Freitag, 9. September 2011

Das Erbe des Atomzeitalters – Die Freitagskolumne von Ursula Prem

Ursula Prem
Wie es aussieht, werden erst nachfolgende Generationen das Bewusstsein entwickeln, den unermesslichen Schaden auch nur halbwegs zu begreifen, der der Menschheit durch die Nutzung der Atomenergie unumkehrbar zugefügt wurde. Hierzu werden nicht nur immer weiter verfeinerte wissenschaftliche Methoden beitragen, sondern auch die verbesserten Möglichkeiten, Daten zu erfassen und sinnvoll miteinander zu vernetzen.

So schreckt eine neue Studie auf, derzufolge in einem 35 km-Umkreis um Gorleben seit Einlagerung der ersten Atommüllbehälter im Jahre 1995 signifikant weniger Mädchen geboren wurden, als es statistisch zu erwarten gewesen wäre. (Quelle: Ärztezeitung)

Dass radioaktive Strahlung völlig unkontrollierbare Einflüsse auf die Gene nimmt, ist inzwischen hinlänglich bekannt. Dass sie auch das Geschlecht beeinflusst, diese Erkenntnis ist zumindest für die breite Öffentlichkeit neu.

Lassen wir uns nicht mehr durch Grenzwerte veräppeln!
Wir können getrost davon ausgehen, dass die wahre Macht längst in den Händen einiger durchgeknallter, von der Atomlobby finanzierter, Statistiker liegt, denen das Wohl des Einzelnen vollkommen gleichgültig ist. Diese definieren einen »Grenzwert«, von dem sie aus unerfindlichen Gründen annehmen, dass er den meisten Menschen nicht schadet. Wussten Sie beispielsweise, dass sich Wildschweinfleisch nur deshalb noch im Handel befindet, weil es von verhältnismäßig wenigen Menschen gegessen wird, es also die Durchschnittsbelastung der Gesamtbevölkerung nicht signifikant anhebt, während Menschen, die es häufiger essen, eben Pech haben? All die Herrschaften, die sich an der Nutzung der Kernenergie eine goldene Nase verdient haben, setzen seit Jahrzehnten rechnerische Taschenspielertricks gegen Leben und Gesundheit der Menschen.

Grenzwerte sind eine mehr als bösartige Erfindung, erlauben sie es doch, Menschheit und Umwelt systematisch zu vergiften. Was würde man von Eltern denken, die ihren Kindern Gift ins Essen mischen? »Wir haben aber nur so viel beigemischt, dass es den Kindern nicht schaden kann. Wir haben da genau definierte Grenzwerte, Herr Richter!« - Was wäre von solch einer Verteidigungsstrategie zu halten? - Richtig: Sie wäre ein Grund für einen sofortigen Sorgerechtsentzug. Und womit? - Mit Recht!

Auch nach dem Atomausstieg wird uns das Thema noch lange verfolgen …
Wir haben kommende Generationen auf tausende Jahre hin verdonnert, unseren Atommüll bewachen zu müssen, denn sinnvoll loswerden können wir ihn nicht. Auch, wenn viele das für eine gute Lösung hielten: Es würde nicht einmal etwas nützen, den Verantwortlichen das Zeug löffelweise einzutrichtern, denn die Halbwertzeit radioaktiver Elemente ist unbestechlich. Die künftige Menschheit wird die Drahtzieher des Atomzeitalters nicht weniger verfluchen, wie wir es heute mit Adolf Hitler tun. Bald werden unabhängige Statistiken des beginnenden Nach-Atomzeitalters beweisen können, dass die menschliche Nutzung der Radioaktivität sogar noch mehr Todesopfer gefordert hat, als der psychopathische Schnurrbartträger aus Braunau. Alle Berechnungen werden jedoch eine Toleranzgrenze von mehren Millionen Toten beinhalten, denn wer will schon genau sagen können, wie viele Todesopfer alleine die gigantische Reihe überirdischer Atombombenversuche gekostet hat? Welche Anzahl an Menschen noch durch weltweit marodierendes, unter der Hand gehandeltes, waffenfähiges Plutonium umkommen wird? Ganz zu schweigen von den weltweit »unerklärlich« ansteigenden Krebsfällen, die allzu häufig auch noch durch den medizinischen Einsatz weiterer Radioaktivität »geheilt« werden sollen?

Die Energiewende ist eine große Herausforderung. Doch weitaus schwieriger, als der flächendeckende Ausbau erneuerbarer Energien, wird die Entsorgung der Altlasten sein, die egomanische Abkassierer unserer Erde hinterlassen haben.

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