Freitag, 30. September 2011

Der Michael-Jackson-Prozess - Die Freitagskolumne von Ursula Prem

Ursula Prem
Geld vergiftet die ganze Welt, wenn es aus seiner eigentlichen Funktion als reines Tauschmittel herausgehoben und zu einem Fetisch gemacht wird, wie es heutzutage der Fall ist. Einen Urzusammenhang zwischen möglichst viel Geld und existenziellen Bedürfnissen herzustellen, das geht in den meisten Fällen übel aus. Wir sehen das am bisherigen Umgang der Menschheit mit der Atomenergie, wir erkennen es am Reichtum des internationalen Waffenhandels, ja, sogar das »älteste Gewerbe der Welt« liefert ein schlagendes Zeugnis dafür, dass die Grundbedürfnisse in unguter Weise befriedigt werden, wenn sie sich mit Geldgier verknüpfen.

Das musste auch Michael Jackson erfahren, der verzweifelt versuchte, sich gegen ein Honorar von 150.000 US-Dollar monatlich bei Dr. Conrad Murray etwas Grundlegendes zu kaufen, das jedem Wesen normalerweise kostenlos zur Verfügung steht: Schlaf. Nicht mehr schlafen zu können, das ist reine Folter. Nicht umsonst ist der Schlafentzug in die Liste der »Weißen Foltermethoden« aufgenommen worden, gleichgesetzt etwa mit Isolationshaft. Da ist die Versuchung für einen reichen Menschen wie Michael Jackson groß, Schlaf wie eine Ware einzukaufen. Doch: Welchen Schlaf bekommt man für 150.000 Dollar? Einen erfrischenden, erholsamen Schlaf, aus dem man nach acht oder zehn Stunden erwacht, bereit zu neuen Taten? Oder doch eher ein komatöses Dahindämmern ohne jeden Erholungswert?

Wer einmal über einen längeren Zeitraum ohne Schlaf gelebt hat, der wird nachvollziehen können, dass selbst ein Koma dem permanenten Wachbleibenmüssen vorzuziehen ist. Wenn es schon keine echte Ruhe gibt, so gibt es doch wenigstens ein Vergessenkönnen über einige Stunden.

Dr. Conrad Murray, selbst in chronischen Geldnöten, ist auf das Angebot eingegangen. Er verdingte sich als Leibarzt bei Michael Jackson und verkaufte ihm – Schlaf. Dabei ist er nicht etwa hingegangen und hat zu Jackson gesagt: »Schmeißen Sie den ganzen Mist weg, mit dem Sie sich umgeben und der Sie künstlich wach hält. Gehen Sie hin und schlagen Sie Ihrem Vater mal so richtig ins Gesicht, dann werden Sie sich besser fühlen. Konsolidieren Sie die Reste Ihres Vermögens und verzichten Sie auf diese Tournee, für die Sie momentan keine Kraft haben. Dann werden Sie wieder schlafen können.« - Nein, das alles hat Dr. Conrad Murray nicht gesagt. Stattdessen füllte er seinen Auftraggeber ab mit dem Narkosemittel Propofol. Koma für Schlaf: Dr. Conrad Murray hat sich verhalten wie eine Hure, die ihren Kunden Sex für Liebe unterschiebt. Verwerflich, möchte man im ersten Augenblick sagen. Doch wenn man darüber nachdenkt, dann stellt man fest: Dr. Conrad Murray hat nichts falsch gemacht.

Was würde ein Freier einer Hure erzählen, wenn die ihm sagen würde: »Reinstecken ist nicht, aber wir können miteinander über Deine Probleme sprechen und ein echte Beziehung aufbauen!«? - Richtig: Er würde sich schnellstens eine andere Hure suchen. Denn er will ja keine Beziehung. Er will ihn wirklich bloß reinstecken. Unsere verständnisvolle Hure mit dem großen Herzen wird sich kurz darauf bei der ARGE anstellen müssen, auf der Suche nach einem neuen Job. Wenn sie das nicht möchte, wird sie auf die Wünsche ihrer Kunden eingehen und einfach die Klappe halten.

Dr. Murray hat diese Grundregel aller Huren beachtet. Was hätte er auch anderes tun sollen? Hätte er in der oben genannten Weise zu Jackson gesprochen, wäre er mit Sicherheit achtkantig rausgeflogen. Jackson hätte einem anderen die 150.000 Flocken im Monat rübergeschoben, einem, der weniger blöde Fragen stellt und die gewünschte Leistung erbringt.

Alles in allem wird der Begriff der »ärztlichen Sorgfaltspflicht« hier überstrapaziert. Jeder, der nicht total verblödet ist, dürfte wissen, dass eine tägliche Vollnarkose der Gesundheit nicht zuträglich ist. Studiert zu haben jedenfalls braucht man dazu nicht. Das Gerede von der »ärztlichen Sorgfaltspflicht« in einem gesellschaftlich gewollten Spannungsfeld zwischen dem großen Geld und drückenden Schulden ist nichts anderes, als das verlogene Geschwafel irgendwelcher Pfaffen, die auf der einen Seite Keuschheit predigen, aber heimlich kleine Kinder missbrauchen.

Michael Jackson hat auf der Suche nach Schlaf den Tod gefunden. Das ist entsetzlich tragisch. Ob Dr. Murray oder irgendjemand sonst auf der Welt das aber hätte verhindern können, das ist mehr als fraglich.

Sonntag, 25. September 2011

88 »Auf der Suche nach verschollenen Pyramiden«

Teil 88 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

Die grüne Hölle vom
Sangay - Foto:
W-J.Langbein
Man stelle sich Hunderte von Pyramiden unterschiedlicher Größe vor. Aus der Luft betrachtet, ergeben sie riesige Bilder ... zum Beispiel von einem Giganten beim Sex mit einer Riesenkatze ... Man stelle sich vor, diese gewagten Darstellungen wurden vor Jahrtausenden im Urwald geschaffen ... Ist das der Stoff, aus dem Indiana-Jones-Filme gemacht werden? Die Bildnisse aus Pyramiden gibt es wirklich ... in Ecuador, unweit des Sangay-Vulkans ... mitten in dichtestem Urwaldgestrüpp.

Warum man nie etwas von diesem Geheimnis erfährt? Weil man eine strapaziöse Anreise auf sich nehmen muss, so man vor Ort recherchieren möchte ... Mit einigen Freunden machte ich mich vor Ort auf die Suche nach verschollenen Pyramiden ... und jegliche Abenteuerromatik verging recht schnell ...

Der »KLM-Cityhopper« startet pünktlich auf die Minute um 19.55 in Hannover. Das sonore Brummen der Propeller wirkt vertrauenerweckend. Die gelegentlichen »kleinen Turbulenzen« schütteln uns – Steffi, Torsten und mich – kräftig durch. Unser Anschlussflug gen Südamerika hat reichlich Verspätung. Erst um 3.40 morgens geht es weiter Richtung Südamerika. In Curaçao wird – warum auch immer – ein Zwischenstopp eingelegt. Schade, dass wir die Karibik-Insel nicht erkunden können ... denn schon geht es weiter nach Quito. 6.30 Uhr Ortszeit landen wir ... Freudig werden wir von Willi begrüßt.

Die Brücke über den
Rio Pastaza -  Foto: WJL
Von Quito sollte es eigentlich per Flugzeug weiter nach Macas gehen ... zu unserer Urwaldexpedition auf der Suche nach verschollenen Pyramiden. Wir sind zuversichtlich: Prof. M., Archäologe, stimmt uns optimistisch, weiß er doch ganz genau, wo die rätselhaften Pyramiden zu finden sind. Leider hat er aber eine Kleinigkeit vergessen. Er hat es versäumt, uns Plätze für den Flug zu reservieren. Es zeigt sich kurz vor dem geplanten Abflug, dass der Donnervogel vollkommen ausgebucht ist ... Der Terminplan für unsere Südamerikareise bietet keine freien Tage. Wir müssen Termine einhalten ... und den Bus nehmen. Die 245 Kilometer Luftlinie wären im Flugzeug ein Klacks gewesen ... im Bus ist die Nachtfahrt eine echte Tortur.

Es gibt nur einen Bus, der diese Strecke über marode »Landsträßchen« abklappert. Er hält an jeder »Milchkanne«. Ständig werden riesige Kisten und sperrige Bündel aufs Busdach gewuchtet oder wieder abgeladen. Mit vereinten Kräften stemmen drei Männer mit Schnüren zusammengebundene dicke Äste hoch zu Koffern und Zementsäcken. Ständig steigen neue Fahrgäste ein und andere wieder aus. Die Fahrt verläuft ohne nennenswerte Zwischenfälle. Die eine oder die andere Ziege bedarf einer gewissen Überredungskunst, steigt dann aber doch meckernd in unser Vehikel ein. Ich muss zugeben, die Luft ist nach einigen Stunden der Fahrt schon etwas stickig-muffig ... aber daran gewöhnen sich die Tiere rasch.

Nachtfahrt Quito Macas
Foto: Torsten Sasse
Mitten in der Nacht erreichen wir den »Rio Pastaza«. Alles steigt aus ... in pechschwarzer Nacht, mitten im Urwald. Mit unserem Bus können wir nicht weiter ... Kaum einer bleibt im Bus. Jeder sucht sich eine möglichst bequeme Sitzgelegenheit, einen alten Baumstumpf oder einen großen Stein. Langsam wird es Morgen. Emsig wird das Gepäck vom Busdach gewuchtet. Zu Fuß geht es über eine nicht wirklich vertrauenerweckende Brücke. Und auf der anderen Seite können wir dann fahrplanmäßig mit einem anderen Bus weiterfahren ... einige Stunden später.

Wir schleppen unser Gepäck über die Brücke ... unbeeindruckt von den wackeligen und manchmal verdächtig morschen Holzbrettern. Nur einige Stunden später klettern wir in den Anschlussbus. »Bald sind wir in Macas!« prophezeit der Professor wohlgelaunt. »Dann gibt es ein herzhaftes Frühstück. Ich kann den Kaffeeduft schon förmlich riechen ...« Ich will ein wenig schlafen, komme aber nicht dazu ... Einige Stunden später sitzen wir aber immer noch nicht beim so sehnlich herbei gewünschten Frühstück. Wieder legt der Bus eine außerplanmäßige »Pause« ein ... wieder hält uns eine Reifenpanne auf ... die dritte in kürzester Zeit.

Macas ... Endlich sind wir in Macas ... keine fünfzig Kilometer entfernt ragt der Vulkan Sangay in den Himmel, stolze 5230 Meter hoch ... ein Berg, der die Menschen schon vor Jahrtausenden immer wieder in Angst und Schrecken versetzte ... Ein Tor zur Hölle ... ein Weg zum Himmel. Der Sangay mag schon als göttlich verstanden worden sein, als in Europa »tumbe« Höhlenmenschen hausten.

Der Sangay-Vulkan
Foto: Albert Backer
»Sehr, sehr selten rumort er!« beruhigt uns Professor M. Zum letzten Mal brach der Sangay 1918 aus. Der mächtige Berg sei »halbschlafend« und daher »ungefährlich«, so konstatierten damals die Experten beruhigend. 1998 sahen sich die örtlichen Behörden allerdings dazu genötigt, den Sangay zum »aktiven« Feuerberg zu erklären. Es rumorte heftig in der vulkanischen Unterwelt. Am 5. Oktober kam es zu einer heißen Gaseruption. Ein australischer Bergsteiger und sein Guide aus Ecuador kamen ums Leben. Es rumorte im Vulkan. Rotglühende Lavaströme quollen aus dem Schlund. Wabernde Schwefelwolken versetzten die Menschen in Angst und Schrecken. Stand ein Ausbruch bevor? 20.000 Menschen wurden evakuiert, Straßen wurden gesperrt. Die befürchtete Katastrophe blieb aus ... bis heute. Sie ist längst überfällig ...

Die Menschen von Macas denken nicht gern über die Gefahr nach, in der sie schweben. Eine Evakuierung von Zigtausenden Bewohnern in womöglich kürzester Zeit ist nicht machbar. Die kleinen Sträßchen lassen das nicht zu. So leben die Menschen wie auf dem sprichwörtlichen Pulverfass ...

Eine schmale Straße als Fluchtweg - Foto W-J.Langbein

















»Im Urwald«,
Teil 89 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 02.10.2011


Samstag, 24. September 2011

Poesie am Samstag- Sylvia B. »Auf ihre alten Tage«

sie schlief mit mir in einem raum
für kurze zeit war sie gast
im hause meiner eltern
und ich
sollte rücksicht nehmen auf sie
die alles mit geld regelte
mich
konnte sie nicht kaufen
und das ahnte sie
und doch
nahm ich rücksicht
und das
wusste sie zu schätzen

Illustration: Sylvia B.
sie war alt und wirkte
voller würde und voller kraft

drei männer hatte sie verschlissen
und überlebt
jeder von ihnen
hat ihr vermögen gemehrt

und nun war sie gast
im hause ihrer tochter
im hause meiner eltern

sie ruhte bereits als ich
mein bett aufsuchen wollte

ich öffnete die tür zu meinem zimmer
das licht warf meinen schatten
auf ihr bett
und sie sah mich
als schwarze kontur
im türrahmen stehen

die augen weit aufgerissen
mit schriller stimme
angstunterlegt
zischte sie

weiche von mir
leibhaftiger

ich sprach sie an
sie starb fast vor angst
ich machte licht
erleichtert sagte sie
du bist das

auf ihre alten tage
fielen ihr ihre sünden ein
erschienen ihr die schatten der vergangenheit
auf ihre alten tage
wurde sie fromm
hatte sie angst
dass der teufel sie holen wollte

erst
auf ihre alten tage

als sie starb war sie alleine
aber bis dahin
hat sie es bestimmt geschafft
den teufel
zu bestechen

(bisher unveröffentlicht)

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Freitag, 23. September 2011

Papstrede: Defensive auf hohem intellektuellem Niveau - Die Freitagskolumne von Ursula Prem

Ursula Prem
Mit Spannung war die umstrittene Rede von Papst Benedikt XVI. erwartet worden. Und so tobte am Potsdamer Platz die Gegendemonstration, während der Papst im Bundestag Gemeinplätze in wohlgefeilte Worte goss, wenngleich auf hohem intellektuellen Niveau. Nach einem Abriss über die zeitweilige Diskrepanz zwischen Gewissen und Recht ging der Papst zu einer Vorlesung über, die vor der Alleinherrschaft positivistischer Vernunft warnte und dabei sogar lobende Worte für die Öko-Bewegung fand. Da wird sich Christian Ströbele, der aus Protest schon vorab den Saal verlassen hatte, noch nachträglich verwundert die Augen reiben.

Eine durch und durch defensive Rede. In der Tat: Die meisten Menschen werden wohl den grundlegenden Aussagen dieser Papstrede zustimmen, seien sie nun Katholiken oder nicht. Dass Wissenschaftsgläubigkeit nicht alles ist, dass Politiker sich ihrer Verantwortung bewusst sein und nicht nur nach materiellem Gewinn streben sollen, wer würde das nicht unterschreiben?

Möglichst wenig Ansatz für Widerspruch zu bieten, das scheint die Prämisse dieser Rede gewesen zu sein. Noch mehr Widerspruch, das wäre wohl auch das Letzte, was die katholische Kirche in dieser Zeit gebrauchen könnte. Getreu dieser Logik wirkte Benedikt fast schüchtern, als er über die Idee der Menschenrechte sprach, die »von der Überzeugung eines Schöpfergottes her« entwickelt worden sei. Gemeinplätze eben, wie sie stets von den Kirchen zu erwarten sind, wenn es darum geht, sich um konkrete Probleme herumzudrücken. Kein Wort über die Menschenrechte der von katholischen Priestern missbrauchten Kinder. Kein Wort auch über die Menschenrechte von Frauen, die nach dem katholischen Menschenbild noch immer faktisch als weniger wertvoll betrachtet werden, wenngleich dies mit allen rhetorischen Tricks stets bestritten wird. Wie ist dies mit den, angeblich durch den Schöpfergott veranlassten, Menschenrechten in Einklang zu bringen? Etwa durch die Überzeugung, dass Gott selbstverständlich ein Mann ist?

Warum diese Rede dennoch niemals hätte stattfinden dürfen
Wer die Rede am Fernsehschirm verfolgt hat, dem werden die vielen malerischen Gestalten aufgefallen sein, die plötzlich den Bundestag bevölkerten. Religiöse Funktionäre in großer Zahl. Kein schöner, vielmehr ein beunruhigender Eindruck, der mich unmittelbar an die Bilder von politischen Veranstaltungen in fundamentalistisch-islamischen Ländern erinnert hat. Was wohl wäre von einem Parlament zu erwarten, wenn diese Zusammensetzung Normalität wäre? Sollen die Führer religiöser Sekten in Parlamenten demokratischer Staaten das Wort ergreifen dürfen, auch wenn die betreffende Sekte sehr groß und ihr Anführer ein Deutscher ist? - Ich meine: Nein. Denn die Rede eines Religionsführers in einem weltlichen Parlament suggeriert einen Führungsanspruch, der weit über den eigenen Mitgliederkreis hinausgeht, selbst dann, wenn der Redner vorher Kreide gefressen hat ...

Montag, 19. September 2011

September 2011: Zweijähriges Bestehen von »Ein Buch lesen!«


Oben: Walter-Jörg Langbein (li)
Sylvia B. (re)
Unten: Ursula Prem (li)
g.c.roth (re)
Vor genau zwei Jahren gründete sich die Autorengemeinschaft »Ein Buch lesen!«. Ihre Mitglieder verdankten dies dem glücklichen Zufall, in den Weiten des Internets zufällig am selben Ort gewesen zu sein. Da war es nur ein kleiner Schritt zu der Erkenntnis, dass gemeinsame Buchwerbung nicht nur viel bewirken kann, sondern auch noch großen Spaß macht. Hinzu kommt natürlich, dass jeder Einzelne persönliche Stärken mitbringt, die der Gemeinschaft zugute kommen.

Wir, das sind die Buchautoren Sylvia B., Walter-Jörg Langbein, g.c.roth und Ursula Prem, die heute die »Kernbelegschaft« von »Ein Buch lesen!« bilden, sind seit September 2009 zu so etwas wie einer virtuellen Wohngemeinschaft zusammengewachsen. Entstanden sind große Projekte, wie dieses Blog und das Nachrichtenblog, dazu betreiben wir einen gemeinsamen Twitter-Account und eine kürzlich gegründete Facebook-Seite. Im »Ein Buch lesen!«-Buchshop sind nicht nur unsere, sondern auch die Bücher unserer Gastautoren erhältlich.
Alles in allem blicken wir auf zwei aufregende, arbeitsreiche Jahre zurück, denn auch die eigenen Webprojekte und nicht zuletzt das Bücherschreiben sollen bei alldem nicht zu kurz kommen.

Bedanken möchten wir uns bei unseren Gastautoren und allen Freunden, die uns durch zahlreiche Beiträge, Retweets und Links dabei geholfen haben, das Blog mit interessanten Inhalten zu füllen und diese auch zu verbreiten. Unser ehrlicher Dank gilt ausdrücklich auch unseren Trolls, die so tatkräftig daran mitarbeiten, dass über uns gesprochen wird. Leute, Ihr seid das Salz in der Suppe! ;-)

Aber auch Ihnen, liebe Leserinnen und Lesern, gilt ein dickes Dankeschön für Ihren regen Besuch und viele Buchkäufe. Bleiben Sie uns treu, denn wir haben noch viel vor!

Ihr Team von »Ein Buch lesen!«

P.S.: Abends geht es in der Skype-Straße, in der wir gemeinsam wohnen, schon mal sehr lustig zu. Klicken Sie hier und sehen Sie selbst, mit was für einem übermütigen Haufen Sie es zu tun haben. Übrigens: Wenn Sie mit dem Mauszeiger über das Bild ziehen, können Sie manches entdecken ...

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Sonntag, 18. September 2011

87 »Maria im Dornenbusch«

Teil 87 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Biblische Geschichten
als Comicstrip
Foto: W-J.Langbein
Die Freskenmalereien im Gotteshaus von Urschalling sind so etwas wie eine Bibel für Analphabeten. Farbenprächtige Bilder zeigen wichtige Episoden aus dem Alten wie dem Neuen Testament. Comicstripartig wird so die Geschichte Jesu erzählt ... ohne Worte, ohne Schrift. Eine von wenigen Ausnahmen findet sich hoch oben im Gewölbe. Sie gehören zu einem zweiten Zyklus, der um 1390 entstand. Wir sehen einen altehrwürdigen Greis. In der Linken hält er ein Buch, mit der Rechten deutet er auf Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm. In lateinischer Sprache erklärt ein kurzes Schriftband, wer der alte Mann sein soll: Moses.

Im überaus hilfreichen Kirchenführer »Urschalling« erfahren wir, was Bild und Schriftband (2) zu bedeuten haben: »Moses, in der Linken das Buch (= Wort Gottes) haltend, mit der Rechten hinweisend auf die Offenbarung und Erscheinung Jahwes, die ihm am Gottesberg Horeb zuteil wurde.«

Was immer weniger Menschen des christlichen Abendlandes wissen ... emsige Bibellesern meinen es zu kennen. Aber wissen alle, die meinen, die Geschichte vom Dornbusch zu kennen, wirklich was in der Bibel steht? Nach christlicher Lehre erschien Gott höchstpersönlich im brennenden Dornbusch und gibt Moses
einen Auftrag. Er soll die »Kinder Israel« aus der ägyptischen Gefangenschaft führen. Lesen wir den Text in der Bibel, erfahren wir: Zunächst offenbarte sich nicht Gott im Dornbusch (3):

Ehrwürdiger Greis mit
Buch - Foto: W-J.Langbein
»Moses aber hütete die Schafe seines Schwiegervaters und trieb die Schafe über die Steppe hinaus, und kam an den Berg Gottes, den Horeb. Und der Engel des Herrn erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Dornbusch. Und er sah, dass der Busch im Feuer brannte und doch nicht verzehrt wurde.« Der »Engel« wird im biblischen Text (4) plötzlich zu Gott. Erklärt wird dieser kuriose Vorgang nicht. Sollten zwei unterschiedliche Geschichte – in der einen taucht der Engel, in der anderen Gott selbst im brennenden Busch auf – vermischt worden sein?

Moses jedenfalls wundert sich sehr (5): »Ich will hingehen und die wundersame Erscheinung besehen, warum der Busch nicht brennt.« Es ist symptomatisch für den vermeintlich aufgeklärten Menschen: Wundersames passt nicht in sein Weltbild, eine »natürliche« Erklärung muss her. Im Fall »brennender Dornbusch« wurde die rasch gefunden: Bei dem Busch müsse es sich um eine Abart des »Dictammus Albus« gehandelt haben. Diese Pflanze gedeiht besonders gut in heißen Wüstengegenden. Sie hat an ihren Blättern kleine Drüsen, die eine ölartige Flüssigkeit absondern. Und die entzündet sich an besonders heißen Tagen leicht selbst. So entsteht der falsche Eindruck, dass der Busch brenne. Sobald die brennbare Flüssigkeit von den Flammen verzehrt ist ... erlöscht das Feuer von selbst.

Mir leuchtet diese »Erklärung« nicht ein: Moses war ein Kind der Wüste und kannte zweifelsohne das kuriose Phänomen. Er hat es wohl kaum mit einer göttlichen Erscheinung verwechselt. Was auch immer Moses gesehen haben mag ... Was auch immer aus dem Busch gesprochen haben mag ... in Urschalling ist es Maria mit dem Jesuskind, die in den allenfalls symbolisch angedeuteten Flammen steht.

Maria mit dem Jesuskind
im Dornbusch
Foto: W-J.Langbein
Die Freskenmalerei von Urschalling versucht erst gar nicht, die widersprüchliche Bibelgeschichte in Bilder umzusetzen. Es geht nicht um die Frage, wer denn nun den Moses ansprach ... ob Engel oder Gott. Es ging dem unbekannten Maler vielmehr um eine theologische Aussage, die man vergeblich in der Bibel sucht. Maria und das Jesuskind werden im Bild an die Stelle Gottes gesetzt. Wichtig ist: Es ist nicht Jesus allein, der die Position Gottes im brennenden Dornbusch einnimmt. Dann könnte man so interpretieren: Der unbekannte Maler wollte auf diese Weise die Göttlichkeit Jesu darstellen.

Wird also im Gemälde nicht nur das Jesuskind, sondern auch seine Mutter vergöttlicht? Unbestreitbar ist, dass Maria – über die wir aus der Bibel so gut wie nichts Konkretes erfahren – immer mehr zur himmlischen Lichtgestalt erhoben wird. Drei Dogmen belegen diese grandiose Entwicklung. 1854 wurde das Dogma verkündet, dass Maria unbefleckt empfangen wurde. 1950 wurde es zum Dogma der katholischen Kirche, dass Maria leibhaftig in den Himmel aufgefahren ist. Und 1954 wurde Maria per Dogma zur Himmelskönigin erklärt. Papst Paul verkündete am 21. November 1964, Maria sei die »Mutter der Kirche«, die »Mater ecclesia«.

Himmelskönigin Maria mit dem Jesuskind
Foto: W-J.Langbein
Noch wird die Frage nur diskutiert: Ist Maria als Himmelskönigin und Mutter des Erlösers nicht selbst die »Miterlöserin«? Alles spricht meines Erachtens nach dafür, dass Maria im »Himmel« bald neben Jesus steht. Jesu Geschichte ist stark von uralter Mythologie geprägt. Er ist der »Sonnengott« von einst, dessen Geburt, Verfolgung, Tod und Auferstehung in den Texten des Neuen Testaments verchristlicht werden ...

Die ältesten »Mariendarstellungen« entstanden lange vor dem christlichen Zeitalter in Ägypten! Sie zeigen die Himmelskönigin, die Gottesmutter, die göttliche Isis und ihren Sohn Horus! Als Himmelskönigin – gekrönt und von Sternen umgeben – wird Maria auch in der Kilianskirche von Lügde gezeigt. Nach Jahrzehnten des Studiums alter Glaubensformen und Kulte komme ich zu der Überzeugung, dass die Verehrung der himmlischen Gottesmutter nach und nach wieder an Bedeutung gewinnt. In den Anfängen des Christentums wurde die »heidnische Göttin« verdrängt ... seit vielen Jahrzehnten kehrt sie wieder zurück ... in den Katholizismus.

Himmelskönigin Maria
Foto: W-J.Langbein
Auf meinen Reisen durch Südamerika und die Südsee konnte ich feststellen, wie sehr sich offizieller Katholizismus und katholischer Glauben vor Ort unterscheiden. Die Verehrung der alten Göttinnen – etwa Pachamama – gibt es heute noch. Sie wird von der »niederen« Geistlichkeit vor Ort geduldet, ja akzeptiert. In Rom allerdings verschließt man offensichtlich die Augen vor dieser Entwicklung. Es scheint so zu sein: Gern wurden und werden die Nachkommen der einst so stolzen, verfolgten und gepeinigten Inkas als »katholische Schäflein« in den Schoß der Mutter Kirche aufgenommen. Sie werden mit Stolz als »Christen« in die Statistiken der Religionen aufgenommen. So bleibt das Christentum nach wie vor die größte Religion auf Erden. Dabei sind viele der Christen Südamerikas Verehrer von Muttergöttinnen wie Pachamama, nach christlicher Definition also Heiden! Die »niedere Geistlichkeit« vor Ort ist da pragmatisch.

So manches Gotteshaus habe ich im Verlauf von mehr als drei Jahrzehnten auf meinen Forschungsreisen besucht. Immer wieder erkannte ich, dass sich die christliche Himmelskönigin nicht von heidnischen Himmelsregentinnen unterscheidet. Der göttliche Himmelskönigin begegnete ich in katholischen Gotteshäusern weltweit: von Urschalling am Chiemsee bis nach Mexiko City.

Die Himmelskönigin
von Guadalupe
Foto: W-J.Langbein
Im Protestantismus indes hat man von der Reformation im 16. Jahrhundert an unzählige Kostbarkeiten generalstabsmäßig vernichtet. Heiligenfiguren wurden aus den Gotteshäusern verbannt, uralte Gemälde in Gotteshäusern brutal übertüncht. Mir ist ein Fall aus unseren Tagen bekannt. Da wollte ein evangelischer Pfarrer herrliche religiöse Bildnisse aus »katholischen« Zeiten in »seinem« Gotteshaus schwarz übermalen lassen. Dieser Akt theologisch begründeter Barbarei konnte zum Glück noch rechtzeitig verhindert werden ...

Die Göttin wurde vom Christentum vertrieben. Auf die Verehrung von »Mutter Erde« folgte der Versuch ihrer Unterwerfung. Auf die altehrwürdige Religion folgte »Religion« Wissenschaft, die uns die Herrschaft über die Natur versprach. Es folgte die Ausbeutung der Ressourcen und die Verwüstung unserer Umwelt.

Es ist »5 vor 12«! Aber: Die Göttin ist längst wieder in »christlichem« Gewand zurückgekehrt. In christlichen Kirchen wird längst wieder – ohne dass das den Gläubigen bewusst wird – zur »heidnischen Göttin« gebetet ... zu Maria, die einst eine »Drachengöttin« war. Offensichtlich ist die Sehnsucht nach der Göttin zu stark im menschlichen Bewusstsein verwurzelt als dass wir sie vergessen könnten. Die Göttin lässt sich nicht verbieten ...
.

Moses deutet auf die Himmelskönigin
von Urschalling - Foto: W-J.Langbein
In unserer patriarchalischen Gesellschaft unter männlicher Dominanz wird endlich der Wunsch nach einer Welt im Einklang mit der Natur wieder stärker. Das männliche »Macht euch die Erde untertan!« hat uns sehr nah, zu nah, an die Apokalypse gebracht. Es geht nicht um Frömmelei und theologische Spitzfindigkeiten. Es geht um den Fortbestand des Lebens auf unserem Planeten. Wird es uns gelingen, wieder mit der Natur zu leben?

Fußnoten
1 Brugger, Walter und Bahnmüller, Lisa: »Urschalling«, Raubling, 3. Auflage 2003, S. 10
2 »rubum quam viderit Moyse«
3 Zweites Buch Mose Kapitel 3, Verse 1und 2
4 eben da, Vers 4
5 eben da, Vers 3

»Auf der Suche nach verschollenen Pyramiden«,
Teil 88 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 25.09.2011


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Samstag, 17. September 2011

Poesie am Samstag- Sylvia B. »Die Tochter der Magd«

Illustration: Sylvia B.
ich habe keine träne gesehen
als ihr erstgeborener starb
auch nicht
als ihr mann verschied

ein einziges mal
habe ich sie weinen sehen
und das liegt lange zurück

ihre mutter war magd
bei dem mann
der später ihr vater wurde

die magd diente
in gutem hause

sie hatte es geschafft
den mann zu betören
und herrin des hauses
zu werden
gebar ihm
seine töchter und söhne
führte
ein strenges regiment
machte
den reichen
noch reicher

ihre härte übertrug sie
auf die tochter
die
die nicht weinen konnte
die den makel
ihrer herkunft
für sich behielt

ich weiß es nur durch zufall
da ich das alte scheidungsurteil fand

Illustration: Sylvia B.
als ich sie dann doch
ein einziges mal
weinen sah
erzählte sie mir
dass die frau
die ihre mutter war
als kind ihre geschwister
vergiftet hatte

so hart war die magd
schon als kind
hart genug um später
herrin zu werden

zu mir
war sie nie hart
mich mochte sie
ich weiß nicht warum

ich hatte nie das zeug
zur magd
oder
zur herrin

(bisher unveröffentlicht)


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Freitag, 16. September 2011

GEZ: Deutsche Zwangsbrötchen für alle! – Die Freitagskolumne von Ursula Prem

Ursula Prem
Haben Sie es schon gehört? Es soll ein neues Gesetz kommen, das Sie zum Essen einer bestimmten Anzahl von Brötchen verpflichten wird. Brötchen im Wert von fast 20 € werden Sie schon monatlich abnehmen müssen, andernfalls werden sie Ihnen unter Beifügung der Rechnung vor die Tür gekippt. Sie mögen keine Brötchen, weil Sie lieber Brot essen und werden das folglich nicht zahlen? - Keine Chance: In diesem Fall werden Sie zwangsvollstreckt, ehe Sie auch nur Mehlstauballergie sagen können. Ähnlich wird es auch mit Tulpenzwiebeln: Ein Zwangsabo wird Sie künftig beglücken, ob Sie nun einen Garten haben oder nicht. Das passt Ihnen nicht? - Schnauze, Gesetz ist nun mal Gesetz!

Scherz beiseite: So weit ist es natürlich noch nicht. Aber wir sind auf einem guten Weg dahin: Im Jahre 2013 tritt die Änderung der Rundfunkgebührenordnung in Kraft, die jeden Haushalt zwingen wird, Beiträge zu bezahlen, ob nun ein Fernseher im Haus ist oder nicht. Wer sich bislang der Glotze erfolgreich entzogen hat, macht ab 2013 ein schlechtes Geschäft, da er für Leistungen bezahlen muss, die er nicht in Anspruch nimmt. Begründet wird dies unter anderem damit, dass man Leistungen der Rundfunkanstalten ja auch über das Internet beziehen könne und die Nutzung schwer kontrollierbar sei. Da könnte jeder Websitebetreiber neidisch werden, nicht wahr? Jeder, der Informationen im Internet bereitstellt, hat sich selbst darum zu kümmern, ob und in wieweit sich seine Bemühungen refinanzieren. Nicht so die Rundfunkanstalten, bei denen es in jedem Fall dank der weiterhin bestehenden GEZ warm reinregnet.

Verstehen wir uns nicht falsch: Ich finde es theoretisch nicht schlecht, dass es Infokanäle gibt, die nicht ausschließlich von der Werbewirtschaft abhängig sind. Theoretisch, wohlgemerkt. Denn praktisch sieht es so aus, dass sich der gebührenfinanzierte Schulli der Rundfunkanstalten, die sich im Besitz des staatlichen Informationsauftrags wissen, längst nicht mehr so wesentlich von den Privaten abhebt, dass es der Gebühren wert wäre. Um die Existenz gebührenfinanzierten Staatsfernsehens weiterhin zu rechtfertigen, bedürfte es einiger gravierender Änderungen sowohl in der Programmgestaltung als auch in der Organisationsstruktur. Wodurch unterscheidet sich eine Serie wie »Sturm der Liebe« (ARD) vom Informationsgehalt her von »GZSZ« (RTL)? Was macht ein Vorabendmagazin wie »Brisant« (ARD) so einmalig gegenüber dem Boulevardmagazin »taff« auf Pro Sieben? - Gut, die öffentlich-rechtlichen machen weniger Werbepausen, das stimmt. Ein Grund mehr, warum ich gerne bei den Privaten reinzappe: So kann man auch mal aufs Klo gehen, ohne entscheidende Filmszenen zu verpassen.

Ehe man darüber nachdenkt, auch noch die letzte Maus per Zwangsabgabe an den Kosten zu beteiligen, sollte man folgende Punkte überdenken:

  • Brauchen wir wirklich dauerhaft zwei öffentlich-rechtliche Sendeanstalten, die sich in ihrer Programmgestaltung nur wenig voneinander unterscheiden?
  • Warum kann man ARD und ZDF nicht zu einem echten Informationskanal verschmelzen, der sich ganz bewusst in der Programmgestaltung von den Privaten abhebt? Nachmittags könnte es wieder ein Kinderprogramm geben, das diesen Namen verdient, so wie früher auch. Abends dann Nachrichtensendungen und politische Magazine. Nachts hochwertige Filme und vormittags ein Bildungsprogramm, das dem allgemeinen Schwund an Allgemeinbildung entgegenwirkt. So lange ARD und ZDF über weite Strecken wie ein billiger Abklatsch der Privaten wirken, bin ich an einer Gebührenzahlung nicht interessiert.
  • Wenn jeder Haushalt zahlen soll: Warum dann nicht einfach die GEZ abschaffen und den verbliebenen öffentlich-rechtlichen Sender über Steuermittel finanzieren?
Die Erhebung von Zwangsgebühren jedenfalls besitzt den miesen Geruch der Wegelagerei und trägt zur allgemeinen Unzufriedenheit hierzulande bei. Nicht, weil man selbstverständlich für Leistungen, die man empfängt, auch zahlen muss, sondern weil der deutsche Untertanengeist, der sich durch solche Methoden beeindrucken lässt, im Schwinden begriffen ist ...

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Dienstag, 13. September 2011

»Der Tote im Zwillbrocker Venn« Eine kleine Leseprobe



...Die Nacht war wundervoll sternenklar. Gespenstisch beleuchtete der Mond die Landschaft. Das Venn ist schön, auch und gerade bei Nacht. Am Nachmittag hatte es eine Veranstaltung gegeben, mit Kaffee und Kuchen für die Besucher. Martin hatte überschlagen, dass gut 500 Euro in der Stahlkassette sein müssten, die im Büroschreibtisch des Besucher- zentrums eingeschlossen ist.

Die Zivis verfügen über Schlüssel zum Eingang. Die Tür zum Büro und das Schreibtischschloss sind mit dem Werkzeug, das sich im Rucksack befand, mühelos zu knacken. Die Polizei wird unter dem Schreibtisch das Handy finden, in der Mülltonne von Jopies Eltern die Gummistiefel und die stinkenden Socken. Im Fahrradschuppen eine Tüte mit Zigarettenstangen, die aus dem Einbruch im Kiosk stammen, der neben der Aussichtsplattform liegt. Zwei Tatorte und zwei Straftaten in einer Nacht. Doppelt hält besser.

Die aufgebrochene und leere Geldkassette aus dem Einbruch in der Station wird Martin im Papierkorb am Parkplatz entsorgen, damit sie auch gefunden wird. Das Geld kommt in einen Umschlag, natürlich liegt der bereits in einer Plastiktüte und wird in Martins Schrank für die Dauer seines Urlaubes versteckt gehalten. Wenn Jopie irgendwann den Wald fegen muss, um seine Sozialstunden abzudienen, wird im Briefkasten der Station eine anonyme Spende eingehen. Martin ist kein Dieb, er ist ein perfekter Planer. Die Handschuhe und die restlichen Tüten landen in einem Papierkorb des Weezer Flughafens.

Und Jopie wird kein Alibi haben, denn zurzeit dürfte der sich in Kiffers Heaven befinden. Am Nachmittag hat Martin beobachtet, wie sich Jop mit seinem Fahrrad auf dem alten Schmugglerpfad in Richtung Grüne Grenze zubewegte. Hinter der Grenze wohnt ein Kumpel von Jop, der einen sehr privaten Coffeeshop betreibt und der wird Jopie mit Sicherheit kein Alibi verschaffen.

Der Einbruch in den Kiosk bringt Jopie noch eine zusätzliche Sachbeschädigung ein. Martin wird das Schloss mit dem Akkuschrauber aufbohren müssen. Auch wenn das Tatwerkzeug nicht gefunden wird, werden die Spuren auf den gleichen Täter hinweisen.

Es gibt Sinn, den benutzten Bit am besten morgen früh beim Umsteigen am Essener Bahnhof zu entsorgen. Jopies Eltern werden den Schaden schon richten, das haben sie bislang immer getan. Aber Jopie wird aus der Nummer so leicht nicht herauskommen.

Nach einer guten Viertelstunde unbequemem Fußmarsch erreichte Martin die Stelle seines ersten Zugriffes.

Auf der Wegstrecke war ihm niemand begegnet, vorsichtig scannte er mit seinen Augen die Umgebung ab.

Er ist ein aufmerksamer Nachtwanderer. Darum entdeckte er den leblosen Körper umgehend, der merkwürdig verrenkt nahe einer Sitzbank bei der Plattform lag. Ein mulmiges Gefühl überkam Martin in der Herz-Magen-Gegend und er hörte das Blut in seinen Adern pochen.

Vorsichtig trat er näher heran und bückte sich zu der Gestalt. Es war ein Mann und dieser war eindeutig tot. Weit aufgerissene Augen starrten Martin an, der Mund wie zu einem stummen Schrei geöffnet.

Martin setzte sich auf die Bank. Der unverhoffte Adrenalinschub hatte seine Knie weich werden lassen. Jop hätte aufgeschrien und Fersengeld gegeben. Martin machen Tote normalerweise keine Angst. Onkel Herbert hat ein Bestattungsunternehmen in Vreden, Martin ist ihm dort oft zur Hand gegangen. Er wird dort auch arbeiten und irgendwann das Unternehmen übernehmen, wenn sich Onkel Herbert in den Ruhestand versetzen wird.

Jetzt hieß es für Martin kühlen Kopf bewahren. Aufmerksam lauschte er in das Venn. Er konnte keine menschlichen Geräusche ausmachen. So erhob er sich nach einer Weile und nahm den Toten in Augenschein...

Genießen Sie hier einen Text aus dem Krimi, rezitiert von Sylvia B.

Ihre

Tuna von Blumenstein





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Sonntag, 11. September 2011

86 »Das Geheimnis des Drachen«

Teil 86 der Serie
»Monstermauern, Mythen und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

.

Der Drachentöter von Urschalling
Foto: W-J.Langbein
Was hat Maria, Jesu holde Mutter, mit einem grässlichen Drachen zu tun? Man stelle sich vor ... Maria würde als zähnefletschendes Drachenmonster dargestellt. Ein Aufschrei der Empörung ginge durch die Christenheit. Mit Recht, oder? Drachen sind doch böse Wesen, denen von frommen Heiligen der Garaus gemacht wird. Der »Heilige Georg« hat sich da besonders hervorgetan und Drachen gemetzelt. Und doch gibt es eine scheinbar unvorstellbare Verbindung zwischen Maria und dem Drachen. Es gibt ein wohl gehütetes Geheimnis des Drachen ... und Maria ist darin verwickelt ...

Als ich mich auf meine erste Südamerikareise vorbereitete ... ich studierte damals evangelische Theologie ... warnte mich »mein« Professor für Kirchengeschichte: »Hüten Sie sich vor heidnischen Orten der Sünde!« Der gelehrte Mann dachte dabei allerdings nicht an verrufene Orte der käuflichen Liebe, der Drogen und überhaupt des Lasters ... sondern an uralte Kultstätten. Als ich gar noch gestand, auch Machu Picchu besuchen zu wollen, löste das empörtes Entsetzen beim Kirchenhistorikern aus.

Der Verfasser im
»Tempel der Pachamama«
Foto: Ingeborg Diekmann
»Dann nähern Sie sich auf keinen Fall dem Tempel der bösen Drachengöttin Pachamama!« Damit ich mich auch nicht versehentlich jenem schrecklichen Ort nähern würde ... zeigte mir der »Wissenschaftler« ein Foto von jenem »Tempel der Sünde«. Ich muss gestehen, dass ich jene Stätte keineswegs gemieden, sondern bewusst gesucht habe.

Ja schlimmer noch: Ich habe den höhlenartigen Tempel betreten. Im Dunkel machte ich mehrere, sauber in den Fels geschlagene Nischen aus. Welchem Zweck sie einst wohl gedient haben mögen? Wir wissen es nicht. Vielleicht wurden in ihnen Bildnisse der Göttin aufgestellt? Oder wurden darin Opfergaben abgelegt? Auch das ist unbekannt. Bei einem meiner letzten Besuche wurde der Höhlentempel millimetergenau vermessen und fotografiert. Angeblich sollten 3-D-Aufnahmen angefertigt werden.

Ich fragte einen der Archäologen: »Erforschen Sie die Geschichte von Pachamama?« Die Reaktion war heftig. Ich gab wieder einmal den biederen Theologiestudenten. »Wenn dies ein Tempel der Drachengöttin war ... muss ich mich doch fern halten ...« Ich hob ängstlich um mich blickend abwehrend die Hände. Der Archäologe reagierte jetzt recht milde. Die Höhle könne sehr wohl Ort der Verehrung für Muttergöttin Pachamama gewesen sein ... »eine Stätte frommer Verehrung, wie ein Wallfahrtsort für Maria. Beweise gebe es dafür aber keine.«

Der Verfasser vor dem
»Tempel der Pachamama«
Foto:  Ingeborg Diekmann
Der Archäologe versuchte mich zu beruhigen: »Im alten Europa wurden ja auch viele christliche Gotteshäuser auf den Fundamenten heidnischer Tempel gebaut. Und so wurden in Peru Orte der Verehrung für Göttinnen von Anhängern männlicher Götter übernommen!« Als ich den gelehrten Herrn um seinen Namen bat, wandte er sich unwirsch wieder seiner Arbeit zu ...

Als die Inkas die Orakelstadt Pachacamac übernahmen, zeigten sie die Toleranz, die die spanischen Eroberer Jahrhunderte später vermissen ließen. Als die Inkas in Pachacamac einzogen, bauten sie ihrem Sonnengott Inti einen neuen Tempel. Die für Pachacamac errichteten Kultstätten tasteten sie aber nicht an. Der alte Kult durfte ungehindert weiter zelebriert werden, es kam lediglich ein neuer hinzu. Und ganz offensichtlich gab es keinerlei Probleme im Miteinander von Pachacamac- und Inti-Anhängern.

Als die Spanier Mittel- und Südamerika eroberten und plünderten, zerstörten sie, wo sie nur konnten, jeden Hinweis auf die »heidnischen« Religionen. Die Codices der Mayas wurden zu riesigen Scheiterhaufen aufgetürmt und verbrannt. Und mit der Todesstrafe musste jeder »Heide« rechnen, der sich nicht »freiwillig« zur »Religion der Nächstenliebe« bekehren ließ. Für die riesige Kultanlage Pachacamac interessierten sich die Spanier wegen des großen Tempelschatzes ... Ein Großteil der Reichtümer konnte allerdings noch rechtzeitig vor den europäischen Räubern in Sicherheit gebracht werden. Werden sie je entdeckt werden?

Der göttliche
Pachacamac
Foto: W-J.Langbein
Nach meinen Recherchen stand den Tempelwächtern nicht viel Zeit zur Verfügung, die gewaltigen Mengen an Silber- und Goldpreziosen zu vergraben. Sie müssten sich also irgendwo in der Nähe der alten Gemäuer befinden ...

Die Glaubenswelt der Inka entstand nicht aus dem Nichts. Die Inkas entwickelten ältere Glaubensvorstellungen weiter, veränderten sie auch ... freilich ohne fremde Glaubensbilder auslöschen zu wollen. Bei den Moche (etwa fünftes bis siebtes Jahrhundert nach Christus) und bei den Chimu (Anfang des 13. Jahrhunderts) unterstanden Menschen wie Götter einer Mondgöttin. Sie regierte als allerhöchste Autorität die himmlischen Gefilde. Und sie war Beherrscherin der Jahreszeiten und des Wetters auf Erden. In der Glaubenswelt der Inkas schwand nach und nach ihre Bedeutung, während der männliche Gott Viracocha rasch in der Hierarchie aufstieg.

Viracocha alias Inti unterwarf aber nicht seinen männlichen Konkurrenten Pachacamac. War Pachacamac zu mächtig? Oder waren die Inkas in religiösen Fragen einfach nur tolerant?

Pachacamac hatte eine Partnerin, Pachamama. Pachamama – sie wurde als weiblicher Drache dargestellt – war eine Fruchtbarkeitsgöttin, zuständig für Wachsen und Gedeihen, aber auch für Leben und Sterben. Vor der Paarung Pachacamac/ Pachamama dürfte es aber eine ältere Gottheit gegeben haben ... eine Schöpfergöttin, die nach und nach an Bedeutung verlor und durch ein göttliches Paar ersetzt wurde. Der Überlieferung nach gab es vor Pachacamac eine Gottheit namens Con, die die ersten Menschen kreierte. Pachacamac besiegte Con und verwandelte die ersten Menschen ... in Affen.

Uraltes Mauerwerk von
Pachacamc - Foto: W.-J. Langbein
Auch in Mittelamerika, zum Beispiel bei den Mayas und den Azteken, war das Patriarchat der mächtigen Männer-Götter ... Nachfolger eines matriarchalischen Systems. Vor den Göttern kam auch hier die Urgöttin, die »Große Mutter«. Als Coatlicue lebte die Erdgöttin im jüngeren Patriarchat weiter, als weibliche Schlange! Auch in Zentralamerika wurde die Urgöttin als weiblicher Drache gesehen.

Prof. Dr. Hans Schindler-Bellamy erklärte mir: Die Darstellung der Urgöttin als »Drache« dürfte in einer Zeit des Übergangs zum Patriarchat erfolgt sein, als die einst so hochverehrte Muttergöttin nach und nach immer negativer gezeichnet wurde. Aus der omnipotenten, von ihren Anhängern ob ihrer Weisheit geliebten Göttin wurde nach und nach ein furchteinflößendes Wesen. Ist es ein Zufall, dass in der Bibel die gleiche Entwicklung vollzogen wurde? Auch wenn die entsprechenden Hinweise eher im Text des »Alten Testaments« stiefmütterlich behandelt werden ... so gibt es sie dennoch auch in unseren heutigen Bibelausgaben. So wird ganz eindeutig festgestellt, dass der männliche Schöpfergott Jahwe erst die Drachengöttin besiegen musste, bevor er sich ans Werk machen konnte! Da wird Jahwe gelobt (1): »Warst du es nicht, der Rahab zerhauen und den Drachen getötet hat? Im zweiten Vers des »Alten Testaments« (2) lesen wir in modernen Übersetzungen: »Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe.« Übersetzt man aber den Text wortwörtlich aus dem Hebräischen, so heißt es korrekter: »Finsternis lag auf dem Antlitz von Tehom.

Tehom aber ist ein »Plagiat«, wurde aus der babylonischen Mythologie übernommen. In der babylonischen Vorlage heißt Tehom Tiamat und wird vom männlichen Gott Marduk besiegt. Marduk muss erst die Meeresgöttin unterwerfen, bevor er mit der Schöpfung beginnen kann. Angeblich währte der Kampf Marduks gegen Tiamat Jahrhunderte ... und Tiamat soll ein Drache gewesen sein!

Bei den Mayas und Azteken in Mittelamerika, bei den Inkas und ihren Vorläufern in Südamerika ... und im »Alten Testament« unserer Bibel wird offensichtlich eine Geschichte erzählt ... Vor dem männlichen Gott regierte eine Göttin die Geschicke der Menschen.

Erbin der Drachengöttin
Foto: W-J.Langbein
Wer aber glaubt, es sei den Spaniern mit Feuer und Schwert gelungen, die Muttergöttin Pachamama zu besiegen ... der irrt gewaltig. Noch heute wird Pachamama in Südamerika verehrt und angebetet ... und nicht etwa von »bösen Heiden«, die dem Katholizismus fern stehen. Katholizismus und Pachamama-Verehrung werden nicht als Gegensätze gesehen. Auch wenn es die katholische Kirche offiziell nicht zugeben mag ... vor Ort beten fromme Katholiken gleichzeitig zu Maria und zu Pachamama!

Konkretes Beispiel: Im bolivianischen El Alto wurden zehn Kirchtürme errichtet. Die katholischen Gotteshäuser wurden, streng nach Ritualen des Pachamama-Glaubens, geweiht ... einschließlich der in den Fundamenten eingemauerten Lama-Föten. Auch Pater Sebastian Obermayer, seit Jahrzehnten in Bolivien, sieht keinen Konflikt zwischen Pachamama und Maria (3): »Unsere Gemütsbasis ist gut katholisch. In der Frömmigkeit passt das gut zusammen.«

Worin besteht das Geheimnis des Drachen? Der heilige Drachen war eine Drachin, also weiblich ... und keineswegs teuflisch-böse, sondern die mächtige Muttergöttin des Lebens. Gewiss, es ist in den Augen strenggläubiger europäischer Katholiken Sakrileg und Ketzerei zugleich ... aber dennoch wahr und unbestreitbar! Wir kennen Maria, die Mutter Jesu und christliche Himmelskönigin, als lieblich-holde Frauengestalt. Maria, Mutter Gottes im christlichen Glauben, hat aber eine pikant-heidnische Vergangenheit, ist sie doch die direkte Nachfolgerin einer heidnischen Drachengöttin ...

Fußnoten
1 Jesaja Kapitel 51, Vers 9
2 1. Buch Mose Kapitel 1, Vers 2
3 Berlin Online


Bücher von Walter-Jörg Langbein
 
»Maria im Dornenbusch«,
Teil 87 der Serie
»Monstermauern, Mythen und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 18.09.2011


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Samstag, 10. September 2011

Poesie am Samstag: Sylvia B. »Die leise Stimme«

und jemand sagt mir sie sei krank
sie soll schon länger
krank sein
wobei das
nichts neues
für mich ist

ich denke
dass ich sehr wohl
Illustration: Sylvia B.
den grund
ihres leidens kenne

sie hat sich vergiftet
mit ihrem
eigenen gift
tief in ihr
wird schon
eine stimme sein die ihr

leise
sagt

dass sie
glück
liebe
vertrauen
echte freundschaft
für geld
nicht kaufen kann

eine leise stimme
die sie
nicht hören kann
oder will
jemand sagt mir
sie sei krank

und ich denke
sie ist
einfach nur
böse

Aus: Sylvia B. »der tiger am gelben fluss«




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Freitag, 9. September 2011

Das Erbe des Atomzeitalters – Die Freitagskolumne von Ursula Prem

Ursula Prem
Wie es aussieht, werden erst nachfolgende Generationen das Bewusstsein entwickeln, den unermesslichen Schaden auch nur halbwegs zu begreifen, der der Menschheit durch die Nutzung der Atomenergie unumkehrbar zugefügt wurde. Hierzu werden nicht nur immer weiter verfeinerte wissenschaftliche Methoden beitragen, sondern auch die verbesserten Möglichkeiten, Daten zu erfassen und sinnvoll miteinander zu vernetzen.

So schreckt eine neue Studie auf, derzufolge in einem 35 km-Umkreis um Gorleben seit Einlagerung der ersten Atommüllbehälter im Jahre 1995 signifikant weniger Mädchen geboren wurden, als es statistisch zu erwarten gewesen wäre. (Quelle: Ärztezeitung)

Dass radioaktive Strahlung völlig unkontrollierbare Einflüsse auf die Gene nimmt, ist inzwischen hinlänglich bekannt. Dass sie auch das Geschlecht beeinflusst, diese Erkenntnis ist zumindest für die breite Öffentlichkeit neu.

Lassen wir uns nicht mehr durch Grenzwerte veräppeln!
Wir können getrost davon ausgehen, dass die wahre Macht längst in den Händen einiger durchgeknallter, von der Atomlobby finanzierter, Statistiker liegt, denen das Wohl des Einzelnen vollkommen gleichgültig ist. Diese definieren einen »Grenzwert«, von dem sie aus unerfindlichen Gründen annehmen, dass er den meisten Menschen nicht schadet. Wussten Sie beispielsweise, dass sich Wildschweinfleisch nur deshalb noch im Handel befindet, weil es von verhältnismäßig wenigen Menschen gegessen wird, es also die Durchschnittsbelastung der Gesamtbevölkerung nicht signifikant anhebt, während Menschen, die es häufiger essen, eben Pech haben? All die Herrschaften, die sich an der Nutzung der Kernenergie eine goldene Nase verdient haben, setzen seit Jahrzehnten rechnerische Taschenspielertricks gegen Leben und Gesundheit der Menschen.

Grenzwerte sind eine mehr als bösartige Erfindung, erlauben sie es doch, Menschheit und Umwelt systematisch zu vergiften. Was würde man von Eltern denken, die ihren Kindern Gift ins Essen mischen? »Wir haben aber nur so viel beigemischt, dass es den Kindern nicht schaden kann. Wir haben da genau definierte Grenzwerte, Herr Richter!« - Was wäre von solch einer Verteidigungsstrategie zu halten? - Richtig: Sie wäre ein Grund für einen sofortigen Sorgerechtsentzug. Und womit? - Mit Recht!

Auch nach dem Atomausstieg wird uns das Thema noch lange verfolgen …
Wir haben kommende Generationen auf tausende Jahre hin verdonnert, unseren Atommüll bewachen zu müssen, denn sinnvoll loswerden können wir ihn nicht. Auch, wenn viele das für eine gute Lösung hielten: Es würde nicht einmal etwas nützen, den Verantwortlichen das Zeug löffelweise einzutrichtern, denn die Halbwertzeit radioaktiver Elemente ist unbestechlich. Die künftige Menschheit wird die Drahtzieher des Atomzeitalters nicht weniger verfluchen, wie wir es heute mit Adolf Hitler tun. Bald werden unabhängige Statistiken des beginnenden Nach-Atomzeitalters beweisen können, dass die menschliche Nutzung der Radioaktivität sogar noch mehr Todesopfer gefordert hat, als der psychopathische Schnurrbartträger aus Braunau. Alle Berechnungen werden jedoch eine Toleranzgrenze von mehren Millionen Toten beinhalten, denn wer will schon genau sagen können, wie viele Todesopfer alleine die gigantische Reihe überirdischer Atombombenversuche gekostet hat? Welche Anzahl an Menschen noch durch weltweit marodierendes, unter der Hand gehandeltes, waffenfähiges Plutonium umkommen wird? Ganz zu schweigen von den weltweit »unerklärlich« ansteigenden Krebsfällen, die allzu häufig auch noch durch den medizinischen Einsatz weiterer Radioaktivität »geheilt« werden sollen?

Die Energiewende ist eine große Herausforderung. Doch weitaus schwieriger, als der flächendeckende Ausbau erneuerbarer Energien, wird die Entsorgung der Altlasten sein, die egomanische Abkassierer unserer Erde hinterlassen haben.

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Mittwoch, 7. September 2011

Mousse au Chocolat und Ingwer

Versuch einer Rezension von
Sylvia Bs »Nimm es nicht persönlich«
Walter-Jörg Langbein


Als ich den Titel »Nimm es nicht persönlich« las, musste ich an eine Szene aus dem genialen Film »Das Leben des Brian« (Monty Python!) denken. Die Mutter Brians wird gefragt, ob sie Jungfrau sei ... und gebeten, sie möge die Frage nicht persönlich nehmen. Die Mutter Brians reagiert empört: Persönlicher könne doch eine Frage nicht sein.

Als ich »Nimm es nicht persönlich« zum ersten Mal durchblätterte, schaute ich – ich geb's zu – zunächst die Fotos an. Und ich dachte: Die Frau hat einen schönen Po (um das Fünf-Buchstabenwort zu vermeiden)!

Als ich die Fotos genauer ansah, fiel mir auf, dass sie nicht nur erotisch im wirklichen Sinn des Wortes, sondern auch märchenhaft schön sind.

Ich suchte ... suche nach vergleichenden Worten. Ich versuche mich verbal an die Fotos heranzutasten. Ich wage es: Die Fotos zeigen eine erotische Fee. Ein Bild macht das besonders deutlich: Die zauberhafte Fee ... in einer märchenhaften Landschaft, ein wenig wüstenhaft-orientalisch ... von wallendem Stoff eher zart nachgezeichnet als verhüllt ... und passend dazu ein großer »Schmetterling«, der sich von der Fee angezogen fühlt und ihre Nähe sucht. Die Leichtigkeit des »Schmetterlings« passt zur Zartheit der Fee, die dabei standhaft dem sie umspielenden Wind trotzt.

Ich lese meine kläglichen Versuche, das zauberhafte Foto zu beschreiben ... und muss erkennen, dass Worte dem erotischen Zauber des Bildes nicht gerecht werden können.

Als ich die poetisch-erotischen Texte Sylvia B's las ... wurde mir klar, dass keine Rezension diesem Buch gerecht werden kann. Ich suchte – vergeblich – nach einem passenden Vergleich. Schokolade kommt mir in den Sinn, zartbitter, gefüllt mit Mousse au Chocolat und Ingwer ...

Man kann »Nimm es nicht persönlich« nicht wirklich zutreffend beschreiben, schon gar nicht in einer Rezension »zusammenfassen«. Ich kann nur empfehlen, dieses Buch zu lesen, die Fotos zu betrachten, das Buch als zauberhafte Komposition zu genießen.

So schlecht, denke ich, ist mein Vergleich mit Schokolade »Zartbitter, gefüllt mit Mousse au Chocolat und Ingwer« nicht. Zartbitter schreibt die Autorin ... eine romantische Zynikerin, eine zynische Verliebte, eine feenhafte Amazone, eine Prinzessin mit ehrlicher Freude am Sex, die den lahmarschigen Prinzen mit einem Tritt in den verlängerten Rücken aus dem Schloss befördert ...

Wieder lese ich meinen zaghaften Versuch einer Rezension, die diesem zauberhaften Buch nie und nimmer gerecht werden kann ... man muss es lesen, betrachten und genießen. Man muss es auf sich wirken lassen. Man muss zulassen, dass es die eigenen Sehnsüchte, Träume und Hoffnungen bewusster macht. »Nimm es nicht persönlich« ist ein persönliches Buch, wie es persönlicher nicht sein kann. Es ist ein erotisches Buch, in einer immer kälter werdenden Welt, in der Gefühle durch Kommerz ersetzt werden ... in der käufliche Pornografie als Ersatz für Erotik dienen soll.

»Nimm es nicht persönlich« ist ein zauberhaftes Meisterwerk, ein notwendiges Buch, ein wichtiges Buch, ein schönes Buch, ein verführerisches Buch. Um den Titel spielerisch zu ergänzen:

»Nimm es persönlich« ... in die Hand, schlag es auf, blättere betrachtend darin, lies es, genieße die Poesie der Fotos und der Texte!








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Sonntag, 4. September 2011

85 »Der Lebensbaum in der Wüste«

Teil 85 der Serie
»Monstermauern, Mythen und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Auf der Osterinsel erlebte ich mehrere Male, wie sich ein dramatisch grollender Himmel und eine sattgrüne Erde zu berühren schienen. Die Natur bot so eine geradezu ideale Naturbühne für ein mysteriöses Schauspiel ... für eine Voodoozeremonie. »Houngan-Man« leitete die Zeremonie von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang.

Himmel und Erde
Foto: Walter-Jörg Langbein
»Houngan-Man« erklärte mir die Geheimnisse der Osterinsel, die mir das Eiland in ganz anderem Licht erscheinen ließen. Ob seine Version die richtige ist? Ich weiß es nicht. Die Statuen der Osterinsel, so bedeutete er mir, stecken nicht zufällig zu einem großen Teil in der Erde und ragen mit steinernem Haupt in den Himmel empor. »Die Vulkane der Osterinsel verbinden Erde und Himmel. In der Spitze geht der feuerspeiende Berg in den Himmel über.« Die Statuen – aus Vulkangestein – »verbinden ebenfalls Erde und Himmel«.

Dankbar denke ich an aufschlussreiche Gespräche mit dem »Magier« zurück. Immer wieder greife ich auf meine handschriftlichen Notizen, die ich von der Osterinsel mitgebracht habe, zurück. Dann kommt es mir vor, als wäre ich eben erst auf der Osterinsel gewesen ...Wenn dem Menschen die Natur fremd wird, wenn der Mensch meint, die Natur beherrschen zu können ... so der »Houngan-Man«, gehe die Einheit von Erde und Himmel verloren. »Die steinernen Statuen waren der Versuch, Himmel und Erde wieder miteinander zu verbinden ... so wie der Turm zu Babel!«

Ich werfe ein: »Aber hat nicht Gott diesen Turm zerstört?« So stehe es in der Bibel, antwortet der Magier. »Aber die Bibel wurde von Männern des Patriarchats geschrieben! Männliches Machtstreben wollte die Natur unterwerfen und hat den Menschen von der Natur entfremdet. Die Zerstörung des Tempels bedeute Zerstörung der einst heilen, heiligen Natur.

Verbindung von
Erde und Himmel
Foto:
W-J.Langbein
Kurzzeitig gerät der »Houngan-Man« in Rage. »Wer meint, die Natur ausbeuten zu können ... der stört den Kreislauf zwischen Erde und Himmel ... zwischen dem Meer auf Erden und dem Meer des Himmels! Wer dieses Gleichgewicht stört, kann kurzfristig zu Macht und Reichtum kommen ... Langfristig stellt die Natur aber das alte Gleichgewicht wieder her ... auch wenn sie den Menschen wie einen Parasiten auslöschen muss!«

Das alte Wissen von den Kräften von Mutter Erde verbietet eine Ausbeutung der Natur ... so der »Houngan-Man«. »Im Patriarchat wird dieses Wissen den Menschen vorenthalten!« In der Bibel werde dieses Wissen als »göttlich« bezeichnet und den Menschen vorenthalten. Die Schlange stehe für die Göttin des Matriarchats, die den Menschen das Wissen um die Geheimnisse der Natur zugänglich machen will ... was der Gott des Patriarchats verbiete. Im »Alten Testament« heißt es (1): »Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esset, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.«

Mir kamen die Interpretationen biblischer Texte damals – im Oktober 1992 – reichlich skurril vor, wie ich zugeben muss. Das gab ich auch dem »Magier« zu verstehen. Der »Houngan-Man« nickte nur väterlich-milde. »Du wirst noch Jahrzehnte brauchen, um zu verstehen ...« Bei unserer letzten Begegnung gab er mir so etwas wie eine Prophezeiung mit auf den Weg.

»Das Geheimnis der ewigen Natur ist der Lebensbaum. Du wirst ihm dreimal begegnen ... und erst dann wirst du wirklich verstehen ...« Ich muss zugeben: fast 20 Jahre sind seit der letzten Begegnung mit dem »Houngan-Man« verstrichen ... und ich verstehe das große Geheimnis immer noch nicht. Mir ist allerdings der »Lebensbaum« erst zwei Mal begegnet ...

Der Lebensbaum in der Wüste
Foto W-J.Langbein
Jahre nach meiner so besonders interessanten Visite auf der Osterinsel war ich mit einer kleinen Gruppe von Leserinnen und Lesern in einem Motorboot unterwegs. Wir fuhren an der peruanischen Küste entlang, unterwegs zum mysteriösen »Dreizack von Pisco«, der auch als »Kandelaber« bezeichnet wird.

Ich erinnere mich: Von Pisco waren wir mit einem Minibus zum Hafen von Paracas gefahren. Von dort aus setzten wir unsere Reise im röhrenden Motorboot fort. In scheinbar rasender Fahrt über mächtige Wellen, die wie mit Riesenfäusten gegen den Rumpf unseres Bootes pochten, passierten wir »Puerto San Martin«. Wir umrundeten eine kleine Insel. Und plötzlich sahen wir etwas, das uns wie ein magisches Zeichen vorkam: den »Kandelaber« von Pisco. Er sieht so aus, als habe ein Riese dieses große Bildnis in den trockenen Wüstenboden gekratzt.

Unterschiedlichste Erklärungen sind in der Literatur zu finden, unterschiedlichste Interpretationen wurden und werden immer wieder vorgetragen ... so wie auch die absurdesten Größenangaben im Internet kursieren.

Was aber soll das Riesenbild – 180 Meter misst seine Höhe, 70 Meter seine Breite – darstellen? Wenn ich mich daran erinnere, wie wir in unserem Boot auf die riesige Erdzeichnung am sanft ansteigenden Hang zufuhren... drängt sich mir (m)eine Interpretation auf: Der »Kandelaber« scheint Meer und Himmel, Erde und Himmel miteinander zu verbinden. Bei Miloslav Stingl lese ich (2): »Andere erblicken darin (im Kandelaber) keinen Kaktus, sondern jenen sagenhaften ›Baum des Lebens‹«. Ich glaube: mir ist in der Bucht von Pisco der vom »Houngan-Man« prophezeite »Lebensbaum« begegnet ... ein riesiger Lebensbaum ... in der Wüste.

Deckengemälde in der Kilianskirche
Foto: W-J.Langbein
Ostern 2011 besuchte ich wieder einmal die Kilianskirche zu Lügde. Nachdem sie monatelang geschlossen und renoviert worden war, durfte sie nun wieder besucht werden. Die Kilianskirche gehört zu den ältesten Gotteshäusern Deutschlands. Ihre Anfänge reichen weit ins erste nachchristliche Jahrtausend zurück. Schon 784 soll Karl der Große im Vorgängerbau der Kilianskirche Weihnachten gefeiert haben. Ostern 2011 betrat ich nach langer Zeit wieder einmal die Kilianskirche ... und nahm so manches Foto auf ... auch von der Decke des Gotteshauses.

Dabei ärgerte ich mich über eine von der Decke hängende, für mein Empfinden hässliche und sehr störende Lampe. Wie ich auch das Teleobjektiv gen Decke richtete ... immer kamen der Lampenschirm nebst Glühbirne und die Aufhängung der Lampe ins Bild. Hätte man die zweifelsohne wichtige Beleuchtung nicht an anderer Stelle anbringen können?

Wieder zuhause studierte ich den kleinen, sehr empfehlenswerten Kirchenführer »Die Kilianskirche in Lügde« (3). Und da lese ich (4): »Die Kirche wurde im Stile der im Weserraum und auch am Hellweg üblichen Dekorationsmalereien ausgeschmückt. Die Kreuzgewölbe wurden durch ochsenblutrote, leider fast nicht mehr vorhandene, spiegelbildliche Gratbänder gegliedert und mit Lebensbäumen versehen. Im südlichen Mittelschiff ist noch Eva mit Schlange in der ursprünglichen Malerei erhalten.«

Eva mit Lebensbaum
und Schlange
Foto: W-J.Langbein
Die Eva war mir beim Fotografieren ... wegen meines kleinlichen Ärgers ob der Lampe ... nicht aufgefallen. Beim genauen Betrachten meiner Aufnahmen habe ich sie dann entdeckt: die biblische Eva ... am »Lebensbaum« mit Schlange! Mit kundiger Hand hat eine liebe Kollegin die störende Leitung zur Lampe aus dem Bild entfernt. (5)

Da steht sie dann ... »Eva mit Schlange«, gemalt im 12. Jahrhundert ... also zwischen 800 und 900 Jahre alt! Und die Schlange ringelt sich am »Lebensbaum« empor. »Houngan-Man« würde das Bild so deuten: Die Göttin Schlange bietet Eva das Wissen des Lebensbaums an ... das Geheimnis von Leben und Tod. Der Mensch ist nicht Herr der Natur. Die Göttin befiehlt NICHT, der Mensch solle sich die Erde untertan machen. Die Göttin fordert Ehre und Achtung für »Mutter Erde« ... nicht ihre Ausbeutung! Wir müssen im Einklang mit der Natur leben, uns nicht einbilden, die Natur beherrschen zu können!

Beim Betrachten des Fotos komme ich zur Überzeugung: Das ist der zweite Lebensbaum, den mir der »Houngan-Man« auf der Osterinsel prophezeite!

Eva mit Lebensbaum und Schlange
in der Kilianskirche
Foto: Ingeborg Diekmann
Nun frage ich mich: Wann und wo wird mir der dritte Lebensbaum begegnen? Und was werde ich dann verstehen? Ich bin schon sehr gespannt ... Schon jetzt verspreche ich: Sie, liebe Leserinnen und Leser, werden als erste bei »EIN BUCH LESEN« informiert!




Fußnoten
1 1.Buch Mose Kapitel 3, Verse 4 und 5
2 Stingl, Miloslav: »Auf den Spuren der ältesten Reiche Perus«, Leipzig, Jena, Berlin, 2. Auflage 1990, S. 107
3 Stumpe, Dieter (Text): »Die Kilianskirche in Lügde«, herausgegeben von der Kath. Kirchengemeinde St. Marien, Lügde und Hameln 2010
4 ebenda, Seite 10
5 Zusätzlich habe ich beim Foto den Kontrast etwas verstärkt, das Foto selbst wurde nicht verändert.

»Das Geheimnis des Drachen«,
Teil 86 der Serie
»Monstermauern, Mythen und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 11.09.2011


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