Sonntag, 28. Juni 2020

545. »Elohim (Götter) der Himmel«

Teil 545 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein



Foto 1: Der Turm zu Babel
(Pieter Bruegel der Ältere um 1563).
Adolf Holl (*1930; †23. Januar 2020) war einer der streitbarsten Theologen der Kirchengeschichte. 1954 wurde er zum Priester geweiht. 1955 promovierte er in katholischer Theologie, 1961 in Philosophie. 1963 wurde Dr. Dr. Adolf Holl Dozent an der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Wien. 1971 erschein  sein Werk »Jesus in schlechter Gesellschaft«. Der Bestseller machte ihn weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt und in manchen Kreisen sehr unbeliebt. Als Bestsellerautor zu einer Art Kultfigur geworden, gestand Adolf Holl in einer Fernsehsendung den Bruch des Zölibats. In Folge wurde er 1976 durch den Wiener Erzbischof Kardinal König, für den er auch Reden geschrieben hatte, vom Priesteramt suspendiert. Dies geschah auf Betreiben der »Kongregation für die Glaubenslehre« (Vatikan).

Holls Kritik am gedankenlosen Glauben fiel beißend aus: »Je religiöser ein Mensch, desto mehr glaubt er; je mehr er glaubt, desto weniger denkt er; je weniger er denkt, desto dümmer ist er; je dümmer er ist, desto leichter kann er beherrscht werden. Das gilt für Sektenmitglieder ebenso wie für die Anhänger der großen Weltreligionen mit gewalttätig intolerantem ›Wahrheits‹-Anspruch. Dagegen hilft, auf Dauer, nur Aufklärung.«

Was Holl autoritätsgläubigen religiös »denkenden« Menschen vorwirft, das trifft auch auf wissenschaftsgläubige Menschen zu, die keinen Zweifel an der vermeintlichen wissenschaftlichen Wahrheit aufkommen lassen wollen. Dabei wird geflissentlich übersehen, dass es die wissenschaftliche Wahrheit nur mit Verfallsdatum gibt. Religiöse wie wissenschaftlich orientierte Dogmatiker stellen gern Lehren in den Raum, die nicht angezweifelt werden dürfen. Wirklich ernsthafter Suche nach Antworten auf die großen Fragen stehen Dogmen allerdings im Weg. Wer nach der Wahrheit sucht, muss ungehindert denken dürfen. Denkverbote sind nach dem Geschmack von Dogmatikern, ernsthaft Suchenden stehen sie im Weg.

Was unsere Altvorderen überliefert haben, das mag heute manchmal recht märchenhaft anmuten, scheint aber doch dann und wann einen wahren Kern zu haben. Diese Botschaft alter Überlieferungen gilt es zu suchen und zu verstehen. Theologieprofessor Dr. Hermann Gunkel erklärt zahlreiche biblische Texte zu Märchen. Dabei geht er, scheint mir, willkürlich vor. Wir müssen uns die Frage stellen, welche Schilderungen nun auf Tatsachen beruhen und welche nicht. Dabei ist die literarische Klassifizierung als Märchen nicht wirklich hilfreich. Der Theologe Gunkel definiert zahlreiche Texte als Märchen, die seiner Meinung nach (1) »erdichtete Personen an erfundenen Orten auftreten lassen«.

Ich sehe das anders. Jeder Text, auch jeder biblische oder apokryphe Text, kann auf realen Begebenheiten beruhen, mag er uns auch noch so märchenhaft vorkommen.

Fotos 2 und 3: Tulum, Götter kommen vom Himmel herab.

 Dr. Gunkel schreibt (2): »In der Geschichte vom babylonischen Turmbau … ist märchenhaft der Plan der Menschen, sich einen Turm zu bauen, der so hoch ist, daß seine Spitze in den Himmel reicht.« Der Turm zu Babel ist aber kein Fantasieprodukt aus einem Märchen. Es hat ihn gegeben, lange bevor die Texte des »Alten Testaments« geschrieben wurden. Es gab in Mesopotamien Tempeltürme, Zikkurats genannt, die in der Geschichte vom Turmbau zu Babel verewigt wurden. Die ersten Zikkurats wurden im südlichen Mesopotamien bereits im 5. Jahrtausend vor Christus gebaut.

Im südlichen Irak, etwa 15 km westlich von Nasiriya gelegen, lässt die Ruine einer Zikkurat nur noch erahnen, was für ein monströses Bauwerk hier einst stand. Der Tempelturm wurde vor 4.000 Jahren der Mondgottheit Nanna geweiht, deren »Haus« oben auf der Zikkurat in den Himmel ragte. Als Hohepriesterin von Nanna hatte womöglich nur die Tochter des sumerischen Herrschers von Ur Zugang zum Heiligtum auf der Zikkurat. Da wundert es nicht, dass der patriarchalische Jahwe den Turm von Babel hasste und zerstören ließ. Ob das wirklich geschah, so wie es die Bibel überliefert? Vielleicht beschreibt das biblische »Märchen« nur den Übergang von einem Matriarchat mit einer Hohepriesterin zum Patriarchat Jahwes. Zu hinterfragen bleibt allerdings, ob im »Alten Israel« wirklich nur der göttliche Patriarch Jahwe verehrt wurde. Das ist mehr als zweifelhaft.

Meine Vermutung: Der Mondgott Nanna ist die vermännlichte Form der sumerischen Göttin der Liebe Inanna, die weiblich und männlich in Erscheinung treten konnte. Andere Namen dieser hohen Göttin waren Inana, Innin, Ninanna, Ninsianna und Ninegal. Unter welchem Namen sie auch fungierte, so war sie immer die Göttin der Weiblichkeit schlechthin. Ihr »Stern« war die Venus. Ich halte es für wahrscheinlich, dass die »Ur-Inanna« eine Fruchtbarkeitsgöttin war.

Die Geschichte vom Turmbau zu Babel basiert auf realen Tempelpyramiden. Und sie vermittelt einen Sachverhalt: Gott kam vom Himmel herab. Von Göttern, die vom Himmel herab zur Erde stiegen, hörte ich bei Reisen in den Gefilden der Südsee (Osterinsel und »Temwen Island«, Pohnpei im Archipel der Karolinen, »Föderierte Staaten von Mikronesien«).

Bei meinen Reisen durch Zentralamerika begegneten mir Darstellungen von Göttern, die vom Himmel kamen (3). In der »weißen Mayastadt« Tulum an der Karibikküste von Mexiko im Bundesstaat Quintana Roo, rund 130 Kilometer südlich von Cancún. Hier finden sich sichtbare Hinweise auf einen mysteriösen Gott. Wir kennen seinen Namen nicht mehr. In der Mythologie der Mayas wird er als »herabstürzender Gott« oder »herabsteigender Gott« bezeichnet. War damit »Ah Mucen Cab« gemeint, der göttliche »Honigsammler«? »Ah Muzencab«, wie das mächtige himmlische Wesen auch genannt wurde, war in der Mythenwelt der Mayas ein Bienengott. Und in den heiligen Überlieferungen der Mayas war er ein »herabstürzender Gott«. Die »Chilam Balam«-Bücher preisen ihn als einen der Weltschöpfer. Einer der Tempel von Tulum war ihm, dem »herabstürzenden Gott«, geweiht.


Fotos 4- 7: Tulum, Stadt der vom Himmel steigenden Götter.
Fotos Walter-Jörg Langbein

Schon im 1. Buch Mose wird der Gott des Alten Testaments gleich zwei Mal als »Gott des Himmels« oder »Himmelsgott« (4) bezeichnet. Auch bei Jona taucht die direkte Kombination von »Jahwe« und »Gott des Himmels« auf (5): » Er sprach zu ihnen: Ich bin ein Hebräer und fürchte Jahwe, den Gott des Himmels, …«. Nach Esra tituliert auch Perserkönig Kyrus Jahwe, den Gott der Juden genauso (6): »So spricht Kyrus, der König von Persien: Alle Königreiche der Erde hat mir Jahwe, der Gott des Himmels, gegeben, und er hat mir befohlen, ihm ein Haus zu Jerusalem in Juda zu bauen.« Im Buch Nehemia begegnet uns wieder »Jahwe, Gott des Himmels« (7): »Ach, Jahwe, Gott des Himmels, du großer und schrecklicher Gott, der da hält den Bund und die Treue denen, die ihn lieben und seine Gebote halten!« Brisant wird es ein Kapitel später. In der »Luther Bibel 2017« lesen wir (8): »Da betete ich zu dem Gott des Himmels.« Im hebräischen Original freilich steht: »Da betete ich zu (den) Elohim der Himmel.«

Einige Verse später tauchen sie wieder auf (9), die »Elohim der Himmel«. An anderer Stelle wird offenbar »Elohim« im Sinne von Gott (Einzahl) verwendet (10). Zunächst die Version der »Luther Bibel 2017«: »So spricht Kyrus, der König von Persien: Der HERR, der Gott des Himmels, hat mir alle Königreiche der Erde gegeben, und er hat mir befohlen, ihm ein Haus zu bauen zu Jerusalem in Juda. Wer nun unter euch von seinem Volk ist, mit dem sei der HERR, sein Gott, und er ziehe hinauf!« In beiden Fällen steht im hebräischen Original dort »Jahwe, Elohim der Himmel«, wo die Übersetzung »HERR, der Gott des Himmels«. Der Psalmist schließlich bringt im Hebräischen den »El der Himmel«, was in der Regel wieder mit »Gott des Himmels« übersetzt wird.

Prof. Dr. Georg Fohrer (*1915; †2002) wirkte über Jahre am »Fachbereich Altes Testament« an der »Friedrich Alexander Universität Erlangen«. Ich habe einige Vorlesungen und Seminare Fohrers besucht. Der Gelehrte machte mich darauf aufmerksam, dass das »Alte Testament« zwar fast vollständig im altehrwürdigen Bibel-Hebräisch verfasst wurde, dass es aber einige sehr wenige Verse in Aramäisch gibt. In den wenigen Versen in aramäischer Sprache taucht immer wieder das Pendant zum hebräischen Gott des Himmels auf.

Im Hebräischen gibt es immer wieder »Elohim«, eindeutig ein Pluralwort, das man mit »Götter« (Mehrzahl) übersetzen muss. Das Einzahlwort zu »Elohim« (»Götter«) lautet »Eloah« (»Gott«). Als das aramäische Pendant zum hebräischen »Eloah« werden »Elah« beziehungsweise »Elaha« angesehen. Ich vermute, dass sich das arabische »Allah« (»al aliah«, »der aliah«, »der Gott«) aus dem aramäischen »Eloah/ Elah« entwickelt hat.

Im kleinen Buch Daniel des »Alten Testaments« wurde ich bei meiner Suche nach dem »Gott des Himmels« fündig (11): Da sollen Hananja, Mischaël und Asarja »den Gott des Himmels um Gnade« bitten und »Daniel lobte den Gott des Himmels«. Da heißt es (12), dass »der Gott des Himmels« dem »König aller Könige … Königreich, Macht, Stärke und Ehre gegeben hat« und dass »der Gott des Himmels ein Reich aufrichten« werde.


Fußnoten
(1) Gunkel, Hermann: »Das Märchen im Alten Testament«, Tübingen 1921, Seite 9, 19.+20. Zeile von oben. (Die Rechtschreibung wurde unverändert übernommen und nicht nach der Rechtschreibreform »modernisiert«.)
(2) Ebenda, Seite 156, 8.-6. Zeile von unten
(3) Siehe Langbein, Walter-Jörg: »Monstermauern, Mumien und Mysterien«, Band 4, Kapitel 8 »Mysteriöse Tempel an der Karibik-Küste«, 2. Auflage August 2019, Seiten 49-54
(4) 1. Buch Mose Kapitel 24, Verse 3 und 7.
(5) Jona Kapitel 1, Vers 9
(6) Esra Kapitel 1, Vers 2
(7) Nehemia Kapitel 1, Vers 5
(8) Nehemia Kapitel 2, Vers 4
(9) Ebenda, Vers 20
(10) 2. Chroniken Kapitel 36, Vers 23
(11) Daniel Kapitel 2, Verse 18 und 19
(12) Daniel Kapitel 2, Vers 37 und Vers 44

Zu den Fotos
Foto 1: Der Turm zu Babel (Pieter Bruegel der Ältere um 1563). Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Fotos 2 und 3: Tulum, Götter kommen vom Himmel herab. Fotos Archiv Walter-Jörg Langbein.
Fotos 4- 7: Tulum, Stadt der vom Himmel steigenden Götter. Fotos Walter-Jörg Langbein.

546. »Herr der Himmel und der Welten«,
Teil 546 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 05. Juli 2020


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Sonntag, 21. Juni 2020

544. »Tore in andere Welten«

Teil 544 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Ein Gang unter Palenque
soll in die Vergangenheit führen.
Symbolbild.
Auf meinen Reisen zu den geheimnisvollsten Orten unseres Planeten wurden immer wieder Sagen und geheimnisvolle Geschichten erzählt, die von »Toren in die Vergangenheit« berichten. In »Mexico City« hörte ich von einem Archäologen, irgendwo in der »Unterwelt« von Palenque gebe es ein Tor zu einem unterirdischen Gang. Man müsse das Fundament einer eingestürzten Pyramide ausgraben. Im Schutt der Ruine werde man eine Treppe finden, die in die Tiefe, weit unter die Erdoberfläche führt. So gelange man in einen Gang, der mit zahlreichen Nischen ausgestattet sei. Am Ende des Ganges aber komme man an ein massives Tor.

»Wenn es einem gelingt, durch dieses Tor hindurch zu kommen, steht man wieder vor sich einen langen Gang. Wenn man diesem Gang folgt, kommt man irgendwo wieder zurück ans Tageslicht, aber nicht in der Gegenwart, sondern irgendwo in der Vergangenheit. Menschen, die diesen Weg beschreiten, sie scheinen spurlos zu verschwinden. Sie tauchen aber wieder auf, aber in der Vergangenheit.«

Von Toren in die Vergangenheit hörte ich immer wieder. Besonders beeindruckt hat mich »Puerta de Hayu Marca« unweit des Titicacasees in der Gebirgsregion von »Hayu Marca« im südlichen Peru, unweit der Stadt Puno. Das »Tor der Götter/ Geister« wurde von unbekannten Steinmetzen in eine natürliche Felswand gemeißelt. Ein gewisser Jose Luis Delgado Mamani ist zufällig auf die Struktur gestoßen, als er die Region durchwanderte. Er wollte sich mit der Gegend vertraut machen, die er als Führer Touristen zugänglich machen würde. Bekannt ist das Tor aber schon länger. Schon 1928, das ergab mein intensives Literaturstudium, hat ein gewisser Alberto Cuentas das mysteriöse Tor beschrieben.

Aus der Distanz wirkt die Szenerie gespenstisch. Ich fühle mich in die Kulisse eines King-Kong-Filmes versetzt. Eine mächtige »Steinmauer« ragt düster empor. Ist sie als schützende Barriere gedacht? Soll sie die Menschen daran hindern, in das dahinter liegende Gebiet einzudringen? Ich muss über meine Fantasien lächeln. Die steinerne Monsterwand ist ganz ohne Zweifel natürlichen Ursprungs. Über eine Breite von 14 Metern und eine Höhe von sieben Metern wurde der gewachsene Fels massiv bearbeitet. Man hat – wer auch immer – den Stein geglättet, ja poliert. Das eigentliche Tor ist kleiner. Rechts und links wird es von aus der Distanz wie Säulen aussehenden Vertiefungen eingerahmt. Die Abgrenzung nach oben wirkt irgendwie unfertig. Risse durchziehen den Fels. Entstanden sie erst nachdem der Stein geglättet wurde? Oder haben tektonische Veränderungen diese Schäden sehr viel früher angerichtet, also lang bevor das Tor geschaffen wurde?

Fotos 2-5: Das geheimnisvolle Tor von Peru.

»Als ich die Struktur zum ersten Mal sah, wurde ich fast ohnmächtig Ich hatte immer wieder im Laufe der Jahre von so einem geträumt Bau geträumt. Aber im Traum war der Weg zum Tor mit rosa Marmor gepflastert. Rechts und links des Wegs standen rosa Marmorstatuen Spalier. Im Traum sah ich, dass die kleinere Tür offen stand. Es kam ein strahlend blaues Licht aus einem schimmernden Tunnel hinter der Tür. Als ich schließlich Tor und Tür entdeckte, war es für mich wie eine Offenbarung von Gott!«

Ich inspizierte das imposante steinerne Tor mehrfach. Im Tor erkenne ich so etwas wie eine »Tür«, die in den Stein gemeißelt worden ist. Ich messe nach: Sie ist knapp 1,90 hoch und nur 1,10 breit. Einen halben Meter geht sie »in die Tiefe«, in den massiven Stein hinein. Dann endet sie blind. Im Zentrum dieser Tür entdecke ich eine etwa faustgroße Kuhle. Diese Vertiefung soll von besonderer Bedeutung gewesen sein.

Foto 6: Vermessungsarbeiten am »Stargate« von Peru.
Foto Ingeborg Diekmann

Offensichtlich (oder nur scheinbar) führt die Tür im Tor nirgendwo hin. Mir ist es jedenfalls nicht gelungen, sie zu durchschreiten. Die kleine Tür aus Stein im Fels ließ sich nicht öffnen. Die Türöffnung endet blind. Sie soll mit einem besonderen »Schlüssel« zu öffnen sein. Man muss, so heiß es, eine »goldene Kugel« oder eine »goldene Scheibe« in eine »kleine Vertiefung« in der steinernen Türfassung legen, wenn man die Tür im Tor aufschließen möchte. Dann wird ein Gang in den massiven Stein hinein sichtbar. Passiert man ihn, so kommt in eine andere Welt.

Trotz intensiver Literaturrecherche in diversen örtlichen Bibliotheken konnte ich keine archäologischen Informationen zum mysteriösen Tor finden. Lediglich in einem schmalen Büchlein, verfasst von einem »Brother Philip«, wird das Tor als Portal zu anderen Welten beschrieben (1).

Foto 7: Die Tür im Tor.
Bei meinem ersten Besuch vor Ort hatte ich eine interessante Begegnung. Eine alte Dame brachte unweit des Tores auf einem Feld arbeitenden Männern Trinkwasser und Süßkartoffeln. Ich konnte mich mit Hilfe eines Dolmetschers mit der von langen Jahren schwerer Arbeit gezeichneten würdevollen Dame unterhalten. Zunächst hatte sie sich sehr reserviert gezeigt. Als sie aber von Dolmetscher erfuhr, dass ich Theologie studiert hätte, wurde sie gesprächig. Sie war sichtlich erfreut, dass mich ihre Meinung zum Tor interessierte. So erfuhr ich, dass es mündlich überlieferte Legenden gibt, die sich um das steinerne Tor ranken. Demnach kamen einst aus der steinernen Wand fremdartige Götter. Diese mächtigen Wesen kontaktierten Menschen am Titicacasee. Einige wenige wurden ihre Vertrauten. Und nur die engsten Vertrauten erhielten das Privileg, auch das Tor in der Felswand benutzen zu dürfen. Sie konnten dann die Heimat der Götter aufsuchen, aber auch in die Vergangenheit reisen.

Eines Tages entschwanden die Götter mit ihren Vertrauten durch das Tor und blieben lange Zeit verschwunden. Gelegentlich kehrten sie für Stippvisiten zurück. Sie hielten sich aber nie mehr länger auf. Wie das von zahlreichen Göttinnen und Göttern überliefert wird, die in grauer Vorzeit zu den Menschen kamen, so versprachen auch die Götter vom steinernen Tor, sie würden dereinst wieder erscheinen.

Wenn mein Dolmetscher richtig übersetze, dann war die Heimat der Götter zwar unbeschreiblich weit entfernt, sie lag aber auch direkt hinter dem Tor. Man konnte Ewigkeiten reisen, um irgendwann einmal in der Heimat der Götter anzukommen. Man konnte aber auch die »Abkürzung« durch das Tor nehmen. War man erst einmal durch das Tor aus Stein gekommen, dann befand man sich nach einem Schritt schon in der Welt der kosmischen Besucher. Durch das gleiche Tor konnte man aber auch in vergangene Zeiten reisen. So zumindest übersetzte mir der Dolmetscher die Aussagen der alten Dame.

Unweit vom Tor gibt es eine meiner Meinung nach natürlich entstandene Höhle. Ich konnte nicht in Erfahrung bringen, wie tief sie ist. Um ehrlich zu sein: Mir kam die Höhle unheimlich vor. So habe ich darauf verzichtet, hineinzukriechen. Dem »Sonnentor« von Tiahuanaco (»Puerta del Sol«) indes konnte ich nicht widerstehen. Im Jahr 2000 wurde die mysteriöse Ruinenstätte von Tiahuanaco zum Weltkulturerbe der UNESCO. Bis heute ist nur ein kleiner Bruchteil der einstmals riesigen Anlage archäologisch untersucht. Unter der von der Sonne hart gebackenen Erdkruste harren noch viele Geheimnisse in Stein auf ihre Entdeckung.

Foto 8: Das »Sonnentor« von Tiahuanaco. Vorderseite.
Foto Ingeborg Diekmann

Nach schulwissenschaftlichem Weltbild entstand der Komplex von Tiahuanaco in der Vorinkazeit. Das trifft natürlich zu, nur dürften die vollkommen zerstörten Bauten Jahrtausende älter sein als Archäologen allgemein annehmen. In 4.000 m Höhe gab es hier meiner Meinung nach das Zentrum einer unglaublich hochstehenden Zivilisation: Jahrtausende vor Christus und nicht einige Jahrhunderte nach der »Zeitwende«. Die Baumeister damals konnten mit monströsen Steinplatten wie heutige Kinder mit Legosteinen umgehen. Sie konnten harten Stein präzise schneiden und Rillen in Stein fräsen. Auch müssen sie über Bohrer verfügt haben, mit denen sie hartem Stein winzige Löcher verpassten. Riesige Steinplatten wurden von kaum vorstellbaren Kräften zertrümmert. Das ganze Areal sieht wie nach einer gewaltigen Explosion aus. Das »Sonnentor« (vor allem die Rückseite) in der kargen Hochebene des Altiplano wirkt unfertig. Ich halte es für möglich dass das »Sonnentor« ursprünglich nicht so wie heute frei in der Landschaft stand. Es mag in ein Bauwerk integriert gewesen sein, so dass nur die Vorderseite sichtbar war. Die Rückseite mag mit diesem Gebäude verbunden gewesen sein, war dann gar nicht sichtbar.

Foto 9: Das »Sonnentor« von Tiahuanaco. Rückseite.

Irgendwann fiel das steinerne, aus einem Monolithen gearbeitete Tor (Breite 3,75 m, Höhe 3 m) um und zerbrach in zwei Teile. Es wurde wieder aufgestellt und zusammengefügt. Die mysteriösen Reliefs auf der Vorderseite sollen, so Prof. Hans Schindler-Bellamy (*1901; 1982), einen geradezu fantastischen Kalender ergeben, der viele Jahrtausende vor der »Zeitwende« entwickelt wurde (2).

Auch das »Sonnentor« wird in esoterischer Literatur gelegentlich als ein »Stargate« bezeichnet. Ich habe ein Experiment gewagt. Erst habe ich einen niedrigen Zaun aus rostigen Eisenstäben überstiegen, was freilich verboten war. Dann bin durch die relativ schmale Öffnung im Tor hindurchgekrochen. Ich kam ein wenig enttäuscht auf der anderen Seite des Tores wieder heraus und landete nicht auf fernen Planetenwelten.

Wer nach Bolivien kommt, sollte unbedingt Tiahuanaco besuchen und besichtigen. Von La Paz aus beträgt die Fahrtstrecke 75 Kilometer. Bitte die Höhe beachten: 4.000 m über Normalnull, da ist die Luft dünn und es kann empfindlich kalt werden.

In meiner fränkischen Heimat soll es einen Eingang in eine andere Welt geben. Irgendwo in der bizarren Juralandschaft des »Kleinziegenfelder Tales« zwischen geheimnisvollen Felsformationen findet sich angeblich ein Felsentor, das als Eingang in die »Anderswelt« dient. Andreas Motschmann berichtete für das »Obermain Tagblatt« (3):

»Im Buch ›Sagen und Legenden des Lichtenfelser Landes‹ von E (lisabeth). Und K(onrad) Radunz wird die Sage ›Der verschwundene Knabe von Wallersberg‹ (4) in der Fassung von H. Barnickel erzählt. Sie stammt von einem Manuskript aus dem Jahr 1936. Leider ist das Sagenbuch zurzeit in den Buchläden vergriffen.

In dieser Volkssage spiegelt sich die Juralandschaft des Kleinziegenfelder Tales an einem heißen Augusttag wider. Die unterschiedlichsten Felsformationen lassen mit ein wenig Phantasie die Sagenfiguren erkennen. Die bekanntesten sind der Mönch, der Predigtstuhl und der Rolandsbogen. Inzwischen sind diese sagenumwobenen Felsen und Torbögen vom Baumbewuchs freigelegt und in voller Größe sichtbar.

In dieser Wallersberger Sage ist das Felsentor der Eingang in die ›Anderswelt‹, und es ist nicht selbstverständlich, sich einen Eintritt zu verschaffen. Nur mit einem ›Schlüssel‹ lässt sich das Tor öffnen. Der Sagenheld hat mit seinem frisch gepflückten Kornblumenstrauß den passenden Schlüssel in der Hand und findet Einlass. Von dem Alten bekommt der Junge alles Lebensnotwendige und schließlich die Belohnung dafür, dass er die ihm übertragenen Aufgaben erledigt hat.

Zehn Jahre lang erfüllt er pflichtbewusst die Arbeiten, doch dann übermannt ihn die Neugier. Die Quittung für den Fehltritt kommt prompt. Mit der Abfindung und seinem Kornblumen–›schlüssel‹ muss er den Heimweg antreten. Die überglückliche Magd findet ihren Sohn am Kornblumenfeld, aber das Wiedersehen ist getrübt. Aus dem kleinen Jungen ist der ›Höllenbub‹ geworden.«

Das mysteriöse Erlebnis in der Anderswelt muss für den »Höllenbub« recht dramatisch, ja traumatisierend gewesen sein. Die Legende schließt so (5): »Aus dem Burschen ist ein verschlossener Mann geworden, der selten lachte, aber auch nie richtig traurig war.«

Im »Höhlengleichnis« von Platon (*427; †347 v. Chr.) sehen die Menschen, gefangen in einer unterirdischen Höhle, nur einen matten Abglanz von der Wirklichkeit. Sie nehmen nicht die Realität wahr, sondern nur ihren Schatten, den sie für die Wirklichkeit halten. Hand aufs Herz: Wir sind heute, aller Wissenschaft zum Trotz, nur dazu in der Lage, die Schatten der Wirklichkeit zu sehen, die fantastischer sein mag als selbst unsere kühnsten Fantasien!

Fußnoten
(1) »Philip, Brother«: »Secret of the Andes«, Novato, 5. Auflage 1998 (Erstausgabe London 1961)
(2) Bellamy, Hans Schindler: »The Calendar of Tiahuanaco/ The Measuring 
system of the oldest civilization«, London, 1956
(3) Motschmann, Andreas: »Der verschwundene Knabe von Wallersberg«, https://www.obermain.de/lokal/obermain/art2414,567100 (Stand 04.05.2020)
(4) Radunz, Elisabeth und Konrad: »Sagen und Legenden des Lichtenfelser Landes«, Lichtenfels 1996, Seite 117 und 118
(5) Ebenda, Seite  118, 12. Und 13. Zeile von oben


Zu den Fotos
Foto 1: Ein Gang unter Palenque soll in die Vergangenheit führen. Symbolbild. Foto Walter-Jörg Langbein
Fotos 2-5: Das geheimnisvolle Tor von Peru. Fotos Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Vermessungsarbeiten am »Stargate« von Peru. Foto Ingeborg Diekmann
Foto 7: Die Tür im Tor. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 8: Das »Sonnentor« von Tiahuanaco. Vorderseite. Foto Ingeborg Diekmann
Foto 9: Das »Sonnentor« von Tiahuanaco. Rückseite. Foto Walter-Jörg Langbein


545. »Elohim der Himmel«,
Teil 545 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 28. Juni 2020


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Sonntag, 14. Juni 2020

543. »Der Tag, an dem Sonne und Mond stillstanden«

Teil 543 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein



Foto 1: Mittelalterliches Weltbild.
Holzschnitt, um 1530. Partiell nachträglich koloriert.

Weltbilder hat sich der Mensch schon zurechtgelegt, als er noch in Höhlen hauste und die Bewohner der Nachbarhöhlen als hinterlistige Feinde ansah, die man nur als Bereicherung des Speisenplans willkommen hieß. Weltbilder hat der Mensch in Zeiten ersonnen, als die Dichter der ältesten Mythen noch lebten. Und Weltbilder entstehen auch noch zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Die vermeintlich göttliche Wahrheit der »Heiligen Bücher« wird heute von nicht wirklich weniger magisch anmutenden Szenarien der Quantenphysik abgelöst. Weltbilder gab es schon immer. Sie waren und sind immer im Wandel begriffen. Freilich setzen sich Weltbilder in unseren Gehirnen fest. Sie etablieren sich und weichen nur höchst ungern anstehenden revolutionären neuen. In der Regel werden althergebrachte Weltbilder nicht widerlegt. Sie sterben mit ihren Anhängern und neue Weltbilder werden ins Leben gerufen.

In unserer realen Welt gibt es Monstermauern aus massivem Stein, die seit Ewigkeiten dem Zahn der Zeit trotzen. In unseren Köpfen freilich gibt es eine Monstermauer, die mindestens genauso durabel ist wie jene aus Stein. Sie grenzt aus. Sie verhindert, dass wir in jene Bereiche der Realität vordringen, die es für einen »vernünftigen« Menschen gar nicht geben kann, weil es sie nach dem Zeitgeist des »rationalen Denkens nicht geben darf.

Eine Monstermauer, die es nur in unseren Köpfen gibt, kann sehr viel schwieriger zu überwinden sein als eine aus Stein. Der »vernünftige« Mensch redet sich gar ein, dass er diese Mauer weder einreißen, ja nicht einmal überwinden möchte.

Er ist davon überzeugt, in der Welt der Vernunft zu leben. Vernunft ist das oberste Gebot in dieser seiner »Wirklichkeit«. Auf der anderen Seite der Mauer in seinem Kopf herrscht das Chaos der Unvernunft in einer natürlich nur imaginären Welt, die es seiner festen Überzeugung nach gar nicht wirklich gibt. Theologieprofessor Dr. Hermann Gunkel unterscheidet zwischen Sage und Märchen. Er schreibt (1): »Im Unterschied von den Sagen ist für die Märchen eigenthümlich, daß sie nicht wie diese an bestimmten geschichtlichen Zeiten und Personen und im allgemeinen auch nicht an gegebenen Orten haften, sondern, soweit sie überhaupt Namen nennen, erdichtete Personen an erfundenen Orten auftreten lassen.«

Dr. Gunkel katalogisiert also, er etikettiert. Sagen bringt er in Verbindung mit »geschichtlichen Zeiten und Orten«, in Märchen agieren nach seiner Definition fiktive Personen an fiktiven Orten. Aber wie wissenschaftlich ist das? Versucht er wissenschaftlich zu ergründen, welche altehrwürdigen Texte Realität wiederspiegeln und welche nicht? Oder glaubt er zu wissen, was wahr ist und was nicht, um dann nach eigenem Gutdünken zu »Märchen« oder »Sage« zu erklären?

Foto 2: Der Heilige Brendan.
Variationen eines Porträts.
Farblich stark verändert (Collage).

Prof. Gunkel meint, ein besonderes Kennzeichen des Märchens erkannt zu haben (2): »Besonders bezeichnend ist für das Märchen seine eigentümliche phantastische Art.« Fällt damit die Überlieferung vom Mönch Brendanus, der mit mehreren Brüdern in einem winzigen Boot den Atlantik besiegte in die Kategorie des Märchens? Neun Jahre soll er unterwegs gewesen sein. Märchenhaft mutet so manche seiner angeblichen Entdeckungen an. So soll er auf fernem Eiland auf eine mysteriöse Quelle gestoßen sein, die tagelangen Schlaf schenkte (3):

»Zu Beginn der Fastenzeit erblicken sie eine Insel, auf der sie eine klare Quelle finden. Brandan warnt seine Mitbrüder, nicht zu viel von dem Wasser der Quelle zutrinken, was einige der Mönche fehldeuten und dadurch verschieden lang in Schlaf verfallen. Nachdem sie sich noch mit dem Nötigsten für die Weiterfahrt versorgt haben, fliehen sie von dort.«

Für die weitere Reise nahmen sie einen Vorrat von dem einschläfernden Quellwasser mit. Freilich tranken sie nur etwas davon, um den schlimmsten Durst zu löschen. Schließlich wollten sie ja nicht auf ihrer gefährlichen Expedition auf hoher See wie narkotisiert das Bewusstsein verlieren. Diese Episode klingt reichlich märchenhaft, kann aber sehr wohl auf eine wirkliche Begebenheit während der Atlantikfahrt der Mönche hinweisen.

Foto 3: St. Brendanus und seine
Glaubensbrüder im Bötchen (Buchcover)

Auf der Azoren Insel Sao Miguel gibt es nämlich die heißen »Quellen von Furnas« (4). Sie speisen den »Ribeira Quente«, den »warmen Fluss«. Das Wasser aus dieser Quelle soll tatsächlich besinnungslos machen. Hat also der Heilige Brendanus auf seiner großen Seereise auch die Azoren besucht?

Tatsächlich haben die Azoren eine sehr alte Geschichte aufzuweisen. Seefahrer, die auf dem Rückweg von Amerika waren, legten gern auf den Azoren eine Pause ein und nahmen Trinkwasser an Bord.

1749 wurden auf der Azoren-Insel Corvo Münzen aus dem 4. oder 3. Jahrhundert v. Chr. entdeckt, die darauf hinweisen, dass das Eiland bereits in vorchristlicher Zeit von den Phöniziern besucht wurden. Demnach gab es lange vor Kolumbus und vor St. Brendanus transatlantische Kontakte. Offensichtlich wurde Amerika lange vor Kolumbus entdeckt. Und offensichtlich können noch so märchenhaft anmutende Texte Tatsachen beinhalten. Das ist es, was die alten Überlieferungen so spannend macht: Sie öffnen uns Fenster in eine Vergangenheit, die fantastischer gewesen sein kann als unsere Fantasien.

Für Theologieprofessor Dr. Hermann Gunkel gibt es in der Bibel eine Vielzahl von Märchen in der Bibel. Er listet eine ganze Reihe von Texten auf, die seiner Überzeugung nach als Märchen zu erkennen seien. Eine kleine Auswahl mag genügen (5):

Foto 4: Der Wal spuckt Jona wieder aus.
Bibelillustration, 12. Jahrhundert
»Da reden nicht nur Menschen, sondern auch … die Glieder des Körpers streiten miteinander. … Dämonen ringen mit Menschen in der Nacht oder stellen menschlichen Frauen in brünstiger Liebe nach. Oder ein Mensch, der in das Meer geworfen ist, wird durch einen Fisch, der ihn verschlingt und wieder ausspeien muß, vom Tode gerettet. Ein anderer schwebt auf feurigen Wagen zum Himmel empor. Ein Hirtenknabe steigt auf den Thron und ein junges Mädchen von unbekannter Geburt wird Königin Sonne und Mond stehen still, wenn der Gottesmann es gebietet; das Meer spaltet sich vor seinem Stabe und Tote kommen ins Leben zurück.«

Ich bin, offen gesagt, skeptisch ob der Vielzahl von biblischen Texten, die Dr. Hermann Gunkel in der großen Schublade »Märchen« ablegt. Er beruft sich in seinem Werk »Das Märchen im Alten Testament« auf konkrete Bibelstellen, er interpretiert aber manchmal recht frei, um biblische Texte als Märchen definieren zu können.

Man muss in Gunkels Märchenbuch hin und her blättern, um herauszufinden, auf welche Bibelpassagen er sich bezieht.

Die »Glieder des Körpers«, die nach Dr. Gunkel miteinander reden, tauchen freilich gar nicht in einem Märchen auf, sondern in einer der vielen Gleichnisse, die Jesus erzählt haben soll (6). Dämonen sind für Dr. Gunkel offensichtlich Kreaturen aus der Märchenwelt. Im von Dr. Gunkel angeführten Beispiel (7) kämpft allerdings kein Dämon mit einem Menschen, sondern Jakob mit Gott. Wo Dr. Gunkel Dämonen ausmacht, die menschlichen Frauen in brünstiger Liebe nachstellen, da geht es im biblischen Text um die Beschneidung von Knaben (8).

In der Tat: Die biblische Geschichte vom Menschen, der von einem Fisch verschluckt und wieder ausgespuckt wird, klingt sehr märchenhaft (9). Um die mysteriöse Episode noch märchenhafter erscheinen zu lassen, anonymisiert Dr. Gunkel den vom Fisch verschlungenen Jona zu »einem Menschen«. Auch Elia, der auf feurigem Wagen in den Himmel entführt wird (10), wird von Dr. Gunkel in seiner Auflistung anonymisiert: »Ein anderer schwebt auf feurigen Wagen zum Himmel empor.« Diese Anonymität ist für Dr. Gunkel wesentliches Merkmal des Märchens. Der anonyme Hirtenknabe, der es zum König bringt, wird freilich im biblischen Text namentlich genannt (11): Es ist Saul!

In unseren Märchen werden tatsächlich manchmal einfache Mädchen Königin, etwa »Aschenputtel«. Bei dem biblischen »Mädchen von unbekannter Geburt«, das »Königin« wird, könnte es sich in der Tat um ein schönes biblisches Märchen handeln. Freilich geht es im biblischen Text nicht um ein »Mädchen« aus Fleisch und Blut, sondern um Jerusalem (12).

Märchenhaft anonym ist bei Dr. Gunkel »der Gottesmann«, der Sonne und Mond stillstehen lässt, der das Meer teilt und Tote wieder lebendig werden lässt. Im »Alten Testament« ist freilich nicht von einem anonymen Gottesmann die Rede, die mit Gottes Hilfe Wundersames bewirkt. Es sind deren drei. In der Bibel haben diese drei »Gottesmänner« allerdings Namen: Josua hält Sonne und Mond und somit die Zeit an, so dass die Feinde abgeschlachtet werden können (13). Moses ist es, der mit seinem Stab das Meer teilt, so dass sein Volk dem ägyptischen Heer entkommen kann (14). Und Elia gelingt es, ein totes Kind wieder zum Leben zu erwecken, indem er sich drei Mal auf den Leichnam legt und seinen Gott anruft (15). Haben wir es mit Wundern ohne Anspruch auf Wirklichkeit zu tun? Oder wurden wahre Begebenheiten märchenhaft ausgeschmückt?
Foto 5:
»Der Tag an dem
die Erde stillstand
I und II«

Anmerkung und Fußnoten

Anmerkung

Zur Kapitelüberschrift: Ich habe mich von einem SF-Film aus dem Jahr 1951 inspirieren lassen. Der Film, in Schwarzweiß gedreht, gilt heute als Klassiker seines Genres: »Der Tag, an dem die Erde stillstand«. (Originaltitel: »The Day the Earth Stood Still«). 2008/ 2011 folgte eine Fortsetzung: »Der Tag an dem die Erde stillstand 2 – Angriff der Roboter« (Originaltitel: »The Day the Earth Stood Still 2)«. Der 2. Teil ist stark präastronautisch beeinflusst. Die »Götter« schicken 666 riesige Kampfroboter, »Megalithen« genannt. Die Zahl 666 kennen wir aus der Bibel, aus der Apokalypse des Johannes (16): »Hier ist Weisheit! Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tieres; denn es ist die Zahl eines Menschen, und seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig.«


Fußnoten

(1) Gunkel, Hermann: »Das Märchen im Alten Testament«, Tübingen 1921, Seite 9, 15.-20. Zeile von oben. (Die Rechtschreibung wurde unverändert übernommen und nicht nach der Rechtschreibreform »modernisiert«.)
(2) Ebenda, Seite 157, 1. Zeile von unten und Seite 158, 1. Zeile von oben
(3) Holtzhauer, Sebastian: »Die Fahrt eines Heiligen durch Zeit und Raum«, Osnabrück 2019, Seite 21, 13.-17. Zeile von oben
(4) Bussmann, Michael: »Reiseführer Azoren«,. 6. Auflage, Erlangen 2016
Martin, Roman: »Azoren – die 77 schönsten Küsten- und Bergwanderungen«, 5. neu bearbeitete Auflage, München 2017
(5) Gunkel, Hermann: »Das Märchen im Alten Testament«, Tübingen 1921, Seite 158, 5.-17. Zeile von oben. (Die Rechtschreibung wurde unverändert übernommen und nicht nach der Rechtschreibreform »modernisiert«.)
(6) 1. Korinther Kapitel 12, Verse 14-26
(7) 1. Mose 32, Verse 23-32
(8) 2. Mose Kapitel 4, Verse 24-26
(9) Jona Kapitel 1 und 2
(10) 2. Könige 2, Vers 11
(11) 1. Samuel Kapitel 10, Vers (Saul wird gesalbt)
(12) Hesekiel 16, Vers 1-14
(13) Josua Kapitel 10, Verse 12 und 13
(14) 2. Mose Kapitel 14, Vers 16
(15) 1. Könige 17, Verse 17-23
(16) Apokalypse des Johannes Kapitel 13, Vers 18


Zu den Fotos
Foto 1: Mittelalterliches Weltbild. Holzschnitt, um 1530. Partiell nachträglich koloriert.
Foto 2: Der Heilige Brendan. Variationen eines Porträts (Collage).
Foto 3: St. Brendanus und seine Glaubensbrüder im Bötchen (Buchcover)
Foto 4: Der Wal spuckt Jona wieder aus. Bibelillustration, 12. Jahrhundert.
Foto 5: »Der Tag an dem die Erde stillstand I und II«

544. »Tore in andere Welten«,
Teil 544 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 21. Juni 2020



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Sonntag, 7. Juni 2020

542. »1.000 Jahre vor Kolumbus«

Teil 542 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: St. Brenadanus auf einer Ikone.
Der italienische Dominikaner Tommaso Campanella (*1568;†1639), eigentlich Giovanni Domenico, setzte sich mit fortschrittlicher Wissenschaft auseinander »Alles, was die Wissenschaftler … mit Hilfe einer unbekannten Kunst vollbringen, wird Magie genannt … Denn Technologie wird immer als Magie bezeichnet, bevor sie verstanden wird, und nach einer gewissen Zeit entwickelt sie sich zu einer normalen Wissenschaft.« Vor fast einem halben Jahrhundert schrieb Sir Arthur C. Clarke (*1917; †2008) (2): »Jede hinreichend fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht mehr zu unterscheiden.«

Wenn wir gedanklich in die Vergangenheit reisen, wobei wir altehrwürdige Schriften als »Fenster« ins Gestern und Vorgestern nutzen, dann stoßen wir immer wieder auf Schilderungen von seltsamen Ereignissen. Nicht immer können wir eindeutig feststellen, was dichterische Fiktion und was Beschreibung realer Begebenheiten ist. Wie entscheiden wir, was Märchen und was Wahrheit ist? In der Regel wird in Kreisen der Wissenschaft so entschieden: Was ganz und gar nicht in das als richtig definierte Weltbild passt, das wird bestritten.

Der bedeutende Theologe Prof. Dr. Hermann Gunkel (*1862; †1932) bezeichnete ihm allzu fantastisch Erscheinendes als Märchen. Der Wissenschaftler kann als der Entdecker des Märchens als eigene alttestamentliche Gattung angesehen werden. Für die Reihe »Religionsgeschichtliche Volksbücher für die deutsche christliche Gegenwart« verfasste er »Das Märchen im Alten Testament« (3).

Menschliches Wunschdenken, so Prof. Gunkel, führte zu fiktiven Märchen. In diese Kategorie fällt seiner Meinung nach (4) »der Wagen des Hesekiel«. Weiter schreibt er: »Hesekiel hat in seinem berühmten ›Wagengesicht‹ mit barocker Phantastik die Erscheinung Jahves beschrieben. … Auch die Vorstellung von einem fliegenden Wagen kommt im Märchen vor. … Die Märchenreise führt etwa über das tiefe Meer, zum Beispiel in der Erzählung von Gilgamesch, oder durch ein furchtbares Feuer.

Es drängt sich eine Frage auf: Muss ein »Märchen« reine Fiktion sein? Oder kann ein märchenhaft anmutender Text nicht auch wahre Begebenheiten schildern?

In die Kategorie der »Märchenreise« gehört ohne Zweifel auch »Navigatio Sancti Brendani (abbatis)«, »Die Seereise (des Abtes) Sankt Brendan«. Der mysteriöse Text dürfte bereits im 9. Jahrhundert entstanden sein. Im Lauf der Jahrhunderte wurde er in mehrere Sprachen übersetzt. Über 100 Variationen der Geschichte fanden in ganz Europa Verbreitung. Es ist letztlich belanglos, wie man die Schilderung von St. Brendans Reise katalogisiert. Ob man sie als »mythische Reiseerzählung« oder als »märchenhafte Legende« sieht, so ist damit keineswegs der Wahrheitsgehalt geklärt.

Foto 2: Greif greift an und wird selbst angegriffen.

Nach »Navigatio Sancti Brendani (abbatis)« machte sich St. Brendanus zwischen 565 und 573 n. Chr. auf und stach mit zwölf Reisegefährten in See. Die dreizehn Wagemutigen erkundeten in einem »Curragh«-Bötchen den Atlantischen Ozean. Ihr eigentliches Reiseziel war die weit m Westen vermutete Insel »Terra Repromissionis Sanctorum«, das »Verheißene Land der Heiligen«. Sollte damit Amerika gemeint sein?

Brendanus ist eine historische Gestalt. Der Abt eines irischen Klosters wurde anno 484/ 489 im westlichen Irland geboren. Verstorben ist der Gründer mehrerer Klöster etwa 570/ 585. Bestattet wurde er in Clonfert. Dass Brendanus wie viele seiner Glaubensbrüder Seereisen unternommen hat, das ist nicht nur möglich, sondern sogar wahrscheinlich. Dr. Petra Kehl schreibt in ihrem hochinteressanten Aufsatz »St. Brendan der Seefahrer« (5): »Es gibt also verlässliche historische Zeugnisse für die Seefahrten irischer Mönche bis zum Polarkreis, ja bis nach Grönland. Darüber hinaus ist bekannt, dass die irischen Mönche umfangreiche geographische Kenntnisse besaßen, die geographischen Schriften des Ptolemäus kannten und auch schon wussten, dass die Erde keine Scheibe ist.«

Sollte St. Brendanus bis zum Polarkreis vorgedrungen sein? St. Brendanus erlebt mit seinen Glaubensbrüdern Abenteuer, die Homer nicht hätte spannender beschreiben können. Die dreizehn Männer geraten immer wieder in höchste Gefahr. Da tauchen zwei monströse Meeresungeheuer auf, die bald in einen fürchterlichen Kampf verwickelt sind. Da werden die frommen Mönche in ihrem winzigen Bötchen von einem »furchtbaren (Vogel) Greif« (»horribilis grifa«) angegriffen. Der wollte ganz offensichtlich einen der Mönche rauben. Im lateinischen Text des Originals: »grifa volens aliquem accipere«. Die Lage schien aussichtslos zu sein, doch da tauchte ein »furchtbarer Vogel« (»avis horribilis«) auf und tötete den Greif. Später werden die Mönche auf einer seltsamen Insel von feindlich gesinnten Einwohnern mit glühenden Steinen beworfen.

Gewiss, die Abenteuer der Mönche könnten zu einem Hollywood Blockbuster anregen. Die Männer erlebten Geheimnisvolles. Einmal gerieten sie in schier undurchdringbaren Nebel. Angsterfüllt beteten sie. Schon tauchte aus der Höhe, woher auch immer, ein Licht auf, das den Nebel verschwinden ließ.

Mysteriös ging es auf der Reise zu, vieles bleibt bis heute unverständlich. Aber heißt das, dass sie frei erfunden sind? Bei der gefährlichen Insel könnte es sich um ein vulkanisches Eiland gehandelt haben. Im Reisebericht heißt es, die Einwohner deines Eilands hätten Brendanus und Begleitung mit glühenden Steinen beworfen. Fakt oder Fiktion? Es ist möglich, dass es sich bei der Insel um Island handelte, dass die wagemutigen Entdecker einen Vulkanausbruch erlebten und tatsächlich vor »glühenden Steinen« geflohen sind.

Im Reisebericht begegnet ihnen ein im Meer treibender »Kristallpfeiler« und sie beobachten entsetzt »geronnenes Meer«. Bei dem »treibenden Kristallpfeiler« könnte es sich um einen Eisberg, bei dem »geronnenen Meer« um Treibeis gehandelt haben.

Oder gibt es für das »geronnene Meer« (nach einer anderen Übersetzung »das klebrige Meer«) eine ganz andere Erklärung? Ist damit das Meeresgebiet im Atlantik östlich Floridas, die sogenannte Sargassosee, gemeint? Was als »geronnenes Meer« (»klebriges Meer«) beschrieben wird, damit könnte tatsächlich die Sargasso See sein, wo eine gewaltige Menge von im Wasser schwebenden Braunalgen (Gattung: »Sargassum«) das Meer klebrig und geronnen erscheinen lässt. Sollte St. Brendanus tatsächlich lange vor Kolumbus Amerika entdeckt haben?

Foto 3: Tim Severin baute
St. Brendans Bötchen nach
und bezwang den Atlantik
(Buchcover der Originalausgabe).
Der Ire Timothy Severin (*1940), Historiker, Buchautor und Abenteurer war vom wundersamen Bericht um St. Brendanus fasziniert. Er baute ein »Curragh«-Bötchen nach, wobei er ausschließlich Materialien benutzte, die in »Navigatio Sancti Brendani (abbatis)« beschrieben werden. Die Nussschale von einem Boot aus in Eichenlohe gegerbten und mit Wollfett eingeschmierten Ochsenhäuten war hochseetüchtig. Es überstand auch die Fahrt durch das Packeis. Auch wenn es die »Experten« für ausgeschlossen gehalten hatten, Severin meisterte im Brendanus-Bötchen die erste Etappe seiner Abenteuerreise zu den Färöer Inseln. Weiter ging es über Island und Grönland bis nach Neufundland. Allen Unkenrufen aus der Expertenwelt löste sich das Lederboot nicht auf. Severin gelang das angeblich Unmögliche. Am 26. Juni 1977 erreichte Tim Severin mit seinen wagemutigen Freunden »Peckford Island«, Neufundland. Damit war der Nachweis erbracht, dass St. Brendanus mit seinem Bötchen sehr wohl sehr weite Seereisen unternehmen konnte.

Sachlich schlussfolgert Dr. Petra Kehl (6): »Wie auch immer die Schilderungen der ›Navigatio Sancti Brendani abbatis‹ zu bewerten sind, eines steht nach Severins Reise fest: Die Seereise in einem Lederboot von Irland nach Nordamerika ist den Iren des Frühmittelalters zumindest möglich gewesen.«

Tim Severin ist mit seiner Abenteuerreise auf den Spuren von Mönch St. Brendanus auf eindrucksvolle Weise der Nachweis gelungen, dass Märchenhaft-Mythologisches sehr wohl real gewesen sein kann. Sein Buch über die Seereise der Mönche liest sich spannender als jeder Roman (7).

Foto 4: Die berühmte Weltkarte
von Admiral Piri Reis.
1945 erschien das Buch »St. Brendan the Navigator« in Dublin. Autor Dr. George Aloysius Little kam zur Überzeugung, dass St. Brendanus tatsächlich in seinem Bötchen den Atlantik überquert hat und nach Irland zurückgekehrt ist. Beim oft märchenhaft anmutenden Text »Navigatio Sancti Brendani (abbatis)« handele es sich, so Dr. George Aloysius Little (8), um einen echten Bericht und kein reines Fantasiekonstrukt. Vielmehr werde zumindest eine reale Atlantiküberquerung, die fast ein Jahrtausend vor Kolumbus stattfand, beschrieben, wobei der Bericht allerdings sagenhaft ausgeschmückt wurde. Zum gleichen Ergebnis war Denis O’Donoghue (9) anno 1893 gekommen.

Im Lauf der Jahrhunderte wurde der ursprüngliche Reisebericht immer christlicher. Der historische Entdecker mochte aus Lust auf ferne Gestade aufgebrochen sein. Vielleicht hoffte er auch, in fremden Landen Heiden zum Christentum bekehren zu können, so wie dies 1.000 Jahre vor Kolumbus irische Missionare gerne taten. In jüngeren Fassungen wurde die »Weltreise Brendans« eine Strafe für den skeptischen St. Brendanus, weil er nicht so recht an die Wunder der Schöpfung glauben mochte. So wurde er angeblich auf die harte Tour von der Realität des Wundersamen überzeugt.

Foto 5:
Der Heilige
Abt Brendanus
auf hoher See.
Sankt Brendan taucht in einer weiteren historischen Quelle auf. Der osmanische Piri Reis fertigte im Jahr 1513 eine fantastische »Weltkarte« an, die nach Meinung mancher Experten zumindest Teile der Küste Amerikas zeigt. Professor Dr. Afet Inan, Ankara, sah in der Piri Reis Karte die »älteste Karte Amerikas«. Piri Reis hat seine Karte mit zahlreichen kleineren Bildern und Kommentaren versehen. Besonders interessant ist folgender Vermerk (10): »Man bemerke, daß ein Priester mit Namen Sanvolrandan in vergangenen Tagen die Tour der sieben Meeren machte. Nachdem er auf einem Fisch gelandet war, hielt der Priester diesen für Festland und zündete ein Feuer an. Als der Rücken des Fisches zu brennen begann, tauchte dieser ins Meer, und unsere Männer, die in ein Boot sprangen, flüchteten sich zu dem Schiff.«

Bei dem Priester namens Sanvolrandan handelt es sich, wie unschwer zu erkennen ist, um »Santo Brendan«, den wagemutigen Entdecker. Die kuriose Geschichte, die der türkische Admiral Piri Reis aufzeichnete, findet sich bereits in »Navigatio Sancti Brendani (abbatis)«.

Fußnoten
(1) Briersi, Antonio (Hrsg.): Tommaso Campanella »Del sense dello cose e della magia«, 1925, S. 241/42, zitiert nach Habiger-Tuczay, Christa: »Magie und Magier im Mittelalter«, München 1992, S. 192 (»Die Automaten«)
(2) Zitiert nach Weber, Andreas in »Biokapital. Die Versöhnung von Ökonomie, Natur und Menschlichkeit«, Berlin 2008, Seite 57. Originalzitat: »Any sufficiently advanced technology is indistinguishable from magic.«, »Profiles of the future: an inquiry into the limits of the possible«, revidierte Ausgabe 1973, Seite 36
(3) Gunkel, Hermann: »Das Märchen im Alten Testament«, Tübingen 1921
(4) Ebenda, Seite 59,b 11. Zeile von oben/ Seite 61, 1. Zeile von unten und Seite 62, 1. Zeile von oben/ Seite 65, 10.-8. Zeile von unten
(5) Kehl, Dr. Petra: »St. Brendan der Seefahrer«, http://www.kath-info.de/brendan.html (Stand: 27.04.2020)
(6) Ebenda (Stand: 27.04.2020)
Siehe auch
Carnac, Pierre: »Geschichte beginnt in Bimini«, Olten 1978 (»Brendan, der Heilige der verlorenen Horizonte«, S. 250-264)
Foto 6: Traktat über St. Brendanus
aus dem Jahr 1897
(7) Severin, Tim(othy): »The Brendan Voyage/ Across the Atlantic in a Leather Boat«, eBook-Ausgabe der Originalversion von 1978, London 2013
Severin, Timothy: »Tausend Jahre vor Kolumbus. Auf den Spuren der irischen Seefahrermönche«, Hamburg 1979
(8) Little, Dr. G(eorge) A(loysius): »St. Brendan the Navigator: An Interpretation«, Dublin 1945
(9) O’Donoghue, D(enis).: »Brendaniana: St. Brendan the Voyager in Story and Legend «, Dublin 1893
(10) Carnac, Pierre: »Geschichte beginnt in Bimini«, Olten 1978, Seite 263, 1. Zeile von unten –Seite 264, 6. Zeile von oben. Die Rechtschreibung wurde unverändert übernommen und nicht der Rechtschreibreform angepasst. Anmerkung: Mir liegt eine englische Übersetzung des Zitats vor, die geringfügig von der Version bei Pierre Carnac abweicht.

Zu den Fotos
Foto 1: St. Brenadanus auf einer Ikone.
Foto 2: Greif greift an und wird selbst angegriffen.
Foto 3: Tim Severin baute St. Brendans Bötchen nach und bezwang den Atlantik (Buchcover der Originalausgabe).
Foto 4: Die berühmte Weltkarte von Admiral Piri Reis.
Foto 5: Der Heilige Abt Brendanus auf hoher See.
Foto 6: Ein Traktat über St. Brendanus aus dem Jahr 1897.
(Mackay, Aeneas J. G.: »St. Brendan of Clonfert and Clonfert-Brendan«, »Blackwood's Edinburgh Magazine«, London, Juli 1897, Seiten 135-146)


543. »Der Tag, an dem Sonne und Mond stillstanden«,
Teil 543 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 14. Juni 2020



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