Montag, 26. März 2012

»Selfmade« von Carsten Maschmeyer

Selfmade
von Carsten
Maschmeyer
Vor nicht allzu langer Zeit gab es hier im Blog eine muntere Diskussion zum Thema Ashting, das heißt: zu der Frage, ob man Bücher unbedingt gelesen haben sollte, ehe man eine Rezension über sie veröffentlicht. Ans Tageslicht kam, dass viele Menschen es ganz in Ordnung finden, Vorbehalte gegen die Person des Autors durch eine negative Rezension über sein Buch zum Ausdruck zu bringen, ohne das Werk eigentlich zu kennen.

Ich für meinen Teil fühle mich durch eine größere Anzahl von Buchverrissen, deren Schreiber durchblicken lassen, das Buch gar nicht gelesen zu haben, oft zum Kauf animiert, vorausgesetzt natürlich, die Thematik des Buches interessiert mich. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass sich auf diesem Wege meistens ein ausgesprochen interessantes Buch entdecken lässt. Diesmal, ich gebe es unumwunden zu, war meine Kaufhürde ein wenig höher, als ich sah, dass das neue Buch »Selfmade« von Carsten Maschmeyer auf Amazon einen Schwung Negativrezensionen einheimste. Ich musste mir erschrocken eingestehen, dass der Name Maschmeyer auch in mir negative Empfindungen hervorrief, obwohl ich über seinen Träger kaum etwas Konkretes wusste. War ich wirklich schon so tief gesunken, alles zu glauben was »man« so sagt, ohne mir ein eigenes Bild zu machen?

Also googelte ich ein wenig und fand einen Haufen Beschimpfungen, aber wenig Greifbares. Der stärkste Vorwurf bezieht sich wohl auf die Tatsache, dass die von Maschmeyer gegründete Firma AWD unter anderem Anteile an geschlossenen Fonds verkauft hatte, deren Wert in den Keller gegangen war. Tragisch und furchtbar für die Anleger, das ist klar. Aber mal im Ernst: Tut das nicht auch jede Bank? Werden nicht von sämtlichen Finanzinstituten Fondsanteile beworben und verkauft, deren Wertentwicklung in den Sternen steht? Und ist es inzwischen nicht allgemein bekannt, dass die hohen Chancen solch einer Geldanlage mit enormen Risiken einhergehen? Wer sein Geld bei einer Fußballwette einsetzt, ist sich der Tatsache bewusst, dass seine Mannschaft auch verlieren kann. Also setzt er im Zweifelsfall eine verschmerzbare Summe und freut sich, wenn er Glück hat.

»Selfmade« hat mich nicht enttäuscht


Das Gesamtbild der Google-Serps zum Namen Carsten Maschmeyer veranlasste mich schließlich zum Kauf des Buches »Selfmade«, und ich wurde nicht enttäuscht. Getreu der Erkenntnis, dass die guten Dinge im Leben sich immer durch Einfachheit auszeichnen, bringt Maschmeyer die entscheidenden Fakten, wie man das Leben auf Erfolgskurs bringt, auf den Punkt. Nach dem Motto »Tu es oder lass es« schreibt er über scheinbare Selbstverständlichkeiten wie das Definieren von Zielen, Zeitplanung oder Kontaktpflege. Doch so selbstverständlich, wie manche Kritiker meinen, sind diese Dinge gar nicht: Wären sie es, dann würden sie längst flächendeckend umgesetzt und sogar an Schulen unterrichtet!

Formt chronischer Misserfolg aufgrund der Unkenntnis einfacher Grundregeln bessere Menschen? Ist das Anhäufen sinnloser Konsumschulden bis hin zur Privatinsolvenz, das heute bereits zum Volkssport geworden ist, wirklich ein erstrebenswertes Lebensziel? Hier ein Leasingvertrag, dort ein paar Raten und dann noch das Zweithandy: Die Schuldenfalle schnappt heute oft schon zu, ehe ein Mensch beruflich etabliert ist. »Geben Sie weniger aus, als Sie einnehmen«, lautet eine der einfachen Grundregeln aus Maschmeyers Buch, zu finden auf Seite 275. Wenn auch nur ein einziger Mensch diesen Rat liest und beherzigt und dadurch dem Schicksal entgeht, zum traurigen Star in Peter Zwegats Sendung zu werden, dann hat das Buch seinen Zweck erfüllt. Ich werde auf jeden Fall demnächst noch ein paar Exemplare erwerben, zum Verschenken an junge Menschen aus meinem Bekanntenkreis.
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