Donnerstag, 10. März 2016

Flüchtlingspolitik: Hilflose Hervorbringung einer ratlosen Gesellschaft

Freitagskolumne von Ursula Prem

Die unsägliche Flüchtlingspolitik der deutschen Regierung hat es vollbracht, nicht nur Deutschland an den Rand einer Staatskrise zu führen, sondern auch das administrativ zumindest eingeschränkt taugliche Gebilde namens EU, das wenig differenzierte Denker heute als »Europa« bezeichnen, an den Rand des Abgrunds zu stoßen. Möglich gemacht wurde diese Menschheitskatastrophe durch die Leichtsinnigkeit einer Generation, wie sie nur durch ein infantiles, überfinanziertes Bildungssystem in Tateinheit mit vollkommener Ignoranz gegenüber jeglicher Realität hervorgebracht werden konnte. Wer die Dinge bis zum Ende durchdenkt, wird sich wohl schuldig bekennen müssen, Jahrzehnte lang wider besseren Wissens bei alldem zugesehen zu haben.

All die therapeutischen Stuhlkreise, großzügig dotierten Menschenrechtspreise und sonstigen Hervorbringungen einer ratlosen Gesellschaft haben nun eine Generation großgezogen, welche die gepflegte Kapitulation jeglicher eigenen Denkanstrengung vorzieht. Eine Generation, die gewohnt ist zu konsumieren, nicht aber zu gestalten. Eine Generation, für die selbst eine Menschheitskatastrophe allenfalls noch den Rang eines Events einnimmt, an dem in irgendeiner Form teilzunehmen ein ultimatives Mittel gegen die eigene Hohlheit darstellt.


Eventmenschen und Moralsimulanten


Eventmenschen und sonstige Moralsimulanten sind an den Folgen des eigenen Handelns weitgehend uninteressiert. Sie ziehen grundsätzlich den Weg des geringsten Widerstands vor, wenn es gilt, neue Ereignisse zu kreieren. Klopfen ein paar Millionen angeblich Hilfsbedürftiger an ihre Tür, dann öffnen sie völlig arglos und tun was sie können. Bis zur vollständigen Selbstaufgabe, und ohne Handlungsalternativen überhaupt in Erwägung zu ziehen. Hat man noch zu ihren Schulzeiten nicht im ultimativen Stuhlkreis besprochen, dass ihnen niemand schaden wird, dem sie nicht selbst zuvor feindlich entgegentreten? »Die große Miezekatze wird Dich nicht beißen, wenn Du sie ganz lieb streichelst und ihr ein Leckerli gibst!«, erzählen Eventmenschen ihren Kindern, bevor sie sie in den Löwenkäfig schicken. Schließlich hat man ihnen beigebracht, dass die besten Handchirurgen und Traumatherapeuten sich auf Kosten der Solidargemeinschaft um den Nachwuchs kümmern werden, falls sie sich irren sollten. Und überhaupt ist jeder mögliche Schaden dank moderner Wissenschaft grundsätzlich heilbar.


Die größte Facebookparty aller Zeiten


Was für eine schöne Scheinwelt. Für Eventmenschen ist es deshalb denkbar, das Leid tatsächlicher Kriegsflüchtlinge zu lindern, indem man sie zu Seinesgleichen macht: »Komm, Bruder, Du bist nicht auf der Flucht, sondern auf dem Weg zur größten Facebookparty aller Zeiten! #Refugeeswelcome!« Wie gut, dass Angela Merkel vergessen hat, in Zuckerbergs Reich oder anderswo rechtzeitig das Privathäkchen zu setzen, so können wir nun gemeinsam die Vorgärten der Spießbürger zuscheißen und Spaß haben! – Für Eventmenschen ist es gleichzeitig unvorstellbar, dass es Menschen geben sollte, die sich ihrem unschuldigen Vergnügen in den Weg stellen. Menschen, die eine eigene Agenda verfolgen, welche in unseren Augen noch aus dem Dreißigjährigen Krieg stammen würde, wenn wir denn aus unserem rudimentär angelegten Geschichtsunterricht überhaupt wissen würden, was der Dreißigjährige Krieg war. Da wir es aus der Art Unterricht, die wir genossen haben, nicht wissen können, tun wir einfach so, als ob es all die Kopf-ab-Videos des IS nicht geben würde. Sie sind für uns ebenso irrelevant wie all unsere anderen Lebenslügen: Der Ganzkörperschleier islamistischer Frauen ist eine der freien Lebensgestaltung unterworfene Modeerscheinung, eine Silvesterfeier in Köln hat nichts mit dem Islam zu tun, und außerdem haben wir für mindestens sechs Millionen Muslime sowieso eine verschärfte Garantenstellung, um die Scharte unserer Großväter auszuwetzen.

Das ist eben das Schöne am Dasein als Eventmensch: Für das eigene Wohlgefühl müssen lediglich die dunklen Flecken der Vergangenheit beseitigt werden, damit die Tigerente endlich wieder lächelt. Und wodurch könnten diese dunklen Punkte besser beseitigt werden als durch Aufrechnung? »Unsere Großeltern haben 6 Mio. Juden ermordet. Also retten wir 6 Mio. Muslime oder möglichst noch mehr. So sind wir im Namen unserer Väter nicht nur quitt mit dem Karma, sondern haben sogar noch was gut. Und überhaupt: … Oooooommmmmm!«



Liebe Eventmenschen, auch wenn diese Erkenntnis Eurem Glauben an die grundsätzliche Kuscheligkeit des Daseins widerspricht: Die dunklen Punkte im Dasein Eurer Vorfahren werdet Ihr einfach aushalten müssen, denn sie können nicht beseitigt werden. Verschlimmert werden aber können sie allemal.  



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