Freitag, 17. Juni 2011

Die Antibabypille: Sexuelle Befreiung oder gefährlicher Fluch? – Die Freitagskolumne von Ursula Prem

Ursula Prem
»Die Antibabypille war ein Meilenstein auf dem Weg zur Gleichberechtigung der Frau«. So wird es uns seit über 50 Jahren vorgebetet, und das mit Erfolg: Nach einem jetzt vorliegenden Arzneimittelreport der BARMER beträgt die Verschreibungsquote unter 12-15jährigen Mädchen in manchen Regionen bis zu 16%. Bei den 16-19jährigen sind es sogar bis zu 74%. (Quelle: Focus Online). Das bedeutet im Klartext: Fast drei Viertel dieser jungen Frauen emanzipieren sich dadurch, dass sie sich mit der chemischen Keule unfruchtbar machen. Klar: Ungewollte Schwangerschaften sollten um jeden Preis vermieden werden. Aber kann ein über die gesamte fruchtbare Phase des Lebens andauernder schwerer Eingriff in den Hormonhaushalt die Lösung sein? Ist es wirklich Emanzipation, dem Partner jeden eigenen Gedanken an Verhütung abzunehmen? Immer und jederzeit verfügbar zu sein für folgenlosen Spaß?

Die oben genannte Studie fördert alarmierende Tatsachen ans Tageslicht: Die modernste Generation der Pille beinhaltet ein dreimal höheres Thromboserisiko, als früher gängige Marken. Schon diese verursachten, im Vergleich zum Leben ohne Pille, ein Thromboserisiko, welches um das Drei- bis Vierfache erhöht war. Zusammengefasst bedeutet das: Ihr Risiko, an einer lebensgefährlichen Thrombose zu erkranken, ist um das bis zu Zwölffache erhöht, wenn Sie die Pille einnehmen! Mir ist kein anderes Medikament bekannt, das bei derartigen Risiken vergleichbar bedenkenlos verschrieben wird, ohne dass eine zu behandelnde Krankheit der Verschreibung zugrunde liegt.

Ist das die sexuelle Befreiung der Frau? Oder ist es nicht vielmehr eine gesellschaftliche Übereinkunft darüber, dass Verhütung Frauensache sein sollte? Und wieder schlucken wir Frauen es. Wie wir alles geschluckt haben im Laufe der Menschheitsgeschichte. Das Ein- und Ausschalten der Fortpflanzungsfähigkeit unter Akzeptanz immenser Gesundheitsrisiken ist bereits derartig gesellschaftsfähig, dass viele Eltern es heute als ihre Pflicht ansehen, schon ihre Zwölfjährigen zum Arzt zu schleppen, auf der Jagd nach dem begehrten Rezept. Ist auch einfacher und weniger peinlich, als eine praktische Demonstration über den Gebrauch von Kondomen oder Diaphragmen im trauten Familienkreise. Denn, ja: folgenloser Spaß ist durchaus möglich, ohne eine halbe Chemiefabrik zu schlucken. Dies dürfte nur leider nicht im Sinne der Pharmakonzerne sein, da eine Anwendung von Verhütungsmitteln ausschließlich bei akutem Bedarf wesentlich niedrigere Umsätze verspricht.

Pille = Emanzipation? – Nein. Mit Sicherheit nicht. Die Pille war eine Notlösung in einer Zeit, als die ehelichen Rechte eines Mannes noch selbstverständlich und die Frauen noch Milchkühe waren. Emanzipiert zu sein, das bedeutet, selbst auf sich aufzupassen. Auch auf dem Gebiet der Verhütung.

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