Sonntag, 27. November 2011

97 »Muttergöttin und Sonnengott«

Teil 97 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Hoch über den geheimen Kellern von Dendera gibt es ein sakrales Gebäude. Es diente einer Göttin als Liebesnest. Hier paarten sich die Muttergöttin und der Sonnengott. Pikantes »Sakrileg«: in der Mysterienwelt des Tarot wurde aus dem Stellvertreter des Sonnengottes ... der Papst. Was für Christen unzüchtiger Sakral-Sex war ... sollte das Rad des Lebens immer wieder weiter und weiter bewegen.

Im Westen des »Opfersaals« steige ich eine steinerne Treppe empor. An den Wänden sehe ich eine Vielzahl jahrtausendealter Gravuren. Dargestellt sind der König und Priester. Sie vollführen einen Ritus aus uralten Zeiten. Sie haben sich zu einer Prozession formiert und begleiten nun die Göttin nach oben, auf das Tempeldach. Mit feierlichem Ernst wurden Statuen der Göttin Hathor in einen »Kiosk« auf dem Dach getragen.

Diese in der Archäologie gebräuchliche Bezeichnung ist leicht missverständlich. Gemeint ist kein »Kiosk« im heutigen säkularisierten Sinn, sondern ein sakrales Gebäude. Gelegentlich wird von »Kapelle« gesprochen, was wiederum falsch verstanden werden kann. Auf dem Tempel der Göttin Hathor stand ein weiterer, kleiner Tempel.

Turm zu Babel
Der Tempel auf dem Tempel taucht entstellt im »Alten Testament« auf: Im biblischen Babylon lesen wir nur von einem riesigen Turm. Pieter Bruegel der Ältere malte 1563 das vielleicht berühmteste Bild dieses ersten Wolkenkratzers. Bruegels Gemälde zierte das Cover der tschechischen Ausgabe meines Buches »Die großen Rätsel der letzten 2500 Jahre«. Bruegel machte das gigantische Bauwerk noch imposanter als es in Wirklichkeit war. Und den Tempel oben auf der Spitze des Turms ließ er weg. Bei ihm befindet sich das monumentale Denkmal noch im Bau, das oberste Stockwerk ist noch nicht abgeschlossen.

Die Bibelstory im Telegrammstil: Dem biblischen Gott Jahwe war dieses Bauwerk ein Gräuel. Er zerstörte es. Wir wissen heute, dass es nicht nur einen »Turm zu Babel« gegeben hat, sondern viele. Die Menschen, so das »Alte Testament«, bauen einen Turm bis an den Himmel.

Gott ärgert sich, die Menschen werden ihm zu mächtig (2): »Siehe, es ist einerlei Sprache unter ihnen allen, und dies ist der Anfang ihres Tuns. Nun wird ihnen nichts mehr verwehrt werden können.« Das aber duldet Gott nicht. Er fährt vom Himmel herab und zerstört den Turm. Gott bringt Uneinigkeit in die Menschheit. Haben sich zuvor alle Menschen in einer Sprache verständigt, so verstehen sie sich nun nicht mehr. Die Bibel legt eine falsche Fährte (3): »Daher heißt ihr Name Babel, weil der Herr daselbst verwirrt hat aller Länder Sprache und sie von dort zerstreut hat in alle Länder.«

Babel-Komplex in der Rekonstruktion
Der biblische Text behauptet, dass der Name der Stadt »Babel« auf das hebräische Wort »balal« - zu Deutsch »verwirren« zurückgeht. Diese Erklärung ist falsch. Warum sollte man in Babylon eine Stadt nach einem hebräischen Wort benennen? Tatsächlich muss man »Babel« auf das Babylonisch-Sumerische »bab-ili« zurückführen, auf das »Tor der Götter«. (Möglich ist, dass die hebräischen Elohim-Götter von den babylonischen »ili« abgeleitet werden können!)

Rund zwei Jahrtausende vor Christus gab es in Babylon mehrstufige Zikkurat-Türme. Mag sein, dass diese imposanten Bauwerke heilige Berge darstellen sollten. Wie dem auch sei: Nach babylonischer Überlieferung stieg Marduk vom Himmel herab und ließ sich auf dem sakralen Turm nieder. In einem Tempel auf dem Turm wurde die Heilige Hochzeit vollzogen: zwischen Gott und Göttin.

Kurios aus heutiger Sicht ist, dass Ištar – die Himmelsgöttin – als Vertreterin Marduks angesehen wurde. Eine weibliche Gottheit sprang also für einen männlichen Gott ein. Ištar zelebrierte im Tempel auf dem Turm das Ritual der »Heiligen Hochzeit« mit dem König. Die Himmelsgöttin Ištar fand in Ägypten ein Pendant: die Hathor. Und Hathor verschmilzt nach und nach mit Isis.

Göttin Hathor von Dendera
Foto: W-J.Langbein
Kurz und bündig fasst das Lexikon »Das geheime Wissen der Frauen« (4) zusammen: »›Heilige Hochzeit‹, griechisch Hieros Gamos, Vereinigung eines Königs oder Heiligen Königs (ein Stellvertreter für den wirklichen König) mit einer Göttin, die meistens von einer Priesterin-Königin verkörpert wurde. Allein durch den Hieros Gamos wurde dem König das Herrschaftsrecht verliehen.«

Die griechische Mythologie verdeutlicht, worum es in der »Heiligen Hochzeit« ging: Kore, die Tochter der Demeter – Göttin des Lebens und der Fruchtbarkeit – wurde von Unterweltgott Hades ins Totenreich entführt. Verzweifelt suchte Demeter ihr Kind ... kümmerte sich nicht mehr um ihre Aufgaben, und die Natur erstarb. Es wurde Winter und die Menschen hungerten. Hades »vergiftete« Kore mit einem Granatapfel. Sie starb zwar nicht, konnte aber nicht mehr nur im Land der Lebenden verweilen. Ein Drittel des Jahres musste sie ins Totenreich kommen, dann erstarb die Natur auf Erden. Sobald Kore wieder auf die Erde zurückkehrte, erblühte das Leben wieder.

Die »elysischen Mysterien« waren ein Geheimkult, über dessen Ablauf wie auch heute nur wenig wissen. Im Zentrum der geheimen Feiern stand die »Heilige Hochzeit«. Dabei kam es offenbar zur rituell-sexuellen Vereinigung zwischen der Priesterin (der Stellvertreterin für die Göttin) und dem elysischen Hohepriester, der den Part des Gottes übernahm. Der Hohepriester trug den Titel »Hierophant«, »Ebenbild des Heiligen«. Pikantes Detail: im Tarot wurde aus dem Sexpartner der Göttin ... der Papst!

Ruinen vom Dendera-Komplex
Foto W-J.Langbein
Zurück zu Dendera, zurück zum Hathor-Tempel ... in dessen geheimen Kellern die mysteriösen »Leuchtbirnen«-Darstellungen noch heute Rätsel aufgeben! Bei brütender Hitze kletterte ich in die unterirdischen Korridore zu den mysteriösen Wandbildern. Bei brütender Hitze bestieg ich die Treppe auf das Dach des Tempels, zum Tempel auf dem Tempel. Hier paarten sich Göttin Hathor und der Sonnengott. Das Ritual – bei dem eine Hathor-Statue von Sonnenstrahlen symbolisch befruchtet wurde – diente dem Erhalt des Lebens: auf die »tote« Trockenzeit folgten Nilüberschwemmung und Wiedergeburt des Lebens ... in Gestalt von Pflanze, Tier und Mensch!

Ich erinnere mich genau ... Ich steige die Treppe empor zum Tempel der »Heiligen Hochzeit«. Ich stelle mir vor, wie einst eine Statue der Hathor auf eben dieser Treppe in feierlicher Prozession auf das Dach des Tempels gebracht wurde. In der Hitze des Tages fällt mir die Treppensteigerei schon schwer. Wie mag der Transport einer womöglich aus purem Gold gefertigten Hathor in würdevoller Weise absolviert worden sein?

In einer so lebensfeindlichen Umgebung wie der Wüste galt es, das Leben auf rituell-magische Weise fortbestehen zu lassen ... in der Hölle der Wüste, in der alles Leben so leicht hätte erlöschen können. Die Angst vor dem Tod alles Lebendigen muss sehr groß gewesen sein ... Es ist die Göttin, die in der Überwindung dieser Angst die zentrale Rolle spielt.

Osiris von Dendera
Foto Archiv W-J.Langbein
Für Anhänger der Buchreligionen Judentum, Christentum und Islam mag dies befremdlich sein. Wird der Kosmos dieser Religionen doch von einem männlich-martialischen Gott bestimmt. In den älteren, ja ältesten Religionen indes ... scheint die Göttin des Himmel regiert zu haben! Ich bin davon überzeugt, dass einst das Matriarchat bestimmend war, lange vor dem Patriarchat von Judentum, Christentum und Islam!
Das Thema »Sterben und Wiedergeburt« taucht immer wieder in der Mythologie Ägyptens auf. So wird Gott Osiris von seinem Bruder Seth ermordet und zerstückelt. Göttin Isis, eine jüngere Variante der Hathor, erweckt Osiris wieder zum Leben. Osiris ist – auch – ein Gott der Fruchtbarkeit. Wenn Isis alias Hathor den toten Osiris wieder lebendig macht, dann lässt sich das so übersetzen: die Göttin erweckt die tote Natur zu neuem Leben.

Zum Abschluss ein subjektiver Eindruck: In Zentralamerika, im mexikanischen Palenque, erkundigte ich den mysteriösen »Tempel der Inschriften«: ich stieg in die unterirdische Krypta ... in die »Unterwelt« hinab. Und ich erklommt die steile Treppe, die mich an die Spitze des Pyramide führte. Und hoch oben auf der Pyramide ... thront ein Tempel!

Seltsam: Palenque entspricht von seinem Aufbau genau der Tempelwelt von Dendera: In Dendera wie in Palenque gibt es eine »Unterwelt« und auch einen Tempel hoch oben!
Ohne Zweifel haben die Vertreter der Wissenschaft in den vergangenen Jahrhunderten eine erfreuliche Fülle an Informationen über unsere Vergangenheit ans Tageslicht gefördert. Was aber bis heute leider sträflich vernachlässigt wird, das sind die Gemeinsamkeiten der unterschiedlichsten Kulturen unseres Globus.

Fußnoten
1 Das Erste Buch Mose Kapitel 11, Verse 1-9
2 Das Erste Buch Mose Kapitel 11, Vers 6
3 Das Erste Buch Mose Kapitel 11, Vers 9
4 Walker, Barbara G.: »Das geheime Wissen der Frauen«, Frankfurt am Main 1993, Seite 400 (Stichwort »Hieros Gamos«)
5 siehe hierzu auch Cavendish, Richard: »The Tarot«, New York 1975

»Engel bei den Mayas«,
Teil 98 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 04.12.2011


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Sonntag, 20. November 2011

96 »Eine Schlange aus Licht«

Teil 96 der Serie
»Monstermauern, Mumien und My
sterien«
von Walter-Jörg Langbein

»Glühbirnen« ... »Wunderleuchten«
Foto Archiv W-J.Langbein
Ein Urenkel von Karl Mays Hadschi Halef Omar führte mich vorbei am einstigen »heiligen See« von Dendera zum Hauptgebäude. Aus der Sonnenglut ging's ins Innere des Sakralbaus. Ein zweites Bakschisch wird fällig. Der bezahlte Eintritt berechtigte mich zu einer Führung durch den Tempel, nicht aber zum Betreten der Unterwelt.

Nach Entgegennahme meines zweiten Obolus wuchtet der freundliche Guide eine hölzerne Bodenklappe auf. Über eine steile, ebenfalls hölzerne Treppe geht’s nach unten. Schließlich stehen wir ... im Kerzenschimmer vage zu erkennen ... vor einem Schlupfloch in der steinernen Wand. Mein Guide stellt die Kerze ab und demonstriert, wie der »Eingang« zu bewältigen ist. Mit den Beinen voran kriecht er in das enge Loch. Als nur noch sein Kopf zu sehen ist, ruft er: »Leg up ... leg up!« Dann ist er verschwunden.

Mit einigen Schwierigkeiten gelingt es mir, meine Beine durch das katzentürartige Loch zu schieben. Ich spüre harten Widerstand an den Füßen. Weitere dumpfe Rufe »leg up!« erschallen. Ich taste mit den Füßen das Hindernis ab. Auf diese Weise finde ich nach kurzer Zeit ein weiteres Loch in der Wand, höher gelegen, durch das ich mich – einer dicklichen Schlange gleich – schließlich mühsam winde. Auf der anderen Seite geht’s senkrecht nach unten. »Jump! Jump!« ruft mir der Führer in der Unterwelt zu. Ich wage den Sprung... Endlich stehe ich in der Unterwelt von Dendera. Endlich stehe ich den berühmt-berüchtigten »Glühbirnen« gegenüber.

WJL vor einer der »Glühbirnen«
Foto: Walter Langbein sen.
Die Luft ist stickig. Kein Lüftchen regt sich. Rasch gewöhne ich mich an den muffigen Geruch. Ob man seit Kleopatras Zeiten nicht mehr gelüftet hat? So kommt es mir fast vor ... Draußen im kleinen »Treppenhaus« allerdings, das erkenne ich, war die Luft noch sehr viel schlechter.

Es ist gar nicht so leicht, sich einen Überblick zu verschaffen. Ist doch der Raum eher ein Korridor, etwas mehr als einen Meter breit und und fast fünf Meter lang. Aus der Literatur weiß ich ... ich habe mich vorbereitet ... dass ich nun in einem Aufbewahrungsraum für sakrale Gegenstände stehe. Zweifel kommen mir an dieser »Erklärung«. Wie soll man »sakrale Gegenstände« welcher Art auch immer durch die unpraktische »Tür« in diesen Schlauch geschafft haben? Groß können sie auch nicht gewesen sein, so schmal wie der »Raum« ist!


Glühbirnen, Glühbirnen ... Foto Archiv Habeck
Wie schrieb Tons Brunés über die Reliefs in dieser unterirdischen Krypta: »Für uns symbolisieren die Bilder, besonders die Schlange in den Röhren, eine Kraft wie Elektrizität. Die eine Schlange wendet das Haupt nach vorn, die andere nach hinten, was das Symbol für PLUS und MINUS sein kann. Die Halterungen ruhen auf einer Stütze, einer sogenannten Djedsäule. Jeder Techniker wird sagen, dass in diesem Zusammenhang der betreffende Gegenstand stark an einen Isolator des Typs erinnert, wie sie bei Hochspannungsanlagen verwendet werden.«

In der Tat: Auch auf mich machen die »Glühbirnen« von Dendera einen technischen Eindruck. Auch mir drängen sich Vergleiche mit modernen technischen Anlagen unserer Zeit auf. Elektroingenieur Walter Garn (1940-2010) hat sich intensiv mit den Dendera-Darstellungen beschäftigt. Sein Resümee (2): »Ohne elementare Kenntnisse der Elektrotechnik wären solche Zeichnungen, wie in den Krypten des Hathortempels nicht möglich. Es stimmt einfach zu viel überein.«

Skeptiker können einwenden: Warum bedarf es so intensiver Isolation, warum sollte Hochspannung zum Einsatz kommen ... bei einer simplen Glühbirne? Nun, der Elektroingenieur Walter Garn hat den »Dendera-Apparat« rekonstruiert ... und zwar nicht nur auf dem Papier, sondern als funktionierendes Modell! Demnach zeigen die Reliefs in allen Einzelheiten etwas anderes als eine »Glühbirne«, so wie wir sie noch heute kennen.

Glühbirnen  ... Foto: Archiv Habeck
Die glühbirnenartigen Blasen mussten leergepumpt werden. So entstand in ihrem Inneren ein Vakuum. In diesem Vakuum kam es dann unter hoher Spannung zu einem elektrischen Lichtbogenüberschlag oder zu einer elektrischen Entladung. Wie Elektroingenieur Walter Garn im praktischen Experiment erfolgreich nachgewiesen hat, funktioniert die »Dendera-Birne«... Die im Inneren der »Blase« dargestellte »Schlange« stellt nicht den Draht in einer Glühbirne, sondern den tatsächlich stark an eine Schlange erinnernden Lichtbogenüberschlag!

Eine solche »Glühbirne« war und ist nicht als Leuchtkörper für den Alltag geeignet ... wohl aber als sakral-mysteriöser Kultgegenstand in einem Tempel. Eine solche »Glühbirne« sorgte vor Jahrtausenden nicht für profanes Licht in den Haushalten, sie war ein mystisches Objekt im religiösen Tempelkult. Von einer solchen »Glühbirne« gab es keine unüberschaubar große Menge, sondern allenfalls einige wenige Exemplare, die als sakrale Kultgegenstände im Zentrum religiösen Kults gestanden haben mögen.

Ist es eine bösartige Unterstellung, dass die »Glühbirne« von der Priesterschaft als fromme Magie eingesetzt wurde? Wollten die Priester die Gläubigen in Angst und Erstaunen versetzen, um sie empfänglicher für ihre Religion zu machen? Sollte mit einem technischen Trick den Menschen die göttliche Macht in Form von furchteinflößend-fremdartigen Licht in Schlangenform vor Augen geführt werden?

Glühbirnen ... Foto Archiv Habeck
So heißt es in einem Text, der direkt bei einer der »Dendera-Birnen« in den Stein graviert wurde: »Du erleuchtest mit der Uräus-Schlange das Land von Dendera...Du herrschst über die beiden Länder....« Diese Zeilen passen sehr gut zu den »Wunderleuchten« von Dendera... zur leuchtenden Schlange!

Elektroingenieur Walter Garn hat experimentell nachgewiesen, dass die Wunderlampe von Dendera als technischer Apparat funktioniert. Im wiederholt durchgeführten Versuch ließ er eine geheimnisvolle Schlange aus Licht entstehen. Die Ägypter können vor Jahrtausenden derlei Erscheinung nur als unbegreifbar-göttlich eingestuft haben. Walter Garn hat gezeigt, dass die Schlange aus Licht vor Jahrtausenden in Ägypten mit damals vorhandenen technischen Möglichkeiten zum Leben erweckt werden konnte.

Elektroingenieur Walter Garn
Foto: Archiv Habeck
Bleibt eine wichtige Frage: Wo befinden sich die »Wunderleuchten« von Dendera? Wir wissen es nicht! Sie sind ... so es sie wirklich gegeben haben soll ... verschwunden. Unmöglich? Denken wir an Sakralgegenstände der Inkas, die bis heute nicht gefunden wurden ... Dabei haben die marodierenden Spanier brutalste Mittel eingesetzt, um Wissende zum Sprechen zu bringen. Vergeblich! 1533 war der Inkaherrscher Atahualpa Geisel der Spanier. Sie forderten ein gigantisches Lösegeld ... und Gold in unvorstellbaren Mengen wurde geliefert. Ein Raum von sechs Meter Länge und fünf Meter Breite wurde mannshoch mit edelsten Arbeiten aus purem Gold gefüllt. Die »kultivierten« Spanier stampften alles, schmolzen das Gold ein und sandten gigantische Mengen an Barrengold nach Europa.

Freigelassen wurde Atahualpa nicht. Er wurde in einem Scheinprozess zum Tode verurteilt und ermordet. Da er sich zum Christentum bekehren ließ, blieb ihm der qualvolle Tod auf dem Scheiterhaufen erspart. Atahualpa wurde erwürgt. Riesige Goldschätze wurden nach dem Tod Atahualpas von dessen Witwe umgeleitet und in unterirdischen Gängen versteckt. Mehrere Tonnen Gold sollen bis heute unentdeckt geblieben sein ... heiligste Gegenstände der Inkas. Werden wir je die Inkaschätze entdecken ... und die Wunderleuchten von Dendera?

Fußnoten
1 Brunés, Tons: »Energien der Urzeit«, Zug 1977, zitiert in Krassa, Peter und Habeck, Reinhard: »Das Licht der Pharaonen/ Hochtechnologie und elektrischer Strom im alten Ägypten«, München 1992
2 Krassa, Peter und Habeck, Reinhard: »Das Licht der Pharaonen/ Hochtechnologie und elektrischer Strom im alten Ägypten«, München 1992, S. 226

Literaturempfehlung
Ein kurzer Artikel kann der Thematik »Elektrizität im alten Ägypten«
nicht gerecht werden. Interessierten Leserinnen und Lesern empfehle ich dringend das fundamentale fundierte Werk von Krassa und Habeck »Das Licht der Pharaonen« (siehe Fußnote 2)!

»Muttergöttin und Sonnengott«,
Teil 97 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 27.11.2011

Sonntag, 13. November 2011

95 »Elektrizität im Altertum – das Licht der Pharaonen«

Teil 95 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Gigantisches Symbol für Ägypten in Stein
Foto: W-J.Langbein
Die »Alten Ägypter« bauten riesige Pyramiden ... und kannten die Glühbirne! Unbestreitbar ist: Denken wir an Ägypten, kommt uns die »Cheops-Pyramide« in den Sinn, das Symbol für das Reich der Pharaonen am Nil. Aber: Die »alten« Ägypter sollen das Geheimnis der Glühbirne gekannt haben? Eine absurde Behauptung? Keineswegs! 1975 machte mich der dänische Forscher Frede Melhedegaard (1) auf geheimnisvolle Wandreliefs aufmerksam ... verborgen in unterirdischen Krypten eines uralten Tempels ... die so etwas wie Glühbirnen als sakrale Objekte zeigen. Im Tempel von Dendera ... oder besser gesagt darunter … fand man tatsächlich detailreiche, präzise Abbildungen von Glühbirnen.

Nur etwa zwei Fünftel des Tempels von Dendera sind zu sehen ... über dem Wüstenboden. Der größere Teil der uralten Kultanlage befindet sich unter der Erdoberfläche ... in der Unterwelt, in der Finsternis unter dem Wüstensand ... Dendera liegt etwa 70 Kilometer nördlich von Luxor. Der mysteriöse Tempel ist der Göttin Hathor geweiht. Dendera galt schon im »Alten Reich«, also etwa in der Zeit von 2600 bis 2200 vor Christus, als bedeutsame Wallfahrtsstätte. Man kann davon ausgehen, dass der heutige Tempel auf weit älteren Fundamenten eines uralten Bauwerks errichtet wurde.

Wann der »Ur-Tempel« gebaut wurde ... wir wissen es nicht. Im heute noch erhaltenen Tempel fand sich eine der ältesten Darstellungen der Tierkreiszeichen in Form eines Deckengemäldes. Darin verborgen sind verschiedene konkrete Daten zwischen 700 vor Christus und 3733 vor Christus. Auf Grund dieser unterschiedlichen Daten wurde das Alter des Dendera-Tempels oft falsch angesetzt. Verschiedene Daten wurden aus dem Relief gelesen und voreilig als Altersangabe des Tempels verstanden.

So heiß umstritten auch lange Zeit das Entstehungsjahr von Tempel und Tierkreiszeichen war, so herrscht heute Klarheit. Man kann davon ausgehen, dass der Tempel von Dendera 51 vor Christus neu angelegt wurde. Ptolemaios XII. zeichnete für die Neugestaltung verantwortlich. Ptolemaios XII. war es wohl, der den einst sehr viel größeren Komplex verkleinerte. Warum dies geschah, ist unbekannt. Vielleicht waren Teile der sakralen Bauwerke reparaturbedürftig, doch die nötigen finanziellen Mittel fehlten? Oder gab man Teile der Anlage aus welchen Gründen auch immer dem Verfall preis?

Heute liegt der Dendera-Komplex in einer wenig ansprechenden Region Ägyptens. Die Höllenglut der Sonne hat den Besucher fest im Griff. Mühsam schleppt man sich schwitzend über eine Treppe hinauf auf das Dach des Dendera-Tempels. Nur wenigen Besuchern ist klar, dass dies einst ein Privileg von wenigen war. Dendera ist das letzte Tempel-Bauwerk Ägyptens, dessen Dach betreten werden darf. Von hier oben kann man Teile der alten Umfassungsmauern sehen.

Reste der einstigen Schutzmauern
Foto: W-J.Langbein
Einst wurden der Hathor-Tempel und andere sakrale Bauten von geradezu monströsen Mauern geschützt. Sie sollen, wie mir ein Archäologe vor Ort erklärte »mehrere Meter« dick und »zehn Meter« hoch gewesen sein. Wie viele Schutzmauern es insgesamt gab ... das ist ebenso unbekannt wie die ursprüngliche Gesamtgröße der Anlage. Man geht davon aus, dass die Mauern insgesamt Hunderte von Metern lang waren. Auch wissen wir nicht, wann der allererste Grundstein gelegt wurde. Illustre Herrscher wie Augustus, Caligula und Nero jedenfalls verewigten sich als Bauherren.

Teile der Mauern wurden inzwischen ausgegraben und notdürftig restauriert. Die Überreste lassen erahnen, wie gewaltig das Bollwerk einst gewesen sein muss. Dass der Tempel von Dendera heute noch so gut erhalten ist, das ist auch dem Umstand zu verdanken, dass er viele Jahrhunderte weitestgehend unter Sandmassen verborgen lag und so geschützt war. Historische Fotos lassen erahnen, wie Dendera von Archäologen nach und nach freigelegt werden musste.

Tempel von Dendera (historische Aufnahme)
Noch heute ist zu erkennen: Es waren echte Baugenies am Werk. So wurde ein unterirdischer Tunnel bis zum Nil getrieben, eine Meisterleistung der Ingenieurskunst. Besagte unterirdische Verbindung ist noch heute intakt... nach Jahrtausenden! Moderne Bauten aus Beton halten keine Jahrhunderte durch. Sie bröckeln schon nach Jahrzehnten!

Das größte Geheimnis Denderas ... ja womöglich Ägyptens ... liegt in der Unterwelt der Tempelanlage ... in geheimen Kellerräumen zeigen Wandreliefs, was so gar nicht in eine Jahrtausende alte Gruft unter einem ägyptischen Tempel passt: diverse Glühbirnen. Aufgeregt berichtete mir der dänische Forscher Frede Melhedegaard 1975 von den fantastischen Abbildungen. Am Rande der Weltkonferenz der A.A.S. In Zürich, wo er einen Vortrag hielt (3), diktierte er mir eine Fülle von Informationen. Emsig notierte ich ...

»Da gibt es Darstellungen von blasenförmigen Glühbirnen. Sie werden zum Teil von Männern gehalten. Im Inneren sieht man in Schlangenform so etwas wie den Draht. Der geht in eine Fassung am Ende der Birne über.« Aus der Fassung heraus führt dann, so Frede Melhedegaard, ein Kabel. Das Kabel wiederum wird in ein Kästchen geleitet. In einem Fall werden sogar zwei parallel geschaltete Glühbirnen gezeigt. Für Frede Melhedegaard gab es keinen Zweifel: Im »Alten Ägypten« war schon vor Jahrtausenden die Glühbirne bekannt.

Glühbirnen in der Gruft
Foto: Archiv W-J.Langbein
Mir kamen Zweifel. »Wenn in Ägypten damals elektrisches Licht bekannt war ... wenn die Menschen ihre Behausungen mit elektrischem Licht beleuchteten ... dann müssten wir doch Überbleibsel finden, Drähte, Glühbirnen ...« Frede Melhedegaard widersprach: »Elektrisches Licht war vor Jahrtausenden nicht so verbreitet wie in unseren Tagen! Glühbirnen waren nicht alltägliche Nutzgegenstände in den Häusern der Menschen! Glühbirnen, die die Nacht zum Tage machen konnten, müssen etwas Magisches gewesen sein. Sie waren nicht Bestandteil des Alltags, sie gehörten in den sakralen Bereich eines uralten Tempels!«

Das »Glühbirnenmotiv«, so erfuhr ich, taucht immer wieder auf. Und immer steht ein grimmig dreinblickender Mensch-Pavian dabei mit scharfen Messern, die er drohend empor hält. Auf diese Weise wird womöglich auf die Gefährlichkeit der technischen Anordnung hingewiesen.

Glühbirne und warnender Affe
Foto: Archiv W-J.Langbein
1975 erfuhr ich von den »Glühbirnen« von Dendera. Frede Melhedegaard stellte mir einige Zeichnungen von den fantastischen Reliefbildern zur Verfügung. Sie erschienen 1979 in meinem Buch »Astronautengötter«. (2) Nicht selten bekam ich den Vorwurf zu hören, es müsse sich bei den Zeichnungen um plumpe Fälschungen handeln. Zu eindeutig seien Glühbirnen zu erkennen ... und Glühbirnen könne es nun einmal nicht vor Jahrtausenden in Ägypten gegeben haben!

Sollten die skeptischen Kritiker Recht haben? Sollte es sich bei den gezeichneten Darstellungen wirklich um Fälschungen handeln? Ich beschloss, selbst nach Ägypten zu reisen und in die Unterwelt von Dendera zu kriechen. Ich wollte selbst in Augenschein nehmen, ob es diese ägyptischen Glühbirnen gab ... oder nicht. Bis zu meinem Besuch in Dendera sollten aber noch zehn Jahre vergehen ...

Fußnoten
1 Melhedegaard, Frede: »The Power of the Past«, Kopenhagen 1975
2 Langbein, Walter-Jörg: »Astronautengötter – Versuch einer Chronik unserer phantastischen Vergangenheit«, Luxemburg 1979
In den folgenden Jahren erschienen überarbeitete Taschenbuchausgaben und Übersetzungen meines Buches in Fremdsprachen. Ich war wohl der erste deutschsprachige Autor, der in einem Buch über das Geheimnis von Dendera berichtete.
3 Frede Melhedegaard hielt am 31.Mai 1975 auf der 2. Weltkonferenz der A.A.S.-Gesellschaft in Zürich einen Vortrag: »Die Tempel der Vergangenheit sind technische Bibliotheken«.
Die A.A.S.-Gesellschaft widmet sich dem Studium der Geheimnisse unserer Vergangenheit. Auslöser für die Gründung der Gesellschaft war Erich von Däniken mit seinen Weltbestsellern über vorgeschichtliche Besuche von Außerirdischen auf unserem Planeten. Die »A.A.S. - Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI« ist auch heute noch sehr aktiv und gibt zweimonatlich ein interessantes Magazin heraus. Alljährlich werden Konferenzen veranstaltet, die auf reges Interesse stoßen.
Kontaktanschrift: Redaktion »Sagenhafte Zeiten«, A.A.S. GmbH, Postfach, CH-3803 Beatenberg, Schweiz

Literaturempfehlung
Krassa, Peter und Habeck, Reinhard: »Das Licht der Pharaonen : Hochtechnologie und elektrischer Strom im Alten Ägypten.«, München 1992

»Eine Schlange aus Licht«,
Teil 96 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 20.11.2011


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Samstag, 12. November 2011

Krimiherbst: Thriller, die das Leben schrieb

»Der Code des Bösen« von Raimund H. Drommel

Eine Buchvorstellung von Ursula Prem

Vielen Krimiautoren wird oft die scheinbare »Unwahrscheinlichkeit« ihrer Geschichten angelastet. So könne sich ein Fall in Wirklichkeit nie zugetragen haben, argumentieren Kritiker, dabei unverhohlenen Stolz auf ihre angebliche Lebenserfahrung zur Schau stellend. Dass manche »echte« Fälle oft noch unglaublicher sind, erfährt der staunende Leser des Buches »Der Code des Bösen«, welches der renommierte Sprachprofiler Raimund H. Drommel verfasst hat.

Drommel gewährt uns einen Einblick in seine Profession, die er mit unverkennbarer Leidenschaft ausübt. Sein Arbeitsgebiet ist die kriminalistische Analyse von Schriftstücken, die er nicht etwa auf Fingerabdrücke untersucht, sondern auf verräterische Sprachspuren. Möglichst viele authentifizierte Vergleichstexte desselben Genres zieht Drommel heran, wenn es gilt, einen anonymen Text seinem Urheber zuzuordnen. Dies tut er mithilfe eines Konkordanzprogramms, dem nicht die kleinsten sprachlichen Besonderheiten eines Schreibers entgehen. Wiederholen sich bestimmte Fehler besonders oft? Gibt es grammatische Konstruktionen, für die der Verfasser eine überdurchschnittliche Vorliebe hat? Oder verwendet er ungewöhnliche Formulierungen, die auf eine fremdsprachige Herkunft schließen lassen? Drommels Untersuchungsmethoden sind so genau, dass er nicht nur die ganz allgemeine Fremdsprachigkeit eines anonymen Verfassers herausfindet, sondern oft zutreffend definieren kann, welcher Nationalität der Schreiber entstammt.

Bei seinen Analysen verlässt sich Drommel nicht etwa auf sein »Sprachgefühl«, sondern bevorzugt eine rein wissenschaftliche Herangehensweise, um gerichtsfeste Beweise aus dem ihm vorliegenden Text zu gewinnen. Eine Methode, die er selbst in jahrzehntelanger Tätigkeit als Sprachprofiler entwickelt und immer weiter verfeinert hat. Raimund H. Drommel kann deshalb mit Fug und Recht als der Pionier des modernen Sprachprofilings bezeichnet werden.

Die von ihm bearbeiteten Fälle sind so vielfältig, wie das Leben selbst und lesen sich teilweise wie das Who-is-Who der jüngeren deutschen Kriminalgeschichte: Ob der Fall Barschel, die Einkaufswagenaffäre von Jürgen Möllemann oder die hessische Lotto-Affäre – Drommel bietet einen interessanten Einblick in eine Welt abseits des schönen Scheins. Wer noch Illusionen über die wahre Funktionsweise unseres politischen Systems haben sollte, der sollte die Lektüre auf jeden Fall in kleinen Häppchen genießen.

Der Autor versteht es, die Erkenntnisse seiner Arbeit so aufzubereiten, dass sie auch für den Laien verständlich werden, ohne deshalb ins Triviale abzugleiten. »Der Code des Bösen« ist ein Buch, das trotz der Gewichtigkeit der Materie unterhaltsam zu lesen ist.



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Sonntag, 6. November 2011

94 »Flugzeuge aus Gold«

Teil 94 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Ein Flugzeug aus Gold ...
Foto: Archiv W-J.Langbein
Orlando, Florida im Sommer 1997. Bei strahlendem Sonnenschein steigt das »Spaceshuttle« steil empor in den babyblauen Nachmittagshimmel. Applaus braust auf. Die goldenen Flügel des Raumgleiters blitzen im Sonnenlicht. Noch steigt er höher und höher, vollführt dann eine Rechtskurve und kreist über den begeisterten Zuschauern. Dr. Algund Eenboom und Peter Belting sind mit dem Verlauf ihres Experiments zufrieden. Ihr Flugvehikel – dem Spaceshuttle der NASA sehr ähnlich – hat wieder einmal seine Flugtauglichkeit beweisen ... Entwickelt wurde es aber nicht von einem zeitgenössischen Ingenieur ... sondern von einem unbekannten Genie vor mindestens 1500 Jahren! Unzählige Minimodelle des modern anmutenden Flugkörpers fanden sich als Beigaben in Kolumbien, in Fürstengräbern aus uralten Zeiten. Konkreter: Sie wurden in Schachtgräbern im Gebiet der Kulturen Calima, Tolima und Tairona und in Costa Rica gefunden.

In archäologischen Kreisen weiß man offenbar nicht so recht, was die Flugzeuge aus Gold waren. Unzählige Etiketten wurden und werden ihnen in Vitrinen verschiedener Museen verpasst: »fliegende Fische«, »Fledermäuse«, »Motten«, »Mischwesen«, »Vögel« und anderes Getier sollen es sein. Seltsam: Die goldenen Grabbeigaben haben perfekte Flugeigenschaften, die man so in der Tierwelt nicht kennt. Sie haben deltaförmige Tragflächen, die unter dem Rumpf angebracht sind ... ganz anders als Flügel bei Vögeln. Sie haben eine hoch aufragende Seitenruderflosse, wie sie uns aus der Welt moderner Flugzeuge vertraut ist. Das gilt auch für das horizontal angebrachte Höhenruder. Aus der Tierwelt sind derartige Attribute bei keiner Art bekannt. Die spezielle Flügelform ist ideal ... für Flugvehikel, die sehr hohe Geschwindigkeiten erreichen!

Programmheft mit
»Goldflieger« - Foto:
Archiv W-J.Langbein
Die Vorführung der Flugeigenschaften des goldenen Flugvehikels fand am 6. August 1992 auf dem riesigen Parkplatz eines Luxushotels in Orlando statt, im Rahmen der »24. Weltkonferenz der A.A.S.« (1). Neben Dr. Algund Eenboom und Peter Belting und anderen hielt auch ich einen Vortrag ... und hatte ausgiebig Gelegenheit, mich mit den beiden Forschern zu unterhalten. Sie haben sich strikt an die Miniaturmodelle der »Goldflieger« aus präkolumbischen Gräben gehalten ... und ein flugtüchtiges Vehikel nachgebaut ... im Maßstab 16 zu 1!

Die Vorstellung, dass die Miniaturmodelle Tiere darstellen sollen ... finden Eenboom und Belting absurd. Vor 1500 Jahren wurden tatsächlich auch kleine Vögel und Fische in Gold modelliert ... erstaunlich naturgetreu. Die Künstler von damals haben hinlänglich bewiesen, dass sie realistische Abbilder der Natur liefern konnten. Das »Luft- und Raumfahrtinstitut« von New York hat inzwischen einige der Goldmodelle getestet. Und siehe da: Die uralten Objekte haben alle Eigenschaften, die ein modernes Flugzeug haben muss. Reinhard Habeck, Experte in Sachen »Dinge, die es nicht geben dürfte« in seinem gleichnamigen Buch (3): »Inzwischen bekräftigen andere Flugexperten und Raumfahrttechniker, dass ›die Tragflächen an der Rumpf-Unterseite wie bei modernen Überschallflugzeugen der Typen Eurofighter, Mirage 2000 und Concorde‹ angebracht sind ...«
.

Nachbildung eines »Goldfliegers«
Foto: W-J.Langbein
Auf meinen Reisen um die Welt habe ich manches Mal in Museen vor Vitrinen gestanden und die Goldartefakte bestaunt, zum Beispiel im weltberühmten Goldmuseum der Staatsbank von Bogota ... aber auch in Bremen!

Der Bremer Kaufmann Carl Schütte (1839-1917) war anno 1872 nach Kolumbien gereist. Dort lernte er einen wohlhabenden Plantagenbesitzer, den Sammler Vincente Restrepo aus Medellin, kennen ... und dessen erstaunliche Sammlung kostbarster archäologischer Objekte aus purem Gold. Der Bremer erwarb die Sammlung und nahm sie mit in seine Heimat. Anno 1890 stiftete Carl Schütte seine Sammlung dem »Bremer Übersee-Museum«. Und stieß damit nicht nur auf Begeisterung.

Offensichtlich konnten die Museumsfachleute acht Goldobjekte nicht klassifizieren. Und so wanderten acht wenige Zentimeter kleine Miniatur-Spaceshuttles aus uralten Fürstengräbern in den Safe einer Bank ... wo sie offenbar vergessen wurden. Oder hat man sie verbannt, weil die »Goldflieger« nicht so recht ins Bild des vorgeschichtlichen Südamerika passten? Galten sie in der Welt der Wissenschaft – im Sinne von Charles Hoy Fort – als »Verdammte«? Wie auch immer: Rund einhundert Jahre fristeten sie dort ein kümmerliches Dasein ... bis sie wiederentdeckt und endlich im »Übersee-Museum« öffentlich gezeigt wurden.

Nachbildung eines weiteren
»Goldfliegers« - Foto: W-J.Langbein
Seit vielen Jahren führe ich immer am ersten Wochenende im März das Seminar »Phantastische Phänomene« in Bremen durch. Dr. Algund Eenboom und Peter Belting hielten einen Gastvortrag: über die »Goldflieger« von Kolumbien, die so sehr einem Flugvehikel a lá »Spaceshuttle« ähneln. An so manchem Sonntag besuchten die Seminarteilnehmer das »Übersee-Museum« ... und strebten immer sofort der Vitrine mit den »Goldfliegern« zu.

Was stellen diese kleinen Kostbarkeiten dar? Insekten? Fische? Vögel? Dr. Algund Eenboom und Peter Belting stellten in ihrem Vortrag Darstellungen von Insekten, Fischen und Vögeln aus der gleichen Zeitepoche (»Tolima Kultur«) wie die »Goldflieger« einander gegenüber. Mein Fazit: die »Goldflieger« sind viel zu technisch und keine Abbildungen natürlicher Lebewesen. Was sind sie dann ... die mysteriösen »Goldflieger«?

Dr. Arthur Poyslee vom »Aeronautical Institute«, New York (2): »Die Möglichkeit, dass der Gegenstand (einer der »Goldflieger«) einen Fisch oder einen Vogel darstellen soll, ist höchst unwahrscheinlich. Nicht nur, dass dieses goldene Modell tief im Landesinneren Kolumbiens gefunden wurde und der Künstler nie einen Meerfisch zu Gesicht bekommen hat, sondern auch, weil man sich Vögel mit derartig präzisen Tragflächen und senkrecht hochgestellten Spannflossen nicht vorstellen kann.« Auch der Biologe Ivan T. Sanderson (1911-1973) untersuchte die »Goldflieger« penibel. Sein Resultat: Das sind keine Nachbildungen von Wasser- oder Landtieren!
Im »Übersee-Museum« wurde mir aus berufenem Munde eine neue Lösung enthüllt: die »Goldflieger« sind das Resultat von Drogenkonsum!

Drogenrausch oder wahre
Begebenheit? - Foto: W-J.Langbein
Man stelle sich vor: Drogenkonsum führte bei Inka-Künstlern vor mindestens 1500 Jahren zu wahrhaft verblüffenden Resultaten. Obwohl ihnen so etwas wie ein Flugzeug vollkommen fremd war, entwickelten sie – im Drogenrausch – ein perfekt aerodynamisches Flugobjekt a lá Spaceshuttle! Welch futuristische Flugvehikel müssten dann heutige Ingenieure entwickeln können ... so sie nur die richtige Droge zu sich nehmen?
Eine herbe Enttäuschung gab es bei einem meiner letzten Seminare in Bremen für Besucher des »Übersee-Museums«. Die »Goldflieger« wurden aus dem öffentlichen Bereich des Museums entfernt. Ob es wieder einhundert Jahre dauern wird, bis sie erneut ausgestellt werden?

Unbeantwortet ist bis heute die Frage: Was stellen die »Goldflieger« dar? Sollten in grauer Vorzeit Menschen in Südamerika vor vielen Jahrhunderten reale Flugvehikel gesehen haben? Wenn ja: Woher kamen sie?

Fußnoten
1 A.A.S. Die A.A.S.-Gesellschaft widmet sich dem Studium der Geheimnisse unserer Vergangenheit. Auslöser für die Gründung der Gesellschaft war Erich von Däniken mit seinen Weltbestsellern über vorgeschichtliche Besuche von Außerirdischen auf unserem Planeten. Die A.A.S. - Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI ist auch heute noch sehr aktiv und gibt zweimonatlich ein interessantes Magazin heraus.
Kontaktanschrift: Redaktion »Sagenhafte Zeiten«, A.A.S. GmbH, Postfach, CH-3803 Beatenberg, Schweiz
2 Däniken, Erich von: »Aussaat und Kosmos«, Düsseldorf, Wien 1972, S. 46
3 Habeck, Reinhard: »Dinge, die es nicht geben dürfte/ Mysteriöse Museumsstücke aus aller Welt«, Wien 2008, S. 125


»Elektrizität im Altertum - das Licht der Pharaonen«,
Teil 95 der Serie

»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 13.11.2011

Samstag, 5. November 2011

Krimisamstag im Herbst - Vorsicht Liebensgefahr! von Ursula Prem

Vorsicht Liebensgefahr!
Jetzt nur 0,99 € (Kindle-eBook)
Stell Dir vor, Du liebst zwei Männer:
Zärtlich und liebevoll der eine ...
Brutal und psychopathisch der andere ...
Und dann stell Dir vor:
Beide wohnen im selben Körper ...

Inhalt:
Bestsellerautorin Leonore Habermann hat sich Hals über Kopf in eine neue Beziehung gestürzt. Marek Weber scheint der Mann ihrer Träume zu sein. Und ihrer Albträume ...

Leseprobe:
Später saßen Marek und Peter gemeinsam am Tisch und leerten einige Flaschen Bier. Als der Abend weiter fortgeschritten war, holte Marek auch noch eine Flasche Wodka. Leonore beteiligte sich nicht am Gespräch. Peter war ihr widerlich, und Mareks Bemerkungen über ›sein‹ Haus hatten ihr den Rest gegeben. Irgendwann beschloss sie, sich schlafen zu legen. Die beiden Kerle in ihrer Bierseligkeit würden sie nicht vermissen, hoffte sie. Sie ging ins Badezimmer und duschte. Dann zog sie ihr Nachthemd an und legte sich hin. Sie war fast eingeschlafen, als plötzlich das Licht aufflammte und Marek im Zimmer stand.
»Leonore, was sind denn das für Geschichten? Steh auf und leiste uns Gesellschaft!«
»Ich bin müde, lass mich schlafen«, knurrte sie.
»Das könnte dir so passen, dich einfach so zu verziehen. Außerdem haben wir Hunger! Stell dich nicht an und steh auf. Sonst kannst du was erleben, wenn wir wieder alleine sind«, sagte er leise, aber drohend. Stöhnend erhob sie sich aus dem Bett und zog ihren Morgenmantel über. In der Küche fand sie noch etwas Brot, das sie rasch mit Wurst und Käse belegte. Danach, so hoffte sie, würde er sie endlich schlafen lassen. Als sie den Teller auf den Tisch stellte, meinte Marek:
»Was habe ich doch für ein braves Frauchen! Steht extra auf, um ihrem Mann etwas zu Essen zu machen«, er klatschte ihr mit der flachen Hand aufs Hinterteil. Beide lachten anzüglich. »Ja, mit meinem Schäfchen habe ich wirklich Glück. Nichts nimmt sie mir übel. Ja, sie liebt mich wirklich!«



Leonore traten die Tränen in die Augen. Aber sie wollte den beiden Männern diese Genugtuung nicht geben. Also wandte sie sich ab und wollte wieder ins Bett gehen.
»Bleib doch noch«, bettelte Marek. »Komm, trink was mit uns!«
Er zog sie auf seinen Schoß und hielt ihr ein volles Wasserglas mit Wodka an die Lippen. Leonore drehte den Kopf weg und versuchte, sich loszumachen.
»Trink!«, befahl Marek in strengem Ton. Das Trinken hatte ihr in letzter Zeit schon öfter über schwierige Situationen hinweg geholfen. Warum nicht auch jetzt? Also nahm sie das volle Glas und stürzte die erste Hälfte in kräftigen Schlucken hinunter.
»Sooo«, meinte er zufrieden. »Gleich wirst du lockerer werden und uns nicht mehr mit deinem missmutigen Gesicht die Laune verderben.«
Wieder lachten die Männer, als hätte Marek einen guten Witz gemacht.
»Wie wäre es, wenn du uns ein wenig Unterhaltung bieten würdest?«, fragte Marek anzüglich.
»Was meinst du?«, fragte Leonore ängstlich.
»Zieh dich aus!«, forderte er unverblümt ...

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Donnerstag, 3. November 2011

Die Freitagskolumne pausiert

Ursula Prem
Liebe Leserinnen und Leser,

die Freitagskolumne macht eine Pause. Die nächste Ausgabe erscheint am 6. Januar 2012. Die bisherigen Folgen können Sie hier nachlesen.

Vielen Dank für Ihr Interesse!

Ihre Ursula Prem


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