Freitag, 3. Mai 2013

Gustl Mollath: Im Schattenreich des Rechts - die Freitagskolumne von Ursula Prem

Ursula Prem
Wer den unsäglichen Umgang der Behörden mit Gustl Mollath aufmerksam verfolgt, kann sich einer grundlegenden Erkenntnis nicht entziehen: Es ist nicht zum Besten der Menschheit, dass die Psychiatrie sich aufgemacht hat, das Justizsystem zu entern und die viel beschworene richterliche Unabhängigkeit endgültig auszuhebeln. Trotz vieler beteiligter Justizbehörden laufen die Fäden ganz offensichtlich bei einer einzigen Person zusammen: Unter der Federführung von Dr. Klaus Leipziger, Chefarzt der forensischen Psychiatrie im BKH Bayreuth, entstehen die Stellungnahmen, welche für Gustl Mollaths aktuelles Schicksal ausschlaggebend sind. Dass längst umfangreiche Beweise dafür vorliegen, dass Mollath die Anlasstaten gar nicht begangen hat, wird einfach nicht in die Betrachtungen mit einbezogen. Die Psychiatrie fragt nicht nach konkreten Taten, sondern trägt ihre verschwurbelten Ideen von der potenziellen Gefährlichkeit des Menschen Gustl Mollath wie eine Monstranz vor sich her.

Die einzige Überlebenschance der Psychiatrie als angeblicher »Wissenschaft« ist die penetrante Wiederholung der Suggestion, dass sie eben eine solche sei: eine unfehlbare Disziplin, deren Protagonisten mit einem Genius geschlagen sind, der sich wohl nur ihnen selbst erschließt. Wer nun annimmt, dass ärztliche Stellungnahmen, die über das Schicksal eines Menschen entscheiden, selbstverständlich mit der größten Sorgfalt und nach klar definierten Regeln der Kunst erstellt werden, sollte sich die Lektüre des neuesten Schriftstücks des BKHs zu Gustl Mollath vom 16. April 2013 nicht entgehen lassen, welches Rechtsanwalt Dr. Gerhard Strate auf seiner Website dankenswerterweise öffentlich gemacht hat. So also sieht der intellektuelle Output konkret aus, zu dem ein vieljähriges Studium auf Staatskosten seine Absolventen befähigt. Das Dokument stellt eine Ergänzung zur Stellungnahme vom 4. März 2013 dar, deren Inhalt ähnlich gehaltlos ausgefallen war.


Der Böse Blick des Gustl Mollath – alter Aberglaube im neuen Gewand

»Vom mimischen Aspekt her hatte Herr Mollath wieder mit zynisch empfundenen Lächeln und hasserfülltem Gesicht gegenüber den Pflegemitarbeitern imponiert.«

Ja. Das steht da tatsächlich. Als angeblicher Beweis für Mollaths Gefährlichkeit. – Das glauben Sie nicht? Dann öffnen Sie bitte das Dokument vom 16. April  und lesen Sie den letzten Satz auf Seite 2. Unterschrieben wurde das Schriftstück von zwei Medizinern, wobei ein namentlich nicht benannter Vertreter seinen unleserlichen Schriftzug »i.V.« für Dr. Leipziger ableistete. Ob der Chefarzt selbst sich hinter seinem Untergebenen versteckt oder lediglich gerade Wichtigeres zu tun hatte, als sich mit dem Schicksal eines ihm Ausgelieferten zu befassen, geht aus dem Dokument leider nicht hervor. Wir dürfen jedoch getrost davon ausgehen, dass der Inhalt ihm genauestens bekannt ist, sodass wir es also mit mindestens drei Akademikern zu tun haben, die nicht mal den Dativ fehlerfrei anwenden können. Über den Gehalt ihrer Stellungnahme sagt diese Sprachvergewaltigung zugegebenermaßen nichts aus. Doch wie wäre es hiermit:

»So nutzt Herr Mollath beispielsweise nicht die im Stationsalltag vorgegebene Zeit zum Umtausch seiner Telefonkarte, obwohl er auf Station anwesend und auch wach ist, sondern beschwert sich später massiv bei den Mitarbeitern und seiner Anwältin.«
Was ist dieser Aussage in Bezug auf eine potenzielle Gefährlichkeit zu entnehmen? Haben die nichts Besseres in der Hand, wenn sie einen Menschen auf unbestimmte Zeit im Schattenreich verschwinden lassen?, fragt man sich entsetzt. Dass man im BKH zumindest hektisch nach Greifbarem sucht, um die Fehler von früher zu bemänteln, ergibt sich aus folgendem Zitat:

»Selbstbewusstere Patienten melden in Einzelgesprächen an die Mitarbeiter zurück, dass Herr Mollath sie provoziere und suchen entsprechende Unterstützung. Das Mitpatienten instrumentalisierende Verhalten von Herrn Mollath führt - wie in der Vergangenheit auch - zu einem von Anspannung und Stress ausgestalteten Stationsklima.«   

Fakt ist: Damit eine Rückmeldung erfolgen kann, muss zuvor ein Auftrag ergangen sein. Für mich liest sich das, als würden »selbstbewusstere Patienten« gezielt von der Klinik zur Lieferung von Informationen über andere Gefangene eingespannt. Für jeden Laien ist erkennbar, dass derart unkonkreter Stimmungsmache, ohne Nennung von Ross und Reiter, keinerlei Beweiskraft innewohnt. Warum also wird das offenbar existierende hausinterne Spitzelsystem derart ungeniert von den Ärzten vor Gericht offengelegt? Und warum scheut man nicht mal davor zurück, abgehörte Inhalte aus vertraulichen Anwaltsgesprächen zu verwerten? – Die einzig logische Antwort darauf dürfte sein: Es ist die pure Verzweiflung! Es soll auf Biegen und Brechen ein Gutachten gehalten werden, das von Anfang an evident daneben lag und einfach nur peinlich falsch ist. Und da es nichts Handfestes gibt, was man Mollath anhängen könnte, muss am Ende der Böse Blick als Begründung herhalten.

Halten wir fest: Gerichte und Gutachter hätten sich viel Arbeit ersparen können, wenn sie ihre Argumentation von Anfang an auf den Bösen Blick ausgerichtet und auf die restlichen Nebelkerzen verzichtet hätten. Nachdem alle anderen Vorwürfe längst haltlos und offenkundig in sich zusammengebrochen sind, bleibt am Ende nämlich nur noch eines: ein von namentlich nicht genannten Pflegemitarbeitern angeblich als »zynisch« empfundenes Lächeln mit fehlerhaftem Dativ.





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Kommentare:

  1. Schlimm, dass durch solche Fälle ein argumentativer Kampf gegen Psycho- und Geldsekten wie Scientology ad absurdum geführt wird.
    Natürlich wird so etwas von den Hirnwäsche-Spezialisten missbraucht, aber leider tragen (wenn sich die Vermutungen bestätigen) Leute wie Herr Leipziger indirekt dazu bei, dass totalitäres Gedankengut sich breitmachen kann.
    Achja, und der Schreibfehler ist ein anderer: Es muss wohl heissen "empfundenen Lächelern" - oder wie ist der Plural von "Lächeln"?

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  2. Ja, darüber hatte ich auch nachgedacht, ob die Formulierung sich auf den Plural beziehen könnte. Diese Art der Sprachverwendung wäre dann aber schon derart ungelenk, dass ich sie selbst derartigen "Akademikern" nicht unterstellen wollte. :-)))

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  3. Schwarze Feder3. Mai 2013 um 08:48

    Ja, UP, diese Leute wie Dr.med. L. und seine Vasallen können nicht mal´n richtigen Dativ bilden ... aber gegen Herrn Mollath hetzten und seit Jahren jährlich gut 100.000 T€uro durch uhn an Staatknete einsäckeln, das können sie. - Gruß, Schwarze F.

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    1. Genau so sieht es aus, @Schwarze Feder. Laut der Unterstützerseite gustl-for-help.de wurden für 2622 gestohlene Lebenstage Gustl Mollaths mit heutigem Stand 734258 € einkassiert. Und welche Leute sich darüber hinaus an in der forensischen Psychiatrie Eingesperrten bereichern, wird sich demnächst erweisen.

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  4. Bravo liebe Ursula!
    Es geht nicht darum, »dem Dativ« zu retten. Dieses Schriftstück http://strate.net/de/dokumentation/Mollath-BKH-2013-04-16.pdf sollte sich jeder laut vorlesen. Die Verwendung des »hatte« im ersten Absatz lässt die Aussagen zu einem verbalen Maschinengewehrfeuer werden und beabsichtigt, den Leser manipulativ auf den weiteren Text einzustimmen.

    Dieses Schriftstück ist in einem Zustand höchster Erregung verfasst worden, von wem auch immer, es wurde von zwei Akademikern gezeichnet, die diesen Zustand mitgetragen haben.

    Zitat: Im Kontakt musterte er die Referentin dann überdurchschnittlich lange und eingehend,
    lächelte dabei und erkundigte sich, ob es der Referentin gut gehe, welche Gefühle sie gerade
    habe. Zitatende
    Wo ist da ein Problem zu sehen? Vielleicht erfreute sich Gustl Mollath an dem äußeren Erscheinungsbild dieser Dame. Oder spürte Gustl, dass es reichte, einen Funken zu der Dame zu senden, damit die hochgeht wie ein HB-Männchen? Auf jeden Fall erscheint es mir, dass sowohl die Leitung, als auch das Personal mit ihrem Dienstauftrag völlig überfordert sind.

    Diese »ergänzende Stellungnahme« ist einfach nur peinlich und grotesk. Allerdings würde mich schon interessieren, was es mit diesen Symbolen auf manchen T-Shirts auf sich hat, die dort getragen werden!

    Zitat: Es ist zu vermuten, dass die Anhörung einen großen Stressor für den Patienten darstellen dürfte ... Zitatende. Das ist nicht nur zu vermuten, das dürfte für jeden Menschen eine Zumutung sein, wie diese Stellungnahme für mich auch eine ist. Sie ist eine Schande, für die sich die Verfasser schämen müssten!



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    1. Liebe Autorin, danke für Deinen Kommentar.

      "Zitat: Im Kontakt musterte er die Referentin dann überdurchschnittlich lange und eingehend,
      lächelte dabei und erkundigte sich, ob es der Referentin gut gehe, welche Gefühle sie gerade
      habe. Zitatende
      Wo ist da ein Problem zu sehen?"

      Das Problem ist darin zu sehen, dass die Damen und Herren Doktores und deren Helfer allzu ungern von der eigenen Medizin kosten. Eine Frage, die sie selbst gönnerhaft-herablassend täglich wohl zig Gefangenen stellen, wird von ihnen plötzlich als unangenehm und aggressiv empfunden, wenn sie sich gegen sie selbst richtet.

      Die einzige Möglichkeit, dieses System auszuhebeln, dürfte sein, die Protagonisten planmäßig und konsequent der Lächerlichkeit preiszugeben. Das Hauptproblem dabei ist der schon wahnhaft zu nennende Glaube der Deutschen an Doktortitel, weiße Kittel und die sogenannte Fachkompetenz.

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    2. "Welche Gefühle haben Sie gerade?" Das war einer der dem Computerprogramm Eliza einprogrammierten Sätze, mit denen unbeabsichtigterweise im Rahmen von Forschungen zur künstlichen Intelligenz die wohltuende Wirkung eines das Gespräch in Gang haltenden Sprachprogramms demonstriert worden ist. In der Doppelblindstudie schnitt das Programm so gut ab wie ein leibhaftiger Therapeut.
      http://de.wikipedia.org/wiki/ELIZA

      Zusammen mit dem Wissen um die einzigartige Karriere des Oberarztes Dr. Postel in der Psychiatrie Zadrasch bei Leipzig, zuvor schon unter einem angenommenen Namen in Flensburg, sollte das ausreichen, um ernsthafte Zweifel hinsichtlich der Seriosität dieses Faches zu entwickeln.

      http://de.wikipedia.org/wiki/Gert_Postel

      Denn eben wo Begriffe fehlen,
      da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.
      Mit Worten läßt sich trefflich streiten,
      mit Worten ein System bereiten,
      an Worte läßt sich trefflich glauben,
      von einem Wort läßt sich kein Iota rauben.
      Quelle: Faust 1, Vers 1995 f., Studierzimmer. (Mephistopheles)
      Johann Wolfgang von Goethe
      deutscher Dichter (1749 - 1832)

      Die Verwendung bestimmter Schlüsselworte in Beschreibungen von Psychiatern für Psychiater hat sogar die Induktion gewisser Begriffe beim Empfänger zur Folge.

      Beispielsweise würden "mangelhafte Impulskontrolle, frei flottierende Angst, Suicidalität, selbstdestruktives Verhalten und Substanzmißbrauch unweigerlich beim kundigen Leser den Verdacht aufkommen lassen, der so beschriebene Mensch leide an einer borderline personality disorder.

      Das hat mit dem Heidelberger Psychiater Kurt Schneider zu tun, dessen "Symptome 1. und 2. Ranges der Schizophrenie" in ihrer bestechend einfachen Anwendbarkeit als ein Vorläufer der nur etwas umfangreicheren, aber intellektuell nicht anspruchsvolleren Manuale und Listen gelten dürfen, die heute in Gebrauch sind, und die zusammen mit einem Mustergutachten und einem kleinen Taschenbuch zur Psychopharmakologie entsprechend disponierten Personen einen angenehmen Aufenthalt auf geschlossenen Abteilungen garantieren, mit Arztkittel und Schlüsselgewalt, natürlich.

      Die heutigen Diagnosesysteme mit den vielen Worten sind der ICD-10, Version 2013, International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, und das DSM-IV, Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders. Ihre Problematik wird breit diskutiert, angewendet werden sie dennoch.

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  5. In früheren Zeiten wurden (für "Manche" unliebsame) Menschen nach dem "Hexenhammer" abgeurteilt, heute werden (für "Manche" unliebsame) Menschen mit sogenannten "psychiatrischen Gutachten" ins Schattenreich verbannt.
    Es ist nur noch traurig...

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    1. Genau: Während die Heilige Inquisition heute als zumindest gesamtgesellschaftlich gesehen ziemlich zahnlose Glaubenskongregation agiert, wurden das Kerngeschäft der Inquisition auf die Psychiatrie übertragen und der Aberglaube nahtlos ins 21. Jahrhundert übernommen.

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  6. Danke für ihre klare Analyse und ihre klugen Fragen an Frau Haderthausen. Frau Merk mauert mit Textbausteinen und Frau Haderthausen tut noch nicht mal das. Ich habe Frau Haderthausen auf abgeordnetenwatch.de eine weitere Frage zu den Zuständen in Bayreuth gestellt.

    http://www.abgeordnetenwatch.de/frage-512-11219--f378343.html#q378343

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    1. Sehr gut: Man kann diese und ähnliche Fragen gar nicht oft genug stellen! Gustl Mollath ist in seiner heutigen Situation, weil wir Bürger es allzu lange versäumt haben, unseren Verantwortungsträgern auf die Finger zu sehen. Auf die Antworten von Frau Haderthauer bin ich sehr gespannt. Sollten sie ausbleiben, so wäre dieser Umstand ebenfalls als aussagestarke Antwort zu werten.

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  7. Danke, Frau Prem, für Ihren interessanten Artikel, Ihre Mühe um Aufklärung - sogar von Frau Haderthauer.

    Vor allem in den Kommentaren hier lese ich wiederholt Kritik an der Arbeit der Psychiater oder auch an deren Ermöglichung von Fehlurteilen durch Ihre Gut- bzw. "Schlecht"-Achten. Diese teile ich nicht in dieser Vordergründigkeit und möchte dies folgend begründen.

    Ein psychologisches bzw. auch ein psychiatrisches Gutachten stellt für mich eine lesbare Darstellung der "Seele" eines Menschen dar; gern wird heute noch vom Psychologen als so genannten "Seelenklempner" gesprochen. In solcher Art Gutachten kann man etwas über (An)Triebe, Wünsche, Gefühle, Verhalten, Bedürfnis, Intelligenz, Orientierung, Werte und ähnliches lesen. Sind diese Inhalte die Seele betreffend auf einer endlichen Zahl an A4-Seiten beschreibbar oder aber ist jegliche Beschreibung dessen eine mehr oder weniger enge Auswahl unter dem Blickwinkel des Gutachters?

    Kann weiterhin ein solcher Art Gutachter Aussagen zu den wenigen von mir oben (beliebig ausgewählten,) aufgeführten Kategorien verständlich und unzweideutig machen, ohne seine eigenen Anschauungen und Begrifflichkeiten dabei zunächst zu erklären und zu definieren? Dem folgend frage ich, wie hoch dürfte der Anteil dieser beschriebenen Selbstdarstellung im Gutachten sein?

    Ein Beispiel für solche Gutachten stellt jeder Roman über einen Haupthelden dar, nach dessen Lektüre wir diesen uns recht "lebendig" vorstellen können.

    Ein jedes psychologische oder psychiatrische Gutachten ist gegen einen solchen Roman nur Stückwerk, schwer lesbar, kaum plastisch, keinesfalls "lebendig". Jeder einiger Maßen verständliche Schulaufsatz über einen Menschen - z. B. "Mein bester Freund" - ist empathischer und aussagefähiger als Psychogutachten.

    Dafür benutzt der jahrelang, vielleicht knapp ein Jahrzehnt ausgebildete Psychiater einen gewaltig beeindruckenden Wortschatz an Fachbegriffen, Fremdworten, gar lateinischen Begriffen, der nur dazu da ist, die eigentlichen Mängel des Gutachtens zu verschleiern und Kritiker - eigentlich nur anderer Zünfte - auf Abstand zu halten. Kritiker der eigenen Zunft gibt es nicht, denn ein jeder Psychiater weiß, was er tut - und die anderen Kollegen-"Götter".

    Es gibt zu allem eine ganz wesentliche Gemeinsamkeit von Roman, Schulaufsatz und Psychogutachten - es sind allesamt subjektive Darstellungen von Sichtweisen. Nur Psychogutachten werden als Beweismittel nicht nur zugelassen, sondern sogar dazu verlangt. Das Gericht meint damit, seine Verantwortung für das Urteil auf den Gutachter übertragen zu können und schert sich einen Dreck um anderslautende "Vorschriften" höherer Instanzen. Es ist doch bequem, wenn andere, hier der Gutachter meine Arbeit der Urteilsbegründung liefern.

    Insofern machen die Psychogutachter ihre Arbeit nämlich hervorragend und "verantwortungsvoll", ganz im Sinne ihrer Auftraggeber und zufriedenstellend. Frieden? Ja, sie sind vielleicht nicht Gott selbst, auch wenn sie sich berechtigt so fühlen dürften, aber sie sind unfehlbar, wenn sie nicht ihrem Auftraggeber zuwider handeln.

    Falls der geneigte Leser bisher ein jedem Psychiater gegenüber unterschwelliges Missfallen bei sich bemerkt haben sollte, vielleicht auch nur eine Art Ambivalenz, dann sollte er diese jetzt weiter prüfen und sich nicht schämen späterhin zu bekennen, dass er mit dem Autor in seiner todesverachtenden Ablehnung dieser nunmehr übereinstimmt - sofern dies zuträfe.

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    1. Und jeder findet seinen Lieblingsroman auch in der hundertsten Wiederholung immer noch interessant. Erfahrene Gutachter wissen das, und enttäuschen ihre Leser nicht.

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  8. Was im Fall Mollath der Psychiater Dr. Leipziger ist in meinem Fall der Ministerialrat Walther Müggenburg vom NRW-Justizministerium, bei dem seit über 10 Jahren alle Strippen zusammgengelaufen sind. So kam es, dass die Straftaten des "Solaranwalts" und seines Mandanten seit über 10 Jahren mit dem "Richterprivileg" grundgesetzwidrig vom NRW-Justizministerium legitimiert worden sind, wie ich seit knapp 2 Monaten weiss.

    Im Fall Mollath wird der Eklat noch weiter gesteigert werden, wenn in den nächsten Tagen die Videos von der Jahreshauptversammlung der GEP aus München vom 27.04.2013 veröffentlicht werden, wo beachtenswerte Infos über die Rolle des BGH im Fall Mollath erwähnt werden. RA Strate deutet den Sachverhalt bereits in seinem Schreiben vom 01.05.2013 an.

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    1. GEP =
      http://www.psychiatrie-und-ethik.de/wpgepde/

      Schriftlicher Bericht vom 27.04.2013 der GEP bereits hier:
      http://tinyurl.com/cf752wm

      Die Videos folgen hoffentlich an diesem Wochenende...

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    2. Dr. Weinberger (Vorsitzender der GEP) hat die Videos aus merkwürdigen Gründen nicht freigegeben. Ich habe meine unterstützende Arbeit bei der GEP mit sofortiger Wirkung niedergelegt.

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  9. Es ist in der Tat erschreckend, wie wenig Gehalt ein gutachterliche Stellungnahme für eine Gefährdungsprüfung enthalten kann. Der Stellbvertreter von Dr. Leipziger, Dr. Zappe hat ja bereits bekundet, daß er ohne die Anlaßtaten keine Gefährdung mehr vorhersagen könne. Welch kindliche Logik steht hinter solchen Ausssagen: Hat der Patient Straftaten begangen, besteht die Gefahr daß er selbige wiederholt. Hat er keine Starftaten begangen, besteht selbstverständlich keine Gefahr, daß er Straftaten begeht.
    Dies ist also die ganze gutachterliche Erkenntnis über einen Patienten, den man seit vielen Jahren in der täglichen (24stündigen) Betreuung hat.

    Mit anderen Worten: Mir wisset nix! (aber fragt uns ruhig!)

    Manchmal wäre einem fast lieber, die Gutachter geben im Fall Mollath bewußt falsches Zeugnis ab, denn wenn man sich vorstellt, diese Gutachter entscheiden auch, ob ein "richtiger Psychopath" wieder auf die Gesellschaft losgelassen werden sollte ...

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    1. Genau hierin zeigt sich die grundsätzliche Unwissenschaftlichkeit der Psychiatrie: Ein Orthopäde erkennt ein gebrochenes Bein auch dann, wenn er nichts über die Umstände des Unfalls weiß. Ein Psychiater jedoch hat keinerlei Möglichkeit, die Gefährlichkeit eines Menschen zu beurteilen, wenn er nicht mit Informationen von außerhalb seines Fachbereichs versorgt wird. "Sagt uns, ob er gefährlich ist, dann sagen wir euch, ob von ihm eine Gefahr ausgeht", diesen simplen Taschenspielertrick würde man eher in die Welt von Gauklern und Hütchenspielern verorten, wenn man es nicht besser wüsste.

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    2. Liebe Frau Prem, "Hütchenspieler" ist doch unter unserem Niveau. Beim Würfeln würde ich schon eher mitmachen wollen.

      (Übrigens, wegen der Würfelgeometrie haben wir heute in der Schule 6 Noten. Früher hatten es die Lehrer auch deshalb schwerer, die richtige Zensur festzustellen - es gab ungültige Würfe!)

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  10. Wenn man sich die Bewertungen von Dr. Leipziger und seiner Klinik im Netz anschaut, und vor allem seine Gutachten liest, fragt man sich, wie ein solcher Mensch immer noch als Chefarzt tragbar ist.

    Jedenfalls haben seine Gutachten über Mollath nichts mit wissenschaftlicher Arbeit zu tun und dürften für den Medizinerstand nur peinlich sein. Gottseidank sind nicht alle Ärzte so.

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  11. Liebe Frau Prem,
    lieber Dian:

    was ich hier las von zwei leitenden Anstaltspsychiatern http://strate.net/de/dokumentation/Mollath-BKH-2013-04-16.pdf haben Sie auf der journalistischen Ebene gut kritisiert. Mit irgendeiner wie auch immer ausgeprägten Natur/Geistes/Sozialwissenschaft hat das nichts zu tun, erinnert vielmehr an anstaltstotalitären Umgang mit „Staatsfeinden“. Als jemand, der mal (vor nunmehr 42 Jahren) in Sozialpsychologe ´n Uni-Examen machte, hab ich mit so Leuten wie diesem Dr.med. L. und dieser Dipl.-Med. B.-S. vom „Akademischen Lehrkrankenhaus“ der Uni Nürnberg-Erlangen glücklicherweise nix am Hut (außer mal vor 10, 12 Jahren zwei „Gutachten“ solcher Typen praktisch wirksam kritisiert zu haben, damit Menschen nicht weggesperrt bzw. entmündigt werden).

    Auf eine weitgehend ausgeblendete Tiefendimension möchte ich noch aufmerksam machen: das menschenverachtende Menschenbild dieser Leute, das auch aus ihrem Schreiben aaO. vom 16. 4. 2013 trieft. Dazu gibt es eine erschütternde Kurzgeschichte von Alexander Kluge: „Ein Liebesversuch“ (1962). Und jetzt auch einen nüchternen wissenschaftlichen Essay von Wilma Ruth Albrecht: „Psychologie ohne Logos“ (2009). Kluges Text steht hier kostenlos im Netz -> http://www.oocities.org/hoefig_de/Misc/Kluge_Liebesversuch.htm Albrechts Aufsatz wurde in zwei Zeitschriften, Topos Heft 31/2009 und Aufklärung & Kritik Heft II/2009, gedruckt.

    Mit freundlichem Gruß

    Richard Albrecht

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  12. Die Gefährlichkeit von Menschen scheint heutzutage allgemein höher zu sein als z.B. vor 100 Jahren. Oder ob es wohl an unserem Machbarkeitswahn und Perfektheitsanspruch liegt?
    Unsere "wehrhafte" Demokratie ist leider inzwischen so aggressiv, dass sie - und das wird Psychiatern ja sicher ein Begriff sein - autoaggressives Verhalten zeigt und sich selbst zersetzt.
    Was ich einfach nicht begreife ist, wieso Herr Mollath überhaupt noch einsitzt, das KANN doch gar nicht wahr sein. Muss es erst wieder einen Sturm auf die Bastille geben? Sowas können wir Deutsche doch gar nicht!

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  13. D. Koch
    Der neue Gutachter Pfäfflin könnte sich auf die neuen Tatsachenbehauptungen der Regensburger StA in deren Wiederaufnahmeantrag berufen. Denn nur ein Urteilstenor erlangt Rechtskraft, nicht aber die begründenden Ausführungen im Urteil.
    Er könnte dann die Behauptungen der Anlaßtaten zurückweisen und damit die Grundlagen des Wahnurteils.

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  14. Ich kann und muss diese Verfahrens- und Vorgehens.weise der Psychiatrie und ihrer Zuhälter nur bestätigen. Gustl Mollat ist keine Ausnahme, sondern allgemein üblich. Ich erinnere dabei an die Hunderttausender Opfer jedes Jahr durch psyhiatrische Gewalt und chemische gehirn-und gesundheitszerstörende Gifte, die sie Psychopharmaka oder Medikamente nennen. Auch mein Sohn, der 4 Wochen vor der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes ermordet worden ist weil sie seine Beschwerde nicht anderweitig verhindert konnten ist ein typisches Opfer.
    Kabale und Psychiatrie über Intriegen in und um Psychiatrie habe ich meine Einträge im blog.igelin genannt. Kabale bedeutet Intrigen. Und wo bin ich überall gewesen und habe um Nachsicht, Verständnis und Wahrheit gebettelt - aber es ist ein System, das leider nicht ohne Erlaubnis der Öffentlichkeit existiert. Und so muss man diese christliche Kultur selbst hinterfragen, die diese Folter und Misshandlungen möglich machen.
    Mein Sohn wurde als gefährlich be'gut'achtet innerhalb von 2 Stunden, obwohl er nichts gesagt hat, wie der Gutachter aus Fulda schrieb.
    Als Zeuge der psychiatrischen Praxis war er gefährlich für diese Täter.
    Kein einziger Psychiater hat je mit ihm gesprochen, aber sie wussten, was er denkt und was er tun wird. Nur leider wissen sie nicht, wie ihre zwangsweise und gewaltsam eingespritzten und eingetrichterten Gifte bewirken - sie erklären die Wirkung für die Ursache um die Öffentlichkeit zu täuschen für ihren Profit . . .
    Er ist fruchbar noch, der Schoß aus dem das kroch. Wir haben nichts gelernt aus der Geschichte stattdessen hat sich die Psychiatrie sowohl in ihrer grausamen tödlichen Wirkung als auch in ihrer Verblendung der Öffentlichkeit perfektioniert.

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  15. MAx Mustermann7. Juli 2013 um 23:39

    Wer sich von mimischen Aspekten imponieren lässt, sollte halt unter die Theaterkritiker gehen.

    Ich finde diesen Sprachgebrauch auch schon so bescheuert. Irgendwas imponiert diesen Ärzten immer.

    Sind wohl schnell zu beeindrucken...

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