Sonntag, 27. Januar 2013

158 »Geheimnisvolle Stelen, mysteriöse Altäre«

Teil 158 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

Einer der kuriosen Altäre
von Copan - Foto: W-J.Langbein
Aus der Luft betrachtet, bietet Copán Erstaunliches: Haben doch die Mayas einst den gesamten Bereich der Stadt und seine »Vororte« mit einem komplexen Kanalisationssystem versehen. Vor Ort versicherte man mir: Die Mayas überzogen das Land mit Kanälen von insgesamt einigen Tausend Kilometern Länge! Die – in den Augen noch so mancher heutiger Zeitgenossen – »primitiven« Mayas wären entsetzt gewesen ob der hygienischen Zustände in Europas Metropolen zur Maya-Zeit. Damals kippte der »kultivierte« Londoner, Pariser oder Römer sein Abwasser einfach aus dem Fenster ...

Barbarisch war auch der Umgang der »zivilisierten« Europäer mit der uralten Kultur der Mayas. Ihr gesamtes Schrifttum wurde verbrannt. So gingen wahre Schätze wissenschaftlicher Literatur der Maya-Experten, etwa in Sachen Astronomie, verloren ... während an den Universitäten Europas Astrologie noch als »wissenschaftliches« Lehrfach unterrichtet wurde. Und während in Europa »Ketzer« gefoltert wurden ... blühte in Copán die wissenschaftliche Astronomie. Copán, so stellte Maya-Forscher Sylvanus Griswold Morley (7.Juni 1883 bis 2. September 1948) fest, war das glänzende Zentrum der Wissenschaft.

»Morley war einer der führenden Maya-Experten seiner Zeit ...« erklärte mir mein Guide vor Ort. »Er erkannte, dass die Mayas so etwas wie ein astronomisches System verewigten ... indem sie Stelen an exakt berechneten Stellen errichteten.« Ich hake nach: »Aber ist die These von astronomischen Beobachtungslinien nicht längst widerlegt? Oft kann man doch gar nicht von einer Stele zur anderen peilen, weil Bergrücken dazwischen liegen ...« Milde lächelte mein Guide: »Aber das beweist doch, dass die Mayas über ein unglaubliches astronomisches Wissen verfügten! Sie errechneten die astronomisch bedeutsamen Linien ... verewigten ihr Wissen in Stein!«

Stele A zeigt Mensch,
Herrscher und Gott.
Foto: W-J.Langbein
Nochmals fragte ich nach: »Aber stellen die Stelen nicht so etwas wie einen steinernen Wald dar?« Nachsichtig erklärte mein Guide weiter: »Aber das ist doch kein Widerspruch! Die Stelen sind ›steinerne Bäume‹, die an astronomisch bedeutsamen Punkten sitzen!«

Stele A, zum Beispiel, steht auf dem »Platz der Sterne«. Mein Guide: »Nach mündlicher Überlieferung gab es eine Verbindung zwischen dem Kosmos und den Stelen. Zumindest einige von ihnen bilden so etwas wie ein Kartenwerk des Weltalls, mit wichtigen Sternen ... Das konkrete Wissen über die Mayas und kosmische Bilder ist verloren gegangen ...« Menschliches und Göttliches verschmilzt bei den mysteriösen Maya-Stelen von Copán. So zeigt Stele A einen irdischen Maya-Regenten, dessen Gesichtszüge aber göttlich sind. Seine Augen sind typisch für Darstellungen des Sonnengottes.

Stele A zeigt, so heißt es, Waxaklajuun Ub'aah K'awiil, den 13. von sechzehn Herrschern. Stele A, die als eine der schönsten gilt, sollte so schnell wie möglich durch eine Kopie ersetzt und in einem klimatisierten Museum vor weiterem Verfall bewahrt werden.

Stele D: Irdischer
Herrscher mit
Göttermaske
Foto: W-J.Langbein
Stele D zeigt den irdischen Herrscher, der sich aber als himmlisches Wesen, als Gott verkleidet. So trägt er nach heutigem Verständnis eine Maske vor dem Gesicht, mit Öffnungen für die Augen und den Mund. Der weltliche Machthaber präsentiert sich als greisenhafter Gott, vielleicht als Sonnengott. Mein Guide: »Die Götter und Göttinnen der Mayas waren keine Geistwesen, sondern reale Gestalten aus Fleisch und Blut. Die Regenten versuchten, diesen Himmlischen ähnlich zu sehen. Sie wollten ihnen gleichen, wollten ihre Autorität beanspruchen, um sich so ihre Vormachtstellung zu sichern!« Wahrscheinlich haben die letzten Herrscher von Copán den Götterkult übertrieben. Das einfache Volk hungerte, musste zu Ehren der Götter immer neue Stelen aufstellen!«

Mit primitivsten Mitteln mussten prächtige, tonnenschwere Stelen oft viele Kilometer weit befördert werden ... oft bergan. Nach Anweisungen der Priesterastronomen musste jede an einer ganz genau errechneten Position platziert werden. Mag sein, das das hungernde Volk der Obrigkeit den Gehorsam verweigerte.

Diese Überlegungen mögen einleuchten, sind aber reine Gedankenspiele. Nirgendwo findet sich ein Hinweis in Glyphenform, dass die schweren Arbeiten so etwas wie Sklavendienste und nicht freiwillig waren.

Altar G - Fotos:

 W-J.Langbein
Meiner Meinung nach wird von Seiten der Wissenschaft viel zu wenig die mündliche Überlieferung der Nachkommen der Mayas berücksichtigt. Mir drängt sich der Eindruck auf, dass die Herren Wissenschaftler mit Arroganz auf die Nachkommen der einstmals so stolzen Mayas herabblicken. Sie, die modernen Wissenschaftler, wollen sich von den »schlichten« Menschen aus dem Raum Copán nicht sagen lassen, was ihre Urahnen darstellen wollten. So heißen die zum Teil kuriosen Skulpturen nach wie vor Altäre, obwohl feststeht, dass sie alles gewesen sein mögen ... nur eben keine Altäre.
»Altar G«, so heißt es in der mündlichen Überlieferung, stellt ein Wunderwesen dar, das zwei Häupter hat. Eines blickt nach links, eines nach rechts. Die linke Hälfte symbolisiere den Tod, das Sterben, das scheinbare Ende. Die rechte Seite stelle die Wiedergeburt, das Wiedererstehen des Lebens dar.

An den schmalen Seiten des mysteriösen »Altars« sind Köpfe zu erkennen. Sie sind sauber und realistisch herausgearbeitet, sie sind naturalistisch. Die übrigen Bereiche muten wie abstrakte Gemälde oder unverständliche Symbole an. Die mündliche Tradition jedenfalls geht von zwei Häuptern einer Kreatur aus: nach links blickt das Haupt des Todes und des Sterbens, nach rechts das der Wiedergeburt und des Lebens.

Häupter des Todes und des Lebens
Fotos: W-J.Langbein
Auch wenn die Nachkommen der Mayas Nachfahren von Nachfahren von Zwangschristianisierten sind ... so blieb doch die uralte Maya-Vorstellung vom ewigen Kreislauf des Lebens erhalten.

Auf uns wirkt Copán mit seinen steinernen Stelen ... die auch als steinerne Bäume gesehen werden ... und mit seinen bizarren Skulpturen geheimnisvoll und rätselhaft. Die Vorstellung von einer sich ewig, zyklisch wiederholenden Zeit ist uns fremd. Unser Denken ist vom christlichen, linearen Weltbild geprägt. Da gibt es einen Nullpunkt (Schöpfung) und einen Endpunkt (Apokalypse der endgültigen Zerstörung). Die Zeit ist also endlich.

Und wenn wir nur für einen begrenzten Zeitraum auf Planet Erde zu leben haben, kann man ja sorglos seinem Egoismus frönen und mit den Ressourcen unserer Erdkugel verschwenderisch umgehen. Es naht ja nach dieser Vorstellung das Weltenende, die Apokalypse. Wieso sollte man dann noch schonend mit »Mutter Erde« umgehen? Wenn man aber von ewiger Wiederholung ausgeht, wenn es keinen Anfang und kein Ende gibt, dann müssen die Ressourcen an Rohstoffen auch endlos zur Verfügung stehen.

Wir aber leben heute so, als könnten wir ohne Bedenken alle Rohstoffe verbrauchen, weil das Ende sowieso »vor der Tür« steht. Wir konsumieren heute, was unsere Nachkommen morgen bitter entbehren müssen. Schlimmer: Wir verschwenden schon heute, während ein stetig wachsendes Heer von Menschen bittere Armut leidet und hungert. Wir sollten uns, wenn es nicht schon längst zu spät ist, endlich konsequenter der Maya-Denkweise bedienen ...

Mysteriöse Skulpturen und Altäre sind und bleiben rätselhaft. Ob wir die Geheimnisse der Mayas je wirklich verstehen werden? Ich habe da meine Zweifel. Die Kunstwerke von Copán – wie zum Beispiel ein an Loriot erinnerndes knollnasiges Männchen – bedürfen der Erklärung. Vielleicht gab es sie einst: die Codices der Mayas, die man wie ein Buch lesen könnte. Aber leider wurden die Texte ja verbrannt ...

Mysteriöse Knollennase - Foto: W-J.Langbein
»Uaxactún und der Krieg der Sterne«,
Teil 159 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 03.02.2013


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Freitag, 25. Januar 2013

Pathologisierte Gesellschaft – die Freitagskolumne von Ursula Prem

Ursula Prem
Keine Tatsache können Menschen derart schwer verkraften wie die eigene Unwissenheit. Erscheinungen, die nicht bis ins letzte Detail mit dem Verstand erklärbar sind, stellen eine Provokation für das menschliche Ego dar und verbreiten Angst und Schrecken. Schnell werden derartige blinde Flecken auf der Landkarte des Bewusstseins mit allerlei Glaubenssätzen aufgefüllt, die als Platzhalter für den fehlenden Durchblick dienen, bis sich eine bessere Erklärung anbietet.

Die Zeiten, da man Sonnenfinsternisse für eine Warnung Gottes hielt, sind lange vorbei. Dank der Astronomie wissen wir heute, dass es eine Erklärung für die plötzliche Dunkelheit gibt. Doch wachsende Erkenntnisse werfen stets neue Fragen auf, da der menschliche Verstand nun mal zu klein ist, um das Universum in seiner Gesamtheit auch nur ansatzweise erfassen zu können.


Gesund oder krank?

Ganz ähnlich verhält es sich mit sogenannten »psychischen Krankheiten«, deren Diagnose an die Stelle alter Glaubenssätze getreten ist. Heute ist ein Mensch nicht mehr »vom Teufel besessen«, sondern »in Besitz einer wissenschaftlichen Diagnose mit gültigem ICD-Diagnoseschlüssel nach dem Klassifikationssystem der Weltgesundheitsorganisation«. Folglich peinigt ihn nicht mehr der Exorzist oder gar ein Inquisitor, sondern der Psychiater. Ob die Vorgehensweise deshalb von Weitblick und Humanität getragen ist, ist mehr als zweifelhaft. Zu unterschiedlich sind die Menschen. Zu wenig vergleichbar. Zu individuell in ihrer psychischen Konstitution, als dass sie sich mit einem codierten Regelwerk auch nur annähernd erfassen ließen. Der aktuelle Versuch, neue psychische Krankheiten zu definieren und einen Großteil der Bevölkerung dadurch zu pathologisieren, macht die Sache nicht besser: Er verengt vielmehr den Spielraum der Verhaltensweisen, die noch als »normal« gelten.

Wie groß die Beliebigkeit auf dem Gebiet der Psychiatrie ist, zeigt der Fall des Gert Postel. Manche bezeichnen ihn als Hochstapler oder Betrüger, doch auch das ist nichts als eine gesellschaftlich definierte Schublade. Von 1995 bis 1997 arbeitete der ehemalige Hauptschüler und gelernte Postbote Gert Postel fast zwei Jahre lang als Leitender Oberarzt im Maßregelvollzug und schaffte es, etwas von der heißen Luft abzulassen, die den Ballon Psychiatrie aufbläst. In folgendem Video erzählt Postel, dem eigentlich eine Auszeichnung für investigativen Journalismus statt einer Strafe wegen Hochstapelei gebührt hätte, seine Geschichte:


Direktlink zum Video auf YouTube

Wer gesund ist, wurde nicht genau genug untersucht

Der ICD-Katalog im Wandel der Zeit zeigt deutlich, dass psychische Krankheiten immer auch ein Ausdruck gesellschaftlicher Erwartungen sind. So wurde Homosexualität als Krankheitsbegriff erst 1992 abgeschafft. AD(H)S hingegen gibt es offiziell erst seit 1978, und seitdem wissen wir, dass besonders temperamentvolle oder stille Kinder nicht einfach nur Zappelphilipps oder kleine Träumerchen sind, sondern in jedem Fall behandlungsbedürftige Schwerkranke.

Wem ein Diagnosestempel mit einem entsprechenden Code erst einmal eingebrannt wurde, kommt kaum noch umhin, sich bestimmungsgemäß und nach den Regeln der Kunst behandeln zu lassen und die vielen bunten Pillen zu schlucken, die für ihn vorgesehen sind. Andernfalls bekommt er noch zusätzlich einen ICD-10 F68.8 raufgedrückt und muss künftig wegen mangelnder Krankheitseinsicht mit der Diagnose »querulatorische Charakterentwicklung« weiterleben. Mit so einer Krankenakte ist es bis zur Zwangseinweisung unter ungünstigen Umständen nur noch ein kleiner Schritt.

Nicht bekannt ist bisher allerdings, ob der um sich greifende allgemeine Pathologisierungswahn ein eigenständiges Krankheitsbild darstellt, oder ob er unter der Ziffer ICD-10 F30.9 noch als »manische Episode, nicht näher bezeichnet« durchgeht.

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Mittwoch, 23. Januar 2013

Hans im Glück und Hanni

Ein Märchen von Walter-Jörg Langbein

Es war einmal ein Mann, der hieß Hans. „Ich werde mein Glück machen!“, sprach er. Einen Plan hatte er auch schon. Er kaufte sich ein Bauernhaus mit Stall. Daneben lag ein Feld. „Auf dem Felde baue ich Getreide an!“, sprach Hans zu sich. Sobald ich Getreide habe, kaufe ich mir Hühner!“
So kam es dann auch. Er säte und erntete und drosch das Getreide. Einen Teil verkaufte er. Und den Rest tauschte er in Hühner um. Die Hühner aber legten Eier. Die Eier brachte Hans zum Markt und verkaufte sie für gutes Geld.

„Ich bin ein Hans im Glück!“, jubelte er schließlich. Denn seine Hühner brachten ihm so manchen Gold-Taler ein. Indes... Hans lag das frühe Aufstehen nicht so recht. Und die Hege und Pflege der Hühner war doch sehr viel anstrengender als er zunächst gedacht hatte.

So stellte Hans einige Knechte ein, die das Feld bestellen, das Getreide dreschen, die Hühner füttern und die Eier einsammeln mussten. Auch auf den Markt mussten die Knechte gehen. Hart war ihre Arbeit, der Lohn aber war karg. „Ich bin doch ein Hans im Glück!“, frohlockte Hans.

Eines Tages erschien ein wunderschönes Huhn bei Hans. Es konnte, was nur im Märchen möglich ist, sprechen. Das Huhn stellte sich Hans vor: „Ich bin ein Huhn und heiße Hanni!“, sagte es freundlich. „Hast du vielleicht Arbeit für mich?“ Hans überlegte. Er konnte sich nicht so recht entscheiden. Schließlich fragte Hans das Huhn Hanni: „Was kannst du denn?“

Hanni antwortete: „Ich kann dir die Buchführung machen, Aussaat und Ernte organisieren, den Verkauf der Eier leiten und den Erlös für eine Modernisierung des Bauernhofs einsetzen...“ Hans zögerte immer noch. „Und legst du auch Eier?“, wollte er schließlich wissen. Da seufzte Hanni. „Das schon! Aber man kann sie nicht essen!“ Hans schüttelte den Kopf. „Was soll ich mit Eiern, die man nicht essen kann?“ Hanni überlegte. „Du kannst sie im Wohnzimmer als Schmuck auf den Tisch stellen. Sie glänzen nämlich schön golden!“

Foto: Noclador, GNU-Lizenz für freie Dokumentation

So kam Hans zum Huhn Hanni, das goldene Eier legte. Die Eier waren aus richtigem Gold und Hans war sehr, sehr froh. „Jetzt endlich bin ich wirklich Hans im Glück!“ Sein Reichtum wuchs dank der goldenen Eier. Natürlich musste Hans Hanni Körner zum Picken geben. Aber dafür bekam er echtes Gold. Hanni legte ja goldene Eier. Und sie wurde immer wichtiger für den Hof. „Ohne Hanni läuft hier gar nichts...“, darin waren sich alle Tiere des Bauernhofs einig, nicht nur die Hühner. „Was für ein Glück, dass wir unsere Hanni haben!“, meinte sogar Hofhund Waldemar.


Einerseits freute sich Hans, weil er zu einem richtigen Hans im Glück geworden war. Andererseits aber ärgerte sich Hans darüber, dass er Hanni Körner geben musste. Das schmälerte seinen Gewinn. Leider war er nicht immer so nett zu Hanni, wie er eigentlich hätte sein müssen. Verdankte er doch Hanni seinen Reichtum.

Auch hörte er oft nicht zu, wenn Hanni Vorschläge machte, wie er seinen Bauernhof modernisieren konnte. „Das ist doch alles zu teuer!“, moserte er nur. Immer wieder hatte er etwas an Hanni auszusetzen. „Deine goldenen Eier kann man ja nicht einmal essen ...“, lästerte er. „Und sie sind viel zu schwer!“

Hanni arbeitete immer mehr. Sie gab Kurse im Bauernhof, zum Beispiel „Ostereier kreativ bemalen“. In der Vorweihnachtszeit lockte sie mit dem Kurs „Bemalte Eier als Weihnachtskugeln ... der neue Eiertrend“. Das lockte viele Menschen auf den Bauernhof von Hans, das ließ die Kasse klingeln.

Unermüdlich wirkte und werkelte Hanni. Und sie besuchte regelmäßig Fortbildungskurse. So konnte sie sehr effektive Werbemaßnahmen entwickeln und in die Tat umsetzen. Immer mehr Menschen strömten auf den Bauernhof, sie kamen teilweise von weit her. Alle waren begeistert von Hanni. Alle waren glücklich, dass sie Hanni hatten. Alle waren voll des Lobs. „Was wäre der Bauernhof ohne Hanni ...“, überlegten sie. „Wir müssen alles tun, damit Hanni für immer bleibt!“, bellte der treue Hund Waldemar.
Hanni reiste durch die Lande und warb für den Bauernhof. Ihre Kolleginnen wählten sie schließlich zur Königin. Das erfüllte Hanni mit Stolz. Und sie tat, was sie konnte ... für den Hof, den sie immer „unseren Hof“ nannte. Hans aber erkannte nicht, dass es Hanni war, die ihn zum Hans im Glück machte.

Das machte Hanni traurig. „Dann gehe ich fort! Ich werde schon einen anderen Bauernhof finden!“, erklärte sie Hans im Glück. „Nur zu!“, antwortete er ärgerlich. „Dann muss ich dir auch keine Körner mehr füttern!“ Und so kam es dann auch, dass Hanni den Hof verließ und sich anderswo Arbeit suchte. Und Hans hatte kein Huhn mehr, das goldene Eier legte!“

Später grübelte Hans. „Ach, wenn ich Hanni nur zum Bleiben überredet hätte ...“, murmelte er vor sich hin. Da war es aber zu spät. Und Hans, der war kein Hans im Glück mehr.

Aus nah und fern waren die Menschen zu ihm auf den Bauernhof gekommen, um das Huhn, das goldene Eier legte, zu bestaunen, aber auch um Kurse mit Hanni zu besuchen. Auch hatte Hanni stets gute Ratschläge für alle Menschen, denen sie damit sehr half. Dafür hatten sie dankbar Hans dicke Golddukaten gegeben. Sein Glück war so gewachsen und gewachsen.

Aber dann war ja Hanni gegangen ...

Die Moral von der Geschicht'? Wenn du je im Leben eine Hanni findest, die goldene Eier legt, behandle sie pfleglich, gib ihr reichlich gute Körner. Lobe sie für ihre gute Arbeit.

Und eines, eines darfst du auf keinen Fall: Lass' nie das Huhn, das goldene Eier legt, gehen. Achte darauf, dass es glücklich ist und bei dir bleibt. Denn wenn Hanni eines Tages gegangen ist, dann ist sie weg.

Und mit ihr das Glück.

Teil 2 des Märchens lesen - Waldemars Traum
Teil 3 des Märchens lesen - Der Geburtstag

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Dienstag, 22. Januar 2013

Märchen rund ums Weseker Ei: Wie Heini auf Psycho machte

Ein Märchen von Sylvia B.

Illustration: Sylvia B.
In dem kleinen Dorf irgendwo im Münsterland war alles nicht mehr so, wie es einmal war. Heini und sein zänkisches Weib Trulla konnten sich zwar eine Weile zurückhalten. Aber nachdem Gras über die Sache gewachsen schien und niemand mehr die Katzen mit Gegacker rief, überkam Heini wieder diese Unruhe.

Mit dem alten Mütterchen mochte er sich anfangs nicht mehr anlegen. Aber das war kein Problem, es blieben genug Nachbarn übrig, die sich Heini, einer nach dem anderen, auch vornahm. Er stichelte und hänselte und verbreitete Gerüchte. Dabei half ihm Trulla, denn die hatte das böse Schwätzen zur Kunstform erhoben.

Heini verbrachte viel Zeit mit Hänseln, Mobben, Stalken und Spannen, da blieb kaum noch Zeit, um einer geregelten Arbeit nachzugehen. So wurden die Taler knapp. Trulla brauchte eine neue Brille. Die kostete auch wieder Geld, zumal sie die Gläser farbig getönt haben wollte. Aus einem besonderen Grund. Also schickte sie ihren Mann Heini los, um wieder Geld zu verdienen, das sie ihm umgehend abnahm, als er nach Hause kam. Die Brille brauchte Trulla ganz dringend, denn nur durch die rosaroten Gläser war es ihr erträglich, ihren Gatten zu betrachten. 

Der Brillenkauf brachte aber Heini in eine missliche Lage. Denn er hatte, in Aussicht auf das verdiente Geld, beim Bierbrauer ein Fass Gerstensaft geordert. Das konnte er nicht bezahlen, als der Bierbrauer es lieferte. So schlug Heini dem braven Mann ein Geschäft vor: Für das Fass wollte er dem Brauer zur Hand gehen und ihm nötige Reparaturen an seiner Scheune erledigen. Nach langem Hin und Her willigte der Brauer in das Geschäft ein.

Nun ergab es sich, dass sich Heini, neben seinen üblichen Beschäftigungen, auch noch mit voller Hingabe dem Gerstensaft widmete. Da blieb kaum noch Zeit für den Broterwerb. Aber immer, wenn die Vorräte knapp wurden, nahm Trulla ihre Brille ab und es gelang ihr mithilfe lauten Gezeters, ihren Gatten ans Arbeiten zu bringen. Den Brauer hatte Heini irgendwie völlig vergessen. Aber der nicht Heini. So stand er eines Tages vor dem Haus und forderte sein Geld. Trulla öffnete ihm die Tür, teilte ihm mit, dass Heini nicht zu Hause sei und ließ den armen Mann unverrichteter Dinge abziehen. Als der Bauer in den nächsten Tagen abermals vorstellig wurde, taten die Eheleute, als wären sie nicht zuhause.

Von einem Dorfbewohner erfuhr der brave Mann kurz darauf, dass Heini im Ort verkündete, dass er schlechten Gerstensaft vom Bierbrauer erhalten habe. Das glaubte zwar niemand, aber es traf den Brauern in seiner Ehre und er nahm sich vor, Heini bei Gelegenheit dafür ordentlich ins Gebet zu nehmen. 

Kurz darauf suchte ein alter Saufkumpan aus alten Tagen den Heini auf. Er wollte um Unterkunft nachsuchen, denn in dem alten Haus, das er bezogen hatte und das im Nachbarort stand, spuke es. Nachts würden fürchterliche Geräusche den Armen um den Schlaf bringen. An den Fensterkästen würde es laut rappeln. Es musste ein Geist umgehen. 
»Das wird der Geist des Weines sein, der dir so zusetzt!«, war der knappe Kommentar von Trulla. »Hier kannst du nicht bleiben, wir haben keinen Platz für dich!«

So musste der Vertriebene wie ein geprügelter Hund wieder seiner Wege gehen. Den Heini brachte aber die Geistergeschichte auf eine Idee, die, mithilfe einer ordentlichen Menge Gerstensaft, auch Gestalt annahm. Das alte Mütterchen aus dem Nachbarhaus war ihm sehr lange schon ein Dorn im Auge. »Dich werde ich vertreiben, mit Hilfe der Geister!«, schwor er sich und blickte dabei grimmig zum Nachbarhaus.

In der Nacht, als alles schlief, schlich er sich zu der Wohnstatt des Mütterchens. Mit beiden Fäusten trommelte er gegen die Fensterkästen, drehte sich um und versteckte sich hinter einer Hecke.

Heini im Schneesturm
Illustration: Sylvia B.
Der Krach riss das Mütterchen aus seinem Schlaf. »Was mag das gewesen sein?«, überlegte die alte Frau. Aber da es wieder ruhig war, dachte sie, dass es vielleicht nur ein Traum gewesen sei. Sie wollte sich gerade umdrehen, um ans Schlafen zu kommen, als Heini wieder gegen die Fensterläden trommelte. Das alte Mütterchen stand auf und ging in den Nebenraum. Durch die Fensterscheiben konnte sie den Garten vor dem Häuschen gut einsehen. Es hatte Neuschnee gegeben. Der Mond schien hell und die Gaslaternen an der Straße gaben gutes Licht. So konnte sie Fußspuren ausmachen, die von Heinis Haus zu ihrem Schlafzimmer führten und von dort zu der Hecke. Das Mütterchen wartete eine kurze Weile. Und richtig! Vorsichtig lugte Heini hinter der Hecke hervor und wollte sich gerade wieder auf den Weg zum Schlafzimmer machen.

Leise öffnete die alte Frau das Fenster. Sie holte tief Luft und rief laut in die Nacht: »Heini, habe ich dich wieder erwischt! Du benimmst dich wie ein Idiot!«
Heini erschrak und wollte sich wegducken. Aber das Mütterchen war noch nicht mit ihm fertig: »Du brauchst dich nicht zu verstecken, Heini, ich habe dich längst gesehen. Höre mit der Sauferei auf, die bringt dich noch um den letzten Verstand!«

Wie der Zufall es wollte, kam just in diesem Moment der Bierbrauer mit seinem Fuhrwerk vorbei. Im Dorf war eine Hochzeit und den Brautleuten war das Bier ausgegangen. So hatten sie den fleißigen Mann um Nachschub gebeten. Er befand sich auf dem Heimweg, als er die Stimme des Mütterchens hörte. So lenkte er den Wagen ein und stand flugs vor dem Heini.

»Hast du das gehört, Bierbrauer? Die alte Vettel hat mich beleidigt! Sie hat mich einen Idioten genannt! Ich werde sie verklagen und du bist mein Zeuge!«

Der Bierbrauer nahm den Heini am Schlafittchen. »Nein, sie hat gesagt, du benimmst dich wie ein Idiot. Das ist keine Beleidigung, sondern eine Feststellung! Ein Seelendoktor wird sich sicher finden, der das bestätigt! Und jetzt will ich mein Geld!«

Der Bierbrauer war von großer und breiter Gestalt. Das ständige Geschleppe der Fässer hatte seine Muskeln gestählt. Mit Leichtigkeit hob er den Heini hoch, drehte ihn auf den Kopf und hielt ihn an den Beinen fest. Dann schüttelte er ihn ordentlich durch, bis der letzte Heller und Pfennig aus Heinis Taschen gefallen war.

»Das reicht nicht!«

Der brave Brauer stapfte durch den Schnee in Heinis Stube und mit dem Fass auf den Schultern verließ er umgehend wieder die Stätte.
»Das ist mein Fass! Das habe ich gekauft! Das darfst du mir nicht wegnehmen!« Heini weinte bittere Tränen.

»Und ob ich das kann. Du hast nämlich vergessen, es zu bezahlen. Und frage nie wieder nach Bier bei mir an! Von mir bekommst du nichts mehr!«

Heini lief schluchzend ins Haus. Der Bierbrauer zog von dannen. Das alte Mütterchen legte sich wieder schlafen. »Hoffentlich lässt sich Heini das eine Lehre sein!«, überlegte sie, »Aber ich fürchte fast, bei Heini ist Hopfen und Malz verloren, im wahrsten Sinne des Wortes.«

Trulla fand ihren Heini zusammengekauert auf dem Küchensofa liegend vor.
Aus tränenvollen Augen blickte er seine Angetraute an.
»Kein Gerstensaft, kein Geld und die Nachbarn haben mich nicht mehr lieb!« heulte er ihr vor. »Trulla, liebe Trullala, liest du mir eine Geschichte vor? Bitte! Das Märchen vom Häschen mit dem Knick im rechten Öhrchen?« ...

... und wenn Heini nicht Ruhe gibt, wird es bald wieder ein Märchen rund ums Weseker Ei geben.




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Sonntag, 20. Januar 2013

157 »Die Lady in der Quecksilbergruft und Bäume aus Stein«

Teil 157 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Die Könige Yax K'uk' Mo' und
Yax Pac (rechts) auf Altar q.
Foto: W-J.Langbein
Im Frühjahr 822 nach Christus endet die Geschichte von Copán. In jenem Jahr herrschte Ukit Took', der »Nachfolger« von Yax Pac. »Altar q« zeigt die Übergabe des Herrscherstabs an den »letzten« Regenten von Copán, an Yax Pac. König Ukit Took, sein Thronfolger, fehlt auf der offiziellen Königs-Liste. Warum? Offenbar wurde Ukit Took' nicht mehr zeremoniell gekrönt. Warum kam es nicht mehr dazu? Ein steinernes Monument belegt das abrupte Ende der Geschichte von Copán. Obwohl das steinerne kleine Monument stark verwittert ist, ist es das jüngste von Copán. Es wurde nie vollendet. Der Steinmetz hat damit begonnen, ein Relief zu erstellen ... brach aber seine Arbeit ab.

Was führte zum abrupten Ende von Copán? Wurde Copán von feindlichen Truppen eingenommen? Dafür gibt es keine Belege. Wurde Copáns letzter König der Dynastie in einer Revolution gestürzt? Auch dafür gibt es keinen Anhaltspunkt. Die einst so wichtige Metropole scheint ganz plötzlich vollkommen bedeutungslos geworden zu sein. Wurde die Stadt von einer Epidemie heimgesucht, die alle Bewohner dahinraffte? Leider gibt es keine echten Mayaaufzeichnungen über die Historie von Copán, die man wie ein Buch lesen könnte ...

Fakt ist: Die Bevölkerung von Copán wuchs vor dem Ende rapide an. Führte das zu Hungersnöten? Offenbar kam es zum Notstand, als die einst bewaldeten Berghänge – auch im Rahmen der ausufernden Bautätigkeit – immer stärker abgeholzt wurden. Als dann noch in der Flussebene immer mehr sakrale Bauten errichtet wurden, schwand die landwirtschaftlich nutzbare Fläche. Wurde aus religiösen Motiven der Maisbauern die Lebensgrundlage entzogen, weil imposante Bauten für die Obrigkeit immer wichtiger wurde als Ackerland? Kam es vielleicht doch zur Rebellion der Bauern gegen die im Wohlstand schwelgende Obrigkeit? Versank danach Copán in der Bedeutungslosigkeit? Wurde die einst stolze Stadt von ihren Bewohnern verlassen? Verfielen Bauten wie »Tempel 16« zusehends?

Tempel 16 birgt noch viele
Geheimnisse ... - Foto: W-J.Langbein
Auch wenn es Schulwissenschaftler nicht gern zugeben: Die Fragen zum Ende von Copán sind bis heute nicht beantwortet worden. Man kann eben leider nicht in der Historie von Maya-Städten wie Copán lesen, weil die kostbaren Codices der Maya-Chronisten rigoros und sehr »erfolgreich« zusammengetragen und verbrannt wurden!

Und die steinernen Relikte der einst so bedeutenden Stadt, die gern als das »Paris der Mayas« bezeichnet wird, konnten erst zu einem kleinen Teil erforscht werden! Und das liegt an einer Besonderheit der Maya-Baumeister: Die Architekten der steinernen Tempel bauten im Verlauf der Jahrhunderte übereinander. Sie hatten wohl zu viel Respekt vor den alten Bauten, als dass sie sie hätten niederreißen können. Und so bestatteten sie geradezu liebevoll und sanft sakrale Bauten, um dann darüber ... wie eine neue Haut, Nachfolger zu errichten.

Sie bauten nicht einen neuen Tempel auf einen alten. Sie benutzten nicht ein älteres Bauwerk als Fundament für ein neues. Vielmehr stülpten sie dem älteren Gebäude ein neues über. Das geschah wiederholt, mehrfach nacheinander.

»Tempel 16« macht heute einen eher maroden Eindruck. Genauer gesagt: Was heute als »Tempel 16« bezeichnet wird, ist ein dank Umweltverschmutzung schmuddelig wirkender Pyramidenbau, dessen Treppe einst zu einem Tempelchen führte. Wir wissen heute, dass »Tempel 16« nur die letzte, äußere Hülle von mehreren überinander gestülpten sakralen Bauten ist. Im innersten Kern, so war man lange überzeugt, ruhte der Dynastie-Gründer Yax K'uk' Mo ... Tempel »Rosalila«.

Rekonstruktion des Tempel
Rosalila - Foto talk2winik
Um die Bauhistorie von »Tempel 16« ergründen zu können, müsste man das Bauwerk Stein für Stein abtragen. Dann müsste, so wie man eine Zwiebel schält, Schicht für Schicht demontiert werden. Das müsste dann bei allen Bauwerken geschehen ... die dann zwar im wahrsten Sinne des Wortes ergründet, dabei aber zerstört würden!

Im Lauf verschiedener Besuche in Copán bekam ich in verschiedenen Varianten immer wieder die gleiche mysteriöse Story zu hören. Als innerster Kern werde der älteste Tempel von Copán durch mehrere spätere Schichten geschützt. Er sei dem Gründer der Herrscherdynastie von Copán, Yax K'uk' Mo, gewidmet. Und in der Tat:

Diesen »innersten« Tempel gibt es wirklich: Rosalila wird er genannt. Wie Maulwürfe haben sich Archäologen an diesen ältesten Kern herangegraben und ihn, so gut es unter den widrigen Umständen möglich war, auch erforscht.

Zur Freude der Wissenschaftler war der vermeintliche »Urtempel« erstaunlich gut konserviert worden. Man hatte offensichtlich sehr schonend die späteren Bauwerke darüber geschichtet. So blieben auch Farben in bemerkenswertem Umfang erhalten. So wissen wir heute, dass besagter »Urtempel« aus heutiger Sicht eher kitschig-bunt ausgesehen haben muss. Seine Bonbonfarben erinnern eher an Disneyland. Sie entsprechen ganz und gar nicht unseren Vorstellungen der schönen, dezenten Schlichtheit von Maya-Bauten, so wie wir sie etwas aus Palenque kennen!

Die karge Schlichtheit der Mayabauten, die uns heute so anspricht ... hätte den Mayas überhaupt nicht gefallen. Sie schwärmten für in unseren Augen kitschige Farben. In einer Collage habe ich Bauten aus Palenque und Copán, die »Universität« und »Tempel Rosalila« zusammengefügt, um die so unterschiedlichen ästhetischen Vorstellungen zu verdeutlichen.

Collage aus zwei Mayabauten
Fotos: talk2winik (rechts), W-J.Langbein (links)
Bei meinen Besuchen in Copán hörte ich immer wieder: Im Innersten von »Tempel 16« ruhe in seiner Gruft Yax K'uk' Mo, der Dynastie-Gründer. Immer wieder bekam ich zu hören: Quecksilber in der Gruft – sie sei »randvoll mit dem höchst giftigen, nur in Form von Zahnfüllungen gesunden Material – würde ein Betreten unratsam erscheinen lassen. Dann aber drangen Wissenschaftler, durch Schutzanzüge vor Vergiftung sicher, in das Innerste des Heiligtums. Sie entdeckten auch viele Jahrhunderte alte Knochen. Die aber stammten definitiv von einer Frau, nicht von einem Mann!

In der Quecksilbergruft war also einst eine Lady und kein männlicher Herrscher zur letzten Ruhe gebettet worden! Wieder einmal war die Realität ganz anders als von der Wissenschaft erwartet ... Unklar ist, wer da im altehrwürdigen Grab bestattet wurde, wenn es nicht der erste Herrscher von Copán war. Sollte gar eine Königin in ältesten Zeiten die Metropole regiert haben?

Ich selbst wagte mich nicht in die Quecksilber-Gruft, vielmehr begnügte ich mich damit, im Tunnel der Archäologen herum zu kriechen. So gelangte ich an die Außenseite des Rosalila-Tempels ... zum imposanten Relief vom himmlischen Vogel Vucub Caquix (Aussprache: VO KOB KA KWISH). Der Mythologie der Mayas nach behauptete dereinst, er sei Erde, Sonne, Licht und Mond zugleich. Das gut mannshohe Kunstwerk weist auf die Bedeutung des Tempels hin. Er diente einem Sonnen- und Mondkult ...

Vogelgott Vucub Caquix
Foto: Walter-Jörg Langbein
»Die Lady in der Quecksilbergruft war die erste Herrscherin von Copán!« meinte ein einheimischer Archäologe zu mir. »Und der himmlische Vogel steht für den ewigen Kreislauf von Tag und Nacht, von Leben und Tod!« Er führte mich in der Unterwelt von Copán an die Außenmauern des begrabenen Tempels ... und erklärte mir die Bäume aus Stein.

»Die Bäume aus Stein stehen für die Welt zwischen Unterwelt und Himmel. Sie verhindern, dass der Himmel auf die Erde herabstürzt! Bevor es die lebenden Ceiba-Bäume gab, ragten Bäume aus Stein von der Erde bis an den Himmel. Ohne diese tragenden Säulen hätte es kein Leben auf unserer Erde geben können!«

Abends wurde es bitter kalt in Copán Der Archäologe entfachte ein Feuer. Und er begann zu erzählen. Von den ältesten Göttinnen, die von Göttern verdrängt worden seien. »Man machte sie in christlichen Zeiten zu Dämonen! Dabei müssen bösartig aussehende Fratzen keineswegs auch in den Augen der Mayas böse gewesen sein! Fakt ist: In Copán wurde ein Relief der Mondgöttin Ixchel gefunden, die auch als Erdgöttin verehrt wurde. Ixchel war auch für die Fruchtbarkeit zuständig ... und trug in Darstellungen oft den symbolträchtigen Hasen im Arm! Ixel wirkte zerstörerisch, indem sie periodisch-zyklisch immer wieder mit Orkanen das Leben von der Erde wischte ... und sie spendete segensreichen Regen, der wieder neues Leben gedeihen ließ! Übrigens: Die Mayas erkannten in den Flecken des Mondes nicht unseren »Mann«, sondern ihren Hasen.

Seltsamer »Zufall«: Die Kelten verehrten die Göttin Eosterpe, die sie mit Mond und Hase darstellten. Eosterpe lebt im englischen Easter weiter ... in unserem »Ostern« ... mit dem »Osterhasen«, der älter als das Christentum ist!

Aus Göttinnen wurden
Dämonen.
Foto: W-J.Langbein
Gern erinnere ich mich an die »Privatführung« in die Unterwelt von Copán durch einen örtlichen Archäologen ... zu den Masken der Göttlichen, die von den Mayas so sorgsam beerdigt wurden ... und durch den mystischen Wald aus Stein ... Am abendlichen Lagerfeuer wurden uralte Mythen förmlich wieder spürbar.

Literatur:
Grube, Nikolai (Herausgeber): »Maya/ Gottkönige im Regenwald«, Köln 2000





»Geheimnisvolle Stelen, mysteriöse Altäre«,
Teil 158 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 27.01.2013

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Freitag, 18. Januar 2013

Wir leben in einem Rechtsstaat! – die Freitagskolumne von Ursula Prem

Ursula Prem
Stellen Sie sich vor, Sie flanieren zeitgleich mit ein paar Hundert anderen Menschen am Ufer eines Sees. Plötzlich hören Sie vom Wasser her die Hilfeschreie eines Ertrinkenden. Nicht nur Sie, sondern auch alle anderen Anwesenden unterbrechen ihre Gespräche und starren auf die Stelle weit abseits vom Ufer, wo ein Paar panisch rudernder Arme das Wasser aufwirbelt. Ihr Blick ist wie gebannt, doch Sie können sich nicht überwinden reinzuspringen. Sind ja schließlich genug andere Leute da, die dem Unglücklichen helfen könnten, nicht wahr? Auch die wirken etwas unentschlossen, doch immerhin einer rafft sich auf und ruft die Polizei an.

Polizei, Feuerwehr und Notarzt sind auch schnell vor Ort. Dazu ein paar tüchtige Rettungsschwimmer. Den Ertrinkenden scheint langsam die Kraft zu verlassen: Immer wieder verschwindet sein Kopf unter der Oberfläche, doch irgendwie schafft er es, von Zeit zu Zeit aufzutauchen und Luft zu holen.

Der offizielle Einsatzleiter beginnt damit, die Maßnahmen zu koordinieren:
»Bevor Ihr Jungs reingeht und ihn rausholt, zeigt mir bitte Eure Ausweise und Eure Rettungsschwimmerbescheinigungen, damit ich prüfen kann, ob Ihr für die Sache zuständig und entsprechend ausgebildet seid!«
»Die haben wir nicht dabei, haben wir in der Eile vergessen«, antworten die Männer übereinstimmend.
»Hmm, dann ist die Angelegenheit nicht ganz einfach, zudem müssen wir erst mal klären, ob ich selbst überhaupt für den Kerl da zuständig bin. Weiß zufällig jemand, wo er seinen Wohnsitz hat?«

»Wichtig ist nicht der Wohnsitz des Ertrinkenden, sondern die Tatsache, dass der Notfall hier an diesem See eingetreten ist. Für den sind wir auf alle Fälle zuständig«, merkt ein junger Polizist an.
Der Einsatzleiter bedenkt den Vorlauten mit einem strafenden Blick.
»Mischen Sie sich nicht in Dinge ein, die Sie nicht verstehen, ansonsten ist es erst mal Essig mit Ihrer Beförderung, Sie Grünschnabel!«, blafft er den Störenfried an. »Also: Ihr geht jetzt allesamt nach Hause und holt Eure Papiere!«, befiehlt er barsch, woraufhin die Rettungsschwimmer sich erst mal verziehen.

»Ist es nicht eine Frage von Humanität und Menschenrechten, dass wir jetzt sofort etwas unternehmen?», meint ein älterer Feuerwehrmann, der nicht so leicht einzuschüchtern ist.
»Humanität! Menschenrechte!«, der Einsatzleiter knurrt verächtlich. »Lassen Sie mich doch mit dem Gedöns zufrieden! Ich sorge ja gerade für eine rechtsstaatlich korrekte Abwicklung, also kommen Sie mir nicht mit Menschenrechten, Sie Schlauchwickler!«

Alle Anwesenden starren gebannt auf die Szene.
»Der Mann ist immer noch im Wasser! Das ist mir zu blöd, ich hole ihn jetzt selber raus!«, macht sich ein Bürger bemerkbar und zieht seine Jacke aus.
Vier Polizisten springen blitzschnell hinzu und halten den Wahnsinnigen fest.
»Beherrschen Sie sich, Mann!«, blafft der Einsatzleiter. »Das ist nicht Ihre Baustelle! Wir sind dafür da, diese Sache zu einem geordneten Ende zu bringen!«
»Ja, aber Sie tun es ja nicht!«, empört sich eine ältere Dame und versetzt dem Einsatzleiter einen wohl gezielten Tritt vor das Schienbein.
»Auaa! Sind Sie wahnsinnig geworden? Das ist Widerstand gegen die Staatsgewalt! Die Frau ist sofort festzunehmen!«

Vielen Umstehenden ist es inzwischen zu langweilig geworden, die Menge der Schaulustigen löst sich langsam auf. Nur einige Unentwegte sind offenbar zum Bleiben entschlossen und machen ihrem Zorn umso lautstärker Luft:

»Das ist unterlassene Hilfeleistung!«, beschwert sich eine streng aussehende Frau mittleren Alters.
»Das ist es nicht!«, doziert der Einsatzleiter, »denn wir sind ja pflichtgemäß vor Ort und arbeiten so schnell wir können!« Dann lässt er sich mit einem Seufzer auf dem Beifahrersitz eines Polizeiwagens nieder, schließt die Tür und drückt auf die Verriegelung. Danach öffnet er bedächtig seine Thermoskanne und schenkt sich umständlich Kaffee ein. Bis zur Rückkehr der Rettungsschwimmer würde er sowieso nichts weiter unternehmen können.

Inzwischen ist weit mehr als eine Stunde vergangen. Der See sieht ruhig und friedlich aus. Ohne diese öden Diskussionen zwischen Rettungskräften und Bürgern, die noch immer lautstark über das richtige Vorgehen streiten, könnte es hier für einen Gutmenschen wirklich idyllisch sein, denken Sie, und setzen Ihren Weg fort ...


***

Seit 2.517 Tagen wird der Nürnberger Gustl Mollath vor den Augen einer wachsenden Öffentlichkeit unter fragwürdigsten Umständen in der forensischen Psychiatrie festgehalten. Er ist das Opfer eines exzessiven Rechtsstaates, der sich bis zur Bewegungslosigkeit im eigenen Filz verfangen hat. Sie haben keine Angst, eines Tages der Nächste zu sein? Außerdem möchten Sie hinterher sagen können, Sie hätten von alldem nichts gewusst? – Dann klicken Sie keinesfalls hier! Und hier auch nicht! Und hier schon mal gleich gar nicht!

 

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Dienstag, 15. Januar 2013

Für Sie gelesen: Brennender Stein oder Reisen durch die Zeit eBook von Walter-Jörg Langbein


Jeden Sonntag freue ich mich auf die Blogserie: »Monstermauern, Mumien und Mysterien« auf »Ein Buch lesen!«. Walter-Jörg Langbein, mein sehr geschätzter Autorenkollege, entführt die Leser zu geheimnisvollen Orten dieser Welt, beschreibt rätselhafte Objekte alter Kulturen. Jeden Sonntag zieht er mich mit seinen Beiträgen in den Bann. Bekannt ist uns Walter-Jörg Langbein als Sachbuchautor. »2012 - Endzeit und Neuanfang: Die Botschaft der Mayas«, »Das Sakrileg und die Heiligen Frauen«, um nur zwei seiner Bestseller zu nennen.

Jetzt überrascht Walter-Jörg Langbein seine Leserschaft mit einer, im wahrsten Sinn des Wortes, phantastischen Publikation: »Brennender Stein: oder Reisen durch die Zeit«. Ein Roman, der als eBook im Verlag Ancient Mail erschienen ist.

»Die Externsteine brennen!« Und nicht nur die Externsteine glühen und sind wie von Zauberhand verschwunden. Stonehenge, die »Hängenden Steine«, das Hypogäum auf Malta ereilt das gleiche Schicksal. Was ist passiert? Das werde ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser natürlich an dieser Stelle nicht verraten. Auch nicht, was es mit diesen Mumien auf sich hat. Aber was ich Ihnen mitteilen kann ist, der phantastische Roman ist spannend geschrieben, Farbfotos zeigen mir die bedeutenden Stätten und lassen diesen Roman fast schon realistisch erscheinen.

Lassen Sie sich von Walter-Jörg Langbein entführen in die Welt der phantastischen Ereignisse in »Brennender Stein: oder Reisen durch die Zeit«. 

Ihre

Sylvia B.


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Sonntag, 13. Januar 2013

156 »Abstieg in die Unterwelt«

Teil 156 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Zollstation zwischen Guatemala
und Honduras - Foto: W-J.Langbein
Bei meiner ersten Reise nach Copán ging es von Guatemala aus mit dem Jeep über Landstraßen nach Honduras. So war's von Deutschland aus geplant, so wurde es auch in die Tat umgesetzt. Vor Ort erwiesen sich die »Landstraßen« als meist bescheidene Wege, an Steilhängen vorbei. Massive Geröll- und Schlammlawinen schienen an der Tagesordnung zu sein, so dass, was auf der Landkarte wie ein »Katzensprung« aussah ... in der Realität zu einem wahren Geduldspiel wurde.

Das eine oder das andere Mal war die »Landstraße« blockiert, so dass wir kehrt machen und andere Wege suchen mussten. Dank örtlicher Guides konnten wir die von Geröll unpassierbar gemachte Stelle weiträumig umfahren. Einmal warteten wir »nur« wenige Stunden, bis die Straße wieder frei gemacht worden war. Zum Glück war nicht weit von der verschütteten Straße ein Trupp Arbeiter mit schwerem Gerät zugange.

Mitten im Urwald tauchte dann die sprichwörtlich »grüne Grenze« zwischen Guatemala und Honduras auf. Wichtige Beamte gingen sehr gründlich ihrer Tätigkeit nach. Da ihre Zollstation offenbar selten mit einem Ansturm von Reisenden zu rechnen hatte, wurde mein Jeep besonders gründlich untersucht. Das Gepäck musste abgeladen und vor den Augen argwöhnischer Zollbeamter geöffnet werden. Rasierwasserfläschchen wurden sorgsam untersucht. Nervenaufreibend war die Prozedur der Kontrolle, ob dieser oder jener Kosmetikartikel die Grenze vielleicht doch nicht passieren durfte. Zum Glück standen den Beamten mehrere dickleibige Folianten zur Verfügung, die ausgiebigst konsultiert wurden.

»Gedulden Sie sich bitte etwas. Sie müssen wissen, dass die Kollegen von der anderen Seite heute nicht da sind..« Mit diesen Worten versuchte ein Beamter die ungewöhnlich lange Prozedur zu erklären. »Wir müssen für unsere Kollegen von drüben (Honduras) überprüfen, ob das gesamte Reisegepäck eingeführt werden darf!« Schließlich gab es dann doch nichts zu beanstanden. Unser Jeep durfte passieren. Dann allerdings tauchte der Schlagbaum zwischen Guatemala und Honduras auf. Und es schien wieder Ewigkeiten zu dauern, bis er angehoben werden durfte und die Fahrt nach Copán fortgesetzt werden konnte.

Der Schlagbaum zwischen
Guatemala und Honduras
Foto: W-J.Langbein
War mir die Grenzstation schon recht verschlafen vorgekommen ... die Ruinenstadt Copán war menschenleer. Kein einziger Tourist war zu sehen ... aber auch der angeblich wartende örtliche Guide schien unseren Termin vergessen zu haben. Schließlich tauchte ein »Onkel« des Ortskundigen auf. Sein Neffe sei verhindert, müsse sich vor Gericht verantworten ... angeblich, weil er einem Touristen Zugang zur »verbotenen Unterwelt von Copán« ermöglicht hatte.

Und er, der Onkel, dürfe uns schon gar nicht durch die geheimnisvolle Ruinenstadt führen. Die »Unterwelt« sei natürlich »total tabu«. »Manche Tunnels dürfen nur von Archäologen betreten werden ... Andere sind zwar öffentlich zugänglich, aber nur wenn ein lizenzierter Guide dabei ist. Wieder andere sind einsturzgefährdet ...« Auf alle Fälle seien wir vergebens gekommen, da sein Bruder ... der eben noch sein Neffe gewesen war ... vor Gericht stehe. Die Enttäuschung muss mir deutlich anzusehen gewesen sein. So wurde der Onkel ... oder Bruder ... des eigentlichen Guide von Mitleid erfasst.

Der Mann führte mich durch das Zentrum der Ruinenstadt von Copán ... und zeigte mir, hinter welchen Bretterverschlag ich nicht kriechen durfte. Und selbst wenn der offizielle Guide hier wäre ... auch dann dürfte ich auf keinen Fall den Gang dahinter betreten. Der Tunnel in die Unterwelt sei absolut tabu. »Vielleicht wird ja das Verbot schon morgen wieder aufgehoben ... oder in einem Jahr ...« Das waren unerfreuliche Aussichten! Ein opulentes Trinkgeld indes lösten bei meinem Nicht-Guide den dringend Drang aus, einen Kaffee trinken zu müssen. So musste er mich leider »für mindestens eine halbe Stunde« allein lassen.

Mauerwerk
aus uralten
Zeiten
Foto:
W-J.Langbein
Leider versagte just in diesem Moment mein Fotoapparat seinen Dienst. Ärgerlich kroch ich hinter den Bretterverschlag, wo eine schmale »Türöffnung« zum Vorschein kam. Sie war etwa 1,80 Meter hoch und höchstens fünfzig Zentimeter breit. Ich quetschte mich und meinen Rucksack hindurch und schaltete meine Taschenlampe an. Der Lichtkegel wanderte über eine Bruchsteinwand. Stammte sie aus uralten Zeiten? Ich vermute eher nicht. Ich glaube, sie war das Werk von Archäologen, die diesen Tunnel mühsam in den steinharten Boden getrieben hatten!

Inzwischen weiß ich, dass in den vergangenen einhundert Jahren Archäologen auf der Suche nach unterirdischen Tempeln von Copán Tunnel durch die Unterwelt getrieben haben ... von bisher mindestens vier Kilometern Länge!

Missmutig versuchte ich noch einmal mein Glück mit meinem Fotoapparat, drückte ab ... und der Blitz explodierte förmlich in der Dunkelheit. Hastig stolperte ich weiter über den unebenen Boden des schmalen Tunnels, ließ den Strahl meiner jetzt immer wieder flackernden Taschenlampe über Boden und Wände huschen.

Wie in einer Geisterbahn tauchte urplötzlich eine Fratze aus der Dunkelheit auf. Wieder probierte ich mein Glück mit meinem Fotoapparat. Wieder hatte ich Glück. Ein quelläugiges Monsterwesen stierte in die Dunkelheit. Wo eigentlich die Nase sitzen sollte ... klaffte ein rundes Loch. Es hatte den Anschein, als ob jemand der steinernen Kreatur die Nase abgeschlagen hätte. Schaute das Fabelwesen, das eher einem Horrorfilm als einem Märchen entsprungen zu sein schien, deshalb so grimmig?

Ein Monstergesicht mit
abgeschlagener Nase
Foto W-J.Langbein
Weiter ging es ... bei immer wieder aussetzendem Taschenlampenlicht. Aus Erfahrung wusste ich, dass mein Fotoapparat jeden Moment wieder seinen Geist aufgeben konnte ... also hastete ich weiter so schnell ich konnte. Ich wollte, so lange der ungehorsame Apparat noch funktionierte, so viel wie möglich photographieren ... Zwei, drei Mal stieß ich mit der Stirn gegen in den schmalen Gang ragende Steinbrocken. Warmes Blut tropfte ...

Immer wieder setzte die Taschenlampe aus. Ich schüttelte sie ärgerlich, klopfte damit gegen die steinerne Wand. Endlich leuchtete sie wieder einmal auf. Wenige Meter vor mir endete der schmale Gang in einer Sackgasse. Der Korridor war zugemauert. Was mochte sich dahinter verbergen? Optimistisch griff ich zum Fotoapparat ... zwei Fotos gelangen mir, eher schlecht als recht.

Der Gang endete als Sackgasse
Foto: W-J.Langbein
Berichte kamen mir in den Sinn, wonach in unterirdischen Grüften immer wieder Quecksilber entdeckt worden sei. Sollte es die Gebeine vornehmer Toter von Copán schützen? Archäologen haben deshalb lange Zeit darauf verzichtet, unterirdische Räume zu betreten ... Aus Sicherheitsgründen ist das nur mit Schutzkleidung möglich, die Archäologen wie Astronauten aussehen lässt.

Sollte der Einsatz von Quecksilber Eindringlige, die die Totenruhe störten, vergiften? Oder hatte Quecksilber für die Menschen von Copán eine ganz andere Bedeutung?

Ich machte kehrt, stolperte so vorsichtig wie möglich zurück. Mit einer Hand hielt ich stets Kontakt zur steinernen Wand. So ertastete ich schließlich einen seitwärts abführenden Gang. Ich bog zögernd in diesen scheinbar immer schmäler werdenden Korridor ein. Wieder setzte meine unzuverlässige Taschenlampe aus. Ich ertastete weiter meinen Weg ... bis ich plötzlich glatten Stein erspürte. Ich meinte, künstliche Konturen erahnen zu können. Da war so etwas wie Augen, sauber aus dem Stein herausgemeißelt. Ob ich wieder – wie auch immer – beim Monstergesicht von vorhin angekommen war?

Ein zweites Monstergesicht mit
aufgerissenem Schlund
Foto: W-J.Langbein
Wieder hob ich den Fotoapparat ... wieder tat er seinen Dienst. Das Blitzlicht ließ in seinem grellen Schein wiederum eine monströse steinerne Maske erscheinen. Sie ähnelte stark der ersten. Auch ihr fehlte die Nase. Bei ihr klaffte aber kein Loch, wo einst das Riechorgan gesessen hatte. Deutlich war ein hässlicher Nasenstumpf zu erkennen. Und unter der Nase war ein hässliches Maul in den Stein gemeißelt.

Ich versuchte, ein weiteres Foto zu machen ... vergeblich. Ärgerlich schüttelte ich den Fotoapparat. Ich nahm tastend den Akku heraus, setzte ihn wieder ein.

Vergeblich. Kein weiteres Bild war der Kleinbildkamera zu entlocken. Ich muss zugeben: Mulmig war mir schon. Wie sollte ich den Weg zurück finden? Ich hörte eine Stimme, wie von einem Echo verzerrt. Und plötzlich blendete mich greller Lampenschein. Mein Nicht-Guide war von seiner »Kaffeepause« zurückgekehrt und hatte mich gesucht und gefunden. Wortlos führte er mich zurück ans Tageslicht.

Natürlich war für meine »Rettung« ein weiterer, saftiger Obulus fällig. Ich muss zugeben: Ich bezahlte ihn gern!

Jahre später führte mich mein Weg wieder nach Copán ... zusammen mit einer kleinen Reisegruppe. Und diesmal durften wir durch einen Tunnel zum wahrscheinlich ältesten Tunnel von Copán kriechen ... in Begleitung eines offiziellen Guide ...

Die Decke des Tunnels durch die Unterwelt - Foto: W-J.Langbein

Neues eBook von Walter-Jörg Langbein:
»Das Geheimnis der amphibischen Astronautengötter«

»Die Lady in der Quecksilbergruft und Bäume aus Stein«,
Teil 157 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 20.01.2013


Freitag, 11. Januar 2013

Kirche schmettert Missbrauchsstudie ab – die Freitagskolumne von Ursula Prem

Ursula Prem
Etliche Monate nach dem Skandal um vielfachen Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche scheint sich der demonstrativ zur Schau getragene Wille der Bischöfe um Aufklärung in Nichts aufzulösen. Wie kürzlich bekannt wurde, kündigte die Kirche die Zusammenarbeit mit dem Kriminologischen Institut Niedersachsen auf, das medienwirksam mit einer groß angelegten Studie zum Thema beauftragt worden war. Institutsdirektor Christian Pfeiffer findet für den Vorgang deutliche Worte, indem er erklärt, die Kirche habe seine Forschung zensieren wollen und das letzte Wort darüber beansprucht, welche Erkenntnisse am Ende veröffentlicht werden dürften.

Unzumutbare Bedingungen für einen Wissenschaftler, der einen beträchtlichen Ruf zu verlieren hat. Nun jault die Kirche auf und droht Pfeiffer mit einer Klage wegen der von ihm erhobenen Zensurvorwürfe. Eine Schmierenkomödie, die angesichts der ernsten Thematik ein bezeichnendes Licht auf den tatsächlichen Aufklärungswillen der Kirche wirft. Die maßgeblichen Bischöfe scheinen kein rechtes Vertrauen darein zu haben, dass solch eine Studie ja immer auch Entlastendes zutage fördern könnte. Ist der Sumpf etwa noch viel tiefer als bisher bekannt geworden ist?


Blumige Gutachten statt Aufklärung

Klar ist: Die Kirche genießt enorme Sonderrechte, die in keiner Weise mehr zeitgemäß sind. Welche andere Institution in unserem Land macht ganz offiziell ihre eigenen Gesetze und ist in der Lage, selbst über den Grad der Ermittlungen in einem solchen Fall zu bestimmen? Welche andere Vereinigung setzt sich mit derartiger Arroganz offen über Gesetze hinweg? Warum ist noch kein Staatsanwalt auf die Idee gekommen, sämtliche relevanten Akten aus den Kirchenarchiven einfach zu beschlagnahmen? Was bei der Deutschen Bank inzwischen funktioniert, warum sollte das bei der Kirche unmöglich sein? – Doch daran ist nicht zu denken: Stattdessen finden sich sogar forensische Psychiater, die in blumigen Gutachten bestätigen:

»Katholische Priester, die Minderjährige missbrauchen, sind in den seltensten Fällen in klinischem Sinne pädophil.« 
(Quelle: radiovaticana.va)

An der Studie »Sexuelle Übergriffe durch katholische Geistliche in Deutschland«, die zu solchen Verharmlosungen Anlass gab, waren übrigens unter anderem Hans-Ludwig Kröber und Friedemann Pfäfflin beteiligt. Beide Forensiker stehen in jüngerer Zeit verstärkt in der Diskussion durch ihre Gutachten über Gustl Mollath, mit denen sie dazu beitrugen, dass dieser inzwischen seit sieben Jahren unter zweifelhaften Umständen in der Psychiatrie sitzt, aber das nur am Rande.


Religiöse Sonderrechte als Selbstverständlichkeit

Noch immer ist der Einfluss der Religion auf das öffentliche Leben irrational groß. Ein neues Extragesetz erlaubt mit Billigung fast aller relevanter Gruppierungen ausdrücklich die genitale Verstümmelung von Jungen aus religiösen Gründen. Der Staat übernimmt die Eintreibung von Kirchensteuer und alimentiert zusätzlich aus dem allgemeinen Staatshaushalt die Hofhaltung von Bischöfen. Öffentliche Schulen werden nach wie vor zur Abhaltung von Religionsunterricht gezwungen. Und es ist noch gar nicht lange her (2007), dass die bayerische Justizministerin Beate Merk Anstrengungen dazu unternahm, einen verschärften Blasphemieparagraphen auf den Weg zu bringen, um endlich das dringendste Problem unserer Zeit in den Griff zu bekommen: die Gotteslästerung.

Religiöse Sonderrechte sind wieder auf dem Vormarsch: Was in der profanen Welt »Pädophilie« genannt wird, heißt innerhalb von Kirchenmauern »Krisenphase bei priesterlichem Dienst«. Da passt es ins Bild, dass ein Aufklärer wie Christian Pfeiffer mit einer Strafanzeige bedroht wird. Wer endgültig die Schnauze voll hat, dem bleibt tatsächlich nur der Kirchenaustritt: die Anleitung dazu gibt es hier! 


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Sonntag, 6. Januar 2013

155 »Die Treppe der Hieroglyphen«

Teil 155 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Maya-Codices wurden als
vermeintliches Teufelswerk
verbrannt. - Foto:
Archiv W-J.Langbein
»1549, sieben Jahr nach der partiellen Unterwerfung der Maya-Bevölkerung von Yucatán, kam Pater Diego de Landa nach Mérida, der Hauptstadt des Gebietes. Er gab sich alle erdenkliche Mühe, um Glauben und Bräuche des Volkes, unter dem er lebte, auszurotten und es zum Katholizismus zu bekehren. Zu diesem Zweck bediente er sich eines Verfahrens, das er für besonders zweckmäßig hielt: in einem gewaltigen Autodafé ließ er alle Bücher der Eingeborenen verbrennen. Damit waren Geschichte, Kultur und Tradition eines Volkes vernichtet.«

So beschreibt Pierre Ivanoff (1) die generalstabsmäßig durchgeführte, verbrecherische Auslöschung des uralten kulturellen Erbes eines ganzen Volkes. Für Pater Diego de Landa waren die Codices der Mayas Teufelswerk. Also mussten sie in die Flammen riesiger Scheiterhaufen geworfen werden, so wie die vermeintlichen »Hexen«.

Die Mayacodices waren keine Bücher im klassischen Sinn, sondern Schriftrollen. Weich geschlagene Feigenrinde war von Maya-Spezialisten sorgsam mit Harz imprägniert worden. Dann hatten sie eine hauchdünne Schicht gelöschten Kalks aufgetragen und schließlich mit Glyphen in mehreren Farben bemalt. So ein Codex war in der Regel rund fünfundzwanzig Zentimeter breit und mehrere Meter lang. Und zur enthusiastischen Freude krimineller Frömmler brannten sie lichterloh.

Auch heute noch
schlummern
geheimnisvolle
Bauten im
Verborgenen.
Foto: W-J.Langbein
1839 wurden die im sprichwörtlichen »Dornröschenschlaf« schlummernden Maya-Ruinen von Copán entdeckt. Rund einhundert Jahre dauerte es dann, bis sich die ersten Archäologen an die Überreste der einst stolzen Metropole wagten. In schweißtreibender Arbeit, häufig von billigen einheimischen Arbeitskräften erledigt, musste scheinbar undurchdringliches Gestrüpp beseitigt werden. Besonders großes Interesse weckte eine gewaltige Treppe. Die Angaben zu diesem imposanten Bauwerk variieren. Mal ist von »55 Stufen« die Rede, mal sollen es 63 sein. Mal zieren angeblich 2200 Hieroglyphen, mal 2500 Hieroglyphen die erstaunlich gut erhaltene Treppe.

Einigkeit besteht darin, dass der längste erhaltene Text aus Maya-Zeiten in die steinernen Treppenstufen gemeißelt wurde. Was er nun genau beschreibt, darin scheinen sich die Maya-Experten noch nicht einig zu sein. Ursprünglich konnte man diese Mammut-Inschrift wie ein Buch lesen. Dann aber kam es, vermutlich im 16, vielleicht auch im 17. Jahrhundert, zu einem Erdbeben. Nur die ersten fünfzehn Stufen blieben weitestgehend unbeschädigt. Alle übrigen Stufen wurden ein Opfer der gewaltigen Naturkatastrophe. Wie in einer Lawine aus Stein rutschten sie nach unten. So fanden die Archäologen sie vor: als einen ungeordneten Trümmerhaufen. Was meist verschwiegen wird: Bei der Rekonstruktion der Treppe wurden die Stufen oberhalb der fünfzehnten Stufe willkürlich zusammengesetzt, so dass ein Großteil des Textes heute nicht mehr entschlüsselt werden kann.

Die mysteriöse
Hieroglyphentreppe
von Copan - Foto: HJPD
Angeblich ging es im Text nicht mehr um Mythologisches aus dem Maya-Reich, sondern um kriegerische Auseinandersetzungen. Im unteren Bereich, so versicherte mir ein Archäologe vor Ort, gehe es um Astronomisches, um den »Heiligen Kalender« der Mayas. Wird ein wissenschaftlicher Disput zwischen Maya-Priester-Astronomen erörtert? Vergessen wir nicht, dass der größte Teil der Hieroglyphen-Story durch Erdbeben zerstört wurde und wohl nicht mehr rekonstruiert werden kann!

Keinen Zweifel gibt es, was den Zweck der Hieroglyphen-Treppe anbelangt: Sie führte zur Spitze eines pyramidenartigen Tempels empor. Genauer gesagt: Einst gab es einen sehr alten Tempel, der dann – und das scheint typisch für die sakrale Bauweise der Mayas zu sein – von einem jüngeren Tempel überzogen wurde. An der Spitze des pyramidenartigen Unterbaus gab es einen kleinen Tempel, der über die Hieroglyphen-Treppe erreicht wurde.

Heute ist man sehr um die mysteriöse Treppe besorgt. Sie befindet sich in keinem besonders stabilen Zustand. So darf sie nicht mehr von neugierigen Besuchern erklommen werden. Außerdem wird sie seit Jahren durch eine dicke Plane vor Wetterunbilden geschützt. Man muss auch davon ausgehen, dass zu Zeiten der Mayas der Aufgang zum Tempel nicht für das allgemeine Volk gedacht war. Vermutlich durfte nur ein kleiner Kreis Auserwählter jemals in den Tempel hoch oben empor steigen.
Mag sein, dass auf dem Weg nach oben immer wieder inne gehalten wurde, um heilige Texte zu rezitieren. Mag sein, dass bei in die Treppe eingebauten Statuen von Göttern längst vergessene Rituale abgehalten wurden. Was geschah oben im Tempelchen auf dem Hauptbau?

Heute ist die Treppe
der Hieroglyphen
geschützt.
Foto: Peter Andersen
Mich erinnert das zyklische Weltbild der Mayas an den vielleicht ältesten Kult der Menschheit: an die »Heilige Hochzeit«. Die Anhänger der »Heiligen Hochzeit« gingen – wie die Mayas – davon aus, das die Zeit zyklisch verläuft. Die Zeremonie der »Heiligen Hochzeit« wird abgehalten, um auf »magischem« Wege zu bewirken, dass auf das Ende eines Zyklus der Anfang eines neuen folgt. Anders ausgedrückt: Auf den Winter folgt wieder ein neuer Frühling. Und der Frühling wird wieder von Sommer Herbst und Winter abgelöst. Die Natur sollte aber nicht für immer im Winter erstarrt bleiben. Ein neuer Zyklus musste ausgelöst werden.

Diesem Zweck diente das Ritual der »Heiligen Hochzeit«, wie sie im Tempel, hoch oben auf dem legendären, aber realen »Turm zu Babel« zelebriert wurde. Auch der Tempel von Babel wurde über eine steile Treppe erreicht. Geschah ähnliches in jenem Tempel, zu welchem die Hieroglyphen-Treppe führte?

Bei den Mayas gab es – dargestellt in komplexester Mythologie – eine ständige Wiederkehr des Lebens, den Abstieg ins Totenreich, die Rückkehr in die Welt der Lebenden ... den ewigen Zyklus, wie in der Welt der »Heiligen Hochzeit«. Ich wiederhole meine Frage: Diente der Tempel am Ende der Hieroglyphen-Treppe der »Heiligen Hochzeit«? Bei den Ägyptern war die Leiter, aber auch die Treppe ein Symbol der Himmelfahrt. Manfred Lurker fasst in seinem »Lexikon der Götter und Symbole der alten Ägypter« zusammen (2):

Die ägyptische
Djoser-Pyramide ...
Treppe in den Himmel ...
wie die Hieroglyphenpyramide
der Mayas
Foto:
 W-J.Langbein
»Eine frühe Darstellung zeigt Osiris als ›Gott auf dem obersten Ende einer Treppe‹, womit seine Auferstehung nach dem Tode symbolisiert wurde. Wahrscheinlich stellt die Stufenpyramide des Djoser zu Sakkara eine Treppe dar, um so dem verstorbenen König den Aufstieg in den Himmel zu erleichtern. Auch der Urhügel, mit dessen Auftauchen aus dem Urozean die Weltschöpfung einsetzt, konnte als Treppe dargestellt werden. Ein dem Toten mitgegebenes Amulett war die Nachbildung einer Treppe.« Wie sich die Bilder gleichen: Der Maya-Gott Hurakan ließ mittels Magie das Land wieder aus den Fluten der Urflut emporsteigen.

Im zyklischen Weltbild gab es die Wiedergeburt: ein Hin und Her zwischen den Welten der Lebenden wie der Toten. Maya-Gott Chilan vermittelte zwischen »Mitnal« (»Diesseits«) und »Xibalba« (»Jenseits«). Und in Copán war der Aufstieg in den »Himmel« via Hieroglyphen-Treppe eben so möglich wie der Abstieg in die »Unterwelt«. Wie so manches Mal auf meinen Reisen zu den interessantesten Orten unseres Planeten kroch ich auch in Copán in die düstere Welt unter den steinernen Stelen und Pyramiden ...

Mysteriöse Bilder eines
Maya-Codex
Foto: Archiv
Walter-Jörg Langbein
Fußnoten
1 Ivanoff, Pierre: »Monumente großer Kulturen/ Maya«, Luxemburg 1974, S.88 oben
2 Lurker, Manfred: »Lexikon der Götter und Symbole der alten Ägypter«, erweiterte Neuausgabe München 1987, S. 214

»Abstieg in die Unterwelt«,
Teil 156 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 13.01.2013


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