Dienstag, 14. September 2010

Tuna von Blumenstein - »Der Tote im Zwillbrocker Venn«

Liebe Leserinnen und Leser.

Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass mein Thriller

»Der Tote im Zwillbrocker Venn«
kurz vor der Veröffentlichung steht.

Exklusiv für »Ein Buch lesen« stelle ich hier eine kurze Leseprobe ein und bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.

Ihre

Tuna von Blumenstein




Martin Willing betrachtete aufmerksam den Mittelklassewagen, der in der äußersten Ecke des Parkplatzes abgestellt und damit, von der vorbeiführenden Landstraße aus, nicht zu sehen war. So wie Martin übrigens auch nicht. Die Bank, auf der Martin Platz genommen hatte, war von der Straße aus nicht auszumachen.

Schon als Kind war Martin ein eher vorsichtiger Mensch und die momentane Situation erforderte absolute Wachsamkeit. So ging er mental den Verlauf der vergangenen Stunden noch einmal genau durch. Gegen 18:00 Uhr hatte er zusammen mit Norbert Terhaar, dem Ausstellungsbetreuer des Besucherzentrums, die Biologische Station Zwillbrock verlassen. Martin hatte Norbert bis zu dessen Wagen begleitet, darum konnte er auch sicher sein, dass sich der Alfa mit Münchener Kennzeichen zu diesem Zeitpunkt dort nicht befand. Die ca. 700 Meter Wegstrecke bis zu seinem Elternhaus hatte er anschließend mit seinem Fahrrad zurückgelegt, um gegen 19:00 Uhr mit seinen Eltern das Abendbrot einzunehmen.

Als Zivi nach einem halben Jahr Dienstzeit auf der biologischen Station konnte er sich von seinem Geld eine eigene Wohnung nicht leisten. Darum wohnte er noch zuhause. Seinen Führerschein hatte er aber pünktlich vor einem Jahr zu seinem 18. Geburtstag in Händen gehalten, wie es sich auf dem Land gehört – finanziert von seinen Eltern. Martin war und ist das brave Einzelkind in einer braven Familie.

Gegen 20:00 Uhr hatte sich Martin noch einmal mit seinem Rad auf den Weg gemacht, um die Lage zu peilen. Er begegnete auf dem Weg zur Station nur einem einsamen Spaziergänger, ansonsten war die Gegend menschenleer und der Parkplatz verlassen.

Martin sah auf seine Uhr. Die Zeiger des beleuchteten Ziffernblattes zeigten 22:15 Uhr. Vor einer halben Stunde hatte er sein Elternhaus abermals verlassen, diesmal zu Fuß, kurz nachdem sein Vater zur Spätschicht aufgebrochen war. Alvis Willing, Martins Vater, ist Polizeibeamter. Martin konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, denn wenn Vater Willing wüsste, was sein Spross seit einer Woche stabsplanmäßig vorbereitete, würde ihn der Schlag treffen. Das durfte natürlich nicht passieren. Es wird nicht passieren. Denn Martin hat das perfekte Verbrechen geplant und wird es auch umsetzen. Eigentlich ist es ja kein richtiges Verbrechen, sondern Einbruch und Diebstahl in zwei Fällen.

Aber es würde natürlich kein gutes Bild auf die Familie werfen. Darum darf ja auch nichts schiefgehen. Genauer betrachtet ist es auch keine Straftat, die Martin vorhat zu begehen, eher das, was im Volksmund als »krummes Ding« benannt wird. Denn Martin ist nicht kriminell.

Er ist eine ehrliche Haut und kann verschlagene Typen, wie Jopie van Husen einer ist, nicht ausstehen. Jop de Kiff, wie er genannt wurde, war schon in der Grundschule, die beide zusammen besucht hatten, ein falscher Fuffziger gewesen. Dabei bekam er von seinen Eltern alles in den Hintern geschoben.

Da zeigt sich einmal wieder, dass es nicht gut ist, wenn die Eltern alles richten. Das Gymnasium hatte Jop rechtzeitig mit einem Schulverweis belegt und von der Realschule wurde er auch geschmissen. So sahen sich Martin und Jopie auf der Hauptschule wieder, an der Martin tatsächlich noch einen besseren Abschluss hinlegte als Jop.

Wie kann jemand sein Leben so in den Sand setzen. Martin musste seinen Kopf schütteln. Während Martin seinen Führerschein machte und eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme besuchte, lungerte Jopie nur herum. Martin wird auf jeden Fall in den Betrieb seines Onkels Herbert einsteigen, wenn er seinen Zivildienst absolviert hat. Der Ausgang dieser Nacht würde für Jopies weiteren Lebensweg auch entscheidend sein, wie Martin vor gut einer Woche beschlossen hatte. Denn das Maß war voll, Jopie hatte es übertrieben...

Kommentare:

  1. Hallo Tuna,

    dass Du zu uns gestoßen bist, das ist eine absolute Bereicherung. Ich freue mich schon auf Dein Buch!

    Liebe Grüße,

    Ursula

    AntwortenLöschen
  2. Auch ich bin sehr gespannt auf den Thriller von TvB! Das klingt wirklich vielversprechend, was ich bislang lesen durfte! Beste Grüße WJL

    AntwortenLöschen
  3. Ach Ihr Lieben.
    Und ich bin so froh, dass Ihr mich so freundlich aufgenommen habt.

    Vielen Dank

    Tuna

    AntwortenLöschen
  4. Hi Tuna, ich schließe mich Walter an. Der Textauszug klingt vielversprechend. Die Fotos erinnern mich an den, der auszog, das Gruseln zu lernen.:-))

    Dort wollte ich nachts nicht alleine spazieren gehen.

    Ich freue mich auch auf Dein Buch. Werde eine Rez schreiben. Das weiß ich schon jetzt.
    Das ist eine Drohung.

    Liebe Grüße Helga

    AntwortenLöschen

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