Donnerstag, 26. April 2012

Exklusives Interview: Carsten Maschmeyer über sein Buch »Selfmade«

Dr. Carsten Maschmeyer,
Autor des Buches
»Selfmade«
Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer ist unter die Buchautoren gegangen und hat mit seinem Erstlingswerk »Selfmade« nicht nur seine Memoiren, sondern auch einen klar formulierten, erstklassigen Ratgeber zum Thema Erfolg vorgelegt. Bestimmende Themen des Buches sind die Planung von Zielen, das Knüpfen von Kontakten, gewinnende Kommunikation, Zeitmanagement und der Umgang mit Geld. Und so freut es uns, dass es uns gelungen ist, Carsten Maschmeyer für ein exklusives Interview zu gewinnen, die Fragen stellte Ursula Prem.


Ursula Prem: Herr Dr. Maschmeyer, das Knüpfen von Kontakten, wie Sie es in Ihrem Buch beschreiben, zeigt viele Parallelen zu den Prinzipien des freundschaftlichen Teamworks, das heute als hohes Bildungsziel in aller Munde ist: Zusammenarbeit zum Wohle aller Beteiligten. Wie erklären Sie sich, dass Zusammenarbeit dennoch von außenstehenden Menschen als negativ wahrgenommen wird, sobald sie den gewünschten Erfolg nach sich zieht?

Carsten Maschmeyer: Zusammenarbeit ist ganz anders zu verstehen, nämlich als ein weit verbreitetes Prinzip der Arbeitsorganisation, weil bekannt ist, dass auf diese Weise häufig die besten Ergebnisse erzielt werden. Dasselbe gilt für das berufliche Netzwerken. Journalisten können einen besseren Artikel schreiben, wenn sie Zugang zu diversen hochkarätigen Quellen haben und Leistungssportler können womöglich bessere Leistungen aus sich herausholen, wenn sie nicht nur einen guten Trainier, sondern auch einen guten Ernährungsberater und Physiotherapeuten finden. Bei beiden Beispielen geht es darum, die nötigen Kontakte zu haben und erfolgreich zusammenzuarbeiten.


Selfmade
von Carsten
Maschmeyer
>>amazon
U.P.: Über 100.000 Privatinsolvenzen gibt es jedes Jahr in Deutschland. Auf Seite 275 Ihres Buches raten Sie Ihren Lesern: »Geben Sie weniger aus, als Sie einnehmen«. Welche Erklärung haben Sie dafür, dass immer mehr Menschen solche scheinbaren Selbstverständlichkeiten nicht beherzigen und sich für kurzfristigen Konsum oder Urlaubsreisen in hohe Schulden stürzen? Ist die Hemmschwelle zur Aufnahme von Konsumkrediten in den letzten Jahren gesunken? 

C.M.: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen generell wenig Kenntnis darüber haben, wie man mit Geld umgeht. Deshalb wäre mir am liebsten, das würde an Schulen als Unterrichtsfach eingeführt. Einen Kredit aufzunehmen, beispielsweise für die Anschaffung von Konsumgütern oder Reisen, halte ich per se für falsch. Solche Ausgaben sollte man nur tätigen, wenn man das Geld auch wirklich verfügbar hat. Natürlich muss man immer die individuelle Situation betrachten, aber man darf eben nicht über seinen Verhältnissen leben. Wer sich ein Finanzpolster anlegt nach der Faustformel: 1. Einnahmen erhöhen, 2. Kosten senken, 3. Gewinn anlegen – Kurz EKG, sollte auf einen Kredit verzichten können.


U.P.: Was ist Ihrer Meinung nach der Grund dafür, dass erfolgreiche Menschen in Deutschland in vielen Fällen medial abgeschossen werden, während sie in Ländern wie den USA als Vorbilder gelten, denen nachzustreben sich lohnt?

C.M.: In den angelsächsischen Ländern heißt es: »Der ist erfolgreich, der könnte Bürgermeister werden!«. In Deutschland sucht man nach dem Haar in der Suppe. Oder die Menschen vergleichen sich. Viele verbinden zum Beispiel ein eigenes Haus auch mit Glück. Mancher sagt dann leider: »Warum hat mein Nachbar ein größeres?« Da fängt dann das Unglück an. Denn mit dem Vergleichen kommt oft der Neid und dann das Unglück. Das erscheint mir sehr deutsch.


U.P.: In einem Interview sagten Sie einmal, das deutschsprachige Europa sei das »Epizentrum des Neids«. Ist dies eine Frage der Mentalität oder gibt es dafür andere Ursachen? Wie wäre diese Tendenz veränderbar?

C.M.: Neid bringt eine Gesellschaft nicht weiter, wenn sie destruktiv wirkt und dazu führt, dass man bei erfolgreichen Menschen die schlechten Seiten sucht, damit sie etwas weniger zu beneiden sind. Neid kann aber auch konstruktiv wirken, indem er Menschen anregt, sich anzuschauen, was man an anderen genau bewundert und was zu tun ist, um sich ebenfalls weiterzuentwickeln und Erfolge zu realisieren. Wenn eine Gesellschaft das schafft, würde sich viel bewegen.


U.P.: Hand in Hand mit dem Neid erleben wir, dass allgemeines Jammern sich ausbreitet. Menschen, die sich aktuell keine Urlaubsreise und keinen Flachbildfernseher leisten können, empfinden sich bereits als arm. Wie erklären Sie sich, dass so viele oft noch junge Menschen einfach aufgegeben haben und mit ihrem Schicksal hadern?

C.M.: Das hat viel mit der Geisteshaltung zu tun. Natürlich erleidet jeder von uns auch einmal Rückschläge, aber entscheidend ist der Umgang damit. Ich plädiere dafür, Rückschläge als Chancen zu begreifen, als Vorschläge für bessere Lösungen. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied und ich möchte mit meinem Buch dazu motivieren, das Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und aktiv zu werden, die individuelle Situation zu verbessern. 


U.P.: Denken Sie, die in Ihrem Buch vorgestellten Prinzipien wären auch in größerem Stil anwendbar? Beispielsweise zur Konsolidierung der Staatsfinanzen?

C.M.: Die Grundregeln, die für Einzelpersonen gelten, sind größtenteils auch eine Anleitung für Staaten, denn Schulden vermeiden, Sparen und Streben nach Einnahmenverbesserung haben auch hier Gültigkeit. Nur ist die Konsolidierung der Staatsfinanzen sehr komplex und unterliegt vielen weiteren Einflussfaktoren, aber vom Grundsatz her gilt das Kapitel des Buches. 


U.P.: In Ihrem Buch empfehlen Sie, das Thema Geld als Schulfach einzuführen. Wie stellen Sie sich die Ausgestaltung eines solchen Unterrichts konkret vor?

C.M.: Wir lernen in der Schule wie lang der Nil ist und wann die Azteken wo herumgelaufen sind. Aber existenzielles Wissen über den richtigen Umgang mit Geld lernen wir nicht. Meines Erachtens wären ein paar Stunden Finanzerziehung, in denen schon Kinder die Grundlagen über Einnahmen und Ausgaben sowie Geldanlage lernen, eine sinnvolle Bildungsmaßnahme. 


U.P.: Welche Frage, die Ihnen noch nie gestellt wurde, wollten Sie schon immer einmal gerne beantworten?

C.M.: Ich würde mich gerne zur Resonanz meines Buches äußern. Hiermit bin ich nämlich sehr zufrieden, insbesondere, dass sofort eine weitere Auflage gedruckt wurde; und ich freue mich natürlich über die Platzierung des Buches unter den Spiegel-Bestsellern sowie den Zuspruch und die diversen Mails, wie nützlich das Buch sei.


U.P.: Herr Dr. Maschmeyer, vielen Dank für das Interview. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg und Ihrem Buch eine weite Verbreitung!





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