Montag, 27. Februar 2012

Twin-Pryx von John Asht

Würdigung eines Romans von
Walter-Jörg Langbein


Twin Pryx
Unzählige Wissenschaftler haben in den vergangenen Jahrhunderten eine nicht mehr zu überblickende Fülle an Wissen zusammengetragen. War einst der Universalgelehrte das Ideal schlechthin, so ist heute an die Stelle des »Genius universalis« der Spezialist getreten. Spätestens im 19. Jahrhundert begann auf allen Gebieten der Wissenschaften die Spezialisierung. War einst die Physik ein wichtiger Zweig von mehreren am »Baum der Erkenntnis«, so ist heute die Physik ein höchst komplexes Gebiet der Naturforschung, auf dem sich unzählige Spezialisten tummeln. Auch und gerade die moderne Physik verdeutlicht den Weg, den die Wissenschaften im Verlauf der vergangenen Jahrhunderte gegangen sind: vom möglichst umfassenden Gesamtbild zum immer kleiner werdenden Teilaspekt.

Einst war den Menschen die Natur rätselhaft. Naturphänomene wie Donner und Blitz wurden himmlischen Mächten zugeschrieben. Die Wissenschaften setzten auf Forschung und entschleierten das Geheimnisvolle. Sie entdeckten Naturgesetze, sie machten das Wirken von Göttern obsolet. Je mehr aber über die Struktur der Wirklichkeit bekannt wurde, desto geheimnisvoller erscheint die Realität. Die heutige Quantenphysik, zum Beispiel, sprengt schon längst die menschliche Vorstellungskraft. Was sind Quanten? Warum agiert das gleiche Objekt mal wie ein Teilchen, mal wie eine Welle?

Vor Jahrtausenden unterschied man zwischen dem allgemein zugänglichen Wissen (»Exoterik«) und den Erkenntnissen, die nur einem kleinen Kreis von Eingeweihten zugänglich sind (»Esoterik«, inneres Wissen). Die moderne Wissenschaft entwickelt sich wieder zur Esoterik. So ist die moderne Quantenphysik heute (nach der ursprünglichen Definition des Begriffs) esoterisch. Bislang sind alle Versuche gescheitert, eine nachvollziehbare Theorie für alle in der Realität wirkenden Kräfte zu formulieren.

Unzählige Wissenschaftler haben umfangreiches Wissen erarbeitet, sich dabei immer stärker spezialisieren müssen. Sie scheiterten aber bislang beim Versuch, so etwas wie eine universelle, allgemeingültige Weltformel zu entdecken.... nach der immer noch gesucht wird. Gibt es so etwas wie eine Kraft, die alle Erscheinungsformen der Wirklichkeit erklärt? Gibt es so etwas wie ein Naturgesetz, das die Realität in ihrer unüberschaubaren Komplexität wirklich verständlich macht?

So lange es keine einheitliche Theorie aller Grundkräfte gibt, sind Philosophen gefordert... oder Schriftsteller.

Seit mehr als drei Jahrzehnten erkunde ich die Welt, bereise stets auf den Spuren der großen Geheimnisse unseres Planeten. In dreißig Büchern habe ich vor allem das Geheimnisvolle und Rätselhafte beschrieben. Ich habe mich – auch – mit der alten Tradition der Esoterik auseinander gesetzt. Gibt es Zusammenhänge, gibt es Verbindungen zwischen scheinbar voneinander unabhängigen Geschehnissen? Gibt es so etwas wie Schicksal? Gibt es wirklich die Freiheit des Individuums, eigene Entscheidungen zu treffen? Oder gibt es so etwas wie eine höhere Macht, die uns Menschen lenkt.... wie Marionetten? Unzählige Fragen warten auf Antworten. Gibt es die eine Antwort auf alle Fragen, die von den Quantenphysikern gesucht wird?

Ich lese in erster Linie Fachliteratur, nur ganz selten Romane. John Asht ist nun ein fulminanter Roman gelungen, der mich von der ersten bis zur letzten Zeile in seinen Bann gezogen hat. Warum? Sein Werk lässt sich nicht in eine der bei uns Deutschen so beliebten Schubladen einordnen. Es ist wie ein Werk von Jules Verne, das uns um die Welt zu fantastischen Schauplätzen führt. Es ist wie ein Werk von Hans Küng, das uns religiöse Hintergründe erklärt. Es ist wie ein Kompendium der Esoterik, das uns in die Welt der unsichtbaren Kräfte einführt. Es ist ein Buch, das in einer komplexen Handlung die Grenzen zwischen Realität und Phantasie verschwimmen lässt. Es ist ein Buch, das uns zum Nachdenken anhält: über die Wirklichkeit hinter der scheinbaren Wirklichkeit... und das auf unterhaltsame, spannende Art und Weise.

Um zu erkennen, wie hintergründig »Twin-Pryx« von John Asht ist, muss man aber die Bereitschaft mitbringen, sich wirklich auf diesen »fantastischen Abenteuerroman« einzulassen. Um »Twin-Pryx« wirklich auch nur ansatzweise verstehen zu können, muss man die mehr als 900 Seiten wirklich gründlich lesen, ja studieren... ja mehrfach auf sich wirken lassen.

Mich jedenfalls hat John Ashts Gesamtszenario gefesselt, mehr als jedes wissenschaftliche Werk, mehr als jede philosophische Abhandlung, mehr als jede religiöse Diskussion. Mich hat die Fülle begeistert, die »Twin-Pryx« bietet.. die Fülle an Denkanstößen, die Fülle an Gedanken zur Wirklichkeit, die Fülle an fundiertem Wissen aus unterschiedlichsten Quellen... von den verbotenen Büchern der Apokryphen bis zu den Legenden der Kelten, von der Apokalypse der Bibel bis zur Esoterik der »Alten Ägypter«.

John Ashts »Twin-Pryx« ist ein spannender Roman, der das Zeug dazu hat, unzählige Diskussionen anzuregen, etwa über den Sinn des Lebens. Damit der Roman diese erfreuliche Wirkung entfalten kann, damit man den tieferen Inhalt dieses Romans erkennen kann... muss man sich allerdings auf »Twin-Pryx« einlassen. Man muss das opulente Werk wirklich gründlich lesen.

Damit sind aber, so fürchte ich, in unserer Welt der schlichten Fernsehunterhaltung viele Zeitgenossen überfordert. Das aber darf man dem Roman nicht anlasten!

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