Freitag, 27. Juli 2012

Klartext von Moody´s – die Freitagskolumne von Ursula Prem

Ursula Prem
Erstaunlich, dass es so lange gedauert hat, doch der Schritt war zu erwarten: Die Ratingagentur Moody´s hat die Aussichten für Deutschlands Bonität von »stabil« auf »negativ« gesenkt. Als Begründung nannte Moody´s die Belastungen durch den Euro-Rettungsschirm, an dem Deutschland mit über 29 % beteiligt ist. Ein erster Hinweis für verträumte Anleger, die noch immer die Sicherheit deutscher Staatsanleihen preisen.

Zur Erinnerung: Im Dezember 2011 hatten die deutschen Staatskassen die höchsten Steuereinnahmen seit Bestehen der Bundesrepublik erzielt, woraufhin Finanzminister Schäuble verkündet hatte, dass deshalb die Neuverschuldung geringer ausfallen könne. Im Klartext bedeutet das: Selbst in Spitzenzeiten ist Deutschland schon lange nicht mehr in der Lage, seine Ausgaben aus den laufenden Einnahmen zu decken, weshalb die Politik uns eine geringere Neuverschuldung als Erfolgsmeldung verkaufen muss. Wie würde man eine Privatperson nennen, die stolz verkündet: »Diesen Monat komme ich mit 1.000 € Kreditaufnahme weniger aus als sonst, da ich einen Extrajob als Eintänzer in der Fischbratbude ergattern konnte«? Würde man sie als Hasardeur bezeichnen? Oder als armen Irren? ‒ In jedem Fall würde man ihr den Kredithahn zudrehen und ihr klarmachen, dass die lebensnotwendige Mitgliedschaft im Golfclub erst mal gestorben ist.

Unser letztes Hemd fuer die EU


Staatsanleihen bis zum Untergang


Anders der Staat: Da es noch immer Träumer gibt, die Deutschland Geld leihen und sich dafür als »Anlegerpack, das man enteignen sollte« bezeichnen lassen dürfen, werden munter weiter Staatsanleihen ausgegeben, wenn der Rettungsschirm oder eine andere Staatsräson es verlangt. Immer in der Hoffnung, dass neue Staatsanleihen in ausreichendem Umfang gezeichnet werden, sobald die alten fällig sind. Wie lange kann das noch gutgehen? Noch ein Jahr? Noch fünf? ‒ Schwer zu sagen. Klar ist nur eines: Der Point of no Return ist längst überschritten.


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v.l.n.r.:
Gudrun, Horst und Ursula Prem
beim Verschicken ihrer
letzten Hemden ...
Leider beschäftigen sich noch immer viel zu wenige Menschen mit diesem Thema. Klar: Denn selbst kaum ein Experte hat noch den Durchblick. Und ein Abgeordneter sowieso nicht mehr, der sich heute mit dem Meldegesetz, morgen mit dem Jugendschutz und übermorgen mit dem Rettungsschirm beschäftigen soll. So wird abgenickt, was der Fraktionszwang verlangt und gut ist es, denn »die Entscheidung ist demokratisch zustandegekommen«.

Umso wichtiger sind Aktionen wie www.meinletzteshemd.eu. Sie helfen dabei, das Problem ins allgemeine Bewusstsein zu heben und am Kochen zu halten, um so Druck auf die Politik auszuüben. Lassen wir uns nicht länger zum Stimmvieh degradieren, das brav alle vier Jahre seine Schlächter wählt. Schicken auch Sie »Ihr letztes Hemd« an Angela Merkel, um zu zeigen, dass Ihnen der Zustand unseres Landes nicht gleichgültig ist und Sie nicht bereit sind, politische Entscheidungen zu Ihrem und zum Nachteil Ihrer Kinder und Enkel widerspruchslos hinzunehmen.


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