Sonntag, 23. April 2017

379 »Kelten, Maria und eine Heidenkirche«

Teil  379 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: St. Cyriak und Perpetua.
»Die Pfarrei St. Johann ist die alte Pfarrei Adelhausen-Wiehre. Die Entstehung dieser beiden Gemeinden geht in jene Zeiten zurück, da unsere Gegend von dem weit verbreiteten Volke der Kelten besiedelt war. Das beweist schon der Name der ältesten Kirche St. Einbetta. Jedenfalls wurden Adelhausen und die Wiehre schon in Urkunden vom Kloster St. Gallen vor über tausend Jahren erwähnt, also in einer Zeit, da an die Stadt Freiburg noch nicht zu denken war.« 

So (1) steht’s im Büchlein »Kirche und Pfarrei St. Johann Baptist zu Freiburg i.Br.«, zusammengetragen von Prälat Dr. Ernst Föhr, Pfarrer an St. Johann.

In Adelhausen strömten die Gläubigen in die »zu Ehren der Heiligen Perpetua eingeweihte Pfarrkirche«, wie Hochwürden Föhr zu vermelden weiß. Weiter lesen wir (2): »Diese wird in den alten Urkunden die Kilch zu St. Einbetten genannt.« (3) Unschwer ist im  Namen »St. Einbetten« eine der drei Heiligen Bethen zu erkennen, die ihrerseits heidnische Göttinnen in christlichem Gewand waren. Lesen wir nach bei Prälat Dr. Ernst Föhr (4):

»Die Kirche der zwei Gemeinden (Adelhausen und Wiehre) stammt aus der Zeit, als Missionare die Bewohner, meist Kelten, zum christlichen Glauben bekehrten. Zur Zeit der Stadtgründung im Jahre 1120 stand in der Wiehre ein Gotteshaus. Mittelpunkt des Dorfes Adelhausen war die Sankt-Einbeten-Kirche; sie war zugleich die Kultstätte beider Gemeinden. St. Einbet ist eine der Jungfrauen aus der legendären Schar der Begleiterinnen der Heiligen  Ursula. Der Name Sankt-Einbeten-Kirche spricht für das hohe Alter der Kultstätte.«

Foto 2: Maria von Guadalupe.

Auf meinen Reisen durch Zentral und Südamerika erfuhr ich immer wieder, dass christliche Kirchen just dort errichtet wurden, wo einst »heidnische Kultstätten« Pilger anlockten. Klaus-Rüdiger Mai (5): »Der Inbegriff des Christentums, die Theologie der Jungfrau Maria, ist im Grunde nicht christlichen Ursprungs, sondern eine Camouflage wesentlich älterer Kulte, nämlich der Kulte der Magna Mater, der Inanna, der Astarte, der Demeter, der Kybele oder Ceres, der großen … irdischen und unterirdischen Mutter- und Fruchtbarkeitsgottheiten der heidnischen Welt.«

Foto 3: Die riesige Pilgerkirche der Jungfrau Maria von Guadalupe

Ein Beispiel: Heute Pilgern Jahr für Jahr Millionen in einen Vorort von Mexico-City, um der »Maria von Guadalupe« zu huldigen. Die christliche Gottesmutter hatte eine heidnische Vorgängerin: Göttin  Tonantzin der Azteken. Tonantzin trug den Beinamen  »Unsere Heilige Mutter«. Aus Tonantzin wurde Maria. Das ist keine Spekulation, sondern Fakt! Denn Maria von Guadalupe wird auch heute noch in der Nahuatl-Sprache »Tonantzin« genannt. Professor Sandstrom weist darauf hin, dass viele Nachkommen der Azteken Maria von Guadalupe für die zurückkehrende Tonantzin gehalten haben.

Kurz zum göttlichen Stammbaum: Tonatiuh war ein Sonnengott der Azteken, seine Mutter war Tonantzin. Ihr wurden keine blutigen Tieropfer, sondern  Blumen und Früchte dargeboten. Zurück zu Maria, der christlichen Gottesmutter. Die christlichen Maria aber wurde als »Schlangenzertreterin« gepriesen. Aus der einst positiv bewerteten Schlange wurde das böse Reptil der Sünde. Interessant ist, dass in Mexiko die Gottesmutter als »Schlangenzertreterin« tituliert wird, während doch im Christentum Jesus als der Sohn Gottes beschrieben wird, der der Schlange (dem Teufel) den Kopf zermalmt.

Foto 4: »Göttermutter« Teteo Innan.
Im »Museo Nacional de Antropologia«, Mexico City,  stand ich vor einer steinernen Statue der »Göttermutter« Teteo Innan. Sie wurde in vorchristlichen Zeiten just dort verehrt, wo heute zur Maria von Guadalupe gebetet wird. Franziskanermönches Bernardino de Sahagún brachte Mitte des 16. Jahrhunderts einen Bericht über den Kult um Tonantzin zu Papier, der dokumentiert, was der Maria von Guadalupe vorausging (6):

»Einer von diesen (Kultplätzen) war ein kleiner Hügel, den sie (die Indios) Tepeacac und die Spanier Tepequilla nannten, und der heute ›Nuestra Señora de Guadalupe‹ heißt. An diesem Platz gab es einen Tempel, der der Mutter aller Götter geweiht war, die sie Tonantzin nannten, was ‚Unsere Mutter‘ bedeutet. Dort brachten sie viele Opfergaben zu Ehren der Göttin dar; sie kamen zu ihr aus weit entfernten Gegenden – aus mehr als 20 Meilen im Umkreis. Es kamen Männer, Frauen und Kinder zu diesem Fest.« Und aus der » Mutter aller Götter« wurde die christliche Mutter des göttlichen Sohnes, die Mutter Jesu.

Den Anhängerinnen der Muttergottheit fiel es dann besonders leicht, von Teteo Innan zu Maria zu wechseln. Allerdings wurde mir in Mexico City von zwei Priestern schmunzelnd versichert, dass so manche »Heidin« im Herzen nach wie vor Teteo Innan verehrt und »Maria« lediglich als christlichen Namen der uralten Aztekengöttin ansieht. Marias Sohn Jesus ist dann das christliche Pendant zum Sohn der Teteo Innan, zu Quetzalcoatl. Als ich den beiden Priestern von meinem Theologiestudium erzählte, wurden sie noch gesprächiger. So erfuhr ich, dass der aztekische Sohn der Göttin Quetzalcoatl gern als bärtiger Mann dargestellt wurde.

Foto 5: Maria von Guadalupe als Heiligenbildchen
Der Mediziner, Ethnologe und Ethnograph Georg Buschan(7) bringt es in seinem Werk »Altgermanische Überlieferungen« auf den Punkt, wenn er über die Motivation der missionierenden christlichen Geistlichkeit schreibt (8): »Die Geistlichkeit mußte also doch gemerkt haben, daß sie bei ihren Bekehrungsversuchen durch allzu große Strenge gegen die Heiden nichts ausrichtete; sie zog es also vor, mit einer gewissen Rücksicht vorzugehen, eine Brücke zwischen der neuen Lehre und dem alten Glauben zu schlagen, ihr gleichsam ein christliches Mäntelchen umzuhängen, um dadurch das Volk besser und leichter für sich zu gewinnen.«

Statt – wie so oft - »Heidnisches« zu zerstören, ging man vielerorts geschickter vor. Georg Buschan schreibt weiter (9): »Die Kirche ließ also die heidnischen Verehrungsstätten nach Möglichkeit weiter bestehen oder, wo sie bereits zerstört waren, ließ sie an der gleichen Stelle ihr Gotteshaus aufbauen, um den Zusammenhang zwischen den alten Göttern und dem neuen Gott zu wahren. Für eine ganze Reihe von christlichen Kirchen ist nachgewiesen, dass sie auf alten heidnischen, germanischen oder auch römischen Tempelruinen entstanden sind.«

Die Spuren der vorchristlichen Heiligtümer sind freilich in unseren Breiten weitestgehend verschwunden. Zudem, so habe ich den Eindruck, geriet mehr und mehr in Vergessenheit, was einst die Kultur in unseren Breiten ausgemacht hat. Spurlos verschwunden ist das einstige Heiligtum aus heidnischen Zeiten. Es befand sich just dort, wo dann die Bartholomäuskapelle und später ein Dom gebaut wurden. Das mit unzähligen Quellen gesegnete Gebiet von Paderborn – nach dem Fluss Pader benannt – lockte gewiss schon zu vorchristlichen Zeiten Heiden in die Region. Reste einer Inschrift, die nur wenige Meter vom Dom ausgegraben wurden, deuten auf eine sakrale Stätte hin. Karl der Große rühmte sich, den Drachen besiegt zu haben. Wem wurde im heidnischen Drachenheiligtum gehuldigt, welche Göttin oder welcher Gott wurde verehrt?

Foto 6: Bartholomäuskapelle am Dom zu Paderborn

Greifbare Fakten gibt es wenige. Richtig ist aber: Archäologen untersuchten penibel genau den Brandschutt, den sie bei Ausgrabungen nordöstlich der Bartholomäuskapelle sorgsam ausgruben. Dank ihrer geradezu pedantischen Geduld gelang es ihnen schließlich, Reste einer Inschrift zu entziffern. 

Sie mag einst einen Tempel geziert haben. Die Inschrift mag aber auch von Missionaren stammen, die das alte Heiligtum als heidnisch verabscheuten. Wie dem auch sei: Da ist von einem »Drachen« die Rede. Wurde Karl der Große als Sieger über das Heidentum der Sachsen gefeiert, als der Unterwerfer des Drachens?

Wo mag es noch heute Erinnerungen an einstige heidnische Heiligtümer geben, die stillschweigend vom Christentum übernommen wurden? Ich erinnere mich an einen Ausflug in meiner Kindheit. Gemeinsam mit den Großeltern erstieg ich den »Altenberg« bei Burgerroth in Unterfranken, Landkreis Würzburg. Staunend stand ich vor der »1000jährigen Linde« und der Kapelle, die damals auch noch unter dem Namen »Heidenkriche« bekannt gewesen sein soll. Eine geradezu furchteinflößende reliefartige Skulptur unter dem Chorerker geben Rätsel auf. Wurden sie von einem älteren Vorgängerbau übernommen? Sollen sie die heidnischen Göttinnen und Götter erschrecken und daran hindern, ins kleine christliche Gotteshaus einzudringen? Und vor allem: Was wird dargestellt? Deutlich zu erkennen ist eine Faust mit Dolch. Einen Körper scheint es nicht zu geben. Ein menschliches Haupt wird gewürgt, von wem oder was?

Foto 7: Mysteriöse(s) Wesen an der Kapelle

Von der »Heidenkirche« zum Staffelsee bei Murnau. Auch da gab’s einst heidnische Göttinnen. Auch hier begegnen wir wieder »unseren« drei Bethen! Fortsetzung folgt demnächst!



Foto 8
Fußnoten
1) Föhr, Dr. Ernst: »Kirche und Pfarrei St. Johann Baptist zu Freiburg i.Br.«, Erolzheim 1958, S. 6 (Foto 8!)
2) ebenda
3) Im Original steht »Kilch zu St. Einbetten«. Druckfehler? Sollte es »Kirch zu St. Einbetten« heißen?
4) Föhr, Dr. Ernst: »Kirche und Pfarrei St. Johann Baptist zu Freiburg i.Br.«, Erolzheim 1958, S. 7
5) Mai, Klaus-Rüdiger: »Die geheimen Religionen/ Götter, Sterne und Ekstase«, Köln 2012, S. 124, untere Hälfte der Seite
6) Zitat aus Wikipedia-Artikel »Tonantin«
7) * 14. April 1863 in Frankfurt/ Oder; † 6. November 1942 in Stettin
8) Buschan, Georg: »Altgermanische Überlieferungen in Kult und Brauchtum der Deutschen«, München 1936, S. 10
9) ebenda

Zu den Fotos:
Foto 1: St. Cyriak und Perpetua. Cover des kleinen Kunstführers Nr. 1216, Verlag Schnell & Steiner, 1. Auflage, München und Zürich 1980
Foto 2: Maria von Guadalupe. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Die riesige Pilgerkirche der Jungfrau Maria von Guadalupe. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 4: »Göttermutter« Teteo Innan. Foto wikimedia commons/ Éclusette
Foto 5: Maria von Guadalupe als Heiligenbildchen. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Bartholomäuskapelle am Dom zu Paderborn. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Mysteriöse Wesen an der Kapelle. Foto wikimedia commons Holger Uwe Schmitt
Foto 8: Kirche und Pfarrei St. Johann Baptist zu Freiburg i.Br. Archiv Walter-Jörg Langbein
Fotos 9 und 10: Göttinnen gab's auch im Raum Murnau. Fotos Archiv Walter-Jörg Langbein

Fotos 9 und 10: Göttinnen gab's auch im Raum Murnau
380 »Eine Köpenickiade und drei Exgöttinnen«,
Teil  380 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 30.04.2017



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Freitag, 14. April 2017

378 »Erich von Däniken zum 82.«

Teil  378 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                        
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Dänikens Erstling
Wikipedia, universelles Lexikon und weltweit anerkannter seriöser Quell der absoluten Wahrheit, schreibt: »Erich Anton Paul von Däniken (* 14. April 1935 in Zofingen) ist ein Schweizer Autor, der den pseudowissenschaftlichen Zweig der Prä-Astronautik einem breiten Lesepublikum bekannt machte. Seine Bücher wurden in 32 Sprachen übersetzt und haben bei einer Gesamtauflage von 63 Millionen verkauften Exemplaren teilweise Bestseller-Status erreicht. Zwei seiner Bücher wurden verfilmt, weitere Filme sind an Dänikens Ideen angelehnt. Seine stets aus archäologischen Funden und Befunden abgeleiteten Thesen werden durch von Däniken nicht wissenschaftlich bewiesen, sondern lediglich im Stil ›narrativer Sachbücher‹ präsentiert und daher auch als ›phantastische Wissenschaft‹ bezeichnet.«

Erich von Däniken hat sich nie als »Wissenschaftler« bezeichnet. Er beansprucht keinen Platz im Elfenbeinturm der Wissenschaften. Er ist in der glücklichen Lage alternative Lösungsmöglichkeiten zu sehen, wo Schulwissenschaftler dank ihrer mehr oder minder freiwillig getragenen Scheuklappen betriebsblind geworden sind.

Ohne Zweifel haben unzählige seriöse Wissenschaftler in den vergangenen Jahrhunderten unermessliche Wissensschätze angesammelt. Und immer wieder mussten als allgemein gültig angesehene Lehrmeinungen aufgegeben werden, und das gegen den Widerstand der etablierten Wissenschaftler. Denn wer Lehrmeinungen anzweifelt, sägt am Ast von Wissenschaftlern, die – und das ist nur zu menschlich – nicht gern zugeben, sich geirrt zu haben.

Besonders unbeliebt machen sich Laien, wenn sie der Gelehrtenwelt neue Denkanstöße liefern. Gern versucht man sie dann zu ignorieren. Selbst Wissenschaftlern geht das so.

Foto 2: Dänikens 2. Welterfolg
So ging die Forschung davon aus, dass es eiszeitliche Jäger waren, die vor 12.000 Jahren aus Asien Amerika »entdeckten«. Sie kamen, und das galt als gesichert, über eine Landbrücke zu Fuß. Seefahrt traute man den Altvorderen nicht zu, schon gar nicht transatlantische.  Es durfte, also konnte es nicht anders gewesen sein: Die vorgeschichtlichen »Entdecker« kamen aus Sibirien über die Behringstraße in das westliche Nordamerika! Von dort aus breiteten sie sich nach und nach gen Süden aus.

Wenn dem so gewesen wäre, dann müssten die ältesten Spuren frühester Siedler im Norden zu finden sein. Und je weiter man nach Süden kam und ausgrub, als desto jünger müssten sich die Spuren der »ersten Amerikaner« erweisen. Dem war aber nicht so. Im Süden waren die Funde sehr viel älter als im Norden. Somit war die Besiedlung über die Behringstraße vor 12.000 Jahren widerlegt. Sehr viel ältere Funde von präzise bearbeiteten Steinwerkzeugen wurden – kaum zu glauben – als »zufällig entstanden« deklariert, nur um die lieb gewordene Besiedlungsgeschichte aufrecht zu erhalten. Fakt ist aber: Bereits vor 30.000 Jahren wirkten und werkelten in der brasilianischen »Serra da Capivara« bereits Menschen. Woher kamen sie? Per Boot aus Nordafrika?

Foto 3: EvD unterwegs
Niède Guidon untersuchte als Erste Pedra Furada in der Serra da Capivara im brasilianischen Bundesstaat Piaui. Niède Guidon (* 12. März 1933, in Jaú, Brasilien) ist eine brasilianische Archäologin. Sie wagte es, eine echte »heilige Kuh« der Wissenschaften anzuzweifeln, ja vom altehrwürdigen Podest zu stoßen. Ihre Forschungen vor Ort erschütterten, nein widerlegten die »Clovis-Theorie«, wonach die Besiedlung Amerikas erst vor rund 12.000 Jahren über die Beringstraße erfolgt sein soll. Die energische Dame legte Beweise vor, etwa die Kohlereste einer Feuerstelle an der Felswand »Boqueirão da Pedra Furada« im Nationalpark »Serra da Capivara«. Fast 50 Jahre sollte es dauern, bis die »Clovis-Theorie« wohl als widerlegt angesehen werden muss. Am 19.2.2017 strahlte das ZDF eine faszinierende Dokumentation zum Thema aus (1).

Fast 50 Jahre kämpfte eine studierte Wissenschaftlerin gegen die sprichwörtlichen »Windmühlen«. Vor fast 50 Jahren – anno 1968 – wagte es Erich von Däniken, sehr viel intensiver an Fundamenten wissenschaftlicher Weltbilder zu rütteln. Im Februar 1968 erschien Dänikens Erstling »Erinnerungen an die Zukunft«. In der Einleitung zu seinem Erstling schrieb der Schweizer Bestsellerautor anno 1968 (2): »Dieses Buch zu schreiben, ist eine Mutfrage – es zu lesen nicht minder. Gelehrte werden es, weil seine Thesen und Beweise nicht in das mühsam gekittete Mosaik bereits zementierter Schulweisheit passen, als Utopie auf den Index jener Bücher setzen, über die man besser nicht spricht.«

Erst wurde Däniken von der Welt der Wissenschaft ignoriert. Als »Erinnerungen an die Zukunft« und der Folgeband »Zurück zu den Sternen« weltweit von Millionen Leserinnen und Lesern förmlich verschlungen wurden, hätte man wohl in den Elfenbeintürmen der hehren Wissenschaft weiter geschwiegen. Es waren Däniken-Leserinnen und Leser, die die Gelehrten mit Dänikens Thesen konfrontierten. Seither wird Däniken diskutiert, auch in Kreisen der Wissenschaft.

»Erinnerungen an die Zukunft« klingt optimistisch aus (3): »Der Mensch hat eine grandiose Zukunft
Foto 4: EvD und Tochter Cornelia
vor sich, die seine grandiose Vergangenheit noch überbieten wird. Wir brauchen Weltraumforschung und Zukunftsforschung und den Mut, unmöglich erscheinende Projekte anzupacken. Zum Beispiel das Projekt einer konzentrierten Vergangenheitsforschung, das uns kostbare Erinnerungen an die Zukunft bringen kann. Erinnerungen, die dann bewiesen sein werden und ohne den Appell, an sie glauben zu sollen, die Menschheitsgeschichte erhellen. Zum Segen künftiger Generationen.«

Und an anderer Stelle schreibt Däniken (4): »Es gibt einen Zwang für die Menschheit, mit allen ihr gegebenen Möglichkeiten die Zukunft vorauszudenken und zu erforschen. Ohne dieses Studium der Zukunft hätten wir wahrscheinlich keine Chance unsere Vergangenheit zu enträtseln.« Ich glaube, man kann noch einen Schritt weiter gehen: Nur wenn wir die fantastische Vergangenheit der Menschheit erkunden, haben wir eine echte Chance, als Menschheit auch noch eine ferne Zukunft zu erleben. Denn das Leben auf Planet Erde ist begrenzt, weil das »Leben« unseres Mutterplaneten begrenzt ist. Die Zukunft der Menschheit liegt in den Tiefen des Universums.

Erich von Däniken war es, der 1968 das Tor zur Zukunft weit aufgestoßen hat. Das ist das nicht hoch genug einzuschätzende Verdienst des unermüdlichen Schweizers, der auch mit 82 noch forscht und reist, reist und forscht.

Wie ist er, der Jubilar? Carmen Rohrbach (5): »Beim persönlichen Kontakt erwies er sich als liebenswürdig und entgegenkommend. Wohlwollend führte er uns in sein Heiligtum, das Archiv – einen Raum mit Schränken bis zur Decke, in denen, exakt geordnet und registriert, ein Schatz von Schriftstücken, Berichten, Notizen und Fotos lagert, der ungeklärte Rätsel und Seltsamkeiten auf unserer Erde beinhaltet. Großzügig gewährte er uns Einblick in Dokumente und Bildmaterial. Er erzählte begeistert von seinen Reisen in alle Teile der Welt, berichtete von neuen Entdeckungen und unschlagbaren Beweisen für seine Theorien.«

Foto 5: EvD beim Kartenstudium
Und weiter: »Statt aufgeblasen und eitel, wie ihn manche seiner Gegner beschreiben, fand ich einen offenherzigen und humorvollen Menschen, der passioniert und enthusiastisch für seine Ideen ficht. Ich war beeindruckt von seiner Leidenschaft, mit der er voneinander unabhängige Erscheinungen, Ereignisse und Kuriositäten sammelt, miteinander verbindet und alles in einer einzigen, für ihn gültigen Vorstellung enden läßt: die Existenz Außerirdischer und ihrer Landung auf unserem Planeten.«

Foto 6: Mit EvD auf Malta
Gewöhnlich gratuliert man Jubilaren zum Geburtstag. Das will ich auch von Herzen tun und Erich von Däniken für Jahrzehnte der Freundschaft danken. Auch wenn es in den Ohren mancher Zeitgenossen pathetisch klingen mag: Gratulieren muss man vor allem der Menschheit zu Erich von Däniken! Falls sie es kann, dann kann sie stolz auf diesen Vertreter der Gattung Mensch sein! Möge er noch lange leben und bei guter Gesundheit weiter forschen und schreiben!

Fußnoten
1) »Sensationsfund in Brasilien/ Die ersten Amerikaner«, ZDF, »TerraX«, 19.02.2017
2) Däniken, Erich von: »Erinnerungen an die Zukunft – Ungelöste Rätsel der Vergangenheit«, Düsseldorf und Wien, 1968, Seite 11
3) ebenda Seite 221
4) ebenda, Seite 220
5) Rohrbach, Carmen: »Botschaften im Sand«, München 1992, Seite 32
(Rechtschreibung wurde nicht an die Rechtschreibreform angepasst.)

Zu den Fotos
Foto 1: Dänikens Erstling. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Dänikens zweiter Welterfolg. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Erich von Däniken unterwegs im Mittelmeer. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 4: EvD und Tochter Cornelia. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 5: EvD beim Kartenstudium. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Mit EvD auf Malta. Foto Ilse Pollo
Foto 7: Mit EvD in einer unterirdischen Stadt. Foto Ilse Pollo


Foto 7: Mit EvD in einer unterirdischen Stadt
379 »Kelten, Maria und die Heidenkirche«,
Teil  379 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                        
von Walter-Jörg Langbein,

erscheint am 23. April 2017 




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