Freitag, 14. April 2017

378 »Erich von Däniken zum 82.«

Teil  378 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                        
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Dänikens Erstling
Wikipedia, universelles Lexikon und weltweit anerkannter seriöser Quell der absoluten Wahrheit, schreibt: »Erich Anton Paul von Däniken (* 14. April 1935 in Zofingen) ist ein Schweizer Autor, der den pseudowissenschaftlichen Zweig der Prä-Astronautik einem breiten Lesepublikum bekannt machte. Seine Bücher wurden in 32 Sprachen übersetzt und haben bei einer Gesamtauflage von 63 Millionen verkauften Exemplaren teilweise Bestseller-Status erreicht. Zwei seiner Bücher wurden verfilmt, weitere Filme sind an Dänikens Ideen angelehnt. Seine stets aus archäologischen Funden und Befunden abgeleiteten Thesen werden durch von Däniken nicht wissenschaftlich bewiesen, sondern lediglich im Stil ›narrativer Sachbücher‹ präsentiert und daher auch als ›phantastische Wissenschaft‹ bezeichnet.«

Erich von Däniken hat sich nie als »Wissenschaftler« bezeichnet. Er beansprucht keinen Platz im Elfenbeinturm der Wissenschaften. Er ist in der glücklichen Lage alternative Lösungsmöglichkeiten zu sehen, wo Schulwissenschaftler dank ihrer mehr oder minder freiwillig getragenen Scheuklappen betriebsblind geworden sind.

Ohne Zweifel haben unzählige seriöse Wissenschaftler in den vergangenen Jahrhunderten unermessliche Wissensschätze angesammelt. Und immer wieder mussten als allgemein gültig angesehene Lehrmeinungen aufgegeben werden, und das gegen den Widerstand der etablierten Wissenschaftler. Denn wer Lehrmeinungen anzweifelt, sägt am Ast von Wissenschaftlern, die – und das ist nur zu menschlich – nicht gern zugeben, sich geirrt zu haben.

Besonders unbeliebt machen sich Laien, wenn sie der Gelehrtenwelt neue Denkanstöße liefern. Gern versucht man sie dann zu ignorieren. Selbst Wissenschaftlern geht das so.

Foto 2: Dänikens 2. Welterfolg
So ging die Forschung davon aus, dass es eiszeitliche Jäger waren, die vor 12.000 Jahren aus Asien Amerika »entdeckten«. Sie kamen, und das galt als gesichert, über eine Landbrücke zu Fuß. Seefahrt traute man den Altvorderen nicht zu, schon gar nicht transatlantische.  Es durfte, also konnte es nicht anders gewesen sein: Die vorgeschichtlichen »Entdecker« kamen aus Sibirien über die Behringstraße in das westliche Nordamerika! Von dort aus breiteten sie sich nach und nach gen Süden aus.

Wenn dem so gewesen wäre, dann müssten die ältesten Spuren frühester Siedler im Norden zu finden sein. Und je weiter man nach Süden kam und ausgrub, als desto jünger müssten sich die Spuren der »ersten Amerikaner« erweisen. Dem war aber nicht so. Im Süden waren die Funde sehr viel älter als im Norden. Somit war die Besiedlung über die Behringstraße vor 12.000 Jahren widerlegt. Sehr viel ältere Funde von präzise bearbeiteten Steinwerkzeugen wurden – kaum zu glauben – als »zufällig entstanden« deklariert, nur um die lieb gewordene Besiedlungsgeschichte aufrecht zu erhalten. Fakt ist aber: Bereits vor 30.000 Jahren wirkten und werkelten in der brasilianischen »Serra da Capivara« bereits Menschen. Woher kamen sie? Per Boot aus Nordafrika?

Foto 3: EvD unterwegs
Niède Guidon untersuchte als Erste Pedra Furada in der Serra da Capivara im brasilianischen Bundesstaat Piaui. Niède Guidon (* 12. März 1933, in Jaú, Brasilien) ist eine brasilianische Archäologin. Sie wagte es, eine echte »heilige Kuh« der Wissenschaften anzuzweifeln, ja vom altehrwürdigen Podest zu stoßen. Ihre Forschungen vor Ort erschütterten, nein widerlegten die »Clovis-Theorie«, wonach die Besiedlung Amerikas erst vor rund 12.000 Jahren über die Beringstraße erfolgt sein soll. Die energische Dame legte Beweise vor, etwa die Kohlereste einer Feuerstelle an der Felswand »Boqueirão da Pedra Furada« im Nationalpark »Serra da Capivara«. Fast 50 Jahre sollte es dauern, bis die »Clovis-Theorie« wohl als widerlegt angesehen werden muss. Am 19.2.2017 strahlte das ZDF eine faszinierende Dokumentation zum Thema aus (1).

Fast 50 Jahre kämpfte eine studierte Wissenschaftlerin gegen die sprichwörtlichen »Windmühlen«. Vor fast 50 Jahren – anno 1968 – wagte es Erich von Däniken, sehr viel intensiver an Fundamenten wissenschaftlicher Weltbilder zu rütteln. Im Februar 1968 erschien Dänikens Erstling »Erinnerungen an die Zukunft«. In der Einleitung zu seinem Erstling schrieb der Schweizer Bestsellerautor anno 1968 (2): »Dieses Buch zu schreiben, ist eine Mutfrage – es zu lesen nicht minder. Gelehrte werden es, weil seine Thesen und Beweise nicht in das mühsam gekittete Mosaik bereits zementierter Schulweisheit passen, als Utopie auf den Index jener Bücher setzen, über die man besser nicht spricht.«

Erst wurde Däniken von der Welt der Wissenschaft ignoriert. Als »Erinnerungen an die Zukunft« und der Folgeband »Zurück zu den Sternen« weltweit von Millionen Leserinnen und Lesern förmlich verschlungen wurden, hätte man wohl in den Elfenbeintürmen der hehren Wissenschaft weiter geschwiegen. Es waren Däniken-Leserinnen und Leser, die die Gelehrten mit Dänikens Thesen konfrontierten. Seither wird Däniken diskutiert, auch in Kreisen der Wissenschaft.

»Erinnerungen an die Zukunft« klingt optimistisch aus (3): »Der Mensch hat eine grandiose Zukunft
Foto 4: EvD und Tochter Cornelia
vor sich, die seine grandiose Vergangenheit noch überbieten wird. Wir brauchen Weltraumforschung und Zukunftsforschung und den Mut, unmöglich erscheinende Projekte anzupacken. Zum Beispiel das Projekt einer konzentrierten Vergangenheitsforschung, das uns kostbare Erinnerungen an die Zukunft bringen kann. Erinnerungen, die dann bewiesen sein werden und ohne den Appell, an sie glauben zu sollen, die Menschheitsgeschichte erhellen. Zum Segen künftiger Generationen.«

Und an anderer Stelle schreibt Däniken (4): »Es gibt einen Zwang für die Menschheit, mit allen ihr gegebenen Möglichkeiten die Zukunft vorauszudenken und zu erforschen. Ohne dieses Studium der Zukunft hätten wir wahrscheinlich keine Chance unsere Vergangenheit zu enträtseln.« Ich glaube, man kann noch einen Schritt weiter gehen: Nur wenn wir die fantastische Vergangenheit der Menschheit erkunden, haben wir eine echte Chance, als Menschheit auch noch eine ferne Zukunft zu erleben. Denn das Leben auf Planet Erde ist begrenzt, weil das »Leben« unseres Mutterplaneten begrenzt ist. Die Zukunft der Menschheit liegt in den Tiefen des Universums.

Erich von Däniken war es, der 1968 das Tor zur Zukunft weit aufgestoßen hat. Das ist das nicht hoch genug einzuschätzende Verdienst des unermüdlichen Schweizers, der auch mit 82 noch forscht und reist, reist und forscht.

Wie ist er, der Jubilar? Carmen Rohrbach (5): »Beim persönlichen Kontakt erwies er sich als liebenswürdig und entgegenkommend. Wohlwollend führte er uns in sein Heiligtum, das Archiv – einen Raum mit Schränken bis zur Decke, in denen, exakt geordnet und registriert, ein Schatz von Schriftstücken, Berichten, Notizen und Fotos lagert, der ungeklärte Rätsel und Seltsamkeiten auf unserer Erde beinhaltet. Großzügig gewährte er uns Einblick in Dokumente und Bildmaterial. Er erzählte begeistert von seinen Reisen in alle Teile der Welt, berichtete von neuen Entdeckungen und unschlagbaren Beweisen für seine Theorien.«

Foto 5: EvD beim Kartenstudium
Und weiter: »Statt aufgeblasen und eitel, wie ihn manche seiner Gegner beschreiben, fand ich einen offenherzigen und humorvollen Menschen, der passioniert und enthusiastisch für seine Ideen ficht. Ich war beeindruckt von seiner Leidenschaft, mit der er voneinander unabhängige Erscheinungen, Ereignisse und Kuriositäten sammelt, miteinander verbindet und alles in einer einzigen, für ihn gültigen Vorstellung enden läßt: die Existenz Außerirdischer und ihrer Landung auf unserem Planeten.«

Foto 6: Mit EvD auf Malta
Gewöhnlich gratuliert man Jubilaren zum Geburtstag. Das will ich auch von Herzen tun und Erich von Däniken für Jahrzehnte der Freundschaft danken. Auch wenn es in den Ohren mancher Zeitgenossen pathetisch klingen mag: Gratulieren muss man vor allem der Menschheit zu Erich von Däniken! Falls sie es kann, dann kann sie stolz auf diesen Vertreter der Gattung Mensch sein! Möge er noch lange leben und bei guter Gesundheit weiter forschen und schreiben!

Fußnoten
1) »Sensationsfund in Brasilien/ Die ersten Amerikaner«, ZDF, »TerraX«, 19.02.2017
2) Däniken, Erich von: »Erinnerungen an die Zukunft – Ungelöste Rätsel der Vergangenheit«, Düsseldorf und Wien, 1968, Seite 11
3) ebenda Seite 221
4) ebenda, Seite 220
5) Rohrbach, Carmen: »Botschaften im Sand«, München 1992, Seite 32
(Rechtschreibung wurde nicht an die Rechtschreibreform angepasst.)

Zu den Fotos
Foto 1: Dänikens Erstling. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Dänikens zweiter Welterfolg. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Erich von Däniken unterwegs im Mittelmeer. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 4: EvD und Tochter Cornelia. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 5: EvD beim Kartenstudium. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Mit EvD auf Malta. Foto Ilse Pollo
Foto 7: Mit EvD in einer unterirdischen Stadt. Foto Ilse Pollo


Foto 7: Mit EvD in einer unterirdischen Stadt
379 »Kelten, Maria und die Heidenkirche«,
Teil  379 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                        
von Walter-Jörg Langbein,

erscheint am 23. April 2017 




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