Freitag, 30. September 2011

Der Michael-Jackson-Prozess - Die Freitagskolumne von Ursula Prem

Ursula Prem
Geld vergiftet die ganze Welt, wenn es aus seiner eigentlichen Funktion als reines Tauschmittel herausgehoben und zu einem Fetisch gemacht wird, wie es heutzutage der Fall ist. Einen Urzusammenhang zwischen möglichst viel Geld und existenziellen Bedürfnissen herzustellen, das geht in den meisten Fällen übel aus. Wir sehen das am bisherigen Umgang der Menschheit mit der Atomenergie, wir erkennen es am Reichtum des internationalen Waffenhandels, ja, sogar das »älteste Gewerbe der Welt« liefert ein schlagendes Zeugnis dafür, dass die Grundbedürfnisse in unguter Weise befriedigt werden, wenn sie sich mit Geldgier verknüpfen.

Das musste auch Michael Jackson erfahren, der verzweifelt versuchte, sich gegen ein Honorar von 150.000 US-Dollar monatlich bei Dr. Conrad Murray etwas Grundlegendes zu kaufen, das jedem Wesen normalerweise kostenlos zur Verfügung steht: Schlaf. Nicht mehr schlafen zu können, das ist reine Folter. Nicht umsonst ist der Schlafentzug in die Liste der »Weißen Foltermethoden« aufgenommen worden, gleichgesetzt etwa mit Isolationshaft. Da ist die Versuchung für einen reichen Menschen wie Michael Jackson groß, Schlaf wie eine Ware einzukaufen. Doch: Welchen Schlaf bekommt man für 150.000 Dollar? Einen erfrischenden, erholsamen Schlaf, aus dem man nach acht oder zehn Stunden erwacht, bereit zu neuen Taten? Oder doch eher ein komatöses Dahindämmern ohne jeden Erholungswert?

Wer einmal über einen längeren Zeitraum ohne Schlaf gelebt hat, der wird nachvollziehen können, dass selbst ein Koma dem permanenten Wachbleibenmüssen vorzuziehen ist. Wenn es schon keine echte Ruhe gibt, so gibt es doch wenigstens ein Vergessenkönnen über einige Stunden.

Dr. Conrad Murray, selbst in chronischen Geldnöten, ist auf das Angebot eingegangen. Er verdingte sich als Leibarzt bei Michael Jackson und verkaufte ihm – Schlaf. Dabei ist er nicht etwa hingegangen und hat zu Jackson gesagt: »Schmeißen Sie den ganzen Mist weg, mit dem Sie sich umgeben und der Sie künstlich wach hält. Gehen Sie hin und schlagen Sie Ihrem Vater mal so richtig ins Gesicht, dann werden Sie sich besser fühlen. Konsolidieren Sie die Reste Ihres Vermögens und verzichten Sie auf diese Tournee, für die Sie momentan keine Kraft haben. Dann werden Sie wieder schlafen können.« - Nein, das alles hat Dr. Conrad Murray nicht gesagt. Stattdessen füllte er seinen Auftraggeber ab mit dem Narkosemittel Propofol. Koma für Schlaf: Dr. Conrad Murray hat sich verhalten wie eine Hure, die ihren Kunden Sex für Liebe unterschiebt. Verwerflich, möchte man im ersten Augenblick sagen. Doch wenn man darüber nachdenkt, dann stellt man fest: Dr. Conrad Murray hat nichts falsch gemacht.

Was würde ein Freier einer Hure erzählen, wenn die ihm sagen würde: »Reinstecken ist nicht, aber wir können miteinander über Deine Probleme sprechen und ein echte Beziehung aufbauen!«? - Richtig: Er würde sich schnellstens eine andere Hure suchen. Denn er will ja keine Beziehung. Er will ihn wirklich bloß reinstecken. Unsere verständnisvolle Hure mit dem großen Herzen wird sich kurz darauf bei der ARGE anstellen müssen, auf der Suche nach einem neuen Job. Wenn sie das nicht möchte, wird sie auf die Wünsche ihrer Kunden eingehen und einfach die Klappe halten.

Dr. Murray hat diese Grundregel aller Huren beachtet. Was hätte er auch anderes tun sollen? Hätte er in der oben genannten Weise zu Jackson gesprochen, wäre er mit Sicherheit achtkantig rausgeflogen. Jackson hätte einem anderen die 150.000 Flocken im Monat rübergeschoben, einem, der weniger blöde Fragen stellt und die gewünschte Leistung erbringt.

Alles in allem wird der Begriff der »ärztlichen Sorgfaltspflicht« hier überstrapaziert. Jeder, der nicht total verblödet ist, dürfte wissen, dass eine tägliche Vollnarkose der Gesundheit nicht zuträglich ist. Studiert zu haben jedenfalls braucht man dazu nicht. Das Gerede von der »ärztlichen Sorgfaltspflicht« in einem gesellschaftlich gewollten Spannungsfeld zwischen dem großen Geld und drückenden Schulden ist nichts anderes, als das verlogene Geschwafel irgendwelcher Pfaffen, die auf der einen Seite Keuschheit predigen, aber heimlich kleine Kinder missbrauchen.

Michael Jackson hat auf der Suche nach Schlaf den Tod gefunden. Das ist entsetzlich tragisch. Ob Dr. Murray oder irgendjemand sonst auf der Welt das aber hätte verhindern können, das ist mehr als fraglich.

1 Kommentar:

  1. Michael Jackson wird Mißbraucht- Pfarrer war er nicht

    1. Wenn alle Huren zusammenhalten würden, und von der Gesellschaft einen ordentlichen Job und eine gesunde Psyche einfordern, dann würden die machtkranken Freier nichts mehr zum drüberruschten haben, und vielleicht darüber nachdenken was sie da eigentlich (an-)tun. Die allermeisten Prostituierten (über 90%) haben in ihrer Kindheit/ Jugend einen sexuellen Mißbrauch erfahren. Und später verkaufen sie sich, weil sie nicht mehr viel von sich halten und sich immer wieder bestrafen müssen. Und Was hat Murray erlebt? Die faule Ausrede von "wenn ich es nicht mache, dann macht es jemand anders" ist typisch Mensch und zeugt von Schwäche. Stark und gut wäre: "Ich möchte mir morgens im Spiegel noch ins Gesicht schauen können, und lasse mich nicht mit primitiven Mitteln zur(m)Täter(in) machen. Ich bleibe mir treu, und die anderen sollen mir Vertrauen können. Er hätte ihn lieber gleich umbringen sollen/Dauerschlaf- ohne Geld einzukassieren (Patientenverfügung). Vielleicht hat Murray ja gesagt, dass MJ den ganzen Scheiß über Board werfen soll? Wann ist ein Arzt ein Arzt?

    2. Es ist verlogen, dass alle "Pfaffen", die Keuchheit prädigen, kleine Kinder mißbrauchen. Das würde den echten Pfarrern nicht gerecht werden. Sexueller Kindsmißbrauch findet überall statt, vor allem zu Hause und in der Nachbarschaft. In Instituten, wo viele Kinder sich aufhalten bietet sich eine Ausübung besonders gut an. Das heißt, Internate, Heime, Jugendzentren, Sportzentren, Vereine und auch kirchliche Einrichtungen. Die Kinder werden von den Männern nicht mißbraucht, weil diese um ihr
    sexuelles "Grundbedürfnis" nicht drum herum kommen, sondern weil sie einfacher überfallbar sind, sich weniger wehren können, und nicht so anstrengend. Weil kranke Männer (sehr wenige Frauen, aber auch)Macht- und Dominanzgeil sind, und mit Gewalt sich ihre Selbstbestätigung und Rechtfertigung holen.Und kranke Männer gibt es überall, nicht nur in der Kirche,als "Pfaffen" verkleidet. Vermutlich ist Kannibalismus auch ein Grundbedürfnis. Genau so werden Huren gezeugt: Man bricht ihr Kinderherz, danach verkaufen sie ihre Seelen gegen Geld.

    3. Ach und Geld?
    Nein- wieder falsch! Geld verdirbt nicht den Charakter. Der ist nämlich schon vorher verdorben, nur am Geld kann man es erkennen. Geld ist ein Idikator. Geld ist unschuldig.

    Es sind wir Menschen! Keine faule Ausreden!
    __________________________________
    Dieser Artikel steckt voller Vorurteile, Unbedachtheit und fehlender Sensibilität,
    deshalb nicht empfehlenswert!

    Gruß

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