Freitag, 21. Juni 2013

Gustl Mollath: Seit über sieben Jahren an Schikanen gewöhnt – die Freitagskolumne von Ursula Prem

In dieser Woche schockierte die Meldung, dass der noch immer gegen seinen Willen in der Psychiatrie festgehaltene Gustl Mollath vom Oberarzt des BKH Bayreuth Dr. Zappe mit einer gefälschten Entlassungsanordnung konfrontiert worden war. Die Hoffnung, sein Albtraum könnte endlich ein Ende haben, währte nur kurze 30 Minuten lang [»Ein Buch lesen!« berichtete]. Die Antwort Gustl Mollaths auf die Frage, wie er eine derartige Ungeheuerlichkeit verkrafte, erstaunt und entsetzt:

»Ich bin Schikanen nun seit über sieben Jahren gewöhnt, weshalb nicht mal mein Puls sich mehr beschleunigt, wenn ich mit Derartigem konfrontiert werde.«


Erst seit einigen Monaten besteht für Mollath die Möglichkeit, derartige Geschehnisse innerhalb weniger Stunden einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und auf diese Weise Außenstehende für die Vorgänge in den »weißen Gefängnissen« zu sensibilisieren. Eine Ahnung davon, was Mollath in der langen Zeit seiner Haft durchmachen musste, gibt sein umfangreicher Schriftwechsel. Hiervon liegen mir etliche Dokumente auch älteren Datums vor. In dem Material finden sich erschütternde Zeugnisse darüber, wie Mollath über lange Zeiträume hinweg sogar die selbstverständlichsten Rechte vorenthalten wurden.


In einem Brief vom 27. August 2010 heißt es:

»Nun ist es mir endlich gelungen, meine Sehschwäche, die ich seit 2006 (Beginn meiner Haft) feststellte, beim Augenoptiker feststellen lassen zu dürfen. Auch andere Arztkonsultationen, die leider seit Jahren überfällig sind, könnte ich endlich, gegen den Widerstand der BKH Ärzte [...] genehmigt bekommen. [...]
 Vor meiner Ausführung gestern kam »Pfleger« P. zu mir und meinte, Dr. Zappe, der Oberarzt und stellvertretende Chefarzt, habe angeordnet, dass ich gegenüber Außenstehenden bei der Ausführung nichts über Zu- und Umstände oder über Ärzte und Personal erzählen darf! Bei Zuwiderhandlung habe er angewiesen, dass die Ausführung sonst sofort abgebrochen werde!«

Briefausschnitt von Gustl Mollath, 27. August 2010

Weiter führt Mollath aus, er sei am Vortag um 9:40 Uhr in Begleitung eines SD-Mannes zu einem Bayreuther Augenoptiker gegangen, wo er nett und höflich begrüßt worden sei und eine Mitarbeiterin seine Sehkraft untersucht habe. Kurz darauf begannen die Mechanismen der Entmenschlichung erneut zu greifen:

»Als klar war, dass ich ein BKH-Insasse bin, sprach sie nur noch mit dem BKH-Angestellten H.«


Jahrelanger Kampf um eine Zahnbehandlung


Ein weiterer Brief vom 19. Oktober desselben Jahres bezieht sich erneut auf ganz alltägliche medizinische Probleme. Auszüge:

»[...] Gegen großen Widerstand der Ärzte des BKH habe ich endlich einige Arztbesuche geschafft.« 
Im Folgenden führt Mollath aus, dass ihm endlich auch ein Augenarztbesuch ermöglicht worden sei, nachdem der Optiker schon im August die Notwendigkeit einer Lesehilfe festgestellt hatte. Auch die behandelnde Augenärztin scheint eher über als mit Mollath gesprochen zu haben, denn er führt aus:

»Erklärungen gab sie gar nicht! Unterlagen gab es nur für den Sicherheitsmann des BKH, der dabei war.«

Briefausschnitt von Gustl Mollath, 19. Oktober 2010


Erst Wochen später, so Mollath, habe er nach langem »Nachbohren« die Diagnose der Augenärztin in Erfahrung bringen können. Und auch zahnmedizinische Probleme scheinen lange verschleppt worden zu sein:

»Seit 2006 hatte ich immer wieder starke Zahnschmerzen. Jetzt konnte ich mich [...] von dem halb abgefaulten Weisheitszahn befreien lassen. Um weitere nötige Zahnbehandlung kämpfe ich noch.«


Dauerthema Schlafentzug


Am 15. Februar 2012 berichtet Mollath brieflich über die von ihm zu erduldenden Haftbedingungen, von denen ihn besonders der nächtliche Schlafentzug durch Zimmerkontrollen belaste [»Ein Buch lesen!« berichtete]. Drei Mal pro Nacht, um etwa 1:00, 3:00 und 5:00 Uhr, erfolge ein Eindringen des Personals in Mollaths Zimmer, teilweise bis ans Bett herantretend, jegliche Privatsphäre sowie das Recht auf ungestörten Schlaf missachtend. Mollath:

»Relevant ist, dass ich mehrfach dadurch bis zum Wachsein geweckt werde und immer in meinem Schlafzyklus gestört bin.«


Die Leiden von Mitgefangenen


Albtraumhaft auch Mollaths Schilderungen über die Leiden von Mitgefangenen wie Herrn B., der panische Angst habe, nie wieder herauszukommen:

»Dazu hat er ein Gesicht wie „Der Schrei“ von Edvard Munch, aber in Kreidebleich und noch viel grauenhafter. Herr B. sagt: „Wenn ich hier nicht bald rauskomme, hoffe ich, dass der liebe Gott mich bald holt.“ So „begeistert“ ist Herr B. über Personal und Haltung.«

Briefausschnitt von Gustl Mollath, 15. Februar 2012


Dass der Anlass für die Auslieferung eines Menschen an das Psychiatriesystem nicht unbedingt groß sein muss, legt Mollaths Bericht über einen anderen Mitgefangenen nahe, der »wegen Alkohol und kleiner Haftstrafe« nach § 64 verurteilt worden und nach schneller Therapie bereits wieder entlassen worden war. Bald darauf soll er erneut verhaftet worden sein, da seine Ex-Frau behauptet habe, anonym von ihm angerufen worden zu sein. Hierauf sei seine Bewährung widerrufen und ein Haftbefehl ausgestellt worden. Mollath schrieb:

»Kreidebleich und desorientiert traf ich ihn vor 3,5 Wochen im Hofgang. Er verstand die Welt nicht mehr.«


Ein weiterer in Mollaths Brief beschriebener Fall ist der des Herrn W., der vor einem Richter geäußert haben soll:

»Jeder andere wäre schon Amok gelaufen, bei dem, was mir passiert

Aufgrund dieser Äußerung soll ohne Gerichtsverhandlung ein Beschluss zur Einweisung des Herrn W. in die Psychiatrie erfolgt sein.


Es ist die beängstigende Erkenntnis nicht nur aus Mollaths eigenem Fall, dass reine Behauptungen offensichtlich genügen, einen Menschen unbestimmt lange in der Psychiatrie zu verräumen. Wem der Stempel des Wahnsinnigen erst einmal aufgedrückt wurde, der trägt ihn wie ein unsichtbares Schandmal, welches dafür sorgt, dass die Gesellschaft ihn dauerhaft ausspeit. Sogar scheinbare Selbstverständlichkeiten wie die Notwendigkeit, ein Urteil auf zweifelsfreie Beweise zu gründen, sind dann plötzlich obsolet. Mollath, der viele Jahre lang an viele Menschen zu diesem Thema geschrieben hat, führt weiter aus:

»Menschen, die nicht zuhören wollen. Menschen, die nicht verstehen, aber missverstehen. Mitgefangene Kinder/Jugendliche, die seit dem Kindergarten behandelt werden, bis sie nach Jahren endlich straffällig sind und in der Falle der Forensik landen.«

In der Folge nennt er die Namen dreier Jugendlicher, »teils seit dem Kindergarten in ärztlichen Händen!«, die er auf der Station FP6 kennengelernt habe. Das Alter des Jüngsten von ihnen gibt er mit 14 Jahren an.


Auf welch skandalöse Weise die Aufzucht von aussichtsreichem Nachwuchs für Psychiatrie und Forensik funktioniert, hat kürzlich übrigens ein überaus lesenswerter Artikel der taz detailliert enthüllt, den ich deshalb als ausdrückliche Leseempfehlung an den Schluss dieses Beitrags stellen möchte.


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Gerhard Strate
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Kommentare:

  1. Wirklich erschreckend ist die nicht existente Kontrolle der Kliniken. Die Aufsicht führen sie selbst und die "unabhängige" Besuchskomission in Bayern setzt sich zusammen aus

    1.
    einem Beamten mit der Befähigung zum Richteramt oder zum höheren Verwaltungsdienst, der die Geschäfte der Kommission führt,
    2.
    einem Arzt für Nervenheilkunde oder Psychiatrie, der auch Medizinalbeamter sein kann,
    3.
    einem Richter, der mit Unterbringungssachen befasst ist oder befasst war und
    4.
    einem in der Betreuung psychisch Kranker erfahrenen Sozialarbeiter.
    http://www.gesetze-bayern.de/jportal/portal/page/bsbayprod.psml?showdoccase=1&doc.id=jlr-UbrgGBY1992rahmen&doc.part=X

    Ein lesenswerter Artikel zum Thema Forensik:
    http://www.nzz.ch/aktuell/zuerich/stadt_region/vollkasko-mentalitaet-im-strafrecht-1.18100098

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  2. Solche Schikanen sind Alltag in der Psychiatrie (und das nicht nur in der Forensik).

    Ich war schon mehrmals in der Psychiatrie untergebracht und kann daher bestätigen, dass nächtliche Zimmerkontrollen durchaus üblich sind. In der Klinik, in der ich zuletzt war, wird das in zweistündigem Abstand durchgeführt. Manche Pfleger führen dabei sogar eine Taschenlampe mit, mit der sie den Patienten ins Gesicht leuchten.

    Aber das ist noch gar nichts im Gegensatz zu den anderen Sachen, die dort ablaufen. Zwangsbehandlungen sind in der Akutpsychiatrie ebenfalls an der Tagesordnung.

    Das Bett fixierter Patienten wird 30 cm von der Wand weggeschoben, damit sie nicht mehr auf den Rufknopf drücken können, mit dem man das Pflegepersonal rufen kann.

    Rund um die Uhr werden die Patientenzimmer kameraüberwacht. Keine Privatsphäre.

    Nicht selten sind die Stationen so überfüllt, dass Neuzugänge auf dem Flur übernachten müssen.

    Besonders belastend ist der chronische Mangel an Pflegekräften. Die schrecken auch nicht davor zurück, "nervige" (aber harmlose) Patienten mit Fixierung zu drohen, wenn sie nicht Ruhe geben. Kommt alles vor. Täglich. In deutschen Psychiatrien.

    M. S.

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  3. Es fällt angesichts solch einer "Gefangenen"- Behandlung nicht leicht die Hoffnung zu unterdrücken, dass sich Jemand, der nichts mehr zu verlieren hat, um die Verantwortlichen kümmert und das Leid von Gustl Mollath auf diese Menschen überträgt, damit diese Menschen sich einmal persönlich mit dem Thema Schmerzen und Hilflosigkeit befassen können!

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    1. @Anonym
      So sehr ich Ihre Gefühle verstehe, ist Ihr spontaner Reflex verkehrt!

      Wir brauchen einen wirksamen, ganz konkreten, effektiven Schutz der Menschenrechte, der seinen Namen verdient. Dazu muss man die Wurzel der Inhumanität ausgraben, aus der solche Strukturen immer wieder nachwachsen.

      Mir leuchtet die Symbolik der weißen Rose (neulich nach dem Untersuchungsausschuss) sehr gut ein: Betroffenheits- und Gedenk-Gesülze Jahrzehnte später ist wohlfeil. Wir brauchen die Rückkehr zur Humanität hier und heute. - Und daran wird einmal gemessen werden, was unsere Lebenszeit wert war.
      A.B.

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    2. Das ist kein Reflex.
      Das ist die Konsequenz.
      Auge um Auge. Zahn um Zahn. Inhumanität für Inhumane.
      Es ist zu milde für diese Zeitgenossen die Todesstrafe einzuführen.
      Nur Deportation in Heilanstalten ohne Krankheitsgrund, ohne Richteranhörung, mit härtester Zwangsmedikamentation, mit Zwangsfixierung und andere willkürliche Maßnahmen würden die agierenden Kreaturen zur Vernunft bringen.

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  4. Liebe U.P.,
    meines Wissens hat Volker Beck den "Fall Mollath" in den Menschenrechtsausschuss des Bundestages eingebracht. Ich würde mir wünschen, dass Ihr heutiger Beitrag dann für jeden dort ausgedruckt auf dem Tisch liegt. - Damit keiner sagen kann, er habe es nicht gewusst.
    Herzliche Grüße
    A.B.

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    1. Und die Menschen werden immer sagen, sie hätten nichts gewusst. Unsere Befreier haben 1945 Menschen der nahen Gemeinden und Städte durch KZs geführt, sie mit der Nase darauf gestoßen. Na und - ? Dahinter steckte, sie verantwortlich machen zu wollen; wer fühlte sich danach verantwortlich?

      Nein, umgekehrt wird ein Schuh draus: Unwissenheit schützt nicht vor Strafe, erst recht nicht die Herrschenden und die politisch Verantwortlichen.

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    2. Schön für den Wahlkampf.
      Jeder weiß genau was passiert.
      Politiker, Bundestag und alle anderen Täter sowieso.
      Nicht reden. HANDELN.

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  5. Volvo und Anonym (21.6.-19.21) sagen die Wahrheit.
    Man wird als Irrer stigmatisiert, wenn man einmal in der Irrenanstalt/Klappse/Psychiatrie deportiert wurde. Gelebte NS-Psychiatrie mit weniger Todesopfern. Einige Insassen werden nach Entlassung mit teueren Psychopharmaka stillgelegt, was jeder an deren Zeitlupenartigen Bewegungsabläufen erkennen kann. Andere kommen glimpflich davon. Die Angst bleibt.
    Jeden kann es willkürlich treffen, wenn man an bitterböse Leute gerät. Das reicht von Freunde/Partner bis zu Ärzten. Ohne Krankheitsbild wird man krank gemacht. Die Gesetze ermöglichen es. Der Staat hat vor kurzem dieses System erstmals nach 1945 relegalisiert. Alle bisherigen Opfer bekommen keine Entschädigung. Selbst Entschuldigungen werden nicht ausgesprochen. Selbst die Polizei hat keine Handlungsbefugnisse in Kliniken.
    "Unabhängige" Besuchskommissionen sind Teil dieses menschenverachtenden Systems. Die befürworten und begründen auch, jemanden seit über 35 Jahren wegzusperren. Derjenige wird bis jetzt alle Wochen mit Haidol abespritzt. Das ist bis jetzt in diesem Moment die Wirklichkeit. Selbst Mord ist humaner und Mörder werden geringer bestraft.
    Ein Komplott aus Staat, Pharmaindustrie und Zeitgenossen vernknüpft mit brauner Ideologie.

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    1. Die Mafia ist humaner, die bringt die unbequemen Leute gleich um. Es ist grausam der Willkuer des Personals ausgesetzt zu sein .Verlust saemtlicher Menschenrechte. Deutschland soll erst einmal im eigenen Land die Menschenrechte wahren bevor es heuchlerisch fuer andere Laender kaempft.

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  6. Gerhard Dörner22. Juni 2013 um 12:58

    Die entsetzlichen, menschenverachtenden Verhältnisse in den Psychiatrien, speziell den Forensischen Psychiatrien wird hoffentlich das große Thema der nächsten Monate sein. Gustl wird da eine wesentliche und glaubwürdige Person sein. Da bin ich mir sicher. Ich bin in den bald 7 Jahren , in denen ich das Schicksal Gustls begleite zu der schrecklichen Erkenntnis gekommen, dass das System Psychiatriesierung und Kriminalisierung poltisch gewollt ist. Ich wäre glücklich, wenn mich hochrangige Politiker vom Gegenteil überzeugen könnten.
    Aber das wird nicht der Fall sein. Ich hoffe, dass der Fall Mollath,der Fall Ulvi und weitere Fälle tiefgreifend Veränderungen in der StPO bewirken. Auch die Verfahrensweise bei der Begutachtung schreit nach Erneuerung.
    Die konzertierten Aktionen zwischen Kapital, Justiz, Polizei und Psychiatrie
    müssen schnellstens der Vergangenheit angehören.

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    1. Ich hoffe, der Herr vernimmt Ihre frommen Worte und wirft Hirn.
      Was bleibt von diesem System, wenn Ihre Wünsche erfüllt sind?

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    2. Vielleicht ist das ja der Grund für die Aktion Umzugskartons: Die Herrschaften ahnen schon, dass die Öffentlichkeit eine endlos lange, detaillierte Liste aller ihrer Schikanen, Lügen und Gemeinheiten erfahren wird.
      A.B.

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    3. Herr Dörner, hier ein Link http://blog.nassrasur.com/2013-06-24/fiktiver-freispruch-eine-buergerrechtliche-these/ evtl. für Sie als Unterstützer der Ersten Stunden von Interesse

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  7. Seit Jahren erlebe ich es immer wieder, dass ich selbst von kritisch eingestellten Menschen nicht ernst genommen werde, wenn ich behaupte, dass Staat und Gesellschaft von Satanisten beherrscht würden.

    Na ja, das ist auch viel unwahrscheinlicher als eine Jungfrauengeburt, ein Jesus, der über Wasser laufen, Tote erwecken und nach einem Kreuzigungstod wieder auferstehen konnte.

    Ich warte auf den Tag, an dem die Schuppen von den Augen fallen. Denn: Solange nicht wirklich verstanden wird, was hinter dem ganzen Irrsinn und all den Perversitäten steckt, liegt die Chance, bedeutsame Änderungen zu erreichen, bei absolut null.

    Winfried Sobottka, http://united-anarchists.de

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  8. Voraussichtlicher Tenor der Stellungnahme von Schwester Ratched in Karlsruhe:

    "Aber Entschuldigung, das ist doch eine formale Frage. Ich liebe doch. Ich setze mich dafür ein. Ich liebe doch alle, alle Menschen!"

    [Landesweite Heiterkeit und tosender Applaus, einzelne Zwischenrufe von rechts: "Genau, unser Menschenbild!"]

    [Zwischenruf des Abg. Schindler: "Dann liebe ich auch!"]

    [Weitere Zwischenrufe: "Und ich erst."]

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  9. (Sorry, die "Ich liebe doch alle" Satire war vielleicht etwas zu albern. Gewissermaßen Vorfreude halt, aber leider noch verfrüht. Ich ziehe sie zurück, weil sie von der Hauptsache ablenkt.)

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  10. Liebe @Dian,
    mein Computer muckt leider grade, deshalb krieg ich's nicht an der richtigen Stelle eingefügt, aber Du wirst den Bezug verstehen.

    Ich habe über all diese Dinge mehr als mein halbes Leben zergrübelt.

    Wer das Wesen des Nationalsozialismus wirklich verstehen will, muss wissen, dass dies ein Blutrausch der Rache war für den winzigen historischen Wimpernschlag, als dort in Bayern einmal der Geist zu Hause war (Kurt Eisner, Ernst Toller und Erich Mühsam).
    Sie haben die ganze Welt in Brand gesteckt, zogen aus, den größten Völkermord der Weltgeschichte zu begehen und sind noch längst nicht fertig.
    A.B.

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    Antworten
    1. Danke A.B., ich musste länger über Ihre Worte nachdenken.

      Das Wesen des Nationalsozialismus, - des Faschismus - dürfte deutlich mehr als Rache sein; da sind ökonomische Ursachen, die das Primat haben, und politische, die für die jeweilige Ausprägung sorgen. Ich kann es nicht ermessen, inwieweit Rache mit prägend für den deutschen Faschismus war.

      Faschistische Grundhaltungen psychologischer Natur werden besonders im Elternhaus, durch Erziehung oder den Mangel an Liebe und Geborgenheit geprägt. Diese Einstellungen führen wahrscheinlich auch zu einer Rachsucht für erlittene Peinigungen u.ä..

      Bitte überbewerten Sie diese Gefühls- u. Geisteshaltungen nicht sondern betrachten Sie vor allem die ökonomischen Grundlagen!

      Sehen Sie mir bitte die späte Antwort nach!
      Dian

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    2. Richtig, das alles kommt hinzu, also:
      Zustimmung, Dank & Grüße.
      A.B.

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  11. Es steht bspw. auch fest, dass der sog. "Widerstandskämpfer" Wilhelm Canaris der tatsächliche Kopf der Mörder Rosa Luxemburgs war. Wie er es als Marinerichter dann gefingert hat, dass die Tatausführenden rechtzeitig davonkamen (Organisation Consul + detaillierte Fluchthilfe), ist dank Heinrich Hannover bestens dokumentiert und nachlesbar in einem Insel-Taschenbuch über den Prozess. (Soviel zum Thema Vergangenheitsbewältigung.)

    Wir hatten für all die Verlogenheiten, mit denen man uns kam, in meiner Jugend ein Stichwort: "Rosen für den Staatsanwalt" (guter Film übrigens, unbedingt ansehen!)

    Ein Herr Otto B. (Lokalgröße der Nürnberger Prozesse neuer Zeitrechnung), ist dagegen (fast) noch ein Waisenknabe...
    A.B.

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  12. Falls es aber der christlichen Partei in Bayern eine Beschwer sein sollte, dass Gregor Gysi und andere dorthin pilgern, kann ich sie beruhigen. Dort ist nichts. Die Nazis haben die Gräber verwüstet.
    A.B.

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