Freitag, 28. Oktober 2011

Zeitumstellung: Experten schlafen lange! - Die Freitagskolumne von Ursula Prem

Ursula Prem
Am Sonntag ist es wieder mal so weit: Die Sommerzeit wird auf Normalzeit zurückgedreht, die Uhren eine Stunde angehalten, die Welt wird wieder für einige Monate normal. Normal deshalb, weil die Uhr auch wirklich Mittag zeigt, wenn die Sonne am höchsten steht (soweit man im Winter von Höchststand sprechen kann). Ein wenig Erholung für den biologischen Rhythmus, Ausruhen von der Retortenzeit, die ihm für den Rest des Jahres aufgezwungen wird.

Dass die Sommerzeit kein Problem ist, das bestätigen uns Experten eindrucksvoll. »Wirtschaft und Schlafforscher bleiben gelassen«, titelt der FOCUS einen Artikel zum Thema.

Schön für die Wirtschaft und schön für die Schlafforscher, wenn das alles kein Problem für sie ist. Sollen sie ruhig weiterschlafen, denn: Das ist es ja, was unser Leben ausmacht: Wirtschaft und Wissenschaft. Andere Dinge kommen in dieser unserer Welt nicht mehr so wirklich vor. Und da Wirtschafter und Wissenschaftler sich sicher nicht um kleine Kinder zu kümmern haben, fallen ihnen die Probleme eben nicht auf.

Was für ein Genuss ist es doch, an einem kalten Wintersonntag um 4:30 Uhr aus dem Bett zu hüpfen, weil das Baby schreit. Klar! Baby weiß nichts von der Zeitumstellung und schreit eben zur gewohnten Zeit. Und ist ebenso ausgeschlafen wie auch sonst um 5:30 Uhr. Selbst dann, wenn man es egoistischerweise am Vorabend ein Stündchen länger wachgehalten hat. »Mama! Baaaalll!«, giggelt das quietschvergnügte Kind und deutet erwartungsvoll auf die bunte Plüschkugel gegenüber. Vier wunderbare Stunden Zeit, mit dem Kleinen zu spielen, ehe es richtig hell und der Rest der Familie auf den Beinen ist.

Vorlesestoff für lange
Winterstunden:
ABC Walpurgisnacht!
»Zu faul, mit dem eigenen Kind zu spielen! Typisch Mutter von heute!«, würden jetzt alle kinderlosen Akademiker aufstöhnen. Zum Glück können sie nicht aufstöhnen, denn sie schlafen noch tief und fest.

Wer nun denkt: Ein Tag im Jahr, na und?, der wird sich freuen, zu erfahren, dass diese Form der Zeitumstellung schon mal zwei Wochen dauern kann. Zwei Wochen, in denen der noch wesentlich unbestechlichere Biorhythmus eines Kleinkindes deutlich anzeigt, dass irgend etwas nicht stimmt. Die Zeitverwirrung führt dann auch schon mal zu einem längeren Mittagsschlaf, mit dem Ergebnis, dass das Kind jeden Tag früher ausgeschlafen ist.

Um es kurz zu machen: Die ständigen Zeitumstellungen sind nichts als ein Ärgernis für alle Eltern im wahrsten Sinne des Wortes aufgeweckter Kleinkinder. Auch am kommenden Sonntag wird wieder hinter einzelnen Fenstern Licht brennen, morgens, um 4:30 Uhr. Sollten Sie zufällig wach sein, dann achten Sie mal darauf. Denken Sie daran: Hinter vielen dieser Fenster sitzen völlig übermüdete Eltern quietschfideler Kleinkinder und holen das Letzte aus sich heraus, um das morgendliche Unterhaltungsprogramm auch abwechslungsreich, anregend und pädagogisch wertvoll zu gestalten. Genießen Sie das friedliche Bild der Lichter. Denn die Lichter werden jedes Jahr weniger ...

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