde. Ich jedenfalls war Feuer und Flamme. Ich musste selbst ein Buch schreiben, beschloss ich damals, eine Chronik unserer phantastischen Vergangenheit.

Ich fürchte, dass der erste Eindruck, den ich auf Erich von Däniken machte, nicht wirklich der beste war. So bombardierte ich Erich von Däniken schon 1968 und in den folgenden Jahren mit Expressbriefen, die wohl nicht immer zur Freude des nachtaktiven Bestsellerautors zu frühmorgendlicher Stunde von eifrigen Postzustellern angeliefert wurden. Erich von Däniken aber erkannte meine jugendliche Begeisterung und antwortete stets geduldig. In den Jahrzehnten seit 1968 hat mir kein zweiter Schriftsteller so kompetent, kameradschaftlich und hilfreich zur Seite gestanden wie Erich von Däniken. Ich kann ihm gar nicht genug dafür danken! Erich von Däniken ist nicht nur ein wirklich großer Schriftsteller und Forscher, er ist auch menschlich ein Riese!

Auch in der DDR sorgte Erich von Däniken für Furore, obwohl schon sein Erstling gar nicht so leicht zu bekommen war. Da schilderte doch dieser Däniken, wie er Material für seinen Weltbestseller gesammelt hat, auf Reisen von Ägypten bis Zentralamerika! Reisen um die Welt waren damals für den DDR-Bürger ohne Sonderprivilegien ebenso unrealistisch wie ein Wochenendtrip zum Mond.

2) EvD unterwegs
Als anno 1968 mit der Mondlandung der Amerikaner die Tür zum Kosmos einen kleinen Spalt geöffnet worden war, fragten sich viele Menschen weltweit, ob Däniken nicht vielleicht doch recht hatte. Sollte es einer Jahrtausende, ja vielleicht Jahrzehntausende älteren Zivilisation vielleicht schon in grauer Vorzeit möglich gewesen sein, interstellar zu reisen? Pioniere der Weltraumforschung wie Hermann Oberth und Eugen Sänger spekulierten schon lange von interstellaren Raumflügen.

In seinem Werk »Raumfahrt« stellte Prof. Eugen Sänger schon 1958 Überlegungen über Besucher von anderen Sternen auf der Erde in der Vergangenheit an. Er schreibt (S. 124 und S. 125): »Der Wunsch, nach den Sternen zu greifen, ist so alt wie die Menschheit selber... Der Gedanke der Raumfahrt erscheint daher am frühesten schon in der prähistorischen Menschheitsperiode in den Göttermythen und Sagen.« Entstand also der Wunsch nach Raumfahrt aus Mythen der Vorzeit und aus alten heiligen Büchern der Völker, weil die Menschen davon träumten, in die Tiefen des Alls vorzudringen? Wurden also schon vor Jahrtausenden fiktive »Raumfahrergeschichten« formuliert?
    
Prof. Sänger hält das für unwahrscheinlich. Er geht vielmehr von Erinnerungen an reale Ereignisse aus (Sänger, Eugen: »Raumfahrt – technische Überwindung des Krieges«, Hamburg 1958, S.124):

»Es erscheint uns heute fast wahrscheinlicher, dass unsere Vorfahren diese Vorstellungen aus realen Erfahrungen bei der Begegnung mit prähistorischen Besuchern aus dem Weltraum erwarben, als dass eine ans Unglaubwürdige grenzende Zukunftsschau sie ihnen schon vor Jahrtausenden auf wunderbare Weise geoffenbart hätte.« Der Raumfahrtpionier betonte  vor einem halben Jahrhundert, dass entsprechende Hinweise nicht etwa nur bei einzelnen Völkern oder Religionen vorkommen, »sondern praktisch bei allen Völkern der Erde in sehr ähnlicher Weise auftauchen«.
    
3) Mit EvD auf Malta
Schließlich listet Prof. Sänger einige Indizien für Besuche der »Astronautengötter« auf, die Jahre später sozusagen zum Kanon der »Prä-Astronautik« gehören sollten (S. 125):

»Tatsächlich berichtet nicht nur die Bibel vom Propheten Elias, er sei auf einem von Flammenrossen gezogenen Donnerwagen gen Himmel gefahren, nach mexikanischen Mythen erhielten die Maya den Besuch eines Gottes aus dem Weltraum, die Begründer der peruanischen Inkadynastie kamen vom Himmel...« Weiter schreibt Prof. Sänger (S.125): »Die bei Ninive gefundene Tontafel Assurbanipals mit der Kunde von dem Himmelsflug des sumerischen Königs Etam um 3200 v. Chr. bis in solche Höhen, dass ihm die Länder und Meere der Erde nicht größer erscheinen als ein Laib Brot, mag auch hierher gehören, ebenso wie die aus der Zeit um 155 v. Chr. stammende bekannte griechische Sage von Ikarus und Dädalos und die entsprechende germanische Sage von Wieland dem Schmied.«
    
Schließlich blickt Raumfahrtpionier Sänger in die Zukunft: Die »Erinnerung an die Fähigkeiten außerirdischer Wesen« habe im Menschen den Wunsch verstärkt, »selbst Raumfahrt zu treiben«.
    
Es ist bemerkenswert, dass ein Pionier der Raumfahrt wie Prof. Eugen Sänger den durchaus möglichen Hintergrund von Mayamythologie erkennt: dass Götter der Mayas tatsächlich außerirdische Astronauten gewesen sein können, die vor Jahrtausenden zur Erde kamen.

Nach altindischen Epen kamen vor Jahrtausenden gigantische Weltraumstädte aus den Tiefen des Universums zur Erde. Sie erzeugten bordeigene Schwerkraft, indem sie sich um die eigene Achse drehten.

Für den »Vater der Weltraumfahrt« Prof. Dr. Dr. Hermann Oberth gab es keinen Zweifel: Irgendwann einmal in der Zukunft würde der Mensch riesige Weltraumstädte bauen und mit ihnen in die Weiten des Universums vordringen. Irgendwann einmal, daran gab es für den Pionier der Weltraumfahrt keinen Zweifel, würden die Weltraumkolonisten von Planet Erde in fernen Sonnensystemen ankommen:

4) EvD als »Reiseleiter«
»Am Ziel würden die Nachfahren der einst von der Erde ausgezogenen Menschen neue Planeten erforschen und für ihre Nachkommen erschließen. Die Erinnerung an die alte Erde, die für sie in den Tiefen des Weltraumes versunken sein würde, wäre nur noch schwach und unwirklich, und die auf Mikrofilme und Tonbänder gebannte Geschichte der irdischen Menschheit klänge diesen Weltraumfahrern nicht anders als ein geheimnisvolles Märchen aus dem sagenhaften Reich der Toten.«

Warum aber, so fragte sich der Vater der Weltraumfahrt, würden Menschen das Abenteuer Weltraum wagen? Die Antwort setzte er 1954 an den Schluss seines weitsichtig-prophetischen Werkes »Menschen im Weltraum«:

»Wer das faustische Streben nicht kennt, dem kann man auf diese Frage nicht antworten, und wer es kennt, der weiß die Antwort selbst. Ihm ist es selbstverständlich, alles Erforschbare zu erforschen, alles Unentdeckte zu entdecken, mit den Bewohnern anderer Welten in Verbindung zu treten. Denn das ist das Ziel: Dem Leben jeden Platz zu erobern, auf dem es bestehen und weiter wachsen kann, jede unbelebte Welt zu beleben und jede lebende sinnvoll zu machen.«

Anno1968 traten die »Astronautengötter« in mein Leben, bei der A.A.S. bin ich seit 1975 mit dabei! Als Student begleitete ich Erich von Däniken zusammen mit seinem tüchtigen Sekretär Willi Dünnenberger auf Vortragstourneen durch Österreich, Deutschland und die Schweiz. Highlights waren die Weltkonferenzen der A.A.S., zum Beispiel in Zürich 1975 referierten u.a. Jacques Bergier, Peter Krassa und Sergius Golowin. Im Jahr darauf ging es nach Crikvenica, Jugoslaiwen. Referenten wie Josef Blumrich (NASA), Prof. Dr. Harry Ruppe und Andrew Tomas, Australien, faszinierten.

5) Als Referent in Chicago
Ich selbst durfte auf Weltkongressen der A.A.S. Vorträge halten, erstmals am 27. Juli 1978 in Chicago, Illinois. 1979 war das Jahr der Entscheidung für mich. Am 14. Juni 1979 berichtete ich in München über »Die Sache mit den Urtexten« – und beschloss, mein Theologiestudium abzubrechen. In München fand sich nach meinem Vortrag ein Verleger für mein erstes Buch – »Astronautengötter« – der leider allzu früh verstorbene John Fisch.

1979 lernte ich – durch meinen Vortrag bei der A.A.S. – meine Frau Barbara kennen und lieben, mit der ich seit 36 Jahren zusammen bin. Ich fürchte, ich habe die Nerven meiner Frau in den vergangenen Jahrzehnten mit meiner Schreiberei gar manches Mal arg strapaziert. Zu meiner Verwunderung aber sind wir heute noch ein Paar. So verdanke ich mein Lebensglück... der A.A.S.!

Erich von Däniken machte die Theorie von Astronauten, die in grauer Vorzeit zur Erde kamen und als »Götter« verehrt wurden, weltweit populär. Seit über einem halben Jahrhundert publiziert er – zunächst in Zeitungen und Zeitschriften – seine faszinierenden Gedanken. Immer wieder tauchten »Skeptiker« auf, die immer wieder verkündeten, diesen Schweizer nun endgültig »widerlegt« zu haben. Erich von Däniken aber blieb, arbeitete und publizierte weiter. Die selbsternannten »Antidänikens« blieben ohne erkennbare Wirkung und sind längst wieder in der Versenkung verschwunden.

6) Unterwegs in der Bretagne. Oder war's in der Türkei?

Allen Zeitgenossen, die als Fundamentalisten von der Richtigkeit der eigenen Religion überzeugt sind, sei folgendes Gedankenspiel empfohlen: Außerirdische observieren unseren Planeten und erkunden die unterschiedlichen Religionen. Mit wissenschaftlicher Akribie vergleichen sie nun die unterschiedlichsten Konfessionen.

Werden sie eine bestimmte Religion zur richtigen erklären und alle anderen als »Irrglauben« abkanzeln? Wohl kaum. Vermutlich werden sie über alle irdischen Glaubensformen bestenfalls milde lächeln und keinerlei qualitativen Unterschied erkennen zwischen Glaubensrichtungen von der »altkatholischen Kirche« bis zum »Zaratthustrismus«, zwischen ägyptischen Religionen und Wuismus (China).

7) EvD gibt eine Lesung.. auf Reisen...

Sollte Erich von Däniken recht haben, dann irren alle Glaubensfanatiker. Dann gab es einst in grauer Vorzeit Besucher aus dem All, die für »Götter« gehalten wurden. Sollte sich das bewahrheiten, verlieren alle Fundamentalisten die Basis ihres Glaubens. Und dann sollten die ewigen Religionsstreitereien ein und für allemal ein Ende finden.

Es ist ein Trauerspiel: Was man für DIE wahre Religion hält, hängt vom zufälligen Geburtsort ab. Und die religiöse Rechthaberei führt schon seit Jahrtausenden zu blutigsten Gemetzeln, wobei jede Rechthaberei damit begründet wird, dass man ja DEM richtigen Gott zum Sieg verhelfen müsse. Das muss ja ein schwächlicher Gott sein, der sich nicht selbst als höchste himmlische Autorität durchsetzen kann, sondern auf hasserfülltes Gegeneinander der Menschen angewiesen ist!

>> Lesen Sie hier Teil 1 meiner Würdigung Erich von Dänikens


8) Programmheft Chicago 1978
Zu den Fotos...

1) »Erinnerungen an die Zukunft«,
US-Ausgabe - Foto Archiv W-J.Langbein

2 )EvD unterwegs: Im Bild neben EvD,
Tochter Cornelia. Foto Walter-Jörg Langbein

3 )Mit EvD auf Malta: Foto Ilse Pollo

4) EvD als »Reiseleiter«:
Foto Walter-Jörg Langbein

5) Als Referent in Chicao.
Foto Herty Maria Langbein

6) Unterwegs in der Bretagne.
Oder war's in der Türkei?: Foto Ilse Pollo

7) EvD gibt eine Lesung.. auf Reisen...:
9) Programmheft München 1979
Links im Bild - Ilse Pollo.
Foto Walter-Jörg Langbein

8) Programmheft A.A.S.-Weltkonferenz
Chicago 1978. Foto: Archiv Langbein

9) Programmheft A.A.S.-Weltkonferenz
München 1979. Foto Archiv Langbein


275 »Ein mysteriöses Kompendium in Stein«,
Teil 275 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein
26.04.2015


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Sonntag, 12. April 2015

273 »Erich von Däniken zum 80. Geburtstag«

Teil 273 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein  
                  

Erich von Däniken wird am 14. April 2015 80. Wie doch die Zeit vergeht….

Foto 1: Dänikens erster Weltbestseller....
Meranier-Gymnasium, Lichtenfels, Oberfranken im Jahr 1968.
Mahnend erhebt der Erdkundelehrer den Zeigefinger: »Die Umweltverschmutzung nimmt weltweit zu. So entsteht eine undurchdringliche Gasglocke um die Erde. Das hat zur Folge, dass die Sonnenstrahlen nicht mehr durchdringen können. Die Temperaturen auf der Erde werden rapide sinken! Es wird eine neue Eiszeit entstehen! Die Pole wachsen, die Wüsten verschwinden! Das ist wissenschaftlich erwiesen!«

Meranier-Gymnasium Lichtenfels im Jahre 1968: Schüler Walter-Jörg Langbein bestellt als »Verantwortlicher der Klassenbibliothek« ein Exemplar von Erich von Dänikens »Erinnerungen an die Zukunft«. Eine Warteliste muss angelegt werden, so viele Mitschüler möchten unbedingt das Buch lesen, über das die ganze Welt diskutiert. Behauptet doch der Autor, dass in grauer Vorzeit Außerirdische zur Erde kamen und als Götter verehrt wurden.

Frühjahr 2005: Die globale Umweltverschmutzung hält unvermindert an. Allerdings ist sich »die Wissenschaft«  jetzt weitestgehend darüber einig, dass die Folge der verdreckten Atmosphäre keine neue Eiszeit sein wird. Vielmehr wird nun verkündet, dass eine rapide anwachsende Erwärmung der Erdatmosphäre zum »Greenhouse-Effekt« führt, sprich die Pole schmelzen ab, die Wüsten wachsen.
Keine vierzig Jahre sind verstrichen – und »die Wissenschaft« verkündet nicht mehr eine Vereisung der Welt, sondern eine Verwüstung. Erich von Däniken aber ist bei seiner Grundthese geblieben: In grauer Vorzeit kamen Außerirdische aus den Tiefen des Universums zur Erde. Sie wurden von den Menschen ob ihrer scheinbaren Allmacht als »Götter« verehrt.

Foto 2: Dänikens zweiter Weltbestseller...
Fast vierzig Jahre sind seit »Erinnerungen an die Zukunft« verstrichen. Was »die Wissenschaft« als »unbezweifelbare Wahrheit« vertreten hat, wird heute bestenfalls nur noch belächelt. Erich von Däniken aber ist sich selbst treu geblieben. Standhaft vertritt er auch heute noch die These, die ihn 1968 schlagartig weltberühmt gemacht hat. Zig Millionen Bücher wurden inzwischen weltweit abgesetzt. Es gab Kinofilme, Fernsehserien – und der »Mystery-Park« (heute »Mystery World« im »Kungfrau Park«) öffnete seine Pforten.

Michelau, Oberfranken, Sommer 1961: Volksschüler Walter-Jörg Langbein ist von der Kunst des Schreibens begeistert. Bald werden die ersten Bücher verschlungen. Der abenteuerlustige Knabe reitet mit Old Shatterhand durch die Weiten Nordamerikas und folgt Kara Ben Nemsi in die Welt des Orients. Gemeinsam besteht man Abenteuer. Gemeinsam bekämpft man die Schurken dieser Welt und verhilft dem Guten zum Sieg. Für den Schulknaben gibt es keinen Zweifel mehr: Als Beruf kommt nur »Abenteurer« in Frage: Die Welt bereisen...Fantastisches erleben...die Spuren uralter Kulturen erkunden...und dann darüber Bücher schreiben.
    
Die Eltern schütteln ob solcher Fantasien nur die Köpfe. Trotzdem ermutigen sie den Filius. Um die Welt bereisen zu können, muss man über eine fundierte Schulausbildung verfügen, hieß es. So wird der Aufbruch in die große weite Welt hinaus verschoben: Sesshaft bleiben, brav lernen und von Abenteuern in fremden Ländern träumen. Geplanter Aufbruch ins Abenteuer – verschoben  in die Zeit nach der Schule. Auf den Abbruch der Schulausbildung wird, sehr zur Beruhigung der besorgten Eltern, erst einmal verzichtet.1968: Erich von Dänikens »Erinnerungen an die Zukunft« erscheinen. Die Fantasien vom Abenteurertum á la Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi wurden inzwischen aufgegeben. Aber der Wunsch, Schriftsteller zu werden, wird eisern weiter verfolgt. Jetzt aber steht fest: Das Thema künftiger Bücher werden die »Astronautengötter« sein, die in grauer Vorzeit zum Planeten Erde kamen, die von den Menschen als »Götter« verehrt wurden.

Foto 3: E.v.D. unterwegs....
Der Gymnasiast Walter-Jörg Langbein hat ein Idol gefunden: Erich von Däniken! Wie der Schweizer die Welt bereist, stets auf den Spuren der kosmischen Besucher...das war der Traumberuf! Dieser Erich von Däniken erscheint so fern und unnahbar, unerreichbar! Erste Briefe werden verfasst. Eingeschrieben und per Eilbrief werden sie auf den Weg in die Schweiz geschickt. Und sie kommen an. Und Erich von Däniken antwortet sogar!

Von nun an beeinflusste Erich von Däniken mein weiteres Leben erheblich. Schon mit der Wahl des Studienfachs fing es an. Was studiert man, wenn man auf den Spuren des Bestsellerautoren durch Raum und Zeit wandeln möchte? Archäologie? »Aussichtslos!« raten Eltern und Lehrer ab. Dann muss es Theologie sein! Zum Studium der evangelischen Theologie gehören Griechisch, die Sprache des »Neuen Testaments« und Hebräisch, die Sprache des »Alten Testaments«. Was wohl die Texte der »Heiligen Schrift« in Sachen »Astronautengötter« offenbaren, wenn man sie in der Ursprache lesen kann?

So studierte ich eifrig, belegte aber so manches Seminar, das für das angestrebte Examen bedeutungslos war: mit Professor Bammel und einigen wenigen Studenten übersetzte ich Qum-Ran-Texte aus dem Hebräischen ins Deutsche:

College-Saint-Michel. Fribourg, Schweiz, 1949-1954: Der Schüler Erich von Däniken hat von seinen Altersgenossen die Spitznamen »Papa« und »der sorgende Biber« erhalten. Die Däniken-Biographen Peter Rocholl und Wilhelm Roggersdorf (1): »Zu ›Papa‹ ging man, wenn man Sorgen hatte, denn ›Papa‹ wusste immer Rat in Notlagen aller Art.«

Foto 4: E.v.D. mit dem Auto unterwegs...

Mein Leben – seit 1968: War Erich von Däniken als Schulknabe schon wegen seiner Hilfsbereitschaft und Zuverlässigkeit beliebt und geschätzt...so kann ich nur bestätigen, dass sich Erich von Däniken in dieser Hinsicht nicht geändert hat. Ich schrieb ihm anno 1968, erhielt zu meinem eigenen Erstaunen Antworten. Ich lernte Erich von Däniken schließlich persönlich kennen. Vertrauen wurde aufgebaut. Ich darf stolz sagen: Wir wurden gute Freunde. Und diese Freundschaft hält nun schon Jahrzehnte.

Wenn ich an meine ersten Leseübungen zurückdenke...an den früh entstandenen Wunsch, Schriftsteller zu werden...so kommt es mir vor, als sei das »eben erst« gewesen! Und doch sind Jahrzehnte seither verstrichen...Wie die Zeit vergeht! Dass ich aber meine Kindheitsträume, die Welt zu bereisen und Schriftsteller zu werden, verwirklichen konnte – das habe ich nicht zuletzt E.v.D. zu verdanken!

Zu E.v.D. durfte ich immer mit meinen Sorgen kommen: als Gymnasiast, als Student der evangelischen Theologie und schließlich als »freier Journalist und Schriftsteller«. Gelegentlich durfte ich ihn zusammen mit E.v.D.s langjährigem Mitarbeiter Willi Dünnenberger auf Vortragstourneen begleiten, den Diaprojektor bedienen...E.v.D. konnte noch so sehr im Stress sein, und das war er oft, eigentlich immer...Für meine Sorgen hatte er immer ein offenes Ohr.

Foto 5: 1976 in Jugoslawien. Von rechts nach links.. Willi Dünnenberger, Walter-Jörg Langbein, Erich von Däniken

So lernte ich das »Phänomen Erich von Däniken« wirklich gut kennen! Mochte eine Vortragstournee auch noch so lang sein, E.v.D. hielt jeden Vortrag mit dem gleichen, ansteckenden Enthusiasmus, als wäre es das erste Mal. Nach jedem Vortrag verteilten Willi Dünnenberger und ich Informationsblätter in Sachen A.A.S. Probehefte von »Ancient Skies« (heute »Sagenhafte Zeiten«) wurden an Interessierte verteilt. Damals, in den frühen Jahren der A.A.S. war das Blatt der Gesellschaft verhältnismäßig schlicht. So manches Mal haben E.v.D., Willi und ich im Hotelzimmer die Seiten des Heftchens sortiert und mit einem »Klammeraffen« zusammengeheftet.

Gern denke ich an jene Jahre zurück. Manch humoriges Erlebnis ist mir im Gedächtnis geblieben. Einmal saß ich kurz vor Vortragsbeginn auf meinem Stuhl neben dem Diaprojektor. Eine erboste Dame forderte mich wütend auf, ihr meinen Platz zur Verfügung zu stellen. »Wie unhöflich die Jugend doch heutzutage ist! Empörend! Wir sind als junge Menschen aufgesprungen, wenn sich ein älterer Mensch setzen wollte! Da haben wir Platz gemacht!« Ich erklärte mich sofort dazu bereit. »Vorher muss ich aber noch kurz erklären, wie der Dia-Projektor zu bedienen ist, gnädige Frau!« Die Dame verzichtete dankend.

Immer wieder traten Vortragsbesucher an mich heran, mit der Bitte, E.v.D. zu einer besonderen Widmung in ein Buch zu bewegen. »Meiner lieben Mutter!« sollte E.v.D. einmal in ein Buch schreiben. Es kostete einige Mühe den Sohn im stattlichen Mannesalter davon zu überzeugen, dass E.v.D. so nicht schreiben könne. »Warum denn nicht?« – »Es ist ja nicht seine Mutter!« – »Genau, es ist meine!« – »Aber dann kann doch E.v.D. nicht mir ‚Meiner lieben Mutter’ signieren!«

Ich habe im Laufe meines nun auch fünfzigjährigen Lebens kaum einen Menschen kennen gelernt, der so hilfsbereit ist wie E.v.D. Was habe ich nicht alles vom »Altmeister« in Sachen Journalismus gelernt! Wichtige Tipps zur Kunst des Artikel- und des Bücherschreibens hat er mir gegeben. Wie führt man ein Interview? Auch auf diesem Gebiet habe ich viel von E.v.D. gelernt. Und ich habe eine Vielzahl von Journalisten kennen gelernt, die E.v.D. befragten. Er gab immer höflich Auskunft, stand Rede und Antwort. Manches Mal hat man ihm das Wort im Munde verdreht. Ich habe »Journalisten« erlebt, die E.v.D. »interviewten«, um die Antworten auf die Rückseite einer Visitenkarte zu kritzeln. Und E.v.D. hat Vorworte zu einigen meiner Bücher geschrieben....

Erich von Däniken ist einer, der das Wort »Freundschaft« nur selten gebraucht. Für ihn bedeutet »Freundschaft« noch etwas – und nicht Oberflächlichkeit! Manche Zeitgenossen setzen »Freund« und »Freundschaft« geradezu inflationär ein, Erich von Däniken tut das nicht. Für ihn ist Freundschaft eine selten Kostbarkeit.

Foto 6: Skiurlaub... E.v.D. rechts, W-J.Langbein links

Beatenberg, Schweiz, 14. April 2015: Erich von Däniken begeht seinen 80. Geburtstag: in seinem Haus? Oder ist er auf Vortragstournee? Hatte er nicht »eben erst« seinen 50.? Solche Zahlen bedeuten bei Erich von Däniken nichts. Erich von Däniken war schon immer ein Energiebündel. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte durfte ich das immer wieder erleben.

Ein Beispiel mag genügen: Erich von Däniken führte eine Reisegruppe durch die Türkei. Archäologische Rätsel standen auf dem Programm. Kaum hatte der Bus am mystischen Nemrud-Berg Halt gemacht, sprang E.v.D. schon aus dem Vehikel. Während die Gruppe noch aus dem Bus kletterte, erklomm E.v.D. schon den Steilhang zum Berggipfel hinauf, wo rätselhafte »Götterfiguren« seit Ewigkeiten mit stoischer Gelassenheit die Jahrhunderte passieren lassen. »Hier geht’s lang!«, erklang es schon aus luftiger Höhe. Als die Schnellsten unserer Gruppe oben am Gipfel ankamen, hatte E.v.D. schon einen Esel für eine Mitreisende organisiert, die nicht so gut zu Fuß war. Und dann ließ er mit weiteren Eseln Getränke und belegte Brote für die Reisenden auf den Berg schaffen.

Foto 7: In einer unterirdischen Stadt...

Erich von Däniken ist und bleibt ein Rätsel. Woher nimmt er die Kraft, immer wieder neue Projekte anzugehen? Wie gelingt es ihm, mit immer wieder vorgebrachten, nicht selten hämischen Angriffen auf Person und Theorie fertig zu werden? Woher nimmt er seine schier unerschöpfliche Kraft – für seine Projekte? Dieser Mann ist absolut überzeugt von seiner Arbeit, von seinen Ideen. Das Wort »Ruhestand« ist dem Schweizer ein Fremdwort. Man kann ihn im positiven Sinne einen »Besessenen«  nennen: von seiner Idee, die schon seit Jahrzehnten ganze Generationen begeistert. Der »Mystery-Park« ist, allen Widerständen zum Trotz, entstanden und zieht Freunde wie Feinde förmlich an, auch noch 2015, unter dem geänderten Namen »Mystery World im Jungfrau Park«.

Ein neues Filmprojekt ist in Vorbereitung. Und was kommt dann? Man kann sicher davon ausgehen, dass E.v.D. noch so manches Projekt »in der Schublade« hat. Lassen wir uns überraschen! Freuen wir uns darüber, dass E.v.D. die Welt....so viel interessanter macht! Es gelingt ihm immer wieder, uns die Augen für die Geheimnisse von Planet Erde zu öffnen.

Foto 8: Mit Erich von Däniken auf Vortragstournee

Erich von Däniken begeht am 14. April 2015 seinen 80. Geburtstag. Ich darf an dieser Stelle ein dickes Dankeschön für so Vieles zum Ausdruck bringen! Von ganzem Herzen gratuliere ich.. in einigen Tagen, pünktlich zum 80.!

Auf noch recht viele produktive, gesunde Jahre!

>> Lesen Sie hier Teil 2 meiner Würdigung Erich von Dänikens


Fußnote

(1) Roggersdorf, Wilhelm: »Das seltsame Leben des Erich von Dänbiken«, Düsseldorf, Wien 1970, Seite 23

Zu den Fotos...

Foto 1: Erich von Dänikens Erstling. »Erinnerungen an die Zukunft«, das erfolgreichste Sachbuch der Welt aller Zeiten. Foto Walter-Jörg Langbein

Foto 2: Dänikens zweiter Weltbestseller... Foto Walter-Jörg Langbein

Foto 3: E.v.D. unterwegs.... aufgenommen vor der Bretagne. Foto Walter-Jörg Langbein

Foto 4: E.v.D. mit dem Auto unterwegs... Foto Walter-Jörg Langbein

Foto 5: 1976 in Jugoslawien. Von rechts nach links.. Willi Dünnenberger, Walter-Jörg Langbein, Erich von Däniken. Foto Herty Langbein

Foto 6: Skiurlaub... E.v.D. rechts, W-J.Langbein links. Foto Willi Dünnenberger

Foto 7: In einer unterirdischen Stadt... Aufgenomen in Derinkuju, Türkei. Foto Ilse Pollo

Foto 8: Mit Erich von Däniken auf Vortragstournee. Foto E.v.D., Selbstauslöser

274 »Däniken, die Mondlandung und Expresspost«,
Teil 274 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 19.04.2015

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Sonntag, 5. April 2015

272 »Die Bremer Stadtmusikanten kamen nie nach Bremen«

Teil 272 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Denkmal für die Stadtmusikanten
Vergeblich suchte ich anno 1964 nach den berühmten Stadtmusikanten… am falschen Ort, nämlich in Bremerhaven. Die tierischen Musikusse sind übrigens nie nach Bremen gekommen. Das vermelden die Gebrüder Grimm am Ende des Märchens: »Von nun an getrauten sich die Räuber nicht weiter in das Haus, den vier Bremer Musikanten gefiels aber so wohl darin, daß sie nicht wieder heraus wollten. Und der das zuletzt erzählt hat, dem ist der Mund noch warm.« (1)

Aufgezeichnet wurde das Märchen von den vier Bremer Stadtmusikanten von den Brüdern Jacob und Wilhelm Grimm. Veröffentlicht wurde es erstmals im Jahr 1819, in der zweiten Auflage der Grimmschen Sammlung der »Kinder- und Hausmärchen«. Als Quellen dienten Erzählungen aus dem Raum Höxter (meiner jetzigen Heimat) und aus dem Raum Kassel.

Zwei Grundthemen sind bekannt. Da wären einmal die Erzählungen von Haustieren auf der Wanderschaft, die mit List und Tücke Räuber aus einem gemütlichen Haus im Wald vertreiben. Und da wäre zum anderen die Erzählung von ausgenutzten Haustieren, die mit dem Schlimmsten rechnend die Flucht ergreifen und beschließen, ihr Glück in Bremen als Stadtmusikanten zu suchen.

»Bremer Stadtmusikanten« hat es tatsächlich gegeben, allerdings waren das keine begabten Tiere, sondern Menschen aus Fleisch und Blut. So lässt sich ein Bremer Ratstrompeter bereits  für das Jahr 1339 nachweisen. Gut ein Jahrhundert später musizierte eine Gruppe von Bremer »pipers«, also von Bremer Bläsern, und das nicht nur in der Stadt Bremen sondern auch im Ausland, nämlich in niederländischen Städten.

Die Band von Bremer Stadtmusikanten bezog ein festes Salär von der Stadt Bremen. Manchmal waren es vier, manchmal fünf, manchmal sogar sechs Bläser, die bei öffentlichen Festlichkeiten auftraten, aber auch ihre Kunst bei privaten Feierlichkeiten zum Besten gaben. Besonders weit waren die Bremer Bläser zu hören, wenn sie von Kirchentürmen herab mit Begeisterung und vollem Lungeneinsatz posaunierten.

Die privilegierten »pipers« wurden von der freiberuflichen Konkurrenz sehr beneidet. Je erfolgreicher die unabhängigen Musikusse den fest angestellten Kollegen die Arbeit streitig machten, desto größer wurde der Unmut der Etablierten. Musikpädagoge Heinz Müller-Beck zum Verfasser (2): »Man kann davon ausgehen, dass die Privilegien die ›Original-Bremer-Stadtmusikanten‹ behäbig werden ließen. Wozu sich anstrengen, wenn man doch ein festes Gehalt bezog. Die Freischaffenden  machten vermutlich intensiv Werbung. Sie dürften auch schneller auf die jeweiligen Modetrends reagiert haben, während die ›privilegierten‹ dazu nicht wirklich dringende Veranlassung sahen. Mit anderen Worten: Die freiberuflichen Musikusse boten die neuesten Trends, die privilegierten sicher oft, was schon ihre Väter und Großväter hatten erklingen lassen.«

Die privilegierten pochten immer wieder auf ihre alten, von der Stadt zugesicherten Rechte und beschwerten sich beim Rat der Stadt. Der sah sich immer wieder genötigt, Musikanten ohne Vertrag mit der Stadt auszuweisen. Es mag sein, dass die etablierten Bläser deshalb von der freien Konkurrenz gern mit eigentlich als etwas tumb geltenden Haustieren verglichen wurden.

Wenn wir nach den ältesten Versionen des berühmten Märchens suchen, stoßen wir auf flämische und französische Fassungen, die schon im zwölften Jahrhundert die Runde machten. In diesen frühen Varianten hatten es die Stadtmusikanten allerdings nicht mit Räubern, sondern mit anderen Tieren zu tun. Auch strebten die tierischen Musikusse keineswegs immer nach Bremen, sondern hatten ganz unterschiedliche Ziele.

Der Schweizer Literaturwissenschaftler Max Lüthi (1909-1991), der als einer der großen Märcheninterpreten des 20. Jahrhunderts gilt, zählte die »Bremer Stadtmusikanten« zur Gattung der europäischen Volksmärchen. Der Kern der Geschichte soll allerdings bereits um 100 v.Chr. in Rom bekannt gewesen sein.

Was so märchenhaft daherkommt, lässt sich durchaus auch radikal-politisch interpretieren. Da sind vier Tiere, nämlich Esel, Hund, Katze und Hahn. Sie haben für ihre menschlichen Herren geschuftet und sind alt geworden. Sie wurden im wahrsten Sinne des Wortes ausgebeutet und sind nun aus Sicht der »Herren« nur noch nutzlose, überflüssige Esser, die selbst nur noch fressen, aber nichts mehr zu leisten imstande sind. Lassen wir das Märchen selbst zu Wort kommen:

»Es hatte ein Mann einen Esel, der ihm schon lange Jahre treu gedient hatte, dessen Kräfte aber nun zu Ende giengen, so daß er zur Arbeit immer untauglicher ward. Da wollte ihn der Herr aus dem Futter schaffen…« Mi Recht fürchtet das Grautier um sein Leben und macht sich auf die Wanderschaft… nach Bremen, um dort Musikant zu werden. Er begegnet einem Jagdhund, der ebenfalls um sein Leben bangend die Flucht ergriffen hat: »›Ach‹, sagte der Hund, ›weil ich alt bin und jeden Tag schwächer werde, auch auf der Jagd nicht mehr fort kann, hat mich mein Herr wollen todt schlagen, da hab ich Reißaus genommen.‹«

Von ganz ähnlichem Schicksal berichtet schließlich die Katze. Auch sie ist alt geworden. Sie wärmt sich auf ihre alten Tage lieber am Ofen als auf Mausejagd zu gehen. Ihre Herrin, so schwant es dem Stubentiger, will sie ersäufen. Also ergreift auch die Katze noch gerade rechtzeitig die Flucht und schließt sich Esel und Hund an, gemeinsam wollen die Tiere nach Bremen wandern.

Zu guter Letzt schließt sich ihnen noch der Hahn an. Der hat zufällig mitbekommen, dass sein letztes Stündlein geschlagen hat, so er im vormals trauten Heim bleiben sollte. Hat doch die Hausfrau der Köchin den Auftrag gegeben, den Hahn zu schlachten und am Sonntag als Suppenbeilage zu servieren. So wird mit dem Hahn das Quartett komplett.

Unschwer lassen sich die ausgedienten Tiere als Arbeiter deuten, die nach einem Leben des Schuftens keinen Dank, sondern nur den Tod erwarten dürfen. Erst wurden sie nach Strich und Faden ausgebeutet bis sie nichts mehr leisten konnten. Dann sollten sie bösartig abserviert werden. Die alten Ausgedienten aber ergeben sich nicht in ihr Schicksal. Sie verlassen ihre bösartigen »Arbeitgeber«, schließen sich zusammen und beweisen, dass sie noch Mumm in den Knochen haben. So gelingt es ihnen, böse Räuber zu vertreiben und ein neues Leben anzufangen. Ihren Plan, nach Bremen zu marschieren und dort als Musikanten zu arbeiten, haben sie aber aufgegeben. Ohne die ausbeuterische Herrschaft kommen die »Bremer Stadtmusikanten« viel besser zurecht im Leben, frei und selbstbestimmt.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist das »Kindermärchen« von den »Bremer Stadtmusikanten« aktueller denn je. Anders als zu Zeiten der Gebrüder Grimm sind heute immer mehr »Alte« alles andere als »altes Eisen«. Unsere heutigen »Senioren« sind heute oftmals sehr viel rüstiger und agiler als zu Grimms Zeiten. In unseren Breiten streben immer mehr Senioren in die örtlichen Fitness-Studios, wuchten Gewichte, trampeln auf Spinrädern und können ein wirklich aktives »Alter« erleben.

Erst im 20. Jahrhundert entstand eine Fortsetzung zum Märchen der Grimms.  Wilhelm Scharrelmann führte die Geschichte von den Bremer Stadtmusikanten fort. Das Sequel zum Original der Gebrüder Grimm freilich ist heute so gut wie unbekannt. Die Bremer Stadtmusikanten sind heute weltberühmt wie der Dom zu Bremen.

Alle Jahre wieder findet am ersten Wochenende im März das Seminar »Phantastische Phänomene« statt. Wirklich besuchenswert sind das Überseemuseum direkt am Hauptbahnhof in Bremen, natürlich der Dom zu Bremen mit den kuriosen »Tieren« am Eingangsportal, der berühmten »Kirchenmaus« und den rätselhaften Kapitellen in der Ostkrypta! Ein paar Schritte vom Dom entfernt… das Denkmal der »Bremer Stadtmusikanten«. Es soll Glück bringen, die Vorderbeine des Esels zu reiben. Das glauben offensichtlich viele Bremen-Besucher, denn die Vorderbeine des Grautiers sind blank geputzt…..

Fußnoten

(1) Schreibweise unverändert übernommen,
nicht der Rechtschreibreform angepasst.
(2) Aufzeichnungen Walter-Jörg Langbein.
Herr Müller-Beck ist vor Jahren
hochbetagt verstorben.
(3) Schreibweise unverändert übernommen,
nicht der Rechtschreibreform angepasst.

Zu den Fotos

1971 gab die Post der D.D.R. schöne
Briefmarken mit Szenen aus dem Märchen
von den »Bremer Stadtmusikanten« heraus.
Diese Motive sind ideale Illustrationen
zum Märchen. Fotos: Archiv
Walter-Jörg Langbein

Denkmal »Bremer Stadtmusikanten«:
Fotos Walter-Jörg Langbein

273 »Erich von Däniken zum 80. Geburtstag«
Teil 273 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 12.04.2015

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