Mittwoch, 2. Februar 2011

Anka Kampka / Kerstin Orben: Was haben Nelson Mandela und Resilienz gemeinsam? Die Fähigkeit, die Opferrolle zu verlassen

Auszug aus der Antrittsrede Nelson Mandelas

..Unsere Tiefgreifendste Angst ist nicht, dass wir ungenügend sind....Unsere tiefste Angst ist, über das Messbare hinaus kraftvoll zu sein. Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, das uns erschreckt. Wir fragen uns, wer bin ich, mich brillant, großartig, talentiert, phantastisch zu nennen? ...... Du bist ein Kind Gottes. Dich selbst klein zu halten, dient nicht der Welt. Es ist nichts Erleuchtendes daran, sich so klein zu machen, dass andere um Dich herum sich nicht sicher fühlen......Wenn wir unser eigenes Licht erscheinen lassen, geben wir anderen unbewusst anderen Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun.

Anka Kampka
Der größte und entscheidendste Schritt, den Nelson Mandela ging, war, dass er nicht die schwarze Bevölkerung „groß“ gemacht hat, sondern den Weißen ihre Angst genommen hat. Mit diesen Gedanken war und ist er noch heute sogar vielen Staatsmännern in seiner klugen Einsicht weit voraus.

Auch er mag sich das ein- oder andere Mal als Opfer wahrgenommen haben. Jedoch hat er sich nie dieser Rolle „ergeben“. Sein Kampfgeist und seine Beharrlichkeit haben ihn und seine Landsleute dabei unterstützt, das Apartheidregime zu beenden.

Nun, es ist tatsächlich so, dass wir uns oft selbst „ausbremsen“ und der Opferrolle viel Positives abgewinnen. Das wollen wir nicht hören, aber wir nehmen diese Rolle häufig nur zu gern an. Unsichtbare Fesseln scheinen uns auf magische Art und Weise in dieser Rolle fest zu halten.

Dazu gehören Sätze wie: „Das ist halt so“, „auf mich hört so wie so Keiner“, „meine Meinung zählt nicht“, „Ich bin nicht gut genug“. Dabei machen wir widrige Umstände für unsere Aussagen verantwortlich: Im Job fühlen wir uns Machtspielchen oder Mobbing ausgeliefert. In der Familie stellen wir unsere eigenen Bedürfnisse „hinten an“ und haben unsere eigene Zukunftsperspektiven aus dem Blick verloren. Schnell macht sich Ohnmacht breit, wir ertrinken in Selbstmitleid, hadern mit unserem Schicksal und machen uns selbst klein.

Kerstin Orben
Andererseits nehmen wir gern die verlockenden Angebote unseres inneren Schweinehundes an, der für alles eine Ausrede hat. Ist das nicht herrlich bequem? „Ich kann ja gar nicht anders!“, „Was kann ich daran schon ändern?“. Sich dem Schicksal zu ergeben heißt, weder Entscheidungen noch wirkliche Verantwortung übernehmen zu müssen, zumindest nicht für unser eigenes Leben. Somit sind wir Opfer unserer selbst, verstecken uns hinter unseren eigenen Ausreden. Gleichzeitig schämen wir uns für unsere „dunkle Seite“ der Gefühle wie Frust, Wut, Feigheit und vielem mehr.

Doch wie sollen die Menschen um uns herum unser Licht in uns erkennen, wenn wir es selbst nicht in uns sehen wollen? Oft brauchen wir nur ein wenig Zuversicht und die Bereitschaft, zu unserer eigenen Kraft zu finden, damit wir uns selbst als „Brillant, Großartig, Talentiert und Phantastisch“ begreifen können.



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