Montag, 17. Juni 2013

Eilmeldung: Gustl Mollath – gefälschte Entlassungsanordnung

Heute um etwa 10:30 Uhr erreichte mich ein Anruf Gustl Mollaths aus dem BKH Bayreuth. Dieser berichtete, dass heute um genau 8:58 Uhr Oberarzt Dr. Michael Zappe in Begleitung des stellvertretenden Stationsleiters bei ihm erschienen sei. Die Herren verwiesen auf ein Papier, das wie eine gerichtliche Anordnung aussah, welche angeblich aus Regensburg gekommen sei und die Anordnung der sofortigen Entlassung Herrn Mollaths zum Inhalt hatte.

Wie man Herrn Mollath gegenüber zugab, hatte man die Echtheit des Schreibens nicht überprüft. Herr Mollath wählte deshalb die Nummer der Kanzlei seines Anwalts Gerhard Strate, erhielt jedoch vom hausinternen Telefonsystem die Ansage, er könne nicht mit dem Teilnehmer verbunden werden. Deshalb versuchte er, einen Anruf an die Handynummer seines Freundes Edward Braun abzusetzen, erhielt jedoch dieselbe Durchsage. So war es ihm vorerst unmöglich, die Außenwelt anzurufen, um die Mitteilung zu verifizieren.


30 Minuten lang die Freiheit vor Augen


Erst um 9:30 Uhr gelang ein Anruf in der Kanzlei Gerhard Strates, dessen Mitarbeiterin mitteilte, dass keine Meldung über die Entlassungsanordnung vorliege. Dr. Zappe, der sich inzwischen in Regensburg rückversichert hatte, teilte Mollath im Anschluss mit, der Beschluss sei eine Fälschung.

Aus der Kanzlei Strate ist hierzu Folgendes zu erfahren:

»Herr Mollath und seine Verteidigung streben seine Freilassung und Rehabilitierung nur mit rechtsstaatlichen Mitteln an, dies verbunden mit einem Höchstmaß an Transparenz der für die Freilassung sprechenden Argumente. Gleiches gilt für die Mollath unterstützende Öffentlichkeit. Die heute erfolgte Übersendung einer gefälschten Entlassungsanordnung an die Klinik in Bayreuth ist demgegenüber die kriminelle Aktion eines Agent provocateur, für den die Freiheit Mollaths einen bösen Scherz bedeutet. Die seelische Verfassung Mollaths scheint dieser Person völlig gleichgültig zu sein.«


Hierzu meine ich:
Die derart unsensible Vorgehensweise des BKH, Herrn Mollath mit der völlig ungeprüften Meldung, die noch dazu nachts (!) per Fax im BKH eingegangen sein soll, zu konfrontieren, stellt eine eigene Form der seelischen Misshandlung dar, die jeder Beschreibung spottet. Immer wieder aufs Neue ist Herrn Mollaths ausgeglichene Gemütsverfassung nur zu bewundern, die ihn derartige Vorgänge nunmehr im achten Jahr ertragen lässt.

Bericht: Ursula Prem
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Kommentare:

  1. Zitat:
    "Hierzu meine ich:
    Die derart unsensible Vorgehensweise des BKH, Herrn Mollath mit der völlig ungeprüften Meldung, die noch dazu nachts (!) per Fax im BKH eingegangen sein soll, zu konfrontieren, stellt eine eigene Form der seelischen Misshandlung dar, die jeder Beschreibung spottet. Immer wieder aufs Neue ist Herrn Mollaths ausgeglichene Gemütsverfassung nur zu bewundern, die ihn derartige Vorgänge nunmehr im achten Jahr ertragen lässt."

    Ja, es sieht nach Psychofolter aus. Ihnen, Ursula Prem, ist dafür zu danken, dass Sie die Unmenschlichkeit der Psychiatrie im Fall Mollath zu einem Thema machen, das ihrer Bedeutung entspricht, das tun leider nur sehr wenige. Ich selbst sehe die Zwangspsychiatrie längst als die funktionale Nachfolgerin der SS-Schutzhaft an, und wenn Eugen Kogon ("Der SS-Staat"), langjähriger Häftling im KZ-Buchenwald, betreffend gezielter Zerstörung von Häftlings-Persönlichkeiten schreibt, so findet man dafür in der heutigen Psychiatrie und ihrem justiziellen Umfeld auch Beispiele:

    - Unnötiger Gebrauch von Ketten, um zu zeigen: "Er / sie ist eine unkalkulierbare Bestie!"

    - Unnötige Zwangsisolation.

    - Unnötige Reizreduzierung (Mollath durfte in Straubing nicht einmal das GG lesen! Einzelhaft in reizarmem Raum, ohne jede Beschäftigungsmöglichkeit - das ist Folter, wenn auch noch nicht so ausgeprägt wie in Guantanamo).

    Last not least die Zerstörung von Geist, Persönlichkeit und Gesundheit durch Nervengifte (Neuroleptika)!

    1992 erlebte ich es im Zuge einer rechtswidrigen Zwangseinweisung, dass alle "Patienten" der Station das selbe Neuroleptikum erhielten - dreimal täglich, per Pinchen auf einem Servierwagen angerollt. Ich verweigerte die Einnahme - aber sollte für alle anderen "Patienten" ein und die selbe Medikation medizinisch indiziert gewesen sein? Wohl kaum - es war eindeutig von einem "Ruhigstellen" im Gießkannenverfahren auszugehen!

    Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka, http://united-anarchists.de

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    1. Ach Herr Sobottka,

      nicht aufregen und schimpfen, sie sind doch der lebende Beweis dafür, das es auch anders geht und forensische Psychatrien nahezu überflüssig sind.

      Ich freue mich für Sie, dass Sie in NRW leben und nicht in Bayern.

      Das ist absolut aufrichtig gemeint, obwohl ich ganz persönlich schon das zweifelhafte "Vergnügen" hatte, einen ihrer Mordaufrufe zur Polizei zu tragen

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    2. Dann gehören Sie sicherlich zu denen, die im Auftrage des Staatsschutzes erst Brigitte Mohnhaupt in abartiger Weise durch den Dreck zogen, in einem Forum, das anegblich ihrer Eingliederung dienen sollte und von einem Gewohnheitskrimnellen betrieben wurde, der trotz über 50 Vorstrafen noch keinen einzigen Tag saß ( http://www.bodensee-woche.de/anklage-gegen-deutschen-kronzeugen-im-fall-kampusch-171109-8164/ ).

      Jedenfalls gehören Sie zu denjenigen, die mich seit Jahren anonym auftretend rufmorden - weil ich die Wahrheit im Mordfall Nadine Ostrowski verbreite (Googlebegriff).

      Nun, wer in Wahrheit irre ist, Mädchenmörder und ihre Helfer, oder ich - darüber können sich längst viele ein solides Urteil bilden.

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  2. Liebe Frau Prem,

    wie perfide von diesen sogenannten Ärzten, vielleicht auch sadistisch, zynisch allemal. Wahrscheinlich fertigt man gerade einen Bericht darüber an, in welcher Weise "der Patient" die Mitteilung aufgenommen hat. Ganz sicher in einer Art, welche sämtlich ihm angedichteten Diagnosen bestätigt und rechtfertigt. Was für ein psychiatrisches Gesindel!Ich bin sicherer denn je, dass Gustl Mollaths Entlassung nahe bevorsteht.

    Beste Grüße
    GP

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  3. Wenn bei jedem dieser vielen kritischen Zwangspsychiatrisierungen die Presse (NUR EINE Medienanstalt, die SZ) langfristige Kampagnen starten muss, damit sich justiztechnisch was tut, ... dann sind nur solche Aktionen noch erfolgreich, Dissidenten aus den kapitalfaschistischen Fängen zu befreien. Ist die letzte Möglichkeit vor Art. 20 Abs.4 .

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    1. Pseudorevolutionäre Politclownerie. Pfui Deibel!!!

      Plonk!

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  4. Wie blöd oder wie gemein muss man sein, um so etwas zu versenden. Dass die Ärzte in Bayreuth nicht von besonderer Intelligenz zu sein scheinen und so ein Dokument Herrn Mollath UNGEPRÜFT vorlegen, das ist die eine Sache. Quälereien scheinen in der Landesklinik an der Tagesordnung zu sein.
    Zitat: Im Glauben an die Echtheit des Schreibens habe er Mollath am Montagmorgen eröffnet, er sei ab sofort frei, räumte der stellvertretende Leiter der Forensischen Klinik Bayreuth, Michael Zappe,Da ihm jedoch einige Passagen in dem Fax „ungewöhnlich“ erschienen, habe er sich telefonisch beim Landgericht Regensburg rückversichert. „Dort hat man mir dann mitgeteilt, dass der Gerichtsbeschluss eine Fälschung ist“, sagte Zappe.
    Er habe daraufhin Mollath mitteilen müssen, dass er vorerst weiter in der Klinik bleiben müsse.
    http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.fall-gustl-mollath-gefaelschter-gerichtsbeschluss-fuehrt-beinahe-zu-mollath-entlassung.d1a1d8a8-c36e-412c-863f-2ef74875b94f.html
    Wie wäre es mit einer “Gutachterlichen” Überprüfung des Herrn Dr. Michael Zappe?
    Aber auch der/die Person(en) , welche das Papier versendet hat(haben), ist (sind) von einer impertinenten, perfiden Bosheit!

    Wurde schon Anzeige erstattet, schliesslich kann man ja heute Faxpapiere zuordnen und die Absender-ID problemlos eruieren? Ermittelt die Staatsgewalt schon daran?

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  5. So, das war von den "Ärzten" jetzt einer zuviel. Definitiv ein ärztlicher Kunstfehler, mit hoffentlich (nicht nur!) standesrechtlichen Konsequenzen. - Die Menschenrechtsbeauftragte der bayr Ärztekammer sollte sofort informiert werden.
    A.B.

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  6. Das würde genau so nichts bringen wie die Anzeige gegen Dr. Michael Zappe....
    http://psychophysischer-terror.com/foltermethoden/psychiatrisierung/strafantrag-gegen-drmedmzappe.html

    Saludos Amigos!

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    1. Sag ich Re!
      Das glaub ich nicht. Hier ist die Sachlage sowas von glasklar und schnörkellos.
      A.B.

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    2. Daß meine Anzeige gegen Dr. Zappe nichts bringe, ist nicht erwiesen. Ein Einstellungsbescheid liegt nicht vor.

      Was hier geschildert wurde, spricht aber nicht unbedingt für strafbares Verhalten (auch) des Herrn Zappe, der schlicht getäuscht gewesen sein könnte.
      Anzuzeigen wäre hier zunächst doch eher die Urkundenfälschung und der Gebrauch durch jemanden, der offenbar von Regensburg aus - nachts - das gefälschte Dokument verschickt hat.
      Wurde denn eine Strafanzeige erstattet?

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  7. Ach, wäre ich ein Oberarzt in dieser Klinik würde ich sagen, wir hätten eine therapeutisch indizierte Belastungserprobung während der Visite durchgeführt mit dem Ergebnis, dass der Pat. nach wie vor u.a. unter wahnhaftem und damit patholgischem Misstrauen selbst in seine Ärzte und in die Integrität staatlicher Institutionen (Landgericht) leidet. Er hatte heute morgen eine faire Chance, seine Gesundheit zu beweisen, war dazu, krankheitsbedingt, aber nicht in der Lage. Das Ergebnis der Belastungserprobung hat es bewiesen. Von dem Pat. geht auf Grund solchen Wahnerlebens weiter Gefahr aus. Auch gefährdet er sich selbst. Wir müssen ihn erst heilen.

    Beste Grüße
    GP

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    Antworten
    1. Ich kann mir eventuell vorstellen, dass man sich erhofft hat, Herr Mollath würde mit dem Schreiben die Klinik verlassen, um dann später von der Polizei aufgegriffen zu werden. Aber wer weiss.

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  8. Diese perfide "Nummer" hätte vor Jahren auch von einem gewissen Gerhard Sch. vom "roten Lager" kommen können:

    http://tinyurl.com/mjg3otf

    SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte bereits im April 2011 kundgetan, dass er keinen Deut anders/besser ist, als "die Schwarzen" in Bayern.

    http://www.youtube.com/watch?v=JR-9P9FeW5Q

    Er kooperiert ja sogar mit den Schwarzen...bei solchen Themen...wie dieses obige Video belegt...

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    1. Sehr geehrter Herr Hoffmann,
      hatten Sie Herrn Gabriel schon einmal öffentlich (z.B. via Abgerordnetenwatch.de) mit der Tatsache konfrontiert, daß er hier (http://www.youtube.com/watch?v=JR-9P9FeW5Q ab min. 1:15) eine kriminelle Vorgehensweise propagiert und womöglich praktiziert hat, welche das Ausstellen eines ärztlichen Gefälligkeitsattests ebenso vorsieht wie Akten-/ Urkundenunterdrückung?


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  9. Nein, Herr Postel, das würden Sie nicht. Sie sind nicht so kaltschnäuzig, wie Sie sich hier geben.

    Viel eher hoffte ich darauf, Sie würden Ihre zweifellos vorhandenen, psychiatrischen Talente benutzen, um viel nötigere Psychogramme, bestenfalls Gutachten zu fertigen, nach Aktenlage: Dr. Leipziger, Dr. Merk & Haderthauer u.v.a.m. - Da werden Sie geholfen!

    Zum Schmunzeln: http://img.scoop.it/fzsJ9e9E6BWbxQpG7qS9-zl72eJkfbmt4t8yenImKBVaiQDB_Rd1H6kmuBWtceBJ

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    Antworten
    1. Zitat: »Viel eher hoffte ich darauf, Sie würden Ihre zweifellos vorhandenen, psychiatrischen Talente benutzen, um viel nötigere Psychogramme, bestenfalls Gutachten zu fertigen, nach Aktenlage: Dr. Leipziger, Dr. Merk & Haderthauer u.v.a.m. - Da werden Sie geholfen!« Zitatende

      Oh jaaa, bitte bitte! :-)
      Dafür würde ich sogar ein handsigniertes »nimm es nicht persönlich« springen lassen :-)

      Zitat Merkur-online: »Wie ein Justizsprecher am Montag mitteilte, hat der Nürnberger Generalstaatsanwalt Hasso Nerlich die Klinik bereits am Samstagfrüh vor dem gefälschten Gerichtsbeschluss gewarnt. „Herr Nerlich hat der Klinik am Samstag um 9 Uhr mitgeteilt, dass mit einem gefälschten Fax zu rechnen ist“, berichtete ein Nürnberger Gerichtssprecher.« Zitatende
      http://www.merkur-online.de/aktuelles/bayern/gefaelschter-gerichtsbeschluss-mollath-fast-entlassen-lby-2959708.html

      Und sie wussten genau, was sie taten! Vermutlich wurde von den »Verantwortlichen« versucht, »Unser Gustl« in eine Paradoxe Situation zu bringen, die wiederum den Einsatz von Zwangsmaßnahmen gerechtfertigt hätte. Versuch macht klug! Wer weiß, was die sich noch überlegen!

      Liebe Grüße

      Sylvia B.

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    2. Also irgendjemand "spinnt: Der Generalstaatsanwalt, der sagt er hat gewarnt, oder die Klinikärzte, die angeblich von nichts gewusst haben! Mit wem hat Nerlich kommuniziert? Mit der Putzfrau?

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    3. Wohl eher sprach Nerlich mit Herrn Mollath - nobody knows the trouble I've seen! Hier das Original:

      https://www.youtube.com/watch?v=SVKKRzemX_w

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  10. Nochmal
    "primum non nocere"

    Die Elemente:
    - BKH (= Bezirks-KRANKENHAUS!)
    - Entlassungsgespräch = ärztliches Handeln
    - Lege artis (best practice) = Qualitätsstandards
    (Einhaltung?, Aufsicht!)

    Die "Ärzte" verschanzen sich hinter einem "Als ob":
    - "schützende Umgebung" für "Patient" Mollath
    - strikte Regeln
    (Die "fürsorgliche" Untersuchung nach Rückkehr Mollaths vom UA schon vergessen?)

    Ich verstehe schon, dass hier ein Denkfehler nahe liegt, wenn man den "Ärzten" das schenkt. Ihre Ärztefassade ist Anmassung und Heuchelei (jeder weiß es). Aber nicht gratis. Warum sollten wir ihnen das schenken???
    Hier war ein Scharlatan am Werk: mögliche Dekompensation, Suizidgefährdung etc. pp.

    Es geht nicht um juristische Protestlyrik à la 20(4) GG.
    Ich wiederhole: glasklar ÄRZTLICHER KUNSTFEHLER.
    A.B.

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    Antworten
    1. PS:
      Aha, mit der offensichtlich velogenen SPON-Version der Abläufe versucht unser Herr Leipziger schon, genau an diesem Punkt sich herauszuwinden. ("Allerdings habe man Mollath auch mitgeteilt, dass es Zweifel an der Echtheit des Dokumentes gebe und diese zunächst überprüft werden müsse.)

      Nützt ihm nichts mehr. (Müßig zu sagen, dass man "Patienten" mit so'm Quark nicht behelligt. Also völlig unglaubwürdige Schutzbehauptung.)
      A.B.

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  11. Gustl Mollath
    Bald kommt Bewegung in den Fall
    Die zuständige Richterin will Ende der Woche sagen, wie lange die Prüfung der Wiederaufnahmeanträge im Fall Mollath noch dauert. Das teilte der Präsident des Landgerichts Regensburg, Günther Ruckdäschl, am Dienstag (18.6.) mit.

    “Es ist ja nicht so, dass die Sache liegen bleibt. Aber es geht eben um einen schwierigen Fall.”

    http://www.br.de/nachrichten/mittelfranken/bewegung-im-fall-mollath-100.html

    Wie sagte Heribert Prantl -deutscher Jurist, Journalist und Autor von der SZ – jeder Jurist hätte die Akte in einer Woche intensiven Studiums durcharbeiten können. Welche Zeitspanne definiert eigentlich das Wort bald?

    Irgendwie hört sich "Bald" für mich an wie "St.Nimmerleinstag"

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  12. Mir als medizinischem Laien drängt sich ein Gedanke auf, und zwar in Sachen ärztliche Fürsorgepflicht. Gibt es die? Konkret: Herr Mollath befindet sich schon seit Jahren in einer, darf man sagen, Anstalt? Seit rund sieben Jahren lastet Stress pur auf ihm, sehnt er sich nach Freiheit. Da taucht nun ein Schreiben auf, das angeblich die sofortige Entlassung Herrn Mollaths fordert.

    Wie handelt man nun, eingedenk ärztlicher Fürsorgepflicht, so es denn so etwas gibt? Was tut man, speziell wenn die Warnung vorliegt, es müsse mit einem gefälschten Fax gerechnet werden? Meine Vorstellung: Man prüft zunächst die Echtheit des Fax. Sollte sich das Fax als echt erweisen, macht man Herrn Mollath eine große Freude und verkündet ihm, die bevorstehende Entlassung.

    In der Realität, so scheint es, wurde anders verfahren. Zunächst wurde Herrn Mollath mitgeteilt, die Entlassung aus der, darf man das sagen, Anstalt stehe bevor. Dann wird das zurückgenommen: Keine Entlassung. So stürzte man Herrn Mollath in ein Wechselbad der Gefühle. Warum? Aus Versehen? Aber doch gewiss nicht, um Herrn Mollath zu Reaktionen zu veranlassen, die durchaus verständlich gewesen wären, um dann darauf hinzuweisen... Seht her, der Herr Mollath ist ausgeflippt, psychisch instabil oder dergleichen.

    Man wird doch nicht etwa versucht haben, auf perfide Weise Herrn Mollath zu testen, um das Wort provozieren zu vermeiden? Gewiss nicht! In einer ärztlich betreuten Anstalt wird es ja so etwas wie eine ärztliche Fürsorgepflicht geben.

    Das aber sind, ich gebe es zu, die Gedanken eines ahnungslosen Laien.....

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    Antworten
    1. Stimmt genau!
      Vergleichen Sie mal: Bei jeder Injektion übergibt die Schwester dem Arzt die aufgezogene Spritze zusammen mit der leeren Ampulle, und er hat sich zu vergewissern, dass alles korrekt ist - lege artis.
      A.B.

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  13. Wiederholung heute!
    Di, 18. Jun · 23:00-23:45 · SWR
    Der Fall Mollath

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    Antworten
    1. Download direkt hier:

      http://mp4-download.swr.de/das-erste/report/2013/06-03/628486.m.mp4
      (434 MB)

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  14. Zitat:
    Wie ein Justizsprecher am Montag mitteilte, hat der Nürnberger Generalstaatsanwalt Hasso Nerlich die Klinik bereits am Samstagfrüh vor dem gefälschten Gerichtsbeschluss gewarnt. „Herr Nerlich hat die Klinik am Samstag um 9.00 Uhr mitgeteilt, dass mit einem gefälschten Fax zu rechnen ist“, berichtete ein Nürnberger Gerichtssprecher.

    Bleiben die Fragen: Woher wusste Herr Nerlich schon vor erscheinen des Faxes von dessen Existens?
    Warum hat man, obwohl man eine Warnung schon vor erscheinen des Faxes bekam, nach erhalt des Faxes Herrn Mollath die "gute" Nachricht überbracht?

    Diese Leute machen sich immer unglaubwürtiger!

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  15. In Gesellschaften, in denen der Staat die wichtige Pflicht der angemessenen Verfolgung und Ahndung von Straftaten gegen jeden - unabhängig seiner Stellung und seiner Person - mißachtet, wird es absehbar Selbstjustiz geben. Das hatten wir mit der RAF bereits einmal. Die Unglaubwürdigkeit, Widersprüchlichkeit, Willkür und Machtarroganz der heutigen politischen, juristischen und medizinischen Kaste ist dicht dran an der damals herrschenden Unzufriedenheit breiter Teile der Bevölkerun mit den gegebenen Strukturen....
    Es ist in jeder Hinsicht also außerordentlich wichtig, nicht noch so erdückenden Machtspielchen Einzelner oft Höhergetsellter Personen nachzugeben, sondern Zivilcourage bedeutet für JEDEN, in jedem Amt und in jeder Stellung, Straftaten oder Kenntnis darüber aufzudecken und zu verfolgen - Herr Mollath ist diesbezüglich ein leuchtendes Vorbild für alle, aber insbesondere für alle diejenigen, die hier auch heute noch meinen vertuschen, verdekcen und die eigene Haut irgendwie retten zu müssen - dann,ja dann brauchen wir nicht lange auf Extremisten zu warten, die dann das erledigen, wogegen die hierfür Verantwortlichen sich streuben! Wer das also will, mache einfach weiter so mit dem wegschauen, relativieren und leugnen, liebe Staatsbedienstete!

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  16. > Herr Mollath und seine Verteidigung streben seine
    > Freilassung und Rehabilitierung nur mit
    > rechtsstaatlichen Mitteln an, dies verbunden mit
    > einem Höchstmaß an Transparenz der für die
    > Freilassung sprechenden Argumente. Gleiches gilt
    > für die Mollath unterstützende Öffentlichkeit.

    Der Rechtsstaat ist nicht die Lösung, sondern das Problem. Ich frage mich, wie viele Möglichkeiten Mollath schon ausgeschlagen hat.
    Das Vertrauen in den Rechtsstaat ist wahnhaft und pathologisch.

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  17. Hat Mollath schon ein Angebot auf Asyl von China?

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