Freitag, 2. November 2012

Neuregelung der Organspende – die Freitagskolumne von Ursula Prem

Ursula Prem
Am 1. November 2012 trat die Neuregelung der Organspende inkraft. Künftig werden Versicherte alle zwei Jahre von ihrer Krankenkasse gefragt, ob sie im Ernstfall zur Organspende bereit seien. Die Bürger sollen im Rahmen der Neuregelung »umfassend informiert werden«, ehe sie ihre Entscheidung treffen. Ziel der Aktion ist es, deutlich mehr Spenderorgane zu gewinnen als bisher.

Politiker aller Fraktionen überschlagen sich fast in dem Bestreben, die Spendenbereitschaft der Bürger »deutlich zu erhöhen«. Mögliche Argumente gegen eine Organspende finden deshalb in der offiziellen politischen Diskussion so gut wie keinen Raum mehr. Die Schweigespirale funktioniert wieder einmal ganz hervorragend, denn »man« ist sich einig: Organspende ist nun mal eine Sache der Mitmenschlichkeit, punktausundschluss.


Sanfte Manipulation: Entscheide Dich frei, aber entscheide Dich dafür!

Wir Bürger sollten deshalb wachsam und misstrauisch sein, wenn wir im Rahmen dieser Neuregelung »umfassend über Organspende informiert« werden. Wir dürfen nie vergessen: Es geht darum, uns in Richtung einer Zustimmung zu manipulieren! Deshalb können wir von offizieller Seite aus kein wirklich neutrales Informationsmaterial zum Thema erwarten. Es ist deshalb absehbar, dass die »umfassende Information« weitgehend aus einer Auflistung der Vorteile einer Organspende bestehen wird. In schönstem Werbesprech wird man uns darstellen, wie sicher und problemlos die Organentnahme funktioniert und dass wir uns als bessere Menschen fühlen dürfen, wenn wir erst einmal den Organspendeausweis mit uns herumtragen.

Natürlich möchte ich niemandem die Bereitschaft zur Spende ausreden. Wer sich in Kenntnis ALLER Fakten dafür entscheidet, wird seine guten Gründe dafür haben. Doch um wirklich alle Fakten zu kennen, wird das offizielle Informationsmaterial in keiner Weise ausreichend sein. Meiner Meinung nach sollte deshalb niemand seine Zustimmung erteilen, der sich nicht auch mit den kritischen Argumenten zum Thema Organentnahme auseinandergesetzt hat. Im Internet findet sich so einiges dazu. Eine hervorragende Zusammenfassung stellt die Seite von KAO – Kritische Aufklärung über Organtransplantationen e.V. dar, auf der Sie viele Fakten erfahren, die im gleichgeschalteten Politbetrieb unter den Tisch fallen.


Organspende aus schlechtem Gewissen?

Lassen Sie sich keinesfalls von scheinbar moralischen Argumenten unter Druck setzen, wenn Sie Ihre Entscheidung treffen. Sie sind NICHT verantwortlich für den Tod eines anderen, wenn Sie eine Organspende verweigern. Solche subtil vorgetragenen Argumente sind ganz willkürlich konstruierte Zusammenhänge, von denen Sie sich nicht beeindrucken lassen sollten. Ganz klar: Ein künstlich erzeugtes schlechtes Gewissen darf keinesfalls die Entscheidungsgrundlage für eine Zustimmung zur Organentnahme sein!




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