Freitag, 27. Februar 2015

Nein zum Masernimpfzwang! – die Freitagskolumne von Ursula Prem

Ursula Prem
Es ist immer wieder schockierend, wie schnell selbst scheinbar aufgeklärte Zeitgenossen bereit sind, grundlegendste Menschenrechte zur Disposition zu stellen. Dies zeigt einmal mehr die aktuelle, schon hysterisch zu nennende Debatte um einen möglichen Masernimpfzwang. Man setze vorerst auf Aufklärung und Freiwilligkeit, ist vonseiten der Politik zu vernehmen, doch Gnade dem mündigen Bürger, wenn es nicht gelingt, die Impfbereitschaft zu steigern. Täglich schriller wird der Chor der wohlmeinenden Verstärker in den Sozialen Netzwerken, denn ein neuer kollektiver Feind ist endlich flächendeckend etabliert: der Impfverweigerer.

So lässt der CDU-Gesundheitsexperte und Bundestagsabgeordnete Jens Spahn dieser Tage verlauten:

»Ich weiß, das ist ein ziemlich starker Eingriff, aber wenn ein Kind in eine öffentliche Einrichtung geht, wo es auch andere gefährdet, spätestens dann kann man eine Impfpflicht rechtfertigen.« [Quelle] 

Eine im rechtsstaatlichen Sinne derart leichtsinnige Argumentation müsste jeden Bürger zur Verzweiflung treiben, der das eigene Denken noch nicht ganz verlernt hat. Nun mag »Smarties-Spahn« ja nicht maßgeblich sein: Erst vor kurzer Zeit hatte er Frauen auf Twitter ebenso unverschämt wie plumpvertraulich empfohlen:

»Wie wäre eigentlich ne „Pille anstatt“ statt einer „Pille danach“ …? ;-)« [Quelle],
weshalb Spahn wohl eher unter der Kategorie Polit-Clowns zu verorten ist. Doch auch sein Parteikollege Hermann Gröhe, immerhin Bundesgesundheitsminister, hält eine Impfpflicht für »kein Tabu«, wenngleich man vorerst auf »Beratung« setze.

Dabei klingen die Argumente der Impfzwängler vordergründig gar nicht unvernünftig: Was könnte daran falsch sein, den Ausbruch vermeidbarer Krankheiten zu verhindern, und sei es durch medizinische Maßnahmen gegen den Willen des Einzelnen? – Daran falsch, liebe Leserinnen und Leser, ist so gut wie alles: Dem möglichen Nutzen des Impfzwangs stünde der kaum wiedergutzumachende Schaden gegenüber, den jede Aushöhlung des Grundgesetzes nun einmal bedeutet. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit, festgeschrieben in Artikel 2, ist keine Schönwetterregelung, deren Gültigkeit bei jedem Windhauch relativiert werden darf. In ihrem Geist bedeutet sie nicht mehr und nicht weniger, als dass die staatliche Gewalt mit dem Eingriff in den Körper des Einzelnen ihre absolute Grenze zu respektieren hat. Eine sinnvolle Regelung im Heimatland des Josef Mengele, formuliert noch unter dem unmittelbaren Eindruck der nationalsozialistischen Terrorherrschaft.

Wohin es führt, wenn der Staat sich der Körper seiner Bürger bemächtigt, mussten die meisten in der Bundesrepublik Deutschland lebenden Menschen glücklicherweise nie erfahren. »Scheiß auf Freiheit! Impfzwang für alle!«, posten sonnige Gemüter denn auch schon mal in Sozialen Netzwerken, zustimmende Klicks ebenso Kurzsichtiger garantiert. Dass sie mit ihrer Forderung vielen weiteren potenziellen »Maßnahmen« Tür und Tor öffnen, scheint sie nicht zu tangieren. Denn ist der Impfzwang erst etabliert und allgemein akzeptiert, warum dann nicht auch:

  • Zwangskrebsvorsorge?
  • Zwangsaidstests?
  • Zwangsweises absolutes Alkohol- und Nikotinverbot?
  • Zwangssport für alle? 

Die Liste der potenziell lebensverlängernden Zwangsmaßnamen ließe sich endlos erweitern. Da ist noch viel Raum für die Fantasie übergriffiger Menschheitsoptimierer mit Sendungsbewusstsein.

Das Grundgesetz wird nicht über Nacht zur Makulatur werden: Viele kleine Relativierungen Marke Impfzwang, die im Einzelnen nicht unvernünftig klingen müssen, werden es nach und nach aushöhlen. Am Ende dieses Prozesses wird ein leeres Gerippe stehen, wie geschaffen dafür, welchen Interessen auch immer als Trojanisches Pferd zu dienen. Wer heute noch öffentlich blauäugig und laut »auf die Freiheit scheißt«, wird sich in wenigen Jahrzehnten fragen, wie ein derart beklemmendes Staatsgebilde hat entstehen können.

Dass dieser Prozess längst begonnen hat, dürfte niemandem entgangen sein, der nicht ganz blind durch die Welt läuft, denn den Keim seines Todes trägt das Grundgesetz in sich selbst: »In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden«, heißt es dort mehrfach. Wie schnell sich aufgrund relativierender Paragrafen grundgesetzlich garantierte Unversehrtheit in ganz legale Versehrtheit verwandeln kann, davon mögen die Insassen von Zwangspsychiatrien berichten, so sie nach erfolgter Zwangsbehandlung dazu noch in der Lage sind.


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Kommentare:

  1. Bezüglich des Themas hätte ich da noch eine etwas andere Sicht anzubieten, die weit über den üblichen Betrachtungsrahmen hinausgeht:

    http://faszinationmensch.com/2015/02/27/impfen-wo-liegt-das-problem-ganz-woanders/

    Gruß

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  2. Den "Impfzwang", wie Sie es hier formulieren, würde ich weniger als "Zwang", sondern eher als Maßnahme für den Schutz der Allgemeinheit bezeichnen. Wieder müssen Sie solidarisch denken: Eine Impfung ist nicht nur zum Schutz ihres eigenen Körpers vor Krankheiten vonnöten, sondern schützt auch die Unschuldigen vor den schlimmen Keimen wie Grippe & so. Ganz kleine Kinder (Babys) beispielsweise können oftmals noch nichtmal geimpft werden und müssen sich dennoch, wenn sie mit Ihnen in Kontakt kommen, mit den Viren & Bakterien in Ihrem ungeimpften Körper auseinandersetzen, die nicht selten sogar tödlich sein können.. Sry, aber ich kann Ihrem verantwortungslosem Artikel nichts abgewinnen.

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    1. Die Massen-Impferei hat bisher dazu geführt, dass es mehr Allergien gibt, dass die Immunsysteme immer schwächer werden, dass die natürliche Selbstregulation der Population Mensch ausgehebelt wurde.

      Was dabei herauskommt: Statt gesünder werden die Menschen in den Industriestaaten immer kränklicher und anfälliger. Man stirbt heute eher an den Folgen seines Lebensstils und an sich harmlosen bakteriellen Infekten, als an viralen Epidemien. Noch nie zuvor gab es so viele Gesundheitsratgeber, Medikamente, Ärzte, Krankenhäuser und Krankheiten, die uns zwar älter werden lassen aber nicht gesünder und widerstandsfähiger.

      Nicht das Impfen schützt die Allgemeinheit sondern eine natürliche, gesunde Lebensführung im Vertrauen darauf, dass die Natur alles, was stark und anpassungsfähig ist, auch weiterentwickelt. Genau diese Weiterentwicklung verhindert das massenhafte Impfen. Der Wunsch nach Schutz durch Impfen ist ein absolut egoistischer und subjektiver Wunsch, um das eigene Leben und das der Nachkommen schützen zu wollen. Würden sie wirklich zu Gunsten Ihres Nachbarn auf eine Impfung verzichten, wenn nur noch eine Impfdosis vorhanden wäre, weil Ihnen die Allgemeinheit so sehr am Herzen liegt?
      Abgesehen davon ist längst erwiesen, dass viele Impfungen mittlerweile wirkungslos sind, weil die Viren flexibler sind als wir Menschen und sich geschickt stetig verwandeln und anpassen. Wieso zwingt niemand die Pharmaindustrie genauso schnell die Impfseren anzupassen? Einfach, weil sie es nicht kann! Und mit jeder neuen Impfung dreht sich die Spirale schneller – zu Ungunsten der Individuen und der Allgemeinheit.

      Verantwortungslos ist nicht der, der sich nicht impfen lassen will, sondern die Lebensmittelindustrie die gehaltlose und giftige Nahrungsmittel (nicht Lebensmittel) alternativlos anbietet, die Pharmaindustrie, die jeden quersitzenden Furz als Krankheit deklariert und sofort ein Mittelchen zu verkaufen hat und eine Politik, der das alles egal ist, insbesondere das Wohl der Allgemeinheit und des Einzelnen zu Gunsten der eigenen Machtposition, die wiederum durch die Wirtschaft gesichert wird.

      Es geht nicht um die Menschen, sondern ausschließlich um Geld. Oder gibt es irgendwo einen Zwang für die oben genannten Gruppen, dass sie naturbelassene gesunde Lebensmittel produzieren müssen, die den Darm vor dem quersitzenden Furz verschonen, dass Luft, Wasser und Erde nicht vergiftet werden dürfen und dass Politik den Bedürfnissen der Menschen nach Unversehrtheit von Leib und Seele gegen Lobbyisten Rechnung trägt? Wieso eigentlich nicht? Ganz einfach: An gesunden Menschen gibt es nichts zu verdienen. Also werden sie erst krank gemacht und anschließend kann die Pharmaindustrie ihren Dreck in sie hineinspritzen, um Selbstheilungskräfte langfristig so sehr zu schwächen, dass sie nicht mehr mit den einfachsten Krankheitserregern fertig werden oder sich neue Krankheiten entwickeln.

      Verantwortungslos ist einzig und allein der Mensch, der sich einbildet, er könne mit seinem begrenzten Horizont die Naturgesetze umgehen. Es gelingt ihm nicht, was er in seiner Verblendung aber nicht als Anreiz sieht, sich ihnen anzupassen, sondern als vermeintliche Herausforderung, ihnen zu zeigen, wo die Harke steht. Das ist an Arroganz und Dummheit einzigartig auf unserem Planeten. Naturgesetze funktionieren nach dem „Wenn-Dann-Prinzip“ und die werden sich nicht beugen, was sich leicht im Rückblick auf allen Ebenen des menschlichen Handelns beweisen lässt. Aber es muss auch schlechte Vorbilder geben, die sich selbst so lange schaden, bis sie verschwunden sind.

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