Samstag, 25. September 2010

Samstagsrezension: Jetzt reicht`s mir! - Barbara Berckhan

Die Kommunikationstrainerin Barbara Berckhan  zeigt in diesem Buch wie man Kriktik austeilen und einstecken kann, ohne sich Feinde zu machen oder sich "angemacht" zu fühlen. Im ersten Teil ihres Buches  verdeutlicht sie gleich zu Anfang, dass ohne Rückmeldungen Beziehungen "vertrocknen". Damit dieses nicht geschieht, macht es Sinn  über alles, was bislang unter den Teppich gekehrt wurde, zu reden.

Die Autorin stellt im Buch  immer wieder Fragen, über die der Leser nachdenken sollte und vermittelt Strategien für den Umgang mit sich selbst und auch solche für konstruktive Gespräche.

Meckern, motzen und maulen begreift die Kommunikationstrainerin als impotente Kritik. Anstelle zu nörgeln, empfiehlt Berckhan zu handeln.  Charakterisiert wird das Verhalten  des Nörglers sowie der Meckerziege und es wird unterstrichen, dass man sich tunlichst aus den Angelegenheiten anderer Leute raushalten möge. Wörtlich schreibt die Autorin: "Atmen Sie aus und erlauben Sie Ihren Mitmenschen, ihr eigenes Leben zu leben. Das Leben der anderen müssen Sie weder kontrollieren noch korrigieren."

Berckham  erklärt, dass es für einen harmoniebedürftigen Menschen wichtig ist zu lernen, dicke Luft auszuhalten, ohne sogleich wieder alles auszubügeln und nein zu sagen, ohne sich zu entschuldigen. Deutlich gemacht wird, dass Runterschlucken von Kritik zu einem echten Beziehungskiller wird. So genannte "Störmeldungen" sind für alle eine Hilfe. Man sollte dabei allerdings nicht auf den Tisch hauen, sondern sanft die Störung ansprechen.

Es ist durchaus möglich zu kritisieren, ohne zu verletzten. Wichtig ist in diesem Zusammenhang u.a. zuzuhören, keine langen Monologe abzuspulen und nicht mehr als einen Kritikpunkt anzubringen.

Die Autorin zeigt, wie man seinen Ärger managt und weshalb Schuldzuweisungen nicht selten Lösungen blockieren. Anstelle Schuld zuzuweisen, sollte man sich fragen, welche Strategie man anwenden kann, damit sich ein Problem nicht wiederholt. Dargestellt werden die sechs häufigsten Gründe, warum eine Rückmeldung keine Wirkung zeigt und was sie tun können, des Weiteren wird aufgezeigt wie man hypersensible Menschen kritisiert. Was tut man, wenn das Gegenüber sofort in Tränen ausbricht?

1) Betten Sie in ihre Kritik eine Menge Bestätigung ein
2) Kritisieren Sie nicht, sondern korrigieren sie nur
3) Kritisieren Sie nicht, sondern machen sie nur Verbesserungsvorschläge
4) Kritisieren Sie nicht, sondern liefern Sie Lösungsvorschläge

Das sind die Überschriften zu Ausführungen zum Thema Kritik an hypersensiblen Menschen. Nach meiner Meinung sollte man bei allen Menschen  nach dieser Art vorgehen, um zu verhindern, dass sie den Rolladen  sofort runterlassen und weitere Gespräche auf diese Weise blockiert werden. Anerkennung, Wertschätzung  und Dankbarkeit  dürfen niemals fehlen, wenn man einen Kritikpunkt anmeldet und man sollte sich  immer dann, wenn man selbst kritisiert wird, eine Schrecksekunde gönnen, bevor man kontert. Vorschnelle Reaktionen sind nicht selten unüberlegt und können zur Verschlechterung von Beziehungen führen.

Berckhan klärt über die vier häufigsten Gründe unsachlicher Kritik auf und zeigt sehr gut, wie man in diesem Fall vorgeht, auch klärt sie auf, wie man Tratsch, Klatsch und Lästereien beendet. Man muss sich üble Nachrede nicht gefallen lassen.

Die Autorin  macht klar, wie man mit Kritik gelassener umgehen und welche Schutzschilder  man aufbauen kann, um selbst übelste Anfechtung nicht persönlich zu nehmen. Sehr neugierig las ich Berckans Ausführungen zur "beleidigten Leberwurst", einem Menschenschlag, mit dem ich große Schwierigkeiten habe, umzugehen. Menschen dieser Art machen mich stets ratlos. Die Betrachtungen der Kommunikationswissenschaftlerin haben mich diesbezüglich etwas schlauer gemacht. Man  sollte beleidigte
Leberwürste nicht versuchen aus der Schmollecke rauszuholen, es ist zwecklos.

Zum Schluss lernt man sogar, mit seinem inneren Kritiker besser umzugehen. Ein Buch, das ich allen Berufskritikern empfehle, um sich darüber klar zu machen, dass der Kritisierte auch ein Mensch ist.
Den wichtigste Satz im Buch zitiere ich an dieser Stelle zum Einprägen abermals: 

"Atmen Sie aus und erlauben Sie Ihren Mitmenschen, ihr eigenes Leben zu leben. Das Leben der anderen müssen Sie weder kontrollieren noch korrigieren."




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