Freitag, 20. April 2012

Herdprämie gegen frühkindliche Bildung? - Die Freitagskolumne von Ursula Prem

Ursula Prem
Was für eine schwachsinnige Sau, die momentan wieder durchs bundesrepublikanische Dorf getrieben wird: Das Betreuungsgeld, auch abwertend »Herdprämie« genannt, soll denjenigen Müttern und Vätern zugute kommen, die ihre Kinder vor der Einschulung zuhause betreuen, statt einen Krippen- oder Kindergartenplatz in Anspruch zu nehmen. Das Betreuungsgeld stelle eine »böse Falle für Frauen dar, die den Anschluss zum Arbeitsmarkt verlieren und ihre Rentenansprüche schädigen könnten«, argumentieren die Gegner und gehen auf die Barrikaden, als gelte es, den Untergang des Abendlandes zu verhindern.

Fakt ist: Der Staat steckt Milliardensummen in den Ausbau und Betrieb von Krippen und Kindergärten, die gegen vergleichsweise geringe Gebühren genutzt werden können, was bedeutet, dass er sich die Fremdbetreuung von Kindern einiges kosten lässt. Diese Subventionierung der Fremdbetreuung erfordert meiner Ansicht nach zwingend die Einführung des Betreuungsgeldes für innerhalb der Familie betreute Kinder. Alles andere würde eine Ungleichbehandlung darstellen, die einer Einmischung des Staates in die persönliche Lebensplanung des Einzelnen gleichkäme.

Der Lenkungswahn der Politik braucht endlich Grenzen


Es ist noch gar nicht lange her, da sorgte eine diskriminierende Gesetzgebung dafür, dass die Frauen gezwungenermaßen zuhause blieben und sich um die Kindererziehung kümmerten. Ein Ausweg war ausschließlich das Dasein als kinderlose alte Jungfer. Bitter für alle, denen die Decke auf den Kopf fiel, während der jeweilige »Haushaltsvorstand« ihnen eine Berufstätigkeit verbot, was damals sein gutes Recht war. Scheidung kam nicht wirklich infrage, schon der »Schande« wegen: Einmal verheiratet, ewig in der Falle, denn die Gesetze sprachen damals gegen die Frauen. Ein unhaltbarer Zustand, der erst durch Feministinnen wie Alice Schwarzer überhaupt auf die politische Tagesordnung kam, denn die Politiker waren damals selbstverständlich ebenfalls fast ausschließlich männlich.

Inzwischen ist viel passiert und das Pendel ist dabei, ins andere Extrem umzuschlagen. Wer darauf besteht, sich selbst um seine Kinder zu kümmern, steht heute schnell als Doofchen da, das ja keine Ahnung habe, was es sich und den Kindern da antue. Da eine fremde Kindergärtnerin Kinder selbstverständlich besser erziehen kann, als die eigene Mutter oder der eigene Vater, muss der Staat mit sanftem Druck dafür sorgen, dass Krippen und Kindergärten auch flächendeckend genutzt werden. War es früher ein Makel, die Kinder in Fremdbetreuung zu geben (»das haben wir nicht nötig, ist was für Asoziale und uneheliche Bastards«), wird es heute mehr und mehr zum Muss: (»Mütter und Väter können doch nicht bis Drei zählen! Da müssen schon Profis ran, am besten mit Hochschulstudium.« Wer seine Kinder nicht dort hinbringt, gehört »zum bildungsfernen Prekariat, das sich mit dem Betreuungsgeld ein schönes Leben macht und die Kinder vernachlässigt und misshandelt«), kurz gesagt: Der Wahnsinn von früher verkehrt sich nun in sein Gegenteil, was keinen Deut besser ist.

Entscheidungsfreiheit versus Ideologie


Wie lange wollen wir uns noch irgendeine Suppe vorsetzen lassen, die wir kollektiv auslöffeln dürfen? Brauchen wir Politstrategen und universitär verbogene Bildungsheinis, die uns vorschreiben, wie wir unser Leben zu gestalten und unsere Kinder großzuziehen haben? Brauchen wir die ständige Rechtfertigung nach allen Seiten hin, für unsere persönlichen Lebensentscheidungen? In welcher Welt leben die Gegner der häuslichen Kinderbetreuung, wenn sie immer davon ausgehen, dass der betreuende Elternteil selbstverständlich einen gut dotierten Job aufgibt, wenn er sich in die Niederungen des Windelnwechselns hinablässt? Ist unseren Damen und Herren Volkszertretern nicht klar, dass sich immer mehr Menschen von Praktikum zu Praktikum und von Job zu Job hangeln und dabei mehr recht als schlecht überleben? Die Kinder in die Krippe geben, um den unbezahlten Praktikumsplatz nicht zu verlieren? Was sollte das für einen Sinn haben?

Wer beruflich wirklich etabliert ist, wird selbst für die Kinderbetreuung sorgen können, auch in finanzieller Hinsicht. Wer sich jedoch täglich ins Rattenrennen schmeißen muss, ohne von dem verdienten Geld leben zu können, warum sollte derjenige/diejenige sich nicht lieber in Ruhe um die eigenen Kinder kümmern dürfen?

Der Staat will unser Geld, die Kinder sind ihm scheißegal!


Der Staat subventioniert Kinderbetreuungsplätze mit hohen Geldsummen. Dies könnte im schlimmsten Fall zu der irrwitzigen Situation führen, dass Eltern ihre Kinder gegenseitig fremdbetreuen, um in den Genuss der Förderungen zu kommen: »Erziehst Du mein Kind, erziehe ich Deines, dann gelten wir als Tagespfleger und kommen über die Runden.« Wenn wir an diesem Punkt nicht nein sagen und einen Riegel vorschieben, dann ist der Weg in den Ameisenstaat nur eine Frage der Zeit. Sinn des Ganzen ist, möglichst viele Menschen in abhängigen und abgabenpflichtigen Beschäftigungsverhältnissen zu halten. Die Investition in die Kinderbetreuung zahlt sich für den Staat aus, da die Subventionen auf lange Sicht über höhere Steuereinnahmen wieder hereinkommen. Höhere Steuereinnahmen sind das einzige Ziel des staatlichen Drucks zur Fremdbetreuung. Da man das nicht offen sagen kann, verkauft man uns diesen Zwang als Vorteil für die Kinder. Schließlich weiß jeder, dass leibliche Mütter und Väter nichts als Mist machen und unverantwortliche Monster sind, die ihre Kinder zu Kretins erziehen.

Wir brauchen endlich Freiheit!


Warum soll nicht jeder Mensch selbst entscheiden, wie er sein Leben gestaltet? Der Mann einer Karrierefrau würde sich vielleicht sogar über eine mehrjährige Auszeit freuen, in der er sich seinen Kindern widmen könnte, wenn er nicht an allen Ecken und Enden dafür verachtet würde. Und die ewige Praktikantin könnte sich vielleicht Schöneres vorstellen, als sich zum Nulltarif herumkommandieren zu lassen: Sich mit den eigenen Kindern zu beschäftigen. Das aber kann sie nicht, da »Frauen, die nicht arbeiten« bekanntlich nichts wert sind. Andere Eltern entscheiden sich für Fremdbetreuung und Vollzeitarbeit und würden gut damit fahren, wenn da nicht das ewige Rabenmuttergerede wäre. Wie weit also soll der Irrsinn noch gehen? Lasst uns endlich alle in Ruhe, Ihr geschmeidigen Politstrategen, angepassten Mainstream-Journalisten und Garnisonen von Maskulisten, Feministen und sonstigen Isten, die uns in unser Leben pfuschen möchten. Denkt daran: Wir können sehr gut ohne Euch, aber Ihr nicht ohne uns!




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